Vier einfache Geldregeln für den Alltag

Geldregeln

Ich gebe es ja zu: Finanzthemen sind meist furztrocken.

Kein Wunder also, dass die meisten Leute keinen Bock haben sich damit auseinanderzusetzen. Geld ist halt abstrakt. Es dreht sich um Zahlen, die schwer zu greifen sind.  

Ich arbeite mit einer kleinen Anzahl an einfachen Daumenregeln, die für mich die Komplexität aus der Nummer mit den Zahlen nehmen. So bringe ich ein wenig Spaß in die Veranstaltung.

Ladies and Gentlemen… hier sind die vier Geldregeln, die mich im Alltag motivieren meinen Vermögensaufbau voranzutreiben. Damit solltest auch Du gut durch den Alltag kommen. Das Beste behalte ich mir dabei für den Schluss vor.

Starten wir mit dem Klassiker!

Die 4 %-Regel

Wenn Du Dich auf Finanzblogs oder Foren rumtreibst, stolperst Du irgendwann über die 4%-Regel. Dem liegt eine simple Frage zugrunde:

Wie viel Kohle brauche ich, um in den Sack hauen zu können?

Gerade in good old US of A gibt es eine rasant wachsende Community von Menschen, die trotz jungen Alters nicht mehr arbeiten müssen. Zur Speerspitze der Bewegung zählt Mr Money Moustache, dem ich 2013 meinen ganz persönlichen Heureka Moment zu verdanken hatte.

Die Leute aus der FIRE-Bewegung (Financial Independence Retire Early) haben so viel Geld angespart und investiert, meist in Aktien und Anleihen, dass sie von den Erträgen leben können.

Aber wie viel Vermögen ist dafür nötig? Es braucht einen verlässlichen Betrag, bei dem diese finanziell freien Menschen ihrem Boss mit einem Grinsen die Kündigung um die Ohren hauen können.

Yee-haw!

Ich zäume das Pferd von hinten auf und galoppiere gleich zum Ergebnis:

Du brauchst das 25-fache Deiner jährlichen Ausgaben!

Oder anders ausgedrückt kannst Du über den dicken Daumen gerechnet jedes Jahr 4% Deines investierten Vermögens entnehmen, ohne Dich je in die Schlange der Suppenküche einreihen zu müssen. Hast Du also 500.000 Euro in einen Mix aus Aktien und Anleihen investiert, kannst Du jährlich 20.000 Euro (bzw. 1.667 Euro monatlich) ausgeben. Wenn Deine Lebenshaltungskosten darunter liegen bist Du offiziell finanziell frei. Glückwunsch! Jetzt ist der Griff zur Schippe für Dich optional.

Bevor ein Aufschrei durch die Reihen geht: Diese Zahl ist nicht unumstritten, besonders in unseren Gefilden, und ich habe die 4%-Regel sehr stark vereinfacht wiedergegeben. Die Details erspare ich Dir an dieser Stelle. Oliver, der Über-Frugalist, hat sich hierzu in einer sehr lesenswerten Artikel-Serie abgearbeitet.  

Ein Baustein von vielen

Die 4%-Regel darfst Du daher nur als grobe Faustregel verstehen. Ob es jetzt drei, vier oder fünf Prozent sind musst Du für Dich selbst bestimmen.

Für mich passen die 4%. Diese Zahl nutze ich als Hausnummer, um für den in Aktien-ETFs investierten Teil unseres Vermögens die jährliche sichere Entnahme zu berechnen.

Dieser Ertrag fließt neben unserem Einkommen aus der Vermietung von Immobilien und den anderen Einnahmequellen in die Berechnung unserer Familienfinanzen ein. So kann ich recht gut einschätzen, ab wann ich sinnvoll meine Arbeitszeit reduzieren könnte bzw. mich komplett aus meinem Angestelltenverhältnis verabschieden kann.

Die 4%-Regel war das Warm-up. Jetzt geht es daran unser Vermögen zu verdoppeln.

Die 72er-Regel

Diese Geldregel hängt mit unserem stärksten Verbündeten beim Vermögensaufbau zusammen – dem Zinseszins. Mit der 72er-Regel kannst Du schnell überschlagen, in wie vielen Jahren sich Dein investiertes Vermögen verdoppelt. Die Berechnung ist wie folgt:

72 / Rendite in %

Hier ein Beispiel: Bei einer jährlichen Rendite von 1% verdoppelt sich Deine Investition in 72 Jahren. Bei einer Rendite von 10% in 7,2 Jahren. Bei einer Rendite von 5% in 14 Jahren usw. (Die Herleitung der Formel findest Du hier).

Gehen wir davon aus, dass Du als 20-jähriges Mädel oder Bub einen Betrag von 10.000 Euro erbst. Statt Dich für das schnieke Auto oder die Weltreise zu entscheiden, investierst Du das Geld in einen breit gestreuten Aktien-ETF. Opa wäre stolz gewesen! Nehmen wir weiter an, der Aktien-ETF bringt Dir über die Jahrzehnte eine nicht unrealistische Rendite von 7,2% ein.

Nach der 72er Regel würde sich Dein Geld nach ca. zehn Jahren verdoppeln. An Deinem 30. Geburtstag wären aus dem Erbe schon 20.000 Euro geworden, zum 40. dann 40.000 Euro, zum 50. schon 80.000 Euro und mit 60 Jahren denkst Du Dir:

Ja leck mich am Arsch – die 160.000 Euro langen, um jetzt schon in Rente zu gehen!

Ich mag die 72er-Regel, weil sie greifbar macht, wie stark der Zinseszins wirkt.

Altersvorsorge für Dummies

Für unsere Lütschen haben Frau Finanzglück und ich einen ETF-Sparplan für Kinder aufgelegt. Darin investieren wir monatlich 50 Euro (pro Kind) und konsequent alle Geldgeschenke der Familie. Es ist erstaunlich, wie viel da zusammenkommt, was vor allem an den spendablen Verwandten liegt. Wenn wir nicht bald auf die Bremse treten, könnten die Lütschen zum 18. Geburtstag 25.000 Euro auf der hohen Kante haben (was eigentlich zu viel ist).

Was, wenn sie es wider erwarten nicht für eine Premium-Kutsche raushauen und die ETFs stattdessen stumpf im Depot liegen lassen?

Nutzen wir die oben angenommenen 7,2% (und einer Verdopplung alle 10 Jahre), haben sie mit knapp 60 allein aus dem von uns angelegten Geld ein Vermögen von 400.000 Euro erwirtschaftet. Bei einer Rendite von 5% würde sich das Geld alle 14,4 Jahre verdoppeln und die Hosenscheißer hätten dann 200.000 Euro auf dem Tacho. Einfach durch Nichtstun könnten sie also bereits mit zarten 18 Lenzen einen Haken an das Thema Altersvorsorge setzen. Den Griff ins Klo, wie der Alte es mit seinem Versicherungsprodukt getan hat, können sie sich ersparen.   

Mit der 72er-Regel kann Du schnell überschlagen, wie sich Dein vorhandenes Vermögen entwickeln wird, je nachdem mit welcher Rendite Du es anlegst.  

Die 752er-Regel

Jetzt schauen wir auf die Kosten.

Die 752er-Regel (und das kleine Schwesterchen, die 173er-Regel) führen uns vor Augen, wieviel Geld uns diese unschuldig daherkommenden regelmäßigen Kosten aus der Tasche ziehen.

Eines vorweg: Dies sind keine exakten mathematischen Formeln, aber sie geben Dir einen schnellen Überblick darüber, wie sich Deine wöchentlichen (752er-Regel) oder monatlichen (173er-Regel) wiederkehrenden Ausgaben auf Deinen Vermögensaufbau auswirken. Der Berechnung liegt die Annahme zu Grunde, du würdest Dein Gespartes auch tatsächlich investieren (mit einer angenommenen Aktienmarkt-Rendite von 7%).  

Wie viel Vermögen könnte ich in 10 Jahren aufbauen, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit auf meinen heißgeliebten Mocha Praline Macchiato verzichten würde?

Darum geht’s.

1.384 Euro für Amazon Prime

Starten wir mit den wiederkehrenden wöchentlichen Ausgaben.

Seit mittlerweile 15 Jahren flattert pünktlich zum Wochenende der Economist in meinen Briefkasten. Diesen Luxus gönne ich mir. In meiner News-Diät sind die wortgewandten Briten eine der wenigen Nachrichtenquellen, die ich konsumiere.    

Mein Abo kostet umgelegt 4,50 Euro pro Woche.

Wieviel Vermögen könnte ich in zehn Jahren ansparen, wenn ich darauf verzichten würde? Gemäß der 752er-Regel müsste ich dafür einfach die 4,50 Euro mit dem Faktor 752 multiplizieren. Das Ergebnis ist 3.384 Euro. Würde ich auf den Economist verzichten und das Geld stattdessen investieren, könnte ich dieses Vermögen in zehn Jahren aufbauen.

Die gleiche Rechnung funktioniert für monatliche Ausgaben mit der 173er-Regel. Unser Amazon-Prime Abo kostet acht Euro pro Monat. Würden wir darauf verzichten, hätten wir nach zehn Jahren 1.384 Euro an Vermögen aufbauen können.

Ab durch die Lappen

Regelmäßige Ausgaben sind Gift für Deinen Vermögensaufbau. Das klassische Negativbeispiel ist die tägliche Schachtel Kippen, die man ganz nebenbei wegpafft. Nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Geldbeutel ist das brutal. Eine Schachtel kostet 6,70 Euro oder halt 46,90 Euro pro Woche. Multipliziert mit 752 kommen so schlappe 35.000 Euro in zehn Jahren zusammen. Wenn Du Dir Deinen oben genannten Mocha Praline Macchiato für fünf Euro auf dem Weg zur Arbeit reinpfeifst liegst Du bei knappen 20.000 Euro in 10 Jahren.

Ich versuche daher mit aller Kraft auf diese regelmäßig wiederkehrenden Kosten zu verzichten.

Addiere doch einfach mal alle Deine Abos, Fitnessstudio-Beiträge und regelmäßigen Konsum zusammen und überschlage mit der 752er- (bzw. 173er-)Regel, was Dir dadurch in zehn Jahren durch die Lappen geht. Das Ergebnis wird Dich erstaunen.     

Und jetzt wird es richtig abgefahren.

Die 300er-Regel

Diese Geldregel habe ich das erste Mal bei meinem Blogger-Kollegen Olli gesehen und sie hat mich direkt gepackt.  

Stell Dir vor, Du möchtest Dir ein neues Smartphone kaufen. Aber der Preis von 300 Euro ist Dir eigentlich zu hoch. Als der pfiffige Verkäufer Dein Stirnrunzeln wahrnimmt, macht er Dir ein verführerisches Angebot: Statt sofort den Preis von 300 Euro zu zahlen, musst Du alternativ nur ein Euro blechen. Aber dafür jeden Monat. Bis an Dein Lebensende. Und dann zahlen Deine Erben weiter.

Hoppla! Bis ans Lebensende und darüber hinaus? Der Verkäufer wurde wohl als Kind durch einen dicken Pulli gestillt! Im Leben nicht. Wütend schnappst Du Dir das Smartphone, haust die 300 Kröten auf die Theke und stampfst schimpfend aus dem Geschäft.

Was Du nicht ahnst: Beide Angebote sind gleichwertig.

Wie bitte?

Wir bedienen uns der 4%-Regel von oben. Wenn Du Dein Geld breitgestreut in Aktien und Anleihen anlegst, kannst Du guten Gewissens jährlich 4% Deines Vermögens entnehmen und konsumieren. 4% von 300 Euro sind zwölf Euro pro Jahr. Oder aber ein Euro pro Monat.

Jetzt drehen wir den Spieß mal um. Stell Dir mal vor Du hättest Dir das 300 Euro Smartphone nicht gekauft und das Geld stattdessen angelegt. Dann hättest Du bis ans Lebensende (und darüber hinaus) eine Ausschüttung von einem Euro pro Monat. Und genauso kalkuliere ich wirklich, wenn ich über Ausgaben nachdenke.

Fahren wir als Familie in den Robinson-Club-Urlaub für 4.500 Euro oder ins Mobile-Home auf den holländischen Campingplatz für 1.500 Euro? Im letzteren Fall spare ich 3.000 Euro und bekomme allein für diese Entscheidung monatlich 10 Euro – für immer.

Unser Gebrauchtwagen hatte vor fünf Jahren 6.500 Euro gekostet. Wir hätten uns damals auch einen Neuwagen für 25.000 Euro leisten können. Der Unterschied sind 18.500 Euro – oder aber mit der 300er-Regel gut 60 Euro pro Monat. Durch diese einzige Konsumentscheidung haben wir ein zusätzliches monatliches Einkommen von 60 Euro generiert.

Kleinvieh macht auch Mist

Es sind aber nicht nur die großen Beträge, die einen Unterschied machen. Auch kleine Beträge läppern sich. Apfelwein statt Cocktails auf der Kneipentour mit den Jungs? 45 Euro gespart – oder aber 15 Cent bis ans Lebensende.

Konsumentscheidungen, große wie kleine, treffe ich Hunderte pro Jahr. Und so sammle ich jeden Tag, mit jedem Kauf, zusätzliches Einkommen. Indem ich kleine Beträge spare und investiere wächst unser Familienvermögen fleißig weiter. Mittlerweile können wir bereits mehrere Monate an Lebenshaltungskosten pro Jahr aus den Erträgen unserer Investitionen zahlen.

Und alles fing irgendwann mal mit einer vermeintlich kleinen Kaufentscheidung an.

Vier einfache Geldregeln

Diese vier einfachen Geldregeln nutze ich im Alltag. Hoffentlich helfen sie auch Dir dabei schnell und unkompliziert den Einfluss von Kosten oder verschiedenen Renditen auf Deinen Vermögensaufbau zu berechnen.

Manchmal helfen solche kleinen Kniffe und Tricks, um dann doch auf den teuren Kauf zu verzichten oder aber das Geld sinnvoll anzulegen, statt es auf dem Tagesgeldkonto verschmoren zu lassen.

Welche der Geldregeln ist Dein Favorit? Hast Du vielleicht noch eine andere Geldregel parat? Ich bin schon gespannt auf Deinen Kommentar!


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21 Kommentare

  1. @Nico:

    Die 300er-Regel ist mir bei Oli auch zuerst aufgefallen und ich bin mir mittlerweile sicher, dass er sich diese Regel selbst aus den Fingern gesogen hat. So wie er sie auf seiner Seite erklärt, ist sie auch falsch. Du wendest sie (vermutlich intuitiv) korrekt an, weil Du bei Deinem Beispiel mit dem Auto mit der Differenz von 18.500 rechnest. Oft genug wird aber die komplette Ausgabe angesetzt und die notwendigen (dann realisierten) Opportunitätskosten nicht berücksichtig, sprich:

    – der Kaufpreis des fancy-Handys wird komplett mit 300 multipliziert
    – Kaufpreis und evtl. eher anfallende Reparaturen des benötigten Ersatzgerätes über die Laufzeit werden gar nicht berücksichtigt (übrigens auch nicht bei Deiner KFZ-Rechnung)
    – bei kleinen Summen wird auch nicht berücksichtigt, dass man nicht mit €1.- monatlich einen ETF-Sparplan bespaßen kann
    – dazu kommt, dass die Ewigkeitsaussage über die Verzinsung reine Esoterik ist, die aber vermutlich der Geschichte vom Josefspfennig entliehen ist

    Kurz gesagt: die 300er-Regel halte ich für komnpletten Blödsinn oder aber man müsste sie erheblich anpassen. Aber selbst wenn man die absurden handwerklichen Fehler der Regel als gegeben annehmen würde, käme Folgendes dabei raus:

    … ich bin jetzt Mitte 40, bis ich anfange zu sabbern und kein Handy mehr brauche, vergehen bestenfalls 40 Jahre. Das sind 480 Monate. Das Fancy-Handy kostet mich in dem Beispiel also 480€ an Kapital, das mir in 40 Jahren fehlt, wenn ich das letzte Hemd anziehe.

    Dazu kommt … man müsste das ja noch mit der 72er Regel und 2% Inflation halbieren. Der Barwertverlust wäre dann also nur noch bei 240€. Und das auch nur dann, wenn die 4%-Regel so lange durchhält (woran es berechtigte Zweifel gibt).

    Langer Rede kurzer Sinn … die Regel ist in der von Oli geschilderten Form für die Tonne. Sorry.

    1. Moin Zapp,

      das kann ich so nicht stehen lassen. Ich setze einfach mal voraus, dass wir hier mit dem Ersparten rechnen (ist hoffentlich im Beitrag auch so rausgekommen). Also entweder durch weglassen (Coffee to go auf dem Weg zur Arbeit) oder durch günstigeren Einkauf (Gebrauchtwagen statt Neuwagen). Der Rest passt dann aber – als einfache Geldregel eben! Du kannst jederzeit Excel anschmeissen und Dir ein Modell basteln, indem Du auf die letzte Nachkommastelle berechnest. Das geht dann aber am Ziel vorbei.

      Vg, Nico

      1. Das wirst Du leider so stehen lassen müssen, denn die Regel hat gleich mehrere logische Fehler, die sich systematisch auftürmen. Fehlerfortpflanzung mit zufälligen Fehlern ist nicht so schlimm, das gleicht sich meistens aus. Fehlerfortpflanzung mit systematischen Fehlern führt unweigerlich in die Katastrophe und das ziemlich schnell.

        Was hier gemacht wird, ist eine Barwert-/Verfielfältigerberechnung mit (relativ) kleinen Summen über lange Laufzeiten – das geht irgendwann Richtung Division durch Null …

        f(x) = x:0 oder f(x) = x ^ (-n) mit n –> unendlich

        bzw. sogar Division von Null durch Null …

        f(x) = x:0 oder f(x) = x ^ (-n) mit x–> 0 und n –> unendlich

        … und das weiß nun wirklich jeder 7.-Klässler, dass man davon die Finger lässt und jeder Abiturient weiß, dass man – wenn man es denn unbedingt tun will – genau hingucken muss, wohin die Reise resp. der Grenzwert wandert. Für’s Handy funktioniert das also schon mal nicht, weswegen die Nummer mit dem Josefspfennig auch nicht funktioniert.

        Zudem rechnet Oli grundsätzlich und stumpf mit dem vollen Betrag der Anschaffung, hab’s gerade noch mal nachgelesen. Grober handwerklicher Fehler. Allenfalls funktioniert das mit dem verzichtbaren Luxusanteil einer Anschaffung.

        Wenn aber die Vermögen aus solchem Handeln zu groß werden, liegt irgendwann Marie-Antoinette unterm Fallbeil, die Gelbwesten legen den Verkehr lahm oder die Jungs vom schwarzen Block entglasen und erwärmen gratis Deinen PKW. Spätestens dann ist die Rechnung tilt.

        Wenn Du mich fragst … ich würde aus dem Bauch raus mit Faktor 100 statt 300 arbeiten und maximal 50 Jahre Laufzeit ansetzen, auf keinen Fall ewige Verzinsung.
        Dabei solltest Du das mittlerweile selbst wissen, denn die ewige Verzinsung passt für Deine Buden in Berlin schon mal nicht – die Mietpreisbremse reguliert Deine Kalkulation aktuell ganz schön ein, was ja nicht sein dürfte, wenn der Faktor 300 fix steht.

        Im Fallbeispiel Handy müsste der Verkäufer zudem auf ewig (!) Aufwand betreiben, monatlich sein Geld zu bekommen. Der Aufwand für den Verkäufer wäre enorm, der Deal wäre für ihn also grandios schlecht, ergo kann er für den Käufer nur gut sein. Genau deswegen wirst Du solche Angebote auch nie sehen – weder für ein Handy noch für ein Auto.

        Ebenfalls nicht berücksichtigt: wenn man das Fancy-Handy nach x Jahren für die Hälfte wieder verkauft, halbieren sich die fiktiven Ewigkeitskosten. Dazu findet man bei Oli im ganzen Text … nicht ein Wort. Ebenfalls ein grober handwerklicher Fehler.

        Oli ist zB auch nach wie vor der Meinung, dass eine selbstgenutzte Immobilie reiner Luxus ist. Die Meinung wird er schlagartig ändern, wenn seine Wohnung verkauft wird und dann plötzlich saniert oder auf Eigenbedarf gekündigt wird. Das ist ihm offensichtlich noch nicht passiert und ich wünsche es ihm nicht – aber in meinem Bekanntenkreis suchen gerade Leute verzweifelt ein Kaufobjekt, weil die das jetzt zum wiederholten Male erleben und einer der beiden absehbar in Rente geht, ergo in Zukunft keinen oder nur verringerten Kapitaldienst leisten kann. Die stehen also vor der Wahl, sich noch 30 Jahre lang rumschubsen zu lassen oder zeitnah auf Krampf ’ne Finanzierung zu bekommen.

        An dem Punkt ist die Rechnung mit der ewigen Verzinsung des eingesparten Luxuskapitals für die vor 30 Jahren nicht erworbene eigene Immobilie … tilt.

        1. Hallo Zapp,
          ich schreibe hier eigentlich nur, weil ich wahnsinnig gespannt bin, in welche Katastrophe der Kauf eines günstigeren Telefons führen kann? Bitte kläre mich auf. 😉
          Im Grunde gebe ich Dir natürlich Recht. Deine Kritik könnte man aber auf die meisten der immer wieder kolportierten Dogmen und Lehrsätze der FIRE-Bewegung anwenden, egal ob angenommene Aktienrenditen, langfristige Entwicklung von Finanzprodukten die erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind, konsequenter Gebrauchtkauf von Konsumprodukten etc..
          Dabei wird, zugegeben, oft radikal vereinfacht und übertrieben. Allerdings bin ich der Meinung, dass man durchaus etwas zuspitzen darf, wenn man für einen grundlegenden Bewußtseinswandel werben möchte.
          Ich bin, genauso wie Du, der Meinung, dass man dauerhaft mit einer selbstgenutzten Eigentumsimmobilie wesentlich besser fährt als ein Mieter. Aber es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass viele Immobilienkäufer hier maßlos übertreiben (Argumente: Nur einmal im Leben, ein total werthaltiges Investment, vielleicht haben wir einmal fünf Kinder) und sich dann auf einmal wundern, wenn Sie nach Scheidung oder Jobverlust wesentlich schlechter als vergleichbare Mieter dastehen.
          Daher: Prinzipiell ist es richtig, dass man eine selbstgenutzte Immobilie genauso kalkulieren muss wie ein Investitionsobjekt. Und dann sieht’s für viele Eigenheimbesitzer doch nicht mehr so günstig aus.
          Genauso ist es mit Annahmen zu Renditen und Zinseszins über Jahrzehnte: Prinzipiell richtig, bei genauerem Hinsehen kann man so langfristige Berechnungen in die Zukunft hinein aber natürlich nicht wirklich ernst nehmen.
          Was Du aber vergisst (und das geht übrigens auch vielen Crashpropheten so): Man muss nicht wie ein Lemming in die Zukunft laufen, sondern sollte ständig beobachten, wie sich Dinge entwickeln, um dann reagieren zu können und ggf. nachzujustieren. Genauso macht es Politik eben auch, das sieht dann oft wenig konsequent und vorausschauend aus, verhindert aber meistens die von Dir befürchteten Katastrophen.
          Abschließend: Ich bin überzeugt davon, dass die stàndigen Hinweise von Nico, Oli oder anderen Bloggern zur finanziellen Optimierung des eigenen Lebens wichtig und richtig sind, auch wenn sie oft im Detail kritisiert werden können. Die Richtung stimmt!

          Liebe Grüße von der Ente

        2. @ugly duck:

          Die „Katastrophe“ ist mathematisch-stochastisch gemeint, wobei es um empirische Ermittlungen geht, also reale Messwerte. Wenn Du zB irgendeine Apparatur baust, um die Lichtgeschwindigkeit zu messen und dabei einen systematischen Fehler einbaust, der sich immer wieder in der gleichen Richtung aufaddiert oder aufsubtrahiert, dann kommt man im Extremfall auf so Ergebnisse, dass die Lichtgeschwindigkeit Null sei oder doppelt so hoch wie angenommen. Spätestens dann weiß man … im System steckt ein systematischer Fehler. Ein zufälliger Fehler würde sich nur auf die Genauigkeit der Messung auswirken, d.h., Deine Ergebnisse würden alle um 300km/s pendeln und je öfter Du misst, desto genauer kannst Du den Messwert bestimmen. Kleine systematische Fehler würden das Ergebnis bzw. dessen Zuverlässigkeit und Genauigkeit immer beeinflussen, aber eben nicht komplett in die falsche Richtung drücken.

          Mir ist nach dem Sport auch gerade noch eine Sache eingefallen, warum die Aussage, dass das mit dem 1€ pro 300€ Handywert nicht funktioniert bzw, warum ich aus dem Bauch heraus sofort den 1€-Deal angenommen und die 300€ Kapital behalten hätte … denn wenn man Olis Aussage als richtig unterstellt, dass der Deal komplett (!) gleich in Bezug auf den Kauf/Eigentumsübergang sei, dann passiert Folgendes:

          1. Man geht mit 300€ Kapital in den Handyladen und
          2. nimmt den angebotenen Deal mit der ewigen Zahlung von 1€ mtl.
          3. Man verkauft (sic!) das Handy für 300€ weiter und hat damit
          4. … 600€ in der Tasche (aber kein Handy und eine mtl. Belastung von 1€

          Dann macht man das nochmal.

          Danach hat man 900€ in der Tasche, 2€ mtl. Belastung und immer noch kein Handy.

          Dann macht man das noch weitere 998 mal … und hat dann …

          … 300T€ Kapital, zahlt jeden Monat 999€ an den Verkäufer, behält das letzte Handy für sich selbst und zieht dann den Stecker, zahlt also einfach mal nicht. Der Verkäufer hat keinen Anspruch auf Rückgabe der Handys, weil Oli ja behauptet, dass der Deal einem Kauf gleichkommt (was faktisch nicht stimmt, es wäre für den Verkäufer ein schlechtes Leasinggeschäft) und darf nun hinter den mtl. 999€ herlaufen, die ihm fehlen.

          Wenn ich dann noch den Gesundheitszustand von Franz Beckenbauer habe, ist der Deal durch. Von den 300T€ kann ich locker meine Anwälte bezahlen, der Verkäufer bleibt auf seinem Risiko sitzen.

          Damit das in der Praxis funktionieren könnte, müsste der Weiterverkauf also unterbunden werden und der Verkäufer müsste einen Lichtgestalt-Gedächtnis-Risikoaufschlag ansetzen, damit er überhaupt eine Chance hat, aus dem Deal mit Gewinn rauszukommen und dieses Risiko auch noch für alle Ewigkeiten absichern. Bei einem Produkt von maximal 10 Jahren Nutzungsdauer.

          Wer an der Stelle nicht merkt, dass an der Nummer was nicht stimmen kann, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

          Im Umkehrschluss kann man also feststellen … das Fancy Handy ist halt nicht so teuer, wie dargestellt.

          Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren systematischen Fehler in der Betrachtung, Größenordnung ca. 30-50%. Den habe ich Oli btw auch schon mal erläutert, hat er leider nicht drauf geantwortet. Bin mir aber sicher, dass er das verstanden hat. 😉

          Ich bin da mittlerweile aber eiskalt. Im Job erlebe ich immer wieder Leute, sowohl im B2B als auch B2C, die versuchen, die Grundregeln der Mathematik und/oder Betriebswirtschaft auszuhebeln. Früher habe ich mich da noch echauffiert und auch engagiert, um Schäden zu vermeiden – heute schaue ich denen nur noch beim Fallen zu. Und wenn’s so weit ist, schreibe ich meine Rechnung.

          Das ist zwar zynisch – aber effektiv.

  2. Moin Nico,

    ein schöner Artikel. Ehrlich gesagt, kannte ich zwei der Regeln noch gar nicht. Da sieht man, dass man immer etwas dazu lernen kann.

    Mit der 300er Regel werde ich mich auf alle Fälle nochmal beschäftigen. Und du investierst die gesparte Differenz jedesmal und das macht deine Frau mir? Dann Hut ab, meine Frau würde wahrscheinlich einen kleinen Aufstand machen. 🙂

    Viele Grüße

    Björn

    1. Hi Björn,

      ja, Frau Finanzglück ist da ganz gut mit mir auf einer Linie unterwegs. Obwohl wir uns gerade so einen (in meinen Augen viel zu großen) Kühlschrank mit zwei Türen zugelegt haben. Es ist halt immer ein geben und nehmen – aber im großen ganzen passt es.

      VG, nico

  3. Die 72er Regel kenne ich als 70er Regel, ich glaube von Gerd Kommer. Ist aber wahrscheinlich lediglich dem einfacheren Rechnen durch die glatte Zahl geschuldet… Übrigens auch dafür geeignet um zu überschlagen, wie schnell die Inflation den Geldwert halbiert. Lässt sich dann z.B. beim Rentenbescheid nutzen: Bei 2% Inflation ist die Rente in 35 Jahren plötzlich nur noch die Hälfte wert.
    LG Felix

  4. Hallo
    Ich bin ein Budget Planer: das urlaubsbudget , das nicht aufgebraucht ist, wird sofort investiert, wenn ich shoppen gehe, investiere ich den gleichen Betrag meiner Ausgaben sofort in meinen all world etf, . So kommt übers Jahr einiges zusammen und mit der 300 er Regel habe ich ewig was davon .

  5. Hallo,
    gute Zusammenfassung dieser in der Bloggerszene gängigen Regeln. Das Anwenden dieser führt bei mir aber dazu, dass mein Glücksgefühl beim Konsum deutlich sinkt. Sprich: Ich drehe jeden Euro zweimal um. Da Sparen aber Spaß machen soll, hilft mir das somit nicht.
    Ich fahre persönlich besser mit der bekannten 2-Konten-Taktik. Ich lege einfach jeden Monat meinen Spar/Investitionsanteil zurück und den Rest verprasse ich ohne Reue, wie mir gerade ist. Damit fahre ich emotional VIEL besser. Am Ende ist mein persönlicher Erfolg im Leben immer noch die Summe der Lebenszufriedenheit aller Tage. Die unnötige Verkopfung von alltäglichen Entscheidungen geht dieser Formel zuwider.

    Cheers

  6. Hey Nico,

    hast Du auch eine Regel für die Ermittlung des Notgroschens? Ich frage mich schon seit längerem, welchen Betrag ich nicht in ETF’s investiere, sondern auf meinem Tagesgeldkonto lasse. Bisher war meine Berechnung folgendermaßen:

    -Notgroschen: Höchster Einzelwert des Hausrates (z.B. Auto), um bei Defekt Ersatz beschaffen zu können (inkl. Berücksichtigung der Inflation)
    oder
    -Erweiterter Notgroschen: Summe aller Einzelwerte des Hausrates (für den SuperGau-Fall, alles muss zeitgleich ersetzt werden) 🙂 (inkl. Berücksichtigung der Inflation)

    Gibt es andere Ideen für die Ermittlung der Reserve?

    Viele Grüße, Sascha

    1. Hallo Sascha,

      letztendlich kommt es darauf an womit du dich wohl fühlst, sprich nachts gut schlafen kannst. Wirklich brauchen tust Du einen kleineren Notgroschen. Denn selbst wenn mal ein wirklicher Notfall passiert, dann ist es nicht das Ende der Welt ein paar ETF-Anteile zu verkaufen. Das schöne an Aktien ist ja, dass sie sehr liquide sind. Du kommst sofort an das Investierte ran. Wenn der Zeitpunkt vielleicht schlecht ist, wegen niedriger Kurse, ist das nicht das so schlimm. Du musst ja nur so viel verkaufen wie Du brauchst um z.B. das Auto zu kaufen.

      Wir kommen gut mit zwei Monatsgehältern auf dem Girokonto hin. Alles andere ist investiert. Wenn eine größere Ausgabe ansteht (neue Heizung), dann sparen wir es vorher zusätzlich an.

      VG, Nico

    2. Ich halte beide deiner Varianten für deutlich zu hoch.

      In meiner Planung beachte ich durchaus auch die Wahrscheinlichkeit der eintreffenden Fälle.
      Unser Auto wird in meiner Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht plötzlich zum wirtschaftlichen Totalschaden. Selbst eine größere Reparatur würde vielleicht gerade die 1000€ knacken.
      Planbare Wartungsintervalle gehen auf ein separates Rücklagenkonto.

      Unser „Notgroschen“ varriert zwischen 1,5 und 2 Monatsgehältern.
      Allerdings haben wir zusätzlich ein Rücklagenkonto für Haus und Auto, weil es hier durchaus Planbare Investitionen gibt. (irgenwann ein neues Auto, irgendwann eine neue Heizung etc.)

      1. Hallo Nico und Bastian,

        danke für eure schnellen Rückmeldungen 🙂

        @Bastian: Wie ermittelst Du den Betrag, den Du auf Deinem zusätzlichen Rücklagenkonto vorhalten willst? Ist das die Summe aller irgendwann zu ersetzenden Einzelwerte?

        Gruß, Sascha

        1. Ein Stückweit sind das auch wieder Schätzungen.

          Unser Haus ist frisch Kernsaniert, neue Leitungen, neue Heizung, neues Dach, neue Fenster etc..
          Ich erwarte in den nächsten 10 Jahren keine außergewöhnlich hohen Belastungen.
          Also „spare“ ich einfach monatlich einen Betrag der gut in den Haushaltsplan passt, um in 10 Jahren, wenn vielleicht die ersten Reparaturen fällig werden, gewappnet zu sein.

          Das ist natürlich nicht in irgendeiner Form greifbar, aber wir fühlen uns damit gut.

          Beim Auto ist es das gleiche.

          Natürlich kann man diskutieren ob es bei den langen Zeiträumen nicht doch besser im ETF aufgehoben wäre.

        2. Beim Haus gibt’s dafür Schätzwerte pro qm Wohnfläche, hängt aber vom Zustand der Immobilie ab. Bei Neubauten ist der Betrag deutlich niedriger als bei einer Bestandsimmobilie, wobei man bei der Bestandsimmobilie auch bestehenden Reparaturstau berücksichtigen muss. Im Neubau kann man mit 1-2€/m² pro Monat rechnen … der Betrag kann locker auf 15€ ansteigen, wenn die Immobilie entsprechend alt ist und Reparaturstau hat. Bei so hohen Werten ist es dann allerdings ratsam, sich mal konkret mit Einzelposten zu beschäftigen und auch faktisch mal was am Rep-Stau zu tun.

          Beim Auto kannst Du eine lineare Abschreibung machen, die aber Alter des PKW bei Kauf, die jährliche Fahrleistung und den geschätzten Verkaufszeitpunkt berücksichtigen muss.

          Beispiel: ich habe einen PKW, der aktuell 150Tkm auf der Uhr hat, aktueller Marktwert 15T€. Fahrleistung im Jahr ~18Tkm. Wenn ich dem Auto nach weiteren 10 Jahren und Gesamtlaufleistung 330Tkm noch einen Restmetallschrottwert von 2T€ zubillige, muss ich pro Jahr 1.300€ zurücklegen … plus Inflation. Ich würde so etwas grob mit 10 statt 12 Monaten ansetzen (oder mit der anteiligen 70er-Regel für die Inflation), würde dafür also 130€ mtl. ansetzen und hätte nach 10 Jahren … 120 x 130€ + 2T€ Restwert =~ 17500€ zur Verfügung, um ein neues vergleichbares Fzg anzuschaffen.

          Den kompletten Wert von 17,5T€ direkt bei Kauf zusätzlich als Sicherung auf dem Konto liegen zu haben, ergibt keinen Sinn, weil das Risiko, dass das Auto am ersten Tag unversichert komplett entwertet wird, nahe Null liegt.

          Es sei denn, man fährt jeden Tag Rennstrecke und kann wirklich gar nicht Auto fahren. 😉

  7. @Joerg

    „Bsp: Monatl. Mietersparnis von 1.000 EUR x 200 = 200.000 EUR Barwertabschaetzung des Wohn-Vermoegensanteils“

    Tatsächlich ist der Marktpreis der Immobilien in etwa doppelt so hoch (Raum München).
    Eine halbierung der Preise kann ich mir kaum vorstellen.

    Jedenfalls ein sehr bedenkenswerter Kommentar zur Abschätzung des Risikoanteils.
    Vielen Dank.

    Florian

    1. Hab’s nur kurz überflogen, aber man darf die 200T€ fiktiven Vermögenswert aus dem Beispiel keinesfalls mit dem aktuellen Immowert gleichsetzen. Denn die Mietersparnis ist nicht gleich der Kostenersparnis, es sei denn, die Mietersparnis wäre in der Überschlagsrechnung diffizil berechnet, was aber dem Sinn einer Überschlagsrechnung widersprechen würde.

      Hab’s gerade mal mit meiner eigenen Bude und Vergleichsmiete durchgerechnet, finde den Wert grob plausibel. Ob das auch in Rand- oder Großstädten passt, müsste man mal prüfen.

  8. Gute Idee, eine zentrale Faustzahl-Sammlung aufzusetzen, Nico.

    x 200 = Faustzahl fuer die Einrechnung der gesetzl. Rente/Pension oder der Miet-Ersparnis bei eigener Immo in das pers. Vermoegen.

    Bsp: Monatl. Rentenzusage von 2.000 EUR x 200 = 400.000 EUR Barwertabschaetzung des Renten-Vermoegensanteils
    Quelle: Scheidungsrecht, Teilung von Altersvorsorgevertraegen; Podcast https://www.finanzwesir.com/blog/scheidung-ehevertrag-finanzwesir-rockt-folge69
    (in der Quelle wird Monats-Rentenzahlung [€] / 50 x 10.000 genannt; entspricht gekuerzt x 200)

    Warum ist die Einrechnung von (AltersVorsorge)AV-Renten in das priv. Vermoegen wichtig/richtig?
    Das ist (RisikoKapital)RK1-relevant. Viele fahren eine zu geringe Aktien-ETF-Quote, weil sie bereits erreichte Versorgungsansprueche nicht beachten?

    Genauso die Mietersparnis bei fortgeschritten-/abbezahlter Immo: Die kann aehnlich fakturiert werden: monatl.Netto-Kaltmiete[€] x 200 = Barwertabschaetzung der Mietersparnis
    Bsp: Monatl. Mietersparnis von 1.000 EUR x 200 = 200.000 EUR Barwertabschaetzung des Wohn-Vermoegensanteils
    (Die Kopplung an die Netto Kaltmiete ist hier realistischer / von Preisblasen abgekoppelter / konservativer als der momentane Marktpreis – denn wohnen muss man ja irgendwo)?

    Bei einem Aktien-Weltportfolio-ETF-Depot von 200.000 EUR waeren das dann nur 200k/(400k+200k+200k) 25% Aktien-Anteil am Vermoegen.
    M.E. braucht man da kein Tagesgeld/Festgeld/Rentenfonds-Anteil aus Unsicherheitsgruenden (Notgroschen reicht)?

    LG
    Joerg

    Wer sich dann immer noch nicht reich genug fuehlt: Rechne noch den Barwert deines Humankapitals fuer X Jahre ein/hoch. Spaetestens dann bist AUCH DU schon heute Millionaer (ggfls noch x 1,1 USD/EUR) 😉
    Also sei gefaelligst grosszuegiger und nicht so verkniffen – Du bist schon reich!

    1. Moin Jörg,

      sehr interessant! Das angesparte Kapital in Form einer Rente wird tatsächlich zu wenig beachtet. Ein Grund mehr bei der langfristigen Geldanlage im Zweifelsfall eher den risikoreichen Teil (sprich Aktienanteil) hoch anzusetzen. Neben gesetzlicher Rente gibt es manch mal dann auch noch die betriebliche. Die Herleitung der 200 muss ich mir nochmal genau anschauen, klingt aber erst mal passend.

      Bei Immos scheint im aktuellen Marktumfeld der Faktor 200 nicht zu passen. Das könnte eher doppelt so hoch sein.

      Vg, Nico

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