Vanguard ist da! In diese drei ETFs investiere ich mein Erspartes

Vanguard

Am 26. Oktober 2017 freute ich mich wie ein Schneekönig!

Und das hatte einen ganz bestimmten Grund.

Gab es Tante Kirstens Grünkohl mit Pinkel zu Mittag?

Nein, leider nicht.

Hatte Heiermann endlich gecheckt, dass Töpfchen cooler ist als Windel?

Auch das nicht… leider…

Gab es eine Pressemitteilung der Deutschen Börse, in der Vanguard als neuer ETF-Emittent begrüßt wurde?

Bingo!

Ich kann Deine Gedanken lesen: Du verdrehst innerlich die Augen, dass mich die Nachricht über einen popligen ETF-Anbieter so in Wallungen bringt…

Aber nicht so schnell.

Auch Du solltest bei dieser Pressemitteilung in Verzückung geraten.

In diesem Beitrag erkläre ich Dir, was es mit Vanguard auf sich hat, warum John Bogle mein persönlicher Held ist und was Du von den Bogleheads über den Vermögensaufbau lernen kannst.

Aber damit nicht genug. Denn heute bekommst Du das volle Paket.

Nach dem Warm-up teile ich mit Dir:

  • Meine Investment-Philosophie
  • Meine vier ausschlaggebenden Kriterien zur ETF-Auswahl
  • Die Gewichtung meiner ausgewählten Indizes; und zu guter Letzt
  • (Achtung: Weltpremiere!) Ganz konkret in welchen ETFs unser Finanzglück-Vermögen schlummert.

Und so viel schon mal vorneweg: Zwei Vanguard-ETFs werden hier in Zukunft eine gewichtige Rolle spielen.

Mehr geht nicht. Also, schnall Dich an. Wir starten.

Vanguard – Die Vorhut

Wir schreiben das Jahr 1975. Ein gewisser John Clifton Bogle, Princeton Graduate und aufstrebender Investment Banker, kommt nach intensiver Recherche zu einem verblüffenden Ergebnis:

Kaum ein Fonds schlägt nach Abzug der Kosten seinen Vergleichsindex.

Warum also nicht lieber einen günstigen Fonds erschaffen, der möglichst genau den Index abbildet, statt zu versuchen den Index zu schlagen und dabei hohe Kosten zu verursachen?

Die Idee des Indexfonds war geboren.

Bogle gründete die Investmentgesellschaft Vanguard Group und leitete die Firma über 20 Jahre lang bis er gesundheitlich kürzer treten musste. In dieser Zeit machte er, trotz massivem Gegenwind, fast im Alleingang den Indexfonds salonfähig. Später trat dann auch das börsengehandelte ETF-Schwesterchen seinen Siegeszug an.

Der Robin Hood unter den Investment-Legenden

VanguardJohn Bogle ist mein persönlicher Held.

Gemeinsam mit den Investment-Legenden Warren Buffett, Peter Lynch und George Soros gehört Bogle zu den „Four Giants of the 20th Century“-Investoren (gemäß Fortune Magazine).

Aber Bogle unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von den anderen Brüdern.

Buffett, Lynch und Soros werden dafür bewundert, wie sie durch pfiffige Investmententscheidungen unglaublich viel Geld verdient haben. Sie gehören zu den reichsten Menschen der Welt.

John Bogle dagegen ist mit seinem zweistelligen Millionen-Vermögen der Hungerleider in der Truppe. Und das obwohl er mit Vanguard, bei derzeit 4,7 Billionen (!) Anlagevermögen, den zweitgrößten Vermögensverwalter der Welt geschaffen hat.

Warum ist dann das Geldbeutelchen vom guten John nicht praller?

Weil ihm die Firma nicht gehört. Vanguard Group ist eine Art Genossenschaft, in der die Anteile letztendlich den Fondsanlegern selber gehören. Statt also Gewinne an Investoren auszuschütten, werden diese direkt an den Fondsanleger zurückgegeben, indem die Gebühren immer weiter gesenkt werden.

Das macht Vanguard so einzigartig. Bogle hat es geschafft den mächtigen Interessenskonflikt anderer Fondsmanagern zu brechen. Vanguard arbeitet voll und ganz im Interesse der Anleger. Und genau aus diesem Grund ist John Bogle für mich der wahre Held der Investment-Branche.

Vanguard’s Indexfonds und ETFs sind die günstigsten der Welt. Damit wirken sie disziplinierend auf die ganze Branche und zwingen auch die anderen Anbieter ständig ihre Kostenstruktur zu optimieren und die Gebühren zu senken.

Auch in Dir steckt ein kleiner Boglehead

Ich bin mit meiner Bewunderung übrigens nicht alleine.

John Bogles Anhänger sind zahlreich und gut organisiert. Die wohl schlagkräftigste Truppe dürften die Bogleheads sein.

In dem Forum der Boglehead-Community hatte ich mich früher öfters rumgetrieben. Das Leitmotiv lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen:

The Bogleheads emphasize starting early, living below one’s means, regular saving, broad diversification, simplicity, and sticking to one’s investment plan regardless of market conditions.

So baut man langfristig Vermögen auf. Hätte ich nicht schöner sagen können.

Der Schock saß tief

Vor einigen Jahren endete mein persönlicher Geldanlage-Leidensweg. Nach diversen schlechten Erfahrungen beschloss ich schließlich, dass ein breitgefächertes ETF-Portfolio (neben Immobilien) mein bester Weg zum Vermögensaufbau ist. Ich habe nie wieder zurückgeschaut.

Nur musste ich damals zu meinem Entsetzen feststellen, dass Vanguard-ETFs nicht an deutschen Börsen handelbar waren. Zwar gab es ein breites Angebot von ETF-Anbietern, aber der Rockstar der Branche machte auf seiner Tournee leider nicht bei uns halt.

Daher musste ich mich bis auf weiteres mit Second-Best Lösungen zufrieden geben. Enttäuschend, aber nicht das Ende der Welt. Das Finanzglück-Vermögen akkumulierte von da an in iShares-ETFs.

Aber das hat sich jetzt geändert.

Verpennt und faul

Gleich werde ich Dir berichten in welche ETFs ich bisher investiert habe und in welche ETFs in Zukunft unser Geld fließen wird.

Davor möchte ich Dir aber noch kurz erklären warum ich in diese ETFs investiere. Denn die eigentliche Produktauswahl ist der allerletzte Schritt – und wohl auch der unwichtigste – in der ganzen Kette.

Meine Investment-Philosophie, wenn man sie denn so nennen kann, basiert auf vier Erkenntnissen:

Ich möchte nachts gut schlafen – Keine wilden Sachen. Eine breite Diversifikation ist das Ziel der Veranstaltung.

Ich bin faul – Ich will mich möglichst wenig um meine Aktienmarktinvestitionen kümmern. Der Laden muss weitestgehend von alleine laufen.

Ich bin sparsam, aber nicht geizig – Meine Aktienmarktinvestitionen müssen günstig sein, wobei ich sie aber nicht auf den letzten Cent optimiere.

Ich kann kein Market Timing – Den richtigen Kauf- und Verkaufszeitpunkt zu finden funktioniert nicht, zumindest für mich. Also bin ich immer voll investiert. Komme was wolle.

Vor diesem Hintergrund sind kostengünstige ETFs, die ständig nachgekauft werden, für mich das Maß der Dinge.

Aber ETF ist nicht gleich ETF.

Wie wähle ich aus dem großen Sumpf an Produkten meine Traumprinzen aus?

Aller guten Dinge sind wieder vier

Diese vier Kriterien sind für mich ausschlaggebend:

  • Fondsgröße: Es muss schon ordentlich Wumms dahinter sein – sonst besteht die Gefahr, dass der ETF irgendwann dicht gemacht wird und ich zwangsweise verkaufen muss.
  • Ausschüttend: Ich will in ein paar Jahren von den Dividenden leben. Regelmäßige Ausschüttungen sind eine riesige Motivation – nicht nur für mich, sondern vor allem auch für Frau Finanzglück.
  • Replizierend: Was draufsteht soll drin sein. So ein durchgeswapter ETF birgt systematische Risiken, die ich nicht vollständig verstehe. Je einfacher, desto besser.
  • Billig: Wenn die oberen drei Punkte erfüllt sind, dann schaue ich nach dem Preis. Der ETF mit dem niedrigsten TER (Total Expense Ratio) gewinnt mein Herz.

So, jetzt haben wir schon die Philosophie und die Auswahlkriterien der ETFs festgelegt. Wir kommen der Sache näher.

Jetzt müssen wir noch den richtigen Index finden.

Meine Maße: 40-30-30

Hier fasse ich mich kurz (und hier lang).

Auf die gleich folgende Gewichtung der Indizes habe ich mich festgelegt. Das ziehe ich jetzt auch so durch. Es ist wichtiger stur bei einer einmal festgelegten Indexstrategie zu bleiben, als ständig neu an der Zusammensetzung rumzufummeln.

Here we go:

40% – Industrieländer / Unternehmen mit höchster Marktkapitalisierung (z.B. MSCI World)

30% – Schwellenländer / Unternehmen mit höchster Marktkapitalisierung (z.B. MSCI Emerging Markets)

30% – Eurozone / Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung (z.B. Euro Stoxx Small)

Mit dieser Zusammensetzung bin ich glücklich.

Bei jeder neuen Investition – also so ca. 3-4 Mal pro Jahr – kaufe ich die Positionen nach, die prozentual an Gewichtung verloren haben.

Wie heißt es so schön: Ich re-balance!

Jetzt gibt es Butter bei die Fische

Die Strategie ist festgelegt, die Kriterien definiert und die Indizes und deren Gewichtung ausgewählt.

Jetzt fehlt nur noch das Produkt an sich.

In folgende drei ETFs hatte ich bis vor kurzem unser gesamtes Aktienmarktkapital investiert:

  • iShares MSCI World UCITS ETF – 0,5% TER
  • iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF – 0,75% TER
  • iShares EURO STOXX Small UCITS ETF – 0,4% TER

Diese drei ETFs hatten alle meine Kriterien erfüllt.

Sie haben ein großes Anlagevolumen, sind (weitestgehend) replizierend und schütten Dividenden aus. Aber sind sie auch billig? Hier ist sicher noch Luft.

Aber dieses Problem dürfte sich bald legen.

Vanguard bietet jetzt in Deutschland eine Handvoll Aktien-ETFs an.

Bei der comdirect, der Direktbank meines Vertrauens, kann man  auch per Sparplan in Vanguard-ETFs investieren. Bei der comdirect haben wir nicht nur unsere Konten, sondern auch unser Depot*. Die Kostentransparenz, der gute Service und die saubere steuerliche Aufarbeitung machen für mich den Unterschied. Die Junior-Depots * unserer Lütschen laufen ebenfalls bei der comdirect (natürlich auch mit einem Vanguard-ETF – mehr dazu hier).

Bei Vanguard-ETFs gibt es ein paar kleine Unterschiede zu anderen Anbietern, wie z.B. iShares. Dazu zählt unter anderem die Nutzung eines unterschiedlichen Index-Anbieters. Vanguard arbeitet nämlich mit FTSE zusammen und nicht mit MSCI.

Letzteres ist mir ziemlich wurscht. Ob jetzt Südkorea als Industrieland gilt (FTSE) oder doch noch als Schwellenland dahindümpelt (MSCI) macht den Kohl nicht fett. Mit der dritten Nachkommastelle möchte ich mich nicht beschäftigen.

Wenn es einen vergleichbaren Index zu meinen drei Traumprinzen oben gibt, dann bin ich am Start.

Gleiches Produkt, ein Drittel der Kosten

Und tatsächlich: Die gibt es.

Zumindest bei zweien der drei ETFs. Für den MSCI World und den MSCI Emerging Markets gibt es ein FTSE Äquivalent, das Vanguard in Deutschland als ETF anbietet.

Beide ETFs sind voll replizierend, ausschüttend und unschlagbar günstig. Die Größe der Fonds ist jetzt schon akzeptabel, wird in Zukunft aber noch wachsen.

Passt wie Arsch auf Eimer!

Das Bild wandelt sich wie folgt:

Vorher Nachher
iShares MSCI World UCITS ETF 0,5% TER Vanguard FTSE Developed World UCITS ETF 0,18% TER
iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF 0,75% TER Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF 0,25% TER

Plötzlich reden wir über ein Drittel der Kosten – bei fast identischem Produkt.

Und genau das ist der Grund warum ich mich über die Ankunft von Vanguard so gefreut habe.

Leider gibt es für meinen Euro Small Cap-Index noch keine passende Vanguard Alternative. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Doch ein Problem bleibt…

Aber eine knifflige Frage gilt es noch zu beantworten.

Soll ich mein Portfolio jetzt komplett auf Vanguard umschichten um auch für das bereits investierte Geld von den geringeren Gebühren zu profitieren? Oder doch lieber die alten ETFs im Bestand halten, um so hohe Steuern zu vermeiden, die bei einem Verkauf anfallen würden?

Darüber habe ich mir wirklich den Kopf zerbrochen. Letztendlich hat Excel geholfen.

Der Kostenunterschied ist ja schön und gut – holt aber nicht die anfallenden Kosten bei einem derzeitigen Verkauf wieder rein. Ich plane meine ETFs sehr lange zu halten. Je länger ich die (Verkaufs-) Steuern stunde, desto besser.

Und außerdem gibt es noch einen Effekt, der dafür spricht, die iShares ETFs zu halten. Ob sie wollen oder nicht, jetzt müssen alle Anbieter mit den Kosten runter, um nicht Gefahr zu laufen in der Versenkung zu verschwinden. Bei Fonds wirken Skaleneffekte besonders stark, da die meisten Kosten fix sind. Size matters. Kleine ETFs werden geschlossen oder mit anderen zusammengeschlossen.

Auch iShares wird die Kosten ihrer ETFs senken. Und davon werde ich direkt profitieren.

Sollten im nächsten Jahr die Märkte kollabieren, dann würde ich mir eine komplette Umschichtung noch mal überlegen. So wie die Lage im Moment aussieht bleiben die alten ETFs erst mal wo sie sind.

Fazit

Endlich, endlich sind Vanguard-ETFs nun auch in Deutschland handelbar. Ich habe letzte Woche meine ersten Käufe getätigt. Es war ein schönes Gefühl.

Ob jetzt Vanguard ETFs etwas für Dich sind oder nicht – als ETF-Investor wirst Du so oder so profitieren. Alleine die bloße Präsenz erzeugt einen gewaltigen Konkurrenzdruck unter den Anbietern.

Wir werden die Verwaltungsgebühren weiter purzeln sehen. Da bin ich mir sicher.

John Clifton Bogle – Ich danke Dir!

Kannst Du Dir auch vorstellen in Vanguard-ETFs zu investieren? Oder gibt es gute Gründe genau dies nicht zu tun? Wie setzt sich Dein ETF-Portfolio zusammen? Ich bin schon gespannt auf Deinen Kommentar!


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85 Kommentare

  1. Was heisse denn „Fondsgröße: Es muss schon ordentlich Wumms dahinter sei“ genau? Ist für mich so ei Du es geschrieben hast ein unbrauchbares Kriterium.

    1. Moin Peter,

      warum ist das Kriterium unbrauchbar? Es sollte für Dich schon wichtig sein, ob es eventuell zu einer Schließung Deines ETFs kommt weil die Größe zu weit schrumpft. Wo Du Deine Grenze setzt – ob bei 50 Mio, 500 Mio oder 10 Mrd Euro – bleibt Dir überlassen. Ich gebe Dir in diesem Beitrag (und generell auf Finanzglück) keine Empfehlung worin Du genau investieren solltest. Ich teile nur meine Gedanken hinter meinen eigenen Investitionen. Den Rest kriegst Du dann schon selber hin.

      VG, Nico

        1. Sehe ich auchso. Anders bei aktiv gemanageten Fonds. Aber nicht bei ETFs, die nur einen Index nachbilden. Sollte ich da was falsch sehen, bitte ich dies zu korrigieren.

        2. Hmm, und warum seht Ihr das so? So ganz ohne jede Begründung fällt es schwer zu argumentieren.

          Ich dachte bislang auch, dass die Größe ein wichtiges Kriterium ist:

          * Ist es nicht so, dass die Liquidität des ETFs vor allem durch die Liquidität der zu Grunde liegenden Aktien (bzw. Anleihen, etc.) bestimmt wird? Ist es nicht so, dass es überhaupt keinen ETF-Verkäufer geben muss, wenn ich ETF-Anteile kaufen möchte? Oder habe ich den Creation/Redemption-Prozess (http://bit.ly/2CXq6ww) der Market Maker bislang falsch verstanden? Wenn ich richtig liege, sollte doch die Liquidität jedes MSCI-World-ETFs quasi die gleiche sein.

          * Ist es nicht so, dass KAGs (wie Comstage oder Ishares) einen ETF nur dann betreiben, wenn sich der Aufwand auch lohnt? Ist es nicht so, dass die anfallenden Grundkosten für einen ETF mit geringem Fondsvolumen einen höheren Anteil einnehmen als bei einem größeren ETF? Bleibt bei den KAGs bei den Winz-ETFs nicht weniger Gewinn, sofern sie die TER niedrig belassen wollen oder aber sie müssen die TER erhöhen, um einen ausreichend hohen Gewinn zu erzielen? Ist das nicht der Grund, weshalb ETFs dann geschlossen/mit anderen ETFs fusioniert werden und der Anleger somit ggf. aktiv werden muss?

          Bitte klärt mich auf – wo ist mein Denkfehler?

          Liebe Grüße
          Dummerchen

  2. Hi Nico!

    Da ich mir für 2018 „Kosten optimieren“ auf die Agenda gesetzt habe, kommt dein Artikel gerade zum richtigen Zeitpunkt. Auch ich bin, unabhängig von dir, zu dem Schluss gekommen, dass ein Umschichten zum aktuellen Zeitpunkt mit hohen Steuerkosten verbunden ist, die sich äußerst langsam amortisieren. Daher scheidet Umschichten für mich aus.

    Nun stehe ich vor der Entscheidung, ob ich die beiden Vanguard ETFs ins Portfolio aufnehme.

    Siehst du darin weitere Nachteile, abgesehen vom erhöhten operativen Aufwand?

    Viele Grüße
    Jan

    1. Hi ETF Sparer,

      ich kann keine weiteren Nachteile erkennen. Generell vertraue ich Vanguard aufgrund der Gesellschafterstruktur (und Historie) mehr als den anderen Fondsgesellschaften. Wenn es also bisher unbekannte Risiken gibt dann würde ich mich bei Vanguard sicherer fühlen als zum Beispiel Blackrock.

      Ich bin generell ein großer Freund von simplen Strukturen. Die Tatsache, dass ich jetzt 5 Fonds statt 3 habe widerspricht mir irgendwo. Allerdings hat es auch Vorteile. Wenn ich mich irgendwann zum Verkauf entschließen sollte, dann hätte dies bei den verschiedenen ETFs steuerlich eine andere Auswirkung – sprich beim Verkauf der Vanguard ETFs würden weniger Steuern auf den Gewinn anfallen, da sie die vorangegangenen Gewinnsteigerungen nicht mitgenommen hatten.

      VG, Nico

  3. Hi Nico, Vanguard ETFs sind tatsächlich genial! Ein Vanguard ETF auf den S&P 500 oder auf den US Total Stock Market hat gerade Mal eine TER von 0,04% p.a. Genau diese ETFs scheinen aber nach wie vor noch nicht in Deutschland handelbar zu sein.

    Sich ganz auf die TER verlassen sollte man aber auch nicht, denn darin nicht enthalten sind z.B. Kosten für die Neugewichtung der einzelnen Positionen innerhalb des ETFs, Swap-Gebühren, Erträge aus Wertpapierleihgeschäften, usw. Deswegen werfe ich gerne einen Blick auf die Tracking Differenz zum Index, die genau solche Kosten mit abdeckt. justetf hatte hierzu einen recht guten Artikel mit dem Titel „Die tatsächlichen Kosten eines ETFs“, falls du ihn verlinken möchtest.

    Gruß, Wolfgang

    1. Hi Wolfgang,

      den Artikel von JustETF „Die tatsächlichen Kosten eines ETFs“ verlinke ich gerne.

      Die extrem günstigen Vanguard ETFs von denen Du sprichst gibt es jetzt aber auch bei uns wenn ich mich nicht irre. Der Vanguard S&P 500 UCITS ETF hat eine TER von0,07%.

      Aber ganz ehrlich: Bei einer TER 0,25% und drunter spreche ich schon von umsonst, kostenlos, umme. Ob es von diesem Leven noch ein paar Basispunkte runtergeht hat langfristig keinen Einfluss auf Deinen Vermögensaufbau.

      VG, nico

    2. Das alte Portfolio kann man schön mit diesem neuen Tool hier durchleuchten:
      http://www.trackingdifferences.com/Portfolio/Finanzglueck-Portfolio-alt/IE00B02KXM00:60000,IE00B0M63177:60000,IE00B0M62Q58:80000?SimilarIndexFilter=similarIndex
      Ich habe jetzt mal 200.000 EUR Depotwert angenommen, ist in der Realität sicher mehr.
      Der TD-Optimierer schlägt genau das vor, was Nico gemacht hat. Nämlich den World- und den EM-ETF durch Vanguard-Modelle zu ersetzen.
      Spart bei diesem Depotvolumen schon ca. 50 EUR pro Monat!

      Ich stimme nicht zu, dass 0,25% nicht relevant sind. Wir FIRE-Leute streben doch Portfolios im Bereich von 500k aufwärts an. Da sind 0,25% schon über 1000 EUR. Beim Millionenportfolio, was man ja braucht um ein aktives Einkommen komfortabel zu ersetzen, sind es über 200 EUR pro Monat, die man spart. Vom Effekt des Compoundings (gibt es ein deutsches Wort, es geht ja nicht um den Zinseszins, da die Erträge keine Zinsen sind?) ganz zu schweigen.

      Für Anfänger mit einem kleinen Portfolio ist es aber wichtiger anzufangen als sich wegen 0,25% den Kopf zu zerbrechen!

      Keep up the good work! Jan

  4. Nur zur Info: Der FTSE All-World ist das Pendant zum MSCI ACWI, also mit ca. 10% Schwellenländern drin.
    Wenn du ein Äquivalent zum MSCI World suchst, dann wäre der FTSE Developed World der richtige.

  5. Hallo Nico,

    „Plötzlich reden wir über ein Drittel der Kosten – bei fast identischem Produkt.“

    man merkt, dass wir zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlichen Produkten ins Thema „Aktien-Fonds“ eingestiegen sind. Unsere „Anker“ (so nennt man das wohl in der Psychologie) sind einfach andere. Mein erster Fonds, für den ich Feuer und Flamme war, hatte eine TER von fast 2%(!) – es war vor über fünfzehn Jahren ein aktiv gemanagter Fonds. Nach der Umstellung auf ETFs beträgt meine Durchschnitts-TER heute knapp unter 0,4%. Das sind über 1,5% Kostenersparnis.

    Bei Deiner Optimierung holst Du noch 0,4% für Dich raus. Ja, klar. Da freut man sich. Ein echter Meilenstein der Geldanlage ist das aber nicht mehr. Wer bislang nur in ETFs investiert hat, freut sich über 66% (so verkauft man das 😉 !!) Kostenersparnis natürlich. Aus meinem Blickwinkel mit meinem mentalen Anker von 2% ist das nur noch „Kleinkrams“. Der Schritt von aktiven Fonds zu ETFs ist der echte Schritt auf die Kostenbremse – alles was danach kommt nur noch homöopathische Trippelschrittchen.

    Ich hoffe übrigens auch darauf, dass die Kosten der anderen Anbieter noch weiter sinken werden. Auf meinen Anbieter üben die beiden aufgelisteten ETFs allerdings kaum Druck aus. Die swapbasierten Comstage-Pendants sind schon seit Jahren auf diesem Preisniveau, passen allerdings nicht in Dein Anforderungsschema.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    1. Moin Dummerchen,

      das stimmt, vieles ist jetzt noch Kosmetik. Aber eine Ersparnis von 0,4% hat wohl noch einen Einfluss. Es ist ein größerer Sprung. Für mich ist jetzt das Ende der Fahnenstange erreicht. Ob es noch 0,1% runtergeht oder nicht ist mir ehrlich gesagt egal.

      Es würde mich wirklich verwundern, wenn solch eine Preisattacke keine Reaktion auslösen würde. Wenn die anderen nicht nachziehen wird Vanguard bald den Markt beherrschen (werden sie wahrscheinlich auch so). Deine Swapper sind da eher Apfel und Birnen Vergleich – aber auch da wird sich comstage bewegen müssen, weil der gute alte Dummerchen sonst nächstes Jahr nur noch Replizierer kauft – oder?

      VG, nico

      1. Hi Nico,

        ja klar, das ist ein Vergleich von ETFs mit unterschiedlichen Replikationsmethoden. Wertpapierleihe, Swaps – alles Dinge, die irgendwie ein gewisses Risiko bergen. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, was er kritisch findet.

        Aber warum kauft Dummerchen nächstes Jahr nur noch Replizierer? Und warum muss sich Comstage bewegen? Vielleicht stehe ich gerade auf dem Schlauch, aber ich erkenne gerade den Zusammenhang nicht… Hilf mir bitte runter!

        LG vom guten(?) (ur-)alten
        Dummerchen

      2. Wenn comstage nicht die Gebühren senkst dann gehst Du zur Konkurrenz (und kaufst Vanguard, daher Replizierer)… drei Mal um die Ecke gedacht und macht beim zweiten Lesen auch nicht mehr so viel Sinn… 🙂

  6. Hmmm.

    Deine ishare ETFs sind ja schon eine Weile auf dem Markt und haben (auch verglichen mit der anderen Konkurrenz) hohe TER. Hast du denn geprüft ob es in all den Jahren tatsächlich mal eine Senkung der TER bei dieses ETFs gab oder ist das Wunschdenken von dir? Vielleicht kassieren sie ja einfach weiter die Bestandskunden ab, die, wie du, aus unterschiedlichsten Gründen eine hohe Wechsel-Trägheit haben? Neukunden können sie ja trotzdem mit den ähnlichen Core ETFs anlocken, bei denen sie tatsächlich Kostensenkungen durchgeführt haben.

    TER ist ja außerdem nur die halbe Wahrheit. Entscheidend ist nicht was man hineinsteckt (TER), sondern was man hinausbekommt (Tracking Differenz zum Index). Und die Korrelation dazwischen ist eher mäßig, da es noch einige andere Faktoren gibt. Daher finde ich es wenig zielführend hier die TERs so herauszustellen. Wenn es danach ginge, müsstest du schon länger ähnliche Lobeshymnen auf den HSBC MSCI World mit 0,15% TER singen und den Vanguard links liegen lassen.

    Der FTSE All-World ist auch nicht wie hier gegenübergestellt das Pendant zum MSCI World, sondern das wäre der FSTE Developed World (die angegebene TER passt dagegen eher zum letzteren…). Ich vermute, den Vanguard Developed World verschmähst du aber wegen der relativ kleinen Größe? Deine Zielgewichtung kannst du mit dem FTSE All-World natürlich genauso einstellen, mit leicht anderer Verteilung zwischen den ETFs.

    Apropos Zielgewichtung. Ich finde es ja ganz interessant, dass du deine Investment-Philosophie als agnostisch / maximal diversifiziert / faul darstellst, aber dann doch für eine 3 ETF-Lösung höhere Kosten und Aufwand (und nach meiner Meinung Risiken, siehe weiter unten) in Kauf nimmst, anstatt die nach der Philosophie naheliegende Lösung umzusetzen: 1 ETF weltweit nach Marktkapitalisierung und fertig (Vanguard FTSE All-World würde alle deine Kriterien erfüllen). Du hast ja da offenbar doch ganz konkrete Rendite-Mehreerwartungen mit einer eigenen Strategie. Die solltest du vielleicht deinen Lesern näher begründen (falls noch nicht geschehen, kenne nur einige deiner Artikel), denn in diesem Artikel (und auch in dem verlinkten) sticht die Gewichtung als willkürlich heraus.

    Neben den 30% Emerging Markets ist auch 30% Small Caps eine deutliche Übergewichtung, und dann auch noch nur auf eine Region beschränkt?
    Die FTSE Indizes decken übrigens schon etwa die obere Hälfte der Small Caps (nach MSCI Definition) ab (da 90-95% der oberen Marktkapitalisierung gegenüber 85%). Die Kombination von FTSE All-World mit einem MSCI Europe SC würde wegen der Überlappung einen Teil der europäischen Small Caps noch stärker als bisher übergewichten. Aber einen ETF auf den MSCI Europe SC hast du ja gar nicht ausgewählt, sondern einen auf den EURO STOXX Small, dessen Aufbau ich nicht näher kenne. Was mir aber auffällt ist, dass der MSCI Europe SC über 900 Unternehmen abbildet, während der EURO STOXX Small dagegen gerade mal auf gut 90 (!) innerhalb der Euro-Zone (statt Europa) kommt. Ich hoffe diese Konzentration auf so wenige Unternehmen im gleichen Währungsraum ist dir bewusst. 90 kleine Unternehmen können auch mal schnell in Trubel geraten, wenn die verdrängte Eurokrise zurückschlagen sollte. Womit genau haben diese 90 Unternehmen 30% deines Geldes verdient? Gemäß deines Kommentars unter dem verlinkten Artikel:
    https://finanzglueck.de/wie-ich-investiere/#comment-106
    weil es zufällig nur dafür einen SC ETF gibt, der all deinen sonstigen Kriterien erfüllt? Da handelst du nach meiner Meinung auffällig gegen deine Prinzipien, u.a. dass „die eigentliche Produktauswahl nur der allerletzte und unwichtigste Schritt“ (sinngemäßes Zitat) wäre.
    Zum Vergleich: der MSCI World SC hätte über 4200 Unternehmen verteilt über alle Industrieländer, aber der einzige ETF darauf wäre halt thesaurierend.

    Osmium

    1. Moin Osmium,

      besten Dank für den ausführlichen Kommentar. Du hast Dir wirklich Gedanken gemacht. Das weiß ich zu schätzen.

      Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass iShares nicht bei den Kosten nachzieht. Der Unterschied zu den Vanguard Fonds ist einfach zu groß. So etwas hat es in den letzten Jahren noch nicht gegeben. Wenn sie es nicht tun, wird wohl kaum noch jemand dort sein Geld investieren. Das gilt für deren Flagship ETFs auf den MSCI World und EM. Bei eher Nischenfonds ohne direkte Vanguard Konkurrenz dürfte der Effekt wohl später und weniger eintreten.

      Zur genauen Zusammensetzung und Gewichtung der Indizes kann ich Dir nicht mehr sagen. Da muss jeder selbst schauen womit er oder sie glücklich ist. Für den einen ist ein einziger ETF auf den FTSE All-World das richtige, für den anderen ein Weltportfolio bestehend aus 10 verschiedenen ETFS. Alles eine Frage des Geschmacks und der Einstellung. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Ich kann nur sagen, dass ich mit meiner Aufteilung zufrieden bin.

      Magst Du denn die Aufstellung Deines ETF-Portfolios mit uns teilen? Ich bin mir sicher wir können viel daraus lernen.

      VG, Nico

      1. Den großen Preissturz durch Vanguard sehe ich nicht. Ähnlich gute ETFs gab es auf die meisten Märkte bisher auch schon. Und die Konkurrenz zwischen Vanguard und BlackRock gibt es auch schon lange, nicht erst seit Vanguard auf dem Nischenmarkt Deutschland angekommen ist. Die Kosten gehen ja eigentlich fortwährend nach unten, ishares hatte ja auch schon mit den Core ETFs darauf deutlich reagiert. Die meisten deutschen ETF-Privatanleger werden Vanguard sowieso erstmal ignorieren solange die Banken nicht mit Sparplan-Möglichkeiten nachgezogen sind.

        Aus meinem ETF-Portfolio lässt sich nicht viel lernen. Bisher war es ein MSCI World, den ich zum Jahreswechsel gegen den Vanguard FTSE All-World austauschen werde. That’s it.
        Ich kann mir aber durchaus vorstellen, in Zukunft eine Aufteilung nach BIP oder Übergewichtung von Small Caps näher in Erwägung zu ziehen. Aber bevor sich der Aufwand lohnt, muss meine Depot-Größe noch etwas steigen. Wenn es aber letztlich eine Frage des Geschmacks ohne richtig oder falsch sein sollte, wird weiterhin die kostengünstigste und einfachste Lösung die meine sein. Da ich auch noch nicht ganz von der Unmöglichkeit vom bösen Market Timing überzeugt bin, erlaubt mir nur 1 ETF auch günstigeres rein und raus.

        1. Moin Osmium,

          na dann passt es doch. Bei „kleinem“ Portfolio (Mitte 5-stellig?) machen ein oder maximal zwei ETFs Sinn. Mehr würde ich da auch nicht machen. Deshalb macht das Kommer Weltportfolio aus seinem Buch auch keinen Sinn für mich. Maximale Diversifikation aber viel zu kompliziert.

          VG, Nico

    2. Moin Osmium,

      mir ist gerade aufgefallen, dass ich Deine Frage/Kommentar zur Diversifikation des Euro STOXX Small noch gar nicht beantwortet habe. Reichen 90 Unternehmen oder ist das (viel) zu wenig? Die Frage muss letztendlich jeder ETF-Anleger für sich selbst entscheiden. Mir sind 90 Unternehmen genug. Mehr brauche ich nicht.

      Versetze Dich mal in die Haut eines Aktieninvestors. Der wird sein Portfolio auch diversifizieren und holt sich 20, 30 oder sogar 50 verschiedene Titel ins Depot. Damit ist er dann schon ziemlich breit aufgestellt. Wir reden jetzt in meinem Fall von 90 Unternehmen, die lediglich 30% meiner Investition darstellen. Für mich reicht das allemal. Wenn Du Dich wohler mit 900 Unternehmen fühlst, dann ist das ok. Auch dafür gibt es ja Indizes.

      VG, nico

  7. Hatte mir auch überlegt alles umzuschichten, werde aber vorerst die iShares etfs behalten und im Verlauf Neukäufe über Vanguard tätigen. Wenn du an kontinuierlichen Ausschüttungen interessiert bist, kannst du dir ja mal die Anleihen Etfs von Vanguard anschauen. Die haben z.B auch einen Emerging Market Bond Etf Mit knapp 5% Ausschüttungsrendite.
    Lg

    1. Moin,

      ETFs sind nichts für mich. Da kann ich nicht wirklich etwas mit anfangen. Der Risiko/Ertrag Mix passt einfach nicht. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Meine regelmäßigen Ausschüttungen bekomme ich durch die beiden Mietwohnungen.

      VG, Nico

  8. Moin (Heimat) un Servus (Wohnort) Nico,

    das Jahr ist fast vorbei und ich habe eine Frage die nicht zum Artikel gehört, aber mich interessiert wie/ob Du dein Ziel 2017 errreicht hast – die 100 Liegestütz pro Tag…

    Du siehts ich lese/partizpiere schon länger ohne oft Kommentare zu schreiben.
    Wenn Du es geschafft hast, wie sind die Ergebnisse, wenn nicht – neuer Versuch 2018, dann vielleicht mit Burpees?

    VG aus München

    Rudi

    1. Hi Rüdiger,

      dazu gibt es Anfang Januar einen Beitrag – Zielerreichung 2017 und neues Ziel 2018. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es war trotz Nichterreichung ein Erfolg.

      Bei 100 Burpees am Tag würde ich mich wohl erschießen 🙂

      VG, Nico

  9. Wo, wenn die Frage gestattet ist, kann man den diese hier ausgewählten Vanguard-ETFs vernünftig kaufen? Sparplanfähig scheinen die auf den ersten Blick bisher bei den üblichen Anbietern noch nicht zu sein. Dann also Einmalzahlungen alle paar Monate? oder hab ich was übersehen.

    1. Hi Peter,

      ich kann nur für die Ing-Diba sprechen, da ich dort mein Depot habe.
      Dort sind die beiden Fonds über „Direktkauf“ ab einem Betrag von 500 Euro gebührenfrei außerbörslich zu bekommen.

      Sparplanfähig sind dort aber auch nicht.

      Viele Grüße
      Jan

      1. Besten Dank, Jan.
        Dann komme ich wohl um einen weiteren Account bei einer Bank nicht herum, und werde mich bei der Ing-Diba anmelden, sollte Comdirect nicht nach ein paar Monaten nachziehen.

        Grüße,
        P

  10. Hallo,
    ich hab mir gestern deinen Artikel durchgelesen und heute die Kosten mit meinen iShare ETFs verglichen. Ich bin bei der Consorsbank und schaue da in der „Key Investor Document“ nach. Dort steht bei Vanguard 0,22 % und bei iShares 0,20 %. Somit würde deine Aussage ja gar nicht zutreffen, oder? Was mache ich falsch?

    Gruß Tobi

    1. Hi Tobi,

      mmh, keine Ahnung. Vielleicht kann ein anderer Leser aushelfen?

      Auf justETF kannst Du Dir ja die ETFs im Detail anschauen und mit Deinen WKN Nummern vergleichen. Eigentlich sollten die TER übereinstimmen. Das tun sie zumindest bei meinen ETFs, die ich auf der comdirect gekauft habe.

      VG, nico

  11. Hi Nico,
    Danke für den ausführlichen Artikel. Sehr gut zu lesen.
    Ich bin auch ein Vanguard-Fan, warte aber noch bis die Sparplanvariante nach Deutschland kommt, da ich momentan keine größeren Summen zur Verfügung habe, die ich reinstecken könnte.

    Viele Grüße,
    Carsten von Finanziell Fit

  12. Faul & Sparsam ist auch meins! Wie du weitere 0,5% T.E.R p.a. sparen kannst:
    (T.atsaechlich E.rhobene R.echnung)

    Hi Nico, die Vanguard-Phase hatte ich auch mal durchgemacht … Gibt’s ja schon ein paar Jahre und nicht erst ab jetzt …
    https://www.finanzwesir.com/blog/msci-acwi-imi-fm#1426655364

    Bis es klar wurde, dass durch Steuerstundung ein weiteres 0,5% p.a. gespart werden kann:
    Bei 2% Ausschuettungsrendite und 25% Abgeltungssteuer auf Ausschuettungen spart man erstmal = 0,5% p.a. die sich weiter Zinsesverzinsen!
    (5,5% Soli auf AbgeltStr = geschenkt, um den Vorabpauschalen-Kritiker fuer 2018 gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen)
    Deshalb hiess es: ansparen in Swap-Thesaurierern (Comstage) bis Ende 2017.
    (Im alten Steuerregime hatten nur die swappenden [nicht replizierenden!] Thesaurierer einen Vorteil in D). Da Comstage 2018 alle auf Ausschuettung umstellt: Pech gehabt, aber immerhin 3 Jahre Abgeltungssteuer auf Ausschuettungen gespart!

    Schliesslich ab Anf. 2018 in physikal. Thesaurierern (iShares) weitersparen.
    Mal sehen, wie lange es klappt, die Dose weiter die Strasse hinunter zu kicken … und die Steuerstundung schliesslich in Steuerersparnis zu wandeln!
    https://www.finanzwesir.com/blog/abgeltungssteuer-kapitalertragssteuer

    Ob du das Frau Finanzglueck verstaendlich erklaeren kannst? „wo sie doch Ausschuettungen so liebt“?

    1. Moin Joerg,

      Ausschütten oder nicht ist letztendlich eine Frage des Geschmacks, aber davon abgesehen würde es sich wohl auch finanziell für uns nicht rentieren. Zum einen wollen wir auch jetzt schon den Freibetrag voll mitnehmen. Das sind 1.602 Euro pro Jahr für uns verheiratete. Bei einer angenommenen Dividendenrendite von 2% sind die ersten 80.000 Euro investiertes Geld schon mal steuerfrei. Dazu kommt noch, dass wir in einigen Jahren von den Dividenden leben wollen, sprich wir brauchen den Cash-Flow. Dann möchte ich nicht gezwungen sein Anteile verkaufen zu müssen und damit Kapitalertragssteuern auf den Verkauf zahlen zu müssen.

      Wenn Du Dein Geld über lange Zeiträume anlegst magst Du durch die Steuerstundung einen großen Effekt erzielen. Ob das in Zukunft so hinhaut lassen wir mal dahingestellt. Für uns passt es aber nicht.

      Von daher brauche ich dann auch Frau Finanzglück nicht zu überzeugen 🙂

      VG, Nico

      1. Gerade wenn du steueroptimiert Entnahmen aus deinem Depot machen willst, dann sind doch Verkäufe viel besser als Ausschüttungen (exkl. Transaktionskosten)!

        Auf eine Ausschüttung zahlst du vereinfacht (Teilfreistellung außen vor) AgSt + Soli auf den kompletten Betrag, bei einem Verkauf aber nur auf den Kursgewinn. Den ursprünglichen Einstandspreis eines Anteils bekommst du ja steuerfrei zurück.

        Also was ist besser?
        – Ausschüttung 100€ … abzgl. 26,38€ Steuer oder
        – Verkauf Anteile im Wert von 100€ (davon z.B. 20% Kursgewinne) … abzgl. 5,28€ Steuer?

  13. Warum hattest du überhaupt den MSCI World und den MSCI Emerging Markets von IShares. Die Gegenstücke von UBS (LU0340285161 und LU0480132876) müssten deine Anforderungen doch auch erfüllen und kosten „nur“ 0,3 bzw. 0,45 %. Immer noch teurer als die Vanguard ETFs, aber auch schon deutlich günstiger als die IShares. Oder übersehe ich etwas?

    Überlege zurzeit auch nach Vanguard zu switchen, die Kurzgewinne, könnte ich – bedingt durch die kleine Depotgröße – noch weitgehenst durch den Pauschbetrag abfangen. Müsste einen ETF halt noch in 2017 und den anderen Anfang 2018 abstoßen.

  14. Moin Mitro,

    Wenn Du noch Luft hast, dann starte doch dieses Jahr schon mit einem ETF. Den Freibetrag solltest Du auf jeden Fall ausschöpfen – und sei es durch Gewinnmitnahmen. Diesen Gewinn brauchst Du dann in Zukunft nicht noch einmal zu versteuern. Bei der comdirect kannst Du eine recht schöne Steuersimulation durchführen und so genau bestimmen wieviel Du verkaufen musst um den vollen Betrag auszuschöpfen. Vielleicht gibt es dies in ähnlicher Form ja auch bei anderen Anbietern.

    Wer weiß, vielleicht sehen wir nächstes Jahr eh einen größeren Einbruch. Dann werden die Karten noch mal neu verteilt 🙂

    VG, Nico

  15. Als Neuanleger bin ich sehr an den neuen Vanguard Produkten interessiert.
    Meine Strategie soll nach BIP gewichtet sein.: 45% Developed World // 40% EM // 15% Developed Europa.
    Leider gibt es diese ETFs noch nirgends als Sparplan, deshalb plane ich quartalsweise über Onvista zu kaufen. Meint Ihr, dass andere Anbiete auch langsam vermehrt Vanguard Produkte in Ihre Angebotspalette aufnehmen?

    1. Hi Neu-Anleger,

      das bleibt zu hoffen. Ich kenne mich hier zu wenig aus, aber würde vermuten, dass es länger dauern kann bis Vanguard in den Sparplänen auftaucht. Andere Anbieter legen wohl einen stärkeren Fokus darauf mit den Direktbanken ins Geschäft zu kommen.

      VG, Nico

      1. Hi,

        bei der Comdirect können die gängigen ETFs von Vanguard mittlerweile im Sparplan gekauft werden. Hierzu einfach den Sparplan manuell anlegen und die entsprechende WKN einfügen.
        https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?query=Vanguard++FTSE++Developed++World++UCITS&groupField=index&from=search&isin=IE00BKX55T58

        Bei der DKB gibt es z.B. den Vanguard FTSE All-World high Dividend im Sparplan. Ich warte noch bis es den Developed World + EM von Vanguard bei der DKB gibt.

        Grüße

  16. Hey Nico,
    Finde ich echt stark, das du die Hosen runterlässt. Finde ich einfach motivierend.
    Auch mein Plan ist es auf die Vanguard ETFs umzusteigen, gleicher Grund, einfach sympatischer.

    Beste Grüße

  17. @Nico:
    „Deshalb macht das Kommer Weltportfolio aus seinem Buch auch keinen Sinn für mich. Maximale Diversifikation aber viel zu kompliziert.“

    „Maximale Diversifikation“ ist leider ein Trugschluss unnötig hoher Komplexität. Fast das Gegenteil ist leider richtig, denn im sogenannten „Weltportfolio“ pickt Kommer aus dubiosen Gründen (Kommer ist Fan des Dreibuchstabenvereins DFA) „Small“, „Value“ und weitere Spezialitäten aus dem Gesamtmarkt heraus. Manche von ihm aufgeführte ETFs so klein und schlecht performend, dass die schon aus genau diesen Gründen geschlossen wurden, ohne dass es ähnlichen Ersatz gab, d.h. Verkaufsverlust ist leider für immer wech. Mit deiner Fondsauswahl bist du besser diversifiziert.
    Wen es interessiert: Habe Kommer mal gründlich durchleuchtet und Erstaunliches zutage gefördert:
    https://www.finanzwesir.com/blog/wochenueberblick-kw40-2016/#1504262284
    https://finanzrocker.net/vermoegen-ganzheitlich-betrachten-interview-mit-dr-gerd-kommer/

  18. Hi,
    ich bespare derzeit 2 iShares und einen Comstage. Ich bin was die Methode angeht völlig schmerzfrei. Ich halte SWAPs niht für gefährlich. Wer sich daran stört, müsste sich konsequenterweise auch über Wertpapierleihe bei Replizierern stören die bei sehr vielen ETF durchgeführt werden.

    Den Hype um Vanguard kann ich mir nicht erklären. Vielleicht bin ich auch schon zu lange dabei. Für mich was es ein Unterschied von meinen 2,5% Deka Fonds zu ~0,4% Kosten bei ETF zu wechseln. Jetzt aber (Tagesgeldhopping lässt grüßen) nochmal 0,2% herauszupressen. (das sind selbst bei 200.000€ grade mal 400€) erscheint mir etwas…naja…kleinkarriert.

    Aus Anbieter-Diversifikation hätte ich gerne einen Vanguard mit in mein Portfolio aufgenommen, das Problem stellt sich für mich bei der Index-Abbildung dar. Es gibt zum Teil deutliche Unterschiede was MSCI und was FTSE unter Schwellen und Industrieländer verstehen. Beispiel Südkorea. Den MSCI EM herauszureissen und durch einen Vanguard EM zu ersetzen funktioniert also nicht einfach so.

    Es bleibt also alles wie es ist.

    Gruss Daniel

  19. Hallo,

    für die die es interessiert.
    Ich habe mein Depot bei der comdirekt. Bei Nachsuche nach Vanguard ist mir aufgefallen, dass die ETFs auch im Livetrade gekauft werden können. Die Gebühren können sich dadurch reduzieren.

    Viele Grüße
    Haferflocke

  20. Vanguards Erfolg in den USA basiert auf Indexfonds und nicht börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Das ist ein Unterschied uns selbst Bogle rät von ETFs ab.

    Zudem ist Vanguard Europe eine reine Verkaufseinheit und nicht vergleichbar mit der Struktur in den USA. Vanguard gab es übrigens schon sehr lange in Europa und Deutschland, eben primär für institutionelle Investoren. Jetzt hat man sich einen ehemaligen Deutsche Banker Investmentbanker als Chef geholt, um das Geschäft anzukurbeln.

    1. ***##Vanguards Erfolg in den USA basiert auf Indexfonds und nicht börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Das ist ein Unterschied uns selbst Bogle rät von ETFs ab.##***
      Bogle lehnt meines Wissens nach nicht ETFs ab sondern er hält es für falsch und gefährlich durch Faktor-ETFs oder Nischen ETFs das eigentlich passive Instrument ETF für Sektor-Übergewichtung bzw. zu einem aktiven Trading Objekt zu missbrauchen.
      Ich glaube kaum dass er sich dazu geäußert hat dass es verwerflich oder abratenswert ist sich einen S&P500 ETF ins Depot zu legen und dort 30 Jahre liegne zu lassen.

  21. @Dummerchen,
    wer schon seit 20 Jahren in Fonds anlegt, weiß, dass es vor dieser widerlichen Gebührenschinderei durch die Finanzindustrie nach 2000 schon mal ähnlich günstige Zeiten sogar bei aktiven Fonds gab, zu den wir leider jetzt erst so ganz langsam wieder zurückkehren, aber leider nur bei passiven ETFs. Ende der 90er hatte ich einen Großteil meiner Aktienanlagen im Robeco Flaggschifffonds, der nur 0,25% p.a. Gebühren verlangte und ein guter MSCI World Ersatz war, da der indexähnlich allokiert war. Nach 2000 wurden dessen Gebühren von einem raffgierigen neuen Management dann in 2 oder 3 Schritten innerhalb weniger Jahre für mich absolut inakzeptabel versechsfacht (!), wobei die Performance in den Folgejahren dann wie erwartet immer mehr unter die Indexperformance abfiel. Zum Glück kamen zu der Zeit die ersten echten Indexfonds auf, und ich konnte noch vor nennenswertem Performanceeinbruch vom Robeco in die damals günstigsten Pictet Indexfonds, die auch so um 0,25% Gebühren verlangten, umswitchen. Die habe ich jetzt noch und werde die wohl weiter behalten bzw. nach Ausschöpfen der steuerlichen Freigrenze von 100.000 EUR für Altbestände verkaufen und wahrscheinlich wieder neu investieren, weil die alle thesaurieren, was wegen der Steuerstundung immer noch steuerlich vorteilhaft ist. Ob die Vanguard ETFs mit jetzt endlich etwas geringeren Gebühren da irgendwelche Vorteile bieten ist fraglich und werde ich mir dann erst noch genauer anschauen.

    Die ETF/Fondsgröße halte ich auch für eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl, um nicht im unpassendsten Moment gezwungen zu werden, passenden Ersatz zu finden, wenn welche wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden, wie diese z.B.: „Lyxor … erste Fusionen und ETF Schließungen“. https://www.extra-funds.de/news/etf-news/lyxor-baut-produktpalette-um-erste-details-jetzt-bekannt/?utm_source=CleverReach&utm_medium=email&utm_campaign=18-10-2017+ETF-News+25.10.2017&utm_content=Mailing_11845097
    Das passiert ja laufend, weil viele ETFs als Versuchsballons aufgelegt werden. Wenn es bei Schließung keinen passenden Ersatz gibt, bleibt man sogar noch auf den dann realisierten Buch-Verlusten sitzen, wie z.B. bei diesem speziellen Rohstofffutures Faktor ETF, den übrigens Kommer auch in seinem Weltdepot aufgeführt hat:
    https://www.wertpapier-forum.de/topic/39614-lyxor-etf-broad-commodities-optimix-tr-und-momentum/?page=2#comment-1046020

    1. @Smartinvestor: Na, da bist Du zeitlich etwas vor mir in die Materie eingestiegen. Die Pictet Fonds sind mir bislang noch nicht über den Weg gelaufen – hab mir die Seite mal angeschaut, bin jedoch nicht direkt über einen weltwelten Large Cap Indexfonds gestolpert. Mir scheint, man darf/muss eher eine 4 Fonds-Lösung (USA, Europe, Japan/Pacific, EM) aufbauen. Nicht, dass das was schlimmes wäre.

      Die Schließung eines ETFs ist wohl eher problematisch, wenn es keinen passenden Ersatz gibt. Da ich nur in große Indizes investiere, sehe ich für mich selbst bei einer Schließung kein „echtes“ Problem. Dann muss man halt leider in den sauren Apfel der sofortigen Gewinnversteuerung und zusätzlicher Anlagekosten beißen. Aber von einem MSCI World in den nächsten zu wechseln ist ja üblicherweise unabhängig von der aktuellen Börsenlage nicht nachteilig.

      Rohstofffutures sind bei mir übrigens nach kürzester Zeit wieder aus dem Portfolio geflogen als ich mir eingestanden habe, dass mir völlig unklar ist, wieso diese langfristig eine dem Risiko entsprechende Rendite liefern sollen.

      LG
      Dummerchen

      1. @Dummerchen,
        Pictet bieten leider keinen World Indexfonds. Aber ich wollte sowieso die Aktienwelt in Regionen untergliedern, um damit die Rebalancing-Prämie zu erhöhen.

        Rohstofffutures sollten gemäß der Werbung durch geringe Korrelation zu Aktien primär eine „Diversifikationsrendite“ erbringen, was auch nur eine andere Bezeichnung für Rebalancing-Prämie ist, die jedoch durch das zunehmende Contango und die zunehmende Korrelation der passiv gehaltenen Futures vereitelt wird. Ich nehme stattdessen Managed Futures, die bei nachhaltig geringer Korrelation neben ihrer aktienähnlich hohen Rendite tatsächlich noch ordentlich „Diversifikationsrendite“ generieren.

  22. Hallo Nico,

    das hört sich doch mal interessant an. Ich bin zwar nicht Experte in ETF‘s aber Kosten senken klingt immer gut.

    Und so wie du hier schreibst sind die ETF‘s einen Blick wert.

    Ich werde mir das mal anschauen.

    Beste Grüße

    Björn

  23. Hi,
    ich bin vor kurzem auf diesen Blog gestoßen und er hat mich motiviert, weg vom hier und da etwas investieren und etf sparplan laufen lassen zu einer aktiveren Strategie für da persönliche finanzglück.

    Bei der Auswahl deiner ETF bin ich neugierig geworden und werde nun auch auf vanguard umsteigen.
    Dabei bin ich allerdings auf den Vanguard all word (A1JX52) gekommen. Der hat ein voumen von ca 1,3Mrd. (ordentlich wumms) und bildet 3090 Unternehmen ab.
    Wäre der nicht besser geeignet als dein Vanguard Developed world oder war der geringere TER (0,18 vs 0,25) ausschlaggebend.?

    1. Hi piggeldi,

      der Vanguard All-World umfasst Industrie- und Schwellenländer. Letztere habe ich separat in einem ETF, brauche sie also nicht noch in meinem „Industrieländer-Fonds“. Das gäbe sonst eine Übergewichtung von Schwellenländern.

      VG, nico

  24. Hi,

    Eine Frage zu Vanguard (und anderen ETF), die im Ausland domiliziert sind:
    Holen sich die ETF’s die jeweiligen Quellensteuern zurueck (wovon ich ausgehe…)
    und wohin „fliessen“ diese sodann
    a) – in ihre „eigene Tasche“, was die offizielle TER versteckt zu Lasten der Investoren
    erhoehen wuerde oder
    b) – in die performance/Ausschuettung zugunsten der Anleger ?

    Vielen Dank!

  25. Hallo Nico,
    nachdem ein paar Monate seit der Erstellung Deines Beitrags ins Land gegangen sind, stellt sich mir die Frage wie „glücklich“ Du mit der geringen Marktkapitalisierung des Vanguard Developed World-ETFs bist? Da sind ja „nur“ 130 Mio. drin und soweit ich das bisher gelesen habe, sollte ein ETF schon größer 500 Mio. sein um dauerhaft existieren zu können. Wie siehst Du das in diesem Fall?

    Vielen Dank, nicht nur für diesen Artikel, sondern ganz generelll für dieses informative Blog!

  26. Moin Luto,

    Da bin ich entspannt. Es sollte wirklich mit dem Teufel zugehen wenn Vanguard sich hier nicht etablieren kann. Sie haben ein gutes Produkt mit dem günstigsten Preis und sind in den USA damit Marktführer geworden. Die werden sich hier auch durchsetzen.

    VG, nico

  27. @Finanzglück

    Hallo Nico,

    hast du denn ein paar Infos zu den Spreads und Mehrkosten die du bezahlen musstest, falls überhaupt vorhanden? Da die Fonds nicht die allergrößten sind, hätte ich hier potentiell schlechtere Preise erwartet.

    Selbst bespare ich schon vor dem Start in Deutschland den Vanguard All Worlds und bin aufgrund der wachsenden Depotgröße geneigt ihn aus den zweien selbst zu mischen, wie du dies auch tust. Das einzige Hindernis sind eben die potentiell schlechteren Kaufkurse.

    Vielen Dank und VG

  28. Ein wichtiger Faktor bei ETFs ist die Liquidität. Das werden einige dann zum ersten Mal bei der nächsten heftigeren Korrektur merken. Und da wäre ein ETF von ishares oder x-tracker trotz höherer TER im Zweifel sinnvoller.

  29. Noch mal ne Frage Bitte zum tesaurierenden und ausschüttenden ETF.
    Ich habe 3-4 Sparpläne bei On Vista. (Im Sparplan kostenlos)
    4 ETF`s und 2x schütten diese aus und die anderen zwei tesaurieren.
    Meine Freistellung ist eh schon erschöpft. Ist daher nicht zu berücksichtigen.
    Nach dem ganzen hin und her und der Reform etc. blicke ich jetzt durch
    so viel input am Ende überhaupt nicht mehr wirklich durch.
    Ist es nun besser für mich die Ausschütter zu ändern in Tesaurierende oder umgekehrt?
    Vielen Dank für kurze Aufklärung.
    Susana

  30. Hi Nico,

    Du sagst, Du planst in einigen Jahren von den Dividenden zu leben. Bei Ausschüttungen zwischen 2 und 3,5 Prozent hieße das aber, Du brauchst eine Portfoliogröße jenseits der 2 Millionen. Übersehe ich etwas? Oder ist das Leben im Norden so viel günstiger als hier im Süden?

  31. Hi Nico,

    vielen Dank für die schnelle Antwort und die Links. Da hatte ich den Satz oben wohl zu wörtlich genommen.

    Ich finde Deine Gedanken zum Thema finanzielle Freiheit sehr interessant. Insbesondere die intensive Betrachtung der Ausgabenseite – die haben die meisten Leute leider nicht auf dem Schirm. Genau wie Du lebe auch ich ohne Auto. Vor 18 Jahren bin ich in eine Metropolregion gezogen und habe es verkauft. Und seitdem auch nicht vermisst. Das spart viel Geld.

    Mit Anfang 50 bin ich bereits etwas älter als Du und habe das Freiheitsthema für mich etwas anders interpretiert. Die Freiheit habe ich nämlich genossen, als ich jünger war und bin erst sehr spät ins „richtige“ Erwerbsleben eingestiegen.

    Und auch jetzt möchte ich die Freiheit nicht gänzlich aufschieben. Ich arbeite Teilzeit (4 Tage pro Woche) und habe damit bereits jetzt schon sehr viel zusätzliche Freiheit.

    Dennoch möchte ich meine Augen nicht vor der Realität verschließen, die es mit zunehmendem Alter immer wahrscheinlicher macht, dass man dem Arbeitsmarkt wieder verfügbar gemacht wird.

    Das ist also meine Motivation, ein passives Grundeinkommen zu schaffen. Je nachdem, wie gut dies gelingt, ist dann vielleicht eine Selbständigkeit in einer Tätigkeit, die mir Spaß macht, im Bereich des Möglichen, wenn es tatsächlich so kommt.

    Und hier möchte ich noch den Schwenk zum Thema „ETF“ hinbekommen: Die nächsten 10 bis 15 Jahre möchte ich langsam aus meinen Aktieninvestitionen aussteigen und auf Fonds umschichten. Im letzten Jahr habe ich noch in einige gemanagte Fonds investiert. Jetzt sollen es ETFs werden. Ich denke, Vanguard FTSE All-World UCITS ETF und Vanguard FTSE Developed Europe ex UK UCITS ETF in einer 70:30 Gewichtung sind mein Rezept für den Anfang.

    Grund dieser Aufteilung ist der 51% Anteil des US-Marktes am All-World und gleichzeitig ein hoher GB-Anteil. Der Europe ex UK soll dies ausgleichen. Mal schauen, ob das klappt und wie es sich entwickelt …

  32. So, gesagt, getan. Die ersten ETFs liegen im Depot. Und gleich beim Kauf die Bestätigung der geringeren Kosten im Vergleich zu gemanagten Fonds: Es fielen im Vergleich zu den im letzten Jahr erworbenen gemanagten Fonds nur ein Zehntel der Kosten an. Um das mal in Euro auszudrücken: Auf 10.000 Euro Investitionssumme gerechnet betrugen die „Einstiegskosten“ bei den gemanagten Fonds ca. 256 Euro, bei den ETFs ca. 26 Euro.

    Klar, die Einstiegskosten bei den gemanagten Fonds sind sehr individuell (habe in der Vergangenheit auch schon mehr bezahlt), aber ich nehme das jetzt erstmal als erstes kleines Erfolgserlebnis mit.

  33. Hoffentlich nerve ich nicht zu sehr, wenn ich jetzt schon wieder einen Kommentar nachschiebe …

    Ich denke, Der erste große Fondsanbieter hat eine Antwort auf die oben gestellte Kostenfrage gegeben. Und sie ist so salomonisch, wie es zu erwarten war: Die bestehenden Fonds bleiben bei der alten TER, aber für den Schwellenländer ETF von iShare wurde ein ganz neuer ETF aufgelegt, der thesauriert und die TER liegt bei 0,25%. https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE00BD45KH83

    Wahrscheinlich bauen sie darauf, dass Bestandskunden den Wechsel scheuen und bieten hier einen Honigtopf für Neukunden. Schade, dass der „Wumms“ fehlt. Aber es ist halt ein nagelneuer Fonds. Und damit schon eine Versuchung …

    1. Hi Vanye,

      das geht ja schon mal in die richtige Richtung. So ganz zu vergleichen sind die ETFs nicht, da der verlinkte ETF glaube ich auch Small Caps dabei hat („IMI“). Aber wie auch immer, Deine Schlußfolgerung ist die richtige. Schauen wir mal wann die Kosten für die Flagship-ETFs, also die großen Jungs, runtergehen.

      VG, nico

  34. Hi Nico,

    die Antwort auf Deine Frage müsste sich errechnen lassen. Die Preise werden dann sinken, wenn die Anbieter glauben, dass sie dadurch mehr Geld verdienen. Wäre interssant, dazu mal Modellrechnungen zu sehen (oder erklärt zu bekommen, wenn man mathematisch so schwach auf der Brust ist wie ich).

  35. Guten Tag,

    ich habe eine Frage:
    Wenn ich die Auswahl habe zwischen:

    – Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, ich bespare diesen mit 100% meiner ETF-Sparrate, lasse es 40 Jahre laufen und bin glücklich.

    – 30 % Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF
    70 % Vanguard FTSE Developed World UCITS ETF, (ö.ä. %-Aufteilung), ich bespare diese beiden anteilig mit meiner ETF-Sparrate, lasse es 40 Jahre laufen und bin glücklich.

    Wie und vor allem Warum sollte ich mich für welche der beiden Varianten entscheiden?
    Bzw. wiese besparst du die 2te Variante, für deine Kinder aber die 1te Variante?

    Vielen Dank im Vorfeld schon einmal für die Aufklärung,

    LG

    1. Moin Oliver,

      zunächst mal ist es eine gute Ausgangslage: In beiden Fällen bist Du glücklich!

      Du machst in beiden Varianten nichts falsch. Es ist eine Frage des Geschmacks. Für meine Lütschen bespare ich nur einen ETF, da wir nur kleinere Beträge anlegen. Da machen mehrere ETFs (zumindest für mich) keinen Sinn.

      Bei unseren eigenen ETFs reden wir schon über andere Beträge. Hier streue ich es etwas weiter und lege in drei ETFs an. Mehr brauche ich aber wirklich nicht.

      Egal wie Du Dich entscheidest machst Du nichts falsch. Fange doch erst mal mit dem FTSE All-World an und schaue dann weiter.

      VG, Nico

  36. Hi Nico,

    wie kritisch siehst Du den Unterschied zwischen dem FTSE Emerging Market und dem MSCI World EM bezüglich Südkorea? Soweit ich das gelesen habe ist Südkorea im MSCI drin und im FTSE nicht. Dafür ist Südkorea aber im FTSE Developed World. Wenn man beide kauft sollte das dann doch keine Rolle spielen, oder doch? Oder muss man irgendwie umschichten, weil die klassische (MSCI)-Verteilung 70% Welt, 30% EM im FTSE so nicht abgebildet wird? Oder sind das alles nur Marginalien und es ist eigentlich völlig wurscht, Hauptsache man investiert in ETFs?

  37. Moin Luto,

    letzteres. Schöner hätte ich es nicht ausdrücken können 🙂

    Wie hoch der Anteil südkoreanischer Firmen in Deinem ETF Portfolio ist macht den Braten nicht fett. Das sind Details, die Du langfristig nicht merken wirst.

    VG, Nico

  38. Ich möchte selbst in einen oder die von dir genannten 3 ETF’s investieren.
    Dazu steht mir ein Einmalbetrag in Höhe von 10.000 Euro zur Verfügung.
    Würdest du diese auf 3 ETF’s verteilen oder in den World investieren.
    Sollte ich die Einmalzahlung durch größere Sparraten aufteilen z.B verteilt auf 1-2 Jahre, oder doch lieber gleich per Einmalzahlung und mit Sparraten von 50-100 Euro nachlegen?

    Die Einmalzahlung könnte ich über ein bereits bestehendes Depot bei degiro abwickeln, da ich hier keine 1,5% vom Ordervolumen zahlen muss. Die Sparraten dann auf ein noch zu eröffnendes comdirect Depot. Sinnvoll?

    Für meinen Sohn werden wir in den World investieren und einen Sparplan anlegen. Das Juniordepot der comdirect ist hier unser Favorit. Danke für die guten Tipps!

    1. Moin Markus,

      meine Devise lautet: Keep it simple! Also in Deinem Fall eher einen ETF als drei. Für meine Lütschen ist der Vanguard FTSE All-World die Lösung. Der ist etwas weitergestreut und hat auch Entwicklungsländer dabei.

      Du kannst gerne in einem Rutsch investieren. Solltest Dich das nachts wach halten, weil Du einen Crash befürchtest (das tun übrigens fast alle), dann spricht auch nichts dagegen die Anlage zu streuen. Also z.B. heute ein Drittel, in drei Monaten ein Drittel und in einem halben Jahr den Rest. Wenn Du so vorgehst, musst Du allerdings auch wirklich zu diesen Terminen investieren. Sonst bleibt Dein Erspartes bis auf Deinem Konto bis zur Rente, denn es gibt nie den perfekten Zeitpunkt. Es dürfte besser für Deinen Seelenfrieden sein jetzt alles zu investieren, den Sparplan aufzusetzen und das Thema im Hintergrund laufen zu lassen.

      Warum möchtest Du Deine Geldanlage über mehrere Depots streuen? Ich halte alle Konten, Depots etc. bei einer Bank und habe so einen guten Überblick. Die Kosten werden in Deinem Fall langfristig nicht den Ausschlag geben (beide sind in der Kategorie günstig).

      VG, nico

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