Freitagsfrage: Ist es ok aus finanziellen Gründen zu heiraten?

Heiraten wegen Finanzen

Willkommen zur Freitagsfrage!

Hier geht es wieder mal um Deine Meinung. Ich gebe eine kurze Einleitung zu einer konkreten Frage. Dann übernimmst Du die Show.

Jetzt wird es unromantisch.

Hosenscheißer statt Trauschein

Finanzglück-Leserin Maya steht vor einer wichtigen Lebensentscheidung.

Heiraten oder nicht?

Maya hat bereits ihren Traumpartner gefunden und eine glückliche Familie mit zwei kleinen Hosenscheißern gegründet.

Heiraten wollten die beiden bisher aber nicht. Für Maya ist das weder aus romantischen Gründen nötig, noch kann sie mit der Formulierung „mein Mann“ etwas anfangen. Eine Traumhochzeit mit weißem Kleid reizt sie auch nicht. Die gemeinsamen Kinder verbindet sie mit ihrem Liebsten mehr als es ein Trauschein je könnte.

Es ist also eigentlich alles ok wie es ist.

Wären da nicht die Finanzen.

Romantik hin oder her

Maya arbeitet nur ein paar Stunden pro Woche in Teilzeit und kümmert sich überwiegend um die Kleinen. Ihr Freund arbeitet Vollzeit und ist der Haupternährer der Familie.

Eine Ehe würde also durchaus finanzielle Vorteile bringen.

Ehegattensplitting  drückt die Steuerlast. Der gemeinsame Freibetrag für die Kapitalertragsteuer könnte besser genutzt werden. Es gäbe höhere Schenkungs- und Erbschaftsfreibeträge – um nur einige Vorteile zu nennen.

Und Maya ist durchaus realistisch. Was passiert, wenn die Beziehung in die Brüche geht? Egal ob Unterhalt, Zugewinnausgleich oder Rentenpunkte: als Ehefrau wäre sie im Fall der Fälle besser abgesichert.

Maya ist zwie­ge­spal­ten und stellt sich die Frage:

 Ist es ok aus finanziellen Gründen zu heiraten?

Ich bin schon gespannt auf Deinen Kommentar!


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33 Kommentare

  1. Die oben erwähnten Vorteile sind aber nur die eine Seite der Medallie – und vor allem eine Momentaufnahme. Mit einer Ehe gehen BEIDE Seiten entsprechende Verpflichtungen ein. Da kann man (frau) sich nicht nur die Rosinen rauspicken.
    Was ist, wenn Maya in 10 Jahren wieder voll arbeiten geht und mehr verdient als ihr Mann? Sie eine super Geschäftsidee hat und sich eine goldene Nase als Selbstständige verdient?
    Dann zählen die ganzen aufgezählten „Vorteile“ auf einmal nicht mehr für sie, sondern ihren Mann. Will sie die Ehe dann auch noch?

    Ich finde, die Ehe sollte eine gemeinsame Entscheidung sein, für die beide zusammen einstehen. In guten und in schlechten Tagen. Beide müssen dann auch die jeweiligen Vorteile für den anderen mittragen. Denn auch nur dann steht diese Lebensentscheidung überhaupt auf tragfähigen Füßen.

    Gruß,
    eine glücklich verheiratete Frau ohne finanzielle Vorteile

    1. Liebe Kristin,
      natürlich ist die Ehe für beide Seiten da und natürlich zählen auch die Vorteile für beide. Durch deinen Kommentar habe ich gemerkt, was ich mir wirklich von der Ehe erhoffen würde und das ist eine finanzielle Absicherung vor Altersarmut und sonstigen existensbedrohenden finanziellen Problemen. Sollte ich irgendwann mehr verdienen als mein Mann würde ich mich über das ganze Geld freuen und selbst wenn wir uns trennen würden und ich ihm somit verheiratet mehr abgeben müsste als unverheiratet, dann ist das für mich deutlich besser, als wenn dieser Fall nicht eintritt und ich am Ende nach einer Trennung ohne nennenswerte Rentenansprüche dastehen würde.
      Vielen Dank für diesen Gedankenanstoß!
      LG, Maya

  2. Hi Nico / Maya,
    ich bin pro Heiraten. Falls man sich nicht vorstellen kann, noch lange Zeit zusammen zu bleiben, dann würde ich es lassen. Wenn man aber zusammen alt werden möchte, kann man sich durch eine Heirat besser gegenseitig absichern. Schenkungen, Testament auf Gegenseitigkeit, Rentenansprüche.. Unverheiratet könnte der Partner im Krankenhaus liegen und man würde nicht mal eine Auskunft über den Gesundheitszustand erhalten. Man kann sich auch ohne Trauschein lieben, aber mit hat man es vorm Gesetz leichter.

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Hallo Jenny, auch wenn es nicht zum Thema gehört: Das mit der Auskunft im Krankenhaus ist eine Legende, die sich hartnäckig hält. Der Arzt darf nur Auskunft geben, wenn eine entsprechende Vorsorgevollmacht vorliegt! Und zwar unabhängig vom Familienstand. Die meisten Ärzte lassen sich zwar einfacher von einem Ehepartner überzeugen, aber ein Anrecht darauf besteht nicht.

      1. Korrekt.
        Es wird auch zunehmend auf diesen rechtlichen Aspekt geachtet in der heutigen Zeit.
        Aber natürlich hat man als Ehepartner oftmals bessere Chancen, auch wenn es rechtliche ohne Vollmacht, nicht zulässig ist. Ich vermute das geht in Richtung „immer so“-Regelung bzw. mutmaßlicher Wille. Aber konkret hat das bei uns im Haus noch keiner (zum Glück) auseinanderpflücken müssen. Das passiert vermutlich erst bei der ersten Klage.

        Spannend war es mal als bei uns ein Patient lag, der in Trennung von seiner Frau war. Beatmet und im „künstlichen Koma“. Es kamen zum einen die „noch“-Ehefrau und zum anderen die aktuelle Freundin bzw. Lebensgefährtin mit der er zusammenwohnte. Da wird der mutmaßliche Wille schon spannender.

        Wir haben mit der Heirat gleich sämtliche Vollmachten und Erbverträge, Eheverträge etc… geregelt. Dann muss man das später nicht noch „mal machen“ oder sich ärgern wenn es zu spät ist und der Ernstfall eingetreten ist.

    2. Hi Kristin,
      war mir gar nicht bewusst, dass der Ehepartner eigentlich auch so wenige Rechte hat. Ich habe meinen Freund 2x ins Krankenhaus gebracht. Einmal durfte ich dabei bleiben, einmal musste ich im Gegensatz zu seinem Vater raus. Als ich meinen Vater ins Krankenhaus gebracht habe, war’s wiederum kein Problem.

  3. Hallo Maya,

    der einzige Grund warum ich Geheiratet habe ist Liebe.
    Geld sollte nie der Grund dafür sein, jetzt kommt das aber…. wenn Vermögen da ist und ein Partner eher stirbt als der andere dann sind die Freibeträge unter Ehepartnern um Welten besser als bei Lebenspartnern…noch zumindest.
    Wegen der Steuern lohnt sich meiner Meinung das Heiraten nicht, da hab ich andere Möglichkeiten zum Steuer vermeiden gefunden, z.b. Immobilien.
    Ich mag den Ausdruck „mein Mann, meine Frau“ aber das ist eine persönliche Einstellung.
    Ach ja die Absicherung der Frau im Scheidungsfall ist eigentlich eine Absicherung deiner Kinder und sollte selbstverständlich sein auch ohne Trauschein, aber das schaffen viele auch mit Trauschein nicht im Falle einer Scheidung (Thema die bekommt von mir keinen Cent) und schaden damit vor allem ihren Kindern.

    Lg Chris

    1. Hallo Chris,
      warum sollte deiner Meinung nach Geld nie der Grund für eine Hochzeit sein?
      Es sollte wahrscheinlich nie der einzige Grund sein, wenn die Liebe nicht dabei ist. Aber wenn die Liebe eh da ist, egal ob mit Trauschein oder nicht und man auch ohne verheiratet zu sein glücklich miteinander leben kann, dann muss man sich doch eigentlich nur den Vertrag anschauen. Man kann schließlich nicht vertraglich regeln, dass man sich immer lieben wird.
      Ich finde auch, dass eine Absicherung der Kinder selbstverständlich sein sollte! Aber auch eine Absicherung der Person, die für die Familie statt bezahlt gearbeitet hat, sollte stattfinden.
      LG, Maya

  4. Hallo, ich bin schon lange stille Mitleserin und kann mich mit dieser Fragestellung zu 100 % identifizieren. Denn auch ich habe nach 10 Jahren „wilder Ehe“ erst im 11. Jahr den Vater meiner beiden Kinder (9 + 11 Jahre) geheiratet. Ich war auch immer der Meinung, man benötigt keinen Trauschein um eine Familie und vor allem glücklich zu sein. Leider hat die praktische Erfahrung oft etwas anderes gezeigt.

    Heute weis ich, hätten wir den Schritt eher gewagt, wäre vieles finanziell einfacher und geregelter gewesen, als die Kinder noch sehr klein waren.

    Vor allem, da wir ein schwer krankes Kind zu betreuen haben und ich mich immer gezwungen gefühlt habe, trotzdem zu arbeiten, da in meinem Kopf die „Alleinversorgerrolle“ irgendwie eingemeißelt war bzw. immer noch ist. Das alles unter einen Hut zu bekommen war bzw. ist auch heute nicht immer leicht.

    Außerdem bin ich vor 4 Jahren schwer erkrankt und zwar in einer Phase, als ich mich entschied, noch ein Studium in Beamtenverhältnis zu absolvieren und dafür auch noch in die private Krankenversicherung gewechselt bin – im Nachhinein ein folgenschwerer Fehler! Ich musste das Studium aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Problem bei Unverheirateten: Keine Familienversicherung in der GKV möglich.

    Aber wer jetzt denkt, wir haben deshalb aus der Not heraus geheiratet, der irrt!

    Ich habe mir im Pflichtbewusstsein für 2 Kinder verantwortlich zu sein in meiner Krankheit ein pflichtversichertes Arbeitsverhältnis gesucht, um wieder in die GKV zu kommen – wahrscheinlich hatte ich da Glück im Unglück, dass mein Plan so auch aufgegangen ist.

    Zwischenzeitlich arbeite ich wieder Volltags und zwar nach der Heirat und ohne sich vorher Gedanken zu machen bzw. sich vom Steuerberater ausrechnen zu lassen, ob es sich überhaupt steuerlich für uns lohnt.

    Mein Meinung im Nachhinein ist, eine früherer Heirat hätte unser Leben als Familie, mit allen unerwarteten Höhen und Tiefen, wesentlich einfacher und entspannter gemacht.

    Und was gibt es denn für einen schöneren Grund zu heiraten, wenn man gemeinsam Kinder groß zieht? Durch sie ist man ohnehin ein Leben lang miteinander verbunden.

  5. Ich würde die Frage anders herum stellen: Warum eigentlich nicht heiraten?
    Wenn jemand sagt, er kann grundsätzlich nichts mit einer langfrisitgen Beziehung anfangen, ok, seine Sache. Aber so wie sie es schildert ist es doch im Grunde schon lange eine Ehe – Nur dass die beiden das nicht so nennen.
    Meine zu reproduktiven Abenteuern bereite und langfristig emotional gebundene Lebensabschnittsgefährtin (a.k.a. Ehefrau, aber das Wort will die Dame ja vermeiden) und ich (beide Anfang dreißig) haben vor etwa dreieinhalb Jahren, nachdem wir schon sieben Jahre zusammen waren, geheiratet und es hat sich zwischen uns… gar nichts verändert.
    Drumherum wird allerdings einiges einfacher, wenn man denselben Nachnamen trägt, nicht nur die Etikettierung des jeweiligen Partners.

  6. Mir ist neulich erst klar geworden, was die Ehe so rententechnisch bewirkt, als ich die Steuererklärung für die Mutter meines Partners machte und da mit der „Witwenrente“ konfrontiert war. Die da den Großteil ihrer Einnahmen ausmachte…Im Gegenzug hat ihre Nachbarin jetzt ihren Partner verloren, nachdem sie 10 Jahre „einfach so“ zusammengelebt hatten. Die Nachbarin hat jetzt da „witwenrententechnisch“ gar nichts..und muss alleine schauen, wie sie klarkommt. Und der Staat spart dadurch ja auch einiges…das war mir gar nie so bewusst.
    Ich selber hätte lieber eine Heirat aus dem folgenden Grund: der Mann bekennt sich damit zu mir und erklärt damit, dass er – zumindest im Augenblick – den Rest seines Lebens mit mir teilen will. Viele Männer bleiben da ja erst mal sehr lange sehr unverbindlich….
    Wenn man nicht heiratet, kann man die Frau, die in obigem Beispiel wenig arbeitet, ja durch private Rentenversicherungen ein wenig absichern, in die der Mann dann einzahlt, als Ausgleich, dass er weiterhin arbeiten „darf“. Witwenrente gibt es dann halt ebenfalls nicht…das ist ja durchaus Geld, das man dem Staat quasi „schenkt“…

  7. Wir haben wegen unserem Sohn geheiratet – war einfacher als Adoption und Co.
    Den finanziellen Vorteil nehmen wir jetzt quasi nebenbei mit.
    Und hoffentlich auch alle anderen „Vorteile“ (siehe Ursula) in auch hoffentlich ferner Zukunft dann auch…

  8. Hallo Maya, hi Nico,

    eine Absicherung der Kinder und der Mutter ohne Trauschein ist möglich aber teuer. Das Paar hätte schon längst einen Notartermin benötigt. Um sich und die Kinder gegenseitig abzusichern.

    Mit einer Eheeschließung kann man zwar meiner Meinung nach den Notartemin nicht vernachlässigen, da ein Ehevertrag immer wichtiger wird. Aber man hat zumindest eine rechtliche Basis.

    Die romantische Hochzeit aus Liebe, ist sowieso historisch gesehen ein ziemlich neumodisches Ding. Vermögen, Herkunft und Status waren für eine Eheschließung ausschlaggebend, wenn sich das Paar auch noch mochte, hatte man es früher ideal getroffen. Heute dagegen ist es schon verpönt auch an die finanziellen Gesichtspunte einer Ehe überhaupt nur zu denken.

    Beide Extreme für eine Eheschließung sind meiner Meinung nach falsch. Wenn man sich liebt und bereits 2 Kinder hat, dann darf man auch an die finanzielle Seite eine Ehe denken und auch davon profitieren.

    Aber auch mit Trauschein empfehle ich jungen Mütter so schnell wie möglich zurück in den Job und eigene Rentenpunkte verdienen, denn man weiß nie wie lange Rentenpunkte im Trennungsfall noch geteilt werden, bzw. wie lange wir die Wittwenrente noch haben werden.

    Take care,

    June

  9. Moin!
    Gute Frage. Klare Antwort: Heiraten.
    Die Liebe hat Maya ja schon gefunden. Sich gegenseitig abzusichern und Verantwortung füreinander auch finanziell zu übernehmen ist der nächste logische Schritt. Und der richtige.
    Wichtig wäre, dass Maya, weil sie FÜR die FAMILIE nur halbtags arbeitet, also auf Einkommen und Rente (!) verzichtet, unbedingt einen finanziellen Ausgleich von ihrem Freund erhält, den sie als Altersvorsorge aufbaut, z.B. freiwillig in die Gesetzliche Rentenversicherung zahlt oder anderweitig für SICH in den Vermögensaufbau investiert.
    Sonst ist sie auf dem Weg in die Altersarmut. Und zwar sehenden Auges.
    Beim Geld geht es nicht um Liebe und schon gar nicht um Romantik. Wir Frauen sollten diesen Quatsch endlich mal lassen. Der wurde uns eingeredet, mit Prinzessin und so. Und bloß keine Teilhabe fordern. Mal in die Statistiken sehen, bitte. Altersarmut ist weiblich, und warum? Weil die Frauen für den Einkommensverzicht keinen Ausgleich eingefordert und ihn deshalb auch nicht erhalten haben. Und jetzt stehen sie da. Geschieden und arm. Mit den halben Rentenpunkten ihrer weiterhin gut verdienenden Männer. Die aber reichen nicht!!!
    Ich würde Maya unbedingt meinen Post dazu empfehlen.
    https://www.geldfrau.de/grundwissen/paartherapeut-michael-mary-liebes-geld-gespraeche-beziehung-interview/
    Viel Glück!! – Dani

    1. Hallo Dani,
      verstehe ich das richtig, du würdest empfehlen zur Absicherung zu heiraten und trotzdem noch nebenher für eine Ausgleich für die Altersvorsorge zu sorgen?
      Ich kenne leider viele Statistiken über weibliche Altersarmut und genau deswegen möchte ich diesen Weg eben nicht sehenden Auges einschlagen, habe aber noch keinen guten Weg gefunden das (im Falle einer Trennung) zu verhindern. Und da das Leben nicht nur aus Finanzen und Rentenpunkten besteht ist es für mich und uns als Familie mit zwei kleinen Kindern keine Lösung, dass einfach beide Vollzeit arbeiten.
      Ich bin absolut keine Prinzessin, die bei Eheschließung nur an weißes Kleid, große Feier und Liebe denkt und troztdem finde ich das gar nicht so einfach da eine gute Lösung für alle Eventualitäten zu finden, wenn eben ein Partner hauptsächlich die Kinderbetreuung übernimmt.
      Danke für deinen Kommentar!
      LG, Maya

      1. Liebe Maya,
        ja, es ist schwer, für sich als Paar und persönlich eine für beide Seiten faire Lösung zu finden. Und genau das ist der Punkt: Für BEIDE Seiten. Du machst dir ja schon viele Gedanken dazu. Vielleicht habe ich mich nicht gut ausgedrückt. Frau muss nicht heiraten. Das lässt sich auch anders regeln. Nur nichts zu regeln führt eben in die Altersarmut.
        Außer, du arbeitest freilich weiter und ihr teilt euch Kinderarbeit und Hausarbeit zu gleichen Teilen. (das ist eh mein persönlicher Favorit)
        Aber: Wenn du aus dem Job rausgehst und kein Einkommen mehr hast, wie sicherst du dich dann für später ab? Diese Jahre fehlen dir. Außerdem: wenn du nach x Jahren wieder anfängst zu arbeiten, werden deine Einkommenschancen gesunken sein. D.h. dein Einkommen ist niedrig und damit baust du niedrigere Rentenanwartschaft auf.
        Lösung: Du nimmst ein Teil des gemeinsames Geldes und zahlst davon freiwillig z.
        B. in die Rentenkasse ein. Oder baust anderweitig Vermögen auf.
        Heiraten heißt ja nicht zwangsläufig, in die Rentenfalle zu tappen. Das liegt ja an euch.
        Wenn du die Kinderbetreuung übernimmst und kein eigenes Einkommen hast, wie baust du Vermögen auf? Ehrliche Frage. Im Alter brauchen wir Geld. Wenn du und dein Mann komplett gemeinsames Geld macht und er Rentenpunkte aufbaut, die er aber – wegen Nichtheirat – nicht mit dir teilen muss, wie finanzierst du dich dann?
        Wie sieht das denn dein Mann?
        Ganz viel gute Gedanken wünscht Dir Dani

        1. Ich denke nicht, dass es beabsichtigt ist, aber deine beiden Kommentare dazu haben einen Hauch von Feminismus. Ich hoffe das kommt nur falsch rüber.
          Richtig ist es darauf hinzuweisen, dass Frauen diesen Punkt statistisch gesehen sehr vernachlässigen und wieder aller Wahrscheinlichkeit der Scheidungsrate geschuldet, in der Altersarmut landen.

          In dem Moment in dem man aber auch hier wieder nur die böse Ungerechtigkeit (Männer?) anprangert versperrt man seinen Blick vor den Möglichkeiten. Selbstverständlich kann und vielleicht sollte man auch darüber nachdenken Rentenpunkte im Falle einer Scheidung abzugeben, falls hier ein einseitiger oder ungleichmäßiger Verdienst die Familie ernährte. In dem Moment in dem du aber wieder nur auf Rechte und der mutwilligen Unterstellung ihres böswilligen Partners unterstellst, gerät das Ganze wieder in eine Opferhaltung.

          Erstens, wir haben Elternzeit und Freiheiten von vielen Konzernen und Arbeitgebern, welche es heutzutage so gut wie selten zu vor ermöglichen, dass sich beide mit der Teilzeit abwechseln können und gleichermaßen für die Kinder da sind. In deiner dargestellten Opferhaltung, bekommt der Mann dann auch Rentenpunkte von seiner Frau, wenn es ihm gesundheitlich schlecht geht und das Leben ganz anders verläuft wie geplant?

          Eben. Daher sollte die Vermögensaufteilung gemeinsam angegangen werden und nicht jeder für sich, ob man dann heiratet oder nicht ist nur ein Zettel an Unterschied der anderen Menschen bestätigt, dass man das wirklich gemeinsam durchziehen möchte. Daher sollte meiner Meinung nach nur aus Liebe geheiratet werden. Gesetze ändern sich, Arbeitsverhältnisse verändern sich und das Einkommen kann auch mal bei beiden gleich hoch ausfallen, deswegen alleine sollte man daher nicht heiraten.

          Wenn man den Vermögensaufbau gemeinsam angeht, kann man ja von vornherein überlegen wie man diesen eventuell wieder gut teilbar macht. Bei nicht-verheirateten Partnern könnten im Falle von Aktien jeweils ein Depot eingerichtet werden, auf welches in gleichermaßen vom Gemeinschaftskonto monatlich Geld investiert wird. Steuerlich getrennt und transparent.
          Beim Immobilienerwerb werden bei und am besten auch gleich die Kinder mit ins Grundbuch eingetragen. Und ganz wichtig, alles was vor oder nach der Beziehung von den beiden selbst angespart wurde wird vom anderen nicht angefasst, es sei denn die Person möchte das oder wird entsprechend anteilig beachtet (Immobilie, Depot, was auch immer). Während der Beziehung wird jedoch gemeinsam investiert. Dann gibt es auch keine Streitigkeiten im nachhinein.

          Genauso muss auch in allen anderen Punkten vorgegangen werden, dann entstehen keine Streitigkeiten. Dann hat Mann auch kein Problem auf seinen Job zu verzichten und die Kinder zu hüten, wenn Frau ein sehr gut bezahltes Jobangebot bekommen hat.

          Zum Schluss noch die wichtigste Altersvermögensbildung:
          Die beide haben Kinder. Also sollte zu erst ein familiärer Generationenvertrag angedacht werden, welcher sowohl die Zukunft der Kinder, als auch die eigene Alterszeit absichert. Die Kinder bekommen die Vermögensverwaltung übertragen, sobald sie sich bewährt haben und zeigen konnten, dass sie reif für die Verantwortung sind oder die Eltern zu alt geworden sind. Im Gegenzug bekommen die Eltern entsprechend in schlechten Börsenphasen in welchen Ausschüttungen und Renditen keine Entnahme möglich machen das Geld schlichtweg von den Kindern.

          Falls alle Stricke reißen und die Kinder leider keinen Erfolg im Job haben oder nicht mit machen möchten in der Familiendynastie, dann muss eben die staatliche Rente her. Und erst hier, im letzten Schritt der Altersvorsorge greift die Idee der Abgabe an Rentenpunkten während der Beziehung. Erst hier macht es Sinn darüber nachzudenken ob man das durch eine Ehe vereinfachen könnte und sollte.

          Wichtig ist mir hier ein gemeinsames Familienbild in den Vordergrund zu rücken und nicht wieder so ein Einzelkämpfer da sein bei dem direkt im voraus unterstellt wird, dass der eine den anderen bescheißen oder hintergehen wird. Das ist absolut kontraproduktiv so in das Thema einzusteigen, auch wenn es beachtet werden sollte. Denn eigentlich ist die Lösung an dieser Stelle sehr einfach. Ist der Partner nicht gewillt sich mit der Teilzeit abzuwechseln oder wehrt er sich im Laufe der Zeit dagegen sein gesamtes Gehalt auf das Gemeinschaftskonto einzuzahlen, kann jeder direkt handeln und sollte spätestens hier sehen, dass ein (Ehe)Vertrag nicht zu umgehen ist. Und gerade in diesem Moment wird dem selbstbewussten und unabhängigen Menschen klar werden, dass man sich lieber trennt bevor es hässlich wird. Dann hat man auch nicht viel Zeit verloren und arbeitet wieder für seine eigenen Rentenpunkte, wenn man denn immer noch daran glauben mag, dass diese in der Zukunft sicher sein wird und das Maß aller Dinge ist.

          Kommunikation. Ehrlichkeit. Voraussicht. Und dann mehrere Säulen aufbauen, bei welchen man die Kinder nicht vergisst. Besser kann man sich nicht schützen. Ehe und hierüber der Weg der Erpressung ist meiner Meinung nach der falsche Weg.

        2. @GiniKoeffizient:
          Moin!
          Ich bin Feministin; Opferhaltung und Erpressung kommen in meiner Einschätzung nicht vor. Diese Bewertung liegt im Auge des Betrachters. Ein fairer und verantwortungsvoller Umgang der Partner miteinander ist das, worum es mir geht. Und dir ja offensichtlich auch.

  10. Moin Maya,

    Steck Deinem Mann den Ring an den Finger.

    Das wäre mein Rat – kurz und knapp. Warum? Weil ihr beide Euch eh schon für ein gemeinsames Leben entschieden habt und durch die Lütschen auch dementsprechend gebunden seid. Dann ist es auch nur konsequent zu heiraten. Denn unser System zielt auf das klassische Familiengebilde mit Trauschein ab. Es gibt eine Vielzahl an Vorteilen die Euch sonst durch die Lappen gehen würde. Du hattest bereits Steuern und Rente erwähnt. Aber darüber hinaus gibt es noch viele kleine Annehmlichkeiten, die Verheirateten immer wieder über den Weg laufen.

    Du leistest Dir im Moment einen Luxus, indem Du nicht heiratest, und trägst dafür (heftige) Opportunitätskosten. Weniger Kohle und weniger Sicherheit.

    Warum nicht einfach heiraten und keinem davon erzählen? Verzichte auf eine Feier und bezeichne Deinen Partner nach wie vor als Freund. Den Standesamtsbesuch macht Ihr morgens wenn die Kinder noch in der Kita sind. Wahrscheinlich hast Du schneller vergessen geheiratet zu haben als Dir lieb ist.

    Die Kohle, die Ihr jetzt monatlich durch die Steuervorteile mehr auf dem Konto habt, butterst Du komplett in Euer ETF-Portfolio. Wenn Ihr beiden Euch dann ein paar Jahre früher in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet, wirst Du mit einem Lächeln an den Tag zurückdenken, an dem Du zwischen Kita und Wocheneinkauf kurz auf dem Standesamt Halt gemacht hast.

    Alles Gute, Nico

    1. Hey Nico,
      danke, dass du meine Frage mit aufgenommen hast! Die ganzen Kommentare haben mir schon sehr geholfen mir überhaupt klar zu werden was mir wichtig ist und was ich erreichen will!
      Und heimlich heiraten, das war bis jetzt auch immer unsere Überlegung 😀 Noch schnell vor der Kita klingt zumindest lustig!
      LG, Maya

  11. Ich finde die Frage unglücklich formuliert. Stell doch mal lieber die Frage, warum mich der Staat dazu gängelt heiraten zu müssen, um unkompliziert alle Rechte einer Familie erhalten zu dürfen?

    Ich habe KEIN Bock in der Ehe den Staat mit zu heiraten und ein Spielball der Politik zu sein. Kein Mensch bei gesunden Verstand unterschreibt einen Blanko-Vertrag. Das ist nämlich der Ehe-Vertrag. Das was ich Heute an gesetzlich Reglungen akzeptiere und unterschreibe, kann in 20 Jahren politisch gewollt wieder völlig anders aussehen. Im Worst case werde ich richtig nackig gemacht. Da sind die paar gesparten Euros ein Witz dagegen!

    Daher ist die Frage seltsame finanzielle Vorteile in der Ehe zu sehen.

    Deutschland ist so 1950.

      1. Moin Capri,

        auf der offiziellen BMF-Seite kannst Du mal ein bisschen mit den Einkommen rumspielen um den Unterschied zu sehen. Sagen wir mal Mayas Mann… sorry, Freund… verdient 75.000 Euro und Maya nichts. Dann zahlt er derzeit 24.136,29 Euro an Einkommensteuer und Soli.

        Würden die beiden heiraten, wären es nur 16.453,78 Euro. Von der der Differenz von 7.682,51 (also 640 Euro im Monat) könntest Du monatlich 600 Euro per Sparplan in ein breit gestreutes ETF-Portfolio investieren und für 40 Euro romantisch beim Italiener essen gehen, während die Kinder bei den Großeltern sind.

        Diese 600 Euro pro Monat investiert für 25 Jahre (sollte ungefähr hinkommen) mit einer angenommenen inflationsbereinigten Nachsteuerrendite von 4%. Das bringt Maya und ihrem Freund ein zusätzliches Vermögen e von…

        … Trommel, Trommel, Trommel….

        306.347,30 Euro!

        Die Magie der Zinseszinsen! Haut mich immer wieder um…

        Die Berechnung ist vereinfacht. Spiele ruhig ein wenig mit den Annahmen rum um zu schauen welchen Einfluss es auf den Geld Berg hat. Aber es ändert nichts am Resultat. Die Hochzeit produziert einen Shitload of Money – und damit Freiheit früher mit dem Tagesjob aufzuhören oder die Arbeitszeit zu reduzieren. Diese Flexibilität ist dann auch Goldwert für die Ehe 🙂

        VG, Nico

    1. Hallo Capri,
      danke! Genau das ist es! Ich werde wohl nie alles wissen können was sich damit verändert und wozu ich alles zustimme. So etwas mag ich nicht. Absehen davon, dass ich diese Vermischung von Gefühlen, romantischen Versprechen und Vertrag nicht gut finde. Das passt für mich überhaupt nicht zusammen.
      LG, Maya

      1. Liebe Maya,
        ich möchte dir ein großartiges Buch empfehlen: Michael Mary „Liebesgeld“
        Er spricht genau diese Gefühlslage an – Vertrauen, Liebe, Geld, Vertrag – und zeigt Lösungen auf. Mir scheint, das könnte dir zusagen, das Buch.
        Zum „alles wissen“: Leben ist Risiko. Wir können nicht in die Zukunft sehen. Wir vertrauen in uns und unsere Kraft, Probleme dann zu lösen, wenn sie uns im Weg stehen.
        Und Ehe ist das, was du und dein Mann daraus machen. Nicht in erster Linie der Gesetzesrahmen. 🙂
        Alles Gute!

        1. Leben ist Risiko – das stimmt. Warum? Weil ich nicht alles kontrollieren kann.

          Heiraten ist jedoch ein kontrollierbarer Faktor, in dem ich es einfach nicht tue. Der Partner von Heute ist mit Sicherheit ein völlig anderer Partner in 30 Jahren. Man setzt jede Menge Geld auf „eine“ Person und hofft darauf, dass er sich Treu bleibt und Absprachen halten werden.

          Kein Mensch setzt alles auf eine Aktie, aber bei der Ehe gilt das plötzlich nicht mehr.

    2. Schon mal vom Progressionsvorbehalt gehört? Das Finanzamt kann im Krankheitsfall Steuernachzahlung für die Monate verlangen in welchen gearbeitet und kein Krankengeld erhalten wurde. Das ist schon für einen einzelnen eine ganz schöne Belastung und Schweinerei. Jetzt kommen die tollen vermeintlichen Opportunitätskosten der Ehe hinzu: Das gilt für den Ehepartner auch.

      Ja unser Land ist tatsächlich so kaputt, dass sie im Ernstfall von einer Putzfrau den Spitzensteuersatz verlangt, falls der Manager-Ehepartner längere Zeit Krankengeld erhält.
      Soviel zu den entgangenen Vorteilen.

      Nein, der staatlichen Willkür sind keine Grenzen gesetzt und im Nachbarland sieht es wieder ganz anders aus. Wer weiß denn wirklich wohin es einen im Leben verschlägt und wie es laufen kann, da ist es fast fahrlässig die Heirat als turbo-kapitalistisches Vehikel wahrzunehmen und als solches zu bewerten.

      PS: Bitte nicht falsch verstehen, alles in allem hat die Ehe im normalen Lebensverlauf deutlich mehr Vorteile als Nachteile, nicht nur finanziell. Allerdings können solche Szenarien wie das von mir eben geschilderte schnell zur Scheidung führen, wenn man nicht aus Liebe geheiratet hat. Und die Scheidung ist ja bekanntermaßen einer der größten Wohlstandsvernichter unserer Zeit 😀

  12. Da ihr eh schon gemeinsame Kinder in die Welt gesetzt habt, gehe ich davon aus, dass ihr das nicht aus ner verantwortungslosen Laune heraus getan habt, sondern weil ihr gemeinsam euer Leben verbringen und gemeinsam eure Kinder groß ziehen wollt. Und das wäre hiermit der Grund fürs Heiraten. Dass ihr euch ja eh schon (hoffentlich bewusst) füreinander entschieden habt. Wenn man es dann trotzdem nicht tut (heiraten) und die Vorteile nicht nutzt, dann ist euch auch nicht zu helfen.

  13. Wir haben wie vorgeschlagen so zwischendurch geheiratet, ohne es an die großen Glocke zu hängen. Kurz vor der Geburt unseres ersten Kindes. Für uns war es (seltener Ausnahmefall) sogar finanziell nachteilig, zu heiraten. Eigene Immobilie hatten wir vorher schon, das geht locker hälftig ohne Eheschein.

    Aber die Verantwortung für die Kinder wollten wir vernünftig verteilt wissen. Regeln, wer was wie erbt, wer wie abgesichert ist, Mindereinnahmen nach der Geburt ausgleichen können, Kindergeld zuordnen können usw. Das kann man mit ’nem Haufen Notarverträgen kostspielig regeln. Oder eben einfach das gesetzlich dafür vorgesehene Mittel nehmen und heiraten.

  14. Wenn man sich liebt ist ein Trauschein nicht nötig. Für die Finanzen ist er aber überaus förderlich. Ich würde mal behaupten, die meisten Menschen heiraten (auch) aus finanziellen Aspekten. Denn alles was sich in jedem Fall durch eine Heirat ändert ist der rechtliche Rahmen… und bei einigen die romantischen Gefühle. Der Grund der Heirat sagt allerdings überhaupt nichts über das spätere Eheglück aus…
    Letzten Endes ist es eine individuelle Bauchentscheidung.

  15. Ich denke, es ist in Ordnung, aus finanziellen Gründen zu heiraten. Meine Freundin und ich werden auch aus diesem Grund bald heiraten. Das bringt uns mehr Steuervorteile, was uns ohnehin viel Geld spart. Ich finde es auch gut, dass Maya realistisch ist und an die Zukunft denkt.

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