Immobilienkauf ohne Eigenkapital? Dann ist eine Wertpapierverpfändung die wohl eleganteste Lösung

Wertpapierverpfändung

Au Backe!

Immokauf ohne Eigenkapital?

Da zwickt mir doch direkt die Galle.

Gibt es nicht unzählige Geschichten von gescheiterten Existenzen, die sich durch eine zu aggressive Finanzierungsstruktur ihr finanzielles Grab selbst geschaufelt haben? Bei denen sich der Traum von der eigenen Immobilie zum Horror-Szenario entwickelte?

Und das ist nur die eine Seite der Medaille. Dazu kommt noch der hohe Grenzzinssatz, der Dir bei aggressiven Finanzierungsstrukturen schnell die Rendite verhagelt.

Die elegante Lösung für diese Probleme ist eine 100% Finanzierung in Kombination mit einer Wertpapierverpfändung. Sie ist schnell, kostengünstig und vor allem flexibel.

In diesem Beitrag erkläre ich Dir wie es funktioniert und was Du dabei beachten musst.

Als Sahnehäubchen oben drauf teile ich mit Dir noch das System von Finanzglück-Leser Michael, der fleißig sein Portfolio an Immobilien ausbaut, ohne dafür eigenes Geld in die Hand zu nehmen. Stattdessen füttert er mit seinem Ersparten lieber fleißig sein Aktien-ETF-Depot.

Also, schnall Dich an. Es geht los.

Herr Poloch aus dem Mahnwesen

Es ist heute meist kein Problem mehr eine Immobilie ohne Eigenkapital zu finanzieren. Die Banken schmeißen einem die Kohle förmlich hinterher.

Aber ist es deswegen eine gute Idee?

Na klar! Oder vielleicht besser doch nicht?

Beides kann richtig sein. Letztendlich hängt es von Deiner finanziellen Gesamtsituation ab.

Eigenkapital in Immobilienfinanzierungen ist in erster Linie ein Risikothema.

Wenn Du kohletechnisch schwach auf der Brust bist, dann solltest Du Dir den Kauf einer Immobilie gründlich überlegen. Ohne ausreichend Eigenkapital und einer vernünftigen Tilgung sind die Risiken einfach zu groß.

Du könntest finanziellen Schiffsbruch erleiden.

Die Zinswende lässt den Abtrag nach Ende der Bindefrist in die Höhe schießen. Oder es kommt zu temporären Einkommensausfällen. Oder zu persönlichen Härtefällen. Oder, oder, oder.

Wie auch immer die Geschichte ihren Lauf nimmt: Wenn Du die Finanzierung zu sehr auf Kante nähst, dann reichen schon kleine Schicksalsschläge, um Dir Deinen Bankkredit um die Ohren zu hauen.

Und die freundliche Bank um die Ecke ist plötzlich gar nicht mehr so reizend. Statt dem gemütlichen Herrn Freybier aus der Baufi-Abteilung geht plötzlich Herr Poloch aus dem Mahnwesen ans Telefon.

Und der ist so schrecklich unentspannt.

Hast Du jedoch einen ausreichend großen Vermögenspuffer, ist eine aggressive Finanzierung kein Risikothema mehr.

Dann geht es in erster Linie um eine Optimierung Deiner Rendite und Deines persönlichen Cash-Flows.

Dieser Zins, der kleine Schlingel

Die Höhe des Zinssatzes Deiner Immobilien-Finanzierung hängt unter anderem davon ab, wieviel Eigenkapital (oder andere Sicherheiten) Du einbringst.

Platt gesagt: Je weniger Eigenkapital, desto höher der Zins.

Versetze Dich in die Rolle Deiner Bank.

Sie berechnet Dir einen Zins – und das ist letztendlich nichts anderes als der Preis für das Geld, was sie Dir leiht.

Je höher das Risiko, sprich die Besicherung in Kombination mit der Ausfallwahrscheinlichkeit, desto höher der Risikoaufschlag beim Zins.

Und dieser Aufschlag ist ein kleiner Schlingel. Absolut gesehen sieht der Unterschied meist gar nicht so wild aus.

Aber es ist der Grenzzinssatz, der Deine Ohren schlackern lässt.

Der versteckte Wucherzins

Nehmen wir einfachheitshalber an, dass Du eine Immobilie für 100.000 Euro kaufst (Nebenkosten bleiben außen vor).

Die Bank bietet Dir einen 80.000 Euro Kredit für 1,5% Zins an.

Alternativ kannst Du auch einen Kredit für 90.000 Euro in Anspruch nehmen – bei 1,8% Zins.

Der Zinsunterschied schockiert ja auf den ersten Blick nicht so sehr – 0,3% höher sollte doch zu verkraften sein.

Der Grenzzinssatz, für diese letzten 10.000 Euro, ist aber deutlich höher.

Nämlich genau 4,2% ((1.8% * 90.000 – 1.5% * 80.000)  / 10.000).

Für die letzten Kröten belastet Dir die Bank also einen Zinssatz von 4,2%.

Vielleicht bietet Dir Deine Bank ja auch eine 100% Finanzierung an, ganz ohne Eigenkapital, für 2,4% Zinsen.

Dann beträgt der Grenzzinssatz für die letzten 10.000 Euro sogar saftige 7,8%.

Hoppla. So eine risikofreie Nachsteuerrendite findest Du anderweitig nicht so schnell.

Das Kreditausfallrisiko ist also nicht der einzige Haken bei Immobilienfinanzierungen ohne Eigenkapital.

Du zahlst auch einen brutal hohen Zins für den Luxus einer 100% Fremdfinanzierung. Die letzten Euros Kredit sind die mit Abstand teuersten.

Mit Sicherheit einen niedrigeren Zins

Und wie passt jetzt eine Wertpapierverpfändung in diese Gemengelage?

Sie ist eine Zusatzsicherheit, die Deinen Grenzzinssatz in Schach hält.

Die notwendige Bedingung für eine eigenkapitalfreie Finanzierung ist zunächst Dein weiterer Vermögenspuffer. Wenn der ausreichend ist, dann kannst Du Dir überlegen eine Immobilie ohne Eigenkapital zu erwerben. Sonst nicht.

Die hinreichende Bedingung sind Zusatzsicherheiten, die Du mitbringst, um den Zinssatz zu drücken.

Nehmen wir an Du investierst in bester Finanzglück-Manier:

Du verbuchst bereits eine teilabbezahlte Eigentumswohnung und eventuell sogar ein Eigenheim auf der Aktiva-Seite Deiner persönlichen Vermögensbilanz. Darüber hinaus hast Du ein Portfolio aus Aktien-ETFs.

Jetzt könntest Du der Bank als Zusatzsicherheit eine nachrangige Besicherung Deiner bereits erworbenen Immobilien anbieten. Das ist allerdings ziemlich unflexibel. Du musst einen Notar involvieren, der die zweitrangige Grundschuld bestellt. Das alles kostet Zeit und Geld und lässt sich nur schwer rückabwickeln.

Und die Alternative?

Die Wertpapierverpfändung ist der deutlich elegantere Ansatz.

Sie ist schneller, kostengünstiger und vor allem flexibler.

Bei der Wertpapierverpfändung handelt es sich um eine temporäre Verpfändung eines Teils Deiner Wertpapiere.

Im Fall eines Kreditausfalls, könnte sich die Bank Deines verpfändeten Wertpapierportfolios vorrangig bedienen. Sollte allerdings alles problemlos verlaufen, wird nach einer Zeit die Verpfändung aufgehoben und Du bist wieder uneingeschränkter Herr über Deine Wertpapiere.

Bei der Ausgestaltung gibt es keine Standardlösungen. Vielmehr musst Du eine individuelle Lösung mit Deiner (Haus-) Bank verhandeln. Dabei spielen die Motivation Deines Beraters sowie Deine Kreditwürdigkeit eine wichtige Rolle.

Jetzt aber mal mit Zahlen!  

Als Beispiel nehmen wir wieder einen Gesamtkaufpreis Deiner Immobilie von 100.000 Euro an.

Bei einer 80% Finanzierung würdest Du einen günstigen Zins bekommen – damit wären 20.000 Euro Eigenkapital nötig.

Stattdessen vereinbarst Du mit Deiner Bank, einen Teil Deines Wertpapierportfolios zu verpfänden. Wieviel genau hängt von der Bank und den Wertpapieren ab. Je volatiler und exotischer die Papiere, desto höher der Risikoabschlag bzw. desto niedriger der Beleihungswert.

Bei einem diversifizierten ETF auf den MSCI-World könnte der Beleihungswert 60% oder 80% betragen – je nach Bank. Gehen wir hier mal von 70% aus.

Du müsstest der Bank also Fondsanteile von 28.571 Euro hinterlegen (20.000 / 0,7). Dies kann technisch durch einen Sperrvermerk in Deinem derzeitigen Depot passieren oder aber – wahrscheinlicher – durch einen zeitlich befristeten Depotübertrag zur finanzierenden Bank.

Der Zinssatz für die Finanzierung ist dann identisch mit dem einer 80%igen Finanzierung.

Wichtig ist, dass mit der finanzierenden Bank eine Vereinbarung getroffen wird, wann die Verpfändung wieder aufgehoben werden soll.

Idealerweise passiert das, wenn in unserem Beispiel 28.571 Euro des Kredites getilgt sind. Vielleicht verlangt die Bank auch 30.000 Euro oder 40.000 Euro.

Sobald Du also durch Deine Mietzahlungen in der Lage bist den Kredit soweit zu tilgen, ist eigentlich alles wie zuvor. Du hast eine normale Immobilienfinanzierung, die ausschließlich durch die Grundschuld besichert ist.

Wo liegen die Risiken?

Die Aktienmärkte sind volatil. Es besteht immer die Gefahr eines Börsen-Crashs und damit eines Verfalls Deiner Sicherheit.

Die erste Absicherung wäre hier der Beleihungswert. Im Beispiel oben ist das der 30% Puffer. Solange der Wert Deines verpfändeten Wertpapierportfolios nicht mehr als 30% nachgibt, bist Du auf der sicheren Seite. Geht es darüber hinaus, könnte Deine Bank Dir eine Frist setzen, um weitere Sicherheiten zu bestellen.

Es ist daher wichtig nie Dein gesamtes Wertpapierportfolio zu verpfänden, sondern immer noch Reserven in Petto zu haben, die Du notfalls als Zusatzsicherheit bereitstellen könntest.

Das gilt übrigens generell für Immobilienfinanzierungen. Auch in einer klassischen Immobilienfinanzierung kann bei einem starken Wertverlust Deiner Immobilie die Bank Zusatzsicherheiten verlangen oder sonst den Kredit kündigen. Kommt selten vor, ist aber möglich.

Zu guter Letzt musst Du Dir natürlich auch im Klaren sein, dass Deine Zinslast bei einer 100% Finanzierung höher ist. Der Grenzzins selber ist zwar für die letzten 20.000 Euro nicht höher, aber Du musst trotzdem den vereinbarten Zins auf den höheren Kreditbetrag zahlen.

Aber solange die Nachsteuerrendite aus Deinen Aktienmarktinvestitionen höher ist als der Bankenzins, bist Du auf der sicheren Seite. Wenn das nicht der Fall ist, legst Du drauf.

Und die Vorteile?

Du kannst eine Immobilie ohne Eigenkapital kaufen und zum günstigen Grenzzinssatz finanzieren.

Gleichzeitig fließen weiterhin Dividendenzahlungen an Dich und Du partizipierst voll am Kursgewinn Deines verpfändeten Portfolios. Wenn wir von Durchschnittswerten ausgehen, sollte die Nachsteuerrendite eines breit gestreuten ETF-Portfolios über den Finanzierungskosten liegen.

Du musst beim Kauf also kein eigenes Geld in die Hand nehmen (stehst aber natürlich für die Risiken nach wie vor im Feuer). Bereits nach einigen Jahren sollte im Normalfall die Verpfändung wieder aufgehoben werden und steht damit theoretisch wieder bereit für einen neuen Immobilienkauf. Du musst nicht auf Dein Eigenkapital warten, bis Du die Wohnung nach vielen Jahren verkaufst oder refinanzieren kannst.

Falls Du in dieser Phase noch weitere Immobilien kaufen wolltest, dann steht Dein verpfändetes Wertpapierportfolio nach wie vor in Deiner Vermögensübersicht, die relevant ist, wenn die Bank Deine Kreditwürdigkeit bewertet.

Darf ich vorstellen: Finanzglück-Leser Michael

Michael ist mittlerweile ein echter Fuchs was die Wertpapierverpfändung angeht. Wir hatten  einen regen Austausch zu diesem Thema und seine Erfahrungen finden sich in diesem Beitrag wieder.

Er hat einen klassischen Indexsparplan auf den MSCI World, Euro Stoxx und den MSCI Emerging Markets. Seine kompletten Ersparnisse fließen in dieses ETF-Portfolio und so baut er langfristig Vermögen auf. Soweit ziemlich unspektakulär.

Gleichzeitig scanned er den Immobilienmarkt nach günstigen Angeboten. Wenn er eine attraktive Immobilie entdeckt, greift er zu und finanziert sie zu 100% mit einem Kredit. Ähnlich wie oben beschrieben, bringt er dafür meist 20% Zusatzsicherheiten in Form einer Wertpapierverpfändung ein.

Nach einigen Jahren – meistens drei bis fünf – ist der Kredit durch die Mieteinnahmen soweit runtergetilgt, dass die Verpfändung verfällt. In der Zeit fließen nach wie vor die Dividenden und er nimmt alle Kursteigerungen mit.

Wenn die Wertpapiere wieder frei zur Verpfändung sind, kauft er die nächste Immobilie und das Spiel beginnt von vorn.

Je größer das ETF-Portfolio wird, desto schneller könnte Michael theoretisch neue Immobilien kaufen und mit Hilfe der Wertpapierverpfändung finanzieren.

Michael hatte seine ersten beiden Wohnungen noch klassisch finanziert. Bei der dritten wurde dann das Tagesgeldkonto verpfändet. Seit der vierten Immobilie läuft alles über die Wertpapierverpfändung. So konnte er selber erst mal Schritt für Schritt lernen und auch seinen Bankberater nicht überfordern.

Da Michael langfristiger Take-and-Hold Anleger ist, spielt es für ihn auch keine Rolle, ob ein Teil seiner ETFs verpfändet ist oder nicht.

Würde für mich selber eine 100% Finanzierung mit Wertpapierverpfändung in Frage kommen?

Klaro.

Bisher habe ich meine Immobilien immer mit ausreichend Eigenkapital finanziert. Sowohl bei den beiden Eigentumswohnungen als auch beim Eigenheim waren es über 20% Eigenkapital in Kombination mit einer hohen Tilgung. Das war mir wichtig, damit ich nachts gut schlafen konnte und auch der Zinssatz im Rahmen bleibt.

Sollte ich aber noch einmal in eine Immobilie investieren, dann würde es wohl über eine Wertpapierverpfändung laufen.

Ich suche derzeit nicht aktiv. Der Markt ist ziemlich überhitzt. Außerdem ist meine Vermögenskonzentration im Immobilienbereich durch Wohnungen und Eigenheim jetzt schon zu hoch. Der Ausbau des ETF-Portfolios hat daher Priorität.

Die Welt ist allerdings zyklisch. Auch der scheinbar endlos boomende Immobilienmarkt wird irgendwann wieder in eine Schwächephase übergehen.

Wenn ich dann eine wirklich günstige Kaufgelegenheit ausmache, würde ich wohl zuschlagen. Da ich außer einem übersichtlichen Notgroschen immer voll investiert bin, müsste ich dafür entweder einen Teil meines ETF-Portfolios verkaufen – oder eben alles weiterlaufen lassen und einfach einen Teil des Depots beleihen.

Die Wertpapierverpfändung ist wohl die elegantere Lösung.

Würdest Du eine Wertpapierverpfändung in Kombination mit einer 100% Finanzierung in Betracht ziehen? Hast Du vielleicht schon Erfahrungen damit gesammelt? Ich bin schon gespannt auf Deinen Kommentar!

 

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16 Kommentare

  1. Coole Sache! Also, so richtig cool!

    Da kommt man doch ins Grübeln. 😉

    Und die Dividende eines ausschüttenden Fonds würde dennoch mir gutgeschrieben?

    1. Hi ETF-Sparer,

      ja, so läuft es zumindest bei Michael. Macht auch Sinn. Der Bank dient ja nur das Depot selber als Sicherheit – also der Verkaufswert im Falle eines Zahlungsausfalls. Die Dividenden müssten dann ja auf einem Extra-Konto irgendwo auflaufen. Da hat glaube ich keiner Spaß dran, auch nicht die Bank.

      VG, nico

  2. Hallo Michael,
    das Modell wird ja unter anderem bei Alex Fischer auch vorgestellt. Fand ich gut – bin aber nur an Banken geraten, die sich kein Stück für mein durchaus üppiges Wertpapier-Depot (4-5 fache der gesamten zu finanzierenden Immobile!) interessiert haben! Eine sogenannte Hausbank hab ich nicht. Also im Sinne von der Volksbank um die Ecke. Das macht ja in Zeiten von Direktbanken auch keinen Sinn mehr 😉
    Nun also die entscheidende Frage: Welche Bank(en) muss ich nächstes Mal fragen? Bei dir klappt es ja scheinbar… Nächste Frage: Sind die Konditionen (Zinssatz) dann dort vergleichsweise spitze oder „erkaufe“ ich mir dann die Möglichkeit der Wertpapierverpfändung durch ansonsten miese Konditionen?

    Es sei erwähnt, dass ich inzwischen 7 Wohnungen profitabel bewirtschafte und ein überdurchschnittlich hohes Einkommen habe. Laut der Banken bin ich wahlweise Wunsch- oder auch Traumkunde. Nur meine Wertpapiere (kein exotisches Zeug!) haben – zumindest als Sicherheit – keinen interessiert 🙁

    Vielen Dank im Voraus!
    Beste Grüße
    Vincent

    1. Hi Vincent,

      die passende Bank zu finden ist hier wohl der schwierigste Teil. Es ist halt keine Standardlösung. Damit dürften (wahrscheinlich) die Direktbanken rausfallen. Mein Ansatz wäre in solch einem Fall entweder direkt mit der Hausbank zu sprechen. Wenn es die nicht gibt, dann würde ich wohl über einen der großen Kreditvermittler gehen. Dort hatte ich bei unserer Eigenheimfinanzierung erstaunlich gute Erfahrungen gemacht. Man spart sich wirklich viel Zeit und die Konditionen sind meist nicht schlechter, als wenn man direkt mit einer Bank verhandelt.

      Während der Recherche für den Beitrag hatte ich versucht einen Termin mit einem Vermittler zu bekommen um solch ein Szenario durchzusprechen. Pustekuchen. Die Jungs sind so ausgelastet, dass ich da kurzfristig keinen an die Strippe bekomme. Ein weiteres Zeichen, dass der Markt derzeit ziemlich überhitzt ist.

      Du hast natürlich völlig Recht, dass bei einer Grenzzinsbetrachtung der günstigste Zins mit einbezogen werden muss – also vielleicht auch von einer anderen (Direkt-) Bank.

      VG, nico

    2. Neben einer Verpfändung von Guthaben auf Konten und Depots wäre doch eine Zusatzsicherheit zur günstigsten Zinssicherung ebenfalls ein vernünftiges Instrument, außer dass man halt immer noch „intern“ eine 100 % Finanzierung rechnen sollte, oder sehe ich den Ansatz falsch?!?

  3. Sehr interessanter Beitrag. Habe ich mir selber oft durch den Kopf gehen lassen da das ein Kamerad bereits macht. Bin aber noch zögerlich weil ich auch sage das die Märkte deutlich überhitzt sind.

  4. Hallo Nico,

    sehr schöner Artikel. Wenn man ein großes Depot besitzt kann man sicher mit diesem Gedanken spielen, wenn man eine Bank dafür findet.
    Wie viele Eigentumswohnungen besitzt du bereits?
    Ich selbst interessiere mich auch für Wohnungen, doch da ich zurzeit noch Student bin fehlen mir im Moment noch die finanziellen Mittel.

    Lg Michael

    1. Hallo Michael,

      bei mir sind es zwei Eigentumswohnungen in Berlin und mein Eigenheim. Lass Dir ruhig Zeit – Immobilien laufen nicht weg und werden auch noch in ein paar Jahren da sein, wenn Deine finanziellen Reserven hoch genug sind das Du Dich ins Abenteuer Immobilienkauf stürzen kannst.

      VG, nico

  5. Toller Beitrag, aber ich muss meinen pet peeve loswerden: Die Behauptung der Immobilienmarkt sei „überhitzt“ ist völlig haltlos, egal wie oft das irgendwo in den Medien wiederholt wird.
    Ich sehe es eher so, dass der deutsche Immobilienmarkt nach Jahrzehnten im Koma endlich eine Normalisierung erreicht hat.
    Wir nehmen hier wohl alle an, dass die Börse auf ewig immer weiter steigen wird (was nichtmal stimmt, man muss nur mal die Japaner fragen, aber egal) und gelegentliche Crash/Krisen/Rücksetzer halt dazu gehören. Wieso sollte das am Immobilienmarkt denn anders sein?

    Es hilft dabei auch, mal über den deutschen Tellerrand hinwegzublicken. Wenn in München die Preise 5 Jahre in Folge deutlich steigen, dann ist das unnormal, überhitzt, das kann doch nicht ewig so weitergehen?! Doch, kann es. In London, Paris, New York, Amsterdam…. steigen die Mieten seit mindestens einem halben Jahrhundert immer weiter und weiter und weiter.

    1. Moin Daniel,

      die Überhitzung ist meine subjektive Meinung. Die Zukunft wird zeigen, wie sich die Preise in den nächsten Jahren entwickeln werden. Meine Meinung ist dabei übrigens gar nicht so mediengesteuert. Die versuche ich ja auszublenden 🙂

      Mein verlässlichster Indikator ist dabei eher, dass fast ausnahmslos mein gesamter Freundeskreis sich derzeit mit Immobilien beschäftigt. Egal ob Eigenheim oder Geldanlage. Beim Grill-Plausch ist das Thema Immobilien klar die Nummer eins – zumindest in der Fußball Sommerpause. Das wird sich irgendwann wieder normalisieren.

      VG, nico

      1. Ich persönlich würde mir eher die Fundamentaldaten anschauen anstatt die Zeitung oder meinen besten Freund zu fragen.
        Und die Fundamentaldaten des deutschen Marktes sind relativ eindeutig. Im Vergleich zu anderen wirtschaftsstarken Nationen sind Wohnbesitzquote, Mietpreis im Verhältnis zur Kaufkraft, geografische Verteilung der Steigerungsraten etc in Deutschland eher unterdurchschnittlich.

  6. Überhitzung ist ja auch immer das eine. Bei nicht -eigenkapitalfinanzierten Objekten ist ein eventueller Wertverlust ja immer noch relativ egal solange die zwischenzeitliche Rendite stimmt. Von AfA, usw. mal abgesehen….

  7. Hallo Michael,
    ich finde Deine Veranschaulichung einer 100 % Finanzierung im Zusammenhang mit einer Verpfändung des Depots gut beschrieben.
    Häufig gibt es hier nur das Problem, wie bereits in einem vorherigen Kommentar erwähnt, dass Banken diesen Weg nicht mitgehen. Den meisten Banken ist es wichtig, bei der ausreichenden Finanzierung ein möglichst geringes Risiko zu tragen. Deshalb möchten Sie häufig kein Depot mit möglichen größeren Schwankungen hinterlegt haben. Auf der anderen Seite bietet die aktuelle Zinssituation im konservativen Bereich (wie von der Bank für eine Finanzierung gewünscht) keine Anlagen mit einem Kaufkrafterhalt bzw. Inflationsschutz.
    Liebe Grüße
    Miss Money

  8. Das ist mal wieder ein super interessanter Artikel. Top! Vielen Dank erstmal dafür.

    Diese Idee spricht Alex Fischer ja auch öfters an und ich finde es eine sehr gute Lösung.

    Das Eigenkapital ist ja oft das größte „Problem“ der Investoren. Oft findest du ein tolles Objekt, das nötige Kleingeld fehlt. Die Verpfändung des Depots ist da eine gute Alternative und das die Dividende dabei weiterfließt ist doch ein Traum.

    Ein guter Hinweis nicht das gesamt Depot zu verpfänden. Wegen der Volatilität, ich glaube das könnte man sonst leicht vergessen.
    Allgemein ist es wichtig immer einen gewissen Risikopuffer zu haben. Sonst kann es schnell mal zappenduster werden.

    Ob die Immobilienmärkte überhitzt sind oder nicht ist glaube ich wirklich eine subjektive Meinung. Da kann sich jeder seine Meinung zu machen. Aber wenn sich das Objekt trotzdem rechnet (auch wenn der Preis mal fällt) kann es mir als Investor ja egal sein. Wichtig ist deine Investments gut zu kalkulieren, so kannst du das Risiko auch wieder gut reduzieren.

    Beste Grüße

    Björn

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