Der einzig wahre Zweck der Elternzeit

Seit kurzem bin ich wieder aus meiner Elternzeit zurück.

Oh Boy, was waren das für zwei wundervolle Monate. Wir sind um die halbe Welt gereist – in die kanadischen Rockies und (ich) nach Schottland, haben unsere Familien in Bremen und Berlin besucht und viel Zeit mit Freunden verbracht.

Dabei waren wir zu viert – Frau Finanzglück, der dreijährige Heiermann, die lütsche Groschen und ich.

Und erst jetzt – nach dem letzten der vier Elternzeitblöcke, verteilt auf beide Kinder – ist mir wirklich klar geworden, worum es in der Elternzeit eigentlich geht. Jetzt kenne ich ihn:

Den einzig wahren Zweck der Elternzeit.

Dabei rede ich übrigens nur über uns Väter. Bei den Damen sieht die Sache noch mal anders aus.

Weder Kind, noch Frau, noch Job

Anfangs dachte ich, es sei einfach so bereichernd, eine intensive Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.

Da ist schon was dran. Die Beziehung zu Groschen und vor allem Heiermann ist wirklich enger geworden. Wir haben jeden Tag miteinander verbracht – von morgens bis abends. Das schweißt zusammen.

Aber ist dies der wahre Zweck der Elternzeit? Nein.

Vielleicht geht es ja gar nicht um die Kinder. Auch die Partnerschaft zur Liebsten wird gestärkt. Die schönen gemeinsamen Erinnerungen und Erfahrungen festigen das Fundament der Beziehung und machen sich noch Jahrzehnte später bemerkbar.

Das kann ich bestätigen. Frau Finanzglück und ich haben in diesen Monaten romantische Momente erleben dürfen,  von denen wir noch lange zehren werden.

Aber geht es in der Elternzeit wirklich darum? Nein.

Vielleicht ist die Elternzeit auch – ganz egoistisch gesehen – eine notwendige Auszeit von Berufsalltag. Der zeitlich befristete Sprung aus dem Hamsterrad. Einfach mal den stressigen Job außen vor lassen und die Batterien wieder aufladen.

Auch diesen positiven Effekt kann ich nicht verleugnen. Auf meinen einsamen morgendlichen Wanderungen hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und Entspannen.

Aber ist dies das Ziel der Elternzeit? Nein.

Jetzt wird es haarig

Ich spanne Dich nicht länger auf die Folter.

Für uns Daddies dreht sich die Elternzeit auch um die Kinder, die Partnerin und den Abstand zum Job.

Aber eigentlich geht es um uns. Genauer gesagt: Es geht um unsere Behaarung.

Der einzig wahre Zweck einer Elternzeit besteht darin, Dir endlich mal ausreichend Zeit dafür zu nehmen und…

… Dir einen imposanten Bart wachsen zu lassen!

Nicht nur so einen läppischen Dreitagebart, Schnauzer oder hingerotzten Vollbart.

Ich rede hier über die Kunst des Bartwuchses, die Deiner Persönlichkeit eine besondere Note verleiht.

Backenbart, French Fork oder die Schiffskrause. Alles geht.

Die Elternzeit gibt Dir als Vater ausreichend Spielraum Dich voll auf diese Aufgabe zu konzentrieren. Dir Zeit zu nehmen, Deine Gesichtsbehaarung so zu formen, wie es Deiner würdig ist.

Dafür habe ich für unsere große Elternzeitreise die kanadischen Rockies gewählt. Hier gibt es noch wilde Natur und bärtige Männer.

Viele Stunden habe ich damit verbracht, mit meiner Axt große Holzscheite in handlichere Stücke zu hacken. Der regelmäßige Dosenbier-Konsum hat den richtigen Nährboden geschaffen, auf dem ein Bart gedeihen kann.

Und am wichtigsten: Ich habe mich voll und ganz auf meine Aufgabe konzentriert.

Auf das Resultat bin ich – das muss ich Dir gestehen – doch auch etwas stolz.

Ladies and Gentlemen, may I present…

The friendly mutton chops a.k.a. der Kaiser-Wilhelm-Bart.

In diesem Sinne melde ich mich nach zweimonatiger Blogger-Abstinenz wieder zurück!

Danke, dass Du mir die Treue gehalten hast und diesen bekloppten Beitrag zu Ende gelesen hast.

Ab jetzt gibt es hier wieder regelmäßigen Content zu Finanz- und Glücksthemen.

Versprochen.

 

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20 Kommentare

  1. Muhaha! Ich verkneife mir jetzt mal den MrMoneyMustache Kalauer :-D. Sieht zwar echt schick aus, aber wie ich aus sicherer Quelle weiß, ist dein Gesicht ja schon wieder glatt wie ein Kinderpopo. Ich habe mal die Zeit vor meinem Berufswechsel (immerhin fast 5 Monate) zum Bartwachsen genutzt. Steht mir nicht – ausserdem werde ich dann nicht mehr jünger geschätzt ;-).
    Deine Kanadabilder sehen super aus. Du machst mich neidisch. Ich hoffe, wir erfahren noch mehr davon – oder habe ich einen passenden Artikel verpasst? Die lange Pause war schon hart.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    1. Moin Dummerchen,

      ja, der Bart ist wieder ab, zu meinem großen Leidwesen. Frau Finanzglück teilt nicht immer meine Meinung – besonders wenn es um die Gesichtsbehaarung geht. Witzig war die Reaktion der Lütschen als der Bart ab war. Heiermann hat mich einfach nur minutenlang mit offenem Mund angestarrt. Groschen ist in Tränen ausgebrochen. Verständlich!

      Mehr Elternzeit-Fotos und Stories gibt es dann beim nächsten Mal wenn wir uns in geselliger Runde zusammensetzen 🙂

      VG, Nico

    1. Hi Jenny,

      ohne scheiß, die Zeit war für mich ein echter Wachrüttler. Jetzt wurde mir mal wieder knallhart vor den Latz geknallt, wie eine selbstbestimmte Zeit – ohne 9 to 5 Job – aussehen kann. Wenn das mal kein Ansporn war zügig Kapital aufzubauen um sich Alternativen aufzubauen. Mein Fokus ist wieder geschärft!

      VG, Nico

      1. Hi Nico,
        so war es bei mir auch. Zum einen, mit dem Bartwuchs. Den lässt mann dann einfach mal laufen…

        Und dann gibt einem der Abstand den Blick auf „ein Ganzes“ frei. Nach der ersten Elternzeit habe ich mir auch die Finanzen eindringlicher vorgenommen. Nach 2.0 stand fest, ich verkürze meine Arbeitszeit sofort und nicht erst später.

        Eigentlich sollte man sich immer mal wieder, alle paar Jahre in regelmäßigem Abstand eine Auszeit für die Gedanken nehmen… auch ohne neuen Nachwuchs 😉

        Beste Grüße

  2. Ich ziehe mal wieder meinen Hut vor dir, Nico. Selbst einen kleinen Spaß-Beitrag formulierst du so stark, dass man als Leser sofort verreisen, bloggen und sich fortpflanzen möchte! (nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge)

    Tolle Bilder einer unvergesslichen Zeit.

    Schön dass du wieder da bist.

    1. Hi Mike,

      vielleicht klappt es ja beim autonomen Finanzwesir-Zellen Treffen, dass Ihr beide Frankfurt organisiert. Ich versuche zu kommen. Dann zeige ich auch gerne ein paar Fotos vom Urlaub (wenn es interessiert – ich bin kein großer Fan von Urlaubsfotos anderer 🙂 )

      Für alle LeserInnen die in und um Frankfurt herum Leben: Mike und Marielle organisieren ein Treffen mit finanziell Gleichgesinnten in Frankfurt am 15.7. ab 17 Uhr. Hier gibt es mehr Infos dazu.

      VG, Nico

      1. Würde ja gerne kommen, um die Kanada-Stories zu erfahren, aber zeitgleich findet ja mein FW-Lesertreffen statt. Die beiden haben einfach meinen Termin geklaut ;-).

  3. Klasse Artikel 🙂 Schön, wieder was von dir zu lesen Nico!
    Es scheint, ihr hattet eine geile Zeit mit tollen Erlebnissen.

    Wenn ich mir deinen Bart so anschaue, zweifle ich allerdings an folgendem Satz:
    „Frau Finanzglück und ich haben in diesen Monaten romantische Momente erleben dürfen“
    🙂

    Viele Grüße
    Felix

  4. Moin,
    ich hatte ja schon bei dem Titel die Vermutung mit dem Bart. Oder das es zumindest um einen Bär in Kanada geht. Passt ja irgendwie 😉

    Ich würde mal sagen. Top. Aber wenn die bessere Hälfte nicht mitspielt ist es natürlich blöd.

    Mich selbst stört so ein Bart irgendwie sehr. Daher ziehe ich wohl die glatte Variante weiterhin vor.

    Gruß,
    mafis

  5. Guten Morgen,

    und ich muss mal eins loswerden:
    DIESER BART IST STARK!
    Ich habe wirklich geschmunzelt und der Post hat mich an den Poetry Slam von Patrick Salmen – Rostrotkupferbraunbronze erinnert. 😀
    Ich wünsche dir trotzdem eine tolle Woche auch wo du jetzt wieder arbeiten bist.

    Liebste Grüße,
    Jacqueline

    P.S.: Deine Kanada-Bilder haben einmal mehr bestätigt, dass das noch auf meiner To-Do-Liste steht! Danke dafür!

    1. Hi Jacqueline,

      Kanada kann ich wirklich empfehlen. Hat die (hohen) Erwartungen wirklich noch übertroffen.

      Der Start in den Job ist übrigens ziemlich hart. Ich bin ja so ziemlich direkt aus der kanadischen Wildnis wieder zurück an den Schreibtisch. Ist schon ein komisches Gefühl – irgendwie surreal.

      VG, Nico

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