Wie ich meinen inneren Market-Timer in die Knie zwinge

Wenn Du Vermögen aufbauen möchtest, dann lege Dir eine klare Strategie zurecht und ziehe sie durch. Komme was wolle.

Dabei ist es am wichtigsten Dir klarzumachen, was das Ziel Deines Vermögensaufbaus ist und wie der dementsprechende Anlagemix aussehen soll. Es spielt gar keine so große Rolle für welches Produkt Du dich letztendlich entscheidest.

Den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg macht also ein klarer Plan und der Mumm, es langfristig durchzuhalten. Das ist Dein Erfolgsrezept für den Vermögensaufbau.

Die zwei Säulen zur Freiheit

Nach einigem hin und her habe ich mir meine Strategie zurechtgelegt. Es ist allerdings nicht nur mein Vermögen, um das es hier geht. Es ist das Kapital der gesamten Finanzglück-Familie. Da will ich keine Fehler machen.

Durch unsere recht hohe Sparquote können wir jeden Monat Geld investieren. Wir halten nur einen kleinen Notgroschen vor. Alles darüber hinaus wird in den Vermögensaufbau gepumpt.

Unsere Investment-Strategie steht auf zwei Säulen:

  1. Immobilien
  2. Aktienmarkt

Bei ersterem handelt es sich um unsere beiden vermieteten Eigentumswohnungen im Prenzlauer Berg und unser Eigenheim.

Hier ist die Devise recht simpel: Schulden abbauen!

Das erreichen wir durch einen hohen Tilgungssatz und Sondertilgungen, wo möglich und sinnvoll. Wenn wir mit unserer Road Map zur finanziellen Freiheit nicht ganz verkehrt liegen, sollten diese Schulden in den nächsten zehn Jahren getilgt sein.

Voll gegen die Wand

Bei den Aktienmarktinvestitionen ist es schon etwas komplexer.

Hier haben wir länger dran getüftelt eine Strategie zu finden, mit der sowohl Frau Finanzglück als auch ich uns pudelwohl fühlen.

Dabei haben wir uns für folgenden Ansatz entschieden:

  1. Wir investieren passiv in nur drei ETFs.
  2. Unser Anlagehorizont ist für immer – es wird nur zugekauft, nicht verkauft.
  3. Wir haben eine Zielgewichtung zwischen den drei ETFs festgelegt, die wir mit jeder neuen Investition wieder herzustellen versuchen.
  4. Wir betreiben kein Market-Timing.

Die ersten drei Punkte funktionieren soweit reibungslos.

Beim vierten Punkt gibt es ein Problem. Da fahre ich gerade voll gegen die Wand.

Kleiner Exkurs zum Market-Timing

Buy low, sell high

So einfach kann das Investieren in den Aktienmarkt sein. Sollte doch jede Torfnase hinbekommen.

Wirklich? Es werden laufend Studien veröffentlicht, die das bezweifeln. Kursverläufe voraussagen hat dann doch mehr mit Hellseherei als mit einer zünftigen Analyse zu tun. Die kurzfristigen Entwicklungen an den Märkten lassen sich nicht verlässlich projizieren.

Die perfekten Zeitpunkte zum Kaufen und Verkaufen wirst Du wahrscheinlich nicht treffen.

Das Gros der Kursgewinne (und Verluste) wird nur an wenigen Tagen im Jahr gemacht. Wenn Du das verpennst, dann hast Du kaum mehr eine Chance es wieder aufzuholen. Von den entgangenen Dividenden reden wir dabei noch gar nicht.

Market-Timing funktioniert nicht – weder für die Profis, noch für uns Kleinanleger. Davon bin ich überzeugt.

Theorie vs. Praxis

Von daher hat Market-Timing in unserer Aktienmarkt-Strategie nichts zu suchen. Wir kaufen einfach immer, egal wo die Märkte gerade stehen.

Zeitliche Diversifikation is the name of the game. Nicht Market-Timing.

Konkret warte ich ab, bis sich eine mittlere vierstellige Summe auf dem Giro-Konto angesammelt hat (über dem Notgroschen hinaus). Dann schmeiße ich Excel an.

Wie viele Anteile an den drei ETFs muss ich kaufen, um die gewünschte Zielgewichtung wieder herzustellen? Das wird dann durchgezogen.

So weit, so klar. Eigentlich gar nicht so schwer. Leider klappt das in der Theorie besser als in der Praxis.

Denn klammheimlich, ohne dass es mir aufgefallen ist, habe ich meine Grundsätze über Bord geschmissen. Unterbewusst versuche ich eben doch den Markt zu timen.

Wie bin ich dahinter gekommen?

Es waren gleich zwei Vorfälle, die mich stutzig gemacht haben.

Meine arme, kleine Groschen

Zur Geburt unserer kleinen Groschen haben wir einige großzügige Geldgeschenke von der Familie bekommen. Wir hatten uns schon frühzeitig entschieden mit den Geldgeschenken für unsere beiden Lütschen deren ETF-Portfolien zu füttern. Wir besparen regelmäßig für die Kleinen einen MSCI World-ETF. Geldgeschenke sammeln wir separat auf unserem Girokonto an, bis ein vierstelliger Betrag zusammengekommen ist. Dann wird der Betrag auf einen Schlag investiert.

Groschen ist jetzt mittlerweile neun Monate alt. Die junge Dame wird langsam flügge und hat sich bereits entschieden, aus dem Elternschlafzimmer auszuziehen.

Und ihre Geldgeschenke zur Geburt? Die sitzen immer noch brav im Girokonto der Eltern – seit neun Monaten. Ich konnte es einfach nicht über das Herz bringen zu investieren. Irgendwie hatte ich Angst vor einem bevorstehenden Einbruch der Märkte, der dann einen Teil des Vermögens von meinem kleinen Engel vernichtet hätte.

Also habe ich stattdessen gewartet – und den Kursanstieg von 8% über diesen Zeitraum verpasst. Damit habe ich genau das Gegenteil von dem erreicht, was ich wollte.

Aber das war nur das erste Beispiel.

Politisches Magenverderben

Bald geht es auf unsere große Reise! Die Finanzglück-Familie zieht es in die kanadischen Rockies. Ich freu mich schon wie Bolle, bin mir aber bewusst, dass dieses Abenteuer eine ordentlich Delle in unsere Sparquote hauen wird. Das Kleingeld für solch einen Trip haben wir normalerweise nicht rumliegen.

Also habe ich seit der Entscheidung für unseren Trip die Aktienmarktinvestitionen gestoppt und dafür unsere liquiden Mittel gepimpt. Das macht auch Sinn. Schließlich wollen wir keine ETF-Anteile verkaufen, um davon unseren Urlaub zu bezahlen.

Mittlerweile ist die Urlaubskasse ausreichend gefüllt. Darüber hinaus haben wir sogar einen Überschuss angespart, der eigentlich investiert werden kann. Damit hätte ich schon vor Wochen unsere ETFs füttern können.

Habe ich aber nicht.

Warum? Weil ich seit dem Ausgang der US-Wahlen ein ganz schlechtes Bauchgefühl habe. Deshalb zögere ich, unser Geld zu investieren.

Der Market-Timer hat die Kontrolle übernommen

Was für ein Schwachsinn!

Kein Mensch kann voraussagen, welchen Einfluss die Präsidentschaft von Donald Trumpov, alias President Pinocchio, auf die kurzfristigen Aktienmarktentwicklungen hat. Und einzig und allein darum geht es beim Market-Timing.

Wir könnten offenen Auges durch eine isolierende Wirtschafts- und Handelspolitik in die nächste Weltwirtschaftskrise marschieren. Oder aber die Märkte erleben aufgrund niedrigerer Steuer, weniger Regulierung und hoher Infrastrukturinvestitionen ihren zweiten Frühling. Vielleicht passiert auch gar nichts.

Who knows?

Das Bauchgefühl schlägt hier meinen Verstand. Und zwar immer feste druff.

Mein innerer Market-Timer hat die Kontrolle übernommen. Ich werde irrational. Das verträgt sich niemals gut mit einer Investitionsstrategie.

Das muss ich stoppen. Meine bisherige Larifari-Einstellung, wann und wieviel investiert wird, kann so nicht weiter gehen.

Jetzt wird mit härteren Bandagen gekämpft. Es hilft ja alles nichts.

Mit Fußfesseln zum Erfolg

Die Finanzglück-Familie braucht feste Regeln um dem Market-Timing den Kampf anzusagen.

Ab sofort wird zu festen Terminen investiert – und zwar vierteljährig.

Nach drei Monaten sollten genügend liquide Mittel aufgelaufen sein, um mindestens 1.000 Euro pro ETF investieren zu können – darunter sind mir die Transaktionskosten proportional zu teuer. Wenn nicht genug angespart wurde, dann wird nichts investiert und es geht drei Monate später weiter.

Die Termine werde ich fest in meinen Kalender eintragen und durchziehen. Egal was kommt. Die Tage lege ich so, dass sie nicht aufs Wochenende fallen. Investiert wird dann nachmittags, wenn die Märkte am liquidesten sind.

Ich lege mir selber Fußfesseln an, obwohl das an meinem Selbstbewusstsein kratzt. Ich gestehe mir damit ein, dass mein wohl gefülltes Bäuchlein den Verstand schlägt. Leider führt daran aber kein Weg vorbei.

So werde ich meinen inneren Market-Timer in die Knie zwingen.

Unser Vermögensaufbau wird es uns danken.

Betreibst Du Market-Timing, bewusst oder unbewusst? Welche Anlagestrategie verfolgst Du? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!

 

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75 Kommentare

  1. Hallo Nico,
    sau starker ehrlicher Artikel von dir!
    Ich investiere einmal zur Mitte des Monats in einen von drei etfs(World/EMU/Emerging Markets 50/20/30) mindestens 500 Eurp, bzw ich versuche das zu tun. Beruflich bedingt manchmal etwas schwierig. Mir ist es auch schon passiert, das ich das gleichgewicht ziemlich auseinandergebracht hatte weil ich immer nur in den schlechter laufenden investiert hatte, es fühlte sich einfach besser an;(, Mittlerweile rechne ich mir immer die Prozentzahlen aus und investiere in den der das soll am ehesten ins Gleichgewicht bringt, aber ob ich das stur aushalte weiß ich auch noch nicht.

    beste Grüße
    lukewars

    P.s.: Und hast du das Geld für Groschen mittlerweile investiert?
    Das Problem kenne ich gerade bei meinen Neffen, da wurde gerade die Trumpvereidigung abgewartet, weil bestimmt dadurch die Kurse sinken 😉

    1. Hallo lukewars,

      Nein, habe ich noch nicht. Ich hatte erst noch den Beitrag fertiggestellt nach meiner Erkenntnis. Nächste Woche wird investiert. Und mir ist jetzt schon unwohl bei der Sache! Es ist dieses typische „hätte ich doch schon damals schon…“ Kopf-Kino. Selbst ein Kompromiss wie „Hälfte jetzt, Hälfte in 6 Monaten“ geistert mir noch durch den Kopf. Ist schon erstaunlich welche Streiche die Psyche hier einem spielt.

      VG, Nico

      1. „Selbst ein Kompromiss wie „Hälfte jetzt, Hälfte in 6 Monaten“ geistert mir noch durch den Kopf.“

        Ich mache mir da immer bewusst, dass ich
        1. von langfristig eher steigenden Kursen ausgehe und
        2. nicht weiß, wann Kursrückgänge passieren. Warum sollte ich dann einen Teil noch nicht investieren? Im Mittel sollte ich doch mit zurückgehalten Investitionen schlechter fahren.

        Liebe Grüße
        Dummerchen

      2. 1. Was Dummerchen sagt
        2. Wenn du dich trotzdem (zu) unwohl dabei fühlst, gucke doch, ob es einen günstigen Sparplan für den ETF gibt und lass den dann beispielsweise ein Jahr lang laufen.

        Viele Grüße

  2. Wie sieht es denn mit einem Sparplan aus, dann musst du dich um nichts kümmern und getimed wird auch nicht ?! So mache ich es zumindest, immer am 7. des Monats.

    LG Dave

    1. Hi Dave,

      regelmäßige Sparpläne sind generell eine feine Sache. Es läuft im Hintergrund und die Kosten sind sehr gering. Für unsere beiden Kleinen haben wir jeweils einen laufen. Da passt es super.

      Aber für uns leider nicht. Sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben schwanken. Wir sparen nicht monatlich einen regelmäßigen Betrag sondern eher in Blöcken, mal mehr und mal weniger. Da machen manuelle Einzelinvestitionen mehr Sinn. Das re-balancing ist so auch einfacher. Wir brauchen nichts zu verkaufen, wenn wir die Zielgewichtung wieder herstellen wollen. Wir kaufen einfach gezielt die schwachen ETFs.

      VG, nico

      1. Ich investiere auch über Sparpläne – und zwar genauso wie ich es mit Einzelinvestst machen würde, nur eben zu einem definierten Zeitpunkt (1- 2 oder 3-monatlich). Wenn ich mehr oder weniger Geld investieren will oder rebalancen möchte, wird schlicht der Sparplan geändert – man stellt ihm aber nicht in Frage oder setzt ihn aus.

  3. Guter Plan, Nico! Zieh das durch!
    Ich investiere immer wenn wieder Geld auf dem Konto ist – also an Monatsende. Aus den Augen, aus dem Sinn. Da komme ich gar nicht erst in die Verlegenheit, mir irgendwelche Gedanken zu machen, die sich in den meisten Fällen eh als unzutreffend erweisen.
    Liebe Grüße
    Dummerchen

    1. Moin Dummerchen,

      ist schon witzig, dass wir uns selber durch solche einfachen Mittel disziplinieren. Eigentlich sollten wir als informierte Erwachsene ja über solchen Dingen stehen. Aber so stark ist der Wille dann doch nicht.

      VG, Nico

  4. Hi Nico,

    ich bin zu 100 % auf deiner Seite. Market-Timing, ganz egal welcher Größenordnung: Funktioniert nicht. Blödsinn. Zeitverschwendung.

    Allerdings hast du es ja auch beschrieben: Man weiß es eigentlich, aber das Unterbewusstsein spielt einem dann doch wieder einen Streich. Die Kontrollillusion ist schwer abzulegen. Ich habe meinen Denkzettel beim Brexit bekommen: Am Ende jeden Monats tausche ich normalerweise den Überschuss meines englischen Gehalts in Euro um. Als sich im Frühjahr die Brexit-Prognosen auf den Pfund-Wechselkurs niederschlugen, habe ich meine monatlichen Überweisungen erst einmal pausiert. Eine kleine Stimme in meinem Kopf flüsterte: „Die Briten werden schon für den Verbleib in der EU stimmen und dann geht der Kurs wieder hoch und ich kann dann günstiger umtauschen“. Naja, wir wissen ja wie die Geschichte ausgegangen ist. Der Pfund ist noch weiter abgestürzt und ich musste zu noch mieseren Kursen umtauschen. Mein Verlust: rund 1.000 €.
    Ich habe unterbewusst Währungsspekulation betrieben. Alleine die gedankliche Beschäftigung damit war nichts als Zeit- und Energieverschwendung. Ich hätte genauso gut ins Casino gehen können, da hätte ich wenigstens noch einen netten Abend gehabt. 😉 Seitdem gucke ich mir die Kurse nicht mehr an – und tausche einfach wieder stur am Ende des Monats um.

    Wie vermeide ich das unterbewusste Market-Timing beim ETF-Kauf? Ich schiebe jeden Monat mein überschüssiges Geld auf mein OnVista-Verrechnungskonto. Sobald ich genug Freebuys für einen Kauf zusammen habe, kaufe ich — am ersten Handelstag des neuen Monats. Egal wie die Kurse stehen.

    1. Hey Oliver,

      in so einer Situation war ich auch schon. Als ich damals aus London wieder zurückging, musste ich meine dortigen Ersparnisse zurück in Euro tauschen (ich habe es auf einen Schlag gemacht und nicht wie Du regelmäßig – das wäre schlauer gewesen…). Was habe ich mir für Gedanken gemacht wann ich die Überweisung vornehmen soll! Lieber doch noch warten – oder nicht? Schrecklich. Irgendwann hat die Erkenntnis eingesetzt, dass ich ja eh nicht weiß wie sich die Währungen entwickeln. Dann habe ich einfach überwiesen und die Sache war erledigt. Eigentlich ganz einfach.

      Wie transferierst Du denn Deine Währungen von der Insel ins Euro-Land, wenn ich fragen darf? Hier hatte ich auch lange nach dem effizientesten Weg gesucht. Die Kostenunterschiede sind hier ja gewaltig. Ich hatte mich dann glaube ich für CurrencyFair entschieden, bin mir aber nicht mehr ganz sicher.

      VG, nico

  5. Hi,

    Man kann natürlich den „Bogle“schen Weg gehen wie ihr.

    Du sagst es ja selber am Anfang: „Wenn Du Vermögen aufbauen möchtest, dann lege Dir eine klare Strategie zurecht und ziehe sie durch. Komme was wolle.“

    Ich mache es so, dass ich feste Kriterien definiere, nach denen ich kaufe und verkaufe. Das sind bei mir rein quantitative Faktoren und haben nichts mit dem aktuellen Kurs zu tun… Ich stehe aber selber vor der Frage. Die Aktie ist nun um 100% gestiegen. Aussteigen oder weiter halten? Es funktioniert aus meiner Sicht am Besten, wenn man aussteigt, wenn sich wirkliche Fakten am Unternehmen zum Negativen ändern. Unabhängig vom Kurs. Also praktisch die Buffett oder eigentlich die Phil Fisher Strategie… Gleiches gilt natürlich für den Kauf, wo es auch feste Regeln geben sollte.

    Da sich die meisten aktiven Investoren nicht an diese Regeln halten wollen/können, kommt es zu dem bekannten „buying high, selling low“…

    1. Hallo Ferhat,

      das stelle ich mir sehr schwierig vor. Rein zahlenbasiert kannst Du doch so eine Entscheidung nicht treffen, oder? Was, wenn es sich um ein ganz klar temporär begrenztes Problem handelt? Irgendwie musst Du doch bei Entscheidungen zum Kauf oder Verkauf von Einzelaktien eine subjektive Entscheidung treffen. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Ein Warren Buffet macht das ja auch so, wenn ich mich nicht irre (z.B. ist ein wichtiger Faktor die Management-Qualität – die sich in Zahlen schwer direkt messen lässt).

      VG, nico

      1. Also wenn wir ein punktebasiertes Investmentmodell wie z.B. den Piotroski Score (dazu schreibe ich demnächst irgendwann mal einen Beitrag :P) verwendest, so definierst du für dich, dass du z.B. bei 8 Punkten kaufst und bei 6 verkaufst. Quantitative Investoren investieren nach genau solchen Modellen und versuchen damit die Emotionen aus dem Prozess rauszunehmen. Man muss sich natürlich daran halten…

        Warren Buffett macht das wirklich wie Fisher und schaut auch auf Management, etc. Da hast du vollkommen recht! Aber das ist tatsächlich sehr schwierig. Viele wollen so investieren wie Buffett und gehen immer wieder die Kriterien durch, die dazu in irgendwelchen Büchern stehen, aber Buffett hat so unterschiedlich investiert.

        Z. B. reden viele Leute von „Burggraben“-Aktien. Buffett hat in seiner Anfangszeit, wo er „Peanuts“ investiert hat, fast nur in Small Caps investiert und fast hauptsächlich nach Graham… Das mit den Burggraben kam erst mit Charlie Munger später und war auch von Fisher inspiriert. Und das wurde vor allem so wichtig, weil Buffett immer mehr Kapital hatte und das irgendwie langfristig binden musste.

        Ich finde, Buffett ist nicht das beste Vorbild für Investoren, weil er aus meiner Sicht schwer zu kopieren ist… Das hat genau mit den Kriterien zu tun, die Buffett von Fisher übernommen hat. Ich schweife ab… 😀

        Aber naja, ich verstehe voll, warum ihr das mit den ETFs macht und finde das absolut gerechtfertigt. Tatsächlich empfehle ich das den meisten Leuten in meinem Umkreis. Für mich wäre das trotzdem nichts, weil mir die Aktienauswahl einfach zu viel Spaß macht und ich bisher damit besser gefahren bin.

        Ich bin wohl eh der Außenseiter bei den deutschen Finanzbloggern. Erstens ist mein Blog zu neu, zweitens investiere ich aktiv. Wird in der heutigen Zeit ja auch gefühlt seltener…

      2. Hey Ferhat,

        Tja, den Warren kann man nicht so leicht kopieren. Verstehe mich bezüglich Einzelaktien übrigens nicht falsch. Ich verteufle das gar nicht. Es gibt ja einige Blogger deren aktive Strategie gut läuft und die sich damit wohl fühlen. Jedem das seine. Vielleicht finde ich ja auch noch mal Freude daran und experimentiere ein bisschen. Im Moment ist mir der passive Ansatz einfach lieber.

        VG, Nico

  6. Unterschreibe ich sofort! Weniger ist mehr. Ein kleines ETF-Portfolio genügt… warum komplex machen? Persönlich besitze ich nur 2 ETF´s, die ich aber seit Jahren konstant bespare. Meine Ist-Gewichtung passe ich dann einmal im Jahr (Januar) an meine Zielgewichtung an. Und genauso hatte ich vor, für den Nachwuchs zu sorgen. Aus meiner Sicht kann man es nicht besser machen.

    1. Moin Sascha,

      ich war damals, nach der Lektüre vom Kommer, hin-und hergerissen. Einerseits verstehe ich, dass Diversifikation wichtig ist und als einziges „free Lunch“ beim Investieren bezeichnet wird. Aber so ein Kommer-Weltportfolio hat ganz schön viele verschiedene Fonds. Die Frage ist, mit wie vielen ETFs bekomme ich immer noch ausreichende Diversifikation ohne jetzt ein übermäßig komplexes Portfolio aufbauen zu müssen. Die Antwort ist für jeden anders. Es gibt kein Patentrezept. Für mich reichen drei Aktien-ETFs und meine Immobilien (plus Notgroschen). Damit kann ich nachts gut schlafen.

      VG, Nico

  7. Da würde ich mich dem Gedanken von Dave anschließen. Einen monatlichen oder vierteljährlichen kostenlosen Sparplan gibt es für jeden gängigen Index bei irgendeiner Bank. Keine Gebühren, kein Markettiming. Über Veränderungen der jeweiligen Rate kannst du dein Rebalancing betreiben und ebenso mal kleinere oder größere Beträge investieren. Eben das was du grad zur Verfügung hast (du kannst die Sparrate theoretisch dauernd ändern). Aber eine gewisse realistische Grundsumme wird halt jeden Monat automatich investiert (kann bei Bedarf aber auch beliebig pausiert werden, was wir eigentlich nicht wollen – aber manchmal will man eben noch dringender in die Rockies). Das geht dann sogar ein Stück weit mehr Richtung passives Investieren, was ja vielen so wichtig ist.
    Beste Grüße
    Vincent

    1. Moin Vincent,

      so einen Ansatz hatte ich anfangs bei Heiermann gefahren. Da hatte ich immer die Sparrate angepasst, je nachdem wann mal Geldgeschenke für ihn reinkamen. Aber das wurde mir irgendwann zu anstrengend. Ich werde es erst mal ausprobieren mit ein paar festen, vierteljährigen, Daten und mache dann die Rechnung, wieviel ich wo investieren muss für das Re-balancing. Das sollte wohl hinhauen ohne groß Arbeit zu machen. Wichtig sind die festen Termine. Die hatte ich vorher nicht.

      VG, nico

      1. Hi Nico,
        das musst du mir mal erklären, was daran anstrengender ist als an deiner Variante. Ist doch vom Aufwand her exakt das gleiche Spiel, außer dass wenn du nicht dran rumdokterst trotzdem ein gewisser Betrag investiert wird und dein gefürchtetes Market-Timing umgehst.

        Und glaub mir, so lange ihr da noch keine Mios verwaltet ist einmal im Jahr rebalancen mehr als genug. Mach doch einfach einen vierteljährlichen Sparplan mit nem einigermaßen realistischen Betrag. Den lässt du 3 Mal im Jahr unangetastet und mit der vierten Rate machst du dein Rebalancing und den Schwankungsausgleich der tatsächlich zur Verfügung stehenden Summe in einem Abwasch.

        Ich find das ziemlich lässig aber ich merke bei den ganzen Kommentaren schon, dass man da wohl eine Wissenschaft für sich draus machen kann.

        Ich drücke die Daumen, dass du einen für euch passenden und hoffentlich trotzdem entspannten Weg findet.

        Gute N8!
        Vincent

  8. Hallo Nico,

    die innere Markettimerin kenne ich auch nur zu gut. Zum Glück hat sie bei mir noch nie die Oberhand gewonnen. Diese Regeln helfen mir, sie in Schach zu halten:

    1.) Ich schaue so selten wie möglich auf die Kurse.
    Am Anfang war es ganz schön schwer, nicht mehr bei jedem Einloggen ins Onlinebanking mal schnell einen Blick ins Depot zu werfen – zumal der aktuelle Depotwert gleich nach dem Einloggen auf der Übersichtsseite stand. Ich habe dann in den persönlichen Einstellungen im Banking so weit es geht alle Spalten zu Kurs/Kursentwicklung/Performance ausgeblendet. Mit zwei Klicks sehe ich wieder alles was ich wissen muss – ich schaue es mir aber nur an, wenn ich tatsächlich kaufen möchte. Inzwischen kann ich auf die Frage „Wie stehen die Aktien?“ ruhig antworten: Keine Ahnung – und das ist auch gut so.

    2.) Investiert wird, wenn Geld da ist. Dann sofort.
    Ich kenne meine Ausgaben und habe einen Haushaltsplan. Ich weiß auf den Euro genau, welche Fixkosten in welchem Monat anstehen. Ich kenne meine durchschnittlichen variablen Ausgaben. Um für kleinere Eventualitäten gerüstet zu sein, habe ich einen Sockelbetrag vom doppelten der variablen Kosten festgelegt (gerundet auf 100,00 €). Nach dem Gehaltseingang am Monatsende wird ganz simpel gerechnet. Am Montag kommt das Januargehalt, dann heißt es: Kontosaldo – Fixkosten Februar lt. Haushaltsplan – Sockelbetrag für variable Kosten = Investitionssumme. Damit kann ich sofort am Tag des Gehaltseingangs die Order erfassen und habe die Sicherheit, trotzdem genug Geld für den Folgemonat zu haben. Für größere, ungeplante Ausgaben gibt es ein komfortables Tagesgeldpolster. Wenn die Investitionssumme unter 1500 € liegt, wird nicht investiert. Das Geld bleibt bis zum nächsten Zahlungseingang liegen. Der Couponschneider hat zwar ausgerechnet, dass 1500 € als Schwelle mit Blick auf die Transaktionskosten eigentlich zu klein ist [http://couponschneider.blogspot.de/2017/01/der-gebuhrensensitive-berserker-die.html], gleichzeitig sind 1500 € mit Blick auf mein persönliches Bauchgefühl die Grenze, ab der ich auf dumme Gedanken komme wenn das Geld einfach so rumliegt. Dann lieber 0,x% mehr Transaktionskosten bezogen auf die Kaufsumme und Ruhe im Kopf, als die gleichen 0,x% durch Markettiming versemmeln.

    Ich finde es übrigens interessant, dass du dein Bauchgefühl in Ketten legen möchtest und das Gefühl hast, dass es deinen Verstand verprügelt, während Tobias vom Finanzfisch fast gleichzeitig ein Loblied auf eben jenes Bauchgefühl anstimmt: http://der-finanzfisch.de/besser-entscheiden-mit-bauchgefuhl/

    Für mich persönlich ist der Bauch immer ein wichtiger Ratgeber – und ich höre mir zumindest an, was er zu sagen hat. Eine reine Kopfentscheidung in Finanzfragen, bei der der Bauch rebelliert macht mich nicht glücklich. Dazu habe ich noch eine Erfahrung, die ich vielleicht an anderer Stelle mal ausführlich teile, wo sie besser passt. Der Post ist schon lang genug. In a nutshell: Gegen den Bauch auf den Kopf gehört, Bauchschmerzen, Bauchschmerzen, Bauchschmerzen obwohl es finanziell ganz gut lief, fast depressiv geworden, gegen den Kopf (und Excel) auf den Bauch gehört und endlich das Investment beendet, einen fünfstelligen Gewinn realisiert (Kopf und Excel: Warum??? Es hätte viel mehr sein können!!!), peace of mind – unbezahlbar!

    Ich habe mit meiner Investitionssystematik so meinen Frieden gefunden, dass Bauch und Verstand beide gleich zufrieden sind. Ich habe genug gelernt, um mit Inbrunst zu behaupten: Markettiming funktioniert nicht. Diese Kernaussage fühlt sich auch für meinen Bauch richtig an.

    Liebe Grüße
    Swantje

    PS: Viel Spaß in Kanada! Für uns geht’s dieses Jahr mit dem Wohnmobil durch die USA (Grand Canyon, Monument Valley, Zion National Park, etc.). Mein Bauch sagt: es wird toll, und nach 21 Jahren USA-Abstinenz freue ich mich wie Bolle auf die Reise.

    1. Hallo Swantje,

      Besten Dank für den ausführlichen Kommentar. Jetzt bin ich aber neugierig geworden! Ich werde Dir mal separat schreiben wegen Deiner Erfahrung, wenn das ok ist.

      Die Einstellungen in der Depotansicht zu ändern – darauf bin ich noch gar nicht gekommen! Werde ich mir mal anschauen. Irgendwie schaut man ja doch immer drauf und ist in Versuchung mal schnell ins Depot zu klicken.

      VG, Nico

  9. Hallo Nico,
    ich drück Dir die Daumen, dass es klappt. Wir machen vor allem Rebalancing und das zwischen den Jahren. Da will man dann einfach nur fertig werden, denn eigentlich sind ja Ferien. 😉
    Was mir zugute kommt: Ich bin – was Aktienkurse angeht – notorisch schlecht informiert. Ich weiß oft ganr nicht: Ist das jetzt ein guter oder ein schlechter Kurs? Ich sehe einfach nur: Ein Anteil MSCI World kostet 53,95 €. Dann wird die Anlagesumme durch 53,95 € geteilt und ich weiß wie viele Anteile ich kaufen muß.
    Fertig.
    Gruß
    Finanzwesir

  10. Hallo Nico,

    sehr schön geschriebener Artikel!
    Hinsichtlich deiner ETF-Investments habe ich den Eindruck, dass du dir beinahe zu viele Gedanken machst. Daher denkst du auch (unbewusst) über Timing nach. Mach es doch mechanischer.
    Du weißt, dass ihr ca. 1k pro Monat investieren könnt. Dann nimm dir doch einfach 12 Investitionen pro Jahr (immer am Monatsanfang?) vor. Entsprechend der gewünschten Allokation, kaufst du bspw. in 6 Monaten ETF1, in 4 Monaten ETF2 und in 2 Monaten ETF3. Anzahl jeweils = 1k/Preis. Das ziehst du stupide durch und am Jahresende schaust du, wie sich die Portfoliozusammensetzung geändert hat und machst dir den Plan für das Folgejahr, in dem du dann Re-Balancing mit berücksichtigst. Man kann und muss ohnehin nicht ständig perfekt gebalanced sein.
    So bleibt die Methode simpel und verführt auch nicht zum timen.

    Beste Grüße,
    Mathias

    1. Hi Mathias,

      Die Beträge zum Investieren schwanken bei mir stark. Mal hoch, mal negativ, mal in der Mitte. Deswegen klappt ein Sparplan mit festen Beträgen bei mir auch nicht so gut. Ansonsten gebe ich Dir völlig Recht. Bei stetigen Sparbeträgen sind Sparpläne die sauberste Lösung.

      VG, nico

  11. Moin Nico,
    dies ist nun mein erster Kommentar auf einem Blog. Ever. Ich lese schon seit Anfang an mit und bin immer wieder begeistert von Deinen Beiträgen. Du schreibst, und dass hast Du m.E. nach mit diesem Artikel wieder bewiesen, nicht den „üblichen“ FIRE-Kram, den viele andere immer wiederkäuen, sondern schaffst es jedes mal erneut, interessante Themen locker und mit einer persönlichen Note versehen vorzustellen (etwas lang geworden, der Satz). Ich finde es wirklich gut, wie ehrlich Du hier auch von Deinen Schwächen und Fehlern schreibst… da fühlt man sich doch gleich viel besser und freut sich, dass man nicht der Einzige ist, der immer mal wieder Mist baut. Ich bin erst seit kurzer Zeit (Anfang 2016) auf Finanzblags unterwegs und habe mich – bitte nicht lachen, denn ich hatte anfangs keine Ahnung – über „Aktien mit Kopf“ und einige andere eher kommerziell ausgerichtete Seiten dann endlich auf den Finanzwesir und almighty MMM eingeschossen und bin über Albert auf Deine Seite gestoßen. Nochmals vielen Dank an Dich, dass Du mit uns Deine Erfahrungen teilst. Es gibt sicherlich viele stille Mitleser wie mich, die viel von Deinem Wissen profitieren konnten. Und wenn es auch manchmal nur Balsam auf die Wunden meiner Fehlentscheidungen ist -ich habe noch ca. 500 Euro in einem griechischen ETF auf ihren größten Index (immer noch 14% im Minus). Es macht auf jeden Fall Spaß, bei Dir vorbeizuschneien und ich freue mich über jeden neuen Artikel.
    Ach ja, zu meiner Strategie: Da ich mich kenne, muss ich gleich nach dem Gehaltseingang alles, was gespart werden muss, per Sparplan ins Depot schicken. Mit Rebalancing werde ich wohl bald mal beginnen. Dann wohl einfach mit der Anpassung der Sparrate für einen Monat. Das sollte hoffentlich reichen. Übrigens haben wir für unsere „Groschen“, der im März unser „Heiermann“ folgt, seit Geburt einen ETF bei flatex eingerichtet. Opa und ich teilen uns die 100,- Euro mtl. Sparrate auf den MSCI World. Und hier auch wieder ein Beispiel für die viel zitierte Überlegenheit passiven Investieren: Meine Tochter hat eine Rendite von guten 16% bei einem ETF ggü. meinen 6,48% auf meine Aktien-/Anleihen- sowie ETF-Investments…
    Mach weiter so!
    Viele Grüße aus Hamburg,
    Dominik

    1. Moin Dominik,

      willkommen! Schön das Du da bist und auch fleißig mitkommentierst. Der erste Kommentar kostet vielleicht noch Überwindung, danach geht es rund. So ein Kommentar ist für uns Blogger eine ganz wichtige Geschichte. Kann man gar nicht hoch genug ansetzen. Erst wenn ich Kommentare lese, nehme ich bewusst wahr, dass auch jemand den Mist hier liest und all die Stunden (min. 5 pro Beitrag) sich auch lohnen. Von daher vielen Dank! An all die anderen stillen Mitleser da draußen: Zeigt Euch! Eure Kommentare werden gebraucht – auf Finanzglück und all den anderen hochwertigen Blogs da draußen.

      So, jetzt reicht es aber 🙂

      Dein Opa hilft mit den Sparplan zu befüllen? Wie cool ist das denn. Da bräuchte ich bei Heiermann’s Großeltern gar nicht mit ankommen. Teufelszeug!

      VG, nico

  12. Hey Nico,

    ich habe auch zwei ETF, die ich moantlich bespare. Somit kaufe diese immer. Aber ich habe auch ein paar Einzelaktien, wo ich dann Market Timing betreibe. Da schaue ich dann ob die Aktie grade gut steht und ob man sie dann kaufen kann.

    Was hältst du denn eigentlich von P2P-Krediten? Haben die Zukunft?

    Viele Grüße!

    1. Hi Gurki,

      P2P hat mich noch nicht überzeugt. Aber ich kann auch nicht behaupten, dass ich mich da wirklich gut auskenne. Aus Diversifikationsgründen brauche ich das nicht. Es wäre also ein Mix aus „mal was Neues probieren“ und „leck mich am Arsch, gibt es da eine Rendite!“. Beides ist nicht gegeben, soweit ich es blicken kann. Ich verfolge aber Blog-Beiträge anderer zu dem Thema mit großem Interesse. Vielleicht versuche ich ja irgendwann mal mein Glück.

      VG, nico

  13. Hi Nico,
    super Artikel!
    Der innere Market-Timer war bei mir anfangs sehr aktiv. Ich hatte nach meinen ersten Investitionen eigentlich immer ein Tab mit Finanzen.net offen. Ich wollte immer wissen wo meine Anlagen gerade stehen. Auf Ereignisse wie den Brexit wollte ich so schnell reagieren können. Das Schlimmste war: Es hat ne Zeit lang geklappt. Den ETF auf den DAX und Bankaktien habe ich zeitlich günstig gekauft und verkauft. Das gab mir die Bestätigung, dass es scheinbar doch möglich ist.
    Mit der Zeit wird man aber klüger und ich kam zur Einsicht, dass ich es nicht kann. Das Beruhigende war allerdings: Niemand kann es. Aktienkurse verlaufen halt nach einem Random-Walk-Modell. Da braucht man schon eine Glaskugel.
    Es dagegen zu versuchen schafft einfach nur zusätzlichen Stress und langfristig gewiss keine Überrendite.

    Diese Erkenntnis erfordert allerdings eine Portion Demut und den Mut zur Erkenntnis, dass man kein Finanzgenie ist. Und alle anderen, die so gerne zitiert werden, auch nicht.

    Beste Grüße
    Pascal

    1. Moin Pascal,

      so ging es mir am Anfang auch. Alles so aufregend  Das lässt dann schnell genug nach. Mittlerweile bin ich ganz froh, dass ich die Kiste einfach laufen lassen kann und einmal im Monat ins Depot schaue (wenn ich mein Haushaltsbuch aktualisiere).

      VG, nico

  14. „Kursverläufe voraussagen hat dann doch mehr mit Hellseherei als mit einer zünftigen Analyse zu tun. Die kurzfristigen Entwicklungen an den Märkten lassen sich nicht verlässlich projizieren.
    Die perfekten Zeitpunkte zum Kaufen und Verkaufen wirst Du wahrscheinlich nicht treffen.“

    Das stimmt so nicht. Ich möchte jetzt gar nicht auf „Markt-Timing“ eingehen. Da habe ich mir schon einmal in Olivers Blog die Tasten mit verbrannt und auf so eine Art Diskussion habe ich keine Lust.

    Den perfekten Zeitpunkt wird man wahrscheinlich nicht treffen, stimmt. Aber gerade die kurzfristigen(!) Entwicklungen lassen sich an den Märkten ablesen. Ablesen, nicht voraussagen!

    Ein Aktienkurs spiegelt immer die Gegenwart und aktuelle(!) Meinung wieder und daran kann man das Verhalten der Marktteilnehmer analysieren. Mit der Erkenntnis kann man Schlüsse für die kurzfristigen Bewegungen ziehen und entsprechende Positionierungen eingehen. Das Ganze nennt sich Markttechnik und hat feste Grundlagen. Wenn Du mehr dazu wissen möchtest, schau Dir Bulkowskis Enzyklopädie der Chartmuster an. Um die zu erkennen, benötigst Du noch einen Screener (z.B. Finviz).

    Allerdings ist das alles recht mühselig. Zum einen, bis man es verstanden hat, zum anderen braucht man die Zeit und Lust, sich damit regelmäßig zu befassen und zu traden.

    Persönlich habe ich es grob verstanden, aber keine Lust mich ständig damit zu befassen. Das ist mir zu langweilig und mit zwei Kindern fehlt mir die Zeit. Außerdem bin ich langfristig investiert, weshalb mich die kurzfristigen Dinge nur nebenbei interessieren. Mein System am Aktienmarkt ist:

    1) ETFs (ausschüttend) – 10% meines Nettogehalts investiere ich in drei ETFs, immer abwechselnd, also jeden ETF kaufe ich 4x pro Jahr.
    2) Dividenden Aktien. Kaufe ich jeden Monat für einen festgelegten Betrag (25% vom Nettogehalt), nach persönlichen Kriterien, die ich einmal festgelegt habe. Davon weiche ich auch nicht ab.
    3) Zocken. Ein bisschen Spiel und Abwechslung brauche ich dann doch. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, greife ich zu und spekuliere (Aktien, Optionen, Zertifikate usw.) aber nur im sehr geringen Maße.

    Weitere Säulen sind P2P-Kredite und Start-Up Beteiligungen aber dazu schreibe ich jetzt nichts.

    Um 1) und 2) zu timen (man weiß ja nie, wann man kaufen soll), benutze ich die Börsenstatistik. Demnach gibt es bestimmte Tage in einem Monat, wo die Kurse statistisch auf einem Tief sind. Davon habe ich mir einfach für jeden Monat einen Tag heraus gesucht und an dem Kaufe ich. Das klappt auch erstaunlicher Weise ganz gut.

    Alles in allem habe ich so ein einfaches System, in dem die Eckpunkte abgesteckt und keine großen Fragen offen sind.

    1. Moin Lubo,

      das ist ja ein bisschen von allem. Passiv, Dividendentitel, Derivate, P2P, Start-ups, … Das nenne ich mal Diversifikation! Da kann ich mit meinen läppischen ETFs und den Immobilien einpacken.

      Vom Kaufen an bestimmten Tagen habe ich auch schon gelesen. Ich kann mir aber echt nicht vorstellen, dass man so einfach Geld verdienen kann. Das würde doch sonst jeder machen und damit wäre der Effekt dahin – wobei das natürlich kein sehr gutes Argument ist.

      VG, Nico

  15. Um mal zwei Beispiele zu nennen: Bodo schäfer und Robert Kiyosaki sagen „bezahle dich zuerst aus“
    Dan hast du noch genug Tage im Monat um Geld zu verdienen oder bist zum Sparen verpflichtet.

  16. Viel Erfolg beim Nicht-Timen!!

    Wir kaufen ganz stur jeden Monat. Ich kann mich nur an ein konkretes, marktbestimmtes Handeln erinnern:
    Genau als Trump die Wahl gewonnen hat, wollten wir in Caterpillar einsteigen. Das haben wir dann gelassen, da die Aktie wenn ich mich recht entsinne spontan um 19% anstieg und das war selbst mir zu viel, der ich sonst nicht auf KGV und sonstigen Kram achte…

  17. Ich habe auch das Problem, dass ich relativ unregelmäßig sparen kann, weil mein Gehalt von Monat zu Monat stark schwankt. Ein Sparplan ist bei mir also auch ziemlich sinnlos. Allerdings kann ich bei der Diba meine ETF ab 500 Euro kostenlos kaufen. Und die 500 Euro bekomme ich jeden Monat zusammen.

    Ich muss aber auch zugeben, dass ich aktuell etwas Market-Timing betreibe. Im Moment erhöhe ich meine Bargeldquote wieder etwas. Allerdings ist es so, dass ich das Geld für größere Anschaffungen (Auto, Immobilie) sowieso gebrauchen könnte. Von daher ist es nicht verloren. Wenn aber doch ein Crash kommt, würde ich das Geld vielleicht doch teilweise in den Markt bringen und die Anschaffungen verzögern oder (im Falle einer Immobilie) über eine höhere Finanzierungsquote arbeiten. Außerdem lege ich jetzt trotzdem noch einen größeren Teil meiner Sparquote in Aktien und ETF. Es ist also nicht so, dass ich etwas verpasse.

    1. Moin Stefan,

      willkommen im Club! Den Beitrag oben hättest dann auch Du schreiben können 

      Ein bisschen Market-Timing schleicht sich gerne mal an. Da kommt man gar nicht so hinter. Aber man muss es ja auch nicht religiös verfolgen.

      VG, Nico

  18. Hallo Nico, erst mal Gratualtion zu dem Beitrag! Gutes Thema.

    Ich sehe das so:
    Bauchgefühl für die Festlegung der Risikobereitschaft – Verteilung von sicherheitsorientierten und renditeorientierten Anlagen (auch wenn Sicherheitsorientierung in den Finanzblogs gerade nicht so gefragt ist)

    Kopf für den Rest – das Durchziehen der Strategie.

    Noch eine Frage: Du schreibst Du willst nie verkaufen. Warum nicht Kapitalverzehr? Man ist um einiges früher durch und das letzte Hemd hat keine Taschen. Gut, es gibt noch das Langlebigkeitsrisiko und meinem Kind möchte ich auch eine gute Grundlage hinterlassen aber ansonsten möchte ich auch nicht für Geld arbeiten das ich später nicht nutze.

    1. Hi Gustus,

      das sehe ich anders. Meinen Kindern wird kein Geld vermacht! Die kriegen eine gute Ausbildung, viel Liebe und dann möchte ich im Gegenzug viele Enkelkinder haben. Das ist der Deal. Ein Erbe habe ich da nicht vorgesehen 🙂

      Du hast schon Recht. Irgendwann wird es Kapitalverzehr geben. Vielleicht auch eine Umschichtung auf unsere alten Tage. Oder ich leiste mir mit 60 noch eine geliebte, die mein Geld ausgeben möchte. Mal schauen. Ich meinte oben eher, dass wir den Vermögensaufbau so durchziehen. Idealerweise kommen wir dann so hin, dass wir keinen Kapitalverzehr brauchen. Wenn schon, dann ist es auch kein Untergang.

      VG, Nico

    2. Spätestens wenn man Kinder hat, denkt man beim Kapitalverzehr 2x nach.
      Die Excel-Tabelle, mit ich unser Depot mangage, heißt „Familiendepot“ und das sagt ja schon alles. Ich möchte meinen Kindern ein Depot hinterlassen, dass ihnen per Dividenden ein mehr oder weniger hohes „Grundeinkommen“ hinterlässt und KEINEN Aktienhaufen, der verscherbelt werden soll.

  19. Die Heilung kommt mit der Erfahrung. Ich zahle stumpf seit 12 Jahren in einen ETF-Sparplan. Der Plan wird ab und an angepasst, ist aber immer um 5%-10% des Einkommens. Ist am Ende des Monats noch Geld übrig überweise ich es auf das Verrechnungskonto. Wenn ich weiß, dass da genug zusammen sind kaufe ich manuell nach.

    Mir geht es ähnlich wie dem Wesir, ich kenne weder meine Stückzahlen noch die Preise aus dem Kopf. Am Ende des Jahres kommt die Abrechnung auf Papier, ab und an drucke ich mir auch im Sommer mal einen Kontoauszug aus. Aber das habe ich nicht jedes Jahr geschafft 😉

    Ich glaube es hat was mit Fokus zu tun. Je länger man sich mit dem Markt und den aktuellen Weltgeschehen beschäftigt, desto größer die Illusion irgendwas durch den richtigen Zeitpunkt beeinflussen zu können und umso größer ist die Angst vor Verlust oder die Gier nach Gewinn.

  20. Ich mach das so:

    Nach Gehaltseingang bezahle ich meine Fixkosten und schiebe dann so viel aufs Tagesgeldkonto, dass noch 1000 Euro aufm Giro bleiben. Damit muss ich den Monat klarkommen, wobei das Ziel ist, nicht unter die 500 Euro zu kommen, der Rest dient als Puffer.

    Vom Geld, das auf dem Tagesgeldkonto liegt, investiere ich stur in Aktien, bis nur noch die Menge Geld auf dem Konto liegt, die ich als Notnagel halten will (die berühmten 3-6 Nettogehälter). Hierzu habe ich eine Excel-Tabelle, die mir aus dem zu investierenden Geld automatisch berechnet, wie viel Geld in welchen ETF fließen muss, um mein gewünschtes ETF-Verhältnis aufrechtzuerhalten.

    Investiert wird immer direkt nachdem die Miete gezahlt wurde. That’s it.

    Meine Erfahrung zeigt, dass es leichter wird stur zu investieren, je öfter man investiert (und je kleiner die Beträge sind).

    1. Hallo ETF-Sparer,

      auch ein nettes System. Hier ist heute wohl für jeden etwas dabei. Einziges Problem mit zu kleinen Beträgen sind vielleicht die Kosten.

      Mir selber nur einen limitierten Geldbetrag zum Ausgeben zugestehen ist übrigens nicht so mein Ding. Da will ich schon eine gewisse Freiheit haben auch mal über die Stränge zu schlagen (habe gestern für über 400 Euro mein Economist Abo für drei Jahre verlängert…). Wäre auch nicht gut für meine Ehe, wenn ich Frau Finanzglück nur ein Taschengeld zugestehen würde 🙂

      VG, Nico

  21. Huhu Nico,
    man wird verrückt, wenn man sich ständig Kurse anschaut. Mein Einkommen jeden Monat schwankt aufgrund von Überstunden. Ich glätte das dadurch, dass ich dann eben einen schwankenden Girokontostand habe. Mal sind 1000€ drauf, mal 3000€. Der Sparplan bleibt immer gleich. Alle paar Monate nehme ich das überschüssige Geld und überweise es zu meinem Tagesgeldkonto oder zu meinem Depot und will mir davon Einzelaktien kaufen. Amazon ist Ende 2016 deswegen in mein Depot gelandet, weil ich 2000€ „übrig“ hatte. Sollte das öfter vorkommen, werde ich meinen ETF-Sparplan eben erhöhen.

    Mein Tipp: Das Geld für Groschen ab aufs Verrechnungskonto. Sparplan für ein paar Monate erhöhen und das Geld automatisch einziehen lassen, dann siehst du den Kurs gar nicht erst.

    1. Hallo Jenny,

      mmh, das könnte für die kleine Groschen eine gute Lösung sein. Derzeit wird ihr Geld mit unserem auf dem Girokonto gemixt und wird nur durch meine Excel-Vermögenstabelle getrennt. Vielleicht werde ich das so machen wie Du vorschlägst. Das schafft Klarheit. Dann glätte ich auch die Auszahlung (habe immer noch Bauchschmerzen das Vermögen von meiner Kleinen auf einen Schlag zu investieren – die ist sooo süß, wäre ja gemein wenn die Kurse dann einbrechen…).

      VG, Nico

      1. Die Kurse können natürlich jederzeit einbrechen. Kann aber auch noch 5 Jahre dauern. Oder 10 oder 15. Deine Kleine hat im Gegensatz zu uns ein paar Jahrzehnte mehr Zeit, um Kursschwankungen auszuhalten. 😉 Falls die Kurse wirklich 1 Tag nach deiner Investition einbrechen sollten (was ich irgendwie nicht glaube), kannst du ja mit eigenem Geld günstig nachkaufen, quasi als Entschädigung.

  22. Ich spare immer so etwa 5 k an, da das Kosten- und Aufwandsminimiert ist, und investiere die dann in die jeweils am weitesten unter der Sollallkation liegende Einzelanlage. Ein regelrechtes Rebalancing mache ich nur, wenn Einzelanlagen um mind. 25% von Sollallokation abweichen. Das hat bei mir in den letzten 18 J nur zu 3 Rebalancingevents geführt, die im Nachhinein alle recht nahe (+/- 1 J.) von mittelfristigen Höchst-/Tiefstständen entfernt lagen, z. B. 2000 Kauf von REITs und MDAX, E.2008 Verkauf MFF und Kauf von REITs und Aktien, A. 2016 Verkauf von MDAX, USA, Kauf von EM. Kann dieses Vorgehen nur empfehlen. Obwohl es sehr systematisch ist, erscheint es mir als erfolgreiches mildes Market Timing. Ich versuche es daher jetzt, mit Futures zu hebeln, wobei ich einfache Charttechnik als weiteres Hilsmittel für die genauen Entrypunkte hinzunehme. Seit Sept. läuft diese Tradingstrategie bislang 0/0, was ich auch nicht anders erwartet habe, da die zugrunde liegenden Mean Reversion Effekte ausreichend Zeit zur Ausbildung bauchen.

    1. Hallo Smartinvestor,

      nur drei Re-balancingevents in all den Jahren ist schon erstaunlich. Trotz 25% erlaubter Abweichung hätte ich da mehr erwartet. Es zeigt aber auch mal wieder schön, wie die trotz kleinerer Booms und Flauten die Märkte irgendwie parallel laufen.

      VG, Nico

  23. Ich habe Anfang 2015 mit dem Investieren (passiv über Sparplan) angefangen und dort natürlich schon direkt zu richtig saftigen Preisen gekauft. Jetzt stehe ich schon seit ca. 3 Monaten kurz davor meinen Sparplan zu pausieren, getreu dem Motto „zu Höchstpreisen kaufe ich nicht mehr, es wird sicher schon wieder günstiger“…
    Aber wie genau seine Pause aussehen soll, da fangen die üblichen Probleme des market-Timings ja schon wieder an: Wie lange soll ich pausieren, wenn die Kurse seitwärts laufen oder gar weiter steigen? Wie soll ich investieren wenn die Kurse wieder leicht Rückläufig sind? Vermutlich würde ich dann entweder in einem halben Jahr mit einem Haufen Cash auf dem Konto doof aus der Wäsche gucken, oder im besten Fall für durchschnittlich 5% günstiger gekauft haben.

    Was mich nur am Meisten verunsichert ist das vorhanden sein der Regression zum Mittelwert. Ich glaube fest daran, das Kursverläufe (gerade von großen Indizes) diesem Phänomen unterliegen. Und alle die Rebalancing betreiben versuchen doch auch irgendwie davon zu profitieren.
    Nur möchte ich mich tief in meinem Inneren nicht damit zufrieden geben das Rebalancing das einzige ist was ich tun kann um von diesem Wissen zu profitieren…und schon möchte ich am liebsten wieder meinen Sparplan pausieren.

    1. Hallo Tobias,

      Thema: Höchstkurse. Schau mal kurz in die Vergangenheit:
      http://der-privatanleger.de/aufruf-zur-blogparade-dax-8000/
      Rund 4 Jahre ist das jetzt her und damals war der Hype um diese „extremen Höchstkurse“ ähnlich. Wo stehen wir heute? (Ich weiß es nicht mal, da ich die Kurse nicht so genau verfolge, aber es wird fünfstellig sein.)
      Wer damals so gedacht hat wie Du, steht immer noch mit dem Geld an der Seitenlinie und fragt sich, wann die Kurse endlich wieder unter 8000 fallen. Mittlerweile ist da schon ein recht ordentlicher Crash notwendig.

      „Und alle die Rebalancing betreiben versuchen doch auch irgendwie davon zu profitieren.“

      Ich bin mir nicht sicher, ob Du den „wahren“ Sinn des Rebalancings verstanden hast – da will ursprünglich niemand einen Profit aus dem Schwanken der Kurse erzielen. Wenn es um Profitmaximierung ginge, würde man grundsätzlich das Geld zu 100% in Aktien investieren und niemals in schwankungsärmere Assetklassen (Anleihen, Festgeld, Cash, etc.) umschichten.
      Rebalancing soll im wesentlichen das Risiko in Deinem Depot nicht aus dem Ruder laufen lassen. Wer vor 20 Jahren 50:50 in Aktien und Anleihen investiert hat, hat vermutlich heute eine extreme Übergewichtung der Aktien. Mit dem Rebalancing will man eigentlich eher die ausgewählte (und zur eigenen Risikobereitschaft passende) Verteilung wieder herstellen.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

      1. Hallo Dummerchen,

        danke für das Raussuchen der DAX 8.000er Blogparade. Genau das ist wirklich der springende Punkt weshalb wir nicht ewig warten dürfen mit dem investieren.

        Um nochmal auf das Rebalancing zu kommen:
        Ich bis jetzt nie davon ausgegangen, dass die meisten Investoren ein Reblancing durchführen um Ihre Asset Allocation auf Kurs zu halten. Besonders bei hohem Aktienanteil würde ich vermuten, dass kaum ein Anleger sein MSCI World zum MSCI EM jedes Jahr neu ausrichten würde, wenn google bei „Überrendite rebalancing“ nicht so viele Treffer ausspuckt. (z.B. http://der-privatanleger.de/etf-depot-was-bringt-rebalancing/)
        Aber unabhängig davon weshalb rebalancing betrieben wird; richtig angewendet führt es zu einer Überrendite aufgrund der Regression zum Mittelwert. Und wenn ich zum Allzeithoch kaufe, dann fühlt es sich an als würde ich wissentlich etwas dummes tun.
        (Selbst wenn ich das richtige tue :/ )

        1. Hallo Tobias,
          gerne.
          Ich fürchte, zum Thema „Überrendite Stockpicking“ findet Google auch eine ganze Menge. Trotzdem lasse ich die Finger davon.
          Wir reden aber gerade im Wesentlichen über zwei paar Schuhe. Du sprichst vom Rebalancing *innerhalb* einer Asset-Klasse (Aktien World vs. EM) und ich über das Rebalancing *über alle* Asset-Klassen hinweg.
          Wie ich gerade lerne, haben ja die (Neu-)Anleger zur Zeit alle Nerven aus Stahl und sind deswegen nur noch mit 100%-Aktienquote unterwegs (ich bin gespannt, wie sich das nach dem nächsten Crash entwickeln wird), daher ist Dein Argument, dass man mit dem Rebalancing innerhalb einer Asset-Klasse durchaus eine Überrendite erzielen kann, bestimmt zutreffend.
          Ich sprach hingegen von verschiedenen Asset-Klassen (Aktien/Anleihen/Cash) und da ist ein Rebalancing eben nicht renditefördernd. Alle Anlagen haben unterschiedliche erwartbare langfristige Renditen und wer im zeitlichen Mittel immer wieder Geld von der höherrentierenden Anlage „Aktien“ in Cash oder Anleihen umshiftet, erhöht sicher nicht die Rendite. Er hält vielmehr sein Risikoprofil auf Kurs und damit wahrscheinlich seine Strategie auch länger als bis zum nächsten Crash durch.

          „Und wenn ich zum Allzeithoch kaufe, dann fühlt es sich an als würde ich wissentlich etwas dummes tun.“
          Ich mach das schon seit einigen Jahren regelmäßig (siehe Dax 8000). Und, bin ich dumm?
          Gruß, Dummerchen 😉

    2. Mean Reversion ist eine sehr nachhaltige Anomalie in den meisten Märkten und kann mit passendem Traderwerkzeug weit über das bischen Rebalancing Premium (< 1 % p.a.) profitabel ausgebeutet werden. Um damit erfolgreich zu sein, bedarf es jedoch einer tiefen Beschäftigung mit der Materie und des Erlernens des Trading-Handwerks auf semiprofessionellem Niveau, d.h. vor allem Trading mit kosteneffizientesten Futures and Options, auf keinen Fall Optionsscheine. Das versuche ich gerade. Ob erfolgreich wird man in 1-2 Jahren sehen.

  24. Trotz der Tatsache, dass ich davon überzeugt bin, dass Market Timing nicht funktioniert, geht es mir auch immer wieder so, dass ich es doch besser zu wissen meine.

    Mir geht es nämlich anders als bspw. dem Wesir und ich kenne die groben Kurse meiner ETFs, auch ungefähr im Zeitablauf. Ich komme einfach nicht davon los, fast jeden Tag auf die Watchlist zu schauen.

    Nun steht gerade, um wieder auf die Sollallokation zu kommen, der Kauf vom MSCI Pacific an. Ich sehe auf den Kurs und denke mir „Über 49€? Vor nem Monat war der doch noch ein Stück günstiger, ich will am liebsten den damaligen Preis!“. Also überlegt der kleine Market Timer in mir: Warum nicht die Volatilität der Märkte zu meinen Gunsten ausnutzen und ein Limit setzen? Der Kurs schwankt immer hoch und runter, so erwische ich bestimmt meinen Wunschpreis. Gesagt, getan, Limit auf 48,50€ gesetzt und die Gültigkeit der Order bis Monatsende eingestellt.

    Und was soll ich sagen? Ich warte immer noch, dass das Limit ausgelöst wird, der Monat ist schon fast vorbei! Umso ärgerlicher, dass der Kurs ja auch schon fast am Limit war, aber halt nicht ganz. Kurse lassen sich eben nicht wirklich vorhersagen. Und wenn doch das Limit greift, der Kurs aber noch weiter fällt, dann ärgert man sich ebenso, nicht ein anderes Limit gesetzt zu haben.

    Ich lasse mich aber dennoch nicht davon abbringen, meine Käufe mit Limit auszuführen. Dann aber nur wenige Cent unter dem Briefkurs. Funktioniert in (gefühlt) über 90% der Fälle. Gibt mir ein gutes Gefühl, ein paar Euro gespart zu haben im Vergleich zum sofortigen unlimitierten Kauf.

    1. Dein 90% der Fälle hat mein Interesse geweckt. Kennt irgendjemand Auswertungen der großen Indizies in die Richtung? Also irgendwelche Backtest der Wahrscheinlichkeiten für genau solche Limits:
      „Kurs fällt auf 95%, innerhalb der nächsten 30Tage“
      „Kurs fällt auf 90%, innerhalb der nächsten 90Tage“
      „Kurs fällt auf 85%, innerhalb der nächsten 360Tage“

      Natürlich sind wir dann wieder mitten drin Markt-Timing zu betreiben und „In der Vergangenheit erzielte Ergebnisse sind keine Garantie für künftige Ergebnisse“, dennoch glaube ich dass solche Zahlen sicher total interessant sind. Und wir mögen doch Zahlen 😉

      Gruß
      Tobias

    2. „Also überlegt der kleine Market Timer in mir: Warum nicht die Volatilität der Märkte zu meinen Gunsten ausnutzen und ein Limit setzen? Der Kurs schwankt immer hoch und runter, so erwische ich bestimmt meinen Wunschpreis. Gesagt, getan, Limit auf 48,50€ gesetzt und die Gültigkeit der Order bis Monatsende eingestellt.

      Und was soll ich sagen? Ich warte immer noch, dass das Limit ausgelöst wird, der Monat ist schon fast vorbei! Umso ärgerlicher, dass der Kurs ja auch schon fast am Limit war, aber halt nicht ganz. Kurse lassen sich eben nicht wirklich vorhersagen.“
      In die Falle bin ich auch einmal getappt. Das Ende vom Lied war, dass ich ca. 1,5 Monate darauf gewartet habe, dass mein Limit erreicht wird und dann, da das Limit immer noch nicht erreicht war, die Order gelöscht habe, um eine neue Order zu dem dann gültigen Kurs aufzugeben. Seitdem lasse ich solche Spielereien und kaufe zum aktuellen Kurs, auch wenn sich der „Verlust“ glücklicherweise halbwegs in Grenzen hielt.

      Viele Grüße

  25. Moin Nico 🙂

    schöner Artikel. Ich habe mich irgendwann auf die Standard 2 ETF – Lösung eingeschossen und bin damit zur Zeit sehr zufrieden. Der Wesir hatte irgendwann einen Artikel verlinkt, dass mehr als 2 ETFs unterhalb von 50k Anlagevolumen keinen Sinn machen. Und bis dahin ist es noch ein Weilchen. Dann kann ich mir immer noch den Kopf darüber zerbrechen.

    Und so bin ich auch beim Thema Rebalancing entsprechend entspannt. Soll-Allokation ist 70/30. Allerdings ist nur einer der beiden ETFs sparplanfähig. So what. Dann ging halt eine entsprechend große Summe zuerst in den EM und anschließend lasse ich den Sparplan auf den World-ETF so lange laufen bis wieder alles im Soll ist. So ist die Allokation zeitweise also eher 40% World und 60% EM. Irgendwie fehlt mir da auch die Muße alles in Excel vorher genau auszurechnen. Dennoch soll langfristig das Verhältnis von ungefähr 70/30 gelten.

    Wenn ich ehrlich bin war bei der Entscheidung auch ein kleines bisschen Bauch mit drin, weil ich denke, dass die Emerging Markets derzeit noch etwas günstiger sind. Das ist aber für mich ok. Denn ich könnte auch damit leben, wenn ich am Ende Unrecht habe. Und ich habe verstanden: Am wichtigsten ist eigentlich für mich die Entscheidung, dass eine möglichst hohe Summe regelmäßig, möglichst breit gestreut in Aktien geht.

    Was mir aber gefällt ist aber deine Entscheidung, nur noch an 4 festen, im Kalender eingetragenen Terminen pro Jahr zu kaufen. Irgendwie habe ich nämlich noch keinen festen Kauf-Rhythmus finden können und auf diese Weise kriegt man vielleicht den Kopf noch freier.

    Noch eine Frage: Wie läuft denn derzeit dein Vorsatz mit den Liegestützen. Ich muss sagen, der Artikel hatte mich so inspiriert, dass ich drauf und dran war mir dasselbe vorzunehmen. Aber bei mir ist es dann doch ein etwas anderes morgendliches Fitnessprogramm geworden. Nennt sich Lu Jong und sind 5 einfache Yoga-Übungen, die man ohne Matte oder sonst etwas in 8min durchgezogen hat.

    Gruß von der Weser,
    SeBo

    1. Hallo Sebo,

      bei den Liegestützen läuft es soweit noch rund. Gestern war der erste Tag, an dem ich nur 50 gemacht hatte statt der normalen 100. Ich war auf Dienstreise und kam erst spät zurück, da hatte ich keinen Bock mehr. Die habe ich dann heute Morgen nachgeholt. So langsam hat sich eine Routine eingeschlichen. So soll es sein. Dein Lu Jong muss ich mal googlen. Ist ja vielleicht auch was für mich.

      VG, Nico

    1. Hallo T.,
      vom Hörensagen her geht es ihr gut. Ich denke, wenn du mit ihr in Kontakt treten willst, solltest du dich direkt an sie wenden. Ich finde es nicht so gut, über andere Leute auf einer öffentlichen Plattform zu schreiben. Schreib ihr doch einfach eine Mail. Wer weiß? Vielleicht antwortet sie ja?
      Liebe Grüße
      Dummerchen

  26. Letzten September habe ich tagelang hin- und herüberlegt ob nun eine gute Zeit sei in den MSCI World zu investieren oder nicht. Dein Artikel trifft glaube ich das Thema ganz gut, denn in dem Fall ist das nicht mehr „entspannt passiv investieren“ sondern grenzt an Selbstkasteiung. Das sind hohe emotionale Kosten, zumal es keine nachvollziehbare Grundlage gibt, auf der man entscheiden kann. Das von dir genannte Kalendarsparen ist sicher eine Möglichkeit damit umzugehen und ehrlich gesagt nicht die schlechteste.
    Bei Einzelaktien sieht die Sache nochmal anders aus. Market Timing d.h. „buy low“ hat dort seine Berechtigung (egal ob ich dies fundamental oder charttechnisch begründe), aber da sind wir bei aktivem Trading und das ist ein komplett anderes Spielfeld.

  27. Hallo Nico,
    ich habe einen Mix aus passiven Investments (ETFs) und aktiven (Einzelaktien). Bei den ETFs investiere ich jeden Monat per Sparplan unabhängig vom Kurs, bei den Aktien betreibe ich jedoch durchaus so etwas wie Markettiming. So habe ich momentan meinen Cash-Anteil auf etwa 10% des Depots erhöht, da ich insbesondere die amerikanischen Aktien momentan für überbewertet halte. Außerdem habe ich in der Vergangenheit durchaus die Erfahrung gemacht, dass es sich gut anfühlt, wenn man bei Einbrüchen von 30% (was immer mal wieder vorkommt, ohne gleich in einen Crash zu entarten) Geld zum Investieren zur Verfügung hat.
    Liebe Grüße
    Janis

  28. Moin,
    ich muss zugeben das bei mir zum Glück das mittlerweile beim Thema ETF’s mit den Sparplänen komplett automatisiert ist. Sonst neige ich selbst gerne zu den Gedanken: „Was wäre wenn“. Mittlerweile muss ich wirklich nachsehen, wenn ich den mal wissen will oder irgendwelche Kurse. Das läuft einfach im Hintergrund.

    Ich glaube dort passt das Motto ganz gut: „Planen und dann machen“, wie du es am Anfang beschreibst. Hat man einen Plan und jetzt keinen neue Erkenntnisse, weshalb man den Plan ändern müsste. Einfach machen 😉

    Gruß,
    mafis

    P.S. Ich weiß das klingt immer einfacher. Alles ist. Sieht man gut in deinem Artikel.

  29. Ich habe Aktiensparpläne in meinem Depot. Jeden Monat investiere ich daher meine regelmäßige monatliche Sparrate. Daher brauche ich mir auch keinen Kopf wegen market timing zu machen. Allerdings hat dies natürlich auch seinen Preis, die Gebühren betragen 1,75 % im Monat.

    1. Hallo Björn,

      „Allerdings hat dies natürlich auch seinen Preis, die Gebühren betragen 1,75 % im Monat.“

      Natürlich? Ich würde versuchen, diese *natürlichen* Kosten zu drücken. 1,75% sind ne Menge Holz. Wie kommen die denn zu Stande? Sind Deine Anlagebeträge eher klein im Vergleich zu fixen Kaufkosten? Dann würde ich mal über eine Umstellung auf vierteljährliche Zahlungen nachdenken. Ich halte alles über 1% für teuer und den Bereich von 0,5% für erstrebenswert.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

      1. 1,75 % sind die normalen Ordergebühren für den Aktiensparplan im Monat. Habe 8 Sparpläne laufen, jeweils für 50 Euro. So bin ich in direkt in 8 unterschiedlichen Firmen investiert und muss nicht warten bis ich 1.500 Euro angespart habe und mir dann die erste Firma zu kaufen.

        1. Hallo Björn,
          spannend. Von diesem Investmentmodell habe ich noch nicht gehört und es überrascht mich ehrlich gesagt auch: Einzelaktien zu 50 Euro monatlich im Sparplan kaufen.
          Ich kenne das eigentlich nur so, dass Käufer von Einzelaktien eher aktiv entscheiden, ob sie zum aktuellen Kurs ein Unternehmen als günstig, fair, kaufenswert einstufen, da das KGV, KBV, KGB oder die Dividendenrendite besonders toll sind und deshalb zugreifen. Dass man Einzelaktien unabhängig von der Marktlage kauft a la „Ich finde Coca Cola generell toll“ habe ich so noch nie gehört.
          Sparpläne habe ich bislang eher mit dem Kauf von Fonds bzw. ETFs assoziiert. Da werden ganze Aktienpakete unabhängig von der Marktlage gekauft und man redet sich die unterschiedlich hohen Kaufkurse über den Cost-Average-Effekt schön. Der Vorteil ist halt, dass man dadurch wirklich breit streut (Hunderte oder Tausende Unternehmen pro Anteil).
          Dein Vorgehen ist irgendwie eine Mischung aus beiden und mir stechen eher die negativen Aspekte ist Auge: Du nimmst relativ hohe Kaufkosten in Kauf (ok, wir reden bei Dir über ein Optimierungspotential von vielleicht 50 – 100Euro im Jahr), um mehr als ein Unternehmen im Vierteljahr kaufen zu können. Dir scheinst also Diversifikation wichtig zu sein. Wäre dann ein ETF nicht vielleicht konsequenter? Oder bist Du eher ein Purist bei der Aktienanlage: Nur die Direktanlage ist der richtige Weg? Dann wundert mich, dass Dir der aktuelle Kurs total egal zu sein scheint.
          (Keine Angst, ich will keine Diskussion ETF vs. Einzelaktie über’s Knie brechen, es würde mich wirklich einfach nur interessieren, was die Hintergründe für eine solche (in meinen Augen ungewöhnliche) Investmentstrategie sind.)

          Neugierige Grüße
          Dummerchen

          1. Ich investiere lieber in Einzelaktien statt mir einen ETF ins Depot zu holen. Daher diese Sparpläne. Ich finde die Philosophie hinter einem monatlichen Sparplan besser als 1-2mal im Jahr per Einmalbetrag zu investieren. Da braucht man sich Monat für Monat keine Sorgen wegen Kurseinbrüchen etc. zu machen. Es läuft stetig weiter. Aber ich gebe halt auch zu das die 1,75 % Gebühr mir nicht so gefallen.

    2. So baut man sich seinen eigenen, Zeitdiversifizierten Fonds 😃

      Wennan Einzaktien mag, dann sicher eine gute Variante. Allerdings ist man so bei geringer Diversifikation zieich teuer dabei, das wurde aber schon angemerkt.

  30. Ich spare immer so viel, dass mein Bargeld 10% vom Depotwert aus macht. Dann mache ich von dem Geld genau zwei Käufe (momentan quartalsweise zwei Freebuys bei OnVista). Einmal stocke ich einen ETF auf. Dividenden oder World ETF. Und mit dem anderen Kauf kaufe ich eine Aktie eines Unternehmens was mir gerade gefällt.

    Manchmal Stocke ich auf manchmal wirds ein neues. Mein Depot besteht zu 50% aus ETFs und 50% aus Einzelunternehmen. Dabei habe ich sowohl REITs als auch Unternehmensanleihen in Form von ETFs Untergemischt.

    Aktuell geht natürlich alles nach oben weshalb ich nicht sagen kann wie meine Rendite damit ist. Aber zumindest mache ich mir keinen Kopf.

    Ich schaue auch nur zum Kaufen ins Depot. aktuell quartalsweise. Dann freue ich mich auch über die bis dahin aufgelaufenen Dividenden 😉

    Das Normale Gehalts-/Tages-/Online Konto ist getrennt davon damit ich nicht ständig das Depot sehen muss.

    Ich habe nicht vor irgendwann irgendetwas davon zu verkaufen, weshalb mir Kurse auch völlig schnurz sind. Völlig entspannt so 🙂

  31. Hach ja, schön dass es anderen Menschen auch so geht 😉
    Ich habe mich auch ewig nicht getraut die Spargroschen meiner Kinder in ETF-Form anzulegen. In 2015 habe ich ein wenig halbherzig eine erste Position im MSCI-World gekauft – Ziel war Anfang 2016 aufzustocken. Zu diesem Zeitpunkt ging es bekanntlich ja erstmal abwärts – puhh gut das ich noch etwas gewartet habe 😉 … nun ja investiert habe ich dann allerdings erst nach Trump gegen Ende des Jahres.

    Allerdings habe ich bisher nur 2/3 des Geldes investiert und somit immer noch einen Puffer um durch Nachkäufe mein gewünschtes Verhältnis Aktien / Anleihen wieder herstellen zu können …

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