Wenn Dein Karrieresprung zum Problem wird

Karrieresprung

Was macht Dich glücklich?

An diesem Thema beißen sich die Philosophen seit Jahrhunderten die Zähne aus. Eine allgemein gültige Antwort haben sie noch nicht gefunden.

Fakt ist, dass diese Frage – bewusst oder unbewusst – Dein und mein Leben stark beeinflusst. Das Streben nach Glück ist universell und für mich persönlich der ultimative Antreiber. Alles andere ordnet sich dem unter.

Glück, bzw. ein glückliches Leben zu führen, ist dabei eine Art Idealzustand, den wir vielleicht nie erreichen.  Das Ziel ist es vielmehr dem so nah zu kommen wie möglich.

Was kannst Du also ganz konkret tun, um langfristig ein glücklicheres Leben zu führen? Was solltest Du vermeiden?

In diesem Beitrag gehe ich auf die beiden wichtigsten Faktoren für ein glückliches Leben ein, erkläre warum erfolgreiche Menschen oft unglücklich sind und… lege Dir ans Herz Deinem Chef bei der nächsten Beförderung eine Absage zu erteilen.

Happy Bunny oder Trauerkloß?

Es gibt zwei große Themen im Leben, die Dein langfristiges Glück beeinflussen:

  1. Ein stabiles soziales Umfeld. Das sind in erster Linie Deine Familie und Freunde.
  2. Eine Aufgabe, die Dich erfüllt. Das ist im Idealfall Dein Job.

Um diese beiden großen Blöcke spielt sich Dein Leben ab. Für Dein persönliches Glücksgefühl sind beide wichtig. Du kannst auf keinen verzichten.

Wenn Du Dich nicht mit Menschen umgibst, die Dich lieben und wertschätzen, läufst Du Gefahr zu vereinsamen. Gleichfalls wirst Du Dich langweilen, wenn du keine Aufgabe im Leben hast, die Dich erfüllt und fordert.

Aber selbst wenn Du einen Job hast, der Dir etwas bedeutet und eine Familie, die Dich liebt, kannst Du Dich trotzdem noch unglücklich fühlen. Du hast ganz einfach noch nicht die richtige Balance zwischen beiden herstellen können.

Der heilige Gral der Maloche

Die meisten Stunden Deiner wachen Zeit wirst Du wohl auf der Arbeit oder auf dem Weg dorthin und zurück verbringen. Dein Job nimmt einen sehr großen Platz im Leben ein.

Hoffentlich erfüllt Dich Deine Tätigkeit auch. Empfindest Du Deine Arbeit als wichtig? Hast Du wiederkehrende Erfolge, die Dir ein Gefühl von Kompetenz geben? Bist Du in der Lage kreativ nach Lösungen zu suchen, mit denen Du dann die gesteckten Ziele erreichst? Hast Du einen Job, der Dich weder über- noch unterfordert und Respekt von Deinem sozialen Umfeld einbringt?

Wenn Du diese Fragen mit Ja beantworten kannst solltest Du Dich wirklich glücklich schätzen. Die wenigsten von uns können behaupten einer solch erfüllenden Tätigkeit nachzugehen.

Für die meisten, mir inklusive, liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Eigentlich ganz ok, aber noch mit Luft nach oben.

Wenn Deine Tätigkeit Dich erfüllt, wirst Du auch erfolgreich im Job sein. Der nächste Karrieresprung ist greifbar nah.

Und genau da beginnt das Problem.

Der Teufelskreis des Erfolgs

Je erfolgreicher Du bist, desto weiter steigst Du in der Firmenhierarchie auf. Mit der Beförderung kommt Personalverantwortung und ein breiteres Themenfeld. Leider steigt damit auch der Druck. Denn in den meisten Firmenkulturen gehen Karrieresprünge mit größerer Verantwortung einher. Erreichbarkeit wird vorausgesetzt.

Familienwerte, die Dir eigentlich wichtig sind, vertragen sich immer weniger mit der neuen Situation.

Ich beobachte es  in meinem persönlichen Umfeld. Kollegen oder auch alte Freunde rutschen die Karriereleiter hoch und übernehmen Führungspositionen. Einer anfänglichen Euphorie folgt recht schnell die Erkenntnis, dass die Erwartungen vom Arbeitgeber mit den neuen Gehaltsstufen mitsteigen. Die Belastungen nehmen spürbar zu. Die Arbeitszeiten werden länger.

Neben den Erwartungen kommt noch der persönliche Ehrgeiz hinzu. Jetzt bloß nicht nachzulassen! Der innere Wunsch sich gegenüber seinen Kollegen zu beweisen wird stärker. Das Feld für den nächsten Karrieresprung wird bereitet. Der Preis für die neue – spannende! – Tätigkeit ist eine Zunahme an gefühlt sinnlosen Meetings und Dienstreisen, was zu noch längeren Arbeitszeiten führt.

Ein Teufelskreis.

Bungee oder Eckkneipe

Je mehr Zeit Du in Deinem Job verbringst, desto weniger Zeit hast Du mit Deiner Familie und Deinen Freunden.

Ist das ein Problem?

Für Dein langfristiges Glück brauchst Du starke familiäre Beziehungen. Deine Partnerschaft bringt Dir Stabilität und Zugehörigkeit. Die bedingungslose Liebe Deiner Kinder ist pures Glücks-Elixier. Enge und alte Freundschaften schlagen in die gleiche Kerbe.

Je weniger Zeit Du mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin, Deinen Kindern und Deinen Freunden verbringst, desto schwächer wird die Bindung.

Dabei ist nicht die berühmte Quality-Time relevant, die Du mit Deinen Liebsten verbringst. Ganz gemäß dem Motto: Wir sehen uns zwar seltener, dafür ist es dann aber intensiver.

Was wirklich zählt ist die tatsächliche Anzahl der Stunden, die wir miteinander verbringen.  Dabei spielt es keine Rolle, ob ich mit meinen Kindern auf den Jahrmarkt gehe oder einfach nur auf dem Wohnzimmerteppich spiele. Es ist egal, ob ich Frau Finanzglück auf ein romantisches Dinner ins Sterne-Restaurant ausführe oder wir gemeinsam Zuhause kochen. Für die Freundschaft ist es nicht wichtig, ob wir zusammen Bungee-Springen oder einen Abend Skat in der Eckkneipe spielen.

Wichtig ist es Zeit miteinander zu verbringen. Das ist was zählt.

Wo ist Papa?

Richtig schwierig wird es wenn Kinder ins Spiel kommen. Leider fällt der intensivste Abschnitt im Arbeitsleben oft genau in den Zeitraum, wenn die Lütschen noch lütsch sind und das Nest gebaut wird.

Das ist die Zeit, in der Du den Charakter der Kleinen am meisten prägst. In den ersten Jahren vermittelst Du Deine Werte und schaffst Erinnerungen, die für immer bleiben.

In diesen wichtigen Jahren ausreichend Zeit mit Deinen Kindern zu verbringen ist nicht leicht. Wenn Du das Haus verlässt, schlafen sie vielleicht noch. Wenn Du nach Hause kommst, gehen sie fast schon wieder ins Bett. Aufgrund von Dienstreisen siehst du Deine Kleinen manchmal tagelang nicht. Dabei verpasst Du einige der ganz besonderen Momente, wie die ersten Schritte, Geburtstagsfeiern oder Theateraufführungen.

Als Extremfall gibt es den Klassiker des hart arbeitenden Ehemanns. Jahrelang gibt er im Job alles um viel Geld zu verdienen, damit es der Familie materiell an nichts fehlt. Und irgendwann kommt er nach Hause und muss feststellen, dass die Ehefrau jemanden anderen liebt und die Kinder sich entfremdet haben.

Glück ist für umme

So, jetzt reicht es aber mit der miesen Stimmung.

Ziel dieses Beitrags ist es gar nicht erst in diese Situation zu kommen. Wir sollten uns einfach einiger Dinge bewusst werden und daraus  die richtigen Konsequenzen ziehen.

  • Die Zeit mit Deiner Familie und Deinen Freunden ist mindestens so wichtig wie die Zeit, die Du in Deinem Job verbringst – auch wenn sie nicht bezahlt wird.
  • Es bringt nichts Dir Deine Wünsche aufzusparen. Besondere Momente kommen so nie wieder. Wenn Du volle Pulle im Hamsterrad läufst wird nie der richtige Zeitpunkt kommen um Gitarre spielen zu lernen oder einen Tauchkurs zu machen.
  • Glücksmomente kosten kein Geld. Die erfüllende Tätigkeit im Job sollte daher mindestens genauso wichtig sein wie das Gehalt.
  • Auch wenn Du jetzt überzeugt bist viel und hart arbeiten zu müssen, wirst Du es später sehr wahrscheinlich bereuen. Noch nie hat jemand auf dem Todesbett gesagt er habe nicht genügend gearbeitet.

Deine Suche nach Erfolg im Job kann daher paradoxerweise direkt zu einem unglücklicheren Leben führen. Anders als in den Medien dargestellt sind Menschen, die sehr erfolgreich im Beruf sind, selten auch sehr glückliche Menschen.

Wie gewonnen, so zerronnen

Dein Tagesjob, bei dem Du den Großteil Deiner Zeit verbringst, sollte Dich idealerweise auch erfüllen. Gleichzeitig musst Du aber auch sicherstellen Deine Rechnungen bezahlen zu können. Der letztere Teil ist wichtig und wird oft in den „Mach-Dein-Hobby-zum-Beruf“- Debatten vernachlässigt.

Wenn die Kohle zu knapp ist entsteht Stress. Und das nicht zu knapp. Der Familienfrieden ist in Gefahr. Das ist Gift für Dein Glücksgefühl.

Die Lösung ist hier aber in den meisten Fällen nicht das höhere Gehalt. Es ist der bescheidenere Lebensstil. Du kannst viel einfacher Deine monatlichen Kosten runterfahren ohne Dein subjektives Glücksbefinden zu reduzieren, als Deine Einnahmen zu erhöhen indem Du mehr und härter arbeitest.

Das kennst du sicher aus Deinem Bekanntenkreis. Es wird unglaublich viel Zeit und Energie darin investiert das Einkommen zu steigern. Und dann wird die Kohle direkt wieder durch höhere Konsumausgaben rausgeballert.

Solch ein Konsum bringt uns glückstechnisch nicht voran. Die Zeit und Energie, die in das Erreichen des höheren Einkommens investiert wird, fehlt ganz einfach für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Statt also Deine Energie in den nächsten Karrieresprung zu investieren kannst Du viel einfacher Deine Konsumausgaben in Schach halten.  Und genau dieser bescheidenere Lebensstil schafft die Flexibilität Dir den Job zu suchen, der Dir am meisten zusagt. Und nicht zwangsläufig den, der Dir das höchste Gehalt bezahlt.

Fazit

Wie gewinnst Du den Glücks-Jackpot im Leben?

Einerseits hast Du einen Job gefunden, der Dich fordert (aber nicht überfordert), in dem Du kreativ sein kannst, in dem Du ambitionierte Ziele erreichst und der Dir soziale Anerkennung bringt. Gleichzeitig lässt Dir Deine Tätigkeit aber auch genug zeitlichen Freiraum um eine enge und tiefe Bindung zu Deiner Familie und Deinen Freunden aufrecht zu erhalten und Dich selbst weiterentwickeln zu können.

Hier die richtige Balance zu finden ist schwierig. Sehr schwierig sogar. Ein Leben ohne spannende Aufgabe ist langweilig, eines ohne enge Beziehungen einsam. Der richtige Mix macht das Leben lebenswert.

Wahrscheinlich legen wir unseren Fokus zu sehr auf die Karriere und zu wenig auf die Familie. Im Zweifelsfall geht dann halt doch die Arbeit vor.

Vielleicht steht bei Dir ja bald eine Beförderung an. Eine spannendere Aufgabe und der nächste Schritt auf der Karriereleiter.

Bevor zu überschwänglich zusagst, gehe noch einmal in Dich.

Willst Du das wirklich?

Statt der Beförderung könnte eine Reduzierung Deiner Stunden die bessere Alternative sein.

Eine dankende Absage an Deinen Chef, mit einem Lächeln im Gesicht, macht Dich dann glücklicher.

Hast Du schon mal eine Beförderung abgelehnt (oder würdest es in Erwägung ziehen)? Würdest Du vielleicht sogar Deine Stunden reduzieren um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen? Ich bin schon gespannt auf Deinen Kommentar! 


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63 Kommentare

  1. Hallo Nico,

    sehr schöner Beitrag! Ich finde es Klasse, dass du das Gleichgewicht zwischen den zwei Säulen Partnerschaft/Familie/Freunde und Beruf ansprichst.
    In dem Buch „Ein Mann ist kein Vermögen“ (Ja, ich weiß! Warum hab ich das gelesen? :P) beschreibt die Autorin ein Lebenshaus mit 4 Säulen. Da kommen zu deinen zwei noch Gesundheit und Geld/Vermögen dazu. Wenn eine Säule bricht, dann verliert das Lebenshaus seine Stabilität.

    Vom heutigen Standpunkt aus würde für mich eine Beförderung nicht in Frage kommen. Im Gegenteil, ich würde lieber weniger Stunden auf Arbeit verbringen, obwohl der Job alles andere eintönig ist. Denn weniger Stunden zu arbeiten gibt mir mehr Freiraum, um mich anderweitig weiter zu bilden.

    Beste Grüße
    Nico

  2. Ich will tatsächlich die Stunden reduzieren. Lange für die Arbeit gelebt, Freizeit und Gesundheit dafür geopfert. Immer nur Stress. Ich will die Projektleitung an den Nagel hängen, auch wenn das andere nicht verstehen. „Du machst das doch gut“, „Was willst du sonst machen?“ Mal sehen, was sich die nächsten Jahre ergibt. So langsam verstehe ich, wieso viele von der Finanziellen Freiheit träumen. Wenn man zu viel kann, wird man zwangsbefördert, ob man will oder nicht. Bei mir fängt es immer an, dass ich die „Vertretung“ übernehme und nie wieder abgebe. Klar, kann Arbeit Spaß machen. Aber Überstunden ohne Freizeitausgleich machen auf Dauer nicht glücklich.

    1. Hey Jenny,

      In Dir haben die Kameraden wirklich eine loyale Mitarbeiterin. Du solltest wirklich mal schauen ob Du nicht lieber zu einem der großen (und gewerkschaftlich organisierten) OEM wechseln magst. Gibt bei vergleichbarer Arbeit wahrscheinlich mehr Kohle und weniger Stress. Du solltest doch bei Euch im Süden mit dem Fachkräftemangel mit Kusshand genommen werden.

      VG, Nico

      1. Hallo zusammen, Wechsel zu einem OEM kann auch nach hinten losgehen. Bin auch aus dem Süden, selbst bei einem Indusrieriesen und in meinem Umfeld sind viele bei den Großen angestellt. Es ist leider zunehmend der Fall, dass vor allem gute Leute dauerhaft 50 Stunden Wochen schieben obwohl die Gewerkschaft dagegen ist. Es gibt sogar Praktikanten die ausstempeln und weiterarbeiten – umsonst…
        Mann muss selber schauen wie man sich aufstellt. Ich bin gerade mitten in einem Wechsel und habe leider so gesehen 2 Jobs, da hinterfragt man seine Entscheidung zur Beförderung auch intensiv. Ich hoffe aber auf Dauer durch die gegebenen Freiheiten auf der neuen Stelle das Ganze für mich Familienfreundlich zu gestalten…

        1. „dauerhaft 50 Stunden Wochen schieben“
          Stempeln die Kollegen? Dann können sie die Überstunden abfeiern oder auszahlen lassen.
          Wenn die gesamte Arbeit auf zu wenig Köpfe aufgeteilt wird: Beschweren beim Vorgesetzten oder Betriebsrat. Dann müssen mehr Leute eingestellt werden.
          Und als Angestellter immer zu sagen „das und das kann ich auch noch übernehmen“… das Unternehmen dankt es dir nie. Also mal zwei drei Wochen die Stunden arbeiten die im Arbeitsvertrag stehen. Dann merken die Chefs schnell dass einiges liegen bleibt.

          „Praktikanten die ausstempeln und weiterarbeiten“
          Dabei sollten sie sich nicht erwischen lassen, das wäre es dann nämlich sonst gewesen mit ihrer (erwarteten) Festanstellung. Und für ihren Chef oder Betreuer hätte es auch schwerwiegende Konsequenzen.

        2. @Mat:
          Von AT war ja hier auch bis jetzt noch nicht die Rede.
          Es ging doch lediglich um „gute Leute“.
          ATs stempeln bei uns natürlich auch nicht mehr.
          Ich kenne bei uns und den anderen „großen“ in München genug Leute, die nicht ins außertarifliche wechseln (alles Ingenieure). Sie haben keine Lust, deutlich mehr zu arbeiten und immer auf Abruf zu sein für das mehr an Kohle.

        3. Deswegen habe ich ja geschrieben – man muss selber schauen wie man sich aufstellt.
          Ich bin nahe am Personalbereich und nahe an der Leitung angesiedelt und habe schon sehr unterschiedliche Szenarien gesehen – abfeiern und auszahlen ist nicht immer möglich gewesen. Der Betriebsrat an sich ist ja eine gute Sache, leider aber auch nicht immer Handlungsfähig oder -willig…
          Bei den etlichen Diskussionen zum Aufbau von Personalkapazitäten wo ich dabei war ging eigentlich kaum etwas, außer es handelte sich um einen Wachstumsbereich mit winkendem Zusatzumsatz oder um trendy Forschungsthemen. Der Kostendruck ist enorm und die Flexibilität muss auch ständig verbessert werden. Deshalb werden auch z.B. Konstrukteure kaum im Konzern eingestellt sondern Dienstleister in Anspruch genommen. Im Zweifel heißt es generell: versucht höheren Bedarf mit Dienstleistern abzuwickeln. Aber dank den Regularien geht das auch nicht so einfach.

          Deshalb muss man eben schauen, dass es für einen selbst passt und dass man Grenzen setzen kann wenn es sein muss. Nur fällt es nicht allen leicht das zu tun. Und es geht dabei nicht immer um Karriere oder die Firma sondern auch um die Kollegen oder „Untergebene“ (oder auch Chefs) die man nicht im Stich lassen will. Das hängt natürlich auch stark von der eigenen Person ab.
          Die Überlast bei den einen ist im Prinzip die Kehrseite der Medaille für die anderen Leute die in der Industrie im oberen Tarif Dienst nach Vorschrift bzw. noch darunter leisten – bei bis zu knapp sechsstelligen Gehältern. Es muss ja nicht jeder Vollgas fahren, aber es gibt leider viele die es sich ziemlich bequem machen und keine Konsequenzen erfahren. Und wenn das Management es dann nicht geregelt bekommt, bleibt es meist an anderen Kollegen hängen.

          Bezüglich Ausstempeln etc : es gibt Firmen da wird sowas tatsächlich streng kontrolliert und auch bestraft und es gibt andere, da wird es sogar im Vorstellungsgespräch als Erwartung geäußert. Das variiert sogar innerhalb von Konzernen sehr stark. Und alle haben einen Betriebsrat wohlgemerkt, das ist einfach die Realität.

          Aber wie dem auch sei, es kann bzw. muss jeder für sich entscheiden/gestalten. Wollte eigentlich nur sagen – Konzern ist nicht automatisch mehr Geld und weniger Stress.

        4. Man weiß es halt vorher nicht. Ich kenne innerhalb des eines großen Konzerns zwei Leute, die auf der gleiche AT-Stufe arbeiten und in deren Abteilungen komplett unterschiedliche Bedingungen herrschen. Fürs das gleiche, sehr gute Gehalt muss der eine die interne Zeiterfassung austricksen und bekommt Reisezeiten nicht angerechnet, während der andere sämtliche Überstunden abfeiern kann und aus Platzmangel ab Einstellung einen Tag Homeoffice pro Woche bekommen hat. Vom Stressniveau der Aufgaben komplett abgesehen. Allein die unterschiedlichen Umstände würden für mich 20 bis 30% Gehaltsunterschied ausmachen, aber beide verdienen genau das gleiche. Das Kernproblem: vor der Einstellung erfahre ich sowas nur mit Kontakten ins Unternehmen.

      2. Ja, an sich ist der Wechsel zum OEM nicht das Schlimmste, was einem passieren kann. 🙂 Gute Bezahlung (~70k im Jahr) und mehr Überstunden als beim Dienstleister macht man definitiv nicht. Aber mir fällt es schwer, mir einzugestehen, dass sich die Firmenkultur meines AGs nicht ändern wird. Ich mache nun noch ein Projekt zu Ende (leider mit sehr viel Stress..) und mache dann was anderes. Projektleitung war an sich super spannend, aber macht unter schlechten Rahmenbedingungen keinen Spaß.

  3. Ich habe das mit den größeren Belastungen im Job selbst erlebt. In den letzten Jahren habe ich das Glück gehabt, dass ich in meiner Firma immer weiter aufsteigen konnte. Bis ich dann Leiter einer Abteilung gewesen bin und Vorgesetzter von 38 Mitarbeiter wurde. Am Anfang ist wirklich noch alles super gewesen. Aber mit der Zeit wurde der Stress immer größer. Ich merkte an mir selbst, dass ich mich veränderte obwohl ich eigentlich immer dachte das schaffe ich schon. Selbst meiner Frau viel die Veränderung auf und hat mich darauf angesprochen.
    Ende letzten Jahres habe ich mich dann nach einem neuen Job im Unternehmen umgeschaut. Es hat zum Gluck geklappt und ich bin sehr zufrieden mit meiner neuen Aufgabe und merke das ich wieder wesentlich ausgeglichener bin. Kleiner Nachteil ich muss jetzt mein Englisch wieder stark aufbessern, aber es gibt schlimmeres 😉
    Aus meiner Erfahrung kann ich die Dinge aus dem Beitrag gut verstehen und es ist sehr schwierig alles unter einem Hut zu bekommen.

    Viele Grüße Klaus-Dieter

    1. Moin Klaus-Dieter,

      gut, dass Du noch den Absprung geschafft hast. Bei den meisten klappt das nicht. Dann wird solange am Job festgehalten bis man vom Thron gestoßen wird. Und dann wird es ganz bitter. Es ist halt eine schwierige Nummer für das eigene Ego wieder einen Schritt zurückzugehen.

      VG, Nico

  4. Super Beitrag, ja, es kommt wirklich drauf an, dass man seine Lebens(haltungs)-Kosten nicht explodieren lässt. Typische Ausgaben sind ja hier KFZ, TV, Handy, Abonnements, Versicherungen, etc. Gerne mehr Beiträge hiervon!

  5. Hi Nico,
    schönes und interessantes Thema. Ich habe das Glück seit Beginn meines Arbeitslebens (nunmehr zehn Jahre) einen Job zu machen der mir Spass macht. Ich wollte von Beginn an einen Job mit internationalem Kontakt und Aufgaben (was heutzutage Sales oder Product Management heisst). Da kommen dann auch einige Dienstreisen hinzu, manchmal anstrengend aber meistens sehr interessant. Das hat mich in den letzten Jahren in knapp fünfzig Länder und alle Kontinente bis auf Australien geführt. Und ich muss sagen, Reisen ist eigentlich das beste was man sich geben kann. Verschiedene Kulturen, etc.

    Sicherlich ist es in dem Job so dass man viel arbeitet, gerne auch an Wochenenden oder auch in der Woche öfter mal Geschäftsessen hat. Finde ich aber ok da es auch viele Möglichkeiten des Ausgleichs gibt. Ausserdem wird man recht gut bezahlt 😉

    Ich habe tatsächlich schon mal ein Angebot ausgeschlagen, damals wäre es ein Wechsel zu einem großen Unternehmen im Ausland gewesen. War sehr interessant aber das Gehalt hätte nicht gereicht damit meine Frau und damit Tochter mit können. Ich stehe gerade wieder vor einer ähnlichen Entscheidung, Wechsel in das (mittlere) Management in ein Unternehmen in der Schweiz. Gehalt brutto ca das doppelte von aktuell, durch den Steuersatz nochmal etwas mehr. Und ich kann Dir nicht sagen ob ich es diesmal annehme. Klar, diesmal würde es ausrecihen um die Family mitzunehmen, die Alternative wäre eine Fernbeziehung mit vier – fünf Tagen woanders. Haben wir auch schon mal gemacht, drei Jahre lang bis unsere Kleine drei war.

    Und ja, an manchen Tagen liebe ich meinen Job. Und an manchen tagen denke ich mir – ach ja, so zwei Tage weniger wäre auch schön. Mal mehr Zeit fürs Kind, für sich selber , etc.
    Fairerweise muss ich dazu sagen dass wir durch unsere Ausgaben von 5K (wobei der Hauptposten das Haus mit knapp 2k im Monat ist, schwierig zu ändern) etwas eingeschränkt sind, mal sehen was und wo sich da was ändern liesse. Andererseits mag ich auch den aktuellen Lebensstil, das ist immer so ein Abwägen. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es da wohl nicht 🙂

    1. Ohoh, das hört sich für mich an wie mitten drin im Hamsterrad 😉
      Letztendlich muss jeder für sich finden was ihm wichtig ist, für mich ist Zeit für die Familie das was mir am meisten bedeutet.
      Alles andere ist nur wichtig wenn zu wenig da (Geld,Gesundheit).
      Viel Glück beim Aufstieg.

      Lg Chris

  6. Also Softwareentwickler habe ich es immer vorgezogen, meine fachliche Qualifikation zu stärken und gute Arbeit abzuliefern ohne in eine höhere Position aufzusteigen. Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich nicht in die Projektleitung „aufsteigen“ wollte, aber irgendwie sahen die Projektleiter immer unglücklicher aus als die Kollegen auf meiner Ebene. (Warum wohl?!)
    Auf den zeitlichen Mehraufwand und mitunter entstehende Ohnmacht, wenn äußere Umstände (unfähige Entwickler (von unten)/unseriöse Zeitvorgaben (von oben)) für ein Scheitern verantwortlich sind, der Projektleiter aber immer den Kopf hinhalten soll, konnte ich gerne verzichten. Monetär hat sich die Qualität der Arbeit trotzdem rentiert. Mir war Zeit immer schon wichtiger als Geld.

  7. Sehr superguter Beitrag von Dir Nico!

    Es vergeht fast kein Tag, an dem ich mir keine Gedanken über das Thema mache.

    Die Balance ist schwierig.

    Ich habe Kollegen, die sehr schnell Karriere gemacht haben und nun mit Anfang Vierzig von der Frau in Scheidung und damit von den eigenen Kindern getrennt leben. Supergau. Alles für die Katz.

    Auf der anderen Seite kenne ich einen sehr intelligenten und fleißigen Kollegen, der so früh an seinem Berufsweg auf eine Halbtagsstelle gewechselt ist, das er danach nie mehr eine Gehaltserhöung bekommen hat und nun trotz seines PhD zusätzlich zu seinem Maschbau Master viel zu wenig verdient.

    Er arbeitet jetzt wieder Vollzeit aber bei seinem Arbeitgeber ist er „verbrannt“. Kalt gestellt.

    Als Mann zu früh seine Stundenzahl zu reduzieren, ist heutzutage viel schlimmer als das als Frau zu machen. Hier hilft dann keine Frauenbeauftragte und kein Anti Mobbing Gesetz.

    Ich würde raten als Single zu Beginn ordentlich Gas zu geben und dann mit Familie mit Augenmaß durch die Vierziger zu segeln und dann schon finanziell relativ ausgesorgt zu haben.
    Dann kann man auch viel besser Beförderungen ablehnen oder Stunden reduzieren und sich dem Gruppendruck mit einem Lächeln verweigern.

    Take care!

    1. Moin Maschinist,

      da ist schon was dran. In den 20ern hat man auch einfach noch richtig Bock Gas zu geben im Job. Es gibt (meist) noch keine Kinder und die Tätigkeit begeistert – und sei es nur in einer guten Truppe was zu reißen. In dieser Zeit wird der Grundstock für das zukünftige Gehalt gelegt. Wenn Du erst mal auf dem richtigen Weg bist, dann kannst Du es auch entspannter angehen lassen. Mit meinen zarten 38 Lenzen bin ich genau dort jetzt schon angekommen. Der Exit ist in Sicht. Ich bin wirklich gelassen.

      Dieser Beitrag wurde übrigens inspiriert durch einen Besuch beim Head-Hunter Ende letzten Jahres. Der Kamerad hielt gerade einen Monolog darüber wie ich mich jetzt am besten weiterentwickeln sollte („breiter aufstellen“!). Hier wäre diese Führungsposition, die meiner Karriere einen weiteren Schub geben würde. Ich saß nur da und dachte: Das will ich gar nicht. Ich habe keinen Bock darauf mich mit den Problemen meiner Kollegen zu beschäftigen. Keine Lust auf diesen ganzen internen Bullshit, der mit so einer Position mitschwingt. Mir macht der Job Spaß wie ich ihn jetzt mache. Eine lineare Karriere in der Firma durch die verschiedenen Ebenen ist einfach nichts für mich. Irgendwie sehen die Leute mit jedem Karriereschritt etwas fertiger aus. Das brauche ich nicht.

      Also habe ich dem guten Mann mit auf dem Weg gegeben, dass ich keine Personalverantwortung möchte und er sich gerne melden darf, wenn er etwas anderes interessantes gefunden hat. Ich habe es bisher nicht bereut.

      VG, nico

  8. Hallo,

    ja, wie fast überall im Leben ist der goldene Mittelweg die beste Wahl. Ganz oben in der Hierarchie = Stress hoch 10 + kein Privatleben, ganz unten = nix Kohle + stressiges Privatleben. Denn ohne Moos ist nun mal nix los, und das kann auch schnell zur Belastung werden.

    Gutes Geld verdient man „eigentlich“ nur, wenn man
    – qualifiziert ist und eine entsprechende (Personal-)Verantwortung hat,
    – Spezialist in seinem Bereich ist (z. B. Software-Entwickler / aber nicht in allen Bereichen möglich)
    – oder in einem (gesunden) Konzern arbeitet (und hier isses fast egal wo – z. B. am Band von VW).

    Ich bin Controller + Buchhalter. Wenn man in diesem Bereich auch mit 50 noch keine Personalverantwortung hat oder sich zumindest nicht sehr gut weiterqualifiziert hat, dann kann dies zum Problem werden. Man wird austauschbar und steht in Konkurrenz mit 30jährigen. Daher ist eine gewisse Karrierestufe hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit hilfreich. Ein Controlling- oder Rechnungswesenleiter mit 50 hat sicherlich keine Schwierigkeiten einen neuen Job zu bekommen. Ein „normaler“ Controller kann hier mal ganz schnell durchs Raster fallen, sei er noch so gut.

    Ich finde es ehrlich gesagt ein wenig seltsam, wenn hier auf der einen Seite geschrieben wird nach dem Motto, „Karriere ist böse und Zeit für die Familie das Wichtigste und Beste überhaupt. Am Besten Arbeitszeit reduzieren und das Privatleben genießen“. Auf der anderen Seite investieren hier natürlich alle fleißig in Aktien, haben mega Sparquoten und sind in 7 Jahren finanziell frei. …irgendwas passt hier nicht so ganz zusammen.

    Einen Absatz vom Maschinist fand ich dagegen richtig gut:
    „Ich würde raten als Single zu Beginn ordentlich Gas zu geben und dann mit Familie mit Augenmaß durch die Vierziger zu segeln und dann schon finanziell relativ ausgesorgt zu haben.
    Dann kann man auch viel besser Beförderungen ablehnen oder Stunden reduzieren und sich dem Gruppendruck mit einem Lächeln verweigern.“

    Und genauso ist es. Man muss sich schon anstrengen und auch (in der Regel) eine gewisse Karrierestufe erreicht haben. Wenn dann noch moderater Konsum dazukommt, dann umso besser. Aber ohne Kohle geht nun mal nix. Und weniger Konsum kann helfen, ist aber nicht der Hebel. Beim Einkommen darf man nämlich den Zinseszins nicht vergessen. Eine jährliche Gehaltserhöhung von 2,5 oder 3%, vielleicht zwischendurch durch einen Karriereschritt auch mal 7 oder 10% in einem Jahr macht über die Jahre ganz schön was aus. Wenn man dann – z. B. in den Vierzigern – ein gewisses Gehaltsniveau (und somit „vorgearbeitet“) hat, dann kann man es ruhiger angehen lassen.

    Weiter so mit diesem Blog, er ist eine wirkliche Bereicherung!

  9. Hallo in die Runde,

    als Finanzbeamter ist meine Besoldung wahrscheinlich nicht die üppigste, dafür ist meine Work-Life-Balance nahezu unschlagbar. Nach der Geburt meines ersten Sohnes habe ich mit zarten 26 Lenzen meine Arbeitszeit zum ersten Mal auf 36 Stunden in der Woche reduziert. Zwei Jahre später kam dann der zweite Rabauke und es ging auf 33 Stunden runter. 😉

    Und was soll ich sagen? Es ist einfach phänomenal. Diese Zeit gibt dir keiner mehr wieder und ich würde für kein Geld der Welt jemals wieder meine Arbeitszeit erhöhen wollen. Selbst dann nicht, wenn die Kinder in ferner Zukunft mal aus dem Haus sein sollten. Bis auf die Wochenenden bei Oma und Opa sehe ich meine 2 Jungs täglich und mir würde es das Herz brechen, wenn ich nur auf Dienstreise wäre und daher einen Großteil ihrer Entwicklung verpassen würde. Wahrscheinlich hätten wir dann auch nie so eine enge Bindung aufbauen können, wie wir sie jetzt haben.

    Das schöne am öffentliche Dienst ist auch, dass ich in Sachen Beförderungen trotz meiner frühen Teilzeit keine Nachteile erlitten habe. Im Gegenteil, mit noch nicht mal 30 bin ich schon zwei Besoldungsstufen nach oben geklettert, was eigentlich in diesem Alter (zumindest in unserer Behörde) nicht typisch ist.

    Klar ist die Arbeit in so einem Amt auch manchmal öde aber eigentlich könnte ich mit meinem Leben nicht wirklich zufriedener sein, als ich es jetzt bin. 🙂

    Viele Grüße
    Tommy

    1. Tommy, das freut mich zu hörer für dich. Nur 1. finanziert dir dein Lifestyle indirekt die privat Wirtschaft durch Steuern und 2. kann nicht jeder Beamter werden ;-). Von daher halte ich deine Meinung irgendwie für zweitrangig unter den Beiträgen hier.

      1. Hallo Capri,
        Wieso sollte seine Meinung zweitrangig sein.
        Bevor man sich beschwert hätte man ja auch nen anderem Job wählen können…
        Bei fast allen großen Industrie Unternehmen mit IG Metall Tarifvertrag sind die 35h Woche Standard. Stunden reduzieren, Elternzeit und Sabbatikal ebenso.
        Viele Grüße,
        Robert (der kein Beamter ist sondern in der Industrie arbeitet)

      2. Nett von dir, dass du meine Meinung nicht ernst nimmst, nur weil ich als Beamter nicht in dein Weltbild passe.

        Wieso kann denn nicht jeder Beamter werden? Grundsätzlich steht die Laufbahn jedem offen. 😉

        1. „Wieso kann denn nicht jeder Beamter werden? Grundsätzlich steht die Laufbahn jedem offen. 😉“

          Ich sehe du hast nicht’s verstanden oder meinst du deine Arbeitsbedingungen werden durch den lieben Gott finanziert? Typisch Beamter eben.

      3. ad 1.: Und wer finanziert die Wirtschaft mit? Die Beamten, denn sie konsumieren Produkte und Dienstleistungen. Im Übrigen zahlen Beamte auch Steuern.
        ad 2.: Auch in der Wirtschaft gibt es Begrenzungen. Natürlich können nicht alle Beamte werden, aber es können auch nicht alle Arbeiter, Angestellte oder Manager bei Wirtschaftsunternehmen werden. Alle Stellen sind begrenzt. Da unterscheidet sich das Beamtentum nicht Arbeiter- oder Angestelltendasein.

        Gibt’s noch weitere Gründe, weshalb Meinungen von Beamten nicht zählen? Ich vermute mal: Alle Beamten sind faul und nutzen die Hängematte von Vater Staat aus?

        1. @Capri: Ich glaube ich finanziere mir meine Arbeitsbedingungen zu einem großen Teil alleine.

          Schließlich verzichte ich auch auf fast 20 Prozent meines Bruttogehalts. 😉

        2. Interessant, Beamte verdienen in der Tat geringer als in der freien Wirtschaft. Du führst aber witziger dann plötzlich paralell aus, dass das Beamtentum sich quasi gross mit finanziert. Denn du zahlst von deinem sowieso schon nicht üppigen Gehalt dann natürlich sicher enorme Abgaben? Merkste du noch was?

          Damit hast du natürlich dir deine 70%+ Rente im Gegensatz zu meinen vllt. 48% redlich verdient.

          Du bist in der Hinsicht wieder ein tolles Beispiel – danke :-).

          Und es können durchaus alle Angestellte werden.

        3. „@Capri: Ich glaube ich finanziere mir meine Arbeitsbedingungen zu einem großen Teil alleine.“
          Aber genau das muss doch eben NICHT sein! Der ÖD arbeitet für die Gesellschaft und hat doch nicht den Anspruch, sich selbst wirtschaftlich zu tragen. Das wäre ja noch schöner (obgleich schon deutlich mehr auf Effizienz geschaut wird. Kaum zu glauben, ist aber so)… klar, gesellschaftlich sollte dann schon auch ein Mehrwert rauskommen.

    2. Oh ein Leidensgenosse 😀 ich bin aich Finanzbeamter (genauer Betriebsprüfer) und meine Work-Life-Balance verbesserte sich in dem Moment, als ich die Möglichkeit bekam, von zu Hause aus zu arbeiten. 😀 in diesem Sinne, alles Gute. (:

  10. Die Sache ist vielschichtig. Einerseits ist es (später) immer einfach zu sagen Karriere hat mich nie interessiert, wenn man keine gemacht hat, andererseits kommt der Appetit beim Essen. Vielen bietet sich die Chance nie! Ich habe mal irgendwo gelesen der einzig wirkliche Job, den man hat, ist nach einem besseren Job zu suchen. Ich habe so verfahren. Im Schnitt alle 2,5 Jahre den AG gewechselt, im Regelfall mit Beförderung, auf jeden Fall mit mehr Geld. Anders als der Mell empfiehlt, obwohl seine anderen Karriereratschläge meiner Meinung nach das Nonplusultra darstellen. Falls es interessiert und ohne angeben zu wollen, um zu zeigen, was möglich ist:
    Jahr p.a.
    2005 44.212,00 €
    2006 49.467,00 €
    2007 55.544,00 €
    2008 40.562,00 €
    2009 52.964,00 €
    2010 74.026,00 €
    2011 71.946,00 €
    2012 69.809,00 €
    2013 87.270,00 €
    2014 107.000,00 €
    2015 183.872,00 €
    2016 164.661,00 €
    2017 211.247,00 €
    So kann es aussehen, wenn man seine Ideale (Work-Life Balance) verrät und sich nur auf das Geld verdienen konzentriert. Woanders ist es auch nicht besser, insofern kann man sich dann auch teurer verkaufen. Die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen. Erfahrungsgemäß ist man, nachdem man eine Beförderung abgelehnt hat intern „verbrannt“. Macht man das mehrfach hat man die Option zum Aufstieg nicht mehr, insofern sollte man (falls ambitioniert) damit vorsichtig sein. Ein weiterer Vorteil, der anderswo auch schon mal angeklungen ist: die Option „Danke nein“ sagen zu können hat man bei mehr Einkommen deutlich eher, als wenn man jahrzehntelang mit Gehalt eines Sachbearbeiters in Richtung FI strebt.

    1. Moin M,

      vielen Dank für den Einblick – vor allem auch die konkreten Zahlen. (Sorry, dass ich erst jetzt den Kommentar freigeschaltet habe. Er ist irgendwie im Spam-Ordner verloren gegangen.)

      VG, nico

    2. Ist ja eine schöne stringente Entwicklung. Darf man fragen warum die beiden beulen 7 auf 8 und 10 auf 11 entstanden sind? Gerade die erste ist ja doch schon signifikant?

      Aus meiner unmassgeblichen Sicht lassen sich kleine Einbussen auch ganz gut verpacken. Von dem Level 2014 geht man jedoch ungerne auch das von 2012 zurück? Da trifft es nämlich der Kommentar von Investmentbanker ganz gut , man gewöhnt sich auch an einen gewissen Standard. Schlechten wein sollte man nicht trinken ;.)

    3. Wow, die Entwicklung kann sich echt sehen lassen.
      Ich vermute du bist als Entwickler eingestiegen und hast dich zum Abteilungsleiter o.ä. hochgearbeitet?
      Die Gründe für die Sprünge die Capri anspricht interessieren mich auch.

      Die Steigerungen im Schnitt bis in die 71t Region liefen bei mir ähnlich wie bei dir, deshalb die Vermutung dass du bei einem AG angefangen hast der nach IG-Metall bezahlt.
      Dann bist du wahrscheinlich AT gewechselt oder?

    4. Sehr guter Kommentar. So eine Übersicht sollte ich auch mal für mich machen. Aktuell verdienen meine Frau und ich mit Anfang 40 zusammen knapp 240.000 Euro p.a. (ca. 180.000 Euro plus 60.000 Euro). Ich Vollzeit, meine Frau Teilzeit. Unsere Immobilie ist abbezahlt und die monatlichen Kosten liegen mit schulpflichtigem Kind bei ca. 3.000 Euro p.M. Wir leben in einer deutschen Großstadt in der Mitte der Republik mit sehr gutem Gehaltsniveau und sehr hohen Wohnkosten.

      Ich war übrigens einige Jahre freiberuflich, habe mich aber dann aufgrund der besseren Einkommensmöglichkeiten wieder zurück in meine alte Branche begeben.

      Alles, was übrig ist, wird gespart, da wir beide keinen Spaß an Konsum haben. Unser Luxus sind 1-2 Reisen pro Jahr (teilweise einfache Hüttenwanderungen in den Bergen, was wir sehr mögen) und eine gute Essensqualität.

      Insofern das Leben mitspielt und unsere Gesundheit es zulässt, würden wir gerne ab Mitte 50 beruflich deutlich kürzertreten.

  11. Obwohl mir mehrfach „nahegelegt“ habe ich bisher auf vorbereitende (formelle) Maßnahmen für den Karrieresprung verzichtet. Ein Studium o.ä. für den nächsten Schritt rechnet sich einfach nicht. 10k-de EUR zu investieren für vielleicht 100-150 EUR brutto mehr im Monat bei mehr Stress und Ärger ist es nicht wert. Egal wie geeignet ich (lt. Kollegen/innen) vom menschlichen und ggf. vom Wissen her sein mag.

    Aber es zählt ja nur das Papier und nicht die wirklichen, gelebten Kompetenzen. Von dem her hat mich a) ein Abteilungswechsel etwas glücklicher gemacht und b) wird es irgendwann die Stundenreduktion sein.
    Davon abgesehen gäbe es in meinem Bereich „nur noch“ zwei Karrierestufen über mir (und ich arbeite im „Fußvolk“-Bereich mit abteilungsspezifischen Zusatzqualifikationen). Für o.g. Konditionen sind diese nicht erstrebenswert. Andere oder „noch höhere“ Karrierestufen würden eine komplett andere Basisausbildung nötig machen, da das „schon immer so war“… Selbst die nötige und stark kompetenz-erweiternde Zusatzqualifikation (deren Kompetenz dann auch sehr weitreichend eingefordert wird, teils sogar über deren Grenzen hinaus) wird nur mit 100 EUR brutto mehr vergütet. Weniger Qualifikation würde ein fast gleiches Gehalt mit weniger Stress bedeuten. Aber in dem Fall macht es Spass das Wissen zu haben und (bei geeignetem Kollegen-Umfeld), dies auch zu nutzen.

    „schon immer so war“ und formelle Anforderungen bzw. Rahmenbedingungen: Damit verbauen sich auch viele Chefs oder Arbeitgeber Chancen qualifizierte bzw. kompetente Mitarbeiter zu fördern (fördern muss nicht befördern heißen) und zu halten.

    Seit ein paar Jahren werden bei uns „Leitungspositionen“ u.ä. (ab der ersten Stelle über dem „Fußvolk“) generell befristet auf 1 bis 1 1/2 Jahre. Wer nicht zu 100% spurt und seine Untergebenen zwangsversetzt oder wie Sklaven behandelt, fliegt oder muss wieder zurück ins Glied. Und das wird konsequent umgesetzt. Letztes Jahr wurde fast komplett das mittlere Management (für meinen „Fachbereich“, der größte im Unternehmen anhand der Berufsgruppe und der Mitarbeiter) ausgetauscht bzw. kaltgestellt. Auch Altverträgler ohne „Leitungs-Befristung“, wurden auf andere Wegen von Ihren Posten entfernt.
    Ein Grund mehr das nicht anzustreben.

    Es ist in meiner Branche (Gesundheitswesen) verdammt viel im Umbruch, aber das daraus resultierende, auch gesellschaftlichen Probleme werden von der breiten Masse noch nicht wahrgenommen. Und das gilt nicht nur für mein Krankenhaus, trotz öffentlicher Trägerschaft. Dabei ist das Schiff schon mit dem Eisberg kollidiert.
    Von dem her kann ich aktuell und die nächsten Jahre bzw. Jahrzehnte nur jedem raten auf seine Gesundheits-Säule zu achten, solange dieses System so läuft wie von mir aktuell beschrieben. Änderungen sind bis dato Tropfen auf den heißen Stein und meist nur sehr träger möglich, wenn überhaupt. Das Helfersyndrom des „Fußvolkes“ und die gewerkschaftliche Unorganisiertheit der Kollegen (im einstelligen Prozentbereich) macht es nicht besser. Von chronisch abgehetzten Ärzten und Pflegekräften etc. will sicher keiner versorgt werden. Und bei aller Kompensation durch die Menschen/Kollegen, schneller und mit mehr Druck geht irgendwann nicht mehr.

    Mit meinem jungen Sohn, sehe ich wie schnelle die Zeit dahin rast. Aus dem Grund freue ich mich über meine jetztige „Position“ und arbeite auf einen Stundenreduktion hin. Außerdem versuche ich ein zweites (beruflich anders gelagertes) Standbein aufzubauen. Ziel: Weniger Stunden, mehr Zeit für Familie und Freunde, weniger beruflicher Ärger/Stress (Sklaventum), Anerkennung und eine Arbeit die ggf. meine anderen Interessen/Kompetenzen auch noch fördert bzw. fordert.

    Viele Grüße,

    K.

  12. Ich habe mir immer schon im Voraus überlegt, ob ich die nächste Stufe erreichen möchte oder nicht. Das Problem dabei ist: wenn sie einem dann wie ein roter Teppich ausgerollt wird denkt man sich: „eigentlich wollte ich nicht, aber nur mal gucken, so ein bisschen, kannst ja immer noch zurück“. Nur wird das mit jeder genommenen Stufe tatsächlich immer schwieriger. Nicht wegen dann weniger Geld oder dem Stempel als „Looser“. Sondern vor allem, da in einem Unternehmen keiner scharf ist auf hochbezahlte Führungskräfte die dann übertrieben gesagt eine Sachbearbeiter-Aufgabe übernehmen. Vor 2 Monaten war ich wieder an so einer Stufe: 100% mehr Gehalt und eine richtig spannende Aufgabe haben auf mich gewartet, allerdings in China. Meine Frau war bereit mit mir mitzugehen. Diesmal habe ich es zum Glück geschafft nein zu sagen. Es wäre katastrophal für meinen Sohn und damit wahrscheinlich auch für meine Ehe gewesen. Für mich wäre es denke ich auch eine Nummer zu groß gewesen. Ich bin froh das ich abgelehnt habe. Mein Unternehmen war damit sehr unzufrieden und hat mir signalisiert, dass weitere Karriereschritt damit so gut wie ausgeschlossen sind. Die Freiheit, dass mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen zu können fühlt sich sensationell an (allein deswegen ist eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit unglaublich wichtig).
    Was ich damit sagen will: es sich vorher überlegen und dann wenn es soweit ist auch tatsächlich danach zu handeln sind zwei unterschiedliche Dinge. Aber nur wenn man sich jahrelang und immer wieder mit dem Thema „wie weit will ich gehen“ auseinandersetzt, hat man meiner Meinung nach eine Chance sich „richtig“ zu entscheiden.

    1. Warum wäre es katastrophal gewesen? Gerade in China gibt es einige Expats und damit auch eine gute Versorgung mit internationalen Schulen, etc. Problematisch ist eher die Rückkehr da es dann ab und an keine passende Stelle mehr gibt.
      Aber Hut ab an Deine Frau, meine wollte nicht mit.

      1. Sagen wir so, mein Sohn tut sich extrem schwer in neuen Umgebungen. Wir hatten das gerade erst bei einem Umzug innerhalb der Stadt wieder erlebt. Ihn jetzt wieder aus der aktuellen Umgebung rauszureissen, 2 Jahre nach China zu gehen und dann wieder rausreissen und zurückkommen: kann man schon machen, aber für ihn wäre es mehr als hart.
        Rückkehr aus dem Ausland ist auch bei uns ein Problem, ohne gute persönliche Beziehungen läuft da praktisch nichts.

        1. Vorab nicht falsch verstehen, ich respektiere deine Entscheidung und das soll keine „Kritik“ sein, nur eine grundsätzliches „diskutieren“ :-). Dafür weiß ich zu wenig.

          Also je nach Job-Package & Salär, warum will man da zurück nach Deutschland? Ggf. winkt sogar die finanzielle Freiheit, so daß man auch „weniger“ gut bezahlte Stellen annehmen kann, wenn’s denn unbedingt Deutschland wieder sein muss.

          Das mit dem Kind ist durchaus nicht einfach (habe selbst eins), aber Kinder können auch großartig über sich hinauswachsen. Wenn natürlich immer auf einen Charaktereigenschaft (Fremdeln etc.) rücksicht genommen wird, prägt sich diese natürlich langfristig. Ich kenne das, war früher als Kind ähnlich. Leider ist es heute doch usus, dass sich die Umgebung plötzlich ändern kann.

          Und wenn einem der Karriere-Sprung „zu groß“ erscheint, ist es vllt. sogar genau das richtige. Wie sonst soll man wachsen?

        2. @Capri:
          zurück nach Deutschland weil hier meine Familie, mein Haus, mein Lebensmittelpunkt ist. Ausserdem war ich fast 4 Jahre alle 1-2 Monate für ein paar Tage in China und finde es da ehrlich gesagt Sche….. Finanziell stehe ich zum Glück gut genug da um auf die Erhöhung guten Gewissens verzichten zu können.

          Bei den Kindern gebe ich dir schon grundsätzlich recht, meine Tochter hätte da auch kein Problem. Mein Sohn hat aber eine leichte Form von Asperger, und da sieht das halt anders aus.

          Ob ein Schritt zu groß ist muss jeder für sich selber wissen. Wir alle kennen Führungskräfte, die tatsächlich bis zur vollkommenen Überforderung befördert wurden. Wie gesagt, deswegen bin ich auch dafür sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit der Frage wie weit man gehen will und für welchen Preis auseinanderzusetzen.

  13. Ein toller Artikel Nico!

    Ich sehe immer wieder unter Kollegen wie die Lifestyle-inflation in den 30er Jahren den Kollegen dann später in den 40ern das Genick bricht. In den 30er Jahren steigt das Einkommen bei vielen Kollegen rasant an. Es wird geklotzt und nicht gekleckert und Karriere gemacht. Da am Anfang noch keine Kinder im Haus sind werden die Ausgaben gesteigert und Mann und Frau gewöhnen sich graduel an die immer höheren Niveaus. Wer einmal eine Suite mit Meerblick im Urlaub bezogen hat, dem verleiht das schattige Doppelzimmer zum Innenhof im nächsten Urlaub nicht mehr den selben „Kick“.

    Das schlimmste ist wenn die Frau, die nun meist junge Mutter geworden ist, in den später 30ern das hart verdiente Geld für teure Luxusresort-Reisen oder 400€-Bettwäsche aus dem Fenster wirft da der Bezug zu der „Arbeit für Geld“ abhanden gekommen ist. Denn die Frau ist in diesem Stadium ja meist Hausfrau. Das Kind darf natürlich auch nicht auf eine öffentliche Schule gehen, das wäre ja eine Katastrophe. (Der nächste 1000er pro Monat ist raus aus dem Fenster).

    Genau dann in den 40er Jahren merken die meisten Kollegen das die Begeisterung für den Beruf langsam aber stetig nachlässt und es dazu immer schwerer fällt den Job zu bewältigen. Die Kollegen merken gegenüber den jüngeren Kollegen, dass die ganzen Überstunden und engen Deadlines einem nicht mehr so leicht von der Hand gehen. Sie fühlen sich alt und würden eigentlich gerne mehr Zeit mit der Familie verbringen. Die ersten Stresssymptome klopfe an und der Burnout winkt. Das Ausgabenverhalten der Familie jetzt noch zu reduzieren schmerz und fühlt sich als Rückschritt an. Ganz zu schweigen von dem Statusverlust. Erst jetzt realisieren die Menschen das sie sich in einem Hamsterrad befinden, nur das es ein goldenes ist.

    Das ist der Grund warum ich eine Sparqoute von >50% verfolge.

    1. Ich verstehe dich teils, teils. Aber ich verstehe auch nicht manche „krasse“ „Finanzielle Freiheit“ Bewegung. Wieso soll ich mein Lebensglück auf „später“ verschieben. Man sollte im „hier“ und „jetzt“ mehrheitlich Leben. Keiner kann die Zukunft vorraus sagen.

      Wichtig ist, dass „bewusst“ gelebt wird. Und wenn „bewusst leben“ heißt, dass ich für meine Geld mir einen geilen Urlaub gönne, weil ich diesen zu 100% geniesse. Ja warum soll ich dabei ein schlechtes Gewissen haben?

      Was Tim Schäfer und Konsorten da manchmal rumposaunen ist wirklich grenzwertig und ungesund. Am besten keine Familie, Single, keine Versicherung und minimaler Konsum. Einfach lächerlich… . Ich fände es die Ironie des Schicksal (auch wenn ich es nicht wünsche), wenn Tim plötzlich mit 60 Jahren nicht mehr auf der Erde verweilt. Wohl dem, der das Erbe antritt.

      Konsum ist nicht „Pfui“, wie es immer propagiert wird, wenn es bewusster Konsum ist. Ich glaube, dass wolltest du eher ausdrücken?

      P.S.: Ich habe bei manchen öffentlichen Schulen volles Verständnis, wenn die Eltern das Kind auf eine Private schicken. Sehe das auch nicht als Fehlinvestition. Es ist das eigene Kind.

  14. Ohne Konsum sähe die Wirtschaft und damit der Aktienmarkt schlecht aus. Es will ja keiner Deflation…

    Meiner bescheidenen Meinung nach ist es einfach die gute Mischung, wie so oft im Leben. Weder ein geiziger Kauz sein noch das Geld zum Fenster raus werden.

    Von Urlauben oder Erinnerungen kann man lange zehren. Bei Nahrungsmitteln kann man sich was gutes tun.
    Bei Genussmitteln steigt in der Regel Dir Qualität mit dem Preis, etc.

    Problematisch wird es aus meiner Sicht wenn es in die Übersteigerung geht. Da wirds oft, hmm, wie soll ich es sagen, schwierig? Dann ist es nicht mehr das 1 Sterne Restaurant sondern 2 Sterne. Kostet 50-80 % mehr aber für mich nicht messbar. Oder beim Auto die xte sonderausstattung (Keramikbremsen), bei Reisegepäck die Carbon Ausfertigung, etc. Es muss nicht immer Pingus oder Petrus sein..
    Maßvoll ist aus meiner Sicht das passende Wort.

  15. Moin Nico,
    danke für diesen grandiosen Artikel! Ich finde, Du hast wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich bin glücklicherweise extrem happy in meinem Job und habe dazu noch die Vorteile eines wirklich guten Gehalts in Verbindung mit viel Zeit für die Familie… In der Kita meiner Kinder bin ich meistens der einzige Papa, der die Kids bringt und holt… Aber ich bin unendlich dankbar für die virile Zeit, die ich in dieser so wichtige Phase unserer Familie mit den Kindern und meiner Frau verbringen kann. Die Zeit kommt nie wieder. Ich hoffe sehr, dass auch viele andere außerhalb der FIRE Bewegung diesen Blogpost lesen. Viele Grüße aus Hamburch!
    Dominik

  16. Wer sich in seinem Job Selbstverwirklichung will, der sehnt sicn auch nach Anerkennung, Status und letztlich auch Macht. Je höher die Position, je mehr Mitarbeiter, desto mehr hat man zu sagen und je mehr Status und Macht hat man in Unternehmen.
    Ich arbeite seit 15 Jahren in verschiedenen Konzernen und habe mich gehaltstechnisch sehr gut entwickelt, hatte aber nie Personalverantwortung. Ich habe 2 Kinder bekommen, insgesamt 2 Jahre Eltrnzeit genommen, 2 Jahre 50% gearbeitet und seit 3 Jahren nun 80%.
    Ich habe das Glück, dass ich in 80% so viel verdiene wie manche Manager, die ganze Teams leiten, in kleineren Unternehmen in Vollzeit. Mein Mann arbeitet 100%, holt aber trotzdem 3x die Woche vom Kindergarten ab, so dass ich an den Tagen bis 18 Uhr arbeiten kann, einenTag arbeite ich bis 14 Uhr und einen Tag habe ich frei. Überstunden mache ich keine, obwohl ich einen Vollzeitjob in 80% der Zeit erledige. Dies erreiche ich durch Fokussierung.
    Also eigentlich habe ich die laut Nico die perfekte Mischung eines spannenden Jobs in Teilzeit, der auch noch außerordentlich gut bezahlt ist. Die Familienarbeit teilen wir uns super auf, jeder verbringt ausreichend Zeit mit den Kindern.
    Und trotzdem bin ich jobmässig nicht zufrieden. Warum? Weil ehemalige Praktikanten mittlerweile Teamleiter sind, alle karrieremässig an mir vorbei ziehen und ich auf der Stelle trete. Alle Mamis die ich kenne, die mal Führungsverantwortung hatten, sagen mir, dass sie easy darauf verzichten können und Mitarbeiter sowieso nur nerven. Vielleicht liegt es daran das ich nie Mitarbeiter hatte. Vielleicht liegt es daran, dass es schwer für mich ist, andere an mir vorbei ziehen zu sehen, die nicht besser sind. Ich bin der Meinung, wer seine Job wirklich gerne macht, hat doch auch Ambitionen, will mehr zu sagen haben, strebt nach Anerkennung. Und das erreiche ich mit mehr Verantwortung und einer höheren Position. Ich finde es schwierig auf ewig darauf zu verzichten. Andererseits will ich auch nicht 100% arbeiten und das ist Vorraussetzung für eine Führungsposition mit Mitarbeiterverantwortung. Ein Dilemma für mich persönlich. Und um das Geld geht es mir dabei nicht!

    1. Ich würde darauf fokussieren zu betrachten, was du für deine „Ambitionen“ aufgibst, mal davon abgesehen, solltest du dir noch mal bewusst zu machen, wie gut es dir eigentlich geht. Am Sterbebett wird dich keiner für deine Karriere huldigen und ich bezweifel, dass je einer zu dem Zeitpunkt gedacht hatte „Ich hätte gerne mehr Macht in einem Unternehmen gehabt, um mich für die Shareholder krum zu legen“.

      Würden wir von deinem eigenen Unternehmen sprechen, könnte ich dich nachvollziehen. Das wäre dein eigenes „Baby“ und wirklich ein Teil deines Lebens.

      Persönlich betrachte ich den Job durchaus als Streichler für mein Selbstbewusstsein, aber nur in dem Maße, dass ich daraus dann evtl. mehr Geld beziehen kann. Auch wenn der Spaß nicht zu kurz kommt. Dennoch, niemand interessiert es bereits nach +/-6 Monaten mehr, was für tolle Projekte und Themen du da bewältigt hast, oder wieviel Überstunden und Herzblut du reingesteckt hast.. Das ist ruckzuck Schnee von gestern. Im Vgl. zum Beispiel beim Zeitinvest in die eigenen Kinder. Sachlich betrachtet sind sie ein fortwährend tolles Projekt, wovon ich jede Minute etwas für mich herausziehen kann und das mich bis zum Ende meines Lebens mit allerlei Emotionen beglückt.

      Ich sehe da kein Gewinn, aber wohl Ansichtssache.

    2. Hallo Sonja, ich kann sehr gut nachvollziehen, was du meinst. Ein Dilemma!
      Der Mensch vergleicht sich halt immer mit den anderen, egal wie gut es einem tatsächlich geht. Die ehemaligen Praktikanten, die jetzt Teamleiter sind – würdest du dein Leben mit denen tauschen wollen? Die zahlen ja für ihre Karriere und ihren Status und bekommen das nicht umsonst. Ebenso zahlst du für deinen Teilzeitjob mit weniger Status und Anerkennung. So what?
      Jemand, der so viel Drive hat wie du – kann doch noch was Cooles veranstalten, wenn die Kids groß sind? Du wirst dir deine Anerkennung schon noch holen können, wenn dir das so wichtig ist. Vielleicht eben nicht in deiner jetzigen beruflichen Situation, aber außerhalb davon.

  17. Hallo Capri und Cecily,

    Danke für Eure Antworten. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass man sich immer weiter Ziele setzt, die man erreichen möchte. Sich einfach zurücklehnen und mit dem Erreichten zufrieden sein fällt schwer und das ist auf die Dauer ja auch ein bisschen langweilig. Deswegen sucht der Mensch nach immer neuen Herausforderungen. Und deshalb wird es nach der finanziellen Freiheit auch gar nicht so einfach sein, seine Tage ausgefüllt zu leben. Denn einfach nur genießen wird auf die Dauer auch langweilig sein. Neue Ziele müssen her.

  18. Hi, ich habe meine Zeit auf 20 h die Woche reduziert und das nie bereut. Ich betreibe mit ein paar Freunden seit 3 Monaten einen Blog, blackwater.live und muss sagen, dass eine Mission zu haben mehr wert ist wie jedes Geld dieser Welt. Nutzt eure Zeit, sie ist so kurz….

  19. Hallo Nico,

    ich finde es sehr wichtig, dass Du dieses Thema ansprichst. Ich merke es täglich in meinem (recht jungen) Umfeld, dass der – vielleicht naive – Wunsch nach viel Geld und Prestige immer im Vordergrund steht. Dafür opfern manche Zeit und Gesundheit, nur um später ganz oben auf der Karriereleiter zu stehen.

    Klar, bei meinen Blogbeiträgen geht es letztendlich auch darum, wie man zu mehr Geld kommt. Nur der Ansatz ist ein anderer als bei vielen. Ich bin der Meinung, mit geschickter Geldanlage, die zur individuellen Situation passt, kann man auch mit weniger Arbeit finanziell gut aufgestellt sein. Sogar wesentlich besser, als wenn man mehr arbeitet und nicht für eine sichere finanzielle Zukunft in Form von Kapitalanlagen sorgt.

    Wer es also geschickt anstellt, hat Zeit UND Geld 😉 Danke für diesen anregenden Beitrag, Nico!

    Viele Grüße vom Depotstudent 🙂

      1. Schade, dass das für Dich im Vordergrund steht und nicht, dass es mir tatsächlich darum geht, dass viele junge Menschen genau diesen „falschen“ Weg zu gehen versuchen. Es ist doch tatsächlich ein Problem, dass viele die eigene Gesundheit aufs Spiel stellen, findest Du nicht?
        Ist einfach meine Philosphie, dass der richtige Umgang mit Geld für ein erfülltes Leben entscheidender als Karriere machen ist.

        Abgesehen davon ist der Beitrag wirklich gut – Lobeshymne hin oder her 🙂

        Beste Grüße

        1. Ich verfolge dein Blog und werde sehen, wann du versuchst finanziell davon zu profitieren. Die „kostenlose“ ebook Geschichte ist echt ein alter Kalauer. Wird dieses Schema F Prinzip in irgendeinen „Wie baue ich ein Blog“ auf Kurs vermittelt?

          Wenn gleich der Markt an Finanzblogs mittlerweile seinen Zenit erreicht hat. Ich sehe in deinem Blog aktuell kein Mehrwert, auch mit dem Anstrich „Student“ nicht. Die Themen sind hinreicht anderweitig bereits zig mal durchgekaut.

        2. Ich kann Capri nur zustimmen. Mag sicher subjektiv sein, aber es wirkt etwas seicht und auf spätere Monetarisierung abziehlend.

          (Teil der Antwort gelöscht)

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