“Wie kann man nachhaltig investieren?” Interview mit Claudia Müller – Meine-Mäuse-Podcast 12

Nachhaltig Investieren

Alle reden über nachhaltiges Investieren. Aber was ist das eigentlich?

Eva und ich wollen es genau wissen und haben uns daher die Spezialistin Claudia Müller vom Female Finance Forum eingeladen.

Claudia beschäftigt sich seit 2017 intensiv mit diesem Thema – zunächst in ihrer Tätigkeit bei der Deutschen Bundesbank und heute sowohl in ihrem Forum als auch als Beraterin eines Family Offices.

Wenn sich also jemand mit dem Thema auskennt, dann Claudia.

Immer noch ein Investment

Meine-Mäuse-Podcast

Eines steht außer Frage: Nachhaltiges Investieren wird immer beliebter. Allein in den Jahren 2014 bis 2018 ist das Investitionsvolumen um 70% gewachsen. Und der Boom hält ungebrochen an. Rendite UND ein gutes Gewissen klingen auch wirklich verführerisch.

Für uns Privatanleger gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, nachhaltig zu investieren. Im Gespräch gehen wir sie nacheinander durch. Die Spanne reicht von gedämmten Immobilien bis zu Projekten wie Solarparks und von Einzelaktien bis zu gemanagten Fonds und ETFs. Letztere investieren nur in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten. 

Aber eins muss uns dabei klar sein: nachhaltig bedeutet nicht gleich wirtschaftlich tragfähig. Die Grundlagen der Finanzanlage, also breit streuen und das eigene Risikobewusstsein kennen, stehen nach wie vor an erster Stelle. Danach ist ein Nachhaltigkeitsfilter sinnvoll, so Claudia. Denn auch nachhaltige Unternehmen können Pleite gehen.

Grüne Banken als nachhaltige Geldanlage

Grüne Geldanlagen sind eine Möglichkeit nachhaltig zu investieren. Aber gibt es auch einen direkteren Hebel?

Ja, indem Du zum Beispiel Dein Girokonto bei einer nachhaltigen Bank führst. Die Hausbank um die Ecke könnte das geparkte Geld auch in Firmen stecken, die Kohle fördern oder gar Kinderarbeit unterstützen. Grüne Banken schließen das aus.

Auch hier schließt sich die Kostenschere zwischen nachhaltigen und klassischen Bankprodukten langsam, aber stetig.

Better done than perfect

Eva und ich haben aktuell keine nachhaltigen ETFs in unserem Portfolio und stehen dem Thema durchaus kritisch gegenüber (siehe Shownotes). In der Podcast-Folge sprechen wir daher auch über unsere Bedenken und der gängigen Kritik an ethischen Geldanlagen. Was, wenn der gewählte nachhaltige ETF nicht den eigenen Wertvorstellungen entspricht? Ist es tatsächlich richtig, dass kleinere Unternehmen weniger “moralisch gut” sind als Großkonzerne? 

Ein großes Problem besteht nämlich: Es gibt keine klare Definition von Nachhaltigkeit. Die ist von Land zu Land oder gar Rating-Anbieter zu Rating-Anbieter verschieden.

Claudia fährt hier einen pragmatischen und mir durchaus sympathischen Ansatz:

Better done than perfect.

Es reicht aus, öfter mal das Rad zu nehmen, als komplett aufs Auto zu verzichten. Oder den Fleischkonsum zu reduzieren, statt gleich Vegetarier(in) zu werden. Das gleiche gilt für nachhaltige Geldanlagen: Sie haben nicht den Anspruch auf Perfektion. Dafür sind unsere individuellen Ansprüche zu verschieden.

Aber sie müssen auch nicht perfekt sein. Anders als noch vor ein paar Jahren, ist es heute möglich, mit geringem Aufwand und niedrigen Kosten das eigene Portfolio nachhaltig zu gestalten.

Wie das genau geht, erfährst Du in dieser Podcast-Folge.

Jetzt anhören

Shownotes

Claudia Müller Female Finance Forum

Ist es an der Zeit, in nachhaltige ETFs zu investieren?

Das Plädoyer einer Leserin für Nachhaltige ETF

Nachhaltige ETF: Der Grund, warum ich nicht investiere

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2 Kommentare

    1. Hi Laurent,

      nur um die Rendite zu pushen würde ich auch von Branchen-ETF Abstand nehmen (der Charme eines ETF ist ja gerade die sehr breite Streuung über Branchen hinweg). Aber das trifft es hier ja nicht. Beim nachhaltigen Investieren geht es ja eben nicht nur um die Maximierung der Rendite, sondern auch um das gute Gewissen. Und einen nachhaltigen ETF kannst Du auch sehr breit gestreut kaufen.

      Generell wäre ich auch immer vorsichtig sich auf eine Meinung von anderen zu verlassen, ohne es zu hinterfragen. Herr Kommer ist schon ein ETF-Fuchs, keine Frage. Aber auch er hat Ansichten, die Deinen vielleicht widersprechen. Die Frage ist also eher: “Gerd Kommer hält nichts von Branchen ETFs, weil… und deswegen kommen für mich nachhaltige ETF auch nicht in Frage”.

      VG, nico

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