Einkommensdiversifikation: Warum Du in Deinem Job kürzer treten solltest

Einkommensdiversifikation

Stell Dir vor Du hast nicht nur einen Job. Sondern gleich sechs.

Klingt erst mal abschreckend?

Unter den sechs Jobs gibt es auch richtige Zeitfresser, in denen Du locker über 40 Stunden die Woche reißen musst. Andere nehmen dafür deutlich weniger Zeit in Anspruch.

Immer noch nicht besser?

Ok, dann stell Dir weiter vor, Du beziehst für alle sechs Jobs ein Einkommen. Für einige mehr, für andere weniger.

Aha! So langsam wird es doch interessant.

Aber ganz ehrlich, wer hat schon sechs Jobs gleichzeitig?

Ich!

Mein Einkommen setzt sich derzeit aus sechs Einnahmequellen zusammen. Und dabei wird es nicht bleiben. Ich plane in Zukunft Einkommen aus noch mehr Tätigkeiten zu beziehen und diese gleichmäßiger zu verteilen.

In diesem Beitrag beschreibe ich Dir, wie sich mein aktuelles Einkommen zusammensetzt, welche Freiheiten Dir eine Einkommensdiversifikation bringt und warum Du weniger Zeit und Energie in Deinen Job investieren solltest.

Außerdem gehe ich noch darauf ein, warum die ganze Aktiv vs. Passiv-Debatte bullshit ist, warum Dein Eigenheim Dir eine unsichtbare Rendite zahlt und was der Gipfel der Diversifikation mit Deinem Bussibärchen zu tun hat.

Viele Eier, viele Körbe

Harry Markowitz – Nobelpreisträger, Begründer der modernen Portfoliotheorie und Kurvendiagramm-Fetischist – prägte folgenden Satz:

Diversifikation is the only free lunch in investing.

Das Konzept ist simpel.

Indem Du Dein Erspartes über mehrere Investitionen verteilst, verringerst Du Dein Risiko ohne dabei die Rendite zu reduzieren.

So halte ich es auch bei meinen Aktienmarktinvestitionen.

Mit meinen drei ETFs investiere ich in tausende von Firmen weltweit. Wenn von diesen Unternehmen mal eines über den Jordan geht, um es biblisch zu halten, ist es mir kein Dorn im Auge. Die Auswirkung auf die Rendite ist kaum zu spüren.

Das gleiche Prinzip lässt sich aber auch auf das Einkommen generell übertragen.

Indem Du Dein Gesamteinkommen auf verschiedene Einnahmequellen verteilst, reduzierst Du Dein Risiko. Sollte eines Deiner Einkommen wegfallen, bringt es Dich nicht ins Schwitzen.

Du verkleinerst Dein persönliches Klumpenrisiko.

Ab 50 ruft kein Headhunter mehr an

Die meisten Arbeitnehmer haben eine eindimensionale Einkommensstruktur. Der Lohn aus dem Beruf stellt (nahezu) 100% des Einkommens.

Das Investment-Äquivalent dazu wäre eine Investition des gesamten Vermögens in nur eine Aktie. Damit kannst du einen Reibach machen. Oder aber vor die Hunde gehen.

Das Risiko solch einer Einkommenskonzentration ist immens.

Spätestens wenn die nächste Restrukturierungwelle durchs Unternehmen schwappt setzt Panik ein. Die Lebensqualität leidet. Existenzängste sind Gift für Dein Glückgefühl.

In jungen Jahren ist das vielleicht noch kein großes Thema. Aber mit zunehmendem Alter kommen die Einschläge näher. Gleichzeitig nehmen die Optionen ab. Oder wie es der Finanzwesir so schön ausdrückt:

Ab 50 ruft kein Headhunter mehr an.

Ein Jobverlust im Herbst Deiner Karriere kann dramatische Auswirkungen haben. In solch eine Situation willst Du nicht kommen.

Und selbst wenn Du in Deinem Job erfolgreich und motiviert bis in Deine 60er arbeitest, solltest Du Dich trotzdem unabhängig vom Haupteinkommen machen. Beim jährlichen Feedbackgespräch lässt Du Dich vom Chef nicht so leicht mit einer Nullrunde abspeisen, wenn Du glaubhaft vermittelst, Alternativen zu haben. Das erlebe ich immer wieder.

Passives Einkommen? Gibt’s nicht!

Aber wie machst Du Dich unabhängiger von Deinem Haupteinkommen?

Indem Du Dir neben Deiner Haupttätigkeit verschiedene Einkommensströme aufbaust. Das geht leichter als Du denkst. Und wahrscheinlich beziehst Du heute bereits mehrere Einkommen, ohne es zu ahnen.

Allgemein kannst Du Einkommen in drei große Blöcke aufteilen.

  1. Abhängige Beschäftigung – das sind Dein Job und vielleicht noch Nebentätigkeiten.
  2. Selbständige Tätigkeiten – dein Business.
  3. Passives Einkommen – die üblichen Verdächtigen: Dividenden, Mieteinnahmen, Kurssteigerungen, …

Idealerweise verteilst Du Dein Einkommen über diese drei Blöcke.

Aber Moment mal. Passives Einkommen? War da nicht was?


Kleiner Exkurs Nummer 1: Warum die Aktiv vs. Passiv-Debatte bullshit ist

Alle Tage wieder flammt auf den diversen Finanzblogs und Foren die Debatte über passives Einkommen auf.

Kann Einkommen wirklich passiv sein?

Man muss doch erst mal viel Schweiß und Erspartes ins ETF-Portfolio stecken, bevor die Moneten in Form von Dividenden auf dem Konto landen? Passiv ist das nicht.

Ist man als Vermieter wirklich passiv, wenn man den Mietnomaden am Schlafittchen aus der Souterrainwohnung zerrt?

Sind Erträge aus Affiliate-Links passives Einkommen, wenn die Vergütung beim Bloggen niedriger ist als der bulgarische Mindestlohn von 1,57 Euro pro Stunde?

Nein.

Es gibt kein rein passives Einkommen. Selbst wenn jeden Morgen ein Helikopter 100-Euro-Scheine über Dich regnen lässt, musst Du immer noch aktiv Dein Hintertürchen auf Kniehöhe senken um die Banknoten aufzuheben.

Genauso wenig gibt es rein aktives Einkommen. Wenn ich im Sommerurlaub meine Piña Colada in der Frenchman‘s Cove aufschlabber, fließt mein Gehalt trotzdem weiter.

Es gibt Einkommen, die sind aktiver oder passiver als andere. Darauf können wir uns einigen.

Mein Ziel ist es das Gesamteinkommen so weit wie möglich in die passive Ecke zu drücken.


Jetzt wird Tacheles geredet

Wie sehen denn jetzt meine sechs verschiedenen Einkommen aus?

1. Reguläres Einkommen

Der Klassiker: die abhängige Beschäftigung. Hier fließt der Großteil des Einkommens und auch meiner wertvollen Lebenszeit hinein. Es ist noch einmal unterteilt in einen „sicheren“ Anteil in Form eines Grundgehaltes und einem „unsicheren“ Teil in Form einer variablen Vergütung.

Mein Ziel ist es diesen Anteil in nicht allzu ferner Zukunft zu reduzieren, bzw. irgendwann komplett verschwinden zu lassen (wie genau erkläre ich hier)

2. Mieteinnahmen

Diese Einnahmen beziehe ich aus meinen beiden vermieteten Eigentumswohnungen im Prenzlauer Berg. Wieviel Einkommen ich daraus generiere und wie die Rendite aussieht kannst Du hier lesen.

Die Mieteinnahmen sind erstaunlich robust und korrelieren kaum mit meinen anderen Einkommensquellen (einer der Gründe warum ich in Immobilien UND den Aktienmarkt investiere).

Die Miete wird in Zukunft steigen – ich gehe mindestens von einem Anstieg in Höhe der Inflation aus, wahrscheinlich noch darüber hinaus. Es ist noch offen, ob ich in Zukunft weitere Immobilien zur Vermietung erwerben werde. Derzeit passt es erst mal. Sollte es mal zu größeren Verwerfungen mit meinen Mietern kommen, kann ich mir auch einen Verkauf vorstellen.

3. Dividenden und Kurssteigerungen

Das ETF-Portfolio der Finanzglückfamilie wächst stetig. Alle paar Monate füttern wir es, indem wir neue Anteile kaufen. Wir haben ausschließlich ausschüttende ETFs. Aus den Dividendenerträgen könnten wir mittlerweile schon einen kleinen, aber feinen Teil unserer Lebenshaltungskosten decken. Die Kursgewinne werden wir erst anfangen zu realisieren, wenn der Anteil aus meinem regulären Einkommen reduziert wird.

Dieses Einkommen wird wegen des Zinseszinseffektes und Dividendensteigerungen automatisch steigen.

4. Affiliate-Einkommen

Good-old-Finanzglück. Sinn und Zweck des Blogs war (und ist) es nicht Einkommen daraus zu beziehen. Es ist vielmehr ein sehr zeitintensives Hobby. Mein Lohn der „Arbeit“ ist der Gewinn von Human-Kapital und die Ehre unglaublich tolle Menschen über den Blog kennenzulernen.

Nichtsdestotrotz habe ich vor ein paar Monaten ein Gewerbe angemeldet und ein paar Affiliate-Links auf Finanzglück gesetzt – hauptsächlich im Zusammenhang mit meinen Lieblingsbüchern.

Die Einnahmen aus diesen Affiliate-Links decken zumindest die direkten Kosten um den Blog am Laufen zu halten. So brauche ich neben dem Zeiteinsatz nicht auch noch draufzuzahlen.

Der Blog hat enormes Potential. Wenn ich irgendwann mal mehr Zeit in Finanzglück investieren möchte, kann ich auch bei den Einnahmen ordentlich zulegen. Es gibt noch einige Low Hanging Fruits zu pflücken!

5. Kindergeld

Die finanzielle Entlohnung meines kräfteraubenden Vaterdaseins.

388 Euro staatliche Entschädigungszahlung dafür, dass Heiermann mich morgens viel zu früh mit einem lauten „Papaaaa“ weckt, ich am Gestank einer Windel die Besinnung verliere oder mir von meiner kleinen Groschen die Banane aus dem Frühstücksmüsli geklaut wird.

Kindergeld ist eine feine Sache. Die Kohle fließt, komme was wolle. Die Einnahmen decken einen Großteil der Kosten, die wir mit unseren Lütschen haben.

6. Unser Eigenheim

Ich gehe direkt in Deckung…

Ein Eigenheim bringt Dir kein Einkommen! Es kostet Dich nur Geld und ist damit auch keine Investition! Bla, bla, bla, …

Sorry, Kameraden im Geiste, aber das stimmt einfach nicht.


Kleiner Exkurs Nummer 2: Warum Dein Eigenheim eine renditebringende Investition ist

Du wirst kaum einen Finanzblogger finden, der ein Eigenheim als Investment ansieht. Meist sind die eigenen vier Wände sogar ziemlich verpönt.

Warum ist das so?

Vieles geht zurück auf das durchaus lesenswerte Buch „Rich Dad – Poor Dad“* von Robert Kiyosaki. Darin definiert er eine Investition dadurch, dass es Einkommen generieren muss. Ein Eigenheim kostet nur Geld. Daher ist es eine Verbindlichkeit.

Wenn Du nach dieser strikten Definition gehst ist ein Eigenheim keine Investition. Das stimmt. Aber die Definition macht keinen Sinn.

Was Dich letztendlich interessiert, ist welchen Unterschied eine Investition auf Deinen Kontostand macht.

Ein Beispiel: Vergleichen wir (stark vereinfacht, Steuern außen vor) die Investition in eine vermietete Eigentumswohnung mit dem Kauf eines Eigenheims. In beiden Fällen kaufst Du die gleiche Wohnung. Die Immobilie wird komplett mit Eigenkapital bezahlt (keine Finanzierung).

Solltest Du die Wohnung nach dem Kauf vermieten, zahlt Dir der Mieter eine Kaltmiete von 1.000 Euro pro Monat. Nach Abzug von Kosten und Instandhaltungsrücklage fließen davon 750 Euro als Rendite auf Dein Konto.

Alternativ kaufst Du die gleiche Wohnung und ziehst aber selber ein. So sparst Du die Kaltmiete von 1.000 Euro, die Du sonst einem anderen Vermieter für diese Wohnung hättest zahlen müssen. Du trägst auch hier Kosten und legst eine Instandhaltungsreserve an (beides zusammen 250 Euro). Am Ende des Monats hast Du nach Deinem Investment 750 Euro mehr auf dem Konto als vorher.

In beiden Fällen – Kauf zur Vermietung oder als Eigenheim – hast Du den gleichen positiven Cash-Flow auf Deinem Konto, nämlich monatlich 750 Euro mehr, als wenn Du die Investition nicht getätigt hättest.

Ob ein Eigenheim eine gute oder schlechte Investition ist, lassen wir mal dahingestellt. Auch ist die Motivation zum Kauf vielleicht eine andere (Rendite- vs. Lifestyle-Entscheidung). Das ändert aber nichts daran, dass Dein Eigenheim eine finanzielle Investition ist, die Dir eine (unsichtbare) Rendite in Form gesparter Miete bringt.


Als stolzer Eigenheimbesitzer generiert mir unser gepflegtes Reihenmittelhaus eine monatliche unsichtbare Rendite. Sie ist derzeit noch nicht Cash wirksam, da wir so viel Geld wie möglich in die Tilgung der Schulden stecken.

Aber in ein paar Jahren, wenn die Immobilie abbezahlt ist, wird die unsichtbare Rendite unseres Eigenheims immens sein. Es ist eine direkte (Miet-) Ersparnis auf unser versteuertes Einkommen.

Heiraten aus Liebe Diversifikationsgründen

Dies sind die sechs Einkommen, die ich derzeit beziehe.

Drei Kandidaten habe ich noch nicht mit aufgenommen.

Streng genommen habe ich auch noch ein Einkommen als Ehemann. Frau Finanzglück arbeitet mittlerweile wieder in Teilzeit und trägt zum Familieneinkommen bei.

Die Ehe/Partnerschaft, vorausgesetzt sie hält, ist die ultimative Einkommensdiversifikation. Sollte ein Partner zusammenbrechen springt der andere ein. Also hege und pflege Dein Bussibärchen – und sei es nur aus finanziellen Gründen!

In Zukunft werden automatisch noch zwei Einkommen hinzukommen. Ich werde in einem Vierteljahrhundert noch eine gesetzliche und eine betriebliche Rente beziehen. Wie hoch auch immer sie ausfallen mögen.

Mein aktuelles Ziel ist es alle Kosten (inklusive Kreditzinsen) unserer Familie aus meinem Grundgehalt decken.

Alle anderen Einkommen – variabler Lohn, Mieteinnahmen, Dividenden, Affiliate-Einkommen, Kindergeld, Frau Finanzglücks Einkommen – fließen direkt in die Tilgung unserer Immobilienschulden.

Das hat oberste Priorität.

Was dann noch übrig bleibt, nutzen wir zum Aufbau unseres ETF-Depots und für die ETF-Sparpläne unserer Kinder.

Der Fall der Fälle

Was passiert, wenn ich eines meiner Einkommen verliere?

Ich könnte einen Wegfall aller Einkommen außer meinem Lohn locker verkraften. Die Kosten sind durch mein Grundgehalt gedeckt und wir würden einfach weniger sparen.

Bei meiner abhängigen Beschäftigung – meinem Tagesjob – sieht die Sache etwas anders aus. Darauf bin ich noch angewiesen um unseren Schuldenberg – oder eher Schuldenhügel – abzubauen.

Aber nehmen wir mal den Fall an ich würde morgen überraschend vor die Firmentür gesetzt werden.

Die Mieteinnahmen, Dividenden, Kindergeld und das Affiliate-Einkommen würden weiter fließen. Das deckt jetzt schon einen guten Teil unserer monatlichen Kosten.

Die Tilgungssätze der Kredite von Wohnungen und Eigenheim kann ich kostenlos bis auf ein Minimum reduzieren. (Die kostenfreie Möglichkeit zum Tilgungssatzwechsel ist eines der machtvollsten Optionen in Immobilienfinanzierungen – und mir persönlich noch wichtiger als Sondertilgungsrechte. Im Idealfall hast Du beides.) Durch die Reduktion des Tilgungssatzes erhöhe ich unseren monatlichen Cash-Flow, indem ich die Ausgaben senke.

Mit Frau Finanzglücks Teilzeit-Einkommen kommen wir wahrscheinlich schon über die Runden. Vielleicht würde sie auch noch ihre Stunden erhöhen wollen. Wenn nicht, dann verkaufen wir einige ETF-Anteile um zunächst die Lücken zu stopfen.

Gleichzeitig tun sich neue Einnahmequellen auf. Ich würde mehr Zeit mit Finanzglück verbringen und hier Einkommen generieren. Unser Gästezimmer könnte ich auf AirBnB vermarkten – gerade zu den Frankfurter Messe-Zeiten. Ich würde mir einen Nebenjob suchen für die Zeit wenn die Lütschen in der Kinderbetreuung sind. Irgendetwas was mir Spaß macht.

Ich bin mir sicher, innerhalb kürzester Zeit durch verschiedene Quellen den Einkommensverlust meiner Haupttätigkeit auffangen zu können. Zumindest genug um unsere monatlichen Kosten zu decken.

Ein möglicher Jobverlust macht mir daher keine Angst.

Und genau darum geht es.

Im Zweifel für die Rüsselmaus

Du gewinnst Freiheit indem Du Dein Einkommen auf verschiedene Quellen verteilst.

Finanzielle Freiheit ist nichts anderes als ein Leben ohne Angst vor finanziellen Engpässen.

Deine breit gestreuten Investitionen und Einkommen bieten Dir ein finanzielles Sicherheitsnetz. Der Ausfall einer Einkommensquelle bringt Dich nicht in Schwierigkeiten. Du wirst antifragil*.

Je breiter Du Deine Einkommen streust und je passiver Du sie gestaltest, desto unabhängiger machst Du Dich und desto mehr Zeit hast Du zu Deiner freien Verfügung.

Überlege Dir also gut, ob Du wirklich Deine gesamte Zeit und Energie in Deinen Hauptjob investieren möchtest.

Vielleicht ist es besser kürzer zu treten und andere Einkommensquellen zu erschließen. Durch die meisten Hobbies lässt sich auch ein Einkommen generieren, sei es als Hobby-Fotograf, Segler, Heimwerker, Gärtner oder Rüsselmaus-Züchter.

Einkommensdiversifikation macht Dich nicht nur finanziell widerstandsfähiger, sondern wahrscheinlich auch glücklicher.

Welche Einnahmequellen hast Du? Könntest Du Dir vorstellen Dein Haupteinkommen durch mehrere kleinere Einkommen zu ersetzen? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!


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44 Kommentare

  1. Moin,

    sehr gelungener Artikel👍
    Kann mich voll und ganz anschließen😉

    Neben deiner bereits erwähnten Einkommen, wär bei mir noch ne 2011er PV-Anlage, ne Zweite kommt noch dieses Jahr hinzu.

  2. Moin Nico!
    Ich bin bekanntlich ein sehr großer Freund der Diversifikation 🙂
    Schönes und wichtiges Thema! Sowohl bei meinen Investitionen als auch bei meinen Einkommensströmen bin ich breit aufgestellt. Es fühlt sich für mich einfach besser an.

    Das Streuen über mehrere Anlageklassen beim Investieren ist vielen ja noch bekannt. Bei den Einnahmen beschränkt es sich meist auf das Hamsterrad (sorry, der Begriff darf hier einfach nicht fehlen :P). Bei einigen kommen noch Mieteinnahmen dazu und bei Dividenden und Kurssteigerungen wird es schon dünn. Wir sind leider kein Volk von Aktionären. Andere Einkommensströme kann man in der Kategorie „unter ferner liefen“ clustern.

    Dabei fährt der weitaus größte Teil der privaten Vermieter noch eine Negativrendite ein oder rechnet sich sein (fremdfinanziertes) Eigenheim schön, so wie du.

    Kindergeld als Einnahmequelle zu sehen halte ich auch für gewagt. Die Ausgaben für Prinz und Prinzessin liegen in der Gesamtbetrachtung deutlich höher, als das was Vater Staat dafür rausrückt. Das soll nicht heißen, dass man auf Kinder verzichten soll aber eine Einnahmequelle ist das genauso wenig wie das Eigenheim. Dennoch freut man sich natürlich, dass man die Kosten für den Nachwuchs nicht komplett aus eigener Tasche bestreiten muss.

    Auch mit der Ehe ist es so eine Sache. Die „Investition“ hat vielen schon jegliche Chance genommen irgendwann mal wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Die Scheidungsrate ist einfach zu hoch, als hier von ner sicheren Nummer als (zusätzliches) Einkommen zu sprechen. So lange es hält, ist es super. Andernfalls ist es oft das bittere Ende jeglicher gutgemeinter finanzieller Planungen – und zwar für beide. Da kann man auch mit binären Optionen zocken und gucken, ob es gut geht 😉 Man kann sich natürlich auch vor dem Schlimmsten absichern. Aber blind vor Liebe heißt es da vielerorts: Rosenkrieg statt Ehevertrag!

    Meine Einnahmen bestreite ich aus folgenden Quellen:
    – Mieten und Untermieten: Immobilien. Dabei diversifiziert über einige Eigentumswohungen, Airbnbs, Garage und Kellerraum.
    – Miete: Transportervermietung. Große Kastenwagen, die in guten Wochen fast jeden Tag vermietet sind. Funktioniert in Frankreich super – in Deutschland eher schleppend.
    – Dividenden: Einzelaktien, Fonds, ETFs, REITs, BDCs, etc. alles extrem breit gestreut und zunehmend auf Einkommen umstellend.
    – Dividende: Wohnungsbaugenossenschaften. Ziemlich sicheres Ding und mit ca. 4% Zinsen vor Steuern dafür recht lohnenswert. Dazu: https://www.freakyfinance.net/2017/03/16/genossenschaftsanteile-als-risikoarme-anlagem%C3%B6glichkeit/
    – Zinsen: Tages- und Festgeld (wahrscheinlich eher negativ rentierend), alte Bausparer, P2P-Kredite und Crowdinvesting P2P und Crowd über 20 Anbieter verteilt).
    – Blog: Naja, es kommt was rein. Das würde den Auffwand nicht rechtfertigen aber die Kontakte und die Ideen, die daraus entstehen lassen sich in bare Münze verwandeln 🙂

    Die meisten Sachen davon kann man als „unternehmerische Tätigkeit“ sehen. Passiv ist das alles eher nicht. Schön, dass du das auch noch mal klargestellt hast 🙂

    Derzeit bin ich dabei, mit einem meiner besten Freunde eine Idee für einen weiteren Einkommensstrom umzusetzten.

    Mit den genannten Einkommen kann ich momentan meinen Lebensunterhalt finanzieren. Trotzdem gehe ich noch einem Angestelltenverhältnis nach. Stundenreduzierung (28h) und längere Auszeiten (habe im Sommer 4 Monate frei) sind aber dank meiner anderen Einkommenströme möglich. Die Stunden kann man noch weiter reduzieren und die Auszeiten können länger werden. Mein Job behalte ich trotzdem so lange wie möglich. Er bietet Sicherheit für alle Fälle, zahlt mir die Hälfte meiner Krankenversicherung, stopft meine Betriebsrente (25 Jahre gleiche Firma) und tut mir nicht weh. Wenn man mich dort eines Tages nicht mehr will, bin ich zwar beleidigt aber finanziell kann ich es verkraften.

    Ich kann nur jedem empfehlen, sich unabhängier von einzelnen Dingen zu machen. Man lernt so viel und hat viel mehr Möglichkeiten.

    Auch wenn ich einzelne Punkte ein bisschen anderes sehe als du und du wahrscheinlich einige meiner Ausführungen nicht für ideal erachtest sind wir uns in der Sache grundsätzlich einig 🙂
    Danke nochmal für das Verbreiten dieser wichtigen Message!

    Beste Grüße
    Vincent

    1. Morgen Vincent, da bist Du mir mit einigen Punkten wohl zuvor gekommen, wie ich gerade feststellen muss. 😉 Das hat man also davon, wenn man den Artikel daheim beim Frühstück liest und erst im Zug einen Kommentar verfasst. 🙂

      Grüße

      1. Grüß dich Dominik!
        Ich habe deine Punkte auch zustimmend zur Kenntnis genommen 🙂
        Wir haben einfach gleichzeitig unsere ausführlichen Kommentare getippt.
        Dass sich die Gedanken teilweise überschneiden konnten wir ja nicht wissen.
        Aber ist doch gut, dass es auch Leute gibt, die meinen, dass Eigenheim, Ehe und Kinder wohl eher nicht aus dem Angestelltenverhältnis befreien 😉

        Nicht, dass der eine oder andere noch meint, dass Hamsterrad durch das „Kanninchenrad“ ersetzten zu können 😛

        Beste Grüße
        Vincent

    2. Moin Vincent,

      Du tanzt mit Deinen Investitionen ja wirklich auf allen Hochzeiten!

      Womit wir beim Thema sind. Klar, wenn die Ehe in die Brüche geht sind die negativen finanziellen Auswirkungen dramatisch. Gerade mit Kindern. Ich bin da auch nicht ganz blauäugig. Ohne Ehevertrag hätte ich meiner Liebsten den Ring nicht an den Finger gesteckt. Aber auch mit Ehevertrag hängst Du bei einer Trennung finanziell voll mit drin. Ich würde eine Scheidung sogar als mein größtes finanzielles Risiko betrachten. Nichtsdestotrotz ist eine Partnerschaft – wenn sie denn hält! – finanziell eine ganz feine Sache. Kosten, Diversifikation, Steuern, … Im Team kommst du finanziell deutlich besser über die Runden.

      VG, nico

      1. Hi Nico,
        da sind wir uns doch einig. Ehe ist super solange es funktioniert.
        Wenn nicht ist zu 90% Game Over!
        Einmal „falsch abbiegen“ in all den Jahren und dieses altmodische Konstrukt fliegt dir komplett um die Ohren. Das Geile dabei ist, dass du dabei nicht mal selber der „Falschabbieger“ sein musst 😛

        Und richtig: Ein Ehevertrag mildert die Katatrophe auch nur begrenzt.

        Man was hab ich da im privaten Umfeld für Dinger erlebt. Die Leute sind bis heute nicht wieder richtig auf die Beine gekommen. Finanziell – und mental kann dich das auch richting und dauerhaft runterreißen!

        Eine Trennung ist doch beschissen genug – da mach ich es mir doch nicht noch komplizierter!

        Ich wünsche allen eine beständige und glückliche Ehe. Aber für mich ist das nix!

        Beste Grüße
        Vincent

      2. „Ich würde eine Scheidung sogar als mein größtes finanzielles Risiko betrachten. Nichtsdestotrotz ist eine Partnerschaft – wenn sie denn hält! – finanziell eine ganz feine Sache. Kosten, Diversifikation, Steuern…“

        Moin Nico,

        was ist eine Ehe für Dich denn nun? Eine finanzielles Risiko oder Diversifikation? Beides geht nicht!
        Diversifikation soll ja gerade finanzielle Risiken senken, aber eine Ehe schafft welche. Als Mehrwert einer Ehe führst Du an, dass Deine Gattin nun wieder arbeitet. Das verstehe ich nicht. Ich nehme an, dass Deine Gattin auch ohne Ehe halbtags arbeiten gegangen wäre, oder?

        Mir kommt es ohnehin etwas merkwürdig vor, dass Du das Gehalt Deiner Gattin als Deinen (!) Einkommensstrom siehst. Das zukünftige Gehalt Deiner Kinder siehst Du scheinbar (so muss ich es verstehen) auch gleich als Dein Geld an.
        Ich fürchte, da wird man Dich im Fall des Falles eines Besseren belehren.

        Das alle Dinge (auch eine Ehe) eine tolle Sache sein können, wenn sie funktionieren, ist trivial. Mit der Argumentation können binäre Optionen auch eine tolle Sache sein. Sie müssen dann aber auch funktionieren.

        Das mit der selbst genutzten Immobilie als Investition ist auch solche eine Sache: Es ist im Normalfall ein riesiger Klumpen. Eine Beteiligung am Straßenausbau reicht, und das war es denn mit der Rendite.
        Aber man ist ja diversifiziert und hat dann noch die Ehe. Herzlichen Glückwunsch! Haus und Familie, das haben schon viele gehabt, und es ist auch wirklich nicht schwer.

        Hm…nun ist es doch negativer geworden als es eigentlich werden sollte.
        Aber das macht ja nichts! Das ist dann eben die Diversifikation zu den positiven Meinungen.

        Gruß:

        1. Moin Schwachzocker,

          Du hast recht, es ist doch negativer geworden als es eigentlich sein sollte.

          Ich bin stolz darauf, dass hier auf Finanzglück eine angenehme Kommentarkultur herrscht. Gerne kontrovers, aber immer höflich und jeder Kommentar sollte einen Mehrwert für die Anderen bieten. Du findest hier keine Leute die einfach nur meckern um Dampf abzulassen. Die schalte ich nicht frei. Es gibt genügend andere Blogs und Foren, auf denen sie sich stattdessen austoben können. Aber nicht hier.

          Gerne kannst D u hier kommentieren. Aber dann nur höflich in der Sache und mit Mehrwert. Nur meckern geht nicht. Bitte beherzige das beim nächsten Mal.

          VG, Nico

          PS: Übrigens, bei der Entscheidung Frau Finanzglück zu heiraten haben finanzielle Themen keine Rolle gespielt.

  3. Hi Nico, sehr interessant geschrieben und viel Wahres enthalten. 🙂 Trotzdem noch ein paar Anmerkungen:
    1. Die Überschrift ist natürlich absichtlich provokant gewählt, aber ich sehe für Otto Normalverbraucher keinen Grund, im Job kürzer zu treten. Die Alternativen, die Du hier vorstellst, sind meiner Meinung nach keine. Das Gehalt steigt (häufig, nicht immer) mit Arbeitseinsatz und Beförderungen überproportional an. Beim Nebenjob wird die Bezahlung im Regelfall bedeutend schlechter ausfallen. Die Rendite wird beim zusätzlichen Nebenjob (so gut wie immer) ganz klar kleiner ausfallen.. Abgesehen davon tritt man im Job nicht kürzer, nur weil man nebenbei noch ein paar Stündchen investiert, um ETFs zu kaufen. Auch das mit der Frau als zweite Einkommensquelle ist kein Grund im Job kürzer zu treten. 😀 Ohne Frau und Kinder hätte man wohl mehr Geld zur Verfügung. Auch wenn das Kindergeld sicher nett ist, hätte man z.B. kein Eigenheim in dieser Größe..
    2. Der Vergleich von Kaufen oder Mieten ist eine Milchmädchenrechnung. Nicht böse gemeint, aber da gibt es nicht nur die zwei Akteure Vermieter und Mieter. Das ist kein Nullsummenspiel zwischen den beiden. Der Staat und die steuerlichen Vorteile für den Vermieter spielen da eine entscheidende Rolle. Da der normale Bürger ein Haus auf Pump kauft, muss man auch Zinsen berücksichtigen und eventuelle Opportunitätskosten. Die fallen bei Nicht-Eigennutzung trotzem an. Als Investitionsobjekt sind sie aber teilweise abschreibbar. Selbstgenutzt muss alles selber bezahlt werden. 🙂

    Die Grundaussage regt sehr zum Nachdenken an und ist auch vollkommen wahr, aber für diese Einkommensströme tritt man im Job nicht kürzer. Sie ergeben sich teilweise sogar daraus, dass man im Job Vollgas gegeben und sich diese „Freiheiten“ erarbeitet hat.

    Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

  4. Guten Morgen meine Herren,

    Ich habe mir schon gedacht, dass das Eigenheim die ersten Proteste auslöst 🙂

    Das mit den Steuern ist so eine Sache. Es ist korrekt, dass man als Vermieter vieles gegen die Miete rechnen kann. Abschreibung, Zinsen, Kosten und mit etwas Kreativität noch einiges mehr. Das erfreut mich immer wieder, wenn ich meine Steuererklärung vorbereite. Der zu versteuernde Anteil der Mieteinnahmen ist deutlich geringer als die Kaltmiete, die mir mein Mieter zahlt. Da sind wir ganz beieinander.

    Aber der Effekt einer Mietersparnis kann steuerlich noch höher sein. Wir reden von einer Ersparnis aus dem Nettogehalt. D.h. um diese Miete zu bezahlen müsste ich ein höheres Bruttogehalt erwirtschaften. Anders gesagt: Du musst Deine gesparte Miete (unsichtbare Rendite) gar nicht versteuern. Wie heftig dieser Effekt ist kannst Du in dieser Berechnung meiner finanziellen Freiheit sehen. Durch das Eigenheim (und unser progressives Steuersystem) sollte es möglich sein in der finanziellen Freiheit die Steuerlast auf (oder gegen) null zu drücken.

    Die pauschale Aussage, dass der Vermieter gegenüber dem Eigenheimbesitzer steuerlich im Vorteil ist würde ich daher so nicht unterschreiben.

    Es ist genauso falsch anzunehmen, dass bei einem Kauf vs. Mietvergleich immer Mieten gewinnt. Auch hier kommt es darauf an. Oft steht bei Eigenheimentscheidungen nicht die Rendite im Vordergrund und daher lohnt es sich für viele Eigenheim Besitzer finanziell nicht. Aber in unserem Fall sollte ich mit dem Eigenheimkauf besser wegkommen als mit einem alternativen Mietszenario – selbst wenn ich ein solides Modell wie Gerd Kommers Miet/Kauf-Rechner nutze und konservative Annahmen zugrunde lege.

    Es kommt also auch hier drauf an.

    VG, nico

  5. Moin zusammen,
    die alte Mieten oder Kaufen „Gretchen-Frage“.:)

    Vincent hat es gut formuliert…man kann sich das Eigenheim auch schön rechnen…und das machen auch alle meine Freunde, die in Finanzbildung den deutschen Durchschnitt darstellen. Das halbe Dutzend meiner Bekannten, die es aufgrund sehr guter Jobs und steiler Karrieren schon mit Ende dreißig zu einem netten Vermögen gebracht haben, investieren in Berlin sehr gern in vermietete Immobilien – und wohnen alle selber auch zur Miete.
    Und da halte ich mich treu an Rich Dad Poor Dad: Schau, wie es die Reichen machen!:D

    LG
    Djerun

    1. Moin,
      so halte ich es auch! Ich nenne 7 Immos mein eigen und wohne selber voller Freude zur Miete.
      So eine Bude hat ja auch einen Lebenszyklus. Wenn man den über viele Jahre betrachtet kommt da doch einiges auf die Eigenheimbesitzer zu (das 1,5 fache der Herstellungskosten über 80 Jahre mal so als Richtwert). Da wundern sich doch einige wenn sie irgendwann nach über 30 Jahren mit der Tilgung durch sind, dass sie immer noch einen Haufen Kosten an der Backe haben. Wohngeld und Instandhaltung sind heftige Posten. Klar sind in der Miete auch mit drin. Aber dann kommt wieder die Frage was man steuerlich Absetzen kann und dies und das. Soll jeder machen wie er sich wohl fühlt. Aber den Job kündigen, weil man (unter anderem) ein Eigenheim besitzt wird nicht klappen!

      Gruß
      Vincent

  6. Ich sehe das eher zwiespältig…ich fahre so ein „Streumodell“ schon seit einigen Jahren. Morgens arbeite ich 4 Stunden im Bürojob, das ist mein „Grundgehalt“. Und dann arbeite ich freiberuflich mehr oder weniger nebenher als Chorleiterin und habe zwischen 4 und 5 Chören am Laufen. Das ist quasi mein zweites Standbein….

    Allerdings merke ich mit zunehmendem Alter (werde bald 50), wie anstrengend das alles ist. Ein sehr belastender Punkt ist für mich, dass die freiberufliche Tätigkeit nicht „abgesichert“ ist. Sprich, wenn ich krank werde und diese nicht ausüben kann, fällt das Einkommen weg. Ich habe zwar so eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen, die dann wenigstens nach 6 Wochen ein bisschen was zahlt, aber viel ist das nicht, und die 6 Wochen fallen komplett raus. Außerdem kann ich quasi nie sagen, ich bin jetzt erkältet und bleibe mal 2 Tage zuhause…so eine freiberufliche Tätigkeit birgt irgendwie auch viel Verantwortung, und bisher habe ich es noch nicht geschafft, mich da quasi „abzumelden“ wegen krank (ich werde im Gegenzug dazu einfach niemals richtig krank…). Außerdem ist das mit dem Urlaubnehmen auch ziemlich schwierig, weil ich mich da mit sehr vielen „Stellen“ oder Personen absprechen muss.
    Wenn ich mir dagegen vorstelle, ich hätte einfach einen einigermaßen ordentlich bezahlten Hauptjob und sonst nichts…das wäre ein Traum. Darauf arbeite ich ehrlich gesagt auch hin und habe gerade eine Prüfung geschrieben, die mich da vorwärts bringen soll (noch bin ich keine 50 und vielleicht meldet sich ein Headhunter? ;)).
    Für mich hat alles Vor- und Nachteile. Natürlich kann man im Hauptjob entlassen werden. Normalerweise bekommt man dann aber ne Weile Alg I, oder? Bei mir wäre das extrem wenig, weil ich ja nur 20 Stunden pro Woche arbeite und ein lächerlich geringes Gehalt verdiene…noch ein Minuspunkt!
    Am Vermögensaufbau arbeite ich zwar schon eine Weile und habe auch ein ordentliches Polster auf der Seite, aber für finanzielle Freiheit reicht das in meinem Leben wahrscheinlich nicht mehr (den Kindern und der Scheidung sei dank….). Und so erscheint mir ein gut bezahlter Hauptjob im Moment wie ein wunderbarer Traum….

    1. Hi Ursula,

      vielen Dank für Deinen Einblick.

      „The grass is always greener on the other side of the fence”. Für mich klingt Deine Jobsituation erst mal gar nicht schlecht – sogar erstrebenswert – während Du Dir im Prinzip meine Situation mit einem Hauptjob wünscht. Die Hälfte der Arbeitszeit arbeitest Du in einem Job, der die Grundversorgung sichert und die andere Hälfte für Deine Leidenschaft (ich nehme mal an Du bist Chorleiterin weil Du es gerne machst). Der Knackpunkt scheint die schlechte Bezahlung in der Teilzeitstelle zu sein in Kombination mit teurer Scheidung und Kosten durch Kinder. Wäre die Bezahlung besser, könntest Du Deine freiberufliche Tätigkeit runterfahren wenn es zu viel wird und es eher genießen. Hoffentlich klappt es mit der Fortbildung.

      Gibt es alternative Möglichkeiten mit Deiner Leidenschaft Geld zu verdienen? Mir fehlt hier gerade etwas die Fantasie.

      VG, Nico

      1. Hallo Nico,

        ja, stimmt…wenn der Hauptjob besser bezahlt wäre…allerdings ist ein kniffliger Punkt, eine gute Bezahlung zu kriegen (oder eben einen verantwortungsvollen Job mit guter Bezahlung) wenn man nicht Vollzeit arbeitet…denn tatsächlich wird es bei Vollzeit schwierig, das mit den Chören auch noch laufen zu lassen. Und mit der Chorarbeit mehr zu verdienen geht praktisch gar nicht, weil das eben etwas ist, was als Hobby gemacht wird und das abends stattfindet und auch nur eine sehr begrenzte Zeit (1,5-2h). Auch wenn ich da einen guten Stundenlohn habe, kommt da nicht sehr viel zusammen…andererseits ist das wirklich meine Leidenschaft und auch das, was ich richtig gut kann, ich bekomme unheimlich viel positives Feedback und auch viel Anerkennung von den Menschen, mit denen ich arbeite…Ich hoffe dass ich irgendwie etwas finde, wo ich alles das zusammen miteinander verbinden kann…Buchhaltung und Chorleitung…und bleibe einfach offen für die Vorschläge vom Universum! 😉

        1. Ich kenne dieses Spiel aus eigener Erfahrung. Und ich glaube, dass wir uns an anderer Stelle schon mal begegnet sind 😉
          Ich halte es fast genauso: 20 Stunden in einem (relativ gut bezahlten) Hauptberuf. Der versorgt mich erstmal mit einem Anspruch auf die Leistungen der Sozialversicherung. Ich zahle den halben Krankenkassenbeitrag und wenn ich zum Arzt gehe, bekomme ich die volle Leistung. Klar, die (gesetzliche) Rente fällt geringer aus, falls es nach (Stand heute) 36 Jahren, die ich bis dahin noch arbeiten muss, überhaupt noch eine gibt. Da muss ich entsprechend gegensteuern. Arbeitslosengeld ist so ein Thema, ja. Aber wenn man weiß, dass man im Falle einer Arbeitslosigkeit die Nebentätigkeiten ANRECHNUNGSFREI weiterführen darf, wenn man sie schon länger als ein Jahr hat (live ausprobiert!), ergibt sich für mich eher ein Vorteil als ein Nachteil. Natürlich ist das Leiten von Chören nicht sonderlich gut bezahlt. Auch meine Organistenstelle (450€) lohnt sich nur, weil ich im Minijob keine Steuern abgezogen bekomme. Wenn ich aber alles zusammenrechne, den Übungsleiterfreibetrag nutze, mein Musikzimmer als Arbeitszimmer anrechnen lasse, Ausgaben für Musikinstrumente brav als Betriebsausgaben ansetze und so weiter, habe ich oft den Eindruck, dass mehr drin ist als mit einem einzigen 9-to-5-Job. Ja, das ist auch Stress, keine Frage! Arbeitszeiten Abends und am Wochenende. Dankbarkeit nimmt auch im Laufe der Zeit ab. Vielleicht sehe ich das mit 50 auch alles anders… Aber eine gewisse Unabhängigkeit gibt es auch: Wenn ich keine Lust mehr auf einen bestimmten Chor habe, höre ich da einfach auf. Erstens findet sich zumindest in unserer Gegend schnell wieder was Neues, und zweitens bricht damit nur ein (kleiner) Teil meines Einkommens weg. Die Freiheit, dieses Risiko eingehen zu können ist mir viel wert. Für längere Krankheit musste ich mir einen entsprechenden Notgroschen zulegen.
          Um noch auf Nikos Frage einzugehen: Ja, man kann auch noch andere Dinge tun als Chorleiter: Workshops, Blog, YouTube Tipp-Videos, ein Buch schreiben oder quasi als ganz persönlicher Universums-Geheim-Tipp für Ursula: Viele Musiker stehen beim Thema Buchhaltung ganz schön auf dem Schlauch. Bei Steuern wird das noch schlimmer. „Macht alles mein Steuerberater“. Habe mir bei einigen mal einen Steuerbescheid zeigen lassen und dann kommt heraus, an was der Steuerberater alles so nicht denkt. Ein bisschen Wissen schadet nie, daher bin ich froh über meine „richtige“ Ausbildung. Aber da müsste man doch was finden können, das orts- und zeitpunkunabhängig Einkommen generieren kann?

          Herzliche und kollegiale Grüße,
          Christoph Tiemann (goodmixwilldo)

    2. Ich komme aus einer Chorleiterfamilie:
      Meine Mum ist mittlerweile 72 und geht so langsam mit noch 3 Chören in „Rente“.
      Sie hatte zwischenzeitlich 8 Chöre, immer abends, typische Gesangsvereine. Schlecht bezahlt sind Chöre mM. nicht. Zwischen 350 – 450 Euro / Monat / Chor sollten drin sein.
      Außerdem Vorteil Kindererziehung: Vater tagsüber arbeiten, Mum abends Chorprobe. So hat meine Mum nach wenigen Wochen immer wieder angefangen zu arbeiten – 3 Kinder.
      Keine so schlechten Voraussetzungen, wie ich finde, aber das muss man schon wollen, da es schon viele Verpflichtungen sind.

      Mein Bruder (1 Chor und A13-Beamter) hat zusätzlich die Schulferien. Keine schlechte Sache.
      In Kombination mit einem kleinen Bürojob klingt das doch super!

      Ich persönlich bin auch Musiker, aber kein Chorleiter:
      E13-40%-AN, Freiberufler mit 2 kleinen Musikschulen, Kooperationen mit Schulamt, Gigs, Bandarbeit etc.pp.
      Pflichtversicherung läuft über AN & KSK. Ist sehr abwechslungsreich und macht meistens Spaß.
      Was jedoch im gröberen Krankheitsfall passieren sollte, weiß ich allerdings auch nicht.

      Die im Artikel dargestellte Thematik hat sich bei mir in den vergangenen 5 Jahren einfach ergeben.
      Nun sind ETFs, evtl. im kleinen Umfang P2P dran und in Zukunft vielleicht auch mal eine Vermietimmobilie dran.

      Beziehung: A13-Beamtin. Wenn’s läuft, bin ich recht gut abgesichert. 🙂

      1. Danke für die Antwort! Die 450 Euro erreiche ich leider nicht, ich habe nicht studiert sondern nur die nebenberufliche Chorleiterausbildung gemacht. Als „Zubrot“ ist es ganz ok, aber als Haupteinnahmequelle eben nicht, wegen der beschränkten Zeiten. Ein Nachteil der Abendarbeit ist eben auch, dass man dann seinen Partner so gut wie nie sieht…bei Kindererziehung mag das eine sinnvolle Aufteilung sein, aber auf Dauer wünsche ich mir schon auch eine funktionierende Partnerschaft. Und: mein Bürojob beginnt relativ früh, und deshalb leide ich permanent unter Schlafmangel…

  7. Hallo Nico,

    diesen Beitrag habe ich sehr gern gelesen und die Kommentare natürlich auch. Die Kommentare haben den Beitrag bisher schön pikant gewürzt. 😀

    Ich versuche, so wie du, meine Einkommensströme breiter aufzustellen. Es ist zwar sehr mühsam am Anfang, aber es wird sich auf jeden Fall lohnen. Noch macht das Angestelltenverhältnis ca. 93% meiner Einnahmen aus. Dennoch gehe ich schon jetzt sehr entspannt auf Arbeit, da ich durch den Tagesgeldpuffer keine Angst haben muss, bei einem Jobverlust auf der Straße zu landen.

    Das habe ich vor allem bei der letzten Verhandlung mit dem Arbeitgeber gemerkt. Man geht zwar gut vorbereitet, aber alles andere als nervös in das Gespräch. Auch der Arbeitgeber merkt schnell, dass man auf gleicher Augenhöhe verhandelt.

    Eine kleine Anmerkung zu den zusätzlichen Einkommensquellen in der Zukunft: Wenn die gesetzliche und die Betriebsrente kommen, fällt normalerweise das jetzige Grundeinkommen weg. Aber bis dahin sind hoffentlich die anderen Einkommensströme hoch genug. 😉

    Meinen Partner als finanzielle Diversifikation zu sehen war mir neu, aber ab heute werde ich mich noch mehr um mein „Bussibärchen“ kümmern. Haha

    Beste Grüße
    Nico

  8. Die Idee der Diversifikation auf den Job zu übertragen erscheint sich für mich nur sinnig, wenn das a) dortige Gehalt eher suboptimal ist oder b) keinerlei Karriereschritt mehr ersichtlich (bsp. mit 50 noch Sachbearbeiter). Ansonsten erscheint es fragwürdig, warum ich den zusätzlich Stress, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen, auf mich nehmen soll. Dabei entstehen in jedem Fall Reibungsverluste, die doch eher in Weiterbildung und Karriereausbau investiert werden sollten. Vorausgesetzt dadurch ist eine entsprechende Gehaltssteigerung möglich.

    1. Moin Capri,

      Kurz gesagt: Um Dich zu schützen. Solltest Du Deinen Job verlieren oder, vielleicht realistischer, einfach keinen Bock mehr drauf haben, dann hast Du noch vernünftige Alternativen. Wenn ich durch unsere Flure laufe sehe ich in einige Gesichter (Alter meist 50 Jahre aufwärts) die mir entgegenbrüllen: Ich habe keinen Bock mehr hier zu sein! Aber da sie keine wirkliche Alternative haben müssen die Kollegen dann durchziehen.

      „Sind ja nur noch 10 Jahre bis zur Rente“. Bei solchen Sätzen zucke ich immer zusammen.

      Du kannst ja trotzdem Deine Karriere verfolgen. Mit Herzensblut bei der Sache kommt der Erfolg von ganz allein. Du solltest Dich aber nicht 100% darauf verlassen. Wenn die Prioritäten sich ändern – durch Kinder/Familie oder auch Routine/Langeweile – dann kann ein gestern noch spannender Job plötzlich belastend sein. Wenn Du dann schon eine Alternative am Start hast, die Du schnell hochfahren kannst, bist Du auf der sichereren Seite.

      VG, Nico

      1. Servus Nico,

        im Grundsatz sind wir uns einig. Natürlich ist auf nicht’s zu 100% Verlass.

        Die Leute mit den „langen Gesichtern“ werden sich sicherlich nicht erst seit Gestern langeweilen. Wenige ziehen die Notbremse und wechseln rechtzeitig den Job. Dann sind sie natürlich gefangen, und im Worst Case haben sie nicht mal gespart. Letzteres sind dann mit 55+ in den Popo gekniffen, aber selbst Schuld. Ich könnte dem Tag dann entspannt entgegen sehen und auf Teilzeit gehen.

        Wenn es jemand hinbekommt, ein ähnliches Gehalt mit zwei Standbeinen zu beziehen, bei gleicher Belastung, dann go for it. Ich halte das jedoch für ziemlich unrealistisch. Eher such ich den Job, der mir Spaß macht und hänge mich voll rein mit entsprechenden Erfolg. Als 2-3-4 Standbeine zu haben, jedoch nie voll bei der Sache zu sein. Sowas erzielt selten entsprechenden Mehrwert.

        Und nicht jeder kann jetzt anfangen ein Blog zu starten. Ich denke, dass ist einer der leichtestens und risikolosesten Ansätze für ein zweites Standbein.

  9. Es ist schön, mal nicht derjenige zu sein, der Prügel bezieht wenn er behauptet, dass das Eigenheim eine Investition ist – eine deutlich bessere als eine vermietete Wohnung obendrein.

    Gerade wenn Eigentümer von Mietobjekten behaupten zur Miete wohnen + vermieten ist günstiger als das Objekt selber zu bewohnen frage ich mich regelmäßig ob diese Menschen Matheunterricht bei Pippi Langstrupf hatten.

    Oder ist es der Glaube, Sie wären die einzigen Vermieter die mit ihren Objekten eine positive Rendite erwirtschaften? Denn es ist wohl offensichtlich, dass Mieten nur dann günstiger sein kann, wenn der Vermieter mit seiner Wohnung Verlust macht und das bei 100% Auslastung ohne Mieterwechsel und einem pflegeleichten Mieter. (dich)

    1. Du vergisst den steuerlichen Aspekt, welcher die Pippi Langstumpf Mathematik erwachsen werden lässt.

      Zudem sind die wichtigsten und einzigen echten Gründe für das Mieten der Flexibilität geschuldet: durch Mobilität (Arbeit, Pendeln) und Anpassung an den jeweiligen Wohnraumbedarf im Lebensabschnitt (WG, Single, Partner, Familie mit Baby, Kleinkindern und Teenagern) wird das Mieten zum echten Renditebringer aufgrund der Opportunitätskosten eines Eigenheims.

      Wenn du eine Musterfamilie vergleichst die in einem Ort auf dem Land aufgewachsen ist und 40 Jahre später immer noch dort lebt und arbeitet, dann verschwindet der Vorsprung natürlich, lässt sich bei entsprechenden steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten und Aktivitäten als Vermieter dann aber weiterhin schwer eindeutig sagen, was hier besser ist. Hängt dann schlichtweg vom Einzelfall ab, da kann dann das Eigenheim wirklich sinnvoller sein. Für den jungen bis „Mittelalter“-Erwachsenen ist jedoch die Flexibilität insbesondere durch die geforderte Mobilitätsbereitschaft im Arbeitsleben ganz klar einer der wichtigsten Aspekte geworden und daher gewinnt hier Mieten für den (neuen) Durchschnittsbürger.

      1. Das Thema der steuerlichen Absetzbarkeit bei Renditeobjekten wird immer wieder angebracht. dies klingt im ersten Moment auch ganz plausibel, ist aber leider nur die halbe Wahrheit.

        Was bringt dir die ganze steuerliche Absetzbarkeit, wenn du die Mieterträge mit deinem persönlichen Steuersatz versteuern muss, deine eigene Miete aber von deinem Nettogehalt zahlst.

        Solange du nicht mehr absetzen kannst, als du an Miete einnimmst, stehst du als Selbstbewohner besser da. Das Problem ist dabei nur, wenn du mehr absetzt als einnimmst, machst du Verlust mit deinem Renditeobjekt.

        Deine anderen Argumente mit der Flexibilität kann ich nachvollziehen, möchte aber zu bedenken geben, dass dies in beide Richtungen gilt. Ich denke hier z.B. an Eigenbedarfskündigung.

        1. Teil 1)
          Ein Beispiel: Bei mehreren Immobilien lässt sich im Falle eines Leerstands diese ungünstige Situation absetzen und mindert auch hier direkt die Last. Muss ich umziehen und bekomme das Haus nicht verkauft kann ich hier rein gar nichts tun. Das Finanzamt beteiligt sich nicht an den Kosten.

          Es gibt aber noch viel mehr als diesen einen WorstCase-Punkt. Auch die Absetzbarkeit von Kreditkosten als Vermieter oder Verkäufer sind ein steuerlicher Aspekt. Oder die Tatsache, dass die Renovierungskosten teilweise umlegbar sind, dies kann der Selbstnutzer nicht umsetzen.

          Ein aktuelles brennendes Thema zeigt auch (Grundsteuer), dass dieser Kostenpunkt einfach an den Mieter weitergereicht werden wird und kein ernsthaftes großes Thema als Vermieter ist. Warum ist das ein direkter Vorteil gegenüber dem Eigentum? Steigen die Kosten an meinem Wohnort (Hebesätze und Grundsteuer-Wahnsinn), kann ich schlichtweg umziehen und diesen Faktor mindern (teilweise gibt es hier reale Beispiele ein Dorf weiter zu ziehen). Besitze ich ein Haus, bin ich gezwungen die örtlichen Abgaben zu schlucken. Da kommt schnell mal der Ärger über die „Regensteuer“ mit dem Nachbarn auf, aber tun kann man dagegen nichts, man ist ja schließlich immobil. Und für den einen oder anderen Münchner könnte dies rein theoretisch zukünftig ein echtes Problem werden.

          Alles was daraus folgt wirkt sich ebenfalls auf die ungesehenen Nebenkosten des Eigentums aus. Als Beispiel, die Pendlerpauschale ist seit 2004 unverändert und deckt keineswegs mehr die Kosten und entgangene Zeit ab, welche ich durch diesen Mehraufwand habe. Als Mieter bin ich auch hier im Vorteil und fahre im Idealfall mit dem Fahrrad und spare mir die Autoreparatur.

          Daher, es ist nun einmal so, in den allermeisten Fällen rechnet man sich das Eigenheim tatsächlich schön.

          Um hier noch einmal reinen Tisch zu machen: ein Eigenheim ist herrlich, die Freiheiten und das Wohlgefühl ist gegen Geld nicht aufzuwiegen. Ebenso kann es aber auch zu einer irren Belastung für das Leben führen und die Familie zerstören (häufige Ursache für Scheidungen sind die harten finanziellen Zeiten während der Tilgungsphase).

          Teil 2)
          Jo das ist richtig, aber es sind keine Argumente, sondern Gründe wieso es für Menschen tatsächlich rentabler ist in Miete zu leben. Ich verteidige hier nichts. Wenn du jedesmal kaufen würdest müsstest du wegen der Spekulationsfrist Unmengen an Geld verbrennen und dieses jedesmal wieder neu hinzuverdienen um eine gleichwertige Wohnung oder ein Haus an anderer Stelle zu kaufen. Ich habe viele ausländische Kollegen die mal für ein paar Jahre nach Deutschland kommen, insbesondere die Amis sind hier sofort beim Hauskauf. Jeder Einzelne von ihnen bereute diesen Schritt im Nachhinein. Daher, es ist kein Argument sondern ein faktischer Grund weshalb es finanziell keinen Sinn macht, insofern die Mobilität ausschlaggebend ist.

          Eigenbedarfskündigungen sind übrigens nicht so leicht wie dies immer erzählt wird. Kenne ich aus dem Verwandtenkreis der Partnerin ein paar Beispiele wo dies schief ging.

          Teil 3)
          Was ich persönlich vernünftig finde ist ein MFH-Eigenheim unterzuvermieten und selbstzunutzen, so bedient man sich beider Welten und kann auch hier etwas tricksen, bzw. steuerlich gestalten 🙂
          Wenn man zudem emotional keine Bindung aufbaut kann man auch hier im Ernstfall umziehen und umgeht größtenteils die finanziellen und mobilen Nachteile eines reinen Eigenheims in Selbstnutzung.

          Das große Problem ist ja, dass man sich nach 20 Jahren Familie im Eigenheim fast nie davon trennt. Fast überall ist das zu beobachten. Das Kinderzimmer bleibt noch 10 Jahren möbliert und erhalten, obwohl die Kinder längst studieren oder gar hunderte Kilometer weit weg arbeiten und leben. Möchte man dieses dann verkaufen schreien die Kinder auf, man könne doch nicht die Kindheitserinnerungen zerstören, das Zuhause verkaufen.
          Für Menschen die es nicht anders kennen ist es hier einfacher und natürlicher sich nicht emotional an Dinge zu ketten und schneller los zu lassen. Auch das ist meiner Meinung nach ein erheblicher Vorteil, aber wie gesagt persönliches Empfinden und daher nicht relevant für die Diskussion.

        2. zu Punkt 1) auch hier gilt:
          Erst wenn du mit deinen Immobilien (egal wie viele) Verlust macht, bist du steuerlich gegenüber der Selbstgenutzten im Vorteil.

          Natürlich kannst du die Zinsen voll absetzen, dies sind ja auch Kosten, welche den Gewinn schmälern.

          Dein Vermiter legt im Gegenzug seine Renovierungskosten auf dich um – ohne dass du bestimmen kannst was gemacht wird! Auf welcher Seite willst du stehen?

          Du willst doch nicht wirklich wegen ein paar Euro günstigerer Grundsteuer umziehen? Für die Umzugskosten kannst du die Differenz über Dekaden bezahlen.

          zu 2) Die Spekulationsfrist für selbstbewohnte Immobilien beträgt 2 Jahre – nicht so sehr lang. Ebenso zwingt dich keiner deine selbstbewohnte Immobilie zu verkaufen, du kannst sie auch vermieten. Schließlich reden wir hier ja immer noch von Menschen, welche Mieter sind und gleichzeitig Immobilien vermieten.

          Zu Eigenbedarfskündigungen: Diese sind recht einfach – sofern wirklich Eigenbedarf besteht. Selbst Firmen können auf Eigenbedarf kündigen. Es ist auch besser auszuziehen, wenn dein Vermieter dich raus haben will, du wirst sowieso keine Freude mehr an der Wohnung haben, wenn er es darauf anlegt.

          Viele deiner Argumente sind mir etwas zu sehr auf Emotionen begründet und lenken von der eigentlich rein finanazmathematischen Problemstellung ab.

          Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn jemand lieber zur Miete wohnt, weil er sich von ETFs oder anderen Anlageformen eine bessere Rendite verspricht, mich stört blos der viele Unsinn der über die angebliche Unrentabilität von selbstgenutzten Immobilen geschrieben wird, vor allen Dingen, wenn dies von Menschen kommt, die selber vermieten und es eigentlich besser wissen müssten.

        3. @Stefan (Immobilienanleger)

          Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, dich als „Berater“ zu gewinnen? Ich habe schon viele Beiträge von dir in diversen Blogs gelesen. Ich würde gerne eine Immobilie erwerben, aber ich habe immer das Gefühl , dass ich nie eine rationale Entscheidung treffen kann, da es immer wieder Fakten gibt, von denen ich bisher nicht’s wusste. Eine Unterstützung wäre super… .

        4. Hallo Capri

          Du hattest doch schon Mal vor einiger Zeit in den Kommentaren beim Finanzwesir bei mir angefragt. Du müsstest damals meine Kontakte von Ihm bekommen haben.

  10. In der Theorie ja alles schön und gut.

    Immer vorausgesetzt, die eigene Gesundheit und die der Familie spielt mit. Natürlich hilft auch z.B. im Fall, dass man selber oder die Eltern pflegebedürftig werden, dass man möglichst viel angespart hat. Nur dient es eben dann nicht der eigenen finanziellen Freiheit.

  11. Hi Nico, ein schöner Beitrag und tolle Kommentare, weiter so!
    Ich sehe es genauso wie Du – Diversifikation ist das A und O, vor allem in der Asset Allocation, aber auch bei den Einkommensströmen. Dort ist eine breite Verteilung allerdings nicht so leicht zu erzielen, weil die abhängige Beschäftigung in frühen Jahren der Beschäftigung nun doch einen großen Teil des Einkommens ausmacht. Trotzdem macht es Sinn, sich mit den Jahren sukzessive nach alternativen Einkommensströmen umzuschauen. Und nach Deiner Definition habe ich auch mindestens 6 verschiedene Einkommensströme. Das Eigenheim halte ich zwar für eine Life-style Entscheidung, die ich zugunsten des Hauserwerbs für die Familie getroffen habe. Allerdings sinken dadurch aber auch ganz massiv die Mietkosten – auf 0. Dadurch bleibt uns sehr viel mehr verfügbares Einkommen, das heißt wir sind noch viel weniger abhängig von den aktuellen und künftigen Einkommensströmen aus Beschäftigung, Miete, Dividende, Zinsen, Wertzuwachs von Vermögenswerten, Eltern- und Kindergeld, gesetzliche Altersvorsorge, betriebliche Altersversorge und berufsständischer Versorgungskammer.
    Viele Grüße
    Andreas

  12. Hi Nico,

    Schöne Idee, das Konzept der Diversifikation auch mal auf das Einkommen zu übertragen.
    Ich denke seit kurzem auch sehr stark in diese Richtung und habe mir vorgenommen in den nächsten Jahren mir mehrere Einkommensströme aufzubauen.
    Momentan sind neben dem Angestelltenjob nur die Zinsen und Dividenden aus meinen Investitionen und die Einnahmen über Affiliate-Marketing durch meinen Blog (finanziellfit.de/blog) vorhanden.
    Da geht noch was 😉
    Danke für die erneute Motivation und Inspiration.

    Viele Grüße,
    Carsten

  13. Hallo zusammen,

    Interessante Diskussionen – vor allem, was Eigenheim als Investition anbelangt! Bei uns hat der Kauf einer ETW tatsächlich erst den Grundstein für unser mittlerweile ansehnliches Vermögen gebildet. Ich lebe im Grossraum Zürich und die Mietkosten sind exorbitant. Kurzer Rückblick: Als ich vor 12 Jahren in die Schweiz zog, hatten wir eine 4 1/2 Zimmerwohnung in Seenähe für CHF 3’100 gemietet – plus Stromkosten, die aufgrund Elektroheizung auch nicht zu vernachlässigen waren. Unsere Vermieter wollten die Wohnung dann verkaufen und nannten uns den Kaufpreis. Kurz geschluckt und direkt nach Alternativen geschaut.

    Siehe da: Zum gleichen Preis haben wir dann ein sehr schönes gelegene Neubau-Projekt (Nähe Zürich, Naherholungsgebiet, höchster Ausbaustandard, Minergie-Stqandard, Schule, Autobahn in der Nähe) entdeckt. Das war allerdings, bevor der Immobilienmarkt wie eine Rakete durch die Decke schoss. Also 20% Eigenkapital mühsam zusammengekratzt und los gings. Die monatliche Belastung sank direkt um ca. CHF 1’000/Monat (trotz Hypothek, Erneuerungsfonds, Versteuerung Eigenmietwert, Amortisation). Angesicht der tiefen Zinsen haben wir nach und nach umgeschichtet und setzen mittlerweile voll auf Geldmarkthypotheken (Libor), die wir für unschlagbare 0,45% erhalten. Das heisst im Klartext: Unsere Wohnkosten belaufen sich heute auf etwa CHF 15’000 inkl. aller Nebenkosten. Die Differenz zur Mietsituation ist also gewaltig – von dem Gefühl, etwas Eigenes zu besitzen und alles mitausgewählt zu haben ganz zu schweigen. Das „gesparte“ Geld haben wir natürlich stetig in Aktien & ETF’s investiert. Der Bullenmarkt hat uns da natürlich in die Karten gespielt. Ach ja: Der Immobilienwert ist seitdem um konservativ (von der Bank) geschätzte 40% nach oben gegangen.

    Kurzum: Wir haben viel Glück gehabt und die richtige Zeit erwischt. Unsere Wohnqualität hat sich enorm erhöht, auch wenn der Weg zum See 5 Min. länger ist. Wir fühlen uns pudelwohl, unser Sohn auch. Für uns also eine „goldene Investition“! Ob ich allerdings heute noch genauso handeln würde – bei den Immobilienpreisen wohl eher nicht. Aber das Fundament unseres heutigen Vermögens haben wir eindeutig mit der Wohnung gelegt.

    Cheers

    Big Ben

  14. An sich ein guter Artikel.

    Nur das ab 50 kein Headhunter mehr anruft, ist natürlich Bullshit. Das sind so die „Messages“ die den Angestellten eingeimpft werden, damit sie immer schön die Jobangst haben und kuschen. Etwa:
    ab 50 ist es vorbei mit den Chancen im Jobmarkt, ab 50 kräht kein Hahn mehr nach Dir …

    Und diese Pauschalisierung hätte der Artikel nicht gebraucht, um seinen Punkt rüberzubringen.

    Denn wer in seinem Job gut ist und etwas vorweisen kann, wer gleichzeitig selbständig war/ist und eigene Unternehmungen anleiert und wer bis 50 längst einen netten „Notgroschen“ auf der Seite hat, auch finanzielle Unabhängigkeit genannt, der wird das auch ausstrahlen. Und glaube mir, dann funktioniert die Mundpropaganda ab 45 erst richtig und die Emails / Anrufe / Einladungen werden mehr und nicht weniger, ob man etwas auf die Beine stellen will. Denn Startkapital und Erfahrung sind vorhanden.

    Ich kenne genügend Beispiele, wo Leute mit 50+ nochmals in ganz anderen Gebieten durchgestartet sind, weil die Chancen zu ihnen kamen (auch über Headhunter, aber noch viel eher über ihr professionelles Netzwerk). Insofern: 50 ist das neue 30, wenn ich auch mal so eine Phrase dreschen darf.

    Covacoro

    1. Hi Covacoro,

      Die Aussage, dass ab 50 kein Headhunter mehr anruft, ist leider alles andere als Bullshit.

      Ich war vor kurzem auf einem Seminar „Bewerbungsstrategien für Akademiker und Führungskräfte“, das das Arbeitsamt vermittelt hat. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war über 50, überwiegend gestandene Führungskräfte mit zahlreichen beruflichen Erfolgen, und intelligente, sympathische Menschen noch dazu. Viele waren schon mehr als ein halbes Jahr auf der Suche.

      Die Headhunter (und die Firmen, die sie beauftragen) bevorzugen Kandidaten bis Anfang 40. Das konnten alle dort bestätigen.

      Das heißt aber nicht, dass bei dem Seminar lauter frustrierte ALG-Empfänger hockten. Denn praktisch alle hatten Alternativen, mit denen sie – wie du auch schreibst – auf anderen Gebieten durchstarten können.

      Zum Beispiel:
      – eine gut eingeführte Tierhandlung, die die Ehefrau betreibt
      – erste Erfahrungen als Management-Trainer, die sich gut ausbauen lassen
      – eine technisches Konzept für ein Produkt plus Kontakte zu Investoren

      Es ist also absolut sinnvoll, sich potenzielle neue Einkommensquellen zu suchen. Am besten noch bevor die traditionelle Hauptquelle versiegt. Denn wenn man einmal draußen ist, wird der Weg zurück in ein klassisches Angestelltenverhältnis mit zunehmendem Alter immer schwieriger.

      Deshalb ist der Hinweis von Nico auch so wichtig.

      Viele Grüße,
      Dirk

  15. Die pauschale Aussage, dass die Besteuerung einer selstbewohnten Immobilie ungünstiger sei als die einer fremdvermieteten habe ich auch nie so recht verstanden. Bei Fremdvermietung muss ich die Mieteinkünfte ja mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Und da man ja in der Regel schon ein Arbeitseinkommen hat ist doch der persönliche Grenzsteuersatz relevant!

    Derzeit gibt es in Deutschland keine Besteuerung auf die eingesparte Miete einer selstbewohnten Immobilie. Kann sich möglicherweise ändern …

    Sicherlich fällt die steuerliche Belastung durch Vermietung letztendlich geringer aus, da man diverse Abschreibungen machen kann, die bei Eigennutzung wegfallen. Aber Abschreibungen sind doch Verluste.

    Ich selbst lebe mit meiner Familie zur Miete in einer sehr schönen Gründerzeit-Villa mit einem Gemeinschaftsgarten in ruhiger Lage und besitze gar keine Immobilie. Die Gründe sind: Es gibt aufgrund der hohen Nachfrage so gut wie nichts Vergleichbares zu kaufen. Ich müsste bei einer selbstbewohnten Immobilie sehr viel Kapital binden, da wir eine große Familie sind. Ich möchte keinen Kredit aufnehmen. Ich bin überwiegend in (ausschüttende) Aktien-ETFs investiert und hatte dort keinen Ausgabeaufschlag von etwa 10-15 Prozent (Makler, Grunderwerbsteuer, Notar). Die Nachteile sind mir auch klar: Ich habe neben meinem Job nur eine recht riskante Asset-Klasse, bin nicht vor Eigenbedarfskündigung und Mieterhöhungen geschützt, profitiere nicht von der möglicherweise positiven Hebelwirkung durch einen Kredit und muss auf die Ausschüttungen Abgeltungssteuer abführen. So ist es nun mal.

    1. Genau auf den Punkt gebracht. Die Vor- und Nachteile so objektiv wie möglich abgewogen und die für dich richtige Entscheidung getoffen.

    2. Deine Schlussfolgerung ist ja einwandfrei, worum es hier aber eigentlich geht ist etwas anderes.

      Es wird immer der perfekte Ablauf betrachtet, Mieten vs. Vermieten, Kaufen vs. Mieten usw. und hierbei ein stetiger Verlauf ohne Umbrüche und Veränderungen sowie Rückschläge im Leben. Dauervermietet, keine Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen wegen Rollstuhl oder Schimmel. Das perfekte Szenario, Excelakrobatik eben.

      Daher nochmals: für die Vermietung statt Eigennutzung spricht das Fremdkapital als Turbo, insofern alles glatt läuft (!).
      Fürs Mieten gegenüber Kaufen zur Selbstnutzung spricht die Flexibilität und optimalere Wohnraumausnutzung hinsichtlich der Lebensphasen (Arbeit, Kinder, Familie, Umzug, Rente, Seniorengerecht, betreutes Wohnen).

      Warum Kaufen und selbst bewohnen zudem aktuell schlechter als Mieten ist, sollte auch klar sein. Neben dem Klumpenrisiko und der schlechteren Rendite gegenüber alternativer Anlagen wie Wertpapieren, sprechen auch ganz klare geldpolitische Auswirkungen und Gründe dagegen (siehe https://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/haeuser-und-wohnungen-warum-mieten-guenstiger-als-kaufen-ist/20943146.html ).

      Ich finde besser als hier kann man das Thema nicht zusammenfassen:
      https://zendepot.de/kaufen-oder-mieten/

      „Warum sollten wir uns das antun?
      Zudem bin ich nicht bereit, irgendwelche Mondpreise zu zahlen, nur weil die Leute seit ein paar Jahren dem Immobilienwahn verfallen sind.

      Grundsätzlich kaufe ich Sachen lieber günstig ein und nicht dann, wenn sie gerade besonders teuer sind – so wie Immobilien jetzt.

      Da schaue ich lieber, dass überschüssiges Geld in unsere gut diversifizierten ETF-Depots wandert.“, Zendepot

  16. du bist ka ein krass cooler Typ 🙂
    Danke für den wundervollen Content!
    ich habe dich erst vor kurzem entdeckt und Danke dir, du hast ein paar meiner grauen Gehirnzellen zum Thema Finanzen aufgeweckt.

  17. Das Thema Diversifikation ist mit Sicherheit ein ganz Entscheidendes. Daher bietet sich aus meiner Sicht eine selbstgenutzte Immobilie in einer (teuren) Metropolregion selten als Anlageobjekt an. Vielmehr betrachte ich eine solche Immobilie als „finanzielles Klumpenrisiko“.
    Um mit vermieteten Immobilien ein Mindestmaß an Diversifikation hinzubekommen, muss man entweder finanziell schon recht gut aufgestellt sein (z.B. durch eine Erbschaft oder finanziellen Beistand der Eltern) oder eine hohe Risikobereitschaft an den Tag legen (bei entsprechend hoher Verschuldung).
    Weiterhin ist es ja auch nicht Jedermanns Sache, sich mit den großen und kleinen Sorgen der Mieter und der Instandhaltung der Objekte auseinanderzusetzen.
    Nichtsdestotrotz ist es richtig, sich nicht zu sehr auf eine Einkommensquelle zu beschränken. Das klassische Angestelltenverhältnis kann tatsächlich auch schnell mal beendet werden. In der aktuell (noch) guten Wirtschaftssituation gerät das ja manchmal in Vergessenheit. Aber schauen wir mal, wie sich das ganze beim nächsten Konjunktureinbruch entwickelt. Und welchen Einfluss das auf die Finanzierungsmodelle von Immobilienbesitzern hat, die ja oft auf zwei guten Einkommen basieren. Das kann dann schonmal knapp werden, wenn ein Job eines Paares wegfällt oder wenn die günstige Finanzierung bei steigenden Zinsen nicht zu den gleichen Konditionen fortgesetzt werden kann.
    Das wichtigste ist aber aus meiner Sicht, sich der Thematik „Altersvorsorge“ überhaupt anzunehmen und damit anzufangen, auch wenn zum Berufsstart noch keine riesigen Beträge dafür zur Verfügung stehen. Für junge Leute in den ersten Berufsjahren ist daher der erste Schritt in die richtige Richtung aus meiner Sicht erst einmal der gute alte ETF-Sparplan… Ausbauen kann man das ganze später dann immer noch.

  18. Hallo,
    sehr schöner Artikel!
    Ich stimme fast allem zu, hab selber mehrere Immos und eine selbst genutzte die mir wenn ich mal 6 % auf vermietete ansetze trotzdem noch was einbringt (günstig gekauft und die Mieten bei uns stark gestiegen).
    Alle sehen immer bei der Ehe das größte Risiko (hab selber keinen Ehevertrag) aber eigentlich sind es die Kinder.
    Ich hab einen Sohn und im Falle einer Trennung, egal ob mit oder ohne Ehevertrag, egal ob mit oder ohne Heirat, wenn es dem Partner der das Kind hat finanziell schlecht geht dann geht es deinen Kindern schlecht und das ist doch der springende Punkt, denn wer will das schon.
    Kinder verbinden Menschen ein Leben lang.

    Lg Chris

  19. Das ist wirklich ein Artikel, der eine belebende Wirkung auf das finanzielle Mindset hat. Vielen Dank dafür. Mehrere Einkommensströme aufzubauen ist an sich ja nichts Neues in der Finanzcommunity aber dies mit dem Diversifikationsgedanken zu verbinden, gibt dem ganzen eine neue anregende Perspektive. Und schafft damit Mehrwert 🙂

    Ich habe mal eines der sehr sehenswerten Videos von Talerbox auf Youtube gesehen, wo nach verschiedenen Stufen finanzieller Freiheit differenziert wurde. Wie es aussieht, bist Du noch auf dem langen Weg zur finanziellen Freiheit. Aber das wichtige Etappenziel finanzielle Sicherheit hast Du und Deine Familie quasi erreicht, congrats! Mit Euren Einkommensströmen außer dem Vollzeiteinkommen könnt ihr nämlich die notwendigen Lebenshaltungskosten bereits decken. Welches zusätzliche Gefühl der Sicherheit das vermittelt, spürt man beim Lesen dieses Beitrags. Es ist doch einfach ein großes Stück Lebensqualität, oder eben Finanzglück, nicht wahr?! 😉

    Nur beim Punkt Immo muss ich leider widersprechen. Das Thema Steuern kann man dabei nicht ausklammern. Die Steuervorteile sind eines der wichtigsten Argumente für Immobilien.

    Trotdem weiter so!

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