Jetzt lasse ich die Hosen runter: Wie investiere ich in ETFs?

Dies ist Teil 7 der Aktienmarktserie

Ich habe jetzt viel um den heißen Brei herumgeredet. Warum ich den Aktienmarkt für die beste Anlageklasse zum langfristigen Vermögensaufbau halte? Warum Börsencrashs und Volatilität mir wurscht sind? Warum ich den Zinseszins liebe? Warum ich nicht in Anleihen investiere, sondern nur in den Aktienmarkt und Immobilien?

Das ist ja alles schön und gut. Aber die Frage, die Dich vielleicht interessiert, ist doch:

Was hat der Schnacker denn jetzt konkret in seinem Portfolio?

Bevor es ins Detail geht, lass mich erst noch mal darlegen, welche „Philosophie“ (wenn man es denn so nennen kann) dahintersteckt. Was ist für mich am wichtigsten, wenn ich in den Aktienmarkt investiere?

Ich möchte nachts gut schlafen

Das ist am allerwichtigsten. Meine Oma hat immer gesagt: Hauptsache gesund! Ich will mich nicht durch meine Aktienmarktinvestitionen stressen. Es geht hier letztendlich nur um Geld. Das ist zwar auch wichtig, aber bei weitem nicht das Wichtigste. Meine Geldanlagen dürfen daher gerne langweilig sein. Bloß keine wilden Sachen.

Daher wird es bei mir keine gehebelten Knock-out Zertifikate geben a là „Open-End-Turbo-Option auf Facebook“ (den gibt es tatsächlich zu kaufen!). Ich benutze generell keinen Kredithebel, um im Aktienmarkt zu investieren. Das kann schnell im finanziellen Super-Gau enden. Ich investiere nur Geld, das ich zur Not auch entbehren kann. Verluste dürfen mich finanziell nicht aus der Bahn werfen.

Ich bin faul

Für mich gibt es zwei Möglichkeiten, in den Aktienmarkt zu investieren. Das eine ist die direkte Auswahl von Einzelaktien. Die Alternative ist ein breit gestreuter Strauß an Aktien in Form von Fonds. Ganz nach dem Prinzip: ein bisschen von allem, dann wird das Richtige schon mit dabei sein.

Ich traue mir derzeit nicht zu, erfolgreich ein eigenes Portfolio aus Einzelaktien aufzubauen. Man muss schon ein kleiner Fuchs sein, um hier langfristig eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Dazu kommt ein nicht ganz unerheblicher Zeitaufwand. Ich bin (zumindest derzeit) weder ein Aktien-Fuchs, noch habe ich Bock hierfür Zeit zu investieren. Anders ausgedrückt, ich bin einfach zu faul, um mich darum kümmern zu wollen, wie ich mein Geld im Aktienmarkt anlege.

Daher läuft es auf Fonds hinaus. Was ich von aktiv verwalteten Fonds halte, habe ich hier bereits dargelegt. Damit fallen die schon mal raus.

Was dann noch bleibt, ist mein heiliger Gral der Geldanlage: günstige, börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Ich bin von ganzem Herzen passiver Anleger. Der Durchschnitt reicht mir völlig. Der Kuchen (sprich die Rendite) ist groß genug, so dass ich nicht unbedingt eine überdurchschnittliche Performance brauche. Natürlich sind auch ETFs nicht perfekt und haben so ihre Tücken. Aber für meine Bedürfnisse sind sie die bestmögliche Art, um Geld im Aktienmarkt zu investieren.

Der Arbeitsaufwand ist minimal. Meine Investitions-Strategie hatte ich vor einiger Zeit einmal festgelegt. Jetzt schaue ich nur noch alle paar Monate ins Depot, wenn ich beim neuen Investieren die ursprüngliche Aufteilung wieder herstelle (re-balancing). Einfacher geht es kaum.

Ich bin immer voll investiert

Market Timing funktioniert nicht, zumindest langfristig. Davon bin ich überzeugt. Buy low, sell high, klingt ja erstmal ganz einleuchtend. Doch ab wann ist low low und wann high high? Manchmal erwischst Du vielleicht den richtigen Zeitpunkt. Meistens jedoch nicht.

Du wartest in voller Anspannung, bis sich doch endlich die Kurse nach unten bewegen um dann in bester Schnäppchenjäger-Manier den perfekten Einstiegspunkt zu erwischen. Blöd nur, wenn dazwischen ein paar Jahre vergehen. Solange fristet Dein wertvolles Kapital ein tristes Dasein auf Deinem niedrigverzinsten Tagesgeldkonto.

Seit der Einführung des DAX 1988 gab es 20 Jahre, in denen er gestiegen ist und nur 8 Jahre, in denen er gefallen ist. Wenn Du also nicht voll investiert bist, dann ist die Chance groß, dass Du gerade eine positive Wertentwicklung verpasst. Von den entgangenen Dividenden ganz zu schweigen.

Daher verkaufe ich nie Anteile. Stattdessen kaufe ich immer neu hinzu, sobald wieder etwas Bares in die Kasse kommt. Ich halte meinen Notgroschen für unerwartete Ausgaben. Der wird nicht angerührt. Alles darüber hinaus geht immer direkt in neue Anteile meiner ETFs. Egal wo die Märkte gerade stehen. Ich nutze den Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosten-Effekt). Ich brauche mir keinen Kopf zu machen, ob der Zeitpunkt zum Kauf jetzt richtig ist oder nicht.

Wer sind die drei Damen meines Herzens?

Investitionen in den Aktienmarkt sollten gut diversifiziert sein. Du willst einen breiten Aktienmix mit einer Streuung in Unternehmensgrößen, Ländern und Branchen. Allerdings soll die Geschichte auch überschaubar bleiben. Wenn Du in 10 verschiedene ETFs investierst, dann fallen überproportional Transaktionskosten an und das re-balancing wird komplexer. Das möchte ich vermeiden.

Mein Sweet Spot sind 3 ETFs! Mehr dürfen es für mich nicht sein.

Doch wer sind die Damen meines Herzens? Ähnlich wie beim Internet Dating, scheint das Angebot grenzenlos zu sein. Ich hatte lange darüber gegrübelt, um dann zu dem Schluss zu kommen:

Ist eigentlich gar nicht so wild! Hauptsache ich lege mich einmal fest und ziehe dann durch. Das gleiche Prinzip wie in der Ehe 🙂

Ladies and Gentlemen, hier sind meine drei Herzensdamen:

  • Die gebildete Dame aus gutem Hause (Dividendentitel Global): Sie ist kosmopolitisch und fühlt sich in den westlichen Metropolen dieser Welt Zuhause – gestern New York, heute London, morgen Berlin. Sie ist solide und neigt nicht zu Temperamentsausbrüchen. Böswillige Menschen bezeichnen sie sogar als langweilig. Sie bringt Vermögen mit in die Beziehung und finanziert unseren gemeinsamen Lebensstil.
  • Das Mädchen vom Lande (Nebenwerte Europa) – Trotz Ihrer Schönheit kommt sie eher bescheiden daher. Die provinzielle Herkunft kann sie nicht verstecken. Sie präferiert das Leben abseits der Scheinwerfer. Menschen, die sie länger kennen, schätzen Ihre Weitsicht und den ausprägten Familiensinn.
  • Die exotische Schönheit (Schwellenländer) – Sie ist temperamentvoll, gefühlvoll. Ein Moment noch tieftraurig und im anderen Moment wieder voller Freude und Lebenslust. Äußere Einflüsse machen ihr zu schaffen. Bei schlechtem Wetter liegt sie mit Schnupfen im Bett. Doch sobald die Sonne wieder rauskommt, steht sie bereit, die Welt zu erobern. Mit ihr wird es nie langweilig.

Ich habe mich in alle drei verliebt und möchte keine von ihnen missen. Doch wie teile ich meine Zeit zwischen ihnen auf? Ich habe mich entschieden, 40% der Zeit mit der gebildeten Dame aus gutem Hause zu verbringen. Die restliche Zeit teile ich mir mit je 30% gleichmäßig zwischen dem Mädchen vom Lande und der exotischen Schönheit auf.

Auf diese 4 Kriterien achte ich bei der Auswahl des richtigen ETF

Meine drei Herzensdamen stehen für die Indices, die ich durch ETFs in meinem Depot haben möchte. Jetzt muss ich nur noch die passenden ETFs dazu finden (hierbei kann justETF sehr hilfreich sein).

Für mich gibt es 4 Kriterien, an denen ich die ETF-Auswahl festmache:

  • Fondsgröße: Die muss ordentlich sein. Ich möchte nicht in die Situation kommen, dass der ETF dichtgemacht wird, weil nicht mehr genügend Anlagekapital vorhanden ist. Der Anbieter sollte einer der großen Player sein.
  • Ausschüttend: Ich liebe Dividenden! Sie motivieren mich meinen Weg zur finanziellen Freiheit weiter zu schreiten. Sie helfen auch, Frau Finanzglück bei der Stange zu halten bei unserem Freiheitsprojekt. Steuerlich sind ausschüttende ETFs einfacher.
  • Replizierend: Ich möchte auch wirklich die Aktien im ETF haben, die drin sein sollten. Zumindest soweit es geht, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Ein paar Schweinereien laufen immer im Hintergrund, aber das sollte die Ausnahme sein. So ein durchgeswapter ETF, in dem vielleicht nicht mal eine einzige Aktie aus dem Index drin steckt, ist nichts für mich. Ich mag Swaps nicht, da ich sie nicht vollständig verstehe.
  • Billig: Wenn die oberen drei Punkte erfüllt sind, dann schaue ich nach dem Preis. Der wird gemessen an einem möglichst niedrigen TER (Total Expense Ratio), wobei Du auch hier genau hinschauen musst, weil es manchmal versteckte Kosten geben kann. Leider sind replizierende ETFs oft etwas teurer als Swapper.

So sieht mein Portfolio aus. Solltest Du Dir gerade selber Dein Portfolio zurechtschnitzen, dann wird Dir dieser Beitrag hoffentlich hilfreich sein.

Hast Du Anmerkungen oder Fragen dazu? Fährst Du einen ähnlichen oder gänzlich anderen Ansatz? Ich würde mich über einen Kommentar von Dir freuen.

 

Update: Erst mal vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und auch den wirklich interessanten E-Mail Verkehr, den ich mit Einigen von Euch abseits des Blogs hatte. Ich habe daraufhin meine Strategie angepasst. Auch wenn es herzlos klingt – ich habe mich von der gebildeten Dame aus gutem Hause getrennt. Nicht etwa, weil ich sie nicht mehr mag. Nein, ich habe sie verlassen, weil ich eine Bessere gefunden habe (jetzt klingt es aber herzlos!) 🙂

Den ETF auf Dividenden Titel habe ich mit dem Schlachtschiff unter den Indices, den MSCI World, ersetzt. Dieser ETF wird in Zukunft 40% meines Portfolios ausmachen.

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26 Kommentare

  1. Hallo Nico,

    danke für den Artikel.

    Allerdings ist die Bux noch immer nicht ganz unten…

    Wie genau heißt denn Deine gebildete Dame aus guten Hause? Der Global Select Dividend?
    Warum Europas nur Small Caps?

    Da bleibt noch Luft für ein paar Erläuterungen!

    Gruß
    Klaus

    1. Hallo Klaus,

      stimmt, die Bux muss noch die Waden bedecken! Ganz weit aus dem Fenster will und darf ich mich hier nicht lehnen, da es sonst schnell in die Ecke der Anlageberatung geht.

      Für globale Dividendentitel gibt es mehrere passende Indices und Global Select Dividend ist einer davon. Der passt also. Ob der Anbieter jetzt STOXX, Dow Jones oder jemand anders ist, spielt da keine große Rolle (zumindest für mich). Ich hätte auch einfach mit 40% den MSCI World abdecken können und würde damit genauso gut schlafen.

      Deine Frage „Warum Europas nur Small Caps?“ würde ich eher umdrehen. Auf jeden Fall Small Caps, aber warum nur Europa? Small Caps sollten langfristig eine höhere Rendite liefern als die gebildete Dame aus gutem Hause. Dafür ist es eher eine Achterbahnfahrt, wie bei der exotischen Schönheit (sprich die Volatilität ist höher). Letzteres ist mir egal, doch die Rendite möchte ich gerne sehen. Leider hatte ich keinen passenden ETF gefunden, der Small Caps weltweit abbildet und gleichzeitig noch meine 4 Kriterien erfüllt. Daher European Small Caps.

      VG, Nico

  2. Hallo,

    interessanter Ansatz. Aber zwei Fragen hierzu:
    – Macht dir nicht zu schaffen, dass der ETF mit den globalen Dividenden-Titeln performance-technisch dem MSCI World deutlich hinterherhinkt? Oder sind Dir die Ausschüttungen irgendwie wichtiger als die reinen Kursgewinne?
    – Ich investiere auch in einen Emerging-Market ETF. Aber thesaurierend (swapper), weil ich keinen physisch replizierenden und ausschüttenden ETF gefunden habe. Kannst Du mir einen Tipp geben?

    Danke für Deine Auskunft.
    VG

    p.s. Super Blog! Tolle Beiträge – mach weiter so!

    1. Hallo Karl-Otto,
      Genau, Dividendentitel sind mir in diesem Fall wichtiger. Es bringt auch etwas Stabilität. Da ich schon zwei recht Flotte Damen im Portfolio habe, bringt die gebildete Dame aus gutem Hause hoffentlich etwas Ruhe in die Beziehung. Der MSCI World hat sich, wenn ich es richtig sehe, erst in 2015 wesentlich vom Global Dividend abgesetzt. Wer weiß, wie sich das in 2016, 2017 oder 2035 entwickelt? Wenn ich heute wüsste, das der MSCI World auch in den nächsten 20 Jahren besser performed, dann würde ich die ETF Auswahl ändern. Das weiß ich allerdings nicht. Von daher halte ich solange einfach stur an der bisherigen Auswahl fest. Ich mach mir da wirklich erstaunlich wenig Gedanken drüber. Ich musste gerade erst mal nachschauen, wie sich die Werte entwickelt haben.

      Bei meinem EM ETF laufen tatsächlich einige Schweinereien im Hintergrund. Das Stichwort ist hier „Physische Replikationsmethode mit optimiertem Sampling”. Da wird schon mit Derivaten gearbeitet. Das mag ich nicht, aber sehe es noch als kleineres Übel. Die Alternative wäre ein thesaurierender ETF und das will ich vermeiden. Ausschüttungen sind mir wichtig. Schau einfach mal bei JustETF rein und sortiere nach EM und physisch replizierend.

      Es gibt hier aber kein Richtig oder Falsch. Jede(r) muss selber schauen, was für sie/ihn das Beste ist. Ich bin nicht wirklich ein Fuchs, wenn es um die Detailfragen bei der ETF Auswahl geht. Da gibt es auf dem Wertpapier-Forum oder auch bei einigen anderen Finanzblogs (z.B. Finanzwesir) wesentlich tiefgreifendere Diskussionen/Artikel.

      Wie Deine Strategie nachher aussieht ist eine Sache. Es ist aber wesentlich wichtiger, diese dann auch durchzuziehen. Das kannst du auch mit einem 100% MSCI World ETF erreichen, wenn das denn dann die Strategie sein sollte.

      Hat Dir diese Antwort weitergeholfen? Ich gebe mir Mühe, weiter interessante Beiträge zu schreiben. Als nächstes kommt wahrscheinlich wieder etwas zu Immobilieninvestitionen.

      VG, Nico

  3. Sers Nico,

    danke für den schönen Beitrag!

    Mein größtes Anliegen ist auch der ruhige Schlaff bei gleichzeitiger tollen performance. Jetzt beschäftige ich mich seit 10 Jahre (auch beruflich) mit Aktienmärkten….all die vielen Stunden und Analysen und ich war trotzdem schlechter als die Benchmark (DAX, MDAX, etc.). Zwar ist immer eine tolle performance rausgesprungen, jedoch hätte ich immer weniger Arbeit gehabt und eine bessere Performance, wenn ich gleich in ETFs gegangen wäre…

    Eine Frage hab ich an dich: Wir können das Markentiming nie richtig treffen, was hältst du jedoch davon wenn man den Schiller KGV als einzige Richtschnur nimmt. Liegt der langfristige KGV über der Linie, wird gespart, liegt er darunter, wird weiterhin mit dem Cost Average Effekt investiert.

    Thanks in advance,
    Mike

  4. Hallo Mike,

    zunächst mal: Lustiges Bild auf Deiner Seite!

    Mit dem Market Timing ist es so ähnlich wie mit der Lifestyle Inflation. Bei Beiden ist es ein dauernder Kampf es nicht zu tun. Es ist schwierig.

    Es mag schon passen, bei einem unterdurchschnittlichen KGV zu investieren und ansonsten das Geld auf dem Tagesgeldkonto rumlungern zu lassen. Aber leider verschiebt sich der Durchschnitt. Oder aber es gibt heftige Ausschläge und Du reagierst nur mit Verzögerung. Verkaufst zu spät. Kaufst zu spät. Oder machst Dir einen Kopf, ob Du jetzt kaufen, verkaufen oder halten solltest?

    Ich weiß gar nicht wo der KGV im Moment steht. Es ist mir auch ehrlich gesagt egal. Dadurch, dass ich immer jeden freien Euro direkt investiere, brauche ich mir darüber keine Gedanken zu machen.

    So halte ich es im Moment. Sollte ich irgendwann mal im Lotto gewinnen, dann würde ich schauen, ob ich alle sofort investieren würde oder aber nicht. Aber das ist dann einen eigenen Beitrag wert 🙂

    VG, nico

    1. Hey Nico,

      geile Antwort :-D. Du hast ja recht…im Grunde genommen ist das wirklich die entspannteste Art und Weise zu investieren.

      Der Schiller KGV bezieht sich auf die letzten 10 Jahre und hat dadurch ein gewisse Glättung der Gewinne. Es wäre quasi nur ein Signal zu beachten…aber wie gesagt, ein Signal ist schon mehr als kein Signal ;-).

      Beste Grüße

  5. Die Strategie in Dividenden Titel zu investieren ist letztlich Stockpicking.
    Du hast hier eine wesentlich kleinere Diversifikation als in den breiten Indizes.
    Du schreibst zur Zukunft selbst „ich weiß es nicht“. Dann ist es jedoch inkonsequent nicht den World zu nehmen, der mit den andern beide keine überschneidung hat.
    So fehlen dir Technologie Werte wie Apple, Google etc, dafür aber hast du mehr Konsum, Finanzen!!, und evtl Versorger drin.
    Was ist besser? Wenn du sagst „ich weiß es ist“ Dann ist es inkonsequent sich für ein „extrem“ zu entscheiden und du solltest die Gewichtung passiv durch den Markt bestimmen lassen.

    Aber das ist nur meine Meinung, was bessere Performance liefert kann keiner sagen und letztlich zählt das die Strategie dich selbst zufrieden stellt damit man dabei bleibt.

    Lg

    1. Hallo Jojo,

      Letztendlich muss man sich für bestimmte ETFs entscheiden und wird niemals den gesamten Markt abdecken können. Von daher betreibt ja jeder irgendwo „Stock-Picking“ nach Deinem Verständnis.

      Ich verstehe Deinen Kommentar so, dass ich lieber so breit wie möglich investieren sollte und der Dividenden ETF zu eng ist. Der Standardansatz wäre dann z.B. World und Emerging Markets. Das ist ein fairer Punkt. Ich betrachte den Dividenden-ETF in Kombination mit den anderen beiden und denke daher es passt so für mich. Die Streuung ist gewährleistet. In diesem Fall sind mir die höheren Ausschüttungen wichtiger. Dafür verzichte ich dann auch auf die Googles dieser Welt.

      Wie würdest Du denn lieber investieren, bzw. welche ETFs hältst Du in Deinem Portfolio?

      VG, Nico

  6. Toll geschrieben. Ich mag es sehr, wenn mein solch einem trockenen Thema auch noch was für die Lachmuskeln dabei ist. Werde hier definitiv weiter stöbern.

    Über deine ETF-Auswahl will ich mich gar nicht auslassen. Ich denke es ist das Wichtigste, dass man als Anleger selbst eine Entscheidung trifft die man für richtig hält und dass man sich nicht von außen verrückt machen lässt. Nur so kann man, wie du ja selbst sagst, nachts ruhig schlafen. Vor allem aber übernimmt man die alleinige Verantwortung für die eigenen Investments und sucht den Fehler im Falle eines Misserfolgs dann auch an der richtigen Stelle.

  7. Beschäftige mich auch seit kurzem mit Anlagevermögen und auch wenn es immer heisst, man soll passiv in ETF investieren und am besten 1 Jahr nicht mehr ins Depot schauen muss ich es jeden Tag machen. Start Anfang Januar war dabei auch nicht unbedingt der beste und zur Zeit ist alles tiefrot. Schlafen kann ich zwar trotzdem noch gut aber Gedanken macht man sich automatisch. Setze auch auf Quartalsweise ausschüttende ETF und hoffe das sich meine Gedanken nach 3 Monaten etwas ins positive ändern 😉

    1. Hallo FinanzOpa (lustiger Name!),

      bitte verstehe mich nicht falsch, ich glaube nicht, dass ETFs der Weisheit letzter Schluss ist. Es gibt durchaus viele erfolgreiche Investoren, die andere Strategien verfolgen und damit großen Erfolg haben. Nur für mich ist das nichts. Ich liebe den Seelenfrieden, den mir ein passiver take-and-hold Ansatz bringt.

      Ich bin allerdings in einem Punkt wirklich neidisch auf Anlegen in Dividenden-Titel. Du sprichst es auch in deinem Kommentar an. Ich würde liebend gerne jeden Monat diverse Dividendenauszahlungen haben. 20 Euro hier, 40 Euro da, 30 Euro hier. Da würde ich mich alle paar Tage freuen wie ein Schneekönig. Stattdessen rammelt es bei mir alle drei Monate im Depot, dann aber richtig. Meine Indexfonds zahlen alle vierteljährig aus, jeweils in den gleichen Monaten. Das ist wirklich schade – ein Luxusproblem.

      Wenn Du einmal Vertrauen in Deine Strategie hast, wird es hoffentlich einfacher, nicht täglich ins Depot zu schauen. Ich investierte in den letzten Monaten (beim Re-balancing) verstärkt in den Emerging Market Fonds. Der ist halt am meisten abgeschmiert und daher jetzt untergewichtet. Und das neben all den Bösen Nachrichten – Brasilien, China, Russland, … Macht mir aber erstaunlich wenig aus. Wenn Du Dich einmal daran gewöhnt hast, dann sind es eher die Chancen (jetzt ist es billig!), als die Risiken, die Du wahrnimmst.

      VG, nico

  8. Ahoi Nico,

    eine Frage hätte ich an dich. Was hast du mit der 1. gebildeten Dame aus gutem Hause gemacht. Als du deine neue Flamme gefunden hast?. Hast du Ihre Anteile, die Du im Portfolio hattest, verkauft oder lässt du sie einfach liegen und kaufst dich dann mit neuem Geld beim MSCI World ein?

    Grüße und frohes schaffen

    UR

    1. Einer alten Liebe soll man nicht hinterhertrauern. So habe ich es auch mit der gebildeten Dame aus gutem Hause gemacht. Ich habe den ETF verkauft. Steuerlich hatte es in diesem Fall keine große Auswirkung. Ansonsten hätte ich noch überlegt den ETF einfach weiter im Portfolio zu halten und dann zu verkaufen, wenn es aus Steuersicht Sinn macht.

  9. Moin Nico,

    wie hälst Du es denn mit der Frage, ob Deine Frau in die gleichen ETF’s investiert? Schmeißt Ihr einen gewissen Teil zusammen? Spart sie anders als Du und jeder seperat für sich (aus welchen Gründen auch immer)?

    Ich stehe an dem Punkt, dass ich heiraten werden. Meine Zukünftige möchte auch sparen und sinnvoll anlegen. Deshalb die Frage ob wir sinnvoller Weise einfach unsere Sparraten zusammen schmeißen oder ob sie/ich einen anderen Weg gehen sollten?

  10. Hallöchen Stefan,

    an den Finanzen scheiden sich die meisten Geister… und Beziehungen. Von daher ist es weise von Dir, hier ein paar Gedanken drauf zu verschwenden, bevor Ihr heiratet. Es gibt hier kein richtig oder falsch, sondern kommt immer auf die beiden Partner an.

    Frau Finanzglück und ich halten es ganz mit dem Motto: Mit gehangen, mit gefangen. Bei uns wird alles zusammengeschmissen, auch die Geldanlagen. In unserer Beziehung fällt dies eher in mein Kompetenzzentrum (genauso wie Staubsaugen). Wir beschnacken dann alles und wenn Frau Finanzglück das Daumen-Hoch-Zeichen gibt, investiere ich.

    Wir haben übrigens auch ein gemeinsames Konto, wo fast alles drüber läuft. Jeder hat noch ein eigenes Konto. Aber da ist es eher unspektakulär.

    Ich hoffe das hat geholfen.

    VG, Nico

    PS: Wenn Du schon beim Thema bist – schon mal über einen Ehevertrag nachgedacht? Ist durchaus ernst gemeint.

  11. Staubsaugen, Finanzen und Werder Fantum hängen auch in meiner Verantwortungsecke 😉 Ich bekomme langsam Angst, ob der Parallelen 😉

    Danke erstmal für Deinen Einblick! Bestärkt mich darin das genauso zu handhaben, auch wenn wir nicht grundsätzlich alles zusammenwerfen. Wir fahren ein 3 Kontensystem. Jeder seins und ein gemeinsames. Das wird auch so bleiben und wir sind beide zufrieden damit.

    Ehevertrag ist eher so ein schwarzer Fleck, also nein. Grundsätzlich hätte ich da auch keine Probleme mit, soweit ich weiß kann man den auch nach der Eheschließung jederzeit aufsetzen. Wäre in meinen Augen vllt. ab dem ersten Kind relevant, je nachdem wer wie zu Hause bleibt.

    1. Bezüglich Ehevertrag: Wenn man den erst abschließt, wenn man schon geheiratet hat, hat man schon Fakten geschaffen. Ich habe zwar auch keinen abgeschlossen, würde mir aber an Deiner Stelle trotzdem mal konkrete Gedanken darüber machen. Wenn Du dann zu dem Schluß kommst, keinen zu brauchen, ist ja alles ok. Die eine Unterschrift ist halt ähnlich weitreichend wie ein Immobilienkauf. Das sollte man nicht vergessen. (Neben der Romantik einer Beziehung, den Gefühlen für den Partner, dem Glück im Zusammensein darf man nicht vergessen, dass hier ein Vertrag geschlossen wird, der finanzielle Folgen hat.)

      Ach, falls es Dich interessieren sollte: Meine Frau und ich haben getrennte Konten, getrennte Depots, die wir getrennt betrachten: Jeder hat sein Risikoprofil und muss mit seinem Teil glücklich sein. Daher sind auch die ETFs nicht exakt identisch. Wir bilden zwar faktisch eine Finanzgemeinschaft, trotzdem soll jeder mit „seinem“ Geld innerhalb der Ehe machen können, was er für richtig hält. So sorgen wir dafür, dass jeder sich finanziell wohl fühlt. Da unser Konsumverhalten und unsere Einstellung zum Sparen recht ähnlich ist, passt dieses Vorgehen bei uns. Wären wir da sehr unterschiedlich gestrickt, hätte ich mir aber auch keine Ehe vorstellen können.

      1. „Schön“, dass Du nochmal eine andere Sicht mit reinbringst. Macht es einem gleich einfacher 😀

        Ehevertrag lese ich mir auf alle Fälle nochmal an.

        Vorsorge/Anlage als Paar: Ich bin mir noch nicht sicher ob wir unsere Sparquote dafür zusammen schmeißen oder nicht. Wir werden aber gemeinsam bestimmen, welche ETFs für uns und unsere Ziele in Frage kommen. Aus Kostensicht würde es natürlich Sinn machen die Sparquote gemeinsam zu investieren…

  12. Habe ebenfalls im aktienanteil sehr breit gestreut: entwickelte volkswirtschaften: msci world, wisdomtree small cap europe, wisdomtree small cap USA. Schwellenländer: msci emerging markets. Außerdem habe ich noch eine strategische Gewichtung gewählt und noch einen etf mit Unternehmen der Wasserwirtschaft gewählt – ich glaube / befürchte wasser wird eine der wichtigsten Ressourcen der nächsten Jahrzehnte. Alles ausschütter, den wasser etf leider als swapper.

  13. Hallo Nico,

    kurze Frage, für genau welche ETF hast du dich entschieden und bei welchem Broker bist du unterwegs?

    Grüße,
    Daniel

  14. Für die Nebenwerte würde ich dann folgenden World- ETF (Small-Cap) nehmen:
    SPDR MSCI World Small Cap UCITS ETF / ISIN IE00BCBJG560, WKN A1W56P
    Was meinst du dazu?

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