Monikas Geschichte: Finanziell frei durch Immobilien

Ich bin weiterhin auf der Suche nach Vorbildern, die bereits erfolgreich den Weg in die finanzielle Freiheit gegangen sind. Wir haben bereits von Peter Ranning (Aktienmarkt) und Christo (Internet-Business) gehört, die beide nicht mehr aktiv Geld verdienen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Monika hat das Ziel der finanziellen Freiheit mit 45 Jahren erreicht. Sie berichtet darüber ausführlich in ihrem Buch, welches ich auch vor einiger Zeit gelesen hatte. Bei Monika sorgte eine Investition in ein Mietshaus im Alter von 28 Jahren dafür, dass sie heute, gemeinsam mit ihrem Mann, von den Mieteinnahmen leben kann. Dies ist Monikas Geschichte.

 

Endlich finanziell frei!

Ein Gastbeitrag von Monika Reich

Ich habe es geschafft: Seit etwa drei Jahren bin ich finanziell frei. Wie ich das definiere? Sehr einfach. Meine Einnahmen aus Kapitalerträgen decken unsere Lebenshaltungskosten. Nicht für einen feisten Luxus. Aber für die Grundkosten und ein bisschen darüber hinaus. Dabei leben wir recht sparsam und ich würde sagen, dass diese Grundhaltung auch dazu geführt hat, dass ich mit 45 bereits finanziell frei war. Es hat mir nie viel ausgemacht, kostenbewusst zu leben.

Aber der Reihe nach: Ich heiße Monika, bin inzwischen 48 Jahre alt und verheiratet. Ich arbeite als Beraterin in Nachhaltigkeitsfragen und gebe nebenbei Yogastunden. Bis 2008 war ich angestellt und habe als CSR Beraterin ganz gut verdient.

Die Idee, irgendwann nicht mehr angestellt arbeiten zu müssen, kam mir bereits mit 18 Jahren. Ich habe mich auf Lehrstellen beworben und fand diese Prozedur der Anbiederung irgendwie ziemlich blöd. Genauso wie die Vorstellung, für einen Arbeitsgeber 40 Stunden und mehr die Woche aufzubringen. Damals habe ich einfach mal ausgerechnet, wie viel Geld ich sparen muss, um von den Zinsen leben zu können. Die Rechnung war damals noch recht naiv, ich ging von 6% Tagesgeldzinsen aus, andere Geldanlageformen waren mir damals noch eher fremd. Dennoch war es eine Option, die ich mit 40 erreichen wollte und bei der ich im Grundsatz auch daran geglaubt habe, dass dies zu schaffen sei.

Die wesentliche Investition habe ich mit 28 getätigt. Eigentlich wollten wir eine Kommune mit mehreren Menschen gründen, was aus vielfältigen Gründen scheiterte. Zurück blieben ein Architekt und ich. Wir beide fanden die Idee gut, ein Mietshaus zu kaufen und dort dann gemeinschaftlich einzuziehen. Ersteres haben wir geschafft, letzteres hat sich aus Jobgründen nie verwirklicht. Aber ich hatte durch diesen Kauf fünf Eigentumswohnungen, die mich zwar auch reichlich gestresst haben, die aber in den letzten zwanzig Jahren eine schöne Wertsteigerung hingelegt haben. In den aufgenommenen Kredit habe ich immer schön reingetilgt, so dass dieser vor drei Jahren abbezahlt war.

Eine Wohnung habe ich irgendwann verkauft, vom Gewinn haben wir uns ein kleines Reihenhaus gekauft, in dem mein Mann und ich heute leben. Da dieses auch nicht mit einem Kredit belastet ist, sind unsere monatlichen Kosten relativ gering (< 2.000 €).

Als mir klar wurde, dass unsere Kosten durch die Kapitaleinkünfte gedeckt werden, habe ich eine ganze Weile gebraucht, um diesen Zustand zu akzeptieren. Um nicht zu sagen, es hat Jahre gedauert und nur ganz langsam habe ich mich von Arbeiten verabschiedet, die mir eigentlich keinen Spaß machten. Das was ich heute mache, macht mir großen Spaß: Ich entwickle sehr gerne Nachhaltigkeitskonzepte für Firmen und mein Yogaunterricht gehört zu meiner Leidenschaft. Also mache ich es, warum auch nicht.

Zumal Geld mehr ist, als nur das Mittel zur Deckung von Lebenshaltungskosten. Im Geld steckt unglaublich viel Anerkennung. Und ohne diese kann ich nicht gut. Unbewusst bedient die Arbeit auch mein Sicherheitsbedürfnis. Es könnte ja sein, dass sich beim Thema Geld oder überhaupt unsere allgemeine Lebenssituation grundlegend verändert. Da finde ich es für mich hilfreich, zu wissen, dass ich mich auch mit meinem Kopf und meinen Händen irgendwie ernähren kann und nicht auf die Mieteinnahmen oder sonstige Kapitalerträge verlassen muss.

Dass wir finanziell frei sind, merken die meisten Menschen nicht. Denn dieses Lebenskonzept ist in Deutschland so fremd, dass ich immer das Gefühl habe, ich werde von einer Welle von Unglauben, Neid und dummen Bemerkungen überrollt. Das macht keinen Spaß! Zu Mal es dann kaum jemanden interessiert, wie ich es geschafft habe und welche Probleme es auf dem Weg dorthin zu bewältigen gab. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Vermieterin zu sein, sei ein Zuckerschlecken. Über lange Strecken habe ich das gehasst. Und auch bei meinem Aktiendepot ist nun wirklich nicht immer Sonnenschein. Ganz zu schweigen von der Grundhaltung, alle Kosten immer wieder in Frage zu stellen und mit viel Energie bei Investments ins Risiko zu gehen. Denn diese beiden Haltungen sind in meinen Augen die wesentlichen, um Vermögen aufzubauen.

 

Monika Frei- Finanziell FreiIm letzten Sommer habe ich mein Schweigen zum Thema Geld gebrochen. Im Buch „Finanziell frei“ habe ich meine Geschichte aufgeschrieben und versucht, möglichst viele Tipps für die Leserin und den Leser zu sammeln, die irgendwie allgemeingültig sein könnten. Tatsächlich war ich selber erstaunt, wie sich mein Weg entwickelt hatte. Im Gehen schaut man ja nicht laufend zurück und bewundert die eine oder andere Windung. Es war schön, zu sehen, wie sich alles gefügt hat. Und weil mir das Schreiben so viel Spaß macht, blogge ich regelmäßig bei Klunkerchen.wordpress.com, einer Seite, die überwiegend Frauen das Thema Geld näherbringen will. Euch könnte wahrscheinlich mein Artikel zu den Nachteilen der finanziellen Freiheit interessieren.

 

Mein Fazit aus Monikas Geschichte

Monika ist in recht jungen Jahren ein Risiko eingegangen. Sie hat gemeinsam mit ihrem Bekannten ein ganzes Mietshaus gekauft und den Kauf mit einem Kredit finanziert. Es gab eine Reihe von Hindernissen auf dem Weg, gerade im Bezug auf einige ihrer Mieter, aber sie hat nicht aufgegeben und ihr Ding durchgezogen. Das hat sich ausgezahlt. Die Mieteinnahmen haben die Kredite getilgt und heute kann sie gut von diesem (überwiegend passiven) Einkommensstrom leben. Monika arbeitet noch nebenbei, macht aber nur Dinge, die ihr Freude bereiten. Sie hat immer die Option jederzeit aufhören zu können.

Ich mag Monikas Geschichte deshalb so gerne, weil sie so unkompliziert und bodenständig ist. Eine einzige Investition! Die hat sie dann entgegen vieler Probleme und Schwierigkeiten durchgezogen. Das hat gereicht, um ihr mit 45 ein finanziell sorgenfreies Leben zu bescheren.

Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen. Das sind zwei Eigenschaften, ohne die es in meinen Augen fast unmöglich ist außergewöhnliches, und damit auch die finanzielle Freiheit, zu erreichen.

 

Wie findest Du Monikas Geschichte? Hast Du noch Fragen an Monika? Versuchst Du auch Vermögen aufzubauen, indem Du in Immobilien investierst? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar.

 

Hast Du vielleicht auch schon die finanzielle Freiheit erreicht und würdest Deine Geschichte auf Finanzglück teilen? Dann schreib mir hier eine Nachricht.

 

Facebooktwittergoogle_plusmail

12 Kommentare

  1. Hallo Philipp,

    Ja, das stimmt. Ich glaube, wenn man das nicht als potentielle machbare Möglichkeit im Kopf hat, wird man sein Leben einfach nicht danach ausrichten. Es ist schwer, Dinge zu erreichen, wenn man gar nicht weiß, dass sie gehen könnten.

    Viele Grüße Monika

    1. Monika, ich finde dein Wissen über finanzielle Freiheit und Immobilien echt super.

      Ich habe gesehen, dass du schon auf unterschiedlichen Blogs ein Interview hast.

      Ich habe gerade eine Artikelserie mit dem Namen „So investieren Blogger“ gestartet. Im Zuge dieser Serie veröffentliche ich jeden Freitag ein Interview mit einem Blogger.

      Bist du daran interessiert, Monika?

      MFG Philipp

  2. Hi,

    Monika, was mich interessieren würde: Hast du noch nie dran gedacht, die Arbeit mit den Mietwohnungen jemand anders zu übertragen, wenn es so viel Arbeit ist?

    Arbeitest du weiter daran, dann Einkommen zu erhöhen, oder reicht es dir, wie es ist?

    Viele Grüße
    Christo

    1. Hi Christo,

      Das ich die Arbeit mit meiner Immobilie als schwer wahrnehme, hat eher mit meiner Wahrnehmung zu tun, als mit tatsächlichem Aufwand. Wenn ich nicht gerade an eine Mietnomadin stoße, ist es eigentlich gar nicht so schlimm. Ich bin bloß schnell genervt.
      Ich verdiene immer noch Geld und habe damit zu tun, mir die Erlaubnis zu geben, mehr auszugeben. Da ich darin nicht gut bin, wird es bisher immer mehr. Tschüss Monika

      1. Danke für deine Antwort. Jetzt verstehe ich besser, was du meinst ;-). Und das mit der Erlaubnis, mehr auszugeben, kann ich gut nachvollziehen.

        Viele Grüße
        Christo

  3. Grüß dich Monika,

    das ist echt eine tolle Geschichte! Ich bin jetzt 32 und habe mir mit 29 meine erste Wohnung gekauft. Meine Sporen für das Immobilieninvestment, habe ich auf dem Aktienmarkt verdient und natürlich durch Arbeit. Heute entsprechen die Zins und Tilgungszahlungen den Mieteinnahmen (+ kleinen Puffer), so das ich im Grunde genommen nur eine kleine Anfangsinvestition brauchte und der Rest über die Mieter bezahlt werden.

    Ich mag das Konzept, vor allem weil man relativ sicher mit einem Kredithebel (Leverageeffekt) arbeitet und dabei ein recht geringes Risiko eingeht. Aber was mir manchmal auch Kopfzerbrechen bereitet sind die Mieter. Von „Lamm from“ über „Ich mach dir das Leben zur Hölle“ war schon alles dabei. Um die Rendite pro m2 zu steigern vermiete ich möbliert…aber wehe wenn mal ein Monat ausfällt.

    In 5 Jahren ist der Kredit durch und zusammen mit meinem restlichen Portfolio, möchte ich mich mit Ende 30 finanziell frei sein.

    Eine wichtige Sache noch, die Monika erwähnt hat. Beschaffe dir erst die finanzielle Freiheit und geh dann erst in deine eigene Immobilie (Haus). Viele nehmen den umgekehrten Weg und das ist sehr risikoreich und kann in die Katastrophe führen.

    Liebe Grüße,
    Michael

  4. Hallo Monika,

    du schreibst, dass eure monatlichen Kosten durch Kapitaleinkünfte gedeckt sind, dass ist toll, herzlichen Glückwunsch. Planst du denn auch in Zukunft wirklich von deinen Investments leben zu können (sprich, monatliche passive Einnahmen > monatliche Kosten)? Das wäre dann wohl wirkliche finanzielle Freiheit (je nach Größenordnung…)

    Grüße

    1. Hallo Jonas,

      ich kann das Arbeiten nicht lassen, weil es mir großen Spaß macht und ich ehrlich gesagt, nicht ganz wüsste, wie ich langfristig mein Leben gestalten würde, ohne was zu machen.
      Aber es entspannt ungemein, nicht für Geld sondern für den Sinn, die Herausforderung und den Spaß zu arbeiten. Ja, und es ginge auch so. Mit konservativen 3% Zinsen reicht es bis ich 95 bin (-:

      Viele Grüße Monika

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.