Minimalismus in der Finanzglück-Familie

Minimalismus Familie

Da stand ich also mit ungläubigem Blick.

Starrte auf unser vollgepacktes Auto.

Der vierjährige Heiermann und die lütsche Groschen rannten um mich herum und juchzten vor Freude. Die Begeisterung über unseren anstehenden Italienurlaub stand ihnen ins Gesicht geschrieben.

Nicht so bei mir. Ich war ganz und gar in meinen Gedanken versunken.

Wie kommt es, dass unser Auto, immerhin ein geräumiger Kombi, bei jedem Urlaub bis unter die Haube vollgepackt ist? Es ging auch in diesem Fall wiedermal nichts mehr rein. Neben Koffern, Taschen, dem Babybett, Buggy und gefühlten 100 Tüten mit Kram hatte ich jeden verfügbaren Zentimeter ausnutzen müssen.

Eigentlich sollte ich mich mittlerweile an diesen Anblick gewöhnt haben. Trotzdem blieb ich nachdenklich.

Es ist nämlich gar nicht lange her, da habe ich über viele Monate hinweg wunderbare Momente auf fremden Kontinenten erlebt.

Und alles was ich auf diesen langen Reisen brauchte, passte in nur einen Rucksack.

Essen oder gegessen werden

Von Haus aus bin ich minimalistisch veranlagt.

Du übrigens auch.

Zumindest tief in Deinem Inneren ist ein waschechter Minimalist vergraben.

Bis vor ca. 12.000 Jahren, als die landwirtschaftliche Revolution Einzug hielt, waren unsere Vorfahren ständig auf Achse. Als Jäger und Sammler mussten sie dahin weiterziehen wo es Nahrung gab. Und sie waren ständig auf der Hut nicht selbst als Mittagessen zu enden.

Bei solch einem Lebensstil ist jeder Gegenstand, den Du besitzt, auch eine Belastung. Mehr als eine Handvoll Dinge dürften unsere Homo-Sapiens-Urgroßeltern in der ostafrikanischen Savanne nicht in ihren Fellbeutelchen umhergeschleppt haben.

Sie waren Extrem-Minimalisten.

Erst in den letzten Jahrtausenden, als wir uns zu Bauern weiterentwickelten und sesshaft wurden, fingen wir an Gegenstände anzuhäufen. Mit zunehmendem Wohlstand immer mehr.

12.000 Jahre klingen jetzt erst mal wie ein langer Zeitraum. In der Evolution ist es aber nicht viel mehr als ein Wimpernschlag. Den Minimalisten bekommst Du daher so schnell nicht aus Deinem System.

Tief im Inneren ahnst Du:

Überflüssiges Gedöns belastet Dich.

Und daher überrascht es auch nicht, dass die Minimalismus-Bewegung wieder voll an Schwung gewinnt.

Wir kehren zurück zu unseren Wurzeln.

Cut the Bullshit out

Aber was ist Minimalismus eigentlich?

Es gibt viele Definitionen. Mir gefällt die von Fumio Sasaki am besten, die ich in seinem sehr lesenswerten Buch Das kann doch weg!* gefunden habe

Ein Minimalist ist jemand, der weiß, was für ihn wirklich essentiell ist, jemand, der sich von Besitz zugunsten der Dinge trennt, die ihm wirklich etwas bedeuten.

Es geht also nicht darum allem Materiellen zu entsagen und wie Diogenes von Sinope in der Tonne zu hausen.

Das Ziel ist es vielmehr sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und unnützen Ballast abzuwerfen. Idealerweise schaffst Du durch solch einen gezielten Konsumverzicht ein erfüllteres Leben mit mehr persönlicher Freiheit zu leben.

Oder anders ausgedrückt: Cut the bullshit out of your life!

HoHoHo

Das alles überschattende Ziel des Minimalismus ist simpel:

Es macht Dich glücklicher!

Darum geht es. Um nicht mehr und nicht weniger.

In der Glücksforschung tummelt sich ein wilder Mix aus Wissenschaftlern und Pseudo-Hippies, die sich von verschiedensten Richtungen an das komplexe Thema Glück herantasten. Aber bei einem Umstand herrscht weitestgehend Einheit in der heterogenen Truppe:

Erfahrungen machen glücklich, Gegenstände nicht.

Das Spielen mit Deinen Kindern, der romantische Augenblick mit Deinem Partner, der Wanderurlaub mit Deinen Freunden und nicht zuletzt die Weihnachtsparty mit Deinen Kollegen machen Dich nicht nur in diesem Moment glücklicher. Es entstehen auch Erinnerungen, die Dir noch lange Freude bereiten. (Ok, bei den Weihnachtspartys kann es Ausnahmen geben…)

Wie sieht es aus mit dem neuen Auto, dem letzten iPhone, der schnieken Handtasche?

Der Kauf dieser Gegenstände bringt Dir auch Freude. Es soll diesen magischen Moment geben, wenn Du mit Deinem flotten Neuwagen vom Autohof rollst.

Die Euphorie ist jedoch meist von kurzer Dauer. Du gewöhnst Dich schnell an die neuen Dinge. Und bevor Du Dich umgucken kannst wird das Neue normal. Du ziehst keinen längerfristigen Glücks-Boost aus Deiner letzten Errungenschaft. Das Konzept der hedonistischen Adaption greift.

Das Gegenteil ist eher der Fall. Der Kauf überflüssiger Dinge bringt ein paar gravierende Nachteile mit sich (dazu gleich mehr).

Wenn wir also wissen, dass ein Haufen Plunder uns nicht glücklicher macht, warum kaufen wir trotzdem immer mehr Dinge?

Am Anfang stand der Smoothie-Mixer

Weil wir es uns leisten können!

Je mehr Kohle Du hast, desto mehr Kram türmt sich in Deinen vier Wänden.

Lebten wir als Schüler und Studenten noch spartanisch, können wir uns heute kaum noch vorstellen ohne Fitness-Armband nebst zugehöriger Smartphone-App joggen zu gehen.

Dein junges Ich hatte nicht genug Taschengeld um sich einen Smoothie-Mixer in die Küche zu stellen.

Heute hast Du dieses Kleingeld. Und so ein Smoothie-Mixer hilft Dir bestimmt dabei Deine Traumfigur wiederzuerlangen, Deinen Traumpartner zu verführen und in Deinem Traumjob zu brillieren.

Oder nicht?

Der Wunsch sich mit Geld mittels Gegenstände schönere Zustände – und damit ein glücklicheres Leben – zu kaufen, ist einfach zu verführerisch. Die ständigen Werbebotschaften suggerieren uns genau das eindeutig.

Mein Haus, mein Auto, mein Boot

Und gerade bei uns Männern kommt auch noch ein dominierender innerer Drang hinzu:

Wir wollen imponieren!

Als Herdentier liegt es uns im Blut die anderen Mitglieder unserer Gruppe zu beindrucken. Und das geht am einfachsten mit Statussymbolen. So erreichen wir die Aufmerksamkeit der Weibchen und auch der Männchen. Durch Gegenstände versuchen wir unseren Stand in der Hierarchie zu bestimmen.

Statt also potentielle Geschlechtspartnerrinnen und Rivalen durch einen anmutigen und wilden Tanz nachhaltig zu beindrucken, kauft Mann lieber einen SUV. Oder ein Cabrio. Oder ein SUV-Cabrio.

Macht ja auch was her.

Letztendlich ist Anerkennung das Ziel der ganzen Konsumveranstaltung.

Im schlimmsten Fall definieren wir uns selber irgendwann nur noch über Statussymbole.

Und wo ist das Problem?

Ok, dann ist es halt so. Der Kauf überflüssiger Dinge muss ja nicht verkehrt sein. Oder?

Naja, es gibt da doch ein paar Themen, die Deinem Glücksgefühl im Wege stehen könnten.

  • Besitz frisst Deine Zeit – Du musst Dinge kaufen, pflegen, reparieren und irgendwann entsorgen.
  • Besitz braucht Deine Energie – Du musst Dich um Deine Dinge kümmern und Deine Aufmerksamkeit schenken.
  • Besitz kostet Dich Geld – Du musst erst mal Geld verdienen um Dir Dinge kaufen zu können.

Und gerade dieser letzte Punkt ist wichtig.

Um Dir Deinen Konsum zu finanzieren musst Du zur Schippe greifen. Und das nicht zu knapp. Je mehr Du konsumierst, desto länger oder härter musst Du arbeiten oder zumindest Arbeiten machen, die Dich vielleicht nicht erfüllen.

Gleichzeitig weißt Du, dass positive Erfahrungen Dich glücklicher machen. Dafür brauchst du Zeit.

Und genau diese Zeit ist knapp, weil Du einen großen Teil Deiner Wachzeit damit verbringst Geld zu verdienen, um Dir Dinge zu kaufen, die Dich nicht glücklicher machen.

Von daher ist es doch naheliegend einfach mal ordentlich auszumisten. Dich von all den Dingen zu trennen, die Dir nicht wirklich etwas bedeuten.

Wäre da nicht…

Genau das würde ich tun, wenn ich mich nicht für eine Familien-WG entschieden hätte.

Meine zentral gelegene Zweizimmer-Mietwohnung wäre minimalistisch eingerichtet. Der Keller sähe aus wie geleckt und der Stauraum würde auf ein Minimum reduziert. Ein Auto bräuchte ich nicht. Meinen Bedarf an Gegenständen käme direkt aus der Stuff-Cloud und dort würde ich sie nach Gebrauch auch wieder abladen.

Diese Gedanken gehen mir also durch den Kopf, während ich vor unserem vollgestopften Ford Focus Turnier stehe und Frau Finanzglück gerade gut gelaunt mit einer weiteren Tüte um die Ecke kommt.

Mein Blick wandert die Fassade unseres eigentlich viel zu großen Reihenmittelhauses hinauf. Bildlich sehe ich die gestapelten Kartons voller alter und neuer Kinderklamotten in unserem überladenden Keller vor mir. Und ich erinnere mich noch lebhaft an den Kraftakt vor wenigen Wochen, als wir im Gästezimmer den großen Wandschrank aufbauten, damit wir noch mehr Stauraum haben.

Minimalismus in der Familie ist einfach eine ganz andere Geschichte.

Meine Vorstellung eines minimalistischen Lebensstils deckt sich nicht mit der von Frau Finanzglück oder auch nicht mit denen unserer kleinen Wonneproppen.

Meine Idealvorstellung scheitert an der Realität.

Bitte keine Tränen, kleine Maus!

Das ist aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

Schließlich kenne ich das Geheimrezept eines glücklichen Familienlebens. Es lässt sich in einem Wort zusammenfassen:

Kompromiss

Es bringt nichts Heiermann zu erklären, dass er neben seinem Lauf- und Fahrrad nicht auch noch einen Roller braucht. Oder Frau Finanzglück nahezulegen sich von ihrer Weihnachts-Deko zu trennen. Groschen würden die Tränen aus Ihren großen Kulleraugen fließen, wenn ich ihr vorschlüge sich von der Hälfte ihrer Kuscheltiere zu trennen. Das hält mein väterliches Herz nicht aus.

Nein, ich brauche eine, oder besser mehrere, Minimalismus-Lösungen, die alltagstauglich und als Kompromiss für alle akzeptabel sind.

Daher habe ich mich auf die Dinge fokussiert, die ich selber kontrollieren kann.

Vom Schlüpfer bis zum ETF

Statt der einen großen Minimalismus-Lösung setze ich mehrere kleine um.

Wish-List

Um den Impulskäufen den Kampf anzusagen gibt es in der Finanzglück-Familie die Wish-List. Alle größeren Anschaffungen, die keine absolute Notwendigkeit darstellen oder dringend gebraucht werden, kommen hier erst mal rauf. Haben sie nach Wochen oder besser Monaten überlebt, dann kaufen wir. Aber meist werden die Dinge irgendwann klammheimlich auf dem weitläufigen Friedhof der Wish-List begraben. (Mehr zu unserer Wish-List findest Du hier).

Kleidung

Ich bin der Herr über meine Klamotten. Da redet mir keiner rein. Mein Kleiderschrank ist knapp gehalten und es gibt wenig Auswahl. Ich trage ein Paar Sneakers, ein Paar Arbeitsschuhe und habe ein Paar Laufschuhe. Darüber hinaus besitze ich mittlerweile nur noch eine Sorte schwarzer Socken (für die Arbeit), eine Sorte weißer Socken (für die Freizeit) und eine Sorte Boxer-Shorts. Davon jeweils ein Dutzend Exemplare. Auf der Arbeit trage ich immer den gleichen Anzug (mit zwei Hosen, die abwechselnd gereinigt werden). Und so weiter und so fort. Durch diesen Uniform-Ansatz á la Steve Jobs, Mark Zuckerberg oder Sergio Marchionne spare ich Zeit und reduziere unnötige Komplexität.

Informationen

Die Entscheidung eine News-Diät auszuprobieren und beizubehalten war eine der besten meines Lebens. (Wie genau ich News-Diät halte kannst Du hier nachlesen). Ich verzichte fast komplett auf Online-News, Tageszeitungen, morgendliche Newsletter und Soziale Medien. Meine Informationen beziehe ich aus wöchentlichen Publikationen wie dem Economist, Büchern und ab und an der Tagesschau oder dem Handelsblatt. Durch diesen Informations-Minimalismus habe ich unglaublich viel Zeit gewonnen, die ich sinnvoll nutzen kann. Ich bin auch deutlich konzentrierter, weil ich mich nicht mehr durch irrelevante News ablenken lasse.

Finanzen

Im Finanzglück-Haushalt fallen die Finanzen in meinen Verantwortungsbereich! (Staubsaugen übrigens auch…). Ich habe vor Jahren unserem unübersichtlichen Wust an Finanzprodukten den Kampf angesagt. Heute haben wir unsere Konten, unser Familien-Depot* und die Junior-Depots bei der comdirect vereint. Unsere Altersvorsorge besteht neben den Immobilien aus genau drei ETFs. Mein größter finanzieller Fehler läuft im Hintergrund immer noch mit. Auch bei den Versicherungen gehen wir minimalistisch vor und beschränken uns auf insgesamt vier Versicherungen. Das langt völlig.

Medien

Wir kaufen seit Jahren keine Bücher oder DVDs mehr. Dafür nutzen wir jetzt unsere renditestärkste Investition – den Bibliotheksausweiß. So habe ich Zugang zu einer riesigen Auswahl an Medien, ohne das nennenswerte Kosten entstehen oder ich mich Zuhause mit Büchern vollmülle, die ich eh nicht noch ein zweites Mal lesen würde. Vielleicht darf ich ja irgendwann auch noch mal den Schrank mit unseren alten Büchern ausmisten…

Geschenke

Kinder werden zugeschissen mit Geschenken. Ist ja alles gut gemeint, aber trotzdem türmen sich zu viele Spielzeuge in den Kinderzimmern unserer Nation. Wir haben halt zwei große Familien und man kann es den Verwandten auch nicht verübeln Gutes tun zu wollen. Um dieses „Problem“ in den Griff zu bekommen sind wir dazu übergegangen Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für die Lütschen zu moderieren. Lieber alle schmeißen zusammen und kaufen davon ein Bett, eine Spielküche oder ein Fahrrad, als wenn jeder etwas einzeln kauft. Das klappt bisher erstaunlich gut und hält den Spielzeugberg einigermaßen in Schach. Geldgeschenke, für das Junior-Depot, wären uns noch lieber, aber die lösen keine Begeisterungsstürme bei den Kleinen aus.

Freundschaft

Auch hier greift das Minimalismus-Prinzip. Ich muss erst mal rausfinden wer mir wirklich etwas bedeutet und mich darauf konzentrieren. Es ist besser einige wenige enge Freunde zu haben als viele Bekannte. Qualität geht vor Quantität. Tiefgreifende soziale Kontakte sind unser Lebensnektar. Alte Freundschaften sind robust und überstehen auch mal den Umzug in eine andere Stadt oder eine längere Pause. Es gibt eine Handvoll Menschen (abseits meiner Familie) bei denen ich unangekündigt auftauchen und einige Wochen auf der Couch übernachten könnte. Solch eine enge Bindung ist mit Gold nicht aufzuwiegen.

Fazit

Ob ich will oder nicht, in der Familie muss ich mich mit meinen Minimalismus-Ambitionen unterordnen.

Aber das ist ok.

Die Beispiele oben zeigen, dass es trotzdem klappen kann zumindest in einigen Bereichen das Leben zu entschlacken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Darum geht es. Auch wenn es dabei die verschiedenen Interessen innerhalb der Familie unter einen Hut zu bringen gilt.

Die oben genannten Punkte haben sich alle in den letzten Jahren entwickelt. Und das ist vielleicht auch die wichtigste Erkenntnis beim Thema Minimalismus. Es ist kein statischer Zustand, den Du irgendwann erreichst.

Vielmehr ist es eine Lebenseinstellung, die Dich dynamisch begleitet.

Du entscheidest welche Portion Minimalismus Dir guttut und wann es zu viel ist.

Einen habe ich aber noch…

Zum Abschluss möchte ich Dir noch ein schönes Minimalismus-Beispiel mit auf den Weg geben.

Während der Elternzeit im letzten Jahr haben wir uns einen fünfwöchigen Road-Trip durch die kanadischen Rockies gegönnt.

Es war zwar nicht ganz ein Rucksack-Urlaub, aber das Gepäck war schon arg eingeschränkt. Wir hatten wirklich nur das Nötigste dabei. Wenig Kleidung, kaum Spielzeug und auch nicht die üblichen Tüten mit Kram, die sonst bei Auto-Urlauben unsere treuen Begleiter sind.

Und was soll ich sagen? Es war nicht nur einer der schönsten Urlaube. Es war generell eine der schönsten Erfahrungen in meinem Leben. Von dieser Reise werde ich noch sehr lange zehren.  

Heiermann liebt Stockbrot!

Unser Spielzeug haben wir in den Wäldern gefunden. Statt Youtube-Videos mit kleinen Comic-Schweinchen zu schauen konnten wir richtige Bären und Elche beobachten. Unser Nachmittag und Abend spielte sich rund um das Lagerfeuer ab. Stundenlang haben wir mit Steinen am Ufer traumhafter Seen gespielt.

Wir haben uns einfach auf die wichtigen Dinge in unserem Leben konzentriert.

Zeit miteinander zu verbringen.

Naja, und ich halt noch darauf mir einen vernünftigen Bart wachsen zu lassen…

Und wir sind immer noch verheiratet…

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg dabei Deinen perfekten Minimalismus-Mix zu finden!

Wie stehst Du zum Thema Minimalismus? Hast du andere oder ähnliche Erfahrungen innerhalb Deiner Familie gemacht? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!


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16 Kommentare

  1. Hi Nico,

    Tolle „Analyse“…es ist einfach eine kontinuierliche Entwicklung und das Minimalismus Ziel ändert sich halt mit den Jahren, Interessen, Partner,… und dann sind Kompromisse unvermeidlich 😉

    Interessant, dass Du für den Kleiderschrank sehr ähnliche Ideen entwickelt hast wie ich. Ich habe zudem nur hellblau und weiß als Hemdenfarbe, Anzüge (jeweils mit 2 Hosen) und mein Paar Business Schuhe sind schwarz – kein Stress mit Farbkombinationen morgens!

    Für jedes neue Teil das in den Schrank kommt, muss was älteres raus. So gibts keine „heimliche Inflation“.

    Viele Grüße
    Thorsten

  2. Sehr schöner Einblick in die Praxis einer Familie.
    Wir sind leider noch nicht ganz so weit. Platz war ursprünglich satt vorhanden – mittlerweile wird es im Keller schon sehr voll. Wir haben immer mal wieder Aktionen, bei denen wir „ausmisten“. Jetzt da unsere Kinder groß sind, wird es gelingen, Ballast abzuwerfen.
    Das Auto ist bei Urlaubsstart schon viel leerer – Kinder fahren nicht mehr mit. Wir können jetzt mit Innenspiegel fahren ;))
    Wir kaufen auch so gut wie keine Bücher mehr – dem Bibliotheksausweis sei Dank – spart Geld und Platz ;).
    Auch richtig – jeder von uns hat Dinge, von denen er sich einfach nicht trennen kann – hängen oftmals Erinnerungen dran. Genutzt werden viele Sachen aber schon lange nicht mehr.

    Viele Grüße
    Finanzonkel

  3. Danke für die tollen Gedanken.
    Ich stehe mit meiner Familie erst ganz am Anfang. Aber bald soll es nach Neuseeland gehen. 1 Monat im Campervan mit der kleinen 😉 Wird sicher lustig und minimalistisch. Man muss sich auch was gönnen neben dem ganzen Sparen. Es bringt ja auch nichts, meinen Kindern mehrere Millionen Euro zu vererben, wenn sie bis dahin nur eine schreckliche Kindheit hatten.

    1. Hi Je Di,

      ich war mal mit zwei Freunden in Neuseeland – vor den Kindern. Auch 4 Wochen im Camper. Es wird Dir dort gefallen. Die ganze Welt vereint auf kleinem Raum. Fjorde wie in Norwegen, Gletscher wie in der Schweiz, Strände wie in Thailand, Weinanbaugebiete wie in Frankreich… Besonders die Südinsel war atemberaubend. Ich bin dort drei Tage lang (allein) den Kepler Track gelaufen. Eine meiner schönsten Wanderungen bisher! Nur der Flug dürfte heftig werden mit Kindern 🙂

      VG, Nico

  4. Hi.

    Witzig.
    Wir sind dieses Jahr auch nach Italien und mit unseren zwei Kids mit dem Volkswagen UP! TSI vom 52ten Breitengrad aus bis in die Toscana. 3.000km ohne Probleme. Unseren ollen 3er BMW Variant haben wir absichtlich stehen lassen, weil in den Kleinen einfach alles rein ging und man so in Italien viel weniger auffällt.

    Die Kids und wir Erwachsenen hatten jeweils eine große Softtasche mit Kleidung im Kofferaum. Farräder waren im Urlaubsortangebot mit dabei.
    Thats it.

    Die Kinder sind bei uns mit fast 10 und 7 Jahren nun in einem Alter, bei der der ganze Kinderwagen/Karre/Trailer Kram wieder vorbei ist.

    Wenn mich nördlich des Brenners mal ein BMW/Mercedes/AUDI mit Lichthupe gedisst hat, habe ich für Sekundenbruchteile entweder an unser deutlich siebenstelliges Aktiendepot gedacht oder daran, dass ich am Tag zuvor im Gym endlich die 165kg im Kreuzheben gemeistert zu haben.
    Ein andreres Mal kam auch die wohlige Erinnerung hoch, dass mich mein Sohn am Abend zuvor den besten Papa der Welt genannt hat und mich beim gemeinsamen Fussballspielen kumpelmäßig abgeklatscht. Unbezahlbar!

    Wenn die gestressten Leasingratenväter dann auf Fensterhöhe waren, hatte ich natürlich schon wieder den perfekten „Netter Vater im Kleinwagen“ -Blick aufgelegt.

    Ich will schliesslich niemandem den Urlaub versauen und jeder braucht mal ein Erfolgserlebnis 😉

    –> Schaff Dir Deine eigenen Ziele – Dann brauchst Du Dich nie mehr gegen Deine Mitmenschen zu messen.
    –> Minimalismus funktioniert auch mit Familie, nachdem die Kids aus dem Gröbsten raus sind.

    Schöne Woche und reinhauen!

    1. Moin Maschinist,

      na die drängelnden Leasingratenväter dürften hoffentlich nach der Grenze weniger geworden sein.

      Ich liebe die Toskana. Dort ist auch Finanzglück geboren als wir in der Elternzeit zu Heiermanns erstem Geburtstag mehrere Wochen auf einem Weingut bei San Gimignano verbracht haben. Bei Rotwein und Parmigiano sind damals die ersten Artikel entstanden. Traumhafte Ecke.

      Ich freue mich schon drauf irgendwann mal mit der Truppe im Kleinwagen in den Urlaub zu fahren! Kann ich mir noch nicht so wirklich vorstellen.

      Alles Gute, Nico

    2. Ich finde die Idee an sich super, fahre auch gerne meinen Smart als Hauptwagen. Für eine so lange Fahrt würde ich trotzdem wohl lieber einen Wagen mit etwas mehr Puffer im Falle eines Unfalles nehmen.

  5. Danke für diesen Artikel, Nico!

    Ich merke auch seitdem ich verheiratet bin, dass es schwieriger ist, minimalistisch zu leben. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das wird, wenn wir erst mal Kinder haben 😉 Und du hast Recht, es geht nur über Kompromisse. Obwohl meine Frau durchaus auch offen für etwas mehr Minimalismus ist 🙂

    Wollte auch noch mal betonen, was du über Erfahrungen geschrieben hast. Die machen einfach viel glücklicher (dauerhaft) als irgendwelche tollen Produkte, die du dir kaufst. Kennst du das Buch „Happy Money“? Das ist zu dem Thema richtig top!

    Ich habe hier mal die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Buch zusammengefasst: https://finanziellfit.de/so-macht-geld-gluecklich/

    Danke auch für die wertvollen Tipps am Ende des Artikels. Das mit der News-Diät versuche ich auch, das hilft wirklich!

    Schöne Grüße,
    Carsten

  6. Vielen Dank für Deinen Artikel. Schön, dass du meine wirren Gedanken strukturiert verbalisiert hast. Seit 6 Monaten bin ich Vater. Ich habe mal wieder viel gelernt. Kürzlich ist meine Frau zu ihrer 750km entfernen Familie gefahren, ich (geplant waren 3 Tage) mit dem Rennrad hinterher. Nachdem ich schon eine Lenkertasche und eine Rahmentasche ans Rad geschraubt hatte, habe ich beschlossen nur eine Powerbank einzustecken. That’s it. Während der Fahrt habe ich mir ständig Gedanken über Minimalismus mit der Familie gemacht ohne wirklich eine befriedigende Antwort für mich zu finden.

    Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass einer deiner Artikel mich deutlich weiter gebracht hat (der andere Artikel hat mich dazu bewogen meinen Job zu kündigen und mich selbst zu verwirklichen).
    Weitermachen

    1. Moin Ironman,

      Einen schöneren Kommentar hätte ich mir ja gar nicht wünschen können!
      Zwei Fragen hätte ich:
      • Welcher Artikel war das?
      • Wie hast Du 750km mit dem Fahrrad zurückgelegt ohne Klamotten?

      VG, nico

      1. Der andere Artikel war, als
        Du die Hosen runter gelassen hast mit deinen Finanzen. Ich war bisher stets für meine Verhältnisse sparsam, habe von meinen Eltern schon vor deren Ableben einen Teil des Erbes vorzeitig bekommen und habe jeden Euro in Immobilien investiert. Begonnen habe ich damit 2012. Nachdem du deine Rechnung aufgeschrieben hast, habe ich festgestellt, dass ich bereits so gut wie ausgesorgt habe. Ein Gedanke, den ich vorher nie zugelassen habe, da ich eher konservativ rechne. Kurze Zeit später habe ich meinen Job an den Nagel gehängt und bin Immobilieninvestor geworden.

        Die letzten Wochen hatten wir ja täglich super Wetter. Ich hatte nur meine Fahrradklamotten an. Abends im Hotel habe ich dann meine Sachen gewaschen und hatte im Zimmer einen Bademantel.

  7. Mich inspiriert der Minimalismus, weil ich sehr unordentlich bin. Ausmisten ist da die einzige Möglichkeit, meinen inneren Messie zu bekämpfen. Ich neige zum Glück nicht zu Hamsterkäufen, habe aber trotzdem Probleme Sachen wegzuwerfen. Mir hat es geholfen, dass ich nun von allem vorher Fotos mache. Alte Mietverträge, unnütze Geschenke etc. landen so endlich im Müll. Funktionierende Dinge verschenke ich, das hilft auch.

  8. Ich finde den Minimalismus auch mehr als Inspiration. Bin aktuell sehr weit weg von den extremen Minimalisten. Jedoch wird es immer weniger Kram hier und Ich beschränke mich auf das was Ich brauche. Dinge die älter mehr als ein Jahr nicht genutzt wurden, sind dann auch schnell weg.

    Obwohl Ich da beim Materialismus nicht bei den Gegenständen aufhöre. Auch bei Projekten und ähnlich muss ich dadurch grade gezwungen mehr oder weniger etwas aufgeben. Jedoch um für mich wichtigere Sachen nach Vorne zu bringen. Das fällt zwar nicht immer leicht. Jedoch tut es danach schon sehr gut.

    Zumindest ist bei mir der Partner etwas angesteckt und fängt grade auch an mal seinen Kleiderschrank etwas zu minimieren. In der Familie gibt es also gleichgesinnte. Auch wenn es nicht die Familie mit dem selben Blut ist. Die sind immer noch mehr Sammler.

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