Melanies Geschichte: Finanziell frei in ihren 30ern durch Immobilien

Nachdem ich in diesem Beitrag meinen Aufruf an Vorbilder richtete, die bereits die finanzielle Freiheit erreicht haben, bekam ich eine E-Mail von Melanie.

In der E-Mail stellte sich Melanie höflich vor und umschrieb in groben Umrissen ihre Geschichte. Da sie nun finanziell frei ist, sucht Melanie nach Gleichgesinnten, mit denen sie sich austauschen kann. Ich freue mich riesig, dass sie eingewilligt hat, hier im Interview ihre Geschichte zu teilen.

Ähnlich wie Monika, hat auch Melanie ihr Glück in Immobilien gefunden.

 

Interview mit Melanie

 

Kannst Du zunächst mal etwas über Dich erzählen? Wie alt bist Du und wo kommst Du her?

Ich bin 39 Jahre alt und komme aus dem schönen Ruhrgebiet. Mit 16 bin ich in das Berufsleben gestartet und habe eine Lehre als Energieelektroniker angefangen.

Du hast noch in Deinen 30ern die finanzielle Freiheit erreicht. Hast Du dieses Ziel schon länger verfolgt?

Die Idee der finanziellen Freiheit hatte ich in der Tat schon sehr früh. Ich glaube mit 14 hatte ich das erste Mal davon gesprochen, dass ich das Ziel habe, von meinen Mieten zu leben. Den Begriff der finanziellen Freiheit kannte ich damals noch nicht. Aber so war schon das Ziel bekannt.

Dafür brauchte ich Geld. Also habe ich mir einen Job ausgesucht, bei dem ich ein wenig mehr Geld verdienen konnte. Außerdem war ich schon immer sparsam. Das sind für mich die Zutaten, die man braucht, um finanziell frei zu werden: Relativ gut im Job verdienen, der Wille zum Ziel der finanziellen Freiheit, mehr zu leisten als der Durchschnitt (z.B. Überstunden, oder sparsamer sein).

 Wann und wie hast Du dann angefangen Dein Erspartes zu investieren?

 Mit 27 habe ich mir dann die erste Immobilie gekauft. Es war eine 65 Quadratmeter große Wohnung, die zudem gut vermietet war. Damals hatte ich schon Bausparverträge, die dann auch zuteilungsreif waren. Zugeteilte Bausparverträge haben den Vorteil, dass man so viel tilgen kann, wie man möchte. Darin lag mein Erfolg.

Meine zweite Wohnung kaufte ich zwei Jahre nach der ersten Wohnung. Auch mit einem zugeteilten Bausparvertrag. Die schnelle Tilgung war für mich sehr wichtig.

Nachdem diese beiden Immos fast bezahlt waren, tat sich eine neue Möglichkeit auf, ein Dreifamilienhaus zu erwerben. Durch familiäres Crowdfunding 😉 organisierte ich mir das Eigenkapital.

Nun wohnte ich umsonst, durch die abbezahlten Wohnungen, und hatte noch eine Mieteinnahme für die groben Kosten. Dadurch konnte ich 80-90% meines Arbeitseinkommens in die Tilgung stecken. (Es gibt solche Banken, die ohne weitere Kosten jedem Kunden 15% Tilgung im Jahr erlauben).

Ab wann wusstest Du, dass Du finanziell frei bist?

 Bis vor einem Jahr hatte ich noch einen 9-to-5 Job. Dann bekam ich die Möglichkeit eine Abfindung zu bekommen mit 2 Jahre Transfergesellschaft. Somit konnte ich meine Verbindlichkeiten bei den Banken nahezu tilgen. Die Unabhängigkeit von Banken ist mir schon wichtig. Das ist meine Strategie. Profis wie z.B. Alex Fischer fahren eine andere Schiene.

Mit der Abfindung und dem Eintritt in die Transfergesellschaft war nun klar: „Es ist geschafft!“. Nun kann ich arbeiten gehen, muss es aber nicht. Das ist schon Luxus.

Du hattest nach den beiden Wohnungen ein Dreifamilienhaus gekauft. Warum?

Das ich mir ein Dreifamilienhaus gekauft hatte, war dann der nächste logische Schritt. Dadurch, dass ich ja schon zwei Wohnungen hatte, war auch meine Bonität bei den Banken besser. Durch das Eigenkapital sollte es nun auch was Größeres werden. Ein Nachbar meiner Eltern verkaufte gerade sein Dreifamilienhaus. Da es eine sehr schöne Wohngegend ist, habe ich auch nicht lange überlegt. Die gute Wohnlage hat da den Ausschlag gegeben.

Verwaltest Du die Wohnungen selber oder macht das eine professionelle Verwaltung für Dich?

 Ich verwalte die Wohnungen selber. So viel Arbeit ist das aber nicht. Mal Zählerstände ablesen oder eine Eigentümerversammlung. Der Zeitaufwand beläuft sich auf 2-4 Stunden pro Woche im Durchschnitt. Bei Wohnungsübergaben hat man natürlich mehr Arbeit. Wenn aber alles vermietet ist, hat man auch mal wochenlang nichts zu tun.

 Wie sieht Deine weitere Anlagestrategie aus? Möchtest Du noch Wohnungen kaufen oder sogar verkaufen? Was hältst Du von einer Diversifikation in andere Anlageklassen?

 In der Tat hatte ich überlegt, die erste Wohnung gerade in dieser Woche zu verkaufen. Die Nachrichten um die Pleite der Deutschen Bank und das kleine Gewitter an den Börsen haben mich dann doch erstmal davon abgehalten sie auf dem Markt anzubieten.

Mit dem Geld vom Erlös dieser Wohnung wollte ich einen kleinen Teil in Aktien oder ETFs investieren. Ich halte erstmal die Füße still und beobachte den Markt. Bin auch gerade ein wenig ratlos. Aktien und Börse sind schon sehr spannend. Ich interessiere mich auch sehr dafür. Ich glaube, ich habe zu viel Max Otte oder Weik& Friedrich gelesen 🙂

Ich stelle es mir schwierig vor, den richtigen Moment zu finden, meinen Job dann auch tatsächlich zu kündigen. Es schwingt die Sorge mit, dass bei einer handfesten Krise das Geld ausgehen könnte. Wie gehst Du damit um?

 Wenn wir wieder so eine Krise wie 2008 bekommen, die dann ein, zwei oder drei Jahre dauern würde, das wäre schon nicht so schön, wenn dann auch noch die Mieten wegbrechen. Aber ich bin ja noch nicht alt. Zur Not habe ich ja noch meine Arbeitskraft. Deshalb habe ich auch nicht wirklich Sorge. Zudem sollte man auch für so einen Fall vorgesorgt haben.

Wie geht Dein Umfeld damit um, dass Du jetzt nicht mehr einer geregelten Arbeit nachgehst, sondern komplett von Deinem passiven Einkommen lebst?

 Wie geht mein Umfeld mit der Situation um? Schwierig. Auf alle Fälle ist das immer das Thema des Abends. Die meisten sind schon sehr neugierig. Viele trauen einem das auch nicht zu. Das sind dann aber auch die, für die es ein Tabu ist, mal eine Wohnung zu vermieten. Noch ist das so, dass ich gerne davon erzähle wenn ich denn gefragt werde. Wenn ich der Meinung bin, dass es gerade nicht so passend ist, sage ich, dass ich Immobilien verwalte. Stimmt ja auch. Die meisten denken dann aber sofort an den klassischen 9-to-5 Job.

Was war Dein größtes Problem auf dem Weg in die finanzielle Freiheit?

 Das Problem, das ich auf dem Weg zur finanziellen Freiheit hatte, war die Motivation so lange hoch zu halten. Manchmal kam dann doch der Konsumteufel um die Ecke.

Drei Jahre habe ich auf freiwilliger Basis nur halbe Tage gearbeitet. In dieser Zeit ist das Ziel ein wenig in den Hintergrund getreten. Das lag wohl daran, dass mir der Weg zur finanziellen Freiheit noch so unendlich lang vorkam. So einen Blog oder ein guter Youtube Kanal hätten da schon geholfen.

Welche Tipps kannst Du uns mit auf den Weg geben?

 Man braucht Motivation, ein Ziel, fleißig sollte man zudem sein, sparsam und auch Ausdauer haben.

Oft habe ich von Bekannten gehört „Du hattest einfach nur viel Glück gehabt“. Da ist natürlich was dran. Ich hatte immer gute Mieter. Das kann man aber beeinflussen, indem man qualitativ gute Wohnungen kauft. Solvente Mieter findet man selten in den Ghettos.

Ich bin davon überzeugt, dass wenn man ein Ziel vor Augen hat und dieses dann unbedingt erreichen möchte, man ALLES daran setzt dieses auch zu erreichen. Finanzielle Ausgaben jeglicher Art werden überprüft. Zudem ist Sparsamkeit sehr wichtig, wenn man so wie ich nur zu den Durchschnittsverdienern gehörte.

Im Job habe ich auch immer mehr geleistet als andere. Meist zahlt sich das aus, z.B. durch Beförderung oder mehr Geld oder auch nur spannende Projekte. Zudem ist es wichtig durchzuhalten. Erfolge motivieren da unglaublich.

 

Mein Fazit aus Melanies Geschichte

 Melanie hatte bereits in jungen Jahren das Ziel, irgendwann von ihren Mieten leben zu können. Darauf hat sie dann beharrlich, über zwei Jahrzehnte, hingearbeitet. Das ist eine verdammt lange Zeit!

Lebensumstände, beruflich wie privat, ändern sich und Prioritäten verschieben sich. Ein langer Atem zahlt sich aus. Fehlende Motivation bis zum Ende durchzuziehen, ist für mich eines der Hauptrisiken, die finanzielle Freiheit irgendwann zu erreichen.

Melanies Ansatz ist zwar nicht unkompliziert, aber auch kein Hexenwerk. Sie kaufte Immobilen und tilgte anschließend aggressiv die Kredite durch die Mieteinnahmen. Irgendwann reichte der Ertrag nach Kosten aus, um den eigenen Lebensstil zu finanzieren. Die Fähigkeiten zum Vermieten kann sich jeder aneignen. Man muss den Schritt nur wagen und dann vor allem durchziehen.

 

Was hältst Du von Melanies Geschichte? Hast Du noch Fragen oder vielleicht auch Tipps an Melanie, was das Thema Diversifikation ihrer Anlagen angeht? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar.

 

Hast Du vielleicht auch schon die finanzielle Freiheit erreicht und würdest Deine Geschichte auf Finanzglück teilen? Dann schreib mir hier eine Nachricht.

 

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32 Kommentare

  1. Ein toller Lebenslauf. Ich finde es besonders beeindrucken, dass du, Melanie, schon so früh die finanzielle Freiheit vor Augen hattest. Das finde ich bemerkenswert.

    Ich bin übrigens der Meinung, du hast nicht „Glück gehabt“, sondern einfach dein Ziel vor Augen. Ich denke, dass viele Menschen sich einfach nur nicht vorstellen können, was möglich ist und es dann auf Glück schieben.

    Nico, ich freue mich, dass du hier noch weitere Lebensläufe von „finanziell Freien“ hier reinstellst. Ich finde, das ist sehr spannend und auch inspirierend.

    Viele Grüße
    Christo

    1. Natürlichen ist auch Glück dabei. Aber Du hast es schon sehr genau auf den Punkt gebracht. Wenn man ein Ziel vor Augen hat und dieses Ziel unbedingt erreichen will, dann wird man einen Weg suchen und finden.

  2. Hi Melanie,

    Wir sollten uns kennenlernen! Zumindest ich hätte das Lust drauf. Was mich noch interessiert. Weil ich die Frage für mich noch nicht geklärt habe: Was machst Du den lieben langen Tag ohne Arbeit. Was erfüllt Dich.
    Viele Grüße Monika

    1. Die Frage ist einfach beantwortet ;-). Noch arbeite ich ganz normal nur mit reduzierter Stundenzahl. Jedoch beschäftige ich mich immer mehr mit dem Aktienhandel. Hinzukommt, dass ich dran arbeite herauszufinden, was mir wirklich wichtig ist im Leben. Das ist für mich eine ganz schöne Herausforderung.

      Wenn ich mal mit arbeiten aufhören sollte, werde ich mich noch intensiver mit weiteren Einkommenströmen beschäftigen, aber auch Hobbys einfach mehr Zeit einräumen.

      Viele Grüße
      Christo

    2. Hallo Monika, das ist eine Gute Idee mit dem kennenlernen 🙂
      Ja was mache ich den lieben langen Tag, ich bin noch ein wenig auf der Suche. Eine Selbständigkeit steht im Raum(wenn man das so nennen kann) Ich habe da so eine Idee, auch mit Immos. Mal schauen was sich so ergibt. Ich habe ja auch Dein Buch mit Begeisterung gelesen. Der Satz „nur eine Hungrige Löwin (oder war es eine Wölfin) geht auf die Jagt. Das Stimmt schon. Ich muss ja nun nichts mehr zwingend erwirtschaften. Das ist schon eine kleine Falle.
      Ich würde mich aber freuen, wenn ich diesem Weg mehr Gleichgesinnte kennenlernen würde.

    1. Ich lebe seit 7 Jahren in Eigenheim. Dieses Eigenheim ist eine 50m2 Wohnung 😉 Also alles sehr klein und mini. Meine Priorität war immer sehr schnell und sehr viel zu tilgen. Da habe ich an den m2 gespart. Zuvor habe ich zur Miete gewohnt.

    1. Ich habe garnicht x so viele Immos besichtigt. Ich bin ja auch keine professionelle Immobilien Investorin wie zb. Thomas Knedel oder G.Hörhan. Meist bin ich nach Bj. Und Lage gegangen. Nach Baujahr, weil große Investitionen wie ein neues Dach oder Heizung noch nicht auf der Agenda stehen. Es ist für mich einfacher mit den Finanzen zu planen

  3. Zum Thema „Glück gehabt“ fällt mir nur ein, was ich einmal in einem Buch gelesen habe (weiß leider nicht mehr genau, in welchem):
    “ ‚Glück‘ ist bei genauer Betrachtung oft nur die Folge von langer Vorbereitung.“

    Natürlich kann man im Leben Glück oder Pech haben. Aber durch entsprechende Arbeit und Verbereitung kann man durchaus die Wahrscheinlichkeiten dafür (sowohl positiiv als auch negativ) beieinflussen..

  4. Das bringt es meiner Meinung nach sehr gut auf den Punkt:

    Das sind für mich die Zutaten, die man braucht, um finanziell frei zu werden: Relativ gut im Job verdienen, der Wille zum Ziel der finanziellen Freiheit, mehr zu leisten als der Durchschnitt (z.B. Überstunden, oder sparsamer sein).

    Wie man dann sein Geld anlegt, ist eher zweitranging.

    Gruß
    Alex

    1. Das sehe ich auch so. Wir machen uns oft verrückt wegen einem halben Prozent bei der Rendite. Tüfteln dann ewig rum, bis wir das perfekte Portfolio zusammengezimmert haben. Viel wichtiger ist es jedoch tatsächlich loszulegen und das möglichst früh. Die Zeit ist der mächtigere Verbündete beim Zinseszins. Die Höhe der Rendite ist dann zweitrangig.

  5. Sehr interessant. Auch wenn ich andere Anlagen statt Immobilien bevorzuge und immer noch glaube, dass hier tendenziell Anleger mit längerer Markterfahrung/-kenntnis Vorteile haben, zeigt es einmal mehr dass das wichtigste ein konkretes Ziel ist. Zwar ist der Weg dann manchmal steinig, aber wenn man dann da ist, zeigt sich im Vergleich zum Umfeld wie viel man erreicht hat. Und ich finde es immer wieder erstaunlich wie viele Leute dann sagen, das könnte ich nicht. Fast alle davon haben es gar nicht versucht.

  6. Hmm, dann mach ich mal den Spielverderber bei so viel Euphorie.
    Melanie ist eine selbständige Immobilienunternehmerin. Das ist mit Abstand weit weg vom passiven Einkommen, was „finanziell frei“ macht. Wenn sie morgen auf Weltreise geht und die Immobilen vernachlässigt, dann war´s das mit der Freiheit. Und sie trägt das volle Risiko für ihre Häuser. Das heißt weiterhin arbeiten, modernisieren, Mieter aussuchen, Inkasso bei Nichtzahlung… Selbständig halt. Der einzige Grund, warum sich mit Immobilien gut Geld verdienen lässt, ist der große Fremdkapitalhebel. It´s sink or swim. Gewinn oder Privatinsolvenz.

    Aber bitte nicht übermütig werden und eine Wohnung für ein paar ETF verkaufen. Sofern man bei der „Pleite“ der deutschen Bank schon kalte Füße bekommt sollte man vielleicht nicht mehr als Spielgeld investieren.
    So genug gemeckert. Als Immobilienunternehmerin ist sie wirklich gut. Da sollte sie bei weitermachen!

    1. „Melanie ist eine selbständige Immobilienunternehmerin. Das ist mit Abstand weit weg vom passiven Einkommen, was „finanziell frei“ macht.“

      Wie einfach wäre das aber, dieses „Business“ passiv zu machen? Sie bräuchte dafür nur jemanden qualifizierten einzustellen. Das würde natürlich das Einkommen reduzieren, wäre aber möglich.

      „Und sie trägt das volle Risiko für ihre Häuser.“
      Das ist überall. Wenn man ein Depot hat, trägt man auch dort das Risiko. Deswegen Risikomanagement.

      Viele Grüße
      Christo

    2. Natürlich hast Du recht. 1 Jahr auf Weltreise kann ich nicht gehen. Will ich auch nicht. Ich habe aber noch die Möglichkeit auf eine Immobilie in Spanien zurückzugreifen, da werde ich in Zukunft sicherlich öfter meine Zeit totschlagen 😉
      Zum Zeitaufwand, wie geschrieben, im Schnitt sind es 2-4 Stunden in der Woche. Zur Verdeutlichung, der Feb. ist bald zu Ende und dieses Jahr hatte ich an Arbeit 10min für die Zählerablesung.
      Damit kann ich leben.
      Wenn ich einen Mieter wechsel habe , ist dann natürlich etwas mehr zu tun. Aber auch das könnte ich zur Not outsourcen.
      Auch für mich ist diese Situation neu (14 Monate ohne 9to5 Job)
      Das muss sich erstmal einspielen mit der neuen Freizeitgestaltung.
      Als Selbstständig würde ich mich jetzt nicht bezeichnen, Vermietung und Verpachtung ist es auch rein formell nicht. Das Finanzamt hätte mir das sicherlich schon mitgeteilt 😉
      Zudem arbeiten Selbstständige meist „selbst“ und häufig auch „ständig“;-)
      Das will ich auch erstmal nicht.

  7. Wenn ich den Text richtig gelesen habe besitzt Melanie 4 vermietete und 1 selbst genutzte Wohnung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das für mehr als ein bescheidenes Einkommen reicht. Ich tippe mal auf unter 20.000 Eur Einkünfte im Jahr.
    Irgendwie hatte ich auch den Eindruck, dass vor lauter sparen vergessen wurde, zu leben.

    80% vom Arbeitseinkommen sparen erscheint mir ganz schön krass.

    1. Hallo Baldur,

      wenn es denn 20.000 Euro sein sollten pro Jahr, dann langt das doch völlig. Mehr würde ich auch nicht brauchen. Bei diesem Einkommen und der Besteuerung von Immobilien (Abschreibung/Kosten lassen sich gegen Mieteinkommen rechnen), sollte Melanies Steuerlast ziemlich niedrig sein. Vielleicht langt es für ein Nettoeinkommen von 1.500 Euro pro Monat. Melanie wohnt in einer abbezahlten Wohnung und spart daher die Kaltmiete. Das ermöglicht sogar ein in meinen Augen ziemlich luxuriöses Leben.

      Wenn ich richtig verstehe, waren die 80-90% Sparquote dadurch möglich, dass Melanie ihre Lebenskosten durch die Mieteinnahmen einer Wohnung decken konnte. Das macht Sinn. Die Finanzglück Familie hat derzeit eine Sparquote von 50% und ich bin Alleinverdiener in unserem Dreipersonenhaushalt.

      VG, Nico

      1. Bitte nicht die Krankenkassen-Beiträge vergessen, die man als Privatier selbst in voller Höhe zahlt – und zwar, falls die Familienversicherung nicht greift, sogar mehrfach. Das geht ordentlich ins Geld:

        http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2013/08/kosten-als-privatier-vorzeitig-in-den_25.html

        Immobilien finde ich für mich nicht interessant. Zu schwache Rendite im Vergleich zu aktienbasierten Anlagen. Außerdem binden mich Immobilien zu sehr an Deutschland. Die steuerliche Willkür der Bundesregierung, das extrem mieterfreundliche Mietrecht, das Risiko von Mietnomaden, die Beschlagnahmung von Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen etc. – das schreckt mich alles ab. Mein Depot kann ich im Notfall innerhalb von 48 Stunden auflösen.

      2. Hallo Baldur, hallo Nico,
        da kommen wir wieder zu Frage was brauche ich für die Finanzielle Freiheit. Hier habe ich das Gefühl, dass es vor allem ein niedriger Lebensstandard – aus meiner Sicht auch das verbindende Glied aller „Finanziellen Freiheit“ Blogs und Stories. Ich habe z.B. drei Kinder. 20K im Jahr in einer Millionenstadt sind auch ohne Miete aus meiner Sicht nicht zu machen. Es gibt sicherliche Leute die das können – für mich ist da zumindest kein Ziel.
        Als Ergänzung zu einem anderen Job wäre das mein Ziel: nicht gar nicht mehr arbeiten, aber die Arbeit nicht nach der Kohle aussuchen zu müssen. Das ist meine Definition von erreichbarer finanzieller Freiheit.
        Gruß
        Alex

        1. Irgendwas wird schon dabei rumkommen, was immer man so treibt, wenn man finanziell frei(er) ist. Das glaube ich auch. Es ist ja nicht das Ziel, nur noch auf der Couch rumzuhängen oder nur noch in der Weltgeschichte rumzureisen. Wenn Du einen vernünftigen passiven Einkommensstrom hast, dann kaufst Du Dir im Prinzip damit die Freiheit, Dir für Dich sinnvolle Tätigkeiten aussuchen zu können und denen nachzugehen. Das kannst Du dann als Vollzeitaufgabe sehen oder auch in Teilzeit. Was immer Dich glücklich macht. Von daher denke ich auch, dass man kein zu großes Sicherheitspolster aufbauen muss. Geld aus aktiver Tätigkeit wird schon noch in irgendeiner Form fließen.

  8. Tolle Geschichte. Immobilien sind natürlich eine interessante Anlageklasse, allerdings heute wesentlich schwerer als noch vor ein paar Jahren. Durch den niedrigen Zins schießen die Immo-Preise durch die Decke, was die Investition in Betongold zunehmend riskanter macht. Von daher glaube ich schon, dass Glück auch irgendwo wichtig ist auf dem Weg in die finanzielle Freiheit. Man muss zur rechten Zeit am rechten Ort sein und zudem noch das nötige Kleingeld mitbringen 😉

  9. Bin überrascht, wie viele ihr Glück im Betongold finden. Monika/Dagoberta und Mr. und Mrs. W. hatten da ja auch ein bisschen Glück und ein gutes Händchen. Ich muss ein wenig an den Spruch „Schuster, bleib bei deinem Leisten“ denken. Man sollte das machen, was man gut kann und womit man sich wohl fühlt. Manch einer findet sein Glück an der Börse, manch einer in der Selbstständigkeit oder in der Vermietung.

  10. Zum Thema Glück möchte ich mich Kaktus anschließen.
    Die Kritikpunkte von Longus, S kann ich verstehen, trotzdem wäre ich lieber in Melanies Lage, was die Arbeitszeit angeht. Ich arbeite 40 Stunden die Woche und hoffe, dass ich auch irgendwann auf 5-10 reduzieren kann. 🙂

    So ganz ohne Beschäftigung zu sein, keine Werte zu schaffen, ist vermutlich seeehr langweilig.

    Ich glaube, wenn man FI erreicht hat, beginnt die größte Aufgabe im Leben: den Sinn zu finden.

    Gruß
    Benjamin

    1. „Ich glaube, wenn man FI erreicht hat, beginnt die größte Aufgabe im Leben: den Sinn zu finden.“

      Es wäre schade, wenn man erst FI werden müsse, um das Thema Lebenssinn anzugehen. Warum nicht die Reihenfolge vertauschen? Erst einen Sinn im Leben zu finden und dann das Thema „FI erreichen“ hinten anstellen? Wäre doch schade, wenn man beim Streben nach FI ein wenig von Sinn erfülltes Leben führen würde, um dann im höheren Alter vielleicht nicht mehr die Lebenszeit zu haben, diesen Sinn auszuleben.

      1. Oder am besten Beides parallel laufen lassen. Mein Eindruck war, dass Melanie durch Ihren Jobverlust und die daraus resultierende Abfindung etwas überrascht wurde. Plötzlich ging alles schnell. Wahrscheinlich wäre ein einfacherer Ansatz gewesen, erst mal in Teilzeit zu gehen und sich langsam an die neue Situation zu gewöhnen.

        Übrigens habe ich neben einigen anderen Gründen auch diesen Blog gestartet, um herauszufinden, ob Schreiben etwas für mich ist. Das ist bereits vor dem Hintergrund, dass ich hoffe irgendwann in den nächsten 10 Jahren mich aus meiner geregelten Arbeit zu verabschieden und von meinem passiven Einkommen zu leben. Dann möchte ich die Dinge tun, die mich erfüllen. Die Zeit bis dahin werde ich daher damit verbringen verschiedene Sachen auszutesten. Ich kann jetzt schon sagen, dass bloggen dann wohl eine Rolle spielen wird. Es macht mir Spaß und erfüllt mich.

        Geld sparen und es anlegen läuft bis dahin auf Autopilot im Hintergrund. Da brauche ich keine große Energie drauf zu verwenden. Die finanzielle Freiheit wird daher irgendwann von ganz alleine kommen.

    2. Ihr beiden habt Recht, das habe ich etwas unpassend formuliert.

      Natürlich bin ich schon jetzt auf der Suche nach dem Sinn des Lebens bzw. glaube ihn schon teilweise gefunden zu haben. Ich meinte es eher so, dass man nach Erreichen der FI mehr ausprobieren kann. Zeitlich gesehen.
      Vielleicht merkt man dann ja, dass die Arbeit einem doch mehr wieder gibt, als man glaubt.

      Ich wollte damit nicht sagen, dass ich im Moment ein sinnloses Leben führe! 🙂

      Gruß
      Benjamin

  11. Wie viel Eigenkapital hast du denn für die erste Wohnung mitgebracht wenn man fragen darf?? Denkt ihr der Weg über Immobilien wäre heute auch noch machbar, da die Preise ja doch gut angezogen haben. Ich persönlich habe ein kleines Depot bin aber am überlegen ob ich weiter in Aktien investiere oder doch auch in eine Immobilie.

    1. Hallo Iceman,

      ich greife Melanies Antwort mal vorweg. Ich glaube Du kannst heute noch genauso Geld mit Immobilien verdienen, wie vor einigen Jahren. Die Preise haben angezogen, aber dafür ist das Zinsumfeld auf historisch niedrigem Niveau. Den höheren Preis kannst Du daher über die Laufzeit des Kredites wieder reinholen durch den günstigen Abtrag.

      Ich hatte bei meinen beiden Wohnungen ca. 30% Eigenkapital.

      VG, Nico

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