Meine liebste Art Geld zu sparen

Wenn Du effektiv Vermögen aufbauen möchtest, dann führe ein sparsames Leben. Das ist die Stellschraube, die den Unterschied macht, nicht das Einkommen. Sparfuchs trumpft Großverdiener.

Ich kann aber nicht von mir behaupten, zu der Hardcore-Sparfraktion zu gehören. Ich trage zwar keine Armbanduhr, besitze keine teuren Klamotten und lege keinen Wert auf technische Spielereien. Aber dafür gebe ich gerne Geld für Erfahrungen aus – Urlaube, Restaurants, Kneipen, usw. Hier gibt es kaum Kompromisse.

Dabei schaue ich allerdings auf den Preis und vermeide die Luxus-Lokationen. Also lieber beim sauergespritzen Apfelwein mit den Jungs in der Eckkneipe Skat spielen, als in der Szene Bar Hipster antanzen. Ersteres macht mich glücklich. Das hat Priorität.

Konsum oder Erfahrungen? Oder beides?

Ich unterscheide daher zwischen Konsum und Erfahrungen. Konsum macht nicht glücklich. Das ist hinreichend bekannt. Daher verzichte ich größtenteils darauf. Ich tausche Konsum lieber gegen Zeit ein. Das ist die Grundidee hinter dem Konzept der finanziellen Freiheit.

Aber gibt es vielleicht etwas, bei dem ich Geld sparen kann und gleichzeitig positive Erfahrungen sammle, die mich glücklicher machen? Die eierlegende Wollmilchsau? Das Beste aus beiden Welten?

Ja, das gibt es. Es ist auch gleichzeitig meine liebste Art Geld zu sparen. Hast Du eine Ahnung, worum es geht?

Fahrrad fahren!

Fast täglich nutze ich mein Fahrrad, um zur Arbeit zu pendeln (knapp 11 Kilometer pro Richtung) oder sonstige Distanzen zurückzulegen, bei denen ich nicht unbedingt ein Auto brauche. Bis zu einer Strecke von ca. 15 Kilometer würde ich immer das Rad als bevorzugtes Fortbewegungsmittel wählen, außer ich muss etwas transportieren.

Was bringt mir das?

Money, Money, Money

Schauen wir erst mal auf die Penunse.

Mein Fahrrad habe ich für 200 Euro gebraucht gekauft. Ist ein wirklich schnittiges Stadtfahrrad. Damit werde ich wohl noch einige Jahre munter durch die Gegend flitzen können. Alle kleineren Reparaturen versuche ich selber zu machen. Für die größeren (z.B. Speiche kaputt, Zahnkranz wechseln) geht es in den Fahrradladen. Mein Old-School-Haushaltsbuch sagt mir, dass ich für Teile und Reparaturen letztes Jahr 125 Euro ausgegeben habe. Damit liegen die Gesamtkosten für das Fahrrad, inklusive Abschreibung bzw. Abnutzung, unter 200 Euro pro Jahr. Schnäppchen!

Was für Kosten entständen mir alternativ, wenn ich kein Fahrrad fahren würde? Nehmen wir an, ich nutze stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel wie S-Bahn und Busse. Ein reguläres Jahresticket kostet mich um die 1.300 Euro. Über meinen Arbeitgeber gibt es die Möglichkeit ein günstigeres Jobticket zu kaufen. Das würde dann „nur“ 840 Euro pro Jahr kosten. Immerhin noch über viermal so teuer, wie mit dem Fahrrad.

Der vollständigkeitshalber erwähne ich noch das Auto. Der Sprit alleine, nur für die Touren zur Arbeit, läge bei ca. 500 Euro im Jahr. Dazu kommen anteilig Abschreibung/Abnutzung, Versicherung, Steuern, Inspektion… Da wir sowieso ein Auto besitzen, ist es nicht so einfach, die Kosten direkt zu vergleichen. Fixkosten wie Versicherung und Steuern würden auch so anfallen. Aber ich kann schon sagen, dass die Autoalternative noch mal teurer wäre, wie die ÖPNV Variante.

Ich spare also jeden Monat durch mein Fahrrad Geld und das nicht zu knapp. Im Vergleich zu den Öffentlichen bleiben mir im Jahr 640 Euro mehr zum Investieren. Das macht bei einer Nachsteuerrendite von 4% nach 10 Jahren immerhin knapp 9.000 Euro oder nach 20 Jahren über 20.000 Euro. Das nehme ich gerne mit!

Es sind aber gar nicht die Kostenersparnisse, die für mich ausschlaggebend sind. Es gibt noch weitere Vorteile, die viel wichtiger sind.

Kampfansage an die Wampe

Seit der Geburt unseres kleinen Sohnes Heiermann ist die Zeit für Sport wirklich knapp geworden. Vor Heiermanns Geburt bin ich morgens, vor der Arbeit oder am Wochenende, gerne laufen gegangen. Da kamen schnell mal 10 oder 15 Kilometer vor dem Frühstück zusammen. Jetzt spiele ich stattdessen morgens mit meinem kleinen Schietbüddel. Er ist Frühaufsteher, wie sein Papa. Also brauchte ich eine Alternative, damit ich nicht langsam verfette. Kein oder wenig Sport funktioniert bei einem Typen wie mir, mit Vorliebe für Currywurst, Pommes & Co. nicht. Das Fahrradfahren ersetzt das Laufen und hält mich fit.

Im letzten Jahr habe ich über 2.600 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das ist ungefähr so, als würde ich mit dem Fahrrad die Distanz zwischen München und Marrakesch oder Moyynkum und Tsagaan-Ovoo zurücklegen. Bei Ersterem bräuchte ich allerdings eine ziemlich lange Brücke und bei Letzterem eine Flinte, um unterwegs die Bären abzuwehren.

Ich hatte letztes Jahr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 Kilometer pro Stunde. Damit ergeben sich 144 Stunden auf dem Rad. Anders ausgedrückt sind das fast drei Stunden Sport pro Woche, ohne dass ich es wirklich als Sport wahrnehme oder Zeit dafür einplanen muss. Es ist dann auch tatsächlich Sport, besonders auf der Rückfahrt von der Arbeit. Dann kämpfe ich mich in bester Lance Armstrong Manier unseren Berg hoch. Und der ist nicht ohne! Mit seinen 170 Höhenmetern zähle ich Nordlicht ihn schon mit zu den deutschen Hochgebirgen.

Das Fahrradfahren gibt mir ein ausreichendes Grundgerüst an Bewegung. Dazu kommen dann noch, sozusagen als Icing on the Cake, selektiv Training mit Gewichten (auch mal gerne morgens zusammen mit Heiermann) und ab und an Laufen oder Squash spielen. Das langt. Ich fühle mich topfit.

Ausgeglichen wie der Dalai Lama

Kohle sparen und fit sein. Geht da noch mehr? Jawohl!

Radfahren ist ungeheuer wichtig für mein seelisches Wohlbefinden. Ich lasse mich nicht so einfach stressen und bin ein recht entspanntes und ausgeglichenes Bürschchen. Es gibt so Tage, da geht es auf der Arbeit mal richtig hoch her. Oder die Leute gehen mir einfach auf die Nerven. Es hängt der berüchtigte Furz quer. Die Stimmung trübt sich und ein innerlicher Gemütssturm zieht auf, während ich das Büro verlasse…

Radfahren wirkt hier Wunder. Nach einer halben Stunde auf dem Hobel habe ich die meisten Probleme bereits verdaut und vergessen. Der Stress, der sich im Berufsverkehr sonst vielleicht weiter aufstauen würde, baut sich durch das gleichmäßige und ruhige Radfahren ganz von alleine ab. Die Glückshormone (Endorphin und Adrenalin), die bei allen Ausdauersportarten nach rund 30 Minuten ausgeschüttet werden, sind meine fleißigen Helferlein.

Ich bin übrigens einer von diesen unausstehlichen Typen, die schon montagsmorgens Karnevalslieder pfeifend den Gang runter schlendern und die Leute blöd angrinsen. Sonnenschein aus allen Körperöffnungen.

Frau Finanzglück und Heiermann kennen mich (fast) nur gutgelaunt, wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme. Dann wird gelacht und gespielt. Balsam für die Beziehung.

Das Gegenteil ist der Fall, wenn ich dann doch mal mit der S-Bahn oder dem Auto im Berufsverkehr unterwegs bin. Das ist wirklich verdammt unangenehm. Ich bin Verspätungen und Staus einfach nicht mehr gewöhnt. Da kriege ich die Krise.

War das etwa schon alles?

Nein! Ich kann noch mehr! Hier sind weitere positive Effekte, die das Bild abrunden.

  • Mutti Erde dankt es mir. Ich will unserem Spross, und meinen zahlreichen Enkeln (no pressure, Heiermann), eine gesunde Umwelt hinterlassen. Trotz meiner durchschnittlichen Schuhgröße soll mein ökologischer Fußabdruck winzig bleiben. Was gibt es da umweltschonenderes als Radfahren?
  •  Ich habe die besten Ideen beim Radeln (oder auch Laufen). Viele der Beiträge, die hier auf Finanzglück erscheinen, entstehen bei mir im Kopf, während ich in die Pedalen trete. Da gibt es ganz großes Kopf-Kino! Themen die mich beschäftigen, auf der Arbeit oder privat, kann ich in Ruhe auf dem Rad abwägen und zu Lösungen kommen.
  •  Fahrradfahren bedeutet auch Freiheit. Das ist wichtig für mich. Ich bin vom Typ her freiheitsliebend und idealerweise unabhängig von anderen. Daher auch mein Streben nach finanzieller Freiheit. Mit dem Fahrrad kann ich mich frei und unabhängig bewegen. Es gibt keine Fahrpläne, Verspätungen oder Staus. Wenn ich schnell fahren will, dann gebe ich Vollgas und wenn ich Zeit habe, dann lass ich entspannt rollen. Ich fahre jeden Morgen buchstäblich an hunderten im Stau stehenden Autos vorbei. Manchmal kann ich mir da ein diabolisches Lächeln nicht verkneifen.
  • Seit dem ich fast täglich Fahrrad fahre, bin ich kaum noch krank. Und das obwohl Heiermann alle möglichen Erreger aus seiner Kita anschleppt. Liegt das an der frischen Luft, die mein Immunsystem stärkt, oder daran, dass ich morgens nicht mehr in der Bahn angeniest werde? Keine Ahnung, wahrscheinlich ein Mix aus beiden.
  • Mit dem Fahrrad brauche ich Tür zu Tür ca. 30 Minuten zur Arbeit. Mit den Öffentlichen sind es 50 Minuten ohne Verspätungen (oft deutlich länger). Ich bin letztes Jahr an 130 Tagen mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Bei einer Zeitersparnis von 40 Minuten pro Tag sind das ganze 87 Stunden, die ich durch das Fahrradfahren eingespart habe. Das ist das Äquivalent von zwei Wochen Extra-Urlaub im Jahr!

Mein Fazit

 Ich habe mit Sicherheit noch einige weitere positive Aspekte vergessen, aber ich denke die Grundidee ist verstanden. Fahrradfahren bietet viele Vorteile und hat eigentlich nicht wirklich Nachteile.

Gründe sich gegen das Fahrrad zu entscheiden, wie Wetter (Regen, Wind, Schnee) oder „heute keinen Bock“, zählen für mich nicht. Statt jeden Tag abzuwägen. ob ich fahre oder nicht, verzichte ich komplett auf diese unnütze Kopfdiskussion. Ich fahre einfach immer. Die einzige Ausrede ist Glatteis. Da habe ich schon einige YouTube-würdige Stürze hingelegt. Bei Glatteis verzichte ich aufs Rad. In den letzten Jahren gab es aber nur eine Handvoll Tage, an denen ich das Fahrrad aus Wettergründen stehen lassen musste.

Jetzt kommt meine Frage an Dich.

Willst Du in Reichtum schwelgen, ein Six-Pack wie der junge Brad Pitt und Seelenfrieden wie der Dalai Lama haben, Deine Beziehung aufblühen lassen, das Immunsystem eines sibirischen Hirtenhundes aufbauen, eine Nobelpreiswürdige Idee entwickeln, und den United Nations „Champions of the Earth“ Umwelt-Award bekommen?

Alles Gute dabei. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Dein Fahrrad Dich da sehr viel weiter bringt, aber es ist auf jeden Fall schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Falls Du nicht eh schon überzeugter Velocionado* bist, dann zerre am besten gleich heute noch Deinen alten Hobel aus der Ecke vom Schuppen oder dem Fahrradkeller und pumpe die Reifen auf. Ab morgen geht‘s los!

 

Wie hältst Du es mit dem Fahrradfahren? Nutzt Du Dein Rad um zur Arbeit zu pendeln? Wenn nicht, könntest du es dir vorstellen? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!

 

 * Gibt es so ein Wort? Wenn nicht, dann jetzt 🙂

 

Facebooktwittergoogle_plusmail

34 Kommentare

    1. Moin Oliver,

      ich habe beim Schreiben des Beitrages auch an Dich gedacht! Bei Dir sind es ja dann noch mal ein paar Kilometer und vor allem Regentage mehr. Da ist das hier ja ein Spaziergang 🙂

      VG, Nico

  1. Ich fahre nicht Fahrrad. Das hat mehrere Gründe.

    1. Hier in Berlin sind nur Idioten unterwegs. StvO kann man als abgeschafft angesehen werden.
    2. Man kann während der Fahrt nichts anderes machen. Da ich aber Öffis nutze, kann ich problemlos die Zeit nutzen, um ein Buch zu lesen oder ein Podcast zu hören. Die Zeit müsste ich beim Fahrrad fahren dann von etwas anderem ab knapsen. Zeit ist leider ein sehr beschränktes Gut. Um nicht zu sagen endlich.

    Ob ich mit Fahrrad schneller auf Arbeit wäre, weiß ich nicht. Schneller als das Auto bin ich auf jeden Fall.

    Und für ein Zahnkranzwechsel muss man nicht in ein Fahrradladen gehen, außer du bekommst es kostenlos. Eine Kettenpeitsche und ein Zahnkranzabzieher kosten nicht sehr viel und kann immer wieder verwendet werden. Maulschlüssel hat man ja ohnehin.

    1. Moin Graccem,

      ganz ungefährlich ist die ganze Geschichte nicht, da gebe ich Dir Recht. Ich hatte auch bereits einen fast-Unfall. Das war eine enge Geschichte. Der Autofahrer hatte mich einfach stumpf übersehen und dann bei 30 kmh meinen Hinterreifen nur um einige Zentimeter verpasst. Ist zum Glück noch mal gut gegangen

      Deinen zweiten Punkt kann ich aber nicht ganz nachvollziehen. Du kannst gerade etwas Sinnvolles während des Fahrradfahrens machen! Du machst Sport und hältst Dich fit, verarbeitest Deine Erfahrungen des Tages, produzierst Glückshormone, stärkst Dein Immunsystem, … Ein Buch lesen oder Podcast hören ist auch toll aber das kannst Du auch zu Hause auf der Couch machen.

      Bei den Reparaturen ist bei mir noch Luft nach oben. Das werde ich in Zukunft mehr Zeit investieren. Hoffentlich passt es dann auch bald mit dem Zahnkranzwechsel.

      VG, Nico

      1. Hallo Nico,

        das fit halten ist aber eher einseitig. Das ist natürlich immer noch mehr wie beim durchschnittlichen Deutschen. Aber dadurch das ich zur U-Bahn gehe oder Treppen steige hält man sich auch fit (täglich bis in den 5.!).

        Erfahrungen des Tages verarbeitet man ohnehin im Schlaf. Wozu also sollte ich das während der Fahrt zu Arbeit machen? Zudem sollte man sich im Straßenverkehr eben auf diesen konzentrieren und nicht gedankenversunken auf dem Fahrrad verbringen. Das gilt für Autos natürlich auch.

        Bei würde das keine Glückshormone hervor bringen. Eher Stresshormone. Liegt aber primär am Verkehr hier. Die werden aber auch bei den Öffis produziert, wenn sie mal wieder übervoll sind…

        Mein Imunsystem ist ausreichend stark. Ich habe in meiner gesamten beruflichen Laufbahn genausoviele Krankheitstage wie der durchschnittliche Deutsche pro Jahr hat. Ich kann mich also nicht beklagen. Richtig ernähren und nicht in Watte einpacken, ist mindestens genauso hilfreich.

        Und ja, man kann auch zu Hause Bücher lesen. Oder eben andere produktive Dinge, die man unterwegs nur schwer bis gar nicht erledigen möchte/kann. Ich nutze eben nur 1 Stunde mehr, weil ich mir den Verkehr größtenteils erspare.

        1. Hallo Graccem,

          Der Beitrag oben ist natürlich auch etwas einseitig überspitzt geschrieben. Letztendlich muss sich jeder wohl fühlen und bei Dir sind da die Prioritäten anders. Wenn Du Dich jeden Morgen gegen Deinen Willen auf den Hobel schwingst, dann ist das auch nicht wirklich förderlich für Dein Glücksgefühl.

          Ich kenne Berlin zwar nur von diversen Besuchen (Frau Finanzglück kommt daher), aber ich hätte gedacht, dass es eigentlich ganz schön sein müsste dort mit dem Rad zu fahren. Viele Parks und Flüsse usw. Monika Reich scheint sich dort ganz gut zurechtzufinden (siehe Kommentar unten). Falls Du Dich dann doch mal für das Rad entscheiden solltest, kannst Du Dir ja bei Monika ein paar Tipps holen.

          VG, nico

          1. Hallo Nico,

            aber die Flüsse und Parks liegen nicht immer auf dem Weg zur Arbeit. Die Stadt hat auch anderes zu bieten 😉 Und Umwege zu machen, ist meiner Meinung auch nicht sinnvoll. Kostet ja wieder Zeit. Und Zeit ist deutlich mehr Wert als Geld.

            Ich fahre ja ab und zu mit dem Rad. Aber halt nicht zur Arbeit.

  2. hahaha…Du schreibst aus meine Seele! Ich besitze kein Auto, ich fahre kein Auto, ich Miete kein Auto. Obwohl ich einen Führerschein habe, Autofahren ist nicht mein Ding.
    Und…ich habe es noch NIE vermisst.
    Wir waren mal 2 Jahre Mitglieder in bei eine Carsharing Firma und in diese Zeit haben wir gefühlt 3 mal einen Auto gemietet eigentlich ausschließlich um zu üben. Dann haben wir gedacht: was für ein Schwachsinn. Das brauchen wir einfach nicht.
    Ok, wir leben zentral, aber ich werde nie am Arsch der Welt leben wollen…Es ist eben eine Entscheidung.
    Ich sage nicht dass alle Autofahrer schlecht sind, oder alle Autos überflüssig…aber hey…unsere Mitbürger fahren deutlich mehr mit dem Auto als nötig und dabei sehen viele aus wie Elefanten…. (sorry).
    Ich fahre unheimlich gerne Fahrrad nur leider, seit dem ich nicht mehr irgendwo arbeiten gehe, fahre ich viel zu selten mit dem Fahrrad. Alles ist in der nähe und ich habe einen neuen Fortbewegungsmitel gefunden: walking! Kennt Ihr’s? Es ist fantastisch. Kostet sogar weniger als ein Fahrrad 🙂
    Ich vermisse aber mehr Fahrradfahren…

    P.S. für jeder Blogpost Thema was Du mir klaust Nico, schuldest Du mir einen Bier! 🙂
    P.S. 2: ich bekomme immer noch keine E-Mails wenn du neue Beiträge veröffentlichst…

      1. Hallo MrW,

        ich würde mich trotzdem von einem Beitrag von Dir zum Thema Radfahren freuen! Jeder Blogger gibt in seinen Beiträgen eine ganz andere Sicht der Dinge. Ich fand zum Beispiel auch den Beitrag von Oliver oben toll. Also, wenn Dein Beitrag kommt, dann laden wir uns gegenseitig zum Bier ein 🙂

        Wegen P.S.2 – Wirst Du auch nicht bekommen. Ich schicke über den Newsletter jeden Sonntag eine Zusammenfassung der Artikel, die auf Finanzglück erschienen sind plus einige nette/lustige Worte und meinem Beitrag Favoriten von anderen Blogs.

        Alles Gute, Nico

  3. Hi,

    Ich bin ganz bei Dir. Ich hatte noch nie ein Auto, seit zwei Jahren hat mein Mann eins, aber mir ist das nicht geheuer. Ich fühl mich auf meinem Fahrrad wie der Fisch im Wasser. Wenn es nicht gerade Schneematsch oder Glatteis gibt, mache ich alle Wege bis etwa 15km hier in Berlin mit dem Rad. Und das schon seit 16 Jahren. Ich kenn meine Schleichwege durch Parks, an Kanälen entlang und auf ruhigen Straßen. Ich kann das auch mit den Krankheiten bestätigen. Fahre ich doch mal Ubahn habe ich mir schnell ein paar Viren eingefangen.

    Tschüss Monika

    1. Ich fand es erstaunlich, wie schnell ich mich an das Radfahren gewöhnt hatte. Nachdem wir aus London wiederkamen vor ein paar Jahren, bin ich erst mal immer mit den Öffentlichen gefahren. Damals empfand ich es gar nicht so schlimm. Klar, es gibt auch mal Verspätungen. Manchmal ist es halt so voll, dass ich stehen muss und manchmal einfach tierisch heiß. Außerdem kann ja doch etwas Produktives machen, wie Blogs lesen…

      Aber seit dem ich mich davon Verabschiedet habe und Fahrrad fahre, wird mir erst mal bewusst, wie viel schöner und unabhängiger es auf dem Rad ist. Eben keine Verspätungen und immer frische Luft. Außerdem gibt es immer einen Sitzplatz 🙂 Jetzt kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wieder regelmäßig mit den Öffentlichen oder sogar dem Auto zu fahren.

  4. Hi Nico,

    ich fahre hier in München total ungerne Fahrrad :/ Einige Bekannte waren schon in Unfälle verwickelt, wurden an- oder umgefahren.
    Wir haben zwar ein Auto, das ist momentan aber stillgelegt (40€ Stellplatzgebühren/ Monat). Da wir eh schon beide eine Fahrkarte für den ÖPNV haben und alles zu Fuß erledigen können, ist das auch kein Problem. Falls wir mal was größeres zu transportieren haben, greifen wir auf den Carsharing-Dienst von BMW zurück 🙂
    Für das, was wir vorher für das Auto ausgegeben haben, können wir hier über 50 Stunden Autos leihen.
    Sehr praktisch!
    Ich will den Wagen gar nicht mehr zurück und bequatsche den Mann schon dauernd, dass wir ihn ganz loswerden, also den Wagen, nicht den Mann. 😉

    Liebe Grüße
    Andrea
    Liebe Grüße
    Andrea

      1. Servus Andrea,

        ganz ehrlich, wenn Du zentral in einer großen Stadt wohnst, dann brauchst Du auch kein Auto. Wir haben auch immer Car-Sharing genutzt als wir noch zentral wohnten. Unsere Karre haben wir uns erst zugelegt, als wir in einen Vorort gezogen sind und Heiermann geboren ist. Car-Sharing ist eine tolle Sache und ich war immer erstaunt, wie wenig wir es dann doch genutzt hatten.

        Steter Tropfen höhlt den Stein – vielleicht hat Dein Liebster ja bald einsehen.

        Alles Gute, Nico

  5. Ein geiler Artikel! Mr Money Mustache lässt grüßen! 🙂
    Er hat auch einen schönen Artikel über Risiko geschrieben:

    http://www.mrmoneymustache.com/2012/06/07/safety-is-an-expensive-illusion/

    Ich muss für meinen Arbeitsweg noch eine Alternativroute durch den Wald finden, da auf der betreffenden Landstraße bereits zwei Radler über den Haufen gefahren wurden. (Tiefstehende Sonne, enge Strecke)
    So lange fahre ich die 11 km (einfach, morgens fast nur bergauf) noch mit dem Auto.

    Viele Grüße
    Benjamin

    1. Moin Benjamin,

      der gute MMM. Hat auf seinen Beitrag 258 Kommentare bekommen. Vielleicht kommen wir da ja auch noch hin 🙂

      Ich denke auch, dass Radfahren nicht unbedingt gefährlicher ist als Autofahren. Aber mich würden hier mal Statistiken interessieren. Es schein in Deinem Fall besser zu sein eine schöne Waldstrecke zu finden.

      VG, Nico

  6. Zu Beginn meines Blogs habe ich auch meinem Fahrrad gehuldigt.

    https://exstudentin.wordpress.com/2015/10/30/transportmittel-erster-wahl-fuss-und-fahrrad/

    Letzte Woche habe ich es wieder aus dem Keller geholt, diese Woche habe ich es dann doch stehen lassen.. Bin nun mal ein Schön-Wetter-Fahrer. Die Radwege zu meinem Arbeitgeber sind miserabel, weswegen man da ziemlich aufpassen muss. Ich fahre mitten durch die Stadt. Zwar auf dem schmalen Radweg, aber die Autos fahren direkt neben einem. Wenn es mich da hinlegt, war’s das. So ganz wohl ist mir beim Radfahren nie, weil ich ein paar Straßen überqueren muss, wo man von Autofahrern schnell mal ignoriert wird.

    Ich freue mich auf besseres Wetter, weil ich jeden Tag ebenfalls rund 45min und 70€ Fahrkarte durchs Radfahren spare und nicht auf den Fahrplan der Bahn angewiesen bin.

    1. Hallo Jenny,

      ich würde mir auch mehr Radwege wünschen. Ich bin in Bremen aufgewachsen und daher sehr verwöhnt, was das Radfahren angeht. Dort gibt es ausreichend schöne Radwege und die Autofahrer passen einfach besser auf. Letzteres ist häufig das Problem in Städten, in denen das Radfahren erst im Kommen ist. Ich teile mir auch jeden Tag bestimmt ein Drittel oder so die Straße direkt mit Autofahrern weil es keine Radwege gibt. Das nervt. Aber der Trend geht ja in die Richtige Richtung. Wir werden wohl noch komplett autofreie Städte erleben.

      Dann kannst Du ja jetzt schon mal ab März Deine Monatskarte für die Bahn kündigen 😉

      VG, Nico

  7. Puh Nico,

    da hast du mich aber ganz schön erwischt. Ich fahre in letzter Zeit viel zu wenig Fahrrad – bzw. gar nicht mehr …

    Dabei war ich früher viel mit dem Rennrad unterwegs. Aber der Ansporn mit dem Rad durch die Stadt zu fahren, ist einfach nicht groß genug. Mir macht es keinen Spaß, mich durch die Blechlawinen zu schlängeln und zu hoffen, dass alle ihre Brillen eingepackt haben …

    Die Vorteile des Fahrrads liegen natürlich auf der Hand. Allerdings müsstest du hier in Leipzig deine Kostenrechnung anpassen. 2 Fahrräder im Jahr brauchst du schon (vermutlich eher mehr). Die bekommen ständig Beine. Mir wurden sogar mal die Turnschuhe aus dem Treppenhaus geklaut.

    Sportliche Grüße
    Christoph

    1. Hi Christoph,

      Fahrrad stehlen ist wirklich ein Thema. Ich kann zum Glück tagsüber mein Rad auf einem bewachten Parkplatz bei meinem Arbeitgeber abstellen. Ansonsten hätte es wohl auch schon mal den Besitzer gewechselt.

      VG, Nico

  8. Ich kann ja einigen Argumenten die du pro Fahrrad anführst durchaus zustimmen. Auch wenn ich selbst Auto fahre und das Fahrrad nur für gelegentliche sportliche Aktivitäten nutze.

    Was ich nicht unterschreiben kann ist die These, daß Sparsamkeit den Unterschied macht um effektiven Vermögensaufbau zu machen. Erstens denke ich, daß das „Mangeldenken“ ist und nicht oder nur in seltenen Fällen zum gewünschten Erfolg führt. Hatte erst in der letzten Woche ein Gespräch mit einem sagen wir mal „armen Millionär“ (Vermögen im einstelligen Mio.€ Bereich). Es ging darum, warum die Reichen immer reicher werden. Die Kernaussage war: 1. Ich investiere anders. 2. Ich bekomme Investitionsmöglichkeiten die der breiten Masse nicht angeboten werden. 3.Ich kann Risiken eingehen, weil ich ein hohes regelmäßiges Einkommen habe. Von Sparsamkeit war nicht die Rede.

    1. Hallo Gerhard,
      dein Beispiel geht ziemlich an Nicos These vorbei. Wie du schon richtig gesagt hast, ging es in deinem Gespräch darum „Wie die Reichen immer reicher werden“. Nicos These, dass Sparsamkeit entscheidend ist, bezieht sich aber darauf, wie man überhaupt erst reicht wird. Andere Investitionsmethoden und -möglichkeiten sowie höhere Risikotragfähigkeit eröffnen sich einem, wenn man die erste Million bereits sein Eigen nennt (so wie es auch bei deinem Gesprächspartner der Fall war). Wenn man aber bei Null startet und sich erst auf den Weg zu Reichtum macht, bin ich auf Nicos Seite: Die einzige Möglichkeit reich zu werden ist es, weniger auszugeben als man verdient.

      1. Oliver, das hätte ich nicht besser beschreiben können 🙂

        Moin Gerhard, hast Du denn Deinen Millionär gefragt, wie er so lebt? Das wäre doch mal spannend gewesen. Man liest ja viel über reiche Personen, denen man es nicht anmerkt, weil sie ein bescheidenes Leben führen. Das er in Deinem Gespräch lieber von spannenderen Dingen, wie Top-Investments, erzählt, ist nachvollziehbar.

        Ein Anmerkung vielleicht noch. Bei der ganzen Geschichte hier geht es nicht darum reich zu werden. Mein Ziel ist ein glückliches Leben zu führen. Finanzielle Freiheit ist dazu ein Baustein, der dabei helfen kann. Vermögen aufbauen dient daher in meinen Augen einem ganz bestimmten Zweck. Wenn Du jetzt weit mehr Vermögen aufbaust, als Du wirklich zum Leben brauchst, dann ist es für mich nicht unbedingt zielführend. Die negativen Begleiterscheinungen, wie Neid, Missgunst oder vielleicht sogar Gier, sind Deinem Glücksgefühl nicht gerade zuträglich. Dadurch kannst Du schnell unglücklich werden.

        Von daher möchte ich gar kein armer oder reicher Millionär werden. Stattdessen möchte ich irgendwann einen ausreichenden passiven Einkommensstrom erzeugen, von dem ich weiterhin mein gewohntes Leben bestreiten kann, ohne einer Tätigkeit des Einkommens wegen nachgehen zu müssen.

        VG, Nico

  9. Hey Nico,
    das Fahrrad fahren ist wirklich eine schöne Art um viele positive Effekte zu kombinieren. Mein Hauptbeweggrund ist aber bei dem Thema eher der Spaß. Ich liebe Rad fahren einfach und ich liebe den Sport. Für mich ist der positive Effekt wirklich ersparte Zeit beim Training, welche ich für andere Sportarten oder längere Touren einsetzen kann.

    In dem Fall ist Rad fahren dann auch nicht mehr so günstig. Dann bleibt es meist nicht nur bei einem Fahrrad 😉 Das Auto ist auch eh da und von daher sind die Ersparnisse auch nicht so gewaltig. Die einzigen Kosten, welche sich leicht erhöhen sind die Tankkosten, wenn ich wenig Radle zur Arbeit.

    Ich fahre deshalb meist auch nur von Frühling bis Herbst mit dem Rad zur Arbeit. Im Winter vergeht mir meist die Lust dazu und wenn ich dann weitermache, verliere ich den Bock am Sport…

    Aber das ist wohl so ein Triathlontick alles 😀

    Gruß,
    mafis

  10. Hey Nico,

    der Artikel kommt für mich zur richtigen Zeit: Seit 2 Tagen fahre ich wieder mit dem Rad zur Arbeit. Bei mir ist die Lage ganz ähnlich wie bei dir: Mit Bus&Bahn dauert es bei mir üblicherweise 50 min, mit dem Fahrrad nur 30min.

    In Bremen macht das Fahrradfahren zwar Spaß aber das häufige Schietwetter kostet mich auch schnell mal die Motivation. Daher kommt es eigentlich nie soweit, dass ich mein Monatsticket ganz kündige.

    Aber wenn ich bedenke, dass ich vor einem Jahr mein Auto verkauft habe und wie gut sich das auf mein Konto ausgewirkt hat, bin ich damit schon sehr zufrieden.

    Gruß,
    Sebastian

    1. Oh, was vermisse ich das Radfahren in Bremen. Die Strecken am Werdersee entlang oder durch den Bürgerpark… Da kommen alte Erinnerungen hoch!

      Es ist übrigens eine bemerkenswerte Leistung das Auto zu verkaufen. Erst gar keins anschaffen ist eine Sache. Aber wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, eines zu besitzen, dann ist es eine ganz andere Sache, dies wieder zu verkaufen. Gar nicht so einfach. Vorbildlich 🙂

  11. Ich bin wirklich tief beeindruckt von deinem Durchhaltevermögen.

    Selbst bin ich auch immer gefahren. Seit meinem Umzug habe ich mich aber hinter der „weiten“ Strecke von 11 km versteckt. Und dies als willkommene Ausrede hergenommen

    Aber nachdem ich den Beitrag hier gelesen habe bin ich hoch motiviert. Meinen Draht Esel wieder auszupacken.
    Danke für die Motivation. 🙂

    Gruß

    Christian

  12. Hallo Nico,

    ich möchte ab morgen auch endlich mit dem Rad zur Arbeit düsen. In meiner Vorstellung aber nur bei gutem Wetter. 11 km bei Regen, da kommt man doch nass bis auf die Knochen im Büro an. Hast du immer Handtuch/Wechselklamotten dabei?

    1. Hallo Mitro,
      ich fahre auch bei Regen mit dem Fahrrad und bin (fast) immer trocken im Büro.
      Dank Regenjacke, Regenhose und Regen-Überschuhen ist es mir mittlerweile sogar total egal, ob es regnet oder nicht. Gegenwind ist da in Wahrheit der deutlich härtere Gegner. Nur bei längerer Fahrt und starkem Regen ist meine Regenhose irgendwann an den Oberschenkeln durchgeweicht, für diesen Fall habe ich aber einfach eine Wechselhose dabei. Wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. 🙂 Nur einmal wurde ich komplett nass geduscht, als ein LKW einen Meter neben mir durch eine Pfütze gebrettert ist…

    2. Moin Mitro,

      ich habe meinen Anzug/Schuhe immer auf der Arbeit und radle mit Jeans/Arbeitshemd. Wenn es regnet, ziehe ich einen Regenponcho über. Der sieht zwar wirklich scheiße aus, aber macht einen guten Job 🙂 Gute Regenjacke und Hose wäre die Alternative. In dem Zeug schwitze ich aber leicht.
      Ganz ehrlich, versuch einfach mal immer zu fahren, egal wie das Wetter ist. Klar gibt es schwierige Tage, aber an den meisten ist es ok. Jeden Morgen abzuwägen, ob Du jetzt fährst oder nicht, ist anstrengender als mal einen regnerischen Tag zwischendurch zu erwischen. Wenn Du auch mal an schlechten Tagen fährst, weißt Du die schönen auch erst wirklich zu schätzen. Mich stört mittlerweile das Wetter gar nicht mehr. Du gewöhnst Dich schnell daran.

      VG, Nico

      1. Danke für Eure Antworten, Olliver und Nico.

        Bis Ende Mai ist die Parkkarte bezahlt, bis dahin habe ich Zeit mir entsprechende Regenkleidung zu besorgen. Bin heute jedenfalls gut angekommen, wenn auch etwas verschwitzt.

        Gruß,
        Mitro

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.