Schwing Deinen Hintern aus dem Hamsterrad!

Ich find es immer wieder erstaunlich eine Maus, oder tatsächlich einen Hamster, in einem Rad laufen zusehen. Die kleinen Nager geben echt Vollgas! Es werden keine Kompromisse gemacht. Wer zögert verliert. Es geht nur noch schneller, immer schön im Kreis herum.

Würde mir nie passieren, mich immer wieder im Kreis drehen, ohne wirklich voran zu kommen. Oder doch? Zumindest bei den Finanzen lässt sich doch immer wieder eine schöne Parallele erkennen.

Endlich Kohle!

Wir beenden das Studium oder die Lehre und mit dem ersten Job kommt zum ersten Mal echte Kohle rein. Das WG-Zimmer wird geräumt. Endlich nicht mehr den Abwasch der anderen mitmachen und den Zimmernachbarn nackt im Badezimmer treffen.

Es gibt eine geschmeidige Zweizimmerwohnung, schön zentral gelegen in der Nähe zur örtlichen Kneipenszene. Das Fahrrad wird gegen den Gebrauchtwagen eingetauscht. Die Liebste wird endlich mal standesgemäß ausgeführt. Die alte Kleidung sieht auch nicht mehr so wirklich schick aus. Statt Zelturlaub in Holland kommt der erste Urlaub in Übersee. Komisch, der Saldo vom Konto ist trotz des höheren Gehaltes unverändert nahe Null geblieben.

Gut, hilft alles nichts, da muss halt mehr Kohle reinkommen. Der Job macht eh Spaß. Work hard, party hard ist das Motto des Tages. Der Chef erkennt die Leistungen an und legt noch eine Schippe mehr drauf beim Gehalt. Supi! Allerdings braucht es jetzt auch einen neuen Fernseher – da lassen wir uns auch nicht lumpen! Ein Upgrade für das Auto ist auch noch drin.

Kontostand am Ende des Monats ist immer noch unverändert. Jetzt kommt der Partner für das Leben, die Immobilie, die Kinder, … Das Haus ist standesgemäß, das Auto immer schneller (soll ja schließlich auch Spaß machen!)… Kohle ist immer noch kaum übrig trotz des mittlerweile Spitzengehaltes.

Lifestyle Inflation

Irgendwann setzt die Erkenntnis ein, dass es aus der Nummer kein Entkommen gibt. Der Lebensstandard hat sich dem Einkommen angepasst. Lifestyle Inflation, wie es so schön heißt. Um den Laden am Laufen zu halten muss weiter geschafft werden und das nicht zu knapp. Jede monetäre Verbesserung resultiert in mehr Konsum. Das geht dann fröhlich weiter bis zur Rente. Herzlichen Glückwunsch! Du kannst von Glück sagen, wenn bis dahin nichts schiefgeht (Scheidung, Jobverlust, Krankheit, …). Das wirft Dich dann schnell aus der Bahn und du fliegst im Kreis, wie der Hamster im Rad, wenn er nicht mehr mit dem Tempo Schritt halten kann.

Raus aus dem Hamsterrad

Was kannst Du dagegen unternehmen? Durchbreche den Kreis! Halt das verdammte Hamsterrad an, auch auf die Gefahr hin, dass es schwierig wird. Du kannst den Kreislauf nicht nur durchbrechen, indem Du mehr verdienst. Du musst Deine Einstellung, Deinen Lebensstil ändern. Es hat für mich einige Zeit gedauert, bis ich das verstanden hatte.

Fange an sparsamer zu leben. Einkommen maximieren ist einfach. Wir Menschen scheinen von Natur aus masochistisch veranlagt indem wir uns ohne großen Widerstand den Hintern aufreißen um härter zu arbeiten und das Arbeitseinkommen zu maximieren. Das ist der einfachere Teil.

Der schwierige Teil ist die Ausgaben im Zaum zu halten und nicht den Einnahmen anzupassen. Wenn Du das schaffst, erhöhst Du Deine Sparquote und schaffst Vermögen.

Deinem Ersparten musst Du die Chance geben sich zu vermehren. Das Schöne an Vermögen ist, dass es sich selbst vermehrt. Von ganz alleine. Du musst ihm nur die Chance dafür geben. Lass die Magie des Zinseszinses wirken.

Du siehst, es ist verdammt schwer Dein Konsumverhalten nicht Deinem Gehalt anzupassen. Je mehr Kohle reinkommt, desto mehr geht auch raus. Erst wenn Du diesen Teufelskreis durchbrichst wirst Du in der Lage sein Geld zu sparen. Damit schaffst Du die Grundlage Dich irgendwann finanziell freizuschaufeln.

 

(Foto von Saphira_pixelio.de)

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4 Kommentare

  1. Ich habe in meinen bereits 20 Jahren Berufsjahren so viele Kollegen/innen kennengelernt, die am Monatsende keinen cent mehr über hatten und alles in den Konsum gesteckt haben und sich dann manchmal fragen „Ich weiß gar nicht, wo das ganze Geld hingeht.“ *traurig* – Diesen Weg bin ich noch nie gegangen, sondern überlege mir mehrmals, ob ich bestimmte Konsumgüter wirklich benötige. Bei wichtigen Anschaffungen, darf es dann auch etwas teurer sein, dafür halten die Sachen dann auch länger. Für mich war immer schon klar, dass das Hamsterrad nicht der Sinn des Lebens sein kann. Gut das Du Nico auch zu dieser Erkentniss gekommen bist und das weit vor dem Rentenalter.

    1. Moin Markos,

      bei mir hatte es genau am 3.6.2013 Klick gemacht. Das war der Tag, an dem in Spiegel Online ein Bericht über Mr Money Moustache zu lesen war. Ich weiß noch, wie ich dann tagelang die Artikel dort gelesen hatte. Anschließend tat sich eine ganze neue Welt auf mit all den Blogs zu diesem Thema. Darauf folgten ein paar Tage in denen ich mir ein Excel Modell gebaut hatte, in dem ich versuchte, meine Cash Flows für die nächsten 20 Jahre unter bestimmten Annahmen zu simulieren. Daher kommen die 10 Jahre bis zur finanziellen Freiheit, wenn alles gut läuft 🙂 So far, so good!

      VG, Nico

  2. Hallo Nico,

    ein toller Beitrag auf einem interessanten Blog!
    Ich finde mich in einigen Deiner Einstellungen und Ziele wieder.
    Auch ich habe vor Monaten den/das Blog mrmoneymustache.com kennen gelernt und war fasziniert von dessen „badassity“ 🙂
    Dein Blog scheint einer der wenigen zu sein, der nicht von einem kinderlosen Single betrieben wird. Als Familienvater gestaltet sich das Thema finanzielle Freiheit um einiges schwieriger, als wenn man nur für sich alleine verantwortlich ist. Das sage ich aus eigener Erfahrung.
    Ich bin gespannt ob Du zu dem Umstand noch den einen oder anderen Beitrag schreibst.

    Gruß
    Dirk

    1. Hallo Dirk,

      freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Vielen Dank schon mal für Deinen Kommentar.

      Mit Kindern ist es in der Tat schwieriger Vermögen aufzubauen bzw. die Sparrate hoch zu halten. Ich zahle jetzt seit kurzem monatlich 425 Euro für die Krabbelgruppe. Das tut dann doch etwas weh 🙂 . Wenn alles gut läuft wird unser Kleiner auch kein Einzelkind bleiben. Es wird also nicht einfacher.

      Zum Thema Kinder und Finanzen plane ich definitiv noch einige Beiträge. Familie spielt für mich immer die erste Geige. Das siehst Du auch in den Artikeln Rund um das Thema Glück. Spezielle Artikel zum Thema Kinder wird es unter anderem geben bezüglich Kosten, Vermögensaufbau/Vorsorge (genau, der Lütsche hat natürlich schon seinen Aktiensparplan 🙂 ) und wie man der beste Dad der Welt wird (Ha!).

      Ich richte mich aber auch gerne nach Dir. Wenn Du ein Thema hast, welches Dir am Herzen liegt, dann werde ich versuchen es hier in einem Beitrag aufzuarbeiten.

      Genieß Dein Wochenende!

      Nico

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