Wie mein einjähriger Sohn zum Aktionär wurde

Ich müsste so um die 26 Jahre alt gewesen sein, als ich das erste Mal in den Aktienmarkt investierte. Es fiel zusammen mit meinem ersten Arbeitsverhältnis nach dem Studium. Mein Gehalt wurde etwas aufpoliert mit „Vermögenswirksamen Leistungen“. Das ist noch so eine schräge, letztendlich mit Steuergeldern geförderte, Anlageform, die eigentlich kein Mensch braucht. Im Rahmen dieser monatlichen Zahlungen musste ich ein Depot eröffnen und einen Fonds auswählen, in den die Leistungen investiert wurden.

Das hat schlagartig mein Interesse an der Börse geweckt! Ich fing kurz darauf auch an, in Aktien und aktiv verwaltete Fonds zu investieren. Leider hatte ich nicht die Weisheit mir vorher das nötige Grundwissen dafür anzueignen. Der Ansatz war eher „Trial and Error“ und dementsprechend lief es auch eher schlecht als recht. Aber zumindest ging es schon mal in die richtige Richtung. Ich begann meine Ersparnisse arbeiten zu lassen, statt sie auf Giro- und Tagesgeldkonten versauern zu lassen.

Besser spät als nie

Wenn ich jetzt so zurückblicke, ist 26 Jahre ziemlich spät, um sich mit dem Aktienmarkt auseinanderzusetzen. Ich hätte früher anfangen müssen. Aber ich kannte bis dahin kaum jemanden, der in Aktien investierte. Entweder man tat es nicht oder sprach nicht drüber.

In meiner direkten Familie wird eher auf Versicherungs- und Bausparverträge gesetzt. Von hier gab es keine Aufklärung. In der Schule und im Studium lernt man nicht wirklich etwas über den Aktienmarkt. Das hat sich heute vielleicht geändert, aber damals wurden Themen wie Geldanlage, Versicherung, Steuern, etc. gar nicht behandelt. Auch heute scheint es hier noch ordentlich Luft nach oben zu geben, wie sich letztes Jahr gezeigt hat, nachdem die Kölner Schülerin Naina ihre berühmte Twitter Nachricht verschickte.

Warum erzähle ich das alles?

Im April 2014 wurde unser kleiner Hosenscheißer Heiermann geboren. Neben all der Freude und Aufregung schwang bei mir auch eine gehörige Portion Nervosität und Angst mit. Angst insofern, als dass ich jetzt eine riesige Verantwortung trage. Der Lümmel ist voll abhängig von Frau Finanzglück und mir. Wir prägen den Lütschen wie sonst kein anderer. Was er von uns lernt, besonders in den ersten Jahren, wird ihn sein Leben lang prägen und begleiten.

Das ist erst mal kein Grund zur Panik. Wir werden das schon irgendwie hinbekommen. Da bin ich mir sicher. Aber ich mache mir doch schon viele Gedanken, wie wir die Erziehung gestalten und was wir wie unserem Spross beibringen.

Geld ist wichtig – für jeden

Dazu zählt auch, und besonders, die finanzielle Bildung. Sie ist deswegen so wichtig, weil sie für jeden von Bedeutung ist. Wenn Du Deine Finanzen im Griff hast, kannst Du viele negative Gefühle (Sorge, Stress, Angst) verringern und dadurch hoffentlich ein glücklicheres Leben führen.

Ich möchte meinem Sohn eine umfangreiche finanzielle Ausbildung mit auf den Weg geben. Er soll möglichst nicht die gleichen Fehler machen wie sein Vater und sich von einem Abschlussgebühr getriebenen Bankverkäufer irgendeinen Scheiß andrehen lassen. Ich sehe es als meine Pflicht, ihm so viel Wissen mit auf dem Weg zu geben, dass er damit später finanziell entspannt durchs Leben kommt. Er muss als Erwachsener nicht viel Geld verdienen, aber er muss wissen, was er damit anstellt. Egal welche Richtung Heiermann später einschlagen wird – Ingenieur, Friseur, Weltumsegler oder Digitaler Nomade – eine solide finanzielle Bildung wird er immer brauchen.

Liebe Grüße vom Finanzamt

Doch wie stelle ich das an? Eines schon mal vorneweg, ich habe mir hier noch keine abschließende Meinung gebildet. Vielmehr hoffe ich, dass Du mir in den Kommentaren unten noch den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg gibst. Mich an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt.

Wir haben schon mit der finanziellen Bildung begonnen. Als erstes wurde für Scheißerle nicht lange nach der Geburt ein Depot bei unserer Direktbank eingerichtet. Das war insofern auch ganz nett, als dass wir dafür zur Belohnung noch gleich ein wirklich schnittiges Laufrad geschenkt bekamen. Damit kann er dann ab nächsten Sommer rumflitzen.

Uns kam auch zugute, dass der erste Brief, der kurz nach der Geburt an Heiermann adressiert wurde, vom Finanzamt kam. Die Steuernummer! Eine bezeichnende Art, unsere Kleinsten in der Welt willkommen zu heißen. Die Steuernummer haben wir dann auch gleich brav an die Direktbank weitergeleitet. Seit dem hat Heiermann seinen ganz eigenen Sparer-Freibetrag.

Vielen Dank an die großzügigen Verwandten

Wir haben zur Geburt und später Geburtstagen/Weihnachten Geld für Heiermann geschenkt bekommen. Wie sollten wir damit umgehen? Ausgeben, Sparen, Anlegen? Wir einigten uns darauf, alle Sachgeschenke und Gutscheine direkt Heiermann zugutekommen zu lassen. Alle Geldgeschenke werden gespart und investiert.

Bei der Depoteröffnung war damals schon ein ganz erstaunlicher Betrag zusammengekommen. Unsere Verwandten sind sehr großzügig. Diese Summe haben wir dann komplett in einen breitgestreuten ETF investiert. Zusätzlich haben wir einen Sparplan aufgesetzt, den wir jeden Monat mit 50 Euro von unserem Konto füttern. Wenn Geldgeschenke eintreffen, werden diese zusätzlich investiert.

Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist

Es ist mein Ziel, Heiermann möglichst früh zu zeigen, dass Geld sich von alleine vermehren kann. Das der Zinseszins-Effekt, über einen längeren Zeitraum, eine unglaubliche Macht entwickelt. Ich möchte Heiermann schon von Jugend an die Chancen im Aktienmarkt aufzeigen, so dass die Angst davor sich gar nicht erst entwickelt. Ich möchte ihm die Vorteile einer langfristigen Take- and Hold-Strategie aufzeigen.

Dafür ist Heiermann jetzt noch viel zu klein. Er rennt lieber mit seiner Holzente im Schlepptau wie wild im Kreis herum. Auch in den nächsten 10 Jahren wird das Thema Geldbildung bei ihm noch nicht auf der Agenda stehen. Das ist auch gut so. Irgendwann wird der richtige Zeitpunkt kommen. Dann werden wir anfangen, über seine Geldanlage zu sprechen.

Ich werde Heiermann dann anhand seines eigenen Depots aufzeigen können, wie man langfristig Vermögen aufbaut. Das er selbst mit kleinen Beträgen, über einen längeren Zeitraum, Beachtliches erreichen kann. Sich so einen finanziellen Puffer aufbaut, der ihn ein sorgenloseres Leben führen lässt. Ich möchte ihm das lehren, was ich selber gerne als Teenager gelernt hätte.

Wir werden sehen, ob es die Mühe Wert war

Um mit Heiermann über Geldthemen sprechen zu können, braucht er nicht zwangsläufig ein eigenes Depot. Es würde auch ohne gehen. Allerdings ist Geldbildung ein eher trockenes Thema und sein Interesse wird verständlicherweise anderen Dingen gelten. Da es sich aber um sein eigenes Vermögen handelt, hoffe ich, seine Neugier und Interesse zu wecken.

Sobald Heiermann volljährig ist, wird er nach dem Gesetz voll über sein eigenes Vermögen verfügen dürfen. Wir streben allerdings an, ihm schon deutlich früher möglichst viel Autonomie über sein Geld zu geben. Mal schauen wie das funktioniert.

Was Heiermann dann als Volljähriger mit seinem Vermögen anfangen wird, bleibt ganz ihm überlassen. Vielleicht investiert er es in sich selbst durch eine ausgedehnte Weltreise. Vielleicht kauft er sich damit eine Immobilie. Vielleicht investiert er es weiterhin in den Aktienmarkt oder sucht andere Investitionen. Vielleicht ballert er auch alles für Konsumgüter raus. Wer weiß. Spätestens dann wird sich zeigen, ob unsere Anstrengungen zum Thema Geldbildung erfolgreich waren oder nicht.

 

Wie gehst Du mit dem Thema Geldbildung bei Deinen Kindern um oder wie planst Du dies in Zukunft zu tun? Findest Du es übertrieben, einem Einjährigen ein Aktien-Depot einzurichten? Hast Du vielleicht Ratschläge, was wir anders oder besser machen könnten?

 

Ich freue mich schon auf Deine Kommentare!

 

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34 Kommentare

  1. Hallo Nico!

    Ich finde gut, dass du deinem Sohn eine so gute finanzielle Bildung ermöglichst.

    Desto früher er sich mit dem Thema Investieren auseinandersetzt, umso besser.

    Erziehung ist alles! Wenn du ihn bald genug mit finanzieller Bildung konfrontierst, wird sich das bezahlt machen. Da bin ich mir hundertprozentig sicher.

    MFG Philipp

  2. Hallo Nico,

    bei meinem 3-jährigen machen wir es so:
    Jeden Monat gibt es von uns Eltern 100€ auf das Tagesgeldkonto überwiesen. Geburtstagsgeld und Weihnachtsgeld für den Kleinen ebenso (ist mir derzeit lieber als das sechste Feuerwehrauto von Oma). Meine Frau und ich haben nach der Geburt beschlossen, dass er auch alle Geldzuwendungen zu Weihnachten und Geburtstagen für uns Eltern übertragen bekommt. Warum? Weil er für uns das größte Geschenk ist und sein finanzieller Grundstock wichtiger ist als ein Weihnachtsbonus für uns.

    Und wie wird das Ganze angelegt?

    Nach dem wir alle möglichen festverzinslichen Anlagen hiesiger Banken für Kinder ausgenutzt haben, (z.B. 2,5% bis zu 4000€ bei der VR-Bank, sowie Genossenschaftsanteil mit 5%) verfügt der Schietbüdel seit 2 Jahren über ein eigenes Depot bei Diba. Dort wandert alles drauf, bis für min. 500€ gebührenfrei ein Welt-ETF gekauft werden kann. Natürlich kann man darüber diskutieren ob es sinnvoll ist, das Depot auf seinem Namen laufen zu lassen. Aber bis zu seiner Volljährigkeit bilde ich mir ein, dass er von uns zumindest im Ansatz die entsprechende „Bildung“ zum Umgang bekommt. Parallel gibt’s natürlich die obligatorische Spardose und ein paar Goldmünzen sind auch geplant.

    In ein paar Jahren werde ich ein paar Anregungen vom Meister persönlich ausprobieren:
    http://www.mrmoneymustache.com/2015/05/20/what-im-teaching-my-son-about-money/

    Ab Juni kommt übrigens Nr. 2 auf die Welt und derzeit sehe ich keinen Anlass unsere Strategie zu ändern (außer dass sich die Summen beim Verteilung auf 2 Köpfe sicherlich reduzieren werden).

    Gruß Hans

    1. Moin Hans,

      „Schietbüdel“ habe ich ja ewig nicht mehr gehört!! Da kommen direkt Kindheitserinnerungen wieder hoch.

      Ihr geht da noch einen ganzen Schritt weiter, dass ihr auch Eure eigenen Geldgeschenke weitergebt. So gerne habe ich den Schietbüdel (!) nun auch nicht 🙂

      Über das Piggy-Bank Prinzip von MMM hatte ich auch schon gegrübelt. Ab wieviel Jahre macht denn sowas Sinn? Vielleicht so ab dem Schulalter würde ich vermuten. Das kann ich mir auch gut vorstellen.

      VG, Nico

  3. Hey,
    ich denke du machst alles richtig. Das Depot finde ich eine gute Sache, so kann der Zinseszins richtig wirken und vor allem die Einzahlungen sind ja auch überschaubar. Würde ich bei Kindern wohl genau so machen.

    Beim Thema Finanzbildung denke es wird ganz von alleine kommen. Denke wenn die Eltern es gut vorleben und dabei halt auch zeigen, wie es gut geht. Also nicht überzogen sparen und so, dann kommt der Rest wohl ganz von alleine. Habe so selbst auch einige Züge der Eltern mitgenommen auch wenn es dabei nicht um Aktien ging.

    1. Hi Mafis,

      Das war bei mir auch so. Ich habe von meinen Eltern gelernt, wie ich mit Geld umgehen sollte. Da haben sind die beiden wirklich tolle Vorbilder und ich bin sehr dankbar.

      VG, Nico

  4. Hallo Nico,
    erstmal grundsätzlich: Respekt, echt cooler Blog, mach auf jeden Fall weiter so!
    Zum Thema: Ich erkenne mich in dem was du schreibst zu 100% wieder! Mein Sohn ist jetzt 14 Monate alt und ich weiß genau wovon du redest! Schon deinen letzten Artikel über deinen „besten Kumpel“ fand ich echt stark und total treffend!
    Wir halten es ähnlich, wir haben unserem kleinen schon kurz nach seiner Geburt ein Depot eingerichtet, dort fließen seitdem auch per Sparplan monatlich EUR 50,00 in einen World-ETF, einfach um so früh wie möglich (Stichwort „Zinseszinseffekt“) einen Grundstock anzulegen, der dann fleißig wachsen kann 🙂
    Bei den zusätzlichen Zuwendungen der Verwandten sind wir noch ein wenig unschlüssig, meine Frau ist da noch der Meinung wir sollten auch einen Teil auf ein jederzeit verfügbares Tagesgeld- oder Sparkonto packen – falls sich der Kamerad mal in ein paar Jahren einen größeren Wunsch (Fahrrad oder so was..) erfüllen will. Wobei, da sie da insgesamt noch ein wenig unsicher ist und „der Börse“ nicht so 100%ig vertraut geht es wohl einfach darum nicht alles komplett in Aktien anzulegen… Naja, wir werden sehen..
    In jedem Fall habe ich mir auch fest vorgenommen meinen Kindern im Bereich Geldbildung mehr beizubringen als ich es erfahren durfte – ich denke das könnte, dank dir und deiner Kollegen Finanzblogger, ganz gut funktionieren 🙂
    Viele Grüße,
    Michl

    1. Hallo Michl,

      Vielen Dank! Ich vermute mal es wird bei den ganzen negativen Börsennachrichten im Moment bestimmt nicht einfacher Deine Frau davon zu überzeugen, das Geld Deines Sohnes in Aktien zu investieren 🙂

      Mit den größeren Anschaffungen ist es so eine Sache. Wir haben jetzt zu Weihnachten das erste Mal versucht die Geschenke zu koordinieren um dem Lütschen eine kleine Küche zu kaufen. Hat so mäßig geklappt mit der Koordination in diesem Fall, aber wir werden das Prinzip beibehalten. Lieber ein cooles, großes Geschenk was wir wirklich brauchen, als mehrere kleine.

      VG, Nico

  5. Hi Nico,
    du machst es genau richtig.
    Wir haben auch Sparpläne für unsere Tochter eingerichtet.
    Dabei kann ich mit den Jahren den Risikograd flexibel steuern, zum Beispiel zum Ende hin immer weniger Risiko einstellen und die ETFs im Sparplan werden dadurch automatisch ausgerichtet.
    Gruß
    Alex

    1. Moin Alex,

      nur aus Interesse, warum willst Du denn das Risiko runterfahren zum Ende (ich vermute mal Du meinst weniger Volatilität durch mehr Anleihen, weniger Aktien)? Sollte doch eigentlich egal sein. Selbst wenn der Markt darnieder liegt, wenn Töchterchen volljährig wird, dann kann sie es ja notfalls noch locker aussitzen. Theoretisch zumindest. Wird halt nur schwierig wenn das Geld vorher schon mental verplant ist für den schnittigen City-Flitzer.

      VG, Nico

  6. Sehr gut Nico ! Meine Eltern haben mich immerhin zum „Sparen“ erzogen. Ganz traditionell mit Spardose und Sparbuch 😉 Naja – sie haben es nicht besser gewusst. Soll kein Vorwurf sein.
    Aber Du weißt es ja besser und machst das schon ganz richtig!

    Kleine Ergänzung vielleicht noch zum Thema Steuern: Der Kleine hat ja nicht nur seinen eigenen Sparerfreibetrag über 801€, sondern darf ja so „nebenbei“ insgesamt 8.652€ (für 2016) zu versteuerndes Einkommen haben, ohne das er dafür Steuern zahlen müsste. Hier also auf keinen Fall die Abgeltungssteuer in Kauf nehmen, sondern immer eine EkSt-Erklärung machen. Oder noch besser: Eine Nicht-Veranlagungsbescheinigung beantragen!

    Gruß, Der Privatier

    1. Hallo Peter,

      vielen Dank für den guten Hinweis. Stimmt ja, Heiermann kann schon ein ordentliches Einkommen einfahren ohne (Abgeltungs-) Steuern zu zahlen. Aber da wird es noch eine Weile dauern, bis seine Dividenden die Sparerfreibetrag Grenze reißen.

      VG, Nico

  7. Moin,
    mein Knopf ist sieben Monate alt …fast.
    Das Kindergeld wir auf 200€ Aufgestockt
    und in bei Consors in acht 25€ Aktiensparpläne gesteckt.
    KO, MCD, JNJ, UL, PG, MO, PEP, Nestlé (keine Kaufempfehlungen)

    1. Hallo ali88,

      auch nicht schlecht das Kindergeld einfach direkt durchzureichen. Da wird ordentlich was zusammenkommen.

      Auf FB hatte ich auch einen interessanten Kommentar von einem Leser zu diesem Beitrag. Er investiert das meiste in ETFs aber auch immer einen kleinen Teil direkt in Aktien. Als Aktien wählt er dann Firmen aus, die zum derzeitigen Alter seines Sohnes passen – z.B. im Moment Firmen die Windeln oder Babynahrung herstellen. So geht es dann mit fortschreitendem Alter weiter. Das ist auch mal ein kreativer Investment-Ansatz 🙂

      VG, Nico

  8. Ein Thema über das ich mir für das eigene Kind vermutlich nie Gedanken machen muss ;-). Allerdings hat meine Schwester vor fast einem Jahr Nachwuchs bekommen und ich habe bereits überlegt in wie fern ich da auf die finanzielle Bildung Einfluss nehmen kann ^^. Ein Depot das man in 18 Jahren vorzeigen kann ist eine feine Sache. Zusätzlich würde ich wohl noch einige Zeitungsartikel mit Untergangsprophezeihungen sammeln ;-).

    Richtig interessant wird es dann wirklich, wenn er auf eigenen Beinen steht, in die erste eigene Wohnung zieht, eigene Entscheidungen trifft. Da hab ich damals wohl noch die größten Fehler gemacht.

  9. Es ist ganz witzig, dass Du schreibst, dass Deine erste „größere“ Begegnung mit Geldanlagen die Vermögenswirksamen Leistungen waren…(gut beschrieben!!). War bei mir genauso! Die Bank sah es auch nicht als ihre Aufgabe an, mich da groß aufzklären, Internet gab es nicht, in der Bücher ömmelten im Regal ein paar einsame Bücher über Geldanlage herum…
    Die Eltern arbeiteten/arbeiten mit Sparbuch u. klassischem Bausparvertrag, in der Schule wurde einem gar nix dazu beigebracht (muß auch nicht, aber wäre trotzdem sinnvoll gewesen, finde ich) und ja… das erste Mal auf der Bank dann das Thema, über Aktien sprach man nicht, die galten als ein bißchen unseriös…. die Zeiten haben sich geändert, denke aber oft, ein bißchen mehr praktische Lebensinhalte statt Gedichte-Interpretion o.ä. hätte mir an der Schule durchaus Freude gemacht. Finde Du machst es richtig für Deinen Sohn und viele Grüße!

  10. Ich nochmal (diesmal hoffentlich ohne Schreibfehler). Habe mir gerade die Twitter-Nachricht von Naina durchgelesen samt Artikel. Ja… kann ich gut nachvollziehen. Die Azubis in meiner Firma bekommen übrigens seit einem Jahr etwa von einem Kollegen der Personalabteilung bei Ausbildungsbeginn eine Einführung, wann ihr Azubi-Gehalt kommt, was für Möglichkeiten es gibt, was sie beachten sollten, damit sie nicht gleich alles in Handy und Co. „verprassen“, was vorher wohl oft der Fall war. Macht er recht brachial mit Herz (Modell „Terminator trifft Fußball-Motivator“), hilft aber sehr, weil er Klartext redet und notwendige Versicherungen, Verpflichtungen etc. erklärt. Wie ich gehört habe, zeigt es positive Wirkung.

    1. Hallo Regina,

      Dann läuft es bei Euch im Betrieb super. Das kann man sich als Azubi nur wünschen. Im Normalfall übernimmt solch eine Beratung dann der Bankverkäufer. Und das Ergebnis wird dann anders aussehen.

      Warum es kein Schulfach für solche Themen gibt, ist mir ein Rätsel. Ein Halbjahr würde ja schon reichen, kurz vor dem Ende des Schulabschlusses. Welche Versicherungen gibt es. Worin kann man sein Geld anlegen. Wie schließt man eine Rentenlücke (und wie nicht!). Sollte doch eigentlich recht einfach sein. Es ist halt für jeden relevant, egal was man anschließend im Leben macht.

      VG, Nico

  11. Wir haben ja auch 2 Kids und für uns ist wichtiger die Frage: Wie schaffen wir die Kids so zu erziehen dass die rational/sorgsam mit Geld umgehen und möglichst früh auf eigene Beine stehen? Das ist eine große Verantwortung und Herausforderung für uns.

    Erwachsenes Kind + Kein Geld + Schlechte Finanzielle Bildung = Kannst vergessen
    Erwachsenes Kind + Geld + Schlechte Finanzielle Bildung = Kannst vergessen
    Erwachsenes Kind + Kein Geld + Gute Finanzielle Bildung = das wird vermutlich gut gehen
    Erwachsenes Kind + Geld + Gute Finanzielle Bildung = das wird vermutlich gut gehen

    Ich finde den Ansatz fon MrMoneyMustache ganz gut. Kennt Ihr’s? http://www.mrmoneymustache.com/2015/05/20/what-im-teaching-my-son-about-money/

    Er spielt quasi den Banker für sein Sohn und gibt Ihm 10% Zinsen p.a. auf sein Taschengeld was der kleine auf diese weise spart.

  12. Bei mir ist es zwar noch ein Weilchen hin, bis unser Zuwachs das Licht der Welt erblickt, aber mich hatte das Thema letztens auch schon beschäftigt. Was für mich auf jeden Fall schon fest steht ist der Fakt, dass ich ein Konto+Depot eröffnen werde, auf das ich jeden Monat einen fixen Betrag überweise und dann ein- oder zweimal im Jahr (je nach Ordergebühren) das angesammelte Geld in ETFs investieren will. Auf die Frage, wer der Konto-/Depotinhaber sein wird, habe ich allerdings noch keine abschließende Antwort gefunden. Es hat aus meiner Sicht gewisse Vorteile, wenn es von Anfang auf den Namen meines Kindes läuft. Zum einen gehört sicherlich der oben genannte Sparer-Pauschbetrag dazu, da meiner dummerweise mehr als ausgereizt ist. Zum anderen schützt es aber auch das angesammelte Vermögen vor „fremden“ Zugriff. Ich meine, ich weiß ja jetzt noch nicht, was mich in Zukunft so erwarten wird. Vielleicht komme ich ja mal in eine missliche Lage, in der mir Behörden oder andere Institutionen aufzwingen, an meinen Kapitalstock gehen zu müssen. Da wäre es ja meinem Kind gegenüber unfair, wenn ich an „seine“ Ersparnisse ran müsste (auch wenn es das letzte wäre, was ich machen würde), nur weil das Konto auf meinem Namen läuft.
    Andererseits weiß ich auch, wie ich damals als 18 jähriger war – und sparen gehörte da ganz bestimmt nicht zu meinen Tugenden. Hätte ich damals so ein Depot von meinen Eltern bekommen, hätte ich das vielleicht gar nicht so wertgeschätzt, wie ich es heute tun würde und hätte das Geld vermutlich unnötig verprasst. Und ganz ehrlich, aktuell weiß ich auch nicht, wie ich später darauf als Elternteil reagieren würde. Vermutlich würde ich dann ganz ungläubig mit großen Augen schauen und an meiner Erziehung zweifeln 😀 Von daher wäre es eigentlich ideal, wenn man ein Konto/Depot mit gewissen Bedingungen eröffnen könnte. So etwas in der Art wie: Das Kind kann erst über das Konto/Depot komplett verfügen, wenn es selbst über eine gewisse Zeit dort eingezahlt hätte – auch wenn es halt nur Minibeträge wären (Gibt es solche Art von Konten überhaupt?). Klar, vielleicht sind meine Befürchtungen total unbegründet und mein Schützling entwickelt sich selbst zum kleinen Sparfuchs, aber wer weiß das schon. Jedenfalls hätte ich dann sicherlich kein Problem damit, wenn er/sie später der Meinung ist, das Geld nach seinen eigenen Sparanstrengunen beliebig auszugeben.

    VG, Sven

    1. Hallo Sven,

      das schöne ist ja: Du hast viele, viele Jahre Zeit, um Deinem Kind beizubringen, was Geld ist, wie es funktioniert, wofür man es verwenden kann, was der Zinseszins ist usw. usf. Es liegt also größtenteils an Dir, ob Du einen Sparfuchs „aufziehst“ oder einen Konsumjunkie.

      Und ja, Kontrollverlust ist wohl eines der schwersten Themen des Elternseins – Du wirst nicht immer entscheiden können, was der Nachwuchs mit dem Geld anstellt. Mein Ratschlag: Vertrau auf Deine erzieherischen Fähigkeiten und eröffne das Konto/Depot auf den Namen des Kindes. Und wenn es mit 18 davon den Führerschein finanziert und anschließend auf Malle das Abitur „gebührend“ feiert, dann ist es halt so. Vielleicht rührt es das Geld aber auch größtenteils nicht an oder nutzt es, um sein Studium/Ausbildung davon zu finanzieren. Who knows?!

      LG
      Dummerchen

    2. Ich kann Dummerchen nicht viel hinzufügen. Auch mein Rat wäre das Konto auf den Namen Deines Kindes laufen zu lassen. Egal wie Du es anstellst, wenn Dein Spross verantwortungslos mit Geld umgeht später, dann wird er/sie die Kohle eh irgendwann und irgendwie auf den Kopf hauen. Also lieber gleich Mut zu Lücke und möglichst früh viel Selbstverantwortung übertragen. Das schafft Vertrauen.

  13. Welchen Welt ETF wählt ihr denn? Der MSCI World ist ja sehr USA lastig und es sind ja auch immer mehr ETFs ausländische Thesaurierer. Kommen für mich daher nicht in Frage wegen der Steuer.

    1. Hallo Orionmaster,

      Du kannst ja im Prinzip den gleichen ETF wählen, der auch auf Dich passt.

      Bei uns ist es nur einen ETF, das langt für Heiermann. Ein ETF auf den MSCI World (ausschüttend) passt da am besten. Den sollte es auch als Sparplan bei Deiner Direktbank geben.

      VG, Nico

    2. Hallo Orionmaster,

      bei einem ausländischen/ausschüttenden ETF solltest Du aber auch mit der Steuer aufpassen. Wenn du dir beispielsweise den Fonds iShares MSCI World (IE00B0M62Q58) im Bundesanzeiger anschaust, dann siehst Du, dass er ausschüttungsgleiche Erträge hat, somit also Beträge thesauriert.

      VG, Sven

  14. Leider wirst du kaum einen ETF finden der nicht im Ausland aufgelegt ist (Irland). Einige mag es geben, wenn Du dir aber ein Depot zusammenstellen willst aus 5-10 ETF die auch noch von den Kosten interessant sind, dann wird das schwierig.
    Das ist wie immer typisch Deutschland. Bloss nichts anwenderfreundlich machen.
    Geh arbeiten bis 70, gib dein Geld immer schön brav ab und bekomme eine kleine Rente. Prost. =)

  15. Mein Sohn ist jetzt (schon) zwei Monate jung, er besitzt mittlerweile ein eigenes Depot bei comdirect. Dort wird das komplette Kindergeld (ca. 190) monatlich in einen kostenlosen ETF-Sparplan (World+EM) investiert. Die Geldgeschenke zur Geburts sind da auch angelegt.
    Ich hoffe, ich schaffe es meinem Sohn bis zum 18. Lebensjahr klar zu machen, dass wenn er weiter investiert und die Sparrate dann noch mit eigenen Mitteln aufstockt, er mit etwa 40 Jahren finanziell frei sein wird. Aber eventuell wird er auch eigenen Ideen folgen. Mal schauen.
    Ich wünschte, ich hätte in jungen Jahren finanzielle Bildung genossen. Aber lieber spät als nie…
    Viele Grüße und weiter so, tolle Blog.

    1. Moin Thomas,

      da kommt aber ein ordentlicher Batzen zusammen! Hoffentlich steht dann mit 18 Jahren nicht der Porsche vor der Tür 🙂

      Wir haben jetzt auch gerade für unsere kleine Groschen das Depot eröffnet. Da wartet schon ein ordentlicher Betrag um investiert zu werden.

      Bei uns sind es übrigens 50 Euro pro Monat, die in den jeweiligen Sparplan fließen (plus Geldgeschenke).

      VG, Nico

  16. Ich habe es bei meinen (mittlerweile 3) Jungs auch so gemacht: eigenes Depot, regelmäßig Geld drauf, ETF, fertig.

    Was mich noch ein wenig stutzig macht, ist das Thema BAföG: da ich hoffe, das meine Kinder studieren werden, kommt ja evtl BAföG für sie in Betracht. Nur: wenn die Studierenden eigenes Vermögen haben, wird das bei der Berechnung berücksichtigt. Sprich: zu viel Gespartes = Bafög wird gekürzt.

    Habt ihr euch darüber auch schon Gedanken gemacht?

    1. Also das Problem mit dem Bafög sehe ich eher nicht. Meine Eltern waren auch nicht reich, wir lebten wie der große Durchschnitt in einer Mietwohnung. Trotzdem habe ich kein Befög erhalten, wir waren einfach nicht arm genug. D.h. ich vermute, dass mein Sohn auch ohne eigenes Finanzpolster kein Befög erhalten wird, da es seinen Eltern nicht schlecht geht.

      Desweiteren: So viel Bafög ist das auch nicht und Bafög muss (zumindest anteilig) zurückgezahlt werden. Unterm Stricht kommt sicherlich mehr raus, wenn man für die Kinder investiert und sie kein Befög bekommen.

      1. Hi Thomas,

        dass man für die Kinder investieren sollte, dass sehe ich ja auch so. Es geht eher darum, ob man das auf einem Konto im Namen der Kinder machen sollte, oder eher auf den eigenen (den der Eltern).

        Wahrscheinlich muss man den Spar-Freibetrag gegenrechnen.

      2. Moin Christian,

        Der Steuervorteil durch den Freibetrag sollte meiner Meinung nach wichtiger sein als ein Bafög Nachteil. Letzterer ist irgendwann in der Zukunft und sehr unsicher was dann überhaupt sein sollte (Gesetzesänderung, will der Lütsche überhaupt studieren, …).

        VG, nico

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