Teilzeit – Warum mir drei Tage Arbeit pro Woche reichen

Teilzeit

Es ist Montagmorgen, 8:10 Uhr. Ich stehe fröstelnd, in Badeshorts bekleidet, vor einem 50-Meter Schwimmbecken und schaue mich um.

Viel los ist nicht gerade. Eine gute Handvoll Leute ziehen bereits gleichmäßig ihre Bahnen. Gemischtes Publikum. Mit meinen 41 Jahren zieh ich den Altersdurchschnitt runter. Zeit in die Puschen zu kommen. Ich setze meine Schwimmbrille auf und gleite ins kühle Wasser. Dieses erste Eintauchen empfinde ich jedes Mal wieder als ungemein erfrischend, ja belebend. Mein Körper signalisiert mir:

Saubere Sache, alter Junge, ich werde es Dir danken.      

Seit gut vier Wochen gehe ich jeden Montag und Freitag frühmorgens Schwimmen. Diesen Luxus kann ich mir leisten. Denn ich arbeite nur noch an drei Tagen in der Woche, habe meine Arbeitszeit auf 60% reduziert.

Wenn ich am Dienstagmorgen den Arbeitslaptop hochfahre, weiß ich bereits, dass ich übermorgen mit einem Feierabendbier das Wochenende einläuten werde. Und wenn ich dann Montagmorgens am Beckenrand stehe, habe ich keine Zweifel daran, dass die Teilzeit-Entscheidung eine der Besten meines Lebens war.  

In diesem Beitrag teile ich mit Dir meine Gedanken zur Teilzeit. Welche Modelle es gibt, wo Gefahren lauern und welche Vorteile eine Arbeitszeitreduzierung mit sich bringt. Ich gehe aber auch auf die schwierigen Themen ein, zu denen auch die finanziellen Auswirkungen zählen. Gespickt ist das Ganze mit meinen persönlichen Erfahrungen auf meinem Weg in die Teilzeit. Und am Ende des Beitrags wirst Du ernsthaft in Erwägung ziehen, ebenfalls Deine Stunden zu reduzieren. Versprochen.

Aber starten wir erst mal mit den Basics.  

Runter vom Abstellgleis

Die Teilzeitquote in Deutschland liegt bei knapp 30% (Quelle). Aber diese Zahl gibt nicht das ganze Bild wieder. Denn tatsächlich sind es in den allermeisten Fällen Frauen, die in Teilzeit arbeiten, weniger die Männer. Knapp die Hälfte der deutschen Arbeitnehmerinnen arbeitet in Teilzeit, während es bei den Männern nur gut jeder Zehnte ist. Kindererziehung läuft in unseren Landen häufig noch klassisch ab.

Er greift zur Schippe, sie schultert den Löwinnen-Anteil der Kindererziehung. Teilzeit wird gelebt als Notlösung, nicht als individuelles Lebensmodell.    

Dabei gibt es in Deutschland gute Rahmenbedingungen für die Reduzierung der Arbeitszeit. In den letzten Jahren hat das Thema noch mal politischen und rechtlichen Rückenwind bekommen. 2019 wurde die Brückenarbeitszeit eingeführt, um der Teilzeitfalle den Riegel vorzuschieben. Du legst dabei von vornherein fest, wann Du wieder in Vollzeit zurückwechseln wirst und landest somit nicht auf dem Teilzeit-Abstellgleis. Sicherlich gibt es auch hier noch Luft nach oben, aber im großen Ganzen passt es schon.   

Aber der Kuddelmuddel an verschiedenen Teilzeitmodellen bleibt unübersichtlich. Grundsätzlich gilt: Du hast ein Anrecht auf Teilzeit.

Das ist alles fein aufgedröselt im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Wenn Du seit mehr als sechs Monaten im Betrieb arbeitest und Dein Arbeitgeber mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt, hast Du einen rechtlichen Anspruch Deine Stunden zu reduzieren. Es muss schon heftige betriebliche Gründe geben, damit Dein Arbeitgeber sich hier querstellen kann.

Und das muss Dir auch bewusst sein, wenn Du Deine Teilzeitabsicht im Unternehmen kommunizierst. Du bist kein Bittsteller, fragst nicht, sondern teilst Deine Entscheidung mit.   

Mehr Urlaub als die armen Würstchen

Hier ist mein heroischer Versuch, etwas Ordnung in die Vielzahl der Teilzeitmodelle zu bringen:

  • Classik: Du arbeitest weiter fünf Tage, aber jetzt mit kürzeren Arbeitszeiten.
  • Classic Vario: Du reduzierst Deine Arbeitstage.
  • Invest/Block: Du malochst ganz normal weiter, aber bei weniger Gehalt. Irgendwann packst den Rucksack und machst Dich auf zum dreimonatigen Bali-Retreat.  
  • Job-Sharing: Du teilst Dir die Stelle mit jemandem und schaust flexibel, wie ihr euch die Zeit aufteilt.
  • Und noch vieles mehr…: Du kannst z.B. auf Abruf arbeiten, Saisonarbeit leisten oder hast einfach doppelt so viele Urlaubstage, wie die anderen armen Würstchen.   

Im Prinzip geht alles, solange beide Seiten glücklich damit sind. Das sind schon mal gute Neuigkeiten. Solange Dein Arbeitgeber mitspielt, kannst Du Dir Dein ideales Teilzeitmodell basteln.

Ich erinnere mich noch gut an das erste Gespräch mit dem Personaler zu dem Thema. Er hat mir eine Übersicht gebastelt, mit dem ganzen Strauß an Möglichkeiten: die unbefristete Teilzeit, Brückenteilzeit, Teilzeit in Elternzeit, besondere betriebliche Vereinbarungen, …. Als es in die Details ging, hat er selbst den Überblick verloren.  

Entschieden habe ich mich schließlich für die betriebliche Vereinbarung zur Teilzeit, in meinem Fall mit drei festen Arbeitstagen. Mein direkter Kollege zieht bald nach und so teilen wir Hübschen uns in Zukunft eine Stelle. Dafür kann jemand Neues eingestellt werden und so die Hälfte der Arbeit übernehmen (soweit die Theorie). Ich werde Mittwoch bis Freitag arbeiten, mein Kollege Montag bis Mittwoch. Damit bleibt ein Tag überlappend zur Koordination.

Ich habe mich jetzt erst mal auf eine Rückkehroption in die Vollzeit in drei Jahren festgelegt. Dann hocken wir uns noch mal zusammen und schauen, wie es weitergeht.

Mehr Zeit mit der Diva

An meinen beiden freien Tagen möchte ich mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen. Heiermann wird jetzt eingeschult und Groschen wächst mit ihren vier Jahren zu einer kleinen Diva Dame heran. Es ist so ein fantastisches Alter! Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt mehr gemeinsam zu unternehmen. In zehn Jahren sieht das vielleicht anders aus.

Darüber hinaus habe ich mir noch ein paar weitere Ziele für die neu gewonnene Freizeit gesteckt. Ich möchte Finanzglück weiterentwickeln, den Schritt gehen vom reinen Blog über Familienfinanzen, zur Marke, inklusive Podcast und Produkten. Bereits heute betreibe ich Finanzglück als Nebengewerbe, aber es gibt noch reichlich Luft nach oben. Und auch einige sportliche Ziele befinden sich noch auf meiner Liste. (Mehr zu meinen Jahreszielen findest Du hier).

Und genau das ist auch der große Vorteil einer Arbeitszeitreduzierung. Du hast einfach mehr Zeit für den anderen Kram, der mindestens genauso wichtig für Dich ist, wie Dein Job. Denn durch eine 40-Stunden-Woche plus Pendelei bleibt zumindest in der Woche kaum noch Zeit, sich um die Dinge zu kümmern, die Dich persönlich weiterbringen. Da bist Du froh neben Job, Kids und Haushalt den Kopf noch irgendwie über Wasser zu halten und nicht abzusaufen.  

Eine Teilzeit erlaubt es Dir mehr Zeit für die Dinge im Leben zu nehmen, die Dir wichtig sind. Auch wenn Du vielleicht gezwungen bist in Teilzeit arbeiten – weil die Kinderbetreuung sonst nicht funktioniert oder Angehörige gepflegt werden müssen – so kannst Du zumindest einige Stunden direkt dafür nutzen, Dein Lebensglück zu steigern. Zum Beispiel indem Du mehr Zeit mit Deiner Familie und Deinen Freunden verbringst oder Deine Gesundheit durch mehr Bewegung verbesserst. Du kannst Dein Humankapital durch Fortbildungen vergrößern, Dir ein Nebengewerbe aufbauen oder direkt an der Erfüllung Deines großen Traumes arbeiten.

Teilzeit schafft Dir die Flexibilität und Freiheit, Dich zu einem zufriedeneren Menschen zu machen.

Des Chefs liebste Mitarbeiter

Soweit, so gut. Aber es gibt leider auch eine ganze Latte an Nachteilen, die mit einer Teilzeit einhergehen.

Starten wir mit dem Karriereknick. Durch Deine Stundenreduzierung qualifizierst Du Dich nicht gerade für höhere Aufgaben in der Firma. Ob es gerecht ist oder nicht, lassen wir mal dahingestellt. Fakt ist aber leider, dass mit der Teilzeit ein Makel an Dir klebt. Je mehr Du reduzierst, desto schwieriger wird es die Karriereleiter hochzuklettern.

Das muss Dir nur bewusst sein, wenn Du diesen Schritt gehst. Mich lässt das nachts nicht schlechter schlafen. Über die Jahre ist mir immer bewusster geworden, dass eine Führungsposition einfach nicht mein Ding wäre. Die Nachteile höherer Hierarchiestufen überwiegen für mich die Vorteile. Mein Karrieresprung würde schnell zum Problem werden.

Viel wichtiger ist aber ein anderes Problem, was mit der Teilzeit einhergeht. Eigentlich müssten Arbeitgeber Teilzeitkräfte lieben. Denn die Arbeit sinkt selten proportional zum Gehalt. Eine Teilzeitkraft leistet oft mehr in der knappen Zeit, als Vollzeitkräfte. Der Kaffeeküchen-Plausch fällt kürzer aus, dafür wird fokussierter malocht. Das kann ich soweit voll bestätigen. Meine drei Arbeitstage sind pickepackevoll. Dem Feind ins Auge sehend habe ich mich vor der Teilzeit vermehrt mit Zeitmanagementthemen beschäftigt und setzte davon jetzt einiges um.  

Und trotz all der Anstrengung hat man oft das Gefühl nicht hinterherzukommen. Viele Mütter (und einige Väter) in Teilzeit können ein Lied davon singen. Weder der Job, noch die Kindererziehung, können vernünftig abgedeckt werden. Das frustriert.

Nein!

Aber zum Glück gibt es für dieses Problem eine Lösung in Form von vier Buchstaben. Ein Wort, das wir inflationär in der Erziehung unserer Kinder gebrauchen, aber im Büroalltag meiden.

Es ist das Wort: Nein!

Es liegt an uns, die Grenzen scharf zu ziehen. Auch wenn es mir persönlich schwerfällt, nehme ich jetzt weniger Aufgaben an und bin an meinen freien Tagen auch wirklich nicht erreichbar. Wenn meine Verfügbarkeit an einem freien Tag mal unbedingt nötig sein sollte, dann würde ich dafür einen anderen Tag in der Woche tauschen. Auch meine Kunden wissen mittlerweile, an wen sie sich montags und freitags wenden müssen. Elegant und kompromisslos „Nein“ zu sagen, kann man übrigens lernen. Ich kann Dir dafür das Buch „Sag Nein ohne Skrupel“* von Manuel Smith sehr ans Herz legen. Daraus habe ich viel für mich mitnehmen können.   

Das waren die wichtigsten negativen Seiten an der Teilzeit. Oder fehlt noch etwas?

Na klar, die Penunse!

Faxe und ein Aquavit

Vor drei Wochen flatterte mein erster Lohnzettel in Teilzeit herein.

Autsch!

Es fehlten dann tatsächlich auch 40% vom Bruttogehalt. Das kam jetzt nicht wirklich überraschend, sah aber trotzdem übel aus.

Netto ist es dann leicht erträglicher, weil die Steuerprogression in diesem Fall mein Freund ist. Der Grenz- und Durchschnittssteuersatz sinkt und begünstigt damit den Nettolohn.

Für die fiktive Berechnung Deines Teilzeitgehaltes gibt es ein schnuckliges Tool beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (hier ist der Link). Spiel doch einfach mal ein wenig damit rum und tue so als ob.

Nehmen wir als Beispiel mal meinen alten Studienkollegen mit dem skandinavischen Allerweltsnamen Lasse Høren. Als Single ohne Kinder schafft Lasse 3.000 Euro Brutto nach Hause, genug für einen geselligen Abend mit ein paar Liter-Dosen Faxe Extra-Strong. Nach allen Abzügen bleiben ihm 1.984 Euro seines Einkommens als Nettogehalt. Wenn der gute Lasse seine Arbeitszeit nun von 40 auf 30 Stunden reduziert, also auf 75%, dann sinkt sein Nettoeinkommen auf 1.569 Euro. Das entspricht 79% seines alten Nettoeinkommens. Die 4% Differenz schenkt Dir die Steuerprogression.   

Aber auch das macht den Bock nicht fett. Deinen Einkommensausfall durch die Teilzeit musst Du irgendwie mit Deinem sparsamen Lebensstil schultern können. Hat Lasse eh eine Sparquote von 25%, dann kommt er auch mit der 75%-Stelle gut über die Runden. Von den 4% Steuervorteil kann er sich noch einen Linie Aquavit hinterherkippen.  

Mit einem bescheidenen Lebensstil kannst Du Dir Zeit, und damit Freiheit, kaufen.

Vom Angestellten zum Solopreneur

Aber vielleicht eröffnen sich ja auch neue Einkommensquellen? Das Familieneinkommen allein aus dem Angestelltenverhältnis zu beziehen ist „so 90s“.

Die moderne Familie tanzt auf mehreren Hochzeiten. Und rate mal: Die Finanzglück-Familie rockt ganz vorne mit. Neben dem regulären Einkommen von meiner Frau (ebenfalls in Teilzeit) und mir gibt es noch Erträge aus Mieteinnahmen, Ausschüttungen unseres ETF-Portfolios, Kindergeld und meinem Nebengewerbe. (Warum wir unser Einkommen diversifizieren, kannst Du hier nachlesen).

Durch diesen Potpourri an Einkommen konnten wir in den letzten Jahren unsere Sparquote recht konstant auf hohen 50% halten. Die Arbeitslohnreduzierung fällt daher nicht so sehr ins Gewicht. Es schmerzt noch, ist aber auszuhalten.

Die freie Zeit eröffnet aber auch neue Möglichkeiten, zusätzliche Einkommensströme zu erschließen. Wenn Du beruflich voll im Saft stehst, hast Du kaum die Energie Dir nebenbei etwas aufzubauen – oder aber auch nur die Muße, Dich um Deine Geldthemen zu kümmern.

Warum nicht einfach mal etwas Grips und Zeit darin investieren, aus Deinem Hobby eine Geldquelle zu schaffen? Das geht heutzutage einfacher als Du denkst. Der Weg vom Angestellten zum Solopreneur* (eine weitere Buchempfehlung) geht am einfachsten schleichend. Die Teilzeit eröffnet Dir die Chance aus Deinem Traum Realität zu machen – oder zu scheitern und dann einen Haken dranzusetzen.

Um das finanzielle Bild abzurunden, sollten wir nicht die Rente unter den Tisch fallen lassen. Mit dem niedrigeren Bruttolohn sammelst Du auch weniger Punkte für die gesetzliche Rentenversicherung. Das musst Du auf dem Zettel haben und gegebenenfalls die Lücke privat schließen (zum Beispiel so).

Dem Herrgöttli sei Dank

Eigentlich war es nie mein Plan in Teilzeit zu gehen.

2013 hatte ich meinen Heureka-Moment, als ich das Konzept der finanziellen Freiheit entdeckte. Seitdem plante ich meinen kompletten Ausstieg aus dem Berufsleben mit Mitte 40, also in ein paar Jahren. Und bisher war ich auch ganz gut auf Kurs.

Aber im letzten Jahr hatte sich meine Sicht geändert. Einerseits wurde der Wunsch immer größer, mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen – und zwar jetzt und nicht erst in ein paar Jahren. Andererseits wurde mir aber auch bewusster, wieviel Positives meine berufliche Aufgabe und mein kollegiales Umfeld meinem Leben bringt. Will ich das alles aufgeben?

Der Auslöser für die Entscheidung zur Teilzeit kam dann auf einer Dienstreise in der Schweiz. Vor dem Schlafengehen trank ich noch ein Herrgöttli mit meinem Kollegen an der Hotelbar. Dabei kam heraus, dass er auch mit dem Gedanken spielte, seine Arbeitszeit zu reduzieren. Seine Treiber waren die Pflege seiner Eltern und einfach mehr Zeit für sich zu haben. So entstand die Idee, sich eine Stelle zu teilen.

Ein gutes halbes Jahr später wurde aus der Idee dann Realität.  

Ein unmoralisches Angebot

Die Reaktion im Unternehmen war überwiegend positiv. Die Personalabteilung ließ die Sektkorken knallen. Endlich mal zwei gestandene Väter, die sich für die Teilzeit entscheiden und nicht immer nur Mütter. Diese ehrliche Reaktion war schon großes Tennis und hat mich positiv überrascht. Ansonsten gab es einige wenige negative Stimmen, die aber nicht offen kommuniziert wurden.

Die allermeisten Kolleginnen und Kollegen hat es einfach nur überrascht, dass ich in der Blüte meiner Karriere in Teilzeit gehe, um mich mehr um meine Familie zu kümmern. In einigen Gesprächen danach wurde mir erst klar, dass viele andere auch mit ähnlichen Gedanken spielen, aber vor der Umsetzung zurückschrecken.    

Ich bin saufroh diesen Schritt gegangen zu sein. Soweit ich es bisher abschätzen kann, könnte die Teilzeit das Beste aus beiden Welten sein: Die spannende Aufgabe und die netten Kollegen bleiben erhalten, während ich jetzt viel mehr Zeit für die andere Dinge im Leben habe, die mich glücklich machen.

Würde ich eine Teilzeit jedem empfehlen? Naja, siehe es mal so, eine Arbeitszeitreduzierung von 5% bringt Dir 10 zusätzliche Urlaubstage im Jahr.

Das sollte doch nach der nächsten Gehaltserhöhung drin sein, oder?

Könntest Du Dir vorstellen in Teilzeit zu arbeiten? Falls Du es schon tust, wie sind Deine Erfahrungen? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!


Mein Geschenk an Dich!

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39 Kommentare

  1. “Aber zum Glück gibt es für dieses Problem eine Lösung in Form von vier Buchstaben. Ein Wort, das wir inflationär in der Erziehung unserer Kinder gebrauchen, aber im Büroalltag meiden. Es ist das Wort: Nein! Es liegt an uns, die Grenzen scharf zu ziehen. Auch wenn es mir persönlich schwerfällt, nehme ich jetzt weniger Aufgaben an und bin an meinen freien Tagen auch wirklich nicht erreichbar.”

    Schön gesagt und so wichtig! Leider ist das bewusste Ablehnen von Dingen noch immer weitaus unbeliebter als das inflationäre Annehmen von Dingen. Häufiger mal Nein zu sagen / sagen zu können, ist eine riesige Freiheit. Glückwunsch dazu!

  2. Hallo Nico,

    ich (Papa von zwei Jungs im Alter von 4 und 5 Jahren) arbeite seit der Geburt unseres ersten Sohnes in Teilzeit, immer mal wieder mit wechselnden Zeitanteilen.

    Momentan sind es 34 Stunden die Woche, die ich künftig aber noch ein ganzes Stück reduzieren werde, da mich mein Blog immer mehr einspannt. 😉

    So richtig zufrieden bin ich im Moment nämlich nicht, da ich trotz der Teilzeit kaum Momente zum Durchschnaufen habe. Da besteht noch ein wenig Optimierungsbedarf. 🙂

    Viele Grüße
    Tommy

    1. Hi Tommy,

      naja, ein Blog kann ja auch mal schnell zur Teilzeitstelle werden. Auch wenn die Aufgabe erfüllt, es frisst schon ordentlich Zeit. Das kenne ich nur zu gut. Naja, dann ist es ja mal wieder Zeit für Dich in den Urlaub zu fahren und runterzukommen 😉

      VG, nico

      1. Auch das ist mittlerweile ein zweischneidiges Schwert: Da ich den Urlaub ja zwangsläufig in den Blog einfließen lassen, kann ich mitunter auch dort nicht hundertprozentig abschalten.

        Ich muss wirklich noch schauen, wie ich das zukünftig am besten in den Griff bekomme.

  3. Hallo Nico,

    schön, dass es so gut geklappt hat! Du hast dich darauf vorbereitet und dir dazu Gedanken gemacht, dann läuft es schonmal besser bei der Verhandlung 🙂

    Ich bin ein klassischer Klischee Fall: Frau, Mitte 30, 2 Kinder, arbeite in Teilzeit. Wobei ich zum Glück (durch Wissbegierde & Spass an neuen, unerforschten Herausforderungen) – auch wenn es etwas eingebildet klingt – mich so gut im Job entwickelt habe, dass ich einfach sagen konnte – was ich euch “verkaufen” kann, sind nur 7 Stunden am Tag, mehr geht nicht wegen Betreuungszeiten. Damals war ich alleinerziehend und musste schauen dass ich es schaffe. Seit Kind 2 arbeite ich sogar 5 Stunden am Tag. Hier habe ich etwas gierig kalkuliert und mir eine Mittagspause erlaubt, in der ich den Kopf frei kriege, etwas erledige oder mal mit Kollegen tatsächlich eine Mittagspause mache 🙂 – sonst würden auch 6 St/Tag gehen, zum Glück bin ich darauf nicht sooo angewiesen dass ich das kleine Schlückchen an Freizeit, die mir bleibt, verkaufe.

    Da – muss ich gestehen – mir das Ganze (Kinder und mich fertig machen – Kind 1 in die Schule schicken – Kind 2 zur Tagesmutter bringen – zur Arbeit fahren / wir denken noch an die Herausforderungen hier 😉 – Kind 2 von der Tagesmutter abholen – einkaufen – nach Hause und durchschnaufen / was mit Kind 2 machen – Kind 1 kommt aus der Schule und möchte auch meine Aufmerksamkeit – kochen – alle essen – etwas Zeit zusammen – alle zum Schlafen und dem nächsten Tag vorbereiten – Haushalt inkl. Gartenpflege – hier fängt die “Freizeit” an mit Freunden / Spieleabenden / vllt sogar ein bisschen Hobby – Schlafen ist überbewertet 🙂 ) sonst ziemlich auf den Kopf fällt. Ich wünsche dir, dass du die freie Zeit wirklich so intensiv und produktiv ausgibst wie du vorhast – meine Differenz zu Vollzeit wird leider vom Leben aufgefressen 🙂
    (auch wenn ich die Zeit mit den Kindern natürlich sehr schön finde… aber noch habe ich nicht die Kraft in der Zeit auch noch zu meinen Hobbies / Weiterbildung etc zu kommen).

    Ganz liebe Grüße und viel Erfolg!
    Alex

    1. Hi Alex,

      vielen Dank für den Kommmentar! Besonders der Teil in Klammern hat mir gut gefallen – da erkenne ich einiges wieder 🙂 Ich schaue mal. Ich habe zwei freie Tage und die Lütschen sind im Kindergarten bzw. Schule mit Nachmittagsbetreuung. Das sollten hoffentlich schon ein paar Stunden übrig bleiben. Da meine Frau auch in Teilzeit arbeitet können wir uns auch den Haushalt aufteilen. Alleinerziehend ist das eine ganz andere Nummer. Respekt, dass Du das so gut hinbekommst (bzw. vorher so hingekommen hattest)!

      VG, nico

      1. Das hört sich gut an, wenn die Kiddies betreut sind kann man echt was schaffen 🙂
        Eine Kollegin von mir hat auch eine Teilzeit ausgehandelt, am Freitag hatte sie dann frei. Die ersten Monate hat sie einfach die Ruhe genossen und Schritt für Schritt “das Leben eingeholt” – Sachen erledigt, die auf der Strecke geblieben sind. Erst Monate später war sie erholt genug, um an Freitagen was größeres anzufangen. Finde ich auch normal – nur so als “Rechtfertigung”, falls du eine brauchst 🙂

  4. Hallo,

    sehr guter Blogartikel. Ich spiele ebenfalls mit dem Gedanken, kann es mir dank Nebeneinkommen auch locker leisten. 50% wären locker drinnen.

    Ich möchte aber ein paar negative Aspekte aufgreifen. Gerne freue ich mich über Gegenargumente.

    Zuerst scheint es mir so zu sein, dass die Thematik eher für Büroleute im gehobenen Dienst interessant ist. Ingenieure, Softwareentwickler, Schreibtischarbeiter. Leute die tendenziell gut verdienen und mit Sparsamkeit mit deutlich weniger über die Runden kommen. In Jobs die nicht so gut bezahlt werden, stelle ich mir das schwierig vor. Auch hier in den Kommentaren tummeln sich viele gutbezahlte Schreibtischtäter wie ich auch einer bin. Dies scheint mir generell in Finanzblogs der Fall zu sein, da nur wer Geld drüber hat zum investieren, dann dies tun und im Zweifelsfall drüber schreiben.

    Du schreibst, dass Du die Entscheidung einfach mitgeteilt hast. Ich denke das könnte ich prinzipiell auch, stelle mir das aber in vielen Jobs eher schwierig vor. Eine Grenze der Firmengröße gibt es ja, ob das bei Jobs im Handwerk auch klappt, wenn der Bauarbeiter die Baustelle am Mittwoch Mittwoch verlässt und den Hammer fallen lässt. 🙂

    Selbst in meinem Job (Softwareentwickler) merke ich, dass nicht nur die Führungsposition wegfällt, was ich selbst gar nicht will, aber durchaus interessante Projekte. Der ist ja eh nur halbtags da, geben wir das lieber jemand anderen. Muss einen nicht stören, kann aber passieren. Auch bei Kollegen merke ich, dass Teilzeitkollegen schonmal als Hobbyarbeiter bezeichnet werden.

    Ich erlebe auch nicht immer, dass die Firma unbedingt erfreut ist über solche Wünsche. Du beschreibst eine gute Situation, dass ihr euch eine Stelle teilt und ggf. sogar den Schreibtisch? Bei uns sind Reduktionen meist auf dem 20% Niveau. D.h. die Leute brauchen dennoch die ganze Technik, Schreibtisch und Platz, d.h. die Kosten fallen zu 100% an.

    So genug negative Punkte angemerkt. Ich finde das cool was Du machst und ich denke auch darüber nach, trotz der Punkte. Vielleicht habe ich ja auch unrecht! 🙂

    Gruß
    Fuseboroto

    1. Moin Fuseboroto,

      die Sachen, die Du ansprichst, stimmen alle. Wenn die Kohle knapp ist, dann tun selbst 10% weniger weh. Die Frage ist dann, ob der Stress des niedrigeren Gehaltes nicht schwerer wiegt als die gewonnene Freiheit. Das muss jeder selbst entscheiden – und tendenziell ist es bei höherem Einkommen einfacher zu reduzieren als bei niedrigem Gehalt. Beim Bürojob ist es einfacher zu reduzieren, weil es gängiger ist als im Handwerk. Hier glaube ich wäre es von der Aufgabe her sogar noch einfacher (freitags wird z.B. nicht gearbeitet), aber man müsste sich wohl eine Menge Gegenwind von der Firma und Kollegen gefallen lassen.

      Das Teilen einer Stelle hat es für mich tatsächlich viel einfacher gemacht Arbeitsstunden zu reduzieren. Ich werde weiterhin an spannenden Projekten arbeiten, weil mein Back-up Kollege dann übernehmen kann. Genauer genommen wird es jetzt eine Art Dreierteam bei uns. Zwei in Teilzeit und ein Kollege in Vollzeit. Damit decken wir das gleiche ab, wie vorher zu zweit. Und trotz alledem ist es manchmal unbefriedigend für mich in Teilzeit zu arbeiten – in Vollzeit kriegst Du einfach noch mal mehr mit und kannst Dich besser einbringen. Aber dieser überschaubare Verlust an „Job-Satisfaction“ wird um ein vielfaches überwogen durch die Freiheit, an zwei zusätzlichen Tagen Zuhause zu sein. Das muss einem immer bewusst sein: Auch wenn es manchmal im Job nervt nur in Teilzeit dort zu sein, es lohnt sich trotzdem.

      VG, nico

  5. Top Artikel! Und so ein Faxe geht doch immer 😉

    Ich habe aktuell aus gesundheitlichen Gründen für ein Jahr Teilzeit vereinbart. 84,62%, um genau zu sein. Ich bin gespannt, wie es sich auswirkt, denn als Lehrerin habe ich hier und da auch Freistunden dazwischen und bin dann trotzdem in der Schule und natürlich am Arbeiten. Doch ich hoffe, mit sinnvollem Zeitmanagment, diese Zeit nutzen zu können, um die Fülle an anfallenden Aufgaben gut erledigen zu können und diese nicht mehr zur Gänze mit nach Hause zu nehmen.
    Ich bin 30 Jahre alt und noch kinderlos, mein finanzielles Polster ist aufgrund von Studienschulden noch nicht ganz da, wo ich es gern hätte – work in progress, sozusagen ;). FI ist noch ein bisschen entfernt und der finanzielle Einschnitt von 300€/ Monat macht schon was aus, ist es mir jedoch absolut wert.

    PS: Was hast du so gelesen fürs Zeitmanagement? Kannst du was emofehlen?

    1. Hi Elisa,

      das beste Buch zum Thema Zeitmanagement, das ich bisher gelesen hatte, ist “7 Wege zur Effektivität“* von Stephen Covey. Ist ein ganz alter Schinken, aber einfach genial.

      Jetzt hatte ich “Busy is the new Stupid“* von Tim Reichel gelesen. Ist eher leichte Kost, geht nicht ind die Tiefe, aber gibt einen schönen Überblick über das gesamte Spektrum. Daraus habe ich mir noch mal 5 oder 6 Sachen mitgenommen, die ich jetzt umsetze.

      Vielleicht ist ja was für Dich dabei 🙂

      VG, nico

  6. Hallo Nico,
    zunächst einmal DANKE für deinen geilen Blog! Du hast mir bereits so viele Anregungen gegeben und mein Leben wirklich positiv beeinflusst. Und vorallem schaffst du es immer wieder mich auf die Erde zurückzuholen und auf das wirklich wichtige im Leben zu konzentrieren: Meine kleine Familie.

    Ich bin 34, verheiratet und Vater einer zweieinhalbjährigen Tochter. In zwei Wochen kommt weiterer Nachwuchs und wir sind schon sehr gespannt. Zeit ist das kostbarste Gut auf der Welt, daher sollten wir diese sinnvoll einsetzen. Eine Umarmung oder das Lachen des eigenen Kindes ist einfach durch nichts zu ersetzen.

    Nun zu unserer Situation und dem damit verbunden Dilemma.
    Ich habe in den ersten Jahren im Job wirklich viel gearbeitet und mir bereits viel zurechtgelegt, durchdacht und Routinen geschaffen. Seit etwa zwei Jahren profitiere ich immens davon. Obwohl ich weiterhin voll bezahlt werde, arbeite ich lediglich 25-27 Stunden pro Woche. Nachmittags muss ich etwa einen Tag pro Woche ran. Wenn meine Tochter zu Hause ist, bin ich auch immer dort. Meine Frau ist bereits im Mutterschutz und nach der Geburt für drei Jahre in Elternzeit. Danach wird sie wohl halbtags arbeiten. Uns geht es also wirklich gut und wir wissen das zu schätzen. Nichtsdestotrotz würde ich gern noch weiter runter mit der Arbeitszeit. Aufgrund Effizienz im Job würde das Monatsgehalt jedoch weit überproportional zu meiner Arbeitszeit fallen. Irgendwie hat mich das bisher immer abgeschreckt. Mich würde interessieren, was du oder andere User dazu meint.

    1. Hallo JB,

      vielen Dank für das Kompliment! Du hast da aber wirklich ein Luxusproblem 🙂 Ich kann gut nachvollziehen, dass Du in dieser Hinsicht nicht reduzieren möchtest. Macht es einen Unterschied, wenn Du die Teilzeit in Blöcken nimmst (also mehr Urlaubstage)? Keine Ahnung, ob das bei dir möglich ist.

      vG, nico

  7. Hallo Nico,

    ich bin 34 Jahre alt, verheiratet und habe 2 Kinder im Alter von 4 und fast 6. Ich arbeite als angestellter Apotheker. Für mich war Ende letzten Jahres klar, dass es Vollzeit auf keinen Fall weiter geht. Ich war komplett durch, zerrieben zwischen Arbeit und Familie. Seit April, pünktlich zum Corona-Lockdown, habe ich auf 32 Wochenstunden reduzieren können. In der Apotheke ist das zwar immer noch eine 5-6 Tageswoche. Da ich aber jede Woche auf 2-3 freie Nachmittage komme hat sich mein Leben deutlich entspannt. Und ich plane schon die Reduktion auf 24 Stunden pro Woche 😉
    Meine Frau arbeitet ebenfalls in Teilzeit. Wir haben sehr günstig ein großzügiges Reihenmittelhaus vor 4 Jahren erworben, das sich recht zügig abbezahlen lässt. Zudem besitzen wir 3 Eigentumswohnungen, die sich langsam aber stetig von selbst abbezahlen.
    Da unser Geld zurzeit fast nur in Immobilien steckt, ist mein nächstes Ziel, ein vorhandenes aber noch mikriges ETF-Depot deutlich auszubauen, um breiter diversifiziert zu sein und mehr schnell verfügbares Vermögen zu haben.
    Mein langfristiges Ziel ist maximal 20 Stunden pro Woche für mich und meine Frau, was spätestens wenn die 4 Immobilien abbezahlt sind locker möglich sein sollte. Ich mag meinen Job und kann mir auch vorstellen, bis ca. 60 diesem in Teilzeit nachzugehen.
    Glückwunsch zu deinem Blog, der insbesondere für Familien mit dem Wunsch nicht nur zu arbeiten eine große Inspiration ist!
    Lieben Gruß,
    Torsten

    1. Hi Torsten,

      na dann haben wir viele Parallelen. Dein Lebensplan gefällt mir. Als Apotheker kannst Du auch super in Teilzeit arbeiten – Du musst Dich z.B. nicht mit Kollegen um interessante Projekte streiten oder so. Wenn Du da bist, kannst Du ganz normal arbeiten.

      Schön, wenn Du und Deine Frau Beide in Teilzeit arbeitet. So läuft es bei uns jetzt auch – das ist wirkliche Lebensqualität. Wir haben beide was von der Arbeit zu erzählen und mögen die Aufgabe, haben aber trotzdem viel gemeinsame Zeit zusammen.

      VG, nico

  8. Hallo Nico,
    ich musste etwas schmunzeln, als ich Deinen Artikel gelesen habe. Ich habe ein ähnliches Modell.

    Seit September habe ich 80% gearbeitet, zwei Nachmittage (Mo, Mi) für die Kids genutzt. Seit Januar nun 60% und einen Tag (Fr) für meine eigenen Projekte. Das klappt recht gut, sowohl mit der Arbeitslast als auch das eigene Gewerbe. Ich zahle mir zusätzlich zu meinem Angestellten Gehalt noch ein zweites Gehalt (Steuerklasse 6) über meine eigenen Projekte, welches den Verlust des reduzierten Gehalts ausgleicht.

    Hierzu wäre für mich interessant wie man das ggf. besser gestalten kann, da die Steuerlast recht hoch ist. Gibt es hierzu Erfahrungen? Ich hatte schon darüber nachgedacht ein Firmendepot einzurichten und dort anstatt Gehalt Investitionen zu tätigen.

    Beste Grüße
    Ralf

    1. Hallo Ralf,

      interessantes Konzept. Schau Dir vielleicht mal das Buch “Steuern steuern” von Johann Köber an. Idealerweise besorgst Du es Dir in der Bibliothek, weil es recht teuer ist. Hier kannst Du Dir viele Anregungen holen, die sich dann mit einem Steuerberater umsetzen lassen. Ggf. wäre Deine Lösung eine GmbH (vielleicht sogar eine Holding), in der Du auch Deine ETF-Sparpläne usw. laufen lässt. Ausgezahlt wird dann nur der Teil, den Du wirklich brauchst. Der Rest bleibt in der Firma.

      VG, nico

  9. Eine der wenigen guten Seiten von Corona:

    Als “Heimarbeiter” kann man -wenn man es klug anstellt- seine Arbeitszeit auf 60-70% reduzieren und trotzdem das volle Arbeitspensum schaffen und das volle Gehalt beziehen.

    1. Hi Michael,

      Corona hat die ganze Nummer wirklich noch mal verändert. Meine Reduzierung ist in die Home-Office Phase reingelaufen, von daher fühlte es sich nicht ganz so extrem an (ich war ja eh meist Zuhause). Mal schauen wie es wird, wenn sich die Lage wieder normalisiert.

      Aber ich bin da ganz bei Dir. Home Office setzt Anreize effizienter zu arbeiten, weil die gewonne Zeit, anders als im Büro, gut genutzt werden kann.

      VG, nico

  10. Hallo Nico,

    großes Kompliment für den Artikel. Er hat mich sehr angesprochen. Ich befinde mich
    in ähnlichen Lebensumständen. 40 Jahre, Kinder, FI ist in Reichweite. Es freut mich
    davon zu hören wie andere auf gleicher Wellenlänge in dieser Situation Ihr Leben gestalten
    und davon neue Ideen mitzunehmen. Du kannst einen da besonders inspirieren – das schafft
    sonst nur MMM bei mir 😉

    Meine Erfahrungen:
    Ich bin seit einem Jahr in Teilzeit (80%). Mein Teilzeitwunsch wurde wurde vom Chef
    sofort akzeptiert. Es sanken dann die Stunden aber die Verantwortung für alle Aufgaben blieb.
    Ich hatte daher aufgrund von Überstunden real nur auf 90% reduzieren können und hatte dabei
    viel Stress. Nach einem Jahr sind die Aufgaben aber jetzt angemessen. Leuten mit Teilzeitwunsch würde ich mitgeben sich davon nicht entmutigen zu lassen und das Thema Entlastung sehr früh und
    und immer wieder anzusprechen – es kann trotzdem noch länger dauern bis die Aufgaben der
    Teilzeit entsprechen.

    Ich finde mich ansonsten im Artikel gut wieder. Ich weiß die Teilzeit sehr zu schätzen. Wir
    fahren oft über das lange Wochenende weg. Häufig werden die Tage auch durch längere Fahrradausflüge zelebriert. Der erste Kontoauszug ist ernüchternd, auch wenn man den
    Nettobetrag vorher schon berechnet hat. Wenn man in der glücklichen Situation ist, dass man eh unter seinen Verhältnissen lebt und jetzt nur noch y statt x sparen kann hat das Mindereinkommen aber überhaupt keinen Einfluss auf das echte Leben. Dem muss man sich nur bewußt werden und dann passt das für mich auch. Hier bekommt sicher der ein oder andere ehrgeizige Sparer Probleme vom Hamstern aufs Genießen umzuschalten. Mir ist es wichtig mir die Zeit schon jetzt nehmen zu können, da sie mir in der jetzigen Lebensphase einen großen Mehrwert bietet.

    Ich freue mich auf neue Artikel von Dir!

    1. Hallo Holger,

      “Du kannst einen da besonders inspirieren – das schafft sonst nur MMM bei mir”

      Na das ist doch mal ein Kompliment! Vielen Dank. Ich werde mal zusehen regelmäßiger zu posten.

      Die saubere Abgrenzung der freien Tage ist meine größte Herausforderung bei der ganzen Geschichte. Da werde ich Deinem Rat folgen und am Ball bleiben.

      VG, Nico

  11. Ich bin Mitte 30. Die Auslastung im Job ist ok. Es wäre für mich finanziell ein zu großer Einschnitt und einfach noch etwas zu früh. Ein bißchen Vermögen will ich noch aufbauen. Im Hinterkopf habe ich es aber.
    Du machst das genau richtig, Finde ich.

  12. Ich möchte noch einen Gedanken einer Kollegin einbringen: Du arbeitest in einer vier-Tage-Woche nicht nur 20% weniger (was wenig klingt), sondern hast vor allem 50% mehr Wochenende.

    Persönlich habe ich den Sprung noch nicht gemacht, will noch ein langlaufendes Projekt abschließen. Aber da mein geplanter, aber noch nicht beantragter Sommerurlaub ins Wasser gefallen ist, habe ich mal die dafür vorgesehenen 20 Urlaubstage auf die Freitage des zweiten Halbjahrs verteilt, das kommt dem schon nahe 🙂

    Die Steuerprogression ist dabei ein netter Nebeneffekt, in der Sozialversicherung wirft einem dafür die Beitragsbemessungsgrenze Stöcke zwischen die Beine. Da sollte man bei einem Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze dran denken, besonders wenn man zu den (geschätzt) 1% der Deutschen gehört, die auch bei nennenswerter Teilzeitquote noch darüber bleiben (so ab 9000€ brutto für 100%). Schön auszurechnen mit dem oben verlinkten Rechner des BMAS, wenn man verstanden hat, dass das alles Monatswerte sein sollen 😉

    VG,
    Arno

    1. Hallo Arno,

      den gegenteiligen Effekt in der Sozialversicherung hatte ich in der ersten Version des Beitags mit drin. Ich habe es dann aber so kompliziert ausgedrückt, dass ich es wieder rausgenommen habe. Du machst das hier viel besser 🙂

      Glückwunsch zur 80% Stelle bei 100% Lohn in der zweiten Jahreshälfte!

      VG, nico

  13. Hi Nico,

    ich war schon ganz gespannt auf deinen Bericht. Super geschrieben!

    Bei mir sind es jetzt 20 Monate, in denen ich nur noch 80% arbeite, von Dienstag bis Freitag.

    6 ½ Jahre Vollzeit haben mir gereicht 😀 Ich konnte nicht mehr wirklich entspannen an einem 2-Tage-Wochenende. Für mich ist es jetzt perfekt.

    Ich arbeite in einem Team mit 5 anderen Software-Entwicklern, und dort kommen auch alle prima damit zurecht.

    Schöne Grüße, sicher sehen wir uns dieses Jahr nochmal!

    1. Hallo Stefan,

      ich hatte kurz überlegt Dich direkt im Artikel oben zu erwähnen. Denn ich erinnere mich noch gut daran, wie Du mir im Prater von Deiner Gehaltserhöhung berichtet hast, die Du gleich zum Anlass nahmst Deine Arbeitszeit zu reduzieren. Warum auch nicht? Wenn Du vorher gut mit Deinem Geld auskamst, warum nicht direkt zusätzliches Geld gegen Zeit kaufen?

      Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder in Berlin. Ich denke im Oktober verschlägt es uns wieder in die Hauptstadt.

      LG, nico

  14. Hey Nico,

    super Entscheidung! Ich bin letztes Jahr durch den Umstand, dass ich mich mit meiner Freundin als digitaler Nomade unterwegs sein will, zum Entschluss gekommen, meinen Job zu kündigen und als Freelancer im gleichen Feld zu arbeiten. Dadurch bin ich jetzt super flexibel was meine Arbeitszeit anbetrifft (40%,60%,80%,100%,120%) und habe selbst bei weitaus weniger Arbeitszeit mehr Geld raus.

    Der Wechsel vom Festangestellten zum Freelancer bringt also nochmal einen Turbo. Entweder beim Geld oder bei der Freizeit.

    Liebe Grüße,
    Daniel

    1. Hi Daniel,

      als Freelancer kannst Du wirklich Deine Zeit super einteilen. Mein ursprünglicher Wunsch in der finanziellen Freiheit hätte mich in eine ähnliche Ecke gestellt – ich hätte so viel nebenbei an Projekten arbeiten können, wie ich möchte. Aber ich befürchte, ich könnte das soziale Umfeld auf der Arbeit vermissen. Ich gehe ja schon gerne ins Büro, es muss halt nicht so oft sein.

      VG, nico

  15. Hallo Nico, ich arbeite inzwischen auch seit drei Monaten in Teilzeit (70% aufgeteilt auf 4-5 Tage) und bin bisher sehr zufrieden damit.
    Bei uns im Unternehmen (in Österreich) war Teilzeit bisher auch eher verschrien und ich habe von Ex-Kollegen aus anderen Abteilungen gehört die umstellen wollten und nicht konnten wodurch sie das Unternehmen verlassen haben. Nachdem ich dann umgestellt hatte, habe ich ebenfalls von einigen Kollegen das Feedback erhalten, dass sie das interessant finden würden.
    Ich bin schon sehr gespannt ob, bzw. wie sich diese Umstellung mittelfristig auf meine Arbeit, besonders mit Blick auf neue Projekte, auswirkt und ob die Zahl an Teilzeit-Mitarbeiter*innen bei uns vielleicht sogar zunimmt. Bisher habe ich jedenfalls nicht das Gefühl, dass die Teilzeit einen negativen Impact auf meinen Job hat und genieße die größere Flexibilität und die zusätzlich gewonnene Freizeit.

      1. Hallo Nico,

        nein soweit ich weiß gibt es in Österreich keinen Anspruch darauf. Deshalb hat auch die Verhandlung etwas gedauert, aber ich hatte das Glück, dass sich mein Chef für mich eingesetzt hat und mich dabei unterstützt hat. Der Wechsel erfolgte dann sogar während dem Corona Lockdown. Wird also sicher auch interessant zu sehen wie das funktioniert wenn ich wieder öfter im Büro bin, bisher bin ich jedoch noch großteils im Home-Office.

        VG Christian

  16. Hallo Nico,
    Glückwunsch zur neuen Zeiteinteilung! Schön, dass du es umgesetzt hast und es so gut funktioniert. Ich erinnere mich noch sehr gut an das geile Gefühl, als ich damals, ebenfalls etwa 40 Jahre alt, meine Arbeitszeit reduziert habe. Die Verhandlungen mit meinem Chef hatten sich allerdings über ein halbes Jahr erstreckt, ich arbeitete in einem kleinen Architekturbüro, und er wollte wohl den Präzedenzfall verhindern. Lustigerweise warb er dann Jahre später sogar gerade mit der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Tatsächlich gibt es mittlerweile meines Wissens nach nur noch einen Kollegen in Vollzeit. Insofern kann ich alle von dir genannten Vorteile nur bestätigen.
    Bei den Nachteilen möchte ich dich allerdings aus meiner Langzeit – Teilzeiterfahrung heraus noch auf zwei Punkte hinweisen:
    Die ersten Jahre hatte ich nur auf eine Vier-Tage-Woche reduziert. Das klappte bei der üblichen Projektarbeit in einem Architekturbüro auch super und fiel den meisten Bauherren vermutlich noch nicht einmal auf.
    Im letzten halben Jahr, bevor ich meinen Bürojob dann ganz aufgegeben habe, hatte es sich aber ergeben, dass ich nur noch eine Zwei-bis-Drei-Tage-Woche arbeitete. Das war Zufall und lag daran, dass ich eine Menge Resturlaub nicht nehmen konnte, weil eine Kollegin plötzlich erkrankt war. Dabei machte ich allerdings die Erfahrung, dass es sich keineswegs besser anfühlte als die Vier-Tage-Woche, eher schlechter. Durch die mangelnde Präsenz im Büro fühlte es sich an den verbliebenen Arbeitstagen so an, als wäre ich nur noch zu Besuch. Und nach dem die erkrankte Kollegin wieder zurück war, war ich auch aus der Projektarbeit weitgehend raus. Im Prinzip habe ich dann den Kollegen nur noch zugearbeitet.
    Ein weiterer Nachteil resultiert aus der Erkenntnis, dass es ähnlich wie bei der oft zitierten Lifestyle-Inflation in finanziellen Dingen auch zu einer Zeit-Inflation kommen kann. Man geht einfach mit seiner zusätzlichen Freizeit irgendwann sorgloser um, um nicht zu sagen, man vergeudet Zeit. Ebenso wie bei der zitierten Lifestyle-Inflation war das bei mir ein Prozess über mehrere Jahre, der sich anfangs unbemerkt einschleicht. Irgendwann steht man eben nicht mehr um 8 Uhr im Schwimmbad, sondern um 9.30 Uhr, weil es dann so schön leer ist 😉 .
    Bin also auch auf deine weiteren Erfahrungen gespannt, insbesondere auf deine Entscheidung in drei Jahren.
    Gruß, Ente

    1. Moin Ente,

      ich bin mir jetzt schon sicher, wie die Entscheidung in drei Jahren aussehen wird 🙂

      Meine Sorge war lange Zeit, dass ich in Teilzeit meinen Job nicht mehr richtig ausüben kann und, wie von Dir beschrieben, keine spannenden Sachen mehr machen kann. Durch das Teilen der Stelle auf zwei Leute hoffe ich hier nicht in diese Falle hineinzulaufen. Bisher klappt das ganz gut, schauen wir mal. Geholfen hat wohl auch die Corona-Zeit. Es ist eh eine besondere Zeit, in der kaum jemand im Büro ist. Daher fällt meine Abwesenheit auch nicht auf. Und dieser Zustand wird wohl auch noch eine Weile anhalten. Mal schauen wie die Teilzeit sich danach anfühlt.

      VG, nico

  17. Moin Nico, ich kann deinen Artikel zu 100% unterschreiben!

    Ich mache zur Zeit “Teilzeit auf Probe” und mir gefällt es sehr gut. In 3 Jahren machen wir eine große Auszeit (6 Monate mindestens) bevor die Tochter eingeschult wird. Und danach werde ich auch meine wöchentliche Arbeitszeit reduzieren.

    Im Umfeld bin damit aber ziemlich alleine. Die Meisten verlieren sich tatsächlicher eher im Konsum. Aktueller Trend: große Wohnmobile kaufen. Gleichzeitig beschweren sie sich über zu wenig Zeit und zu viel Stress. Außerdem zeigt sich aktuell, in Zeiten von Kurzarbeit, wie knapp doch einige kalkulieren.

    Viele Grüße aus deiner Heimat
    Christoph

    1. Hallo Christoph,

      der direkte Zusammenhang zwischen Ausgaben und Freizeit scheint wirklich für viele nicht offensichtlich. Es wäre mal interessant zu schauen, wie Menschen sich entscheiden, wenn sie vor die Wahl gestellt werden: Du verzichtest auf Dein Auto, ein Zimmer in Deiner Wohnung und Deine Putzfrau, dafür brauchst Du nur noch 4 Tage die Woche arbeiten. Würdest Du es machen?
      Ich wette viele würden zugreifen. Aber diese Verknüpfung wird nicht hergestellt.
      VG, nico

      1. Hallo Nico,

        Ich bin seit dem ersten Januar in 70%-Teilzeit. Ich bin 51 Jahre alt und arbeite seit über 30 Jahren im Wechseldienst, der mir zunehmend schwer fällt. Für meine Kollegen bin ich ein Geizhals, eben weil ich kein Auto habe, meine Wohnung mit knapp 60qm eher klein ist und ich auch schon vor Corona gern in Deutschland Urlaub gemacht habe. Von daher lautet die Antwort auf Deine Frage zumindest von den meisten meiner Kollegen eindeutig NEIN! Nein, sie würden ihren “Luxus” auf keinen Fall gegen mehr freie Zeit tauschen wollen.
        Zumindest einen Kollegen konnte ich dazu inspirieren, in Altersteilzeit zu gehen (bei uns 90% Geld für 80% Arbeit ab 59 Jahren). Aber auch er hat sich dafür entschieden, weiter voll zu arbeiten, um dann etwas früher in Rente gehen zu können.
        Ich hingegen bin recht froh über meine Vier-Tage-Woche. Meistens habe ich nur noch die ohnehin von mir bevorzugten Spätschichten. Allerdings heißt das in meinem Fall, dass auch noch Schichtzuschläge entfallen, was aus 70% Brutto auch tatsächlich 70% Netto werden ließ. Meine Sparquote fiel dank abgezahlter Wohnung von über 65% auf knapp 60%. Damit kann ich immer noch gut leben. Auch wenn mich der Verlust von ca. 700€ im Monat am Anfang schon gestört hat. Aber am Ende ist es nur eine Zahl…

        Gruß, Tino

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