Was kostet ein Baby?

Frau Finanzglück hat vor etwas über eineinhalb Jahren unseren süßen Fratz Heiermann zur Welt gebracht. Unglaublich, wie sich unser Leben in der Zeit verändert hat. Seit dem wird weniger gepennt, aber dafür haben sich unsere Glücksmomente vervielfacht. Ist schon verrückt, wie viel Freude und Glück so ein kleiner Scheißer bringen kann.

Quanto costa?

Bevor Heiermann auf die Welt kam, stellte ich mir die Frage, was so ein Baby eigentlich kosten wird? Welche Auswirkung wird der Quälgeist auf unsere Finanzen haben? Hier spricht schließlich der Typ, dessen Ziel es ist, im zarten Alter von Mitte vierzig die finanzielle Freiheit zu erreichen. Ist es überhaupt möglich, trotz Kind(er), dieses Ziel zu erreichen?

Egal mit wem ich vor der Geburt über die anfallenden Kosten eines Babys/Kindes gesprochen hatte, die Unterhaltung verlief meist gleich:

Was kostet denn so ein Kind eigentlich, wenn es erst mal da ist?

Ein Kind kostet waaaaahnsinnig viel Geld!

Ok, wieviel denn?

Das kann ich Dir so genau nicht sagen…

So viel dazu. Vielleicht spielst Du auch mit dem Gedanken Nachwuchs in die Welt zu setzen. Oder hast sogar schon so ein Scheißerchen daheim rumkrabbeln. Die Frage kann dann auch für Dich relevant sein.

Im Folgenden werde ich genau aufführen, was uns der Heiermann in seinem ersten Lebensjahr gekostet hat.

Willst Du das Beste für Dein Baby?

Da ich mein Old-School-Haushaltsbuch führe, habe ich einen recht genauen Überblick, was uns der Lütsche bisher gekostet hat.

Generell gibt es hier wie bei allen Ausgaben eine enorme Spanne. Wie viel Kohle Du letztendlich für Deinen Spross ausgeben willst, liegt an Dir. Vom gebrauchten Hauck Kinderwagen für 50 Euro bis zum neuesten Bugaboo-Geschoss über 1.000 Euro ist alles drin.

Als ich mich noch vor der Geburt im Baby-Fachgeschäft beraten ließ, kamen alte Erinnerungen an unsere Hochzeitsvorbereitungen wieder hervor. Damals wurden absurd hohe Preise mit dem Klassiker unter den Verkaufssprüchen gerechtfertigt:

Das sollte es Ihnen wohl Wert sein. Sie heiraten ja schließlich nur einmal im Leben!

Das Äquivalent dazu im Baby-Fachgeschäft ist:

Für Ihr Baby wollen Sie doch wohl nur das Beste, oder?

Zieht beides gut. Sei also auf der Hut, wenn Du diese Sprüche hörst.

Mit drei Fragen viel Geld sparen

Frau Finanzglück und ich waren zum Glück von vornherein auf einer Linie. Wir wollten keine Kohle unnötig zum Fenster rauswerfen. Daher haben wir uns für einen relativ simplen Ansatz entschieden.

Wir stellen uns bei jedem Kauf für Heiermann dieselben drei Fragen:

  1. Braucht Heiermann es wirklich oder haben wir einfach nur Bock ihm das zu kaufen? Wenn letzteres, dann sollte es die Ausnahme sein.
  2. Wenn er es braucht, können wir es von Freunden/Familie borgen?
  3. Wenn nicht, können wir es günstig gebraucht kaufen (Ebay, Kinderflohmarkt)?

Heiermann selbst ist es egal, ob sein Bett, sein Strampler oder seine Holzeisenbahn neu ist oder nicht. Wir reden hier über den Kerl, der in Ekstase gerät, wenn er mit einem Süßstoff-Spender spielen darf. Durch diesen Ansatz der drei Fragen sind wir kostentechnisch bisher ganz gut gefahren. Das gilt insbesondere, wenn ich unsere Ausgaben mit denen vergleiche, die Bekannte so für Ihre Abkömmlinge haben.

Nun zu den konkreten Zahlen

Was haben wir also für Heiermann so ausgegeben? Hier sind unsere direkten Ausgaben für das komplette erste Lebensjahr:

  • Kinderwagen: 0 Euro (neu, aber geschenkt von seiner Oma – Vielen Dank nochmal!) – Preis 350 Euro. Eher der Fiat Punto unter seinen Artgenossen
  • Buggy: 70 Euro (gebraucht) – Ebay
  • Kinderbett: 100 Euro (gebraucht) – von Bekannten gekauft
  • Babyschale für das Auto: 30 Euro (gebraucht) – von Bekannten gekauft
  • Kindersitz: 100 Euro (gebraucht) – von Bekannten gekauft
  • Trage (Babybjörn): 50 Euro (gebraucht) – von Bekannten gekauft
  • Trage (für den Rücken): 90 Euro (gebraucht) – Ebay; Traumhaft, das Teil.
  • Reisebett: 0 Euro (neu, geschenkt von der anderen Oma) – Preis 70 Euro.
  • Untersuchungen/Kurse: ca. 300 Euro – dazu zählen Osteopathin (dieser Reinfall wäre einen ganz eigenen Blog-Beitrag wert…), Fabelgruppe, Schwimmen
  • Medizin/Apotheke: ca. 75 Euro
  • Kleidung: ca. 360 Euro – fast alles von Ebay oder Kinderbasar/Kinderflohmarkt
  • Windeln, Schnuller, Spielsachen und anderer Kram: ca. 500 Euro
  • Nahrung: ca. 250 Euro – die ersten 6 Monate fast nur Muttermilch! Die hat zwar nichts gekostet, aber dafür hatte Frau Finanzglück eine Mahlzeit mehr am Tag verdrückt!

Das macht zusammen 1.925 Euro, also ca. 160 Euro im Monat. Demgegenüber stehen 184 Euro Kindergeld. Soweit machen wir also noch Gewinn mit Heiermann. Yee-haw! Ich bin stolz auf meinen Kleinen. Er leistet jetzt schon seinen Beitrag zu unserem zukünftigen Leben in finanzieller Freiheit.

Aber da gibt es auch noch…

Das waren allerdings nur die direkten Kosten. Es gibt noch ein paar andere, die schwerer zu beziffern sind. Wir leben in einem Haus, das für uns zwei alleine zu groß wäre. Wenn wir keine Kinder hätten, dann würden wir wahrscheinlich zentraler wohnen (teurer), aber dafür in einer kleineren Wohnung (günstiger). Wir hätten wohl auch kein eigenes Auto und würden stattdessen alle Wege mit Fahrrad, Bahn oder mittels Car Sharing zurücklegen.

Diesen Kosten stehen wiederum aber auch ganz entscheidende Kostenersparnisse gegenüber. Durch Heiermann sind wir meist ans Haus gebunden und geben wesentlich weniger Kohle aus für die vielen Dinge im Leben, die Freude bringen. Restaurant, Kneipe, Kino, Theater, …. Im Prinzip alles, was man als kinderloser Mensch abends so treibt. Mit Baby ist das Leben da doch schon etwas mehr… wie soll ich es am besten ausdrücken… gesetzter.

Darüber hinaus sind unsere Urlaube jetzt günstiger. Statt mit dem Flieger nach Jamaica geht es jetzt mit dem Auto zu Oma und Opa. Das ist wirklich in unser aller Interesse. Heiermann für ein paar Stunden abzugeben klingt mittlerweile doch verlockender, als mit ein paar bekifften Rastafaris am Strand Fußball zu spielen. Alles hat eben seine Zeit im Leben.

 Steuerlich ist so ein Lütscher auch noch eine feine Sache. Aber das ist noch ein ganz anderes Thema und würde hier zu weit gehen.

Alles in allem gibt es also ein gemischtes Bild. Wenn ich es so überschlage, dann haben wir im ersten Jahr nach Heiermanns Geburt nicht wirklich höhere Kosten gehabt als vorher. Das sollte also passen.

Heiermann zahlt uns kein Gehalt

Den großen Unterschied gibt es also nicht auf der Ausgabenseite. Der Hammer kommt bei den Einnahmen. Uns ist fast ein ganzes Einkommen weggefallen. Frau Finanzglück hat eine Auszeit vom Job genommen und ist mit Heiermann Zuhause geblieben. Sie investiert Ihre gesamte Energie darin dem kleinen Motzer das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Und glaubst Du er würde sich dafür erkenntlich zeigen und ein Gehalt zahlen? Wenigstens den Mindestlohn? Natürlich nicht. Wie undankbar, der Lümmel.

Was hilft, ist das Elterngeld. Es ist zwar eine tolle Sache, aber es ersetzt halt nur einen Teil des Gehaltes. Das hatte daher schon eine enorme Auswirkung auf unsere Sparrate. Dazu kamen drei Elternzeitmonate von meiner Seite. Eine absolut tolle Zeit, die ich nicht missen möchte. Finanziell allerdings deutlich zu spüren.

Fazit

Meine Erfahrungen nach dem ersten Jahr waren eher gemischt. Heiermanns Kosten waren nicht so das große Thema. Die direkten Kosten ließen sich voll durch das Kindergeld decken.

Ein Baby muss nicht teuer sein. Das meiste, was es braucht, ist Deine Zeit. Es ist Heiermann egal, wie toll sein Zimmer dekoriert ist oder wie schnittig der Kinderwagen daherkommt. Er macht keine Unterscheidung zwischen teurem Spielzeug oder einer Rolle Klopapier. Das wird sich später irgendwann noch ändern. Alles was er jetzt braucht, ist Zeit mit seinen Eltern. Und die kostet erst mal kein Geld.

Du wirst in Deinem Portemonnaie den großen Unterschied also nicht durch die hohen Kosten merken, sondern durch das niedrigere Einkommen. In den nächsten Jahren wird sich das dann ändern. Heiermann geht mittlerweile in die Kita (dann kommt der richtige Kostenblock!), aber dafür wird Frau Finanzglück auch irgendwann wieder arbeiten gehen.

Finanziell haben wir daher unseren Spross schon gemerkt. Es ist mit Sicherheit einfacher, die finanzielle Freiheit zu erreichen, wenn Du keine Kinder hast. Das ist für uns aber keine wirkliche Option. Unser Leben wäre nicht so glücklich, wenn wir Heiermann nicht hätten. Glücklicherweise können wir unsere Sparrate immer noch grob auf Kurs halten, trotz des derzeitigen Verdienstausfalls. Schauen wir mal, wie es sich in den nächsten Jahren entwickelt. Wenn alles gut läuft, dann soll Heiermann ja auch kein Einzelkind bleiben.

 

Befasst Du Dich gerade mit dem Thema Familienplanung und hast Fragen zu den Kosten? Vielleicht hast Du ja ganz andere Erfahrungen gemacht? Teile Deine Meinung doch mit mir in den Kommentaren unten.

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27 Kommentare

  1. Moin Finanzglück,
    Grundsätzlich sollte die Entscheidung pro Kind nicht von den Finanzen abhängen, der Mehrwert im Leben ist mit Geld nicht zu ersetzen, und wenn ihr jetzt denkt der alte hat gut reden, dann bitte bedenken, wir haben unseren 1. bekommen, da war meine Frau 19 und noch in der Ausbildung und ich war gerade 21 Jahre und habe Beruf und Studium unter einen Hut bringen müssen. Also heute würde man wohl von Sozialenhärtefall sprechen 😉
    Nur eines ist auch gleich, wenn man die Kinder bestmöglich ausbilden möchte, dann wird es am Ende richtig teuer! Unsere größten Positionen bisher
    35000 EUR Studium Bachelor – 2011 bis 2014
    25000 EUR Auslandssemester in USA – 2013
    18000 EUR aktuell für den Masterabschluss – 2015bis2017
    20000 EUR für unseren zweiten Auslandsschuljahr – 2017
    Alles in allem Kosten Kinder eine Menge Geld, aber wie gesagt, dies sollte nicht der Entscheidende Grund sein.
    Beste Grüße
    Fiete

    1. Moin Fiete,

      Ich stimme voll mit Dir überein, dass die Entscheidung für oder gegen Kinder nicht vom Geld abhängen sollte. Selbst wenn wir arm wie die Kirchenmäuse gewesen wären, hätten wir trotzdem versucht Kinder zu bekommen. Finanziell haut das dann schon irgendwie hin. Uns bringt Heiermann einfach so viel mehr Freude und Glück im Leben. Das kann man nur schwer mit etwas anderem vergleichen.

      Respekt, mit 19 bzw. 21 Jahren neben Ausbildung ein Kind aufzuziehen klingt nicht nach Zuckerschlecken. Da ist es bei uns doch eher bequemer, da wir etwas älter sind und finanziell bereits sicher im Leben stehen.

      Die hohen Ausbildungskosten von knapp 100.000 Euro erstaunen mich dann doch. Du hast zwei Kinder, richtig? Ich finde es fantastisch, dass in unseren Landen die Ausbildung fast umsonst ist. Die hohen Studiengebühren wie in den Staaten oder in England sind in meinen Augen nicht zielführend. Wer kann sich das schon leisten? Ich bezweifel, dass die hohen Kosten letztendlich durch ein höheres Einkommen wieder reingeholt werden (in vielen Fällen).

      Auch hier gibt es wohl wieder eine ordentliche Spanne wie hoch solche Ausbildungskosten sein können. Ich hatte während des Studiums ein Jahr im Ausland verbracht. Ein Semester in den USA und ein halbes Jahr Praktikum in Argentinien. Es hatte aber nur einen Bruchteil dessen gekostet. Da gab es Kooperationen mit meiner Hochschule, Stipendien, usw. Das gesamte Jahr kostete, wenn ich mich recht erinnere, um die 10.000 Euro, vielleicht auch etwas mehr. Davon zahlte ich einen ordentlichen Teil selber, indem ich von meinen Ersparnissen aus den diversen Nebenjobs zehrte. Den Rest übernahmen dann meine Eltern. Das wäre sonst halt nicht gegangen.

      VG, Nico

      1. Das Teure ist die Ausbildung der Kinder – und da sind die Kosten von Fiese noch nicht mal so hoch gegriffen. Offiziell kannst du fast kostenlos zur Uni und kannst Bafög beantragen …. beim Studentenwerk München kann es dir durchaus passieren, daß du das erst Semester vorfinanzieren darfst, weil sich die Bearbeitung so lange hinzieht. Das die Eltern für den lieben Studenten die Wohnung zahlen, weil die Vermieter nicht an so junge Menschen vermietet ist ein anderes Thema. Ich habe meinem Partner schon klar gemacht, das wir -sobald sich eine neue Generation ankündigt- dementsprechend vorsorgen werden. Aber erstmal machen unsere Kinder ihren Doktor bzw Dipl.-Ing ?. P.S.: Was auch noch Spaß macht: Klassenfahrten pro Kind und Jahr dürfen 400 bis 500 € eingeplant werden & Mobilität sprich Führerschein und evt fahrbarer Untersatz und Bafög- Zuzahlung der Eltern das kann auch noch mal ’nen Minijob im Monat ausmachen.

  2. Moin Nico,
    na klar es geht immer alles günstiger, was nicht unbedingt mit schlechter einher geht. Da bin ich bei Dir. In unserem Fall war es halt eine eigene Wohnung in den USA und keine Gastfamilie. Die beiden Semester mussten komplett bezahlt werden, exkl. den Semstergebühren hier in Deutschland. Frechheit hin oder her, ich wollte nur zeigen nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Ja wir haben zwei Kids und mit 19/21 war es mal eine Herausforderung, heute ist es aber natürlich super, wenn man mit dem eigenen Nachwuchs noch in einer Mannschaft kicken kann, oder sich gegenseitig zum Marathon herausfordert! Auch hier ist das Fazit ganz klar, so früh wie möglich mit den Kids starten…war es den Kids anfangs noch peinlich mit uns in einer Disco zu sein, können sie heute kaum noch ohne uns los :-)))
    Beste Grüße
    Fiete

  3. Danke für den vielschichtigen und interessanten Artikel inklusive der Kostenaufstellung. 350 Euro für gebrauchte Kinderkleidung klingt viel, aber Babies brauchen ja auch einiges weil ständig gewaschen wird und sie da schnell rauswachsen.

    Ich finde das auch Wahnsinn was man an Geld ausgeben kann für neue Baby-Ausstattung wie Bettchen, Sitze, Kinderwagen etc. Ich möchte auch Kinder und habe vor so viel wie möglich der Ausstattung und Kleidung gebraucht zu kaufen oder mir schenken zu lassen.
    Eure drei Fragen vor jeder Anschaffung (braucht das Baby das wirklich? kann man es leihen? oder günstig gebraucht kaufen?) finde ich simpel aber sehr wirksam.

    Eins habe ich vermisst in deiner Aufstellung, gibt es nicht irgendeine Einmalzahlung von ein paar hundert Euro zur Geburt? Oder wurde die abgeschafft?

    Nochmals danke für den Artikel.

    1. Hallo Julia,

      es freut mich, dass Dir der Artikel gefallen hat.

      Mmmh, an eine Einmalzahlung kann ich mich nicht erinnern. Ist auch nix davon im Haushaltsbuch. Von daher glaube ich, dass es so etwas nicht gibt, zumindest von Vater Staat. Mein Arbeitgeber hatte uns aber zur Geburt etwas Kohle spendiert.

      Für Kleidung ist das tatsächlich noch viel Geld. Das geht wohl auch günstiger. Da kann man auf Ebay gleich ganze Pakete mit einer Größe (nach Geschlecht/Jahreszeit) kaufen. Das hält dann erst mal für ein paar Monate. Sehr praktisch.

      VG, Nico

  4. Hallo zusammen,

    schöner Artikel.
    Wir haben das erste Jahr auch fast um und ich kann die Erfahrungen hier teilen. Bisher ist alles durch das Kindergeld gedeckt.

    Baby-Läden möglichst meiden. Es gibt sooo viel unnötigen Scheiß! Man soll ja nicht pauschalisieren, aber es gibt eine Zielgruppe, die da ganz kräftig anbeisst und das sind die Eltern im Alter 35+ ! Panik über alles (= alles angeblich Sicherheit erhöhendes wird gekauft), immer nur das Beste (=teuerste) und dann mit den Augen rollen, wenn man selber keine 1000€ für den Kinderwagen ausgegeben hat – das sei unverantwortlich. „Wie jetzt, euer Baby schläft nicht auf einer elektrischen Matte, die Alarm gibt, wenn es sich nicht mehr bewegt?!“.
    Aber so trennt sich wenigstens schnell die Spreu vom Weizen.

    Ich habe Neu-Eltern kennen gelernt, die felsenfest überzeugt sind, die sogenannte Erstausstattung würde über 10.000€ kosten. Klar, wenn das Baby-Zimmer vom Tischler angefertigt wurde (und aus Möbelstücken besteht, die kein Mensch braucht, also einfach zu viele), die 40+ Neu-Mutter bereits für die nächsten 3 Jahre Kleidung gekauft hat (natürlich nur das teuerste), obwohl sie nicht wissen kann, wann was passt … die Liste ist beliebig fortsetzbar. Pränataler Kaufrausch. Die Hälfte eh für die Tonne.

    Die teuersten Erstanschaffungen, bei uns waren das Kinderwagen und Babysitz, lässt man sich schenken. Neu-Omas/Opas sind da gerne großzügig.
    Kauft keinen Kram, den jemand anderes als vermeintlich essentiell empfohlen hat, sondern wartet, bis der Bedarf tatsächlich eintritt. Damit meine ich z.B. die vielen (elektronischen) Helferlein, die den Alltag erleichtern sollen, z.B. elektrische Milchpumpen. Meine Frau wollte sowas auch haben, ich sagte nein, warte erst einmal ab. Wir hatten dann eine Handpumpe geschenkt bekommen, 2-3 mal benutzt, und festgestellt, so eine Pumpe generell nicht zu brauchen. Die elektrische wäre also erst recht unnütz gewesen, sie wurde uns aber vor Geburt wärmstens empfohlen! Oder Geräte zur Erwärmung von Gläschen und Sterilisatoren. Das kann man im Topf erledigen bzw. letzteres braucht man nur ein paar Monate. Sterilisatoren machen ggf. bei Flaschenkindern Sinn, aber sonst ist das unnötiger Elektromüll, der nur herum steht.
    Und wenn dann doch plötzlich Bedarf da ist, ist die „Lösung“ ja höchstens 24 Stunden (Amazon) entfernt. Bis dahin hält man auch „konventiell“ durch (wenn nicht, ist man für das Abenteuer „Eltern werden“ nicht gemacht imho – da kommt noch viel Schlimmeres auf einen zu :D).
    Einsparpotentiel gibt es enorm beim Essen. Muttermilch ist das beste und billigste, was man dem Lütten zukommen lassen kann und Mama verliert schnell ggf. überflüssige Schwangerschaftspfunde (!!!! :D). Wenn Beikost startet, probiert einfach aus, das Essen selbst zu kochen. Wenn es nicht klappt oder zu nervig erscheint, kann man immernoch die Gläschen im Laden kaufen (die ersten sauerteuer sind und zweitens absolut widerlich (!!!) schmecken, im Vergleich zum Selbstgekochten!). Dazu braucht man einen Topf, ein Dampfeinsatz (so ein Metallding, kostet 3-4€) und praktischerweise einen Gemüsehobel (alternativ ein Messer, dauert aber länger). Zutaten nach Wahl fein in Scheiben hobeln, z.B. Karotte und Kartoffel, etwas Fleisch, und 20 Minuten dünsten, danach pürieren und in Portions Dosen füllen (Set 10€). Das macht man einmal die Woche, dauert insgesamt 30 Minuten, kostet ein Bruchteil der Gläschen, schmeckt viel besser und man kann selbst entscheiden, was rein kommt.
    Kauft nichts, was es „normal“ im Laden gibt, aber alternativ mit dem Zusatz „Baby“ kaufbar ist, z.B. „Baby Speiseöl“ für die Beikost. Das ist ganz normales (Bio)Rapsöl, nur zum doppelten Preis. Gleiches gilt für ominöse Stilltees, die das dreifache kosten – die normale Fenchel, Kümmel, Dingsda Mischung „für Erwachsene“ kann genau das gleiche.
    Wenn ich ehrlich sein soll: Meidet die bekannten Marken für Babyzeug. Hipp und wie sie alle heißen. 0815 Kram für dreifaches Geld. Beispiel von Hipp: „Babysaft“, 2€ für ich glaube 300ml. Inhalt: Apfelsaftkonzentrat, Wasser und Zucker (lol!). Gibts von ja! für 30cent pro Liter – will ich davon abgesehen meinem Baby aber eh nicht anbieten. Es wird nicht einmal Direktsaft verwendet und das bei Apfelsaft. Ausgerechnet in Deutschland, dem Land der Apfelbäume. Das ist totaler nepp.
    Babykleidung. Wird schnell dreckig, insbesondere im ersten Jahr hält eine Größe teilweise nur einen Monat … ergo: Pro Größe keine 10 Garnituren kaufen. Ein Body muss (aber kann) keine 25€ kosten, das geht auch für 10€ oder gebraucht für 2-3€. Die nächste Größe erst kaufen, wenn sie wirklich gebraucht wird, sonst passt der Schneeanzug im Extremfall leider nur im Sommer 🙂
    Windeln. Im Krankenhaus gibts natürlich kostenlose Pampers – warum wohl 😉 Windeln bieten hohes Einsparpotential. Bei Einmalwindeln ist Pampers natürlich eher teuer, man kann gut die Hälfte sparen, wenn man andere Marken durchprobiert. Richtig günstig sind auswaschbare Stoffwindeln, die auch andere Vorteile haben, muss aber jeder selber wissen.

    OK, schon zuviel geschrieben. Kauft einfach mit Verstand und nicht auf Druck von außen („muss man haben“ oder „fürs Baby nur das beste“) und überlegt ggf. Gebrauchtware zu nehmen. Wenn man dann noch einsieht, dass z.B. ein Kinderwagen kein Statussymbol sein muss, dann ist das Leben gleich viel günstiger (die Erkenntnis ist vorallem auf Autos übertragbar!). Sicherheit kostet nicht gleich 1000€, das ist quatsch, wird von Stokke-Muttis aber gerne als Meinungsverstärker genutzt (btw. Stokke und bugaboo sind bei Ökotest gerade voll durchgefallen wegen Giftstoffen und schrecklicher Ergonomie für Kind und Eltern. Haha!)

    1. Da muss ich (als zu dieser Gruppe gehörend) doch einmal eine Lanze für uns 35+ Eltern brechen. Wir haben, dem Alter entsprechend, recht gute Gehälter. Die Babyausstattung hat trotzdem fast nichts gekostet. Gebrauchter Kinderwagen, Babyschale einer Kollegin, Kleidung fast komplett geliehen (meine Schwangerschaftsklamotten im übrigen auch), Kinderzimmer gebraucht über ebay, Wickelunterlage usw von den Nachbarn. Neu haben wir zu Beginn nur die Matratze gekauft und die Manduca, da wir da einen Gutschein hatten. Später dann auch mal die billigen aber gut haltbaren Bodies vom H&M. Bei Windel passte die Hausmarke vom DM, deren Gläschen schmecken offenbar auch, auch wenn das Kind sehr schnell zu unserem normalen Essen übergegangen ist.

      Wenn man in dem Stil weitermacht (aktuell: gebrauchtes Pukylaufrad, tolles Schaukelpferd und Puppenwagen über ebay) kostete der Spaß nicht viel – wenn nicht die Kitagebühren wäre, hier leider fast 700,-pro Monat für eine stinknormale städtische Kita. 🙁 Da relativiert sich die Ersparnis leider wieder.

      ANsonsten: Netter blog hier, gefällt mir 🙂

      1. Hallo Katja,

        ich bin da ganz bei Dir. Ich gehöre ja auch zur Gruppe der 35+ Eltern!

        700 Euro pro Monat für eine Kita? Das ist aber ordentlich. Ist das für mehrere Kinder? Ich finde ja schon unsere 425 Euro pro Monat für Heiermann ziemlich hoch.

        VG, Nico

        1. Für ein Kind, U3, 45h, inkl. Essen, im teuren Rheinland. Städtischer Gebührensatz, nix besonderes. Da werden all die Sparanstrengungen ein wenig ad absurdum geführt. Wie soll man sich über die 25€ freuen, die man beim Schaukelpferd gespart hat, wenn dem solche Kitakosten gegenüberstehen?

          Wäre übrigens ein interessantes Thema für einen Artikel: Verhältnismäßigkeiten. Wir sind mit Ende 30 schon etwas weiter im Sparen gekommen als die meisten der oft noch recht jungen Sparblogger. Und nun schlägt es zu: Eltern, die pflegebedürftig werden aber kein Geld haben. Wo fragt das Sozialamt zuerst nach? Klar, bei uns. Schonvermögen durch jahrelange Sparsamkeit weit überschritten, das muss erst aufgebraucht werden…. Und schon ist der Traum von der finanziellen Unabhängigkeit geplatzt.

          1. Hi Katja,
            also die 700 Euro pro Monat ziehen mir jetzt echt die Schuhe aus. Da macht es ja schon fast Sinn den Wohnort (zumindest für ein paar Jahre) von den Kita-Kosten abhängig zu machen. Wir wohnen nur einige wenige Kilometer von der Stadtgrenze. Dort wären unsere Kita-Kosten dann halb so hoch.

            Das Thema Verhältnismäßigkeiten habe ich mit aufgenommen. Besten Dank. Zum Thema Pflegekosten sollte ich mich auch mal umhören. Davon habe ich keine Ahnung. Aber es kann ja wirklich ein wichtiges Thema werden – so wie bei Dir jetzt.

            VG, Nico

          2. Bei den KiTa Kosten stellt sich doch auch die Frage: braucht man die Betreuung wirklich? Ab wann? In welchem Umfang?
            Wenn man der Mode folgt, ist ja der Trend tatsächlich ab 1. Geburtstag und 45 Stunden-Woche. Aber will man das?
            Kleinkinder profitieren in diesem Alter noch nicht vom Gruppenleben, auch wenn gerne anderes behauptet wird. Sie sind deutlich mehr an Erwachsene Bezugspersonen gebunden, zusammen gespielt wird so mit 2,5 bis 3 Jahren.
            Und dann stellt sich noch die zweite Frage: Welche Qualität kann es zu welchem Preis geben und wer soll das bezahlen? Eine wirklich gute Betreuung kann nur mit extrem hohem Personalaufwand betrieben werden. Bis 3 Jahre bedeutet das: 1 Erwachsener pro 3 Kleinkinder. Dazu noch ein extra Gebäude unterhalten anstatt die eigene Wohnung nutzen, teueres und schlechtes Essen meist aus einer Großküche, warm gehalten und angeliefert, Reinugungsfirma, Gartenbaufirma fürs Außengelände.
            Viel Zeit geht außerdem für Wege drauf: erst morgens das Kind bringen, dann in der teuren Betreuungszeit den eigenen Arbeitsweg hin und wieder zurück…
            Am Ende ist tatsächlich selbst betreuen eine wirtschaftliche Lösung, nur politisch nicht gewollt. Lieber werden Zuschüsse gezahlt von 1000/Kind als dass die Eltern zuhause unterstützt werden…

          3. Ja, die KiTaGebühren. Bei uns waren es 770,00 EUR bis zum zweiten Geburtstag, danach 504 Euro.
            Sind die städtischen Gebühren.
            Bei uns kam noch der Glücksfall einer kleinen Einrichtung dazu, 3 Erzieherinnen auf 16 kids.

            Alles in allem ist das schon krass wie sich die Gebühren unterscheiden, im Nachbarort war es halb so teuer und ein paar Orte weiter ganz kostenlos

    2. Moin Tim,

      sehr lustiger Kommentar! Ich habe viele Sachen wiedererkannt und einige Male Lachen müssen (Stokke-Mutti’s!!).

      Die elektrische Matte wurde mir auch empfohlen. Wir haben den Kleinen bisher erstaunlicherweise auch so durch die ersten Monate bekommen 🙂

      Wir haben auch das allermeiste selbst gekocht. Ist tatsächlich kein Zeitaufwand, kostet so gut wie nichts und ist definitiv gesünder. Beim Thema Windeln haben wir fast alles probiert. Auswaschbare Stoffwindeln wurden diskutiert aber dann von Frau Finanzglück verworfen. Jetzt haben wir Pampers für die Nacht (die halten wirklich etwas aus) und ansonsten die günstigere Drogerievariante.

      VG, Nico

  5. Hier hab ich Kompetenz (zumindest gefühlte), hier rede ich mit! 😉

    Wir haben 3 Kinder 0,5-6 Jahre. Auch mit über 100k€ Jahreseinkommen haben wir einen gebrauchten Kinderwagen, den Großteil der Kinderklamotten geschenkt bekommen, gebraucht gekauft oder durchgetauscht. Das Beistellbettchen in dem Nr. 3 grade schläft gehört Freunden, wurde von uns für alle 3 genutzt und hat in Summe sicher >10 Kinder durch die ersten Monate begleitet. Super Sache, das spart nicht nur Geld sondern schont auch die Umwelt und die knapperen Ressourcen.

    An anderen Stellen lohnt sich natürlich auch Geld ausgeben. Auch wenn oben über Stokke gelästert wurde: Wir haben einen Stokke Hochsitz und einen von Hauck. Der von Hauck stinkt in Punkte Stabilität und Haltbarkeit so dermaßen gegen den Stocke ab, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Hauck kommt mir da nicht wieder ins Haus. Kindersitze gebraucht von Freunden gerne, von Fremden ungern, man sieht nicht, ob die mal einen Unfall hatten oder nicht, das muss nicht sein.

    Neben der Skepsis über Kinderläden und deren Beratung rate ich auch zu Skepsis gegenüber allen Test-Instituten oder Zeitschriften, da wird auch oft einfach mal die neuste Sau durchs Dorf getrieben. Die Überschrift „Alle Babysitze topp“ verkauft einfach nicht so viele Zeitschriften.

    Die oben von Fiete genannten Ausbildungskosten sind ja horrend, aber natürlich realistisch. The sky is the limit. Meine Frau und ich haben beide unser Studium im Wesentlichen selbst finanziert, durch „Kindergeld-Weiterleitung“ und jobben. Bei meinem Auslands-Semester in London brauchte ich Unterstützung durch meine Familie (hauptsächlich Oma) i.H.v. 5000€. Generell sparen wir natürlich auch für die Ausbildung der Kinder, aber nicht in o.g. Höhe.

    In Summe sind Kinder bei vernünftiger „Handhabung“ erstmal weniger teuer als allgemein angenommen, das Fazit, dass der Verdienstausfall des einen Elternteils (sowohl 100% am Anfang als auch Teilzeit später) der größte Block ist,teile ich auf jeden Fall.

    Wobei 2 bis 3 Kinder in der Kita je nach Kommune / Bundesland auch durchaus 500 bis 1000€ im Monat ausmachen können, die man nur anteilig bei der Steuer ansetzen darf. Holger hat das mal schön dargestellt: http://zendepot.de/erfolgreich-vermoegen-bilden-als-familienvater/

    Es wird so oft geschrieben, dass man mit dieser Meinung und diesem Vorgehen so oft alleine da stünde und schräg angesehen wird, getreu dem Motto „Der Typ verdient so viel Kohle und das arme Kind muss in einem gebrauchten Kinderwagen von ebay sitzen“. Das kann ich zum Glück überhaupt nicht bestätigen. Vielleicht haben wir einfach großes Glück mit einem bodenständigen Freundes- und Bekanntenkreis, aber in unserem Umfeld ist es völlig normal, Teile zu tauschen, weiterzugeben, gebraucht zu kaufen und zu verkaufen und zu teilen, sowohl bei Nachbarn, Freunden und Familie. Das macht es natürlich einfacher. Auch hier gilt, wähle Deine Freunde weise.

    Auf jeden Fall guter Artikel, danke.

    Gruß
    Carlos

    1. Hallo Carlos Sanches,

      die Kita-Kosten ändern dann im zweiten Lebensjahr das Bild. Bei uns sind es jetzt seit ca. einem halben Jahr 425 Euro pro Monat. Dafür wird Scheißerle dann 6-7 Stunden am Tag bespaßt. Das Geld ist es in meinen Augen auch Wert, alleine schon durch den sozialen Kontakt mit den anderen Kindern dort. Das Elterngeld reicht dann aber nicht mehr aus.

      Gut, dass du noch mal den ökologischen Aspekt von Tauschen, bzw. Wiederverwenden, ansprichst. Es gibt leider immer noch genügend Sachen, die wir im Finanzglück Haushalt kaufen und wegschmeißen, obwohl wir da schon länger gegensteuern. Wenn wir unsere Baby/Kindersachen irgendwann nicht mehr brauchen sollten, werden wir sie auch verleihen/verschenken/verkaufen und ihnen damit noch mal ein neues Leben einhauchen.

      Besten Dank noch mal für Deinen interessanten Kommentar!

      VG, nico

  6. Hallo Nico!
    Mit meinen 19 Jahren ist die Familienplanung noch weit weg aber es ist trotzdem ineressant zu sehen, wie sich ein Baby auf die Finanzen auswirkt. Besonders weil du das gleiche Ziel verfogst, wie die meisten Finanz Blogger – die finanzielle Freiheit.

    MFG Philipp

  7. Danke an Tim und Carlos für die interessanten und ausführlichen Kommentare!
    Liegematten, die anzeigen wenn sich das Kind nicht mehr bewegt – was es nicht alles gibt!
    Super der Tipp mit dem selber kochen von Babybrei, spart sicherlich nicht nur Geld sondern auch die Schlepperei und Entsorgung der vielen Gläser. Dass das so fix geht hätte ich nicht gedacht, ich wäre jetzt davon ausgegangen dass man sich da täglich hinstellen und schnippeln und kochen muss und das würde ich eher ungern machen. Aber 1-2 Mal pro Woche ist gut machbar.

    @Nico/Finanzglück, wegen der Einmalzahlung bei Geburt, das habe ich mal schnell recherchiert. Das hieß Entbindungsgeld, wurde früher mal von den Krankenkassen gezahlt, ist aber abgeschafft worden. Auch vom Staat gab es wenige Jahre mal eine Einmalzahlung, die gibt es auch nicht mehr.

  8. Wir haben 2 Kids (1 und 3). Ich kann nur bestätigen was Du hier beschrieben hast. Unsere Kosten waren noch (vermutlich) deutlich niedriger. Ich gehe nicht in Details aber wir planen einen Beitrag bald dazu in unser Blog was ich dann hier verlinken würde.
    Paar Beispiele (alles gebraucht natürlich):
    – Doppel-Kinderwagen: gekauft für 50€. Verkauft für 38€
    – Kinderbett: gekauft für 5€ (fünf!), verkauft für 20€
    – Manduca babytrage: gekauft für 60€, verkauft für 50€
    – Kleidung und Spielzeuge bekommt man nachgeworfen (und wir haben nicht mal wirklich Familie in DE!)

    Es ist wirklich UNGLAUBLICH was die meisten Bekannte um uns für Kinder ausgeben. Von neue high-tech Kinderwägen bis Kinderzimmerausstattung. Diejenigen die sich das am wenigsten leisten können geben manchem viel mehr als wir aus.

    Was extrem überbewertet wird ist das was oben auch diskutiert wurde: Ausbildung/Studium.
    Ich komme aus Rumänien. Dort habe ich 4 Jahre Bachelor und 2 J Master als Erasmus in DE gemacht. Wirtschaftsinformatik Zeug. Hat sich das gelohnt? Nein! Ganz klar!
    Nach meinem Abitur konnte ich schon programmieren. In der Uni habe ich NICHTS neues dazugelernt. Was ich gelernt habe war zuhause vor meinem PC.

    Ich habe mich 6 Monate nach der Studium selbständig gemacht. Das war vor 10 Jahren. Jetzt bin ich finanziell Frei. Mein Studium hat mich kaum dabei geholfen. Niemand hat mich gefragt was ich studiert habe und was für Urkunden ich habe. Man hat mich aber gefragt was ich kann und welche Projekte/Erfahrungen ich gemacht habe.

    In Deutschland (und auch anderswo) ist man zu stark Studium-/Ausbildung-/Urkunden-/Karrierefixiert. Dabei können viele Sachen von Youtube, Bücher und Blogs gelernt werden.
    Deshalb mache ich mir überhaupt keine Sorgen darum was Unis und Ausbildungen kosten. Ich werde meine Kinder versuchen beizubringen was Selbständigkeit bedeutet.

    Natürlich, wen man Arzt, Architekt usw sein möchte zählt das was ich geschrieben habe nicht! Es gibt berufe wo ZUM GLÜCK ein Abschluss erforderlich ist.

    1. Vielen Dank dafür, dass Du Eure Kosten hier geteilt hast. Es zeigt mir mal wieder, dass es nach unten noch viel Platz gibt, wenn man mehr sparen möchte. Lass mich raten, Eure Kleinen haben sich noch nicht beschwert, dass das Kinderbett nicht neu war 🙂

  9. Haha, bezüglich Windeln (und generell eigentlich der gesamte Artikel) genau das gleiche bei mir.
    Interessanter Nebenaspekt: Dank Eltergeld+ kannst du theoretisch sogar 4 Monate lang einen kleinen Gewinn einfahren, hier nimmt deine Holde wie gehabt die 12 Monate Elternzeit und deine 2 Monate kannst du seit dem 1.7.2015 (Geburtsdatum Kind) in 4 Monate Teilzeit umwandeln. Bekommst dann pro Monat knapp 33% vom letzten Netto, kannst aber 30 Stunden / Woche Arbeiten. Ergibt bei einer 40 Stunden Woche ein Einkommen von 103% und weniger Arbeiten ist auch drin 😉
    Hat natürlich mehrere Bedingungen, d.h. du willst die Elternzeit nicht als 2 komplett freie Monate nutzen, bist kein Großverdiener wo die Deckelung zu stark zuschlägt, etc.

    1. Hallo Kooky,

      meine Beobachtungen zum Thema 30 Stunden sind eher so, dass die Kollegen die gleiche Arbeit machen aber weniger bezahlt bekommen. Das wird dann eher stressig. Für mich steht eher die Auszeit im Vordergrund. Einmal komplett rauskommen aus dem Arbeitsalltag.

      VG, Nico

  10. Hi zusammen.
    Ich habe mir mal durchgerechnet was unsere kids (geboren in 2012 und 2014) in den ersten 4.5 jahren (ende 2012-bis mitte 2017) gekostet haben.
    GESAMTKOSTEN (inkl teure Kinderbetreuung): 20.412€
    2012: 880€
    2013: 1476€
    2014: 4094€
    2015: 5167€
    2016: 4939€
    2017: 3856€ (bis Mai)

    Habe aber auch die Einkünfte (Kindergeld, Elterngeld etc) gegengerechnet:
    Tochter:
    – Mutterschaftsgeld: 1651€
    – Elterngeld (von beiden Eltern): 13643€
    – Kindergeld: 10280€
    INSGESAMT Tochter: 25.574€

    Sohn:
    – Mutterschaftsgeld: 1390€
    – Elterngeld (von beide Eltern): 16633€
    – Kindergeld: 6600€
    INSGESAMT Sohn: 24.623€

    GESAMTEINKÜNFTE: 50197€

    Wir haben also einen fetten profit gemacht von 29.784€ 🙂
    Das aber nur in den 4.5 Jahren. Langfristig sieht’s sicherlich anders aus.

    Bin gespannt ob es weitere Leute gibt die die Ausgaben getrackt haben… Würde mich interessieren ob bei anderen auch eine ähnliche Rechnung rauskommt.

    Hier das komplette Artikel darüber was wir gezählt und was nicht (richtig) gezählt haben:
    http://whatlifecouldbe.eu/2017/09/02/much-kids-cost-us-germany/

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