Macht Dich finanzielle Freiheit glücklicher?

Ich gönn´ mir Freiheit

Ich staunte nicht schlecht, als ich Ende Juli letzten Jahres eine lange E-Mail von Patrick in meinem Postfach fand. Er war mir nicht unbekannt, da ich seinem Blog Healthy Habits schon seit längerem folgte.

Patrick ist ein interessanter Typ.

Er hat schon so manches erlebt, gründete und verkaufte eine Agentur für Onlinemarketing und verdiente jahrelang als digitaler Nomade dort sein Geld, wo andere Urlaub machen. Sein Vermögen und die passiven Einkommensquellen reichen aus, um seine moderaten Lebenshaltungskosten in Leipzig zu decken.

Damit ist Patrick finanziell frei – ohne diesen Begriff oder das Konzept bis vor zwei Jahren überhaupt gekannt zu haben.

In der E-Mail schilderte mir Patrick wie er sich nun intensiv mit dem Thema der finanziellen Freiheit auseinander setzte. Viele amerikanische und deutsche Blogs sowie Podcasts zu dem Thema hatte er in der Zwischenzeit gelesen und gehört. Patrick hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen besonderen Blick auf das Thema. Denn er war ja bereits finanziell frei und kannte die damit einhergehenden negativen Seiten genau. Langeweile, eine gewisse Lethargie und teilweise auch Isolation.

Patrick war sich nicht sicher, ob die so oft angestrebte finanzielle Freiheit auch wirklich ein so erstrebenswertes Ziel sei.

Auf einen Rosé mit Patrick

Deshalb machte er sich daran es rauszufinden.

Patrick wollte sich eine längere Auszeit nehmen, um mit Menschen auf dem Weg in die finanzielle Freiheit und auch bereits finanziell freien Menschen zu sprechen. Er wollte verstehen, wie andere damit umgehen und was sie bewegt.

Das Ziel war es, eine Antwort zu finden, auf die übergeordnete Frage:

Macht Dich finanzielle Freiheit glücklicher?

Das Thema hat mich sofort gepackt! Denn auch ich mache mir immer wieder Gedanken darüber, ob es wirklich Sinn macht, mich mit Mitte 40 aus dem Angestelltendasein zu verabschieden. Was passiert dann?

Eine Woche nach Erhalt der E-Mail saß Patrick abends bei uns Zuhause auf der Terrasse und genoss gemeinsam mit Frau Finanzglück, Heiermann, Groschen und mir eine leckere Lasagne und kühlen Rosé. Wir haben stundenlang über die finanzielle Freiheit und vieles andere gesprochen. Ich fand Patricks Lebenslauf und Gedanken mindestens so spannend wie er meine.

Dies war der Startschuss für Patricks Recherche, die letztendlich nach 14 Monaten im Buch Ich gönn´mir Freiheit* zum Ende gekommen ist. Ich habe das Buch innerhalb von wenigen Tagen verschlungen – und mich entschieden es hier auf Finanzglück vorzustellen.

Dafür hat Patrick mir ein paar eigene Worte zum Buch geschickt. Anschließend gehe ich dann noch darauf ein, wie sich mein Blick auf die finanzielle Freiheit in der Zwischenzeit verändert hat.

Aber erst mal überlasse ich Patrick das Wort.

Die Bedeutung von glücklichen Zufällen auf dem Weg in die finanzielle Freiheit

von Patrick Hundt

„Man braucht auch Glück, wenn man finanziell frei werden will“, erzählte mir Frank, den ich in einem Berliner Café traf. Ich hatte ihn um ein Interview gebeten, denn Frank hat eine interessante Geschichte zu erzählen. Der heute 51-Jährige ist seit neun Jahren finanziell frei und auch wenn er das aus eigener Kraft geschafft hat, so spielten ihm glückliche Zufälle in die Hände. „Mein größter Glücksfall war Japan“, sagte er.

Im Land der aufgehenden Sonne hatte er einen Job ergattert, in dem seine steile Karriere vorgezeichnet war. Solange er sich Mühe gab, würde er innerhalb weniger Jahre bis in die Konzernspitze aufsteigen können. Am Ende seiner beruflichen Laufbahn verdiente er als Vorstand 500.000 Euro im Jahr. Trotz dieser Einkünfte lebten Frank und seine Frau weiter wie normale Angestellte von 3.000 bis 4.000 Euro im Monat.

Bevor er sich mit Anfang vierzig in den Ruhestand verabschiedete, kaufte er von seinen Ersparnissen eine Immobilie in Berlin. Das war im Jahr 2007, als die Hauptstadt zwar sexy, aber arm war. Kaum jemand wollte damals in Berlin investieren. Der Wert des Gebäudes mit jeweils zwei Wohn- und Gewerbeeinheiten ist seitdem deutlich gestiegen. Frank hatte zur richtigen Zeit am richtigen Ort investiert. Es dürfte sein zweitgrößter Glücksfall gewesen sein.

Frank ist nicht der Einzige, der auf seinem Weg in die Freiheit von glücklichen Umständen profitierte. Ich sprach mit vielen Menschen, die finanziell frei sind oder es werden wollen. In jeder ihrer Geschichten stecken – mal größere, mal kleinere – glückliche Zufälle, die so nicht abzusehen waren. Was ich jedoch nicht vorfand, sind geradlinige Lebenswege, nach denen jemand 25 Prozent seiner Einkünfte sparte, diese in Indexfonds investierte und dreißig Jahre später finanziell frei war.

Eine dieser Geschichten mit unvorhergesehenen Wendungen, die man sich nicht ausdenken kann, erzählte mir Paul, der seit vier Jahren von seinem Vermögen lebt. Er hatte zunächst großes Pech, als er 2005 seinen gut bezahlten Arbeitsplatz in einem Konzern verlor, in dem es bis dahin geheißen hatte, wer keine Silberlöffel stehle, könnte dort bis zur Rente bleiben. Doch den Konzern – einst ein DAX-Unternehmen – gibt es heute nicht mehr und das Werk in dem Paul arbeitete, ist längst geschlossen.

Anschließend dauerte es drei Jahre, bis er wieder auf die Beine kam und einen neuen Job fand. In der Zwischenzeit verdiente Paul sein Geld am Aktienmarkt, wo er mit Optionsscheinen handelte. „Ich dachte damals, ich sei schlauer als der Markt“, erzählte er mir an seinem Küchentisch. Ich erwiderte, dass er das offenbar gewesen sei, schließlich habe er damit jahrelang ein regelmäßiges Einkommen erzielt. „Naja, es war mehr Glück als Verstand“, antwortete er. „Ich war ein Geisterfahrer auf der Autobahn und kam heil an.“ Kurz nachdem er die neue Arbeitsstelle gefunden hatte und deshalb den Handel einstellte, brach die weltweite Finanzkrise aus. „Wäre ich beim Crash noch dabei gewesen, würde ich jetzt wahrscheinlich zum Amt betteln gehen“, glaubt Paul heute.

Zum Glück kam es anders. Paul sah die Krise als Chance. Anstatt mit Optionen zu handeln, stieg er mit seinen Ersparnissen zur richtigen Zeit langfristig in Aktien ein. Damals habe der DAX bei 3.600 Punkten gestanden, erinnert er sich. Heute bewegt der Index sich um die 12.000-Punkte-Marke. Im Nachhinein weiß Paul, dass es der bestmögliche Zeitpunkt war, um sein Vermögen anzulegen. Dank dieses glücklichen Umstands kann er heute von Dividenden und Zinsen leben.

Bei Marcello stand das Glück nicht im Vordergrund. Ich habe bisher niemanden getroffen, der so hart an seiner finanziellen Freiheit arbeitet wie er. Im Alter von dreiundzwanzig Jahren kaufte er ein marodes Mehrfamilienhaus, das er anschließend zwölf Jahre lang aus eigener Kraft sanierte. Die letzte Wohnung modernisierte er Ende 2017. Bei meinem Besuch zeigte er sie mir stolz. Neben der Arbeit am Haus hatte er einen Vollzeitjob, eine Ehefrau und drei Kinder. Zeitweise arbeitete Marcello so hart, dass er schwer erkrankte und seine Ehe auf dem Spiel stand.

Doch der heute 36-Jährige hatte auch Glück, dass seine Eltern ihn beim Kauf der Immobilie unterstützten. Sie steuerten das notwendige Eigenkapital bei und stiegen mit in den Kredit ein, den die Bank ihm allein nicht gewährt hätte. Später schenkten sie ihm ihren Anteil am Haus. Im Gegenzug erhielten sie ein lebenslanges Wohnrecht in einer der fünf Wohnungen. Die Immobilie ist heute Marcellos wichtigster Baustein für sein Ziel, in einigen Jahren finanziell frei zu sein.

Das sind nur drei der Geschichten, auf die ich bei meiner Recherche stieß. Andere hatten Glück, weil sie ein Vermögen erbten oder ein saftiges Abfindungspaket erhielten, obwohl sie ihre Arbeitgeber freiwillig verließen. Manche stießen dank eines glücklichen Zufalls schon früh in ihrem Leben auf Blogs wie Mr. Money Mustache, die sie dazu inspirierten, große Teile ihres Einkommens zu sparen und anzulegen, noch bevor die Lifestyle-Inflation zuschlagen konnte.

Glück lässt sich herausfordern

Ich glaube deshalb, dass Glück eine notwendige Voraussetzung ist, um finanziell frei werden zu können. Ein guter Plan allein reicht nicht aus. Allerdings vertrete ich auch Franks Auffassung, der mir sagte: „Man muss sein Glück herausfordern. Niemand kommt auf dich zu und schenkt dir etwas. Du musst dich selbst kümmern.“

Es braucht natürlich mehr als nur Glück, um einen mit 500.000 Euro dotierten Job zu bekommen. Frank ging ein Risiko ein, als er sich entschied, in einer anderen Kultur zu leben und er leistete offensichtlich gute Arbeit, denn seinen Vorstandsjob bekam er nicht geschenkt. Anschließend bewies er Mut, als er eine Immobilie in Berlin kaufte, die damals niemand haben wollte. Auch Paul hatte nicht nur Glück. Er eignete sich nützliches Wissen über die Wertpapiermärkte an und riskierte später seine Ersparnisse, als er mitten in der Finanzkrise darauf vertraute, dass die Aktienmärkte wieder steigen würden. Marcello brauchte nicht nur Glück, sondern eine ungeheure Disziplin und Ausdauer, um ein Mehrfamilienhaus selbständig zu sanieren.

Alle drei hatten ihren Weg nicht von langer Hand geplant. Stattdessen erkannten sie Chancen, die sich ihnen boten und griffen zu, obwohl es leichter gewesen wäre, nicht nach Japan zu gehen, nicht in den Aktienmarkt zu investieren oder nicht das große Haus zu kaufen. Ja, man braucht Glück auf dem Weg in die finanzielle Freiheit, aber man kann es erzwingen. Zwar lässt sich nicht bestimmen, welche Chancen man bekommt, aber wenn sie an die Tür klopfen, muss man sie hereinbitten, selbst wenn es riskant erscheint, und dann fleißig an ihnen arbeiten.

Die ausführlichen Geschichten von Frank, Paul und Marcello sowie neun anderen Menschen findest du in dem Buch Ich gönn’ mir Freiheit*.

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Kündigen oder nicht?

Die ganze Diskussion um den Sinn und Zweck des Strebens nach finanzieller Freiheit ist sehr theoretisch. Oft geführt von Menschen, die selber gar nicht wissen, wie es sich anfühlt finanziell frei zu sein. So wie mir.

Ich fand es daher spannend die ausführlichen Berichte von Patricks Gesprächen zu lesen. Darin berichtet er nicht nur von nach Freiheit strebenden Menschen (wie Marcello, Oliver und mir) oder bereits finanziell Freien (wie André, Frank, Melanie und Paul). Wirklich interessant sind auch die Geschichten einer Handvoll Menschen mit alternativen Lebensansätzen.

Da gibt es Paul, der sich nach mehreren Restrukturierungsrunden bei der Deutschen Bank schließlich doch dafür entschieden hat, die Abfindung zu nehmen und sein Leben neu zu ordnen.

Oder Thomas, der sich irgendwann vom Ziel der finanziellen Freiheit verabschiedet hat und sich lieber schon heute für einen erfüllenden, aber auch schlechter bezahlten Beruf, entschieden hat.

Adam hat sich komplett aus dem konventionellen Leben verabschiedet, bereist die Welt und lebt gut vom Einkommen als freischaffender Autor.

Und schließlich Tanja und Stephan, die weiter in ihren nur mäßig erfüllenden Berufen arbeiten, aber dort die Stunden reduziert haben, um gemeinsam jedes Jahr bis zu drei Monate die Welt zu bereisen.

Spieglein, Spieglein an der Wand…

Das Buch hat mir dabei geholfen meinen eigenen Fokus zu verschieben.

Bisher habe ich mich darauf konzentriert, bis Mitte vierzig genug Vermögen aufzubauen, um mich aus dem Angestelltendasein verabschieden zu können. Dabei liege ich größtenteils noch im Plan. Aber die Nummer ist mittlerweile ein Selbstläufer. Ich muss mich für die Vermögensbildung nicht einschränken, habe nicht das Gefühl etwas zu verpassen und brauche dafür keine nennenswerte Zeit zu vergeuden. Sparen und investieren läuft bei mir auf Autopilot.

Nächstes Jahr werde ich vierzig. Dann bin auf der Zielgeraden.

Bisher hatte ich nur eine vage Vorstellung davon, was ich denn tatsächlich anstellen möchte, wenn es denn mal soweit ist. Es gibt einige Ideen, aber noch nichts Konkretes. Mir ist durchaus bewusst, dass zu einem glücklichen Leben auch eine erfüllende Tätigkeit gehört. Lange Urlaube, Hobbies und viel Zeit mit der Familie und Freunden reichen da nicht. Auch das haben die Interviews im Buch gezeigt.

In den nächsten fünf Jahren kann ich daran arbeiten, einen sauberen Wechsel in meinen nächsten Lebensabschnitt vorzubereiten.

Was es genau ist kann ich noch nicht sagen. Aber sehr wahrscheinlich wird es ein seichter Übergang, mit einer Teilzeit und ggf. Sabbatical, um mir parallel schon etwas aufzubauen, in das ich dann irgendwann immer mehr Zeit investiere. Dafür kann ich jetzt schon anfangen verschiedene Ideen zu testen.

Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass das Ziel der finanziellen Freiheit für einige von uns erstrebenswert ist. Es ist Sprungbrett und Sicherheitsnetz zugleich, um neues auszuprobieren, wenn das Alte Dich nicht mehr erfüllt.

Die große Herausforderung wird sein, die neu gewonnene Freiheit auch wirklich so zu nutzen, dass es Dich glücklich macht.

Und darin sind sich Patrick und ich einig: Das wird nicht einfach.

Was ist Deine Meinung zur finanziellen Freiheit? Erstrebenswert, überbewertet oder falsch verstanden? Ich bin schon gespannt auf Deine Meinung!


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16 Kommentare

  1. Nachdenken, was man denn will im Leben. Nicht nur als Ziel in zig Jahren, sondern im Gesamten gesehen. Und dann probieren, es mit der Realität zu vereinbaren. Je nach Risikofreudigkeit und aktueller Leidensdruck (wenn man unzufrieden ist) mit stärkeren Nachdruck. Ohne es nur auf das Finanzielle zu beschränken. Da finde ich deinen Weg (für dich gesehen) äußerst glücklich. Und ich bin mit meinem ganz anderen Weg auch zufrieden. Das sind die wichtigen Dinge.

  2. Hallo Nico, schöner Artikel und vermutlich auch ein schönes Buch. Muss aber nochmal in mich gehen, ob ich es mir zulege, weil ich eigentlich kein Freund von Ratgeberliteratur bin. Allerdings schreibt Patrick in seinem Blog über das Buch ja auch, dass es kein Ratgeber sein soll. Passt dann vielleicht doch für mich. 🙂
    Auf jeden Fall ein wahnsinnig interessantes Thema und irgendwie komisch, dass in den vielen FIRE-Blogs nicht viel öfter darüber diskutiert wird. Auf Patricks Blog findet sich auch ein (zugegeben etwas längerer) Artikel zum Thema Finanzielle Freiheit. Wenn man ihn gelesen und verinnerlicht hat, hat man eigentlich alles zu dem Thema gehört. Der Rest ist Redundanz. Wie man aber mit der angestrebten Finanziellen Freiheit und dem daraus folgenden vorzeitigen Ruhestand umgeht, ist nur sehr selten ein Thema
    Bin sehr gespannt, ob es mir ab Ende des Jahres genauso wie Patrick gehen wird, wenn mein Hauptjob wegfällt. Dass mir dann vielleicht sogar auch der Sinn und der Antrieb abhanden kommt. Aber ich wüsste momentan auch nicht, wie man sich darauf vorbereiten könnte. Beziehungsweise gehe ich davon aus, eigentlich ganz gut vorbereitet zu sein.
    Wie ergeht es Dir mit Deinen zwei freien Monaten?
    Freue mich schon aufs Lesertreffen, dann können wir auch darüber quatschen!
    Gruß von der Ente

    1. Moin Ugly Duckly,

      den Artikel, den Patrick vor einiger Zeit zum Thema finanzielle Freiheit geschrieben hatte, findest Du hier. Ist wirklich gelungen und wie alle Beiträge auf seinem Blog nichts, was Du mal eben in drei Minuten lesen kannst.

      Ich bin auch gespannt wie es Dir ergehen wird wenn Dein Hauptjob wegfällt. Darüber musst Du mir mal mehr berichten wenn wir uns dann am 24.11. sehen werden. So wie es aussieht wird es beim Leser-Treffen eine volle Hütte geben! Es freut mich besonders, dass sich auch eine Reihe der interviewten Menschen aus dem Buch angekündigt haben, inklusive Patrick. Du kannst Dir Dein Buch dann also direkt signieren lassen 🙂

      Meine Auszeit ist spitze! Bin gerade vom Männerurlaub mit Heiermann auf Mallorca zurück. War eine tolle Woche – nur wir beide. So etwas schweißt zusammen.

      Bis bald, Nico

    2. Hi Ugly Duckly,

      in dem Buch steckt kein einziger Ratschlag. Jedenfalls nicht von mir 😉 Es sind eher die Geschichten dieser zwölf Personen und die erzählen teilweise auch, warum sie glauben, dass sie erfolgreich sind. Das könnte man als Ratschlag auffassen.

      Beste Grüße und bis zum Lesertreffen
      Patrick

      1. Hi Patrick, moin Nico,
        habe mir das Buch letzte Woche gekauft und gleich verschlungen, jetzt liest es gerade meine Frau. Wirklich schön geschrieben und auch sehr authentisch – man nimmt Patrick ehrlich ab , dass er die Geschichte auf der Suche nach einer Antwort recherchiert hat. Und diese Antwort für sich auch gefunden hat. Hat mir Spaß gemacht zu lesen, mir gefällt besonders die sehr sachliche, strukturierte Art. Eben tatsächlich kein Ratgeberbuch. Und nebenbei auch handwerklich sehr gut gemacht, was man leider von vielen Büchern im Eigenverlag nicht sagen kann.
        Habe mir extra die Papierversion bestellt, damit’s beim Signieren keine Kratzer auf dem Bildschirm gibt. Überlege Dir also schon mal ’ne originelle Widmung, Patrick!
        Vielen Dank für ein tolles, anregendes Buch und vielen Dank für die Emfehlung, Nico.
        Bis bald, Ugly Duckly

        1. Hey Duckly,

          danke für dein schönes Feedback. Freut mich, dass es dir gefällt und für eine Widmung muss ich mir wohl wirklich etwas einfallen lassen 😉

          Falls es dir nichts ausmacht, wäre eine Amazon-Rezension sehr hilfreich. Nur eine Idee, du musst dich nicht verpflichtet fühlen.

          Bis bald in FFM!
          Patrick

  3. Hallo zusammen,

    ich habe mir zu dem Thema Finanzielle Freiheit als „Ziel“ auch schon Gedanken gemacht und bin zu dem Schluß gekommen, dass dies als alleiniger Selbstzweck keine gute Idee ist:
    https://thorstenhartmann.de/finanzielle-freiheit-ist-kein-gutes-ziel/

    Dennoch strebe auch ich an finanziell frei zu werden, aber mein Traum dahinter ist ein anderer – wozu ich dann aber ausreichend finanzielle Mittel brauche:
    https://thorstenhartmann.de/warum-deine-traeume-dein-antrieb-sein-sollten/

    Ich würde daher empfehlen für sich seinen Traum zu finden – und wenn es für diesen hilfreich ist, kann und soll jeder gerne auf die Finanzielle Freiheit hinarbeiten – sonst ist es verschwendete Energie!

    Viele Grüße
    Thorsten

  4. Mal eine Frage in die Runde: so in der Studentenphase, wenn man gerade mal nicht ordentlich studieren wollte, hattet ihr alle Langeweile und eine große Leere in euch?
    Ich persönlich glaube nicht, dass euch jemand an eurer Couch festbinden wird, wenn es mal so weit ist mit der FU.
    Ansonsten empfehle ich die Lyrics des Sesamstraßenliedes: https://www.youtube.com/watch?v=uPHi5xn_q5c

    Noch mehr Grüße
    Garnix

    1. Nö, Langeweile hatte sicherlich niemand. Mein kompletter Bekanntenkreis waren ja Studenten und das komplette Wohnumfeld inkl. WG ebenfalls. Da hat man zwangsläufig Gesellschaft und lernt nette Student/innen kennen ;-).
      Ob das Umfeld mit 40/50 Jahren auch so den gleichen Rhythmus hat? Sicher nicht selbstverständlich.

      Ich bin ja nicht FU und strebe es auch nicht aktiv an, vermute aber, dass man das nicht mit dem Studentenleben vergleichen kann.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

    2. Moin Garnix,

      Du hattest es in diesem Beitrag ja schon witzig auf den Punkt gebracht. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen in ein Loch zu fallen. Wenn ich erst mal in Ruhe Zeit habe durchzupusten wird mir schon irgendeine coole Idee kommen was ich machen kann und dabei richtig Freude habe.

      Ich werde vielleicht erst mal damit beginnen ein sportliches Ziel umzusetzen mit dem ich schon seit vielen Jahren liebäugle – einen IronMan zu absolvieren. Der Zeitaufwand wäre im Moment zu hoch (da langt es gerade mal für einen Marathon wenn alles gut läuft). Das wäre schon mal eine Nummer die mich am Laufen hält während ich mir weitere Gedanken mache.

      Zwei Fragen hätte ich noch an Dich:
      1. Wann kommt der dritte Teil von CV? Habe mich totgelacht!
      2. Kommst Du am 24.11. nach Frankfurt zum Lesertreffen? Es gibt genau zwei Finanzblogger, die ich unbedingt persönlich kennenlernen möchte. Du bist einer davon. Den anderen verrate ich Dir beim Lesertreffen. Ugly Duckly wird auch da sein. Du musst Dich ja nicht vor allen enttarnen. Nutze einfach einen Fake-Namen und trage eine Rose im Knopfloch. Dann weiß ich Bescheid 🙂

      Alles Gute, Nico

      1. Moin Nico,

        vielen Dank für die Blumen! 🙂

        @IronMan: Kollege hat ein einjähriges Sabbatical gemacht, weil ihn der Gedanke nicht mehr losgelassen hat. Wahnsinnig zeitintensiv und nicht besonders familienkompatibel, fürchte ich.

        @CV: ab CV III geht es mit der Berufstätigkeit los… zu viele Details und Spuren. Bitte mal die Daumen für CTSO drücken. Jenseits der Siebenstelligkeit geht’s weiter. Als alter Optimist nehme ich jetzt schon ein bisschen ab. Für die Badehosenfotos.

        @24.11.: Dieses Jahr habe ich noch mal eine gute Ausrede – ist der Geburtstag meiner Freundin, die nix von meinem Blogger-Doppelleben weiß. Wir sind auch gar nicht in der Stadt. Ich wünsche euch aber viel Spaß! Wenn du magst, kannst du Ugly Duckly stellvertretend von mir mal kneifen.

        Viele Grüße
        Garnix, der mit der Rose

  5. Naja, das Thema Zweck/Selbstzweck der Finanziellen Freiheit ist ja in entsprechenden Communities durchaus oft Thema. Konsens ist dann eigentlich immer: „Als einziges Ziel an sich wenig erfüllend. Es braucht einen Plan, mit was man sonst seine Lebenszeit füllen will.“

    Ich habe inzwischen, Ende 30, ja auch schon ein gutes Stück des Weges hinter mir, und Anfang/Mitte 40 könnte es rein rechnerisch soweit sein. Aber wie genau es dann weiter gehen soll, das ist mir auch noch nicht ganz klar.
    Nochmal eine neue Ausbildung machen, oder einfach aus Interesse zur Uni und Langzeitstudent werden? Rucksack auf und interessante Projekte in Europa besuchen und dort mit anpacken? Oder doch eine kleine Scholle im Alentejo kaufen, Bauwagen drauf und dann meinen kleinen Gemüsegarten pflegen?
    Schwierige Frage, die ich zum Glück noch etwas vor mir her schieben kann…

    A propos Glück: Irgendwo hatte ich mal gelesen: „Glück ist, wenn Vorbereitung und Gelegenheit aufeinander treffen.“. Trifft es meines Erachtens eigentlich sehr gut, und wird ja auch durch die genannten Beispiele bestätigt.
    Natürlich braucht es das gewisse Quäntchen Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort die passende Entscheidung getroffen haben. Aber dafür muss man eben auch selbst aktiv werden, Chancen wagen und das Glück herausfordern. Eine Garantie, dass es am Ende klappt gibt es nie. Aber es wird garantiert nix werden, wenn man nur daheim vor dem Fernseher sitzt…

  6. Sehr guter Gedankenanstoß in diesem Beitrag; macht mich mein Ziel eigentlich glücklich?
    Man könnte die Frage auch anders formulieren. Kennst du dein Warum? Oder wie Steve Jobs es formuliert hat; „Follow your purpose.“
    Ich glaube dieser Frage nähert man sich zwangsläufig, wenn man sich in unserem kapitalistischen System von der „Fessel“ Geld befreit, bzw. seine persönliche finanzielle Sicherheit erreicht hat.
    Ich bin Ende 30 und beschäftige mich auch mit der Frage, was mache ich denn mit meiner Zeit und was ist eigentlich meine Leidenschaft/Bestimmung/Purpose? Den besten Ansatz, den ich zu dem Thema bislang gefunden habe, beschreibt Alex Fischer in seinem Buch RADG. Anhand einer konkreten Checkliste sind die nötigen Schritte aufgelistet, wo Herr Jobs in seiner berühmten Rede leider aufgehört hat zu erklären wie das denn jetzt genau funktionieren soll.
    Hab mir allerdings noch nicht die Zeit und die nicht unerhebliche Mühe gemacht, diese Liste abzuarbeiten.
    Vielleicht hat hier ja schon jemand diesen Weg erfolgreich bestritten?

    Beste Grüße

  7. Finanzielle Freiheit ist m.E. eher ein Werkzeug als ein Ziel. Die Portraits in Patricks zeigen, dass der idealtypische Verlauf (viele Jahre ranklotzen und viel sparen, dann kündigen) in freier Wildbahn eher selten zu finden ist. Das Leben ist vielfältiger und komplexer, der Übergang von unfrei zu frei ist fließend.

    Ein finanzielles Polster gibt Sicherheit und eröffnet Optionen. Ich kann mehr Risiken eingehen, ich muß nicht alles finanziellen Erfordernissen unterordnen, ich kann bei meinen Entscheidungen besser meinen Überzeugungen und Neigungen folgen. Das ist viel wert, auch wenn ich das Geld garnicht anrühre.

    Dieses Bewusstsein habe ich erst durch die Beschäftigung mit Finanzieller Freiheit gewonnen. Und mit diesem Bewusstsein konnte ich mir neue Optionen eröffnen, die letztlich zu einem glücklicheren, erfüllteren und entspannteren Leben geführt haben, jenseits der Rolle als Familienernährer.

  8. Hallo Patrick,
    konnte Dir leider nicht direkt antworten, deshalb hier unten.
    Das mit der Rezension mache ich! Hatte heute morgen auch schon etwas bei Tim Schäfer dazu geschrieben, bin aber wohl im Spamfilter hängen geblieben.
    Gruß!

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