Freitagsfrage: Wann lohnt sich eine Riesterrente?

Riesterrente

Willkommen zur Freitagsfrage!

Hier geht es wieder mal um Deine Meinung. Ich gebe eine kurze Einleitung zu einer konkreten Frage. Dann übernimmst Du die Show.

Heute wollen wir riestern.  

Lisa kümmert sich um die Familienfinanzen

Kürzlich erreichte mich eine E-Mail von Leserin Lisa. Sie nimmt die Familienfinanzen selbst in die Hand. Ihre Elternzeit eignet sich hervorragend einmal grundlegend den Finanzstall auszumisten.  Derzeit steht das Thema Riester auf der Agenda und hier braucht sie unseren Rat.

Ich habe einen fast 2jährigen Sohn und das zweite Kind kommt im Mai.

Die letzte Elternzeit habe ich genutzt, um meine Versicherungen und Finanzen auf Vordermann zu bringen und bin da ganz gut aufgestellt.

Bislang habe ich mich immer gegen Riesterverträge und Co gewehrt. Ich verdiene seit 10 Jahren ganz gut und sorge privat vor. Mein Mann hat seinen Riestervertrag irgendwann stillgelegt. Seitdem ich in Elternzeit bin, höre ich immer wieder, dass ich dann unbedingt ‚riestern‘ sollte, wegen der Zulagen.

Kann man das Thema irgendwie runterbrechen, ab wann es sich lohnt und wann nicht? Oder heißt es da einfach zur Verbraucherzentrale oder einer unabhängigen Beratung gehen und alles durchrechnen?

Deine Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

Liebe Lisa, sich eine unabhängige Meinung in der Verbraucherzentrale einzuholen macht generell immer Sinn. Aber lass uns erst mal schauen, ob wir Dir hier mit dem geballten Wissen der Community nicht auch eine passable Antwort basteln können.

Mit 6,3 Kindern zur vollen Förderung

Ich mach mal den Aufschlag mit einem kleinen Exkurs zum Thema Riester (die lange Version findest Du hier).

Die Riesterrente gehört zusammen mit der betrieblichen Altersvorsorge zur zweiten, der staatlich geförderten, Schicht der Altersvorsorge (die erste Schicht ist die Basisvorsorge, wie die gesetzliche Rentenversicherung, die dritte Schicht der ganze private Kram). Der Staat unterstützt Dich durch Zulagen und ggf. einer steuerlichen Förderung.

Riester funktioniert vereinfacht so: Um die maximalen Zulagen zu erhalten, musst Du 4% Deines Vorjahres-Bruttos als Beitrag in den Vertrag laufen lassen (inkl. Zulagen), minimal 60 Euro pro Jahr, maximal 2.100 Euro pro Jahr. Die Zulagenhöhe ist 175 Euro für Dich selbst und 300 Euro für Deine (nach 2008 geborenen) Lütschen. Wegen der hohen Kinderzulagen ist Riester für Familien so attraktiv. Als Geringverdiener könntest Du theoretisch mit 60 Euro Eigenbeitrag die vollen 2.100 Euro Maximalbeitrag erreichen. Dazu braucht es halt ca. 6,3 Kinder. In Deinem Fall, Lisa, musst Du also nur den Job schmeißen und 4,3 Kinder nachlegen. Dann hast Du auch wirklich alles rausgeholt. 😉

Zu den Zulagen kommt ggf. noch eine steuerliche Förderung. Der Riesterbeitrag kann von der Steuer abgesetzt werden. Aus der hieraus entstehenden Steuerrückerstattung wird dann die bereits erhaltene Zulage abgezogen und die Differenz bekommt man mit der Steuererklärung wieder. Das macht die Nummer daher auch für Gutverdiener ohne Hosenscheißer interessant.

Es gibt eine Fülle von verschiedenen Produkten. Der Anbieter eines Riesterproduktes muss aber garantieren, dass am Ende der Laufzeit sämtliche Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen. Also quasi eine 0%-Garantie. Vom Sparbuch, über den Wohn-Riester bis zum ETF-Sparplan gibt es hier alles Mögliche an Produkten.  

Das große Problem beim Riestervertrag sind die oft horrenden Kosten, bei denen die staatliche Förderung direkt an den Anbieter weitergereicht werden. Dabei sind die Kosten generell Vertrags-individuell. Sie können bei 0 Euro liegen, wenn man z. B. einen günstigen Riester-Banksparplan abschließt, aber auch sehr hoch sein, wobei die Gebühren in den letzten Jahren nach oben gesetzlich gedeckelt wurden. Es gibt mittlerweile ein paar pfiffige Fintech-Lösungen, die kostengünstig sind und Dir erlauben Dein Geld für längere Zeiträume in volatile, aber renditebringende Produkte (wie Aktien) zu investieren, sprich den Umschichtmodus hin zu sicheren Produkten (wie Anleihen) nach hinten zu schieben. Mit der Auswahl Deines Anbieters und dem Produkt steht und fällt Dein Riestervertrag.

Etwas konkreter bitte…

Soviel zu den Riester-Grundlagen. Die Frage, ob sich ein Riester-Vertrag individuell lohnt, ist aber noch deutlich vielschichtiger.

Lisa hat (bald) zwei Kinder und verdient, wenn nicht gerade in Elternzeit, ein gutes Einkommen (rund 50.000 Euro Jahreseinkommen für ihre Teilzeittätigkeit). Macht es in ihrem Fall generell Sinn einen Riestervertrag einzugehen? Welcher Vertrag könnte Sinn machen und bei welchem Anbieter?

Hoffentlich kannst Du Lisa weiterhelfen.

Wann lohnt sich eine Riesterrente?


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20 Kommentare

  1. Hallo,

    ich habe meinen Riester-Vertrag vor kurzem ruhend gestellt. Bin alleinerziehend mit einem Kind (geb. 2005). War wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass es sich für mich „rechnet“. Ist aber nicht so, ich verdiene wohl zu gut. Ich hatte eine Förderquote von 24 %. Wenn ich in den Ruhestand gehe, wird mein persönlicher Steuersatz höher sein als derzeit und wohl auch höher als 24 % (bin Beamtin und werde dann noch Zusatzeinkommen haben). Insofern kann ich bestätigen, dass vor allem die Kombi geringes Einkommen plus hohe Zulagen Sinn macht. Alles andere eher nicht. Rechnet es Euch immer durch! Ich war damals zu naiv.

    Viele Grüße
    Marla

  2. Als wir die Riesterverträge (Fondsriester bei der Union Invest) abgeschlossen haben, dachten wir, mit zwei Kindern und mittelbar berechtigtem Partner (gesammte Förderquote 39%) kann doch nix schiefgehen. Aber wir haben nicht damit gerechnet was der Anbieter aus Angst draufzulegen so alles macht. Der Aktienanteil wurde, obwohl wir noch über zwanzig Jahre vom Rentenalter entfernt waren, auf 10% umgeschichtet und hängt dort jetzt seit Jahren fest. Rendite natürlich gleich null. Dann mal nachgerechnet und festgestellt, dass wir mit unseren Eigenbeiträgen in einem ETF genauso weit kommen würden, mit dem Unterschied der völligen Entscheidungsfreiheit. Daneben müssten wir rund 17 Jahre Rente beziehen um das Raus zu bekommen, was wir selber eingezahlt haben und das ist nicht mal inflationsbereinigt. Was auch viele nicht beachten ist, dass zu Beginn der Rente 30% direkt zur Absicherung des Langlebigkeitsrisikos verwendet werden. Wir werden aber auf keinen Fall förderschädlich kündigen sondern vermutlich das Geld für die eigene Immobilie verwenden und den Vertrag auflösen. Die Summe wird dann aber auf dem Wohnkonto mit 2%! verzinst und in der Rente nachgelagert besteuert. Wir würden es auf keinen Fall mehr machen und hören auch demnächst auf damit. Ganz privat kommt man vermutlich weiter!

    1. Hi Wolfram,

      das ist echt eine harte Nummer. Man müsste ja meinen, ein Anbieter hat auch ein gewisses Eigeninteresse dem Kunden ein Produkt zu liefern, was er auch gebrauchen kann. Ist ja in anderen Branchen Gang und gebe. Aber bei Banken scheint es irgendeinen unausgesprochenen Kodex zu geben sich auf den kleinsten Nenner zu einigen und in der Breite schlechte Produkte zu liefern.

      VG, nico

      1. Hallo Nico,
        das Problem ist die Garantie auf die eingezahlten und geförderten Beträge. Um nicht drauflegen zu müssen sind die Anbieter von fondsgebundenen Lösungen quasi gezwungen sehr konservativ zu sein. Also wird je nach Lage zwischen einem „sicheren“ Rentenfonds und einem Aktienfonds (kostenlos) umgeschichtet. Ich wollte nicht sagen, dass es sein schlechtes Produkt ist aber wir sind in einen Zeitraum geraten in dem besonders konservativ investiert wird und der Aktienanteil bei rund 10% liegt. Da ist halt nicht viel Rendite drin aber wir sind ja auch noch 20 Jahre von der Auszahlung entfernt. Ich habe auch schon gehört, dass dies früher (Anfang 2000) anders war und dieses Produkt zu Anfang der RR ordentlich Rendite abgeworfen hat. Wir sind 2012 eingestiegen und hätten eigentlich voll auf der Renditewelle mitsurfen können. Schade, jetzt nehmen wir das Geld um den Kredit aufs Eigenheim zu tilgen. Im Endefekt schenkt einem der Staat nichts sondern holt es anderweitig wieder rein.

  3. Hallo Lisa,

    Die Frage ist eigentlich, ob es bei den Riester-Produkten etwas gibt, was du (unter Ausnutzung aller Regeln) im Rahmen deiner Vermögens-Planung nutzen kannst. Steuervorteile kann man mitnehmen, aber das sollte nicht die Hauptmotivation bei der Produktentscheidung sein.

    Wir haben uns (mit zwei Kindern) für einen Riester-Banksparplan entschieden. Den besparen wir, bis wir mit dem angesparten Geld die Restschuld auf unseren Hauskredit tilgen können. Dank der Zulagen und Steuervorteile lohnt es sich, auch wenn die Verzinsung natürlich niedriger ist als beim Kredit. Es ist also eine Art Sondertilgungs-Topf.

    So vermeiden wir auch, dass das Guthaben irgendwann verrentet werden muss, was wohl wieder eine Quelle für Gebührenschneiderei ist…
    Und wenn wir uns entscheiden sollten, unseren Lebensabend im europäischen Ausland zu verbringen, würde sogar die nachgelagerte Besteuerung entfallen.

    VG,
    Dirk

  4. Haben auch die Kombination fairriester mit 2 Kindern, im Moment mit 60€ Sockelbetrag plus Förderung von 775€. Da muss ich nicht groß rechnen, sieht anders aus wenn das zugehalten wieder mehr ist, aber das klären wir dann.
    Eine Anmerkung: Riester wird nur in der EU ausgezahlt und ist nicht oder nur begrenzt vererbbar. Allein deswegen würde ich da keine größeren Summen einzahlen.

  5. Hallo Lisa und Nico,

    wir haben auch zwei Kinder und sind mit gleicher Motivation wie Lisa an die Sache rangegangen, nämlich die Zulagen mitzunehmen. Ich denke wir haben einen ziemlich eleganten Weg mit fairriester (s. Kommentar von Christian Wimmer) gefunden.

    Meine Frau lässt in diesen Vertrag nicht nur die Riester-Zulagen, sondern auch gleich noch die vermögenswirksamen Leistungen ihres Arbeitgebers laufen. Somit ist die tatsächliche Eigenleistung Null und der Riester füllt sich praktisch ausschließlich mit Zulagen von Staat und Arbeitgeber.

    Im Falle meiner Frau sind die VL hoch genug und die Elternzeit so günstig gelegen, das mit überschaubarer dreistelliger Eigenleistung auch gleich noch die volle Steuerersparnis für dieses und nächstes Jahr erreicht werden kann.

    Bei Einkommen unterhalb von 20.000€ Single/40.000€ Ehepaar, könnte man dann sogar noch die Arbeitnehmersparzulage in Höhe von 80€/160€ mitnehmen.

    Die Gebühren bei fairriester auch wirklich fair (pauschal 36€ jährlich + 0,6% des Guthabens).

    Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung, Lisa und vielen Dank für den Blog und die Freitagsfragen, Nico!

    Beste Grüße,
    Michael

    1. Hallo Michael,
      danke für Deine Antwort.
      Die Idee, die vermögenswirksamen Leistungen in den Riestervertrag einfließen zu lassen, ist ein interessanter Denkanstoß.

    2. Hi Michael,

      bist du sicher, dass es bei deiner Frau vermögenswirksame Leistungen (VL) und nicht altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) sind?
      Siehe auch https://www.fairr.de/docs/fairriester/fairriester-avwl.pdf.
      Das ist schon ein Unterschied. Ich bekomme z.B. VL, aber keine AVWL.
      Ich hatte mich auch informiert, ob ich die VL meines Arbeitgebers in meinen Riester-Vertrag bei Fairr einzahlen kann und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass das nicht geht. Falls das doch klappen sollte, würde ich das sonst auch direkt machen.
      Ansonsten: Kann den Fairriester nur empfehlen. Hab auch zwei Kinder und mit den Zulagen von 775€ im Jahr ist die Förderquote für mich (brutto ca. 40.000€/Jahr) so hoch, dass ich das absolut lohnenswert finde. Aber muss jeder für sich selber entscheiden bzw. mal durchrechnen, ob Zulagen/Steuervorteile so hoch sind, dass die (meiner Meinung nach echt moderaten) Gebühren bei Fairr bei der Gesamtrechnung in Ordnung gehen.

  6. Hi Lisa,

    beim Thema Riesterrente schmerzt mir wirklich das Herz. Es ist ja im Grundsatz eine gute Idee, allerdings politisch so stümperhaft umgesetzt, dass es Dir kaum Vorteile bringt. Die hohen steuerfinanzierten Zuschüsse landen größtenteils in Form von Provisionen beim Anbieter.

    Für mich kommt Riester nicht in Frage, weil ich Flexibilität brauche. Meine Lebensplanung sieht halt anders aus als mit Mitte 60 in Rente zu gehen. Allein das starre Korsett ist für mich ein Ausschlusskriterium.

    Da Du Dich selbst um Deine Finanzen kümmerst, brauchst Du vielleicht keinen Riester. Aber als kleine Beimischung kann es Sinn machen. Dann solltest Du es so einfach wie möglich halten und Dir einen Anbieter mit transparenten Kostenstrukturen suchen. Bisher habe ich von Fairr noch nichts Negatives gehört. Auch der Versicherungsfuchs hatte sie im oben verlinkten Beitrag positiv erwähnt. Schau doch dort einfach mal vorbei. Vielleicht sagt es Dir ja zu und als Diversifikation Deiner

    Geldanlage/Altersvorsorge könnte es dann auch Sinn machen. Melde Dich gerne mal zurück, wenn Du Dich für Fairr entschieden haben solltest.

    VG, nico

    1. Hallo Nico

      Noch mal Danke fürs Posten meiner Frage. Die Antworten decken sich mit meinen Gedankengängen.
      Über fairriester habe ich mich auch schon schlau gelesen. Eine andere Option wäre ein Banksparplan bei der Sparkasse Holstein. Gebührenärmer, aber auch renditeärmer als fair.

  7. bzgl.: „Zulagen nicht liegen lassen“:

    Ich kann die Quelle nicht benennen, aber Zulagen oder sonstige steuerliche Gründe sollten die letzte Entscheidung sein, sich für ein Finanzprodukt oder ein Investment zu entscheiden.

    Ich persönlich habe auch sehr negative RiesterRenten-FondsVersicherungs-Erfahrungen gemacht.

    Allein in meinen ca. 10 Jahren „Riester-Zeit“ haben sich die Rahmenbedingungen seitens der Anbieter aber auch der Gesetzgeber immer wieder verändert. Da ist nichts in Stein gemeißelt ausser das ich dafür Gebühren zahle. Und bei vorzeitiger Kündigung sogar einmal Steuernachzahlungen trotz massiver Verluste in Summe, aber lieber ein schreckliches Ende als ein Ende ohne Schrecken.

    Ob und wie die Zulagen oder die derzeitigen „Steuervergünstigungen“ in ein paar Jahren noch bestehen weiß keiner. Das kann sich jede Legislaturperiode ändern. Darauf würde ich nicht wetten oder mich verlassen wollen, vorallem auf einen meist sehr langen Zeitraum wie eine Riesterrente (egal ob man nur die Sparphase sieht oder die Entnahmephase gleich mit rein nimmt).

    Nur die „paar Zulagen“, wären für mich kein Grund (trotz Nachwuchs mittlerweile), den Ärger, den Aufwand und die Intransparenzen und Komplexitäten (bekannte und unbekannte Gebühren auf versch. Anbieterebenen wie auch bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen) auf sich zu nehmen. Ich sage nur Stichwort „Zerlegeaufstellung“, die war bei mir augenöffnend. Das kriege ich mit passiven Mitteln um Längen besser hin und bin dabei nur „durchschnittlich“. 🙂

    Da mache ich es lieber selbst und verstehe es besser, als so ein verworrenes Konstrukt. Plus das ich nicht in so engen gesetzlichen Verwendungsvorgaben stecke, die selbst manche Anbieter nicht verstehen, wie ich feststellen musste. Wenn ich als „juristischer“ Laie dem Versicherer juristische Riester-Renten-Vertragsfehler aufzeigen kann/muss, dann läuft was verkehrt. Und ich habe der Riester-Rente drei Chancen und sehr viel Recherche und Verständnisaufwand/-zeit meinerseits gegeben: Aber die Hoffnung starb zuletzt.

    Riester-Rente: Eine gute Grundidee in schlechter Umsetzung für die meisten Kunden, finde ich. Leider. Daran wird auch gesetzliche Nachbesserung/Verschlimmbesserung nichts mehr ändern.

    Just my 2 cents.

    1. Nachtrag der Vollständigkeithalber:
      Angeblich (Hören sagen, liest man so, ja auch oben 😉 ), sind Kinder und die Kombi wenig Verdienst der einzige Booster der eine effektive Nutzung sinnvoll macht.

      Wenn Du Deine Rentenlücke schon anderweitig schließen kannst, scheint ja genug Verdienst vorhanden zu sein, so dass Du nicht in diese Nutznießer-Kategorie fällst. Dann wären wir also wieder bei meinen obigen Ausführungen.

      Letzten Endes würde ich es wie bei Immobilien zur Eigennutzung mittlerweile nicht als rationale sondern als Philosophie/Lifestyle-Entscheidung sehen.

  8. Generell ist Riester besser als nichts zu machen. Es gibt hinsichtlich Riester auch zig verschiedene Varianten – pauschale Antworten sind deshalb problematisch. In meinem Fall habe ich eine fondgebundene Rentenversicherung abgeschlossen, wobei ich mir die Fonds selbst aus einem definierten Pool aussuchen durfte. Fazit nach 13 Jahren bei ordentlicher Börsenentwicklung: 3% pa bzw. ohne Förderung 2,5% = Geldvernichtung, wegen der Inflation. Warum? Der Riestervertrag legt nur 50% in Fonds an – der Rest wird festverzinslich angelegt. Gleichzeitig habe ich in 13 Jahren knapp 1.000 EUR Gebühren bezahlt. Mein Anbieter ist eine Direktversicherung mit günstigen Gebühren. Das Geld in einen ETF angelegt, hätte mir rund 6-8% Kurssteigerung plus gfl. Dividenden gebracht. Wenn man sich intensiver mit Einzelaktien beschäftigt, vielleicht auch mehr. Außerdem spricht die Vererbbarkeit eher für EFT/-Aktiensparplan als für eine Versicherung. Hartz4-Sicherheit kann man ergoogeln – ist bei Riester ein gutes Verkaufsargument – verlassen sollte man sich darauf im Zweifelsfall aber nicht. Ich werde aussteigen und mein Geld in meine Hände legen. Fragt mich in 13 Jahren nochmal 🙂

  9. Die Zulagen sind echt eine Menge. Letztlich bekommst mit Deinen Bambinies auf 775 EUR. Nur deswegen habe ich meinen Riester nicht schon längst gekündigt. Du musst nur beim Vertrag höllisch aufpassen. Ich habe glaube ich den schlechtesten Vertrag Deutschlands (Gerling) abgeschlossen mit unverschämten Gebühren. Bitte keinem MLP Vertreter vertrauen. Vielleicht kann Dir hier jemand mit einem kostengünstigen Produkt weiterhelfen. Hier solltest Du unbedingt recherchieren, denn so einfach ist das Kleingedruckte nicht zu verstehen.

  10. Habe einen kostengünstigen Fairr Riester Vertrag. Die staatlichen Zulagen gleichen die Kosten recht lange aus. Hatte einen ETF Sparplan über 100 Euro, jetzt halt die Einzahlung von 165 Euro in da rein und ich packe die Steuerrückerstattungen wieder selbst in ETFs. Dadurch sollte ich am Ende ein deutliches Plus gegenüber dem eigenen ETF Sparplan haben.

  11. Ohne Gesamtkonzept oder Ziel was du erreichen möchtest kann dir keiner die Frage so beantworten. Was bedeutet denn du sorgst privat vor? Was willst du denn mit einem Riester Vetrag erreichen? Willst du mal Eigentum kaufen? Die Details zu einem Riester Vertrag stellt Finanztip gut dar.

    Lohnt sich Riester? Kommt darauf an was du erreichen willst.

    Als risikoloser Teil des Vermögens kann man die Förderung mitnehmen zum Beispiel als Banksparplan. Zum Vermögensaufbau wurde ich Riester vermeiden. Einen ETF kaufen wie fairriester ist günstiger und flexibler wenn man es selbst macht.

    Außerdem hat Riester ein systemproblem. Die für den Kunden kostengünstige Produkte sind für Banken unattraktiv weil sie zu wenig Geld damit verdienen.

    1. Hi,

      Mir geht es bei Riester in erster Linie nicht um den Vermögensaufbau, sondern ich möchte die Zulagen nicht „liegenlassen“.
      Ich habe meine Rentenlücke berechnet und stecke entsprechend so viel Einkommen in ETF, dass ich ab 60 davon und von der staatlichen Rente gut leben kann. Eine Immobilie möchten wir nicht kaufen.

      Viele Grüße
      Lisa

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