„Rente mit 40“ – Lebenskonzept Frugalismus

Rente mit 40

Das Thema Frugalismus ist derzeit schwer angesagt.

Ich weiß nicht ob dieses Lebenskonzept gerade den Zahn der Zeit trifft oder immer schon relevant war, aber einfach keinen gescheiten Namen hatte. Wie auch immer: Frugalismus hat auf viele Menschen eine hohe Anziehungskraft.

Dabei ist gar nicht klar worum es eigentlich geht. Denn die Interpretationen, was denn Frugalismus tatsächlich sei, gehen weit auseinander. Die Palette reicht vom konsumfreien Glückszustand bis hin zum Geiz zerfressenen vor sich hin darben.

Damit ist es jetzt vorbei!

Denn mein geschätzter Bloggerkollege Florian Wagner (Geldschnurrbart) hat sich entschlossen diese Wissenslücke zu schließen. Über mehrere Monate hat er sich in der Stuttgarter Bibliothek eingeschlossen, um ein Verlagsbuch über Frugalismus zu schreiben. Er durfte zwischendrin nur mal kurz vor die Tür, um eines der zahlreichen Interviews zu führen, die in Form von realen Beispielen das theoretische Fundament des Buches untermauern. Und gerade dieser persönliche Touch von Florian selbst, aber auch von den vielen Frugalistinnen und Frugalisten verschiedenster Ausprägungen, gefällt mir im Buch besonders gut. (Ich selbst durfte im 7. Kapitel meinen bescheidenen Anteil besteuern).

Ich habe Dir hier mal einen schönen Textbaustein aus dem 300-Seiten-Schmöker rauskopiert, damit Du einen ersten Eindruck gewinnen kannst.


Bausteine des Frugalismus

Die Idee hinter Frugalismus ist die Schaffung des bestmöglichen Lebens voller Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Geld spielt dabei eine entscheidende Rolle, da es Sorgen bereitet, wenn es zu knapp ist, und Möglichkeiten bietet, wenn es ausreichend vorhanden ist. Die für mich und im Gespräch mit anderen Frugalisten relevanten Bausteine um die eigene Lebensqualität zu steigern, bewusster und letztlich glücklicher zu werden, habe ich wie folgt identifiziert:

Baustein 1: finanzielle Freiheit. Der erste Baustein ist das Konzept der finanziellen Freiheit. Es geht um deine Einstellung zu Geld und darum, welche Prioritäten du in deinem Leben setzen willst und wie der geschickte Umgang mit Geld dir hierbei dienlich sein kann. Wie sollte dein Leben gestaltet sein, damit du dich ausreichend um deine sozialen Beziehungen kümmern kannst, die ein Hauptträger eines glücklichen Lebens sind? Wie viel Vermögen benötigst du, damit du nicht mehr für Geld arbeiten musst? Wie kannst du auch als Geringverdiener davon profitieren?

Baustein 2: Bewusstsein. Nachdem die Vision definiert ist, geht es um das Bewusstsein. Welche Ausgaben bringen dir die meiste Lebensfreude? Es geht um den wichtigen Unterschied zwischen Kurz- und Langfristbelohnung. Wer mehr Bewusstsein erlangt über die eigenen Finanzen und das eigene Leben, wird freier von äußeren Einflüssen. Du lernst, deine finanziellen Entscheidungen unabhängig von dem zu treffen, was Verkäufer als gut für ihr Geschäft ansehen. Anstatt der Manipulation zu erliegen, Dinge zu kaufen, die dich nicht glücklich machen, entscheidest du selbst ganz bewusst, wofür du deine Lebensenergie einsetzt.

Baustein 3: Komfortzone. Es geht um die Frage, wie du deinem Leben durch das Erlernen neuer Fähigkeiten und das Überwinden des inneren Schweinehundes zu mehr Qualität verhilfst – warum oftmals der Einsatz deiner Muskelkraft statt des bequemen maschinellen Ersatzes nicht nur für die Umwelt und den Geldbeutel besser ist, sondern auch für dich selbst. Anhand der Geschichte von Oliver erfahren wir, warum er mit einem Lächeln auf seinem Fahrrad durch den Starkregen zur Arbeit fährt und warum ihm eine kaputte Spülmaschine Freude bereitet hat.

Baustein 4: Überblick. Ein bewusster und effizienter Umgang mit den Finanzen funktioniert nur mit einem guten Überblick. In diesem Baustein erklärt Michael, warum er allein dadurch, dass er seine Ausgaben vor Augen geführt bekam, als Pleitestudent innerhalb eines Jahres 6000 Euro ansparte. Es geht um Möglichkeiten, wie du ohne großen Zeitaufwand dauerhaft den Überblick über deine Finanzen behältst. Zudem erkläre ich die 752-Regel, die es uns erleichtert, die Auswirkungen unserer Gewohnheiten zu erkennen.

Baustein 5: Effizienz. Nach dem Überblick über Einnahmen und Ausgaben geht es nun um Effizienz. Wie gut setzt du dein Geld ein? Kennst du die wahren Kosten deiner täglichen Entscheidungen? Kannst du das Ergebnis mit einem geringeren Einsatz von Geld und Lebensenergie erreichen? Ein Blick auf die größten

Kostentreiber und Finanzfehler des unreflektierten Konsumenten hilft dir, dein Geld effizienter einzusetzen. Neben konkreten Spartricks, die Geldverbrauch senken und Lebensqualität erhöhen, hast du nun die Möglichkeit, den Grundstein für einen bewussteren Umgang mit deinen Finanzen zu legen. Du erfährst von Robert, wie auch zwei Kinder ihn nicht davon abgehalten haben, vor 40 die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

Baustein 6: Investieren. Im letzten Baustein lernst du, was du mit all dem überschüssigen Geld machen kannst, um dein Leben weiter zu bereichern. Die Grundlagen des Investierens sind auch ohne Vorwissen leicht verständlich und einfach umzusetzen. Es geht darum, warum dein Geld auf dem Sparbuch keine Sicherheit, sondern jährliche Verluste bringt und wie du es profitabler einsetzen kannst. Du lernst Möglichkeiten kennen, wie du typische Anfängerfehler vermeidest und in nur wenigen Minuten im Monat dein Geld sinnvoll verwaltest.


Wenn Du Bock auf mehr hast, dann schau gerne mal in das Buch hinein. Eine Printversion des Buches werde ich demnächst im Rahmen des Newsletters verlosen. (Du kannst Dich unten gerne noch zum Newsletter anmelden, wenn nicht schon geschehen).  

Florian wird übrigens einen Teil der Erlöse aus dem Buchverkauf für einen guten Zweck spenden. In Nordargentinien unterstützte er als Student zwei Monate die ländliche Schule EFA’s (La Escuela de la Familia Agrícola) in San Ignacio. Dort bekommen Kinder und Jugendliche fernab von öffentlichen Bildungseinrichtungen Zugang zu Bildung. Mehr Infos zu der Einrichtung findest Du hier. Mir selbst liegt Argentinien, und besonders die Menschen dort, ebenfalls sehr am Herzen. Vor 16 Jahren verbrachte ich dort sechs wundervolle Monate und durfte von den Besten die hohe Kunst des Asados lernen!

Aber ich schweife… Hier ist der direkte Link zum Buch*. Enjoy!

Hast Du das Buch schon gelesen? Wie hat es Dir gefallen? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!


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2 Kommentare

  1. Ich habe das Buch geliebt. Das Thema finanzielle Freiheit ist nicht neu für mich, trotzdem hat es der Autor geschafft mir neue Einblicke und Perspektiven anzubieten. Mir haben vor allem viele Geschichten von unterschiedlichen Leuten gefallen, die immer wieder beweisen, dass das Thema finanzielle Freiheit nicht nur für reiche und privilegierte Menschen ist. Ich glaube, dass jeder der das Buch liest (egal ob jung, alt, mit oder ohne Familie) wird mindestens eine Geschichte finden, mit der er sich identifizieren kann.
    Des Weiteren wird auch das Thema Frugalismus ganz gut dargestellt und man kann sehen, dass der Autor weiß, wovon er schreibt und warum er sich für diesen Lebensstil entschieden hat.
    Ich würde das Buch auf jeden Fall jedem, der sich für Finanzielle Freiheit interessiert (Anfänger oder Fortgeschrittener) empfehlen.

  2. Es gab schon immer Menschen, die so gelebt haben, heutzutage ist nur die Vernetzung und Darstellung/Verbreitung des Konzepts viel einfacher. Wenn ich rückwirkend betrachte, wie meine Großeltern gelebt haben, dann hat das schon viel davon. Im Grunde ist Frugalismus aus meiner Sicht auch nur „Schwäbische Hausfrau 2.0“. Das Konzept „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ wird weiterentwickelt – das Schaffen wird reduziert, das Häusle bleibt oder wird durchs Portfoliole ersetzt/ergänzt.

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