Wie versicherst Du Deine Familie?

Familie versichern

Es gibt Tage, da läuft es einfach rund – als hättest Du die Glückssau geknutscht. Die Welt meint es gut mit Dir.

Und dann wiederum gibt es diese Momente, in denen das Leben einen bis zur Oberkante gefüllten Eimer Gülle über Dir auskippt. Was schief gehen kann, geht schief. Sei es das kaputte Auto, der Fußball Deines Lütschen in Nachbars Scheibe oder aber, Gott bewahre, ein wirklicher Schicksalsschlag.

Mein Rat an Dich: Genieße die unverhofften Glücksfälle in vollen Zügen und sichere Dich gegen die Schicksalsschläge ab. Gerade letzteres ist wichtig, wenn Du Ungemach von Dir und vor allem Deiner Familie abhalten möchtest.

Um eine vernünftige Absicherung Deiner Familie – in Form von Versicherungen – kommt Du als Mama oder Papa nicht herum. Doch welche Versicherungen brauchst Du und welche sind überflüssig? Du willst alles relevante absichern, aber Dich nicht überversichern.

In diesem Beitrag kläre ich, wie Du Deine Familie versichern kannst. Dafür habe ich mir wieder einmal Hilfe von einem alten Bekannten geholt: dem Versicherungsfuchs.

Der Fuchs ist Stammgast auf meinen Lesertreffen. Er arbeitet als Versicherungsanalyst und verbringt seinen lieben langen Tag damit, Versicherungsprodukte zu analysieren, zu bewerten und zu vergleichen. Er schaut also hinter die Kulissen und bekommt einen ganz besonderen Einblick in die Materie. (Interviews mit ihm findest Du auch hier, hier und hier).

Im Folgenden gehe ich mit dem Versicherungsfuchs durch die einzelnen Versicherungen, die jede Familie haben sollte – inklusive ein paar pfiffigen Tipps. Am Ende des Beitrags teile ich unsere eigenen Versicherungen mit Dir, inklusive der jährlichen Kosten.   

Interview mit dem Versicherungsfuchs

Moin Versicherungsfuchs, schön Dich mal wieder hier zu haben. Als fürsorgender Papa möchte ich meine Familie gegen Risiken absichern. Worauf muss ich bei der Auswahl an Versicherungen besonders achten?

Vor welchen Situationen hast du als Vater am meisten Sorgen? Welche Gefahr hältst du für am wahrscheinlichsten, dass sie sich bei deinen Kindern realisiert? Den Eintritt dieser Gefahr wird eine Versicherung meist nicht abwenden können, sondern nur die sich daraus ergebenden Folgen abmildern.

Gehen wir direkt in die Vollen. Welche Versicherung ist ein Muss für jede Familie und worauf sollte ich beim Abschluss achten? 

Aus meiner Sicht gibt es nur eine einzige absolut notwendige Versicherung: Das ist die private Haftpflichtversicherung (PHV). Sie versichert das finanzielle Risiko, das nach einem Schaden auf den Verursacher zukommen kann.

Für Familien interessant: In der PHV kann zusätzlich abgesichert werden, dass Schäden von nicht deliktfähigen Personen abgesichert sind. Das ist nicht zwingend notwendig, da diese Personen dann auch nicht schadensersatzpflichtig sind, es kann aber für den nachbarschaftlichen Frieden sinnvoll sein. 

Ein Beispiel: Dein sechsjähriges Kind meint, dass es beim Spielen im Garten sehr lustig sei, Kieselsteine auf das parkende Auto deines Nachbarn zu werfen. Du hattest den Kleinen immer im Auge, hast also deine Aufsichtspflicht nicht verletzt und nichts davon mitbekommen. Dein Nachbar hat jetzt einen Schaden von z.B. 2.000 Euro, den er ersetzt haben will. Von wem? Deinem Kleinen? Der ist nicht deliktfähig, von dem ist nichts zu holen. Von dir? Du hast kein Verschulden, da du deine Aufsichtspflicht nicht verletzt hast. Es bleibt also beim allgemeinen Lebensrisiko und dein Nachbar hat einen Schaden, aber niemanden, der ihn begleicht. Sprich: Er bleibt darauf sitzen, da auch deine normale PHV sagen wird, dass er keinen Anspruch hat, sie also nicht leistet. Jetzt kannst du dir überlegen, ob du den Schaden aus eigener Tasche bezahlst oder dein Nachbar dein Kind für immer hasst. Wenn nun in der PHV Schäden von nicht deliktfähigen Personen abgedeckt wären, würde deine PHV leisten, obwohl sie das rechtlich nicht müsste.

Allgemein solltest du bei der privaten Haftpflicht darauf achten, dass der Baustein „Haftungsausfalldeckung“ mitversichert ist. Nur ca. 2/3 der Deutschen haben eine PHV. Wenn Dir ein Schaden von dem anderen Drittel zugefügt wird und derjenige nicht solvent ist, übernimmt Deine eigene Haftpflichtversicherung den Schaden. Auch der Verlust von Schlüsseln (privat bei Miete, beruflich) kann hier günstig mitversichert werden, und so eine Schließanlage kann teuer werden.

Was gibt es sonst noch?

Wenn wir von der normalen Situation ausgehen, dass die wirtschaftliche Existenz der Familie von der Arbeitskraft der Eltern abhängt, dann sollte die Absicherung der Arbeitskraft, idealerweise über eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), sowie der Totalausfall (Tod) des Elternteils, z.B. über eine Risikolebensversicherung, abgesichert werden.

Erst kürzlich kam übrigens ein interessanter Baustein in die BU-Welt: „Die Teilzeitklausel“. Das könnte für Dich, als bald in Teilzeit arbeitender Vater, relevant sein.

Die Standard-Klausel in der BU geht davon aus, dass du zu 50% deinen letzten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Das wären bei einem Acht-Stunden-Tag also vier Stunden. Aber was ist mit einer Teilzeitkraft? Hier wären das bei einer Halbtagsstelle dann zwei Stunden. Also deutlich höhere Hürden für die Beantragung der Rente, bei gleicher Leistung und gleicher Prämie. Die Teilzeitklausel fingiert, dass du noch Vollzeit arbeiten würdest, solltest du jemals in Vollzeit gearbeitet haben. Es würde bei einer Halbtagskraft also nicht auf zwei, sondern auf vier Stunden Restleistungsvermögen geprüft werden.

Gegen den finanziellen Schaden durch Tod versichern sich die Eltern am besten mit einer Risikolebensversicherung, oder? Worauf sollte man beim Abschluss achten, um Geld zu sparen?

Bei der Risikolebensversicherung können erhebliche Beiträge gespart werden, wenn man eine Versicherung mit fallender Versicherungssumme wählt. Das kennt man vielleicht aus der Immobilienfinanzierung: Da ich die Immobilie immer weiter tilge, brauche ich immer weniger Absicherungssumme. Ähnlich verhält es sich mit Kindern. Ich möchte die Zeit absichern, bis meine Kinder auf eigenen Füßen stehen. Das benötigte Kapital hierfür wird von Jahr zu Jahr weniger, da der Abschluss immer näher rückt.

Ein weiterer Tipp wäre, die versicherte Person und den Versicherungsnehmer zu trennen: So unterfällt die Leistung nicht der Erbschaftssteuer.

Wie funktioniert das?  

Versicherungsnehmer ist die Person, mit der der Versicherer den Vertrag schließt. Die versicherte Person ist die Person, deren Leben versichert ist. Deine Frau kann jetzt mit dem Versicherer einen Vertrag auf dein Leben abschließen. Solltest du sterben, bekommt deine Frau als Vertragspartner die Versicherungssumme direkt. Solltest du Versicherungsnehmer und versicherte Person sein, bekommst du die Leistung und vererbst sie deiner Frau. Somit könnten Erbschaftssteuern anfallen.

Sachen gibt’s… Kommen wir zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), mit der wir den Verlust unserer Arbeitskraft absichern. Brauche ich die wirklich und worauf sollte ich beim Abschluss achten?

Für alle Erwerbstätigen ist eine Einkommenssicherung noch ein absolutes Muss. Hast Du Dir auf deiner letzten Rentenauskunft mal Deine Rente bei vollständiger Erwerbsunfähigkeit angesehen? Ich wäre damit als Aufstocker beim Sozialamt bzw. ich würde nichts weiter bekommen, weil ich eine mich versorgende Ehefrau habe.

Wenn möglich (finanziell und gesundheitlich) sollte diese Absicherung über eine BU geschehen. Meiner Meinung nach sollte man sich aufgrund der Komplexität einen Profi (Versicherungsmakler / -berater) mit an Bord nehmen. Bei der Antragsstellung sollte unbedingt der Hausarzt mit einbezogen werden. Manchmal ist es wirklich überraschend, was alles in einer Patientenakte stehen kann. Für eine umfassende Antragsstellung kann es auch sinnvoll sein, seine Unterlagen bei der Krankenversicherung abzufragen. Auch hier überrascht es teilweise, was in der Vergangenheit alles abgerechnet wurde.

Reicht es aus, wenn der Elternteil mit dem höheren Einkommen eine BU hat oder sollten beide Eltern eine haben?

Ich halte es für sehr wichtig, dass beide Elternteile eine BU haben und das aus mehreren Gründen.

Zunächst einmal nehmen wir den Fall an, dass sich ein Elternteil entschließt, zuhause zu bleiben: Dieser Elternteil liegt ja nicht auf der Couch, isst Popcorn und guckt Serien. Wenn diese Arbeitskraft ausfällt, geht zwar kein aktives Einkommen verloren, aber es entstehen Kosten, um Haushalt und Kinderbetreuung zu organisieren. Des Weiteren wird der zuhause bleibende Elternteil voraussichtlich nicht für immer zuhause bleiben. Sobald dieser wieder zur Arbeit geht, gilt es dieses Einkommen abzusichern.

Nicht verheirateten Paaren würde ich zudem raten, ein wenig mehr BU-Rente abzusichern. Verheiratete Paare können einen Teil des Verdienstausfalles über die Steuerklassen kompensieren. Wenn ich zum Beispiel berufsunfähig werde, würde meine Frau in die Steuerklasse 3 wechseln und wir hätten dadurch einen Teil des Verdienstausfalles ausgeglichen.

Gibt es auch Berufsunfähigkeitsversicherungen für Kinder?

Bei Kindern könnte es sinnvoll sein, ihnen schon eine Anwartschaft auf eine BU zu sichern. Sollten sie später gesundheitliche Problemen haben, wären sie trotzdem in der Lage eine BU abzuschließen. Das lässt sich gut über eine Invaliditäts- oder Grundfähigkeitenversicherung darstellen.

Ab dem Schulalter kann man auch schon Schulunfähigkeitsversicherungen abschließen, die im Grunde Berufsunfähigkeitsversicherungen sind. 

So eine BU ist schon eine recht teure Angelegenheit, da sie potenziell sehr hohe Beträge absichert und die Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts relativ hoch ist.

Das eine BU-Versicherung teuer ist, kann ich so nicht stehen lassen. Das mag bei dem Blick auf den Beitrag vielleicht so erscheinen. Aber hast Du Dir mal durchgerechnet, was Du absicherst? Wieviel Geld wirst Du noch bis zu deinem Renteneintritt verdienen? Viele Menschen sind bereit, ihren neuen BMW mit allem Schnickschnack Vollkasko zu versichern und geben vierstellige Prämien dafür aus. Deine Arbeitskraft, die Dein Einkommen sichert, sollte Dir mehr Wert sein als ein Auto, das sowieso an Wert verlieren wird.

Dann ist die Schadenswahrscheinlichkeit bei einer Berufsunfähigkeit noch sehr hoch. Jeder Vierte wird im Laufe seines Lebens zumindest temporär einmal berufsunfähig.

Ok, überzeugt. Aber wie könnten Eltern die Kosten für ihre BU reduzieren?

Gerade Personen wie Du oder Deine Leser können sich auch überlegen, eine BU nur bis zum geplanten „Renteneintritt“ zu versichern. Das senkt die Kosten dramatisch, da die „gefährlichen“ Jahre gerade die im Alter sind. So kann man durchschnittlich rechnen, dass z.B. eine BU-Versicherung bis 67 anstatt 62 Jahren ca. 50% Aufschlag kostet.

Zudem könntest Du eine technisch einjährig kalkulierte Versicherung abschließen. Hier bildest Du keine Altersrückstellung und zahlst jedes Jahr das Risiko Deines Jahrgangs. Das führt zwar zu sehr hohen Beiträgen im Alter, aber auch zu sehr niedrigen in jungen Jahren. Du und jeder Deiner Leser kann aber ziemlich sicher das Geld besser anlegen. Die Gefahr dabei ist aber, dass man sich irgendwann sagt, dieser Beitrag ist viel zu hoch, dabei aber vergisst, wieviel Beitrag in der Vergangenheit eingespart wurde.

Einige Versicherer haben auch Rabatte für Familien. Die Rabatte werden in Form einer höheren Überschussbeteiligung dargestellt. Der Gedanke dahinter ist, dass Eltern eher auf sich Acht geben und die BU-Häufigkeit geringer ist, da sie einen kleinen Menschen zu versorgen haben, den sie über alles lieben.

Gerade Personen in körperlich tätigen Berufen haben das Problem, dass die Beiträge extrem hoch sind. Hier könnte es sich empfehlen, auch einen Blick auf die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu werfen. Zwar müsste ich hier für alle Berufe am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, aber die Beiträge unterscheiden sich sehr. Und meistens entspricht es auch dem Vorstellungsbild seiner selbst, dass man irgendwas arbeiten möchte und nicht zuhause bleibt.

Wie sieht es mit der Unfallversicherung aus?

Eine Unfallversicherung ist grundsätzlich nicht dazu gedacht, fehlendes Einkommen zu ersetzen (nur ca. 10% der Berufsunfähigkeiten entstehen durch einen Unfall), sondern um eine einmalige Summe zu erhalten, um sein Lebensumfeld den durch den Unfall geprägten Gegebenheiten anzupassen. Aber häufig ist nur eine bestimmte Summe abgesichert und keine Rente.

Kommen wir zur Pflegeversicherung. Ist dies eine sinnvolle Versicherung für die Familie? 

Wir haben eine gesetzliche Pflegeversicherung, die aber niemals sämtliche anfallenden Kosten der Pflege übernimmt. Jeder der schon mal einen Pflegefall in der Familie hatte, weiß, dass ein Heimplatz teuer ist und die Reserven angreift.

Im Zweifel können zur Kostendeckung auch die eigenen Kinder herangezogen werden, wenn sie finanziell leistungsfähig sind. Die Grenzen für die finanzielle Leistungsfähigkeit wurden kürzlich übrigens stark nach oben korrigiert, so dass nur wirkliche Gutverdiener einer Pflicht zur Beteiligung an den Kosten unterliegen. Andererseits wird sich natürlich jedes Kind moralisch verpflichtet sehen, seine Eltern in einem Heim unterzubringen, in dem sie sich wohlfühlen. In einem solchen Fall könnten auch Kosten auf die Kinder zukommen, obwohl keine gesetzliche Pflicht dafür besteht.

Du haftest also dafür, dass deine Eltern sich gegen Pflegebedürftigkeit abgesichert haben. Grundsätzlich ein fairer Gedanke, deine Eltern haben dich ja auch großgezogen und dir deine Ausbildung ermöglicht. Trotzdem kann das zur finanziellen Belastung werden. Mit einer Pflegeversicherung kann man den Gedanken, seinen Kindern mal auf der Tasche zu liegen, aus seinem Kopf streichen.

Eine wenig bekannte Besonderheit bei einer Pflegetagegeldversicherung ist zudem, dass man, wenn ein Elternteil eine Pflegetagegeldversicherung hat, sein Neugeborenes ebenfalls in der Regel als gesund versichern kann. Das ist sicher auch eine interessante Überlegung in Verbindung mit pränatalen Untersuchungen.

Eine interessante Sache, die mir bei meiner eigenen Pflegetagegeldversicherung neulich aufgefallen ist: Assistanceleistungen sind nicht nur für mich versichert, sondern auch für meine nächsten Angehörigen (Eltern, Kinder, Enkel, Groß- und Schwiegereltern, Ehe- oder Lebenspartner). Hier geht es nicht primär um monetäre Leistungen, aber ich werde bei vielen Dingen unterstützt, die ich nur schwer leisten kann. So ist in meiner Pflegetagegeldversicherung beispielsweise eine „24h-Pflegeheimplatzgarantie im nahen Umkreis des Wohn- bzw. Wunschortes“ für meine Angehörigen mitversichert.

Das ist vielleicht für den einen oder anderen interessant, wenn man z.B. für seine Eltern oder Großeltern einen Pflegeplatz sucht.

Früher hatte ich mal eine private Krankenhauszusatzversicherung, habe sie dann aber im Rahmen meines Großreinemachens der Versicherungen gekündigt. Vielleicht sollte ich als Familienvater aber dennoch eine für meine Kinder abschließen. Was meinst Du?

Ich halte sie für eher weniger wichtig. Wir haben in Deutschland eine gute medizinische Grundversorgung, so dass primäre Krankheitskosten uns nicht ruinieren. Trotzdem habe ich für meine Frau teilweise Krankenzusatzversicherungen abgeschlossen. Das ist einfach eine Sache der Fairness. Sie soll ähnlich gut abgesichert sein wie ich (ich bin in der privaten Krankenversicherung (PKV)) und das erreiche ich nur mit Krankenzusatztarifen.

Sollte z.B. ein Zahn nicht mehr mitspielen, wäre es für uns kein finanzieller Ruin, diesen aus eigener Tasche zu zahlen. Aber ich würde sie in eine Lage bringen, in der sie sich überlegt, ob ihr das Optimum – das ich in der PKV bekomme – wirklich ein paar tausend Euro wert ist.

So habe ich das auch mit Krankenhauszusatzversicherung gehalten: Einbettzimmer und Chefarzt. Zudem ist hier noch eine sogenannte Anwartschaftsversicherung eingeschlossen. Sollte meine Frau die Möglichkeit haben, in die PKV wechseln zu können, so kann sie das, ohne Gesundheitsfragen beantworten zu müssen.

Eine Anwartschaftsversicherung kann auch für Kinder eine Sache sein, die man sich überlegen kann. Sollten sie später einmal in die PKV wechseln wollen, können sie das ohne erneute Gesundheitsprüfung. Aber da wir wie gesagt in Deutschland eine gute medizinische Grundversorgung haben, halte ich das für weniger wichtig.

Interessanter kann da schon eine Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie-Leistung sein. Aber auch nur als Überlegung. Gute Prophylaxe und einen Sparplan für Zahnspange kann natürlich auch eine Absicherung sein.

Krankenhaustagegeldversicherungen halte ich für unnötig. Wofür brauche ich x€, nur weil ich ein paar Tage im Krankenhaus liege? Die Zuzahlungen, die ich evtl. hier zu leisten habe, sollte ich mir lieber selbst ansparen. Wenn das nicht geht, dann sollte ich mir auch die Beiträge für diese Versicherung sparen.

Was für den einen oder anderen sinnvoll sein könnte, ist eine Krankentagegeldversicherung. Der durchschnittliche Arbeitnehmer bekommt sechs Wochen Lohnfortzahlung und danach Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Dieses ist aber deutlich weniger, als der zuvor bezogene Nettolohn (der geringere Betrag aus 70 % Bruttolohn oder 90 % Nettolohn). Diese Lücke lässt sich relativ günstig absichern.

Wir fahren gern und oft in den Urlaub, fast immer ins europäische Ausland. Brauchen wir für unsere Familie eine Auslandskrankenversicherung?

Eine Auslandskrankenversicherung ist auf jeden Fall ein Muss, wenn ich in ein Land fahre, mit dem Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen im Krankenversicherungsbereich abgeschlossen hat. Aber wer sich einen Urlaub leisten kann, sollte über die 10€ p.a. Beitrag nicht weiter nachdenken, sondern einen Haken dran machen. Für Familien gibt es hier Familientarife, in denen die ganze Familie auf der Reise versichert ist.

Auch im innereuropäischen Ausland würde ich für diesen Preis immer eine Auslandskrankenversicherung in der Tasche haben wollen. Es ist wesentlich unkomplizierter. Zudem kann es sein, dass der Arzt vor Ort privat abrechnen will. Sich dann auf eine Diskussion einzulassen, ist in einer Situation, in der einer meiner Lieben oder ich einen Arzt wirklich braucht, vielleicht nicht das Richtige. Auf jeden Fall wird eine Auslandskrankenversicherung bei einer Urlaubsreise die Kosten nicht einmal im Promille-Bereich in die Höhe treiben.

Die Finanzglück-Familie ist gesetzlich versichert. Da laufen die Lütschen einfach mit. Wie sieht es bei der privaten Krankenversicherung aus und müssen Eltern hier etwas besonders beachten?

In der PKV ist für jedes Kind ein eigener Beitrag zu entrichten, der sich natürlich nach dem Leistungsumfang richtet. Dieser ist jedoch nicht so hoch wie für einen Erwachsenen, da keine Altersrückstellungen gebildet werden. Auch der Arbeitgeber beteiligt sich an den Kosten zur Hälfte. Jedoch insgesamt maximal in der Höhe, wie die maximale Höhe in der GKV angefallen wären.

Eine letzte Frage hätte ich noch: In vielen Fällen hat mittlerweile das Online-Vergleichsportal den Old-School-Versicherungsmakler ersetzt. Was würdest Du für den Abschluss von Versicherungen empfehlen?

Eins vorweg: Die Vergleichsportale im Internet sind häufig auch als Makler zugelassen und verdienen nicht schlecht am Abschluss per Klick.

Zudem ist ein guter Makler/Versicherungsberater wirklich Gold wert: Er hat Risiken auf dem Schirm, an die du vielleicht noch nie gedacht hast. Auch hat er einen Marktüberblick, wie ihn der Laie gar nicht haben kann, so dass ein gut betreuter Kunde stets auf dem aktuellen Stand mit seinen Produkten ist.

Eigentlich hole ich mir im Leben immer den Rat von Profis, wenn es um wirklich große Risiken geht: Wenn ich ernsthaft krank bin, gehe ich zum Arzt. Wenn ich was ausgefressen habe, lasse ich mich durch einen Anwalt beraten… Ein schlechtes Versicherungsprodukt zu haben, ist ein echt hohes Risiko! Auch ich habe einen Versicherungsmakler, der mich betreut. Ich habe die Weisheit ja auch nicht mit Löffeln gefressen. Im Gespräch mit meinem Makler bekomme ich Blickwinkel eröffnet, über die ich vorher so nicht nachgedacht habe.

Ich selbst kann auch z.B. gar nicht eine anonyme Risikovoranfrage stellen. Sobald ich anfrage, bin ich nicht mehr anonym. Gerade bei „komplizierten“ Versicherungen (z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung) sollte man sich im persönlichen Gespräch kompetenten Rat eines Maklers/Versicherungsberaters einholen. So können z.B. durch eine anonyme Risikovoranfrage auch Personen mit einer gewissen Krankengeschichte noch als gesund versichert werden.

Verschiedene Versicherer haben eine unterschiedliche Annahmepolitik. Macht der Versicherungsnehmer das allein, kann er das nicht anonym machen. Dabei lautet eine regelmäßige Frage in den Antragsfragen „Wurde schon mal eine Antragsstellung zu einer BU-Versicherung abgelehnt oder nur mit Erschwernissen angenommen?“ Da ist man dann „verbrannt“.

Selbst bei einer privaten Haftpflicht kann es ratsam sein, einen Spezialisten mit einzubeziehen, der einem die großen Schadenshöhen/-gefahren aufzeigt. Insbesondere ältere Verträge haben keine „Haftungsausfalldeckung“. Diese halte ich jedoch für einen sehr wichtigen Baustein in der PHV. So habe ich bei meinen Eltern vor einigen Jahren noch eine Haftpflichtversicherung gefunden, deren maximale Deckungssumme 1 Millionen DM war… – und natürlich ohne Haftungsausfalldeckung.

Lieber Versicherungsfuchs, vielen Dank für das Interview!


Keine Frage: der Mann hat Ahnung von seinem Fach. Aus unseren vorherigen Gesprächen und Interviews habe ich mir schon einige Tipps mitnehmen können.

2014 hatten wir bei unseren Versicherungen großzügig ausgemistet und teilweise den Versicherungsschutz angepasst bzw. die Selbstbeteiligung hochgeschraubt (siehe hier). Für unsere vierköpfige Familie sind dabei folgende Versicherungen übriggeblieben (mit Vergleich zu 2014):

2014 2019
Haftpflicht Nico / Familie 50 € 61 €
Haftpflicht Frau Finanzglück 56 € 0 €
Berufsunfähigkeit Nico 552 € 552 €
Berufsunfähigkeit Frau Finanzglück 648 € 0 €
Unfall Nico 305 € 0 €
Krankenhauszusatz Nico 280 € 0 €
Krankenhauszusatz Frau Finanzglück 120 € 0 €
KfZ 675 € 252 €
Gebäude Eigenheim 0 € 407 €
2.686 € 1.272

(Hier siehst Du bei welchen Versicherungen ich versichert bin.)

Was fehlt, ist die Auslandskrankenversicherung. Die werden wir vor unserem nächsten Urlaub noch abschließen.

Wir fahren also eher das Versicherungs-Light-Modell. Aber das passt auch. Denn aufgrund unseres angesparten Vermögens, können wir mittlerweile auch größere finanzielle Schicksalsschläge aus eigenen Kräften ausgleichen. Für etwa 100 Euro im Monat empfinde ich meine Familie als ausreichend versichert.

Ich hoffe dieser umfangreiche Beitrag darüber, wie Du Deine Familie versicherst, hat Dir ein paar neue Erkenntnisse geliefert. Der Versicherungsfuchs steht jetzt Gewehr bei Fuß, um Deine Frage in den Kommentaren unten zu beantworten.

Hast Du Fragen an den Fuchs? Wie versicherst Du Deine Familie? Ich bin schon gespannt auf Deinen Kommentar!


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31 Kommentare

  1. Hallo Versicherungsfuchs, vielen Dank vor allem auch für die Info mit Berufsunfähigkeit mit Teilzeitklausel. Das ist ja Mal interessant. In der Praxis wird man beim Abschüsse BU ja nicht darauf hingewiesen. Das werde ich gleich meine Verträge checken. Sehr du direkt geführtes Interview!

    1. Hallo Eva,
      eine Teilzeitklausel wirst du wahrscheinlich nicht in deinem Vertrag haben. Die wurde erst im Sommer 2019 von zwei Versicherern eingeführt. Wenn dein BU-Vertrag also älter ist, wirst du keine haben. Deswegen den Vertrag wechseln würde ich aber eher nicht.
      Gruß
      Versicherungsfuchs

  2. Hallo Veraicherungsfuchs,

    Danke für die hilfreichen Infos. Bezüglich BU habe ich noch eine Frage:
    Ich habe vor 15 Jahren eine abgeschlossen und immer etwas Bauchschmerzen gehabt, da die Gesundheitsprüfung eher lasch lief, wenn auch meines Wissens nichts vergessen wurde. Gehe ich richtig in der Annahme, dass die Sorge heute unbegründet ist, da meine Ärzte meine Daten nur 10 Jahren speichern müssen? Ich weiß natürlich nicht, ob sie es länger tun…
    versucht die Versicherung im Leistungsfall an die älteren Daten zu kommen? Darf sie das?
    Danke im Voraus für eine Antwort!
    Viele liebe Grüße!

    1. Hi Jessy,
      da kann ich dich beruhigen. Egal, ob deine Ärzte die Daten noch haben, Falschangaben wären auf jeden Fall verjährt. Die Sache mit einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung hat sich bei dir also erledigt. 🙂
      Gruß
      Versicherungsfuchs

  3. BU ist in meinen Kammerbeiträgen enthalten, kann nicht einzeln beziffert oder ausgeschlossen werden, lediglich die Leistungen sind transparent. Eine zusätzliche BU habe ich nicht, weil ich sowieso fast zu 100% mit dem Kopf arbeite. Theoretisch kann ich meinen Job fast ausschließlich vom Schreibtisch aus durchführen, praktisch wird das nicht ganz funktionieren, aber der Umsatzverlust wäre überschaubar bzw. schwierig nachzuweisen. Bestes Beispiel ist für mich immer Stephen Hawking. Fast bewegungsunfähig, war seit seinen 20er Jahren mehr oder weniger todgeweiht – aber berufsunfähig? Wohl kaum.

    Krankenhaustagegeld habe ich als Selbständiger, allerdings erst ab dem 21. Tag – also dann, wenn’s wirklich teuer und langwierig werden sollte. Wird bei mir auch gebraucht, sichert u.a. auch die Familie ab.

    Selbständige und auch Leute im Angestelltenverhältnis, die aber ein konkretes Haftungsrisiko tragen, sollten sich meiner Meinung nach zumindest über eine Berufshaftpflicht informieren.

    1. Hi Zapp,
      die BU in den meisten Versorgungswerken ist natürlich eine wesentlich bessere Absicherung als die Erwerbsunfähigkeitsversicherung der gesetzlichen Rentenversicherung normaler Angestellter, aber hat häufig auch seine Haken. Hast du dir die Bedingungen deines Versorgungswerkes hierzu mal angesehen?
      Das Argument, dass jemand der mit dem Kopf und am Schreibtisch arbeitet keine BU bräuchte, kann ich aber nicht unkommentiert lassen: Alleine psychische Ursachen und Krebs machen einen erheblichen Teil der BU-Fälle aus und sind nicht abhängig vom Arbeitsplatz. Zudem ist ja genau dieses von dir als gering eingeschätzte Risiko in der Prämie eingepreist. Durch das geringere Risiko zahlst du eben erheblich niedrigere Beiträge als beispielsweise ein Dachdecker.
      Ein Krankenhaustagegeld empfinde ich nicht als unbedingt notwendig, aber du meinst wahrscheinlich eher ein Krankentagegeld.
      Gruß
      Versicherungsfuchs

  4. Was ich an meiner Auslandsreiseversicherung schätze ist die oben erwähnte Unkomliziertheit. im KH angeben und gut ist.
    Dazu hat man dann auch im Ausland bessere Auswahlmöglichkeiten bei KH.
    Was ich noch gemacht habe und aus gegebenem Anlass super fand ist die Kombi aus Auslands-KV mit Reiserücktritt und Reise-Abbruch.
    hat beim letzten Familienurlaub nach Krankheitsfall mal eben knapp 3k gezahlt für
    Ausfall hotel, notwedigen längeren Aufenthalt, Rückflüge, etc. Die 15K Krankeitskosten mal ganz aussen vor..

    RLV wollte die bank bei jedem Objekt auch haben, daher bin ich da leicht überversorgt. Ist aber auch ok für die Family. Im Fall der Fälle wenigstens etwas….

  5. Für mich stellt sich die Frage garnicht, da ich mir früher keine BU leisten konnte und mich heute keine mehr nimmt (probiere es aber auch nicht massiv). Was mache ich also? Einfach weiterleben und auf das beste hoffen, wie eigentlich jeder. PHV ist ein must have aber der Rest (außer BU)? Ich denke, dass ggf. die Lösung mit den niedrigen Raten in jungen Jahren mit BU gekoppelt mit einer hohen Sparrate in ein Depot dazu führen kann, dass man für die „teuren“ Jahre keine BU (bzw. deutlich reduziert) mehr braucht.

  6. Hallo Alberich, ich vermutet, dass Du Dich bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit irrst. In der Regel schmälert der BU-Beitrag die Steuerlast nicht. Der entsprechende Höchstbetrag wird in den meisten Fällen bereits durch die KV verbraucht. Das gilt übrigens auch für die Beiträge zur RLV, HaftplichtV, etc.
    Mich Schmerzen die Beiräge dennoch nicht: Ich kann aufgrund dieser Zahlungen besser schlafen.

      1. Dann wäre aber (aktuell) kein voller Steuerabzug möglich. Für das Jahr 2020 wären zB nur 90% abzugsfähig. @Versicherungsfuchs
        Was hälst Du von solch einer Art (Rürup) der BU?

        1. Mit der teilweisen Absetzbarkeit hast du natürlich Recht. Erst 2025 sind 100% der Beiträge absetzbar.
          Grundsätzlich finde ich gekoppelte Versicherungen problematisch. Rürup + BUZ finde ich jedoch unter bestimmten Voraussetzungen attraktiv. Es gibt natürlich einiges zu bedenken, worüber man sich im klaren sein muss.
          Wenn das Einkommen stimmt (also hohe Steuerlast), man die Rente höher ansetzt (denn diese wird im Leistungsfall besteuert) als in Schicht 3, die zusätzliche Altersvorsorge Sinn macht, man als Hauptvertrag eine gute Rentenversicherung ausgewählt hat und die BUZ dazu auch gut ist, dann kann es durch die steuerliche Förderung ein gutes Konstrukt sein. Wie schon so oft erwähnt, bedarf es hier aber intensiver Beratung, weil eine Menge zu bedenken ist.
          Gruß
          Versicherungsfuchs

  7. Survivorship Bias bei den „BU mach ich mir selbst mit Aktien“ Vertretern? Kennt ihr keine Menschen aus eurem Umfeld die schon früh an irgendwas erkankt ist?

    * Jahrsgangsbester aus der Schule wird bei Autounfall verletzt. Kann nicht mehr sprechen, allein leben und hat keine Erinnerungen an die Schulzeit. Wir Freunde versuchen mit Videos und Fotos von ihm ein Stück seiner Vergangenheit zurückzugeben. Nach meinem Studium kann er zumindest wieder sprechen und alleine Essen.
    * Bekannter aus dem Studium fast das gleiche mit dem Mottorad. Ist mit 31 soweit, dass er eine Ausbildung anfangen kann.
    * Kollegin, Mitte 30, Knoten in den Brüsten, Amputation, die Mutter ist daran gestorben.
    * Kollege, Anfang 30 mit Familie, kann monatelang nicht mehr arbeiten wegen eines Tropenvirus. Arbeitskampf mit Anwälten beginnt.
    * Kollege, Mitte 20, psychische Krankheit, nicht arbeitsfähig, Arbeitgeber versucht den loszuwerden.
    * Kollege, Anfang 20, wird auf dem Kiez zusammengeschlagen, Auge dauerhaft beeinträchtigt.
    * Schulfreund, Polizist, wird bei einem Hausbesuch mit einem Hammer angegriffen, Typ erschossen, knapp vorbei (ok, der zählt nicht weil Beamte anders abgesichert sind)

    Ich hab mir einen Versicherungs-Makler im Internet gesucht, der besonders kritisch über die Branche blogt und sein Team hat mich bis ins letzte Detail durch den Prozess geführt, anonyme Voranfragen gestellt, geklärt welche Punkte mir wichtig sind, detailliert geprüft welche Angaben ich leiste sollte und weglassen kann zu meinem Gunsten.

  8. Hallo,
    Versicherungen sind immer schwierig. Daher freue ich mich über jeden Artikel 😀
    Ich selbst habe mal eine Frage zu BUs (aktuell wohl das größte Thema wenns um Versicherungen geht):
    Gibt es (verlässliche) Statistiken zur Berufsunfähigkeit? Klar die 25 Prozent, die mal irgendwann Berufsanfähig werden kennt mittlerweile wohl jeder. Aber es ist ja auch wichtig zu wissen:
    Wann? Wenn alle mit 63 Berufsunfähig werden, bringt ne BU wenig
    Wer? Aufgeschlüsselt nach Berufsgruppe wäre schonmal was..
    Wie viele steigen wieder in den Arbeitsmarkt ein und wann? Einer der Hauptgründe ist ja wie du sagtest nicht Unfall sonder u.A. psychische Belastungen (Depression, burn-out). Jetzt sind dies aber ja behandelbare Krankheiten bei denen man wieder ins Berufsleben einsteigen kann. Dabei macht es einen gewaltigen Unterschied ob tendenziell eher nach 6 Monaten oder nach 5 Jahren.

    Ich bin (noch) Student, ist eine BU grade ein Thema. Zu den Fragen konnte ich leider nicht sonderlich viel finden.
    Ich will die Sinnhaftigkeit einer bu nicht grundsätzlich abstreiten, aber das Fehlen dieser Statistiken in einer Zeit in der Versicherungen aufgrund einer anhaltenden Niedrigzinsphase neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen macht zumindest mal skeptisch.
    Wäre cool falls du dazu was weißt!
    Viele Grüße
    Felix

    1. Hi Felix,
      genaue Statistiken kann ich dir ad hoc nicht nennen, aber vielleicht helfen dir folgende allgemeine Informationen weiter:
      Im Bereich der Bürotätigkeiten ist die Quote von 25 %, die einmal berufsunfähig werden zu hoch. Aber genau das spiegelt sich ja in den „günstigen“ Prämien für diese Berufsgruppen.
      Für Bürotätige ist das eine tolle Sache, aber eigentlich ist die immer differenzierte und kleinteiligere Berufsgruppensplittung gesellschaftlich nicht gut. Es findet keine Risikodurchmischung statt. Deswegen werden für körperliche Berufe die Preise für eine BU so teuer.
      Die Gewinne (Überschüsse) die ein Versicherer damit macht, dass er zu vorsichtig kalkuliert, muss er zu 90 % an seine Versicherten weitergeben. Daher kommt ein großer Teil des Unterschieds zwischen Brutto- und Nettobeitrag.
      Als Student, kann es sein, dass du in deinem späteren Beruf eine bessere oder schlechtere Berufsgruppe haben wirst. Da bei einem Wechsel der BU regelmäßig die Altersrückstellungen verloren gehen, kann es sinnvoll sein eine Starter-BU (verminderte Anfangsbeiträge, die später steigen) abzuschließen. So kannst du nach dem Berufseinstieg schauen, ob es am Markt eine leistungsstärkere oder günstigere BU gibt oder du aus gesundheitlichen oder preislichen Gründen besser bei dieser BU bleibst.

      Gruß
      Versicherungsfuchs

      1. @Felix @Versicherungsfuchs:

        Was die Statisik angeht ist es natürlich so, das die Spreizung sehr breit ist.
        Bei den Dachdeckern liegt die Quote derjenigen, die BU werden bei fast 58%. Bei Akademikern geht es eher Richtung 5%.

        Die durchschnittliche Dauer des Bezugs einer BU-Rente liegt marktweit bei unter 5 Jahren. Das liegt vor allem daran, dass naturgemäß ältere Menschen ein höheres Risiko haben BU zu werden. Hier ist es oft so, dass die BU zwar noch besteht, aber der Vertrag abgelaufen ist und damit die Zahlung endet. Früher wurden sehr häufig Verträge bis Endalter 55 abgeschlossen, was natürlich jetzt zu Problemen führt. (Für ältere Semester ist aber auch der gesetzliche Erwerbsminderungsrentenschutz besser).
        Bei jüngeren Menschen ist es so, dass diese sich tatsächlich oft wieder erholen oder sich beruflich umorientieren und wieder anderweitig Geld verdienen können.

        Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, was dir diese Zahlen bringen, lieber Felix. Du könntest jetzt schlussfolgern, dass du deswegen keine BU abschließt, weil du als Akademiker nur ein 5%iges Risiko hast. Wäre ja raus geschmissenes Geld. Und überhaupt könnte es sein, dass du nach 2 Jahren wieder fit bist und zwei Jahre könntest du mit Hilfe der Familie überbrücken.

        Könnte, hätte, würde – wenn du morgen vom LKW überfahren wirst und halbseitig gelähmt bis zu deinem Tod in 30 Jahren im Bett liegst, denkst du möglicherweise anders über das Risiko. Und es hilft dir dann nix, dass alles sooo unwahrscheinlich war und dir eh nicht passiert.

        @BU als Student abschließen:
        Da hat sich der Versicherungsfuchs missverständlich ausgedrückt. Fakt ist, dass du als Student in aller Regel die besten Prämien bekommst, die es am Markt gibt (Weil eben das Risiko im Vergleich zum Handwerker viel niedriger ist.) Fakt ist auch – du meldest deine berufliche Tätigkeit genau einmal – bei Abschluss des Vertrages. Danach ist egal, was du später wirklich arbeitest. Du bist immer in deiner dann aktuellen Tätigkeit versichert.

        Es macht also überhaupt keinen Sinn als Student mit einer Einsteiger BU zu starten – im Zweifelsfall wirst du dich später verschlechtern. Denn: Fast alle Anbieter am Markt fragen bei den Starter-BUs später (nämlich dann, wenn der Startpreis auf den langfristigen Preis steigt) nach der dann konkret ausgeübten Tätigkeit. Und wenn dzu zwar Jura studiert hast, aber zur Zeit Taxi fährst, wirst du in die Berufsgruppe Taxifahrer eingestuft und zahlst entsprechend.

        Wenn du gleich eine „echte BU“ machst, zahlst du zwar auch gleich den normalen Beitrag, aber du bist für immer in der besten Berufsgruppe und selbst wenn du später Taxi fährst ändert sich daran nichts.

        1. Moin,
          ich bin ein Freund von Starter-Policen bei Studenten. Als Student bekommt man nicht immer die besten Prämien. Eben genau weil der Versicherer nicht weiß, in welche Richtung es später bei dem Studenten beruflich geht. Und es gibt einer ganze Reihe von Versicherern, die beim Berufseintritt nicht den neuen Beruf abfragen. Deswegen sollte man sich den Rat vom Profi holen. Zudem ist das Budget eines Studenten nicht so, wie es nach Eintritt in den ersten bezahlten Job ist. Es kann also sehr gut sein, dass die selbe BU bei Eintritt in den Job günstiger ist, als zur Zeit des Studiums. Bei guter Gesundheit kann es dann sinnvoll sein zu wechseln. Mit einer Starter-Police hat man dann keine Altersrückstellungen verloren und insgesamt weniger Beiträge gezahlt.

          Gruß
          Versicherungsfuchs

        2. @SaNbM
          Hast du da eine Quelle zu? Insbesondere zu dem mit der Dauer der BU? Ich meine das gar nicht schnippisch oder so, mich interessiert das wirklich und ich habe wirkliche eine ganze Weile gesucht!

          Was mir die Zahlen bringen? Kann ich dir nicht genau sagen, bevor ich sie habe! Aber ich finde es durchaus angebracht, bei einer Investition von ca. 70k bis 200k€ mal nachzufragen, um entsprechend vergleichen zu können! Das mir die Verkäufer eine Produktes erzählen, dass ich das unbedingt brauche, ist ja klar!
          Vielleicht hast du ja recht und am Ende ergibt das für alle Sinn und meine Suche nach den Zahlen war verschwendete Zeit. (5% Risiko wären ja einer aus 20, das wäre z.B. für mich schon hoch genug das zu versichern). Aber allein die Tatsache, dass es so schwierig zu sein scheint, Informationen zu bekommen, die über „25% aller Menschen…..“ hinausgehen macht mich zumindest mal stutzig! Un genau darum sind wir doch auf Blogs wie diesem hier, weil „einfach dem Berater vertrauen“ nicht immer gut funktioniert!
          Ich habe einfach das Gefühl, dass beinahe alle Artikel, Meinungen, Analysen zu dem Thema in die Richtung gehen „Lohnt sich auf jeden Fall, da das Risiko sehr hoch ist“, ohne dass ich jemals eine Quelle gefunden hätte! (Die 25% sind überigens auch Eigenaussage der Versicherer soweit ich weiß). Die einzig kritischen gehen (siehe unten) in Richtung „die zahlen eh nicht“. Aber ich habe noch keine detailierte Analyse der Daten für BUs gefunden. Da fehlt mir einfach das blinde Vertrauen, auf dieser Basis eine solche Entscheidung zu treffen. Für (Risiko)Lebensversicherungen gibts da ziemlich detaillierte Statistiken…

          Zum Beispiel mit dem LKW: Natürlich gibt es Szenarien, die ich nicht absichern werde im Leben! Würdest du dein Eigenheim, in dem deine Ersparnisse stecken, für nur einen kleinen Aufpreis gegen Asteroideneinschlag absichern? Vermutlich nicht, aber wenns passiert: „Und es hilft dir dann nix, dass alles sooo unwahrscheinlich war und dir eh nicht passiert.“ Den LKW z.B. würde ich als sogar recht wahrscheinlich einstufen! Wie gesagt, mir gehts in erster Linie darum, mich überhaupt rational entscheiden zu KÖNNEN, nicht so sehr jetzt grundsätzlich dafür oder dagegen zu sein!

        3. @Felix, hier eine (aeltere) Link-Liste Jeweils zu den einschlaegigen Blog-Artikeln dazu (also alles lesen, nicht nur Kommentare?).
          Die BU ist wohl fuer die meisten die finanz-relevanteste Entscheidung (weil hohe Beitraege, damit auch ordentlich was geleistet werden wuerde).
          http://app.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/berufsunfaehigkeitsversicherung-so-wuerde-ich-keine-versicherung-abschliessen/14676672-3.html Risiko fuer BU-Fall wird ueberschaetzt?
          http://www.finanzwesir.com/blog/versicherungen-podcast-finanzwesir-rockt-folge28#1480581836
          https://exstudentin.wordpress.com/2017/07/31/berufsunfaehigkeit-was-bekomme-ich-vom-staat-teil-1/#comment-3398
          https://www.helberg.info/blog/2017/10/spontane-anzeigepflicht/
          Viel Erfolg und viel Glueck (das keiner die BU braucht). Joerg

  9. @hässliche Ente @Maschinist @unnötige BU Beiträge:
    Grundsätzlich kann ich eure Gedanken nachvollziehen. Ich hasse es auch wie die Pest Geld für Unnötiges auszugeben. Allerdings ist die Definition von „unnötig“ sehr individuell. Und gerade im Bereich der BU greift die Argumentation mit „ich baue mir meine Absicherung selbst“ natürlich viel zu kurz. Rechnerisch hat der Maschinist natürlich recht. Wenn ich 500.000 € auf der Seite habe, brauche ich keine BU mehr. Aber auf dem Weg dahin sehr wohl. Das Risiko BU zu werden ist zwar in jungen Jahren gering, aber eben doch vorhanden.
    Meine Frau ist selbständig als rechtliche Betreuerin. Sie hat jedes Jahr mindestens 5 neue „Kunden“ unter 35 Jahren, die aufgrund BU eine Betreuung brauchen (d.h. diese Menschen dürfen/können rechtlich nicht mehr für sich selbst Entscheidungen treffen). Da sind durchaus Leute dabei, die Karriere machen wollten (und zunächst auch haben), aber dann z.B. wegen burn out nichts mehr auf die Reihe bekommen. Viele davon beziehen Hartz IV. Viele auch nicht, weil die jeweiligen Ehepartner einen Job haben – aber finanziell große Sprünge macht da keiner mehr. Die wären froh, wenn sie wenigstens 1.000€ Monatsrente abgesichert hätten.

    Und dass eine BU nie leistet ist natürlich auch Käse. Sicherlich werden die Fälle, in denen nicht geleistet wird medial immer breit getreten. De facto liegt die Leistungsquote in der gesamten Branche bei ca 80%. Und bei den anderen 20% ist auch gut, wenn nicht geleistet wird. Ihr glaubt ja nicht, wie viele Kunden einfach mal versuchen eine Leistung zu bekommen, ohne tatsächlich nennenswert eingeschränkt zu sein. Bei denen ist es gut, wenn nicht bezahlt wird, sonst würden für alle anderen langfristig die Beiträge teurer.

    Wenn keine Leistung erfolgt kann der Kunde natürlich klagen. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Wenn man sich anschaut, wie viele von diesen Prozessen die Gesellschaften verlieren, so liegt diese Quote branchenweit bei ca. 2,5%. D.h. in den allermeisten Fällen entscheiden die Gerichte zugunsten der Gesellschaften, die korrekt geprüft haben. Hier eine Verschwörungstheorie zu vermuten, nach dem Motto – der arme kleine Kunde vs. die großen bösen Versicherer – ist doch ziemlich weit her geholt.

    Meine BU kostet 52 € mtl. für 2.500 € Absicherung bis Alter 62.

    @Auslands-KV
    Letzten Asienurlaub hatte meine Kleine eine Gehörgangsentzündung (wahrscheinlich wegen zu viel Chlor im Pool). Kosten für die Fahrt zum Krankenhaus, die Untersuchung, Behandlung und Medikamente waren bei 850$.
    Klar hätte das auch unsere private Krankenversicherung bezahlt. Aber erstens hätten wir dann 300 € Selbstbehalt gehabt und zweitens hätten wir keine Beitragsrückerstattung für Schadenfreiheit bekommen.
    So hat die Auslandsreise KV innerhalb von einer Woche komplett bezahlt. Das Geld war sogar schon auf dem Konto als wir aus dem Urlaub zurück kamen, weil ich die Rechnung einfach per App hochladen konnte.

    Wir zahlen für die ganze Familie 18 € jährlich.

    @Risiko-Lebensversicherung:
    Der Versicherungsfuchs hat es ja schon ganz gut erklärt. Es macht immer Sinn, dass ein Partner Versicherungsnehmer wird und der andere Versicherte Person ist. Ergänzend ist aber noch darauf zu achten, dass die Beitragszahlung auch vom Konto des Versicherungsnehmers erfolgt. Sonst kann im Todesfall doch wieder das Finanzamt die Hand aufhalten.

    @Pflegeversicherung:
    Natürlich ist der Plan, dass später mal genügend Kohle auf dem Konto ist, dass ich die Pflegekosten locker davon bezahlen könnte. Aber warum sollte ich das tun?
    Die durchschnittlichen Eigenkosten (d.h. die Kosten, die nach Leistung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung selbst zu tragen sind) liegen im Bundesschnitt aktuell bei 1.850 € mtl. Die Durchschnittliche Pflegedauer liegt bei knapp 8 Jahren. D.h. wir reden über knapp 180.000 €, die dabei über den Jordan gehen. Und statistisch stellt sich nicht die Frage, ob man pflegebedürftig wird, sondern wann. Auch hier gibt es genügend Fälle, wo Menschen in jungen Jahren Pflegefall werden.

    Ich habe dieses Risiko für 30 € mtl abgesichert. Das sind bis zu meinem 90.Geburtstag zwar auch 18.000€, die „weg“ sind, aber halt keine 180.000 €.

    Klar könnte ich sagen: nach mir die Sintflut. Aber mein Plan ist schon, noch den ein oder anderen Euro meinen Mädels zu hinterlassen. Aber auch das ist natürlich Einstellungssache.

    1. Hallo SaNbM,
      Nach durchlesen deines Kommentars habe ich den Eindruck, dass alle deine Versicherungen ein prima Geschäft für dich sind. Glückwunsch!
      Sei aber versichert 😉 dass du damit die Ausnahme bist. In der Regel geht der Gewinn an die Versicherung, nicht an die Versicherten. Und neben dem Gewinn, den der Maschinist als Dividende ausgezahlt bekommt, und den man bei einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit theoretisch umgehen kann, gibt es natürlich auch noch einen Haufen Kosten auf Versicherungsseite, die man mitbezahlen muss, ohne davon direkt profitieren zu können. Das sind neben den ganzen Versicherungsvertretern und Maklern natürlich die gesamte Verwaltung der Versicherung, vom einfachen Sachbearbeiter in der Schadensregulierung über Versicherungsmathematiker bis hoch zum Vorstand. Und die werden nicht alle schlecht bezahlt. Deshalb sprach ich unten auch von der Auszahlungsquote, nicht von der Leistungsquote. Die Auszahlungsquote ist das, was die Versichertengemeinschaft von der Versicherung zurückbekommt nach Abzug aller Kosten und nach Abzug des Gewinns der Versicherung. Diese Posten hat jeder Versicherte auf jeden Fall auf der Uhr, was auch in Ordnung ist, wenn man sie als Gebühr ansieht, die eigenen Risiken einzudämpfen. Durchschnittlich wird man als Versicherungsnehmer aber ganz sicher keinen Gewinn machen, sondern draufzahlen. Produkte zur Risikominimierung kosten unterm Strich immer!
      Erst wenn man das wirklich verinnerlicht hat, kann man meines Erachtens vernünftig abwägen, welches Produkt man bezahlen will, und welches nicht.

      Gruß, Ente

      1. @ugly:
        Jetzt verstehe ich unsere unterschiedlichen Ansatzpunkte.
        Ich habe die Versicherungen nicht, um damit Gewinn zu machen. Sondern als reine Risikoabsicherung. Im besten Fall ist die Kohle weg und ich musste nie eine Leistung beziehen.
        Aber im schlimmsten Fall, wenn etwas heftiges passiert, dann sind zumindest die finanziellen Folgen abgesichert.

        Wenn du Gewinn machen willst bzw. eine Rendite erzielen willst, gibt es sicherlich bessere Möglichkeiten.

        Die Risikoabsicherung kostet? Die Versicherungen machen das nicht aus altruistischen Motiven? Ja und das ist auch gut so.
        Viele Menschen „zahlen drauf“ und profitieren nicht von ihren einbezahlten Beiträgen? Ja, das ist das Prinzip Versicherung.
        Ich hoffe ja auch, dass die BU und die Pflegeversicherung nie zur Auszahlung kommen.

        Meine Beiträge habe ich nur genannt um zu zeigen, dass es dabei nicht um Summen geht, die mich arm machen (anders als der Eintritt des jeweiligen Risikos). Und wenn von bspw. 30€ Pflegebeitrag 6 € Kosten (mehr als 20% Kosten sind es im Schnitt nicht) abgehen ist das doch kein Grund auf die Absicherung zuverzichten.

  10. Ich stimme dem Maschinisten voll und ganz zu!
    Insbesondere finde ich es einen sinnvollen Ansatz, nicht nur danach zu fragen, wogegen man sich gerne absichern möchte (möglichst nur existenzielle Risiken) sondern auch, wie es ja bei allen Ausgaben sein sollte, wie sieht das Preis-Leistungsverhältnis aus?
    Dann kommt man nämlich schnell zu ähnlichem Ergebnis wie der Maschinist, dass zwar eine BU vielleicht wünschenswert ist, die Auszahlungsquoten aber mies und die Rechtsstreitigkeiten vor einer eventuellen Auszahlung nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Nun stelle man sich vor, man hängt sowieso schon halbtot überm Zaun und muss dann noch jedes Jahr im Rechtsstreit mit der Versicherung mehrere Aktenordner füllen.
    Bei der privaten Haftpflicht dagegen sieht es schon viel besser aus, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.
    Anders, als man es aus dem Artikel herauslesen könnte, sieht es übrigens auch bei einer Vollkaskoversicherung fürs Auto aus. Dort ist der Wettbewerbsdruck so groß, dass man ebenfalls gute Leistungen für wenig Geld bekommt. Wir haben deshalb unsere neuen Familienkutschen zumindest für die ersten drei Jahre doch Vollkaskoversichert, obwohl ich es mir eigentlich zunächst sparen wollte.
    Im Interview rät der Versicherungsfuchs generell zum Versicherungsmakler, zumindest habe ich es so verstanden. Meine Erfahrung dazu ist, für absolute Standardprodukte (z.b. Gebäudeversicherung fürs Einfamilienhaus) ist online der günstigere Weg. Wird es etwas spezieller, sollte man den Versicherungsmakler zumindest auch abfragen (z.b. Gebäudeversicherungen für Mehrfamilienhäuser oder für Denkmalschutzobjekte).

    Gruß Ente

    1. Hi ugly duckly,
      zur BU habe ich bereits beim Maschinisten kommentiert. Du hast hier eine falsche Wahrnehmung beim Leistungsverhalten der Versicherer. Woher hast du die Information, dass die Auszahlungsquoten mies sind und Rechtsstreitigkeiten die Regel?
      Auch auf dem BU-Markt herrscht ein enormer Preiskampf. Insbesondere gesunde, nicht-körperlich tätige Personen haben hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

      Du hast mich richtig verstanden. Ich rate zu einem Profi bei der Auswahl von Versicherungsprodukten. Das kann ein Makler sein, aber auch ein Versicherungsberater.

      Eine Wohngebäudeversicherung für ein Einfamilienhaus ist kein Standardprodukt. Ich bin momentan selbst in der Bauphase für mein Einfamilienhaus und habe mich gerade sehr intensiv damit beschäftigt. Ich erlebe bei meinen zukünftigen Nachbarn gerade das genaue Gegenteil.

      Das Standardprodukt ist eher die KFZ-Haftpflichtversicherung, da der Gesetzgeber hohe Mindeststandards vorgibt. Hier kann man sich noch am ehesten selbst um einen Versicherungsschutz kümmern.

      Gruß
      Versicherungsfuchs

      1. Hallo Versicherungsfuchs,
        vielen Dank für Deine detaillierten Antworten! Ich durfte mich mit Dir beim vorletzten Lesertreffen von Nico länger unterhalten und weiß daher, dass wir in der Beurteilung von Versicherungsprodukten gar nicht so weit auseinander lagen – auch wenn Dein Wissen darüber natürlich um Welten besser ist.
        Meine Schlüsse daraus sind nur andere, da bin ich mehr beim Maschinisten.
        Was die Leistungsquoten angeht, halte ich die von den Versicherten veröffentlichten Zahlen für fragwürdig, da intransparent. Denn man weiß nicht, wie sie ermittelt wurden:
        Wurde die Leistungspflicht schnell und unbürokratisch oder erst nach jahrelangem Rechtsstreit anerkannt?
        Erfolgten die Zahlungen in vereinbarter Höhe oder erst im Rahmen eines Vergleichs in reduzierter Form?
        Wurden die Leistungen unbefristet anerkannt oder nur zeitlich befristet, so dass der eigentliche Ärger erst später beginnt?
        Und so weiter und so fort…

        Vielleicht bis zum nächsten Treffen, dann könnten wir über OPTIMALE Leistungen der Krankenversicherung quatschen :-), Gruß Ente

        P.S.: Viel Erfolg noch beim Hausbau (falls Ihr nicht schon durch seid damit)

        1. Die Leistungsquote bezieht sich immer auf eine Leistung ohne Prozess. Für die Fälle, in denen es zum Prozess kommt werden auch Daten erhoben. Hier kann festgestellt werden, dass die absolute Zahl der Prozesshäufigkeit (Prozesse pro Vertrag) sehr gering ist. Diese Zahl ist aber gar nicht entscheident. Viel wichtiger ist die Prozessquote der verlorenen Prozesse des Versicherers, bzw. der Vergleiche des Versicherers. Ein Versicherer MUSS nämlich Prozesse führen. Er muss unberechtigte Ansprüche von dem Versichertenkollektiv fernhalten. Die sogenannte Prozessquote setzt die Anzahl der verlorenen Gerichtsfälle ins Verhältnis zu den abgelehnten Fällen. Auch gerichtliche Vergleiche werden hier negativ bewertet. Nur eine Handvoll von Versicherern hat hier eine Quote von über 5 %. Der allergrößte Teil der Versicherer liegt unter 2 %.

          Beim nächsten Lesertreffen werde ich hoffentlich wieder dabei sein, dann können wir uns gerne über Krankenversicherungen unterhalten. Aber ob es OPTIMALE Leistungen gibt… ich hab meine Zweifel. 😉

          Gruß
          Versicherungsfuchs

  11. Hallo Zusammen,

    wer bei Google „BU zahlt nicht“ eingibt, erhält über 500.000 Treffer.

    Versicherungen arbeiten immer maximal gewinnorientiert und man bezahlt als Versicherungsnehmer den Lebensunterhalt von zehntausenden Angestellten und die Dividende der Firmenaktionäre
    (Dankeschön!)

    Das Beispiel bei Alberich bedeutet, in 30 Jahren werden knapp 200.000 Euro für Versicherungen ausgegeben:
    – von denen man hofft, dass Sie nie zur Auszahlung kommen
    – und fürchten muss im Schadensfall nicht ausgezahlt zu werden.

    Dieses Geld ist meistens also einfach weg.

    Das sind bei den meisten Menschen viele Nettojahresgehälter und ein guter (großer?) Teil der möglichen Sparleistung.

    500 Euro im Monat in einen passiven Aktien ETF ergibt nach diesen dreißig Jahren inflationsbereinigte ca. 500.000 Euro an Vermögen, dass dann unbegrenzt knapp 20.000 Euro vor Steuer im Jahr in sicheren Erträgen abwirft.

    Dieses passive Einkommen kann dann auch folgenden Generation dienen oder als Einmalbetrag am Ende des eigenen Lebens viel Gutes tun.

    Das Lebensthema in diesem Bereich sollte nach meiner Meinung lauten:

    Wir machen uns unsere Absicherung (inkl. BU) einfach selbst mit eigenem selbsterschaffenem Vermögen durch hohe Sparleistung und dem Investieren dieses Geldes in passive Aktien ETF.

    Versicherungsvertreter nach nötigen Versicherungen zu fragen, ist wie beim Friseur nach einem
    Haarschnitt. Natürlich „brauchst“ Du und zwar viel und regelmäßig.

    Das Leben ist riskant Leute und niemand von uns kommt hier lebend raus.

    Die einzige wirklich sinnvolle Versicherung für mich ist (neben einer Krankenversicherung) eine Haftpflicht, weil die mögliche Schadenshöhe unkalkulierbar hoch und die Beiträge gering.

    Fast der gesamte Rest der Versicherungslandschaft hält den typischen Durchschnittsverdiener nur in Abhängigkeit und Armut.

    [Administrator: Link entfernt]

    Einfach nach dem Berufsstart ein paar Jahre mit hoher Spar- und Investitionsquote Gas geben und die meisten Versicherungen sind unnötig und das so selbstgeschaffene Vermögen viel sicherer und verläßlicher.

    Schönen Tag

    1. Hi Maschinist,
      in Teilen gebe ich dir Recht, aber trotzdem muss ich bei einigen Dingen massiv widersprechen.

      „Wer in Google eingibt…“ kann alles finden. Die spannenderen Storys sind natürlich, wenn ein Versicherer nicht zahlt. Die Leistungsquoten der BU-Versicherer liegen zwischen 53 und 94 % nach Antragsstellung. Es ist also eher die Ausnahme als die Regel, dass Versicherer nicht leisten, auch wenn du medial ein anderes Gefühl haben magst.

      „Wir machen uns unsere BU selbst.“ Geht leider nicht, da morgen der BU-Fall eintreten kann, ohne dass ein Sparleistung erfolgt ist. Wenn erst einmal das nötige Kapital für ein finanziell sorgenfreies Leben da ist, dann braucht man tatsächlich keine BU mehr. Aber an diesem Punkt dürften die wenigsten Menschen stehen, schon gar nicht der Berufsstarter, der mit hoher Spar- und Investitionsquote Gas geben soll.

      Es gibt nicht nur Aktiengesellschaften bei Versicherern. Wenn du einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wählst, musst du keine Aktionäre bedienen.

      Gruß
      Versicherungsfuchs

  12. Versicherungen, spannendes Thema.
    Hier mal der Status unserer Familie (ausgenommen Altersvorsorgeprodukte wie PRV, Riester), eher heavy auf der Versicherungsseite:

    Familie (M40, F38) mit zwei Kindern (8, 6).
    – Berufsunfähigkeit beide Partner 356€/m
    – Pflegetagegeld alle Familienmitglieder 104€/m
    – Privathaftplicht 101€/a
    – Hausrat 187€/a
    – Risiko-LV „über Kreuz“ 115€/a für 155T€
    – Unfallversicherung Familie 454€/a

    Zusammen also rd. 6400€/a oder 530€/m. Ein Haufen Geld, sicher. Ich fühle mich damit jedoch ziemlich gut.

    1. Moin Alberich,

      das ist schon ein großer Batzen, der da jeden Monat weggeht. Die BU haut halt rein. Je nachdem wie groß irgendwann Euer Depot ist kannst Du vielleicht irgendwann etwas runtergehen.

      VG, nico

      1. Moin Nico,

        Ja, das ist ganz klar der Plan. Immerhin sind die Kosten voll steuerlich absetzbar, das schmälert (insbesondere bei Grenzsteuersatz 42%) den Schmerz ein wenig.

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