Freitagsfrage: Kann ich zu viel sparen?

Es geht stramm aufs Wochenende zu. Zeit für die Freitagsfrage.

Hier geht es um Deine Meinung. Es gibt eine kurze Einleitung zu einer konkreten Frage. Dann übernimmst Du die Show. In den Kommentaren kannst Du Dich zu diesem Thema direkt mit den anderen Lesern austauschen und so die Diskussion gestalten.

Lass uns keine Zeit verlieren und direkt loslegen.

Alles eine Frage der Balance

Diese Woche hatte mich eine Nachricht von Tommy erreicht. Er liest und kommentiert auf Finanzglück schon fast seit der Entstehung des Blogs. Ein Thema scheint Tommy schon seit einiger Zeit zu beschäftigen.

„Kann man zu viel sparen? Oder zu wenig sparen? Momentan fällt es mir schwer, die für mich passende Sparquote zu finden. Spare ich zu viel, dann denke ich mir, ich könnte mir ja auch mal wieder was gönnen. Spare ich zu wenig, dann habe ich ein schlechtes Gewissen und denke, dass ich damit meine finanzielle Freiheit nur unnötig nach hinten verlagere… Du siehst, ein schwieriges Thema und ich könnte mir vorstellen, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht.“

Nein, bist Du nicht

Es geht mir ganz genauso. Auch ich bewege mich immer im Spannungsfeld zwischen

Jetzt mach Dich mal locker und genieße das Leben!

und

Ja leck mich am Arsch, wo ist denn diesen Monat die ganze Kohle hin? So wird das nie was mit der finanziellen Freiheit!

Kann ich zu viel sparen? Oder zu wenig?

Ich bin mir sicher, Du hast eine Antwort auf diese Frage. Woran machst Du fest, wieviel Du sparst? Gibt es einen festen Plan oder ergibt es sich einfach? Wie erkennst Du, dass Du die richtige Balance gefunden hast?

Teile Deine Meinung!

Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar.

 

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19 Kommentare

  1. Mahlzeit der Herr!

    Sicher kann man zu viel und zu wenig sparen. Zuviel spart man wenn man mit sich und seinem Umfeld (Familie, Freunde) geizig ist und rum knausert. Und zu wenig spart man, wenn man gar nichts spart. Ich kenne beide Extreme. Ich habe (eventuell tue ich es immer noch) auch immer mit meinem Geld rum geknausert und gegeizt. Ist nicht schön, vor allem nicht, wenn das einen gewissen Zwang mit sich bringt.

    Gar nichts sparen tue ich nicht wie man sich sicher denken kann. Aber ich habe einen guten Bekannten, der vom Sparen nicht viel hält. Er verkonsumiert sein ganzes Geld in Sachwerte und hat so seinen Spaß im Leben. Aber das sind wie gesagt, zwei Extreme.

    Ich persönlich mache es so, dass ich einen festen Sparbetrag am Monatsanfang für Aktien, Tagesgeld (für spätere Einzelaktienkäufe) UND ganz wichtig: Für (elektronischen) Konsum-Spielkrams weglege. Denn neben dem Sparen bin ich mittlerweile der Meinung, dass man auch Leben sollte und sich auch mal was gönnen soll. Andernfalls macht das Leben wahrscheinlich irgendwann keinen Spaß mehr. Und genau dafür ist dann das angesparte Konsumkonto. Das geht dann für beispielsweise ein iPhone drauf.

    Man muss ich auch immer vor Augen halten, dass man nur 1x lebt. Und das Leben geht leider viel schneller vorüber als man denkt. Was bringt mir die Million mit 80 Jahren, wenn ich mich kaum noch bewegen kann und in meinem Sessel meine Geldscheine zähle. Eigentlich nicht viel oder?

    Man muss für sich herausfinden, wo man sparen sollte und wo nicht. Bei Kinobesuchen zum Beispiel spare ich. Ich baue mir grade mein eigenes (leider sehr teures) Heimkino auf. Sicher, für das Geld kann man sehr lange und sehr oft in Kino gehen, aber es hat ja auch andere Vorteile und es ist dazu noch eine Art Hobby.
    Oder man geht in ein kleines nicht so populäres Kino, was deutlich günstiger ist als die riesen Massenabfertigungen, namens Cinemaxx. Ich gebe sicher keine 10€+ für Cola und Popcorn aus.

    Bewusstes Sparen ist die Devise! Man kann sich schließlich auch Krank sparen… 🙂

    Viele Grüße!

  2. Natürlich kann man zuviel sparen. Geiz ist nicht geil, und es gibt kaum was unanziehenderes als Knausrigkeit. Davon abgesehen arbeite ich auf einer Intensivstation und sehe tagtäglich seit Jahren, wie schnell alles vorbei sein kann. Und noch niemand hatte jemand dann was von seinem Ersparten (maximal die Angehörigen können sich dann statt dem Lärchensarg den Zirbensarg nehmen oder so..)

    Zuwenig sparen ist aber auch nix. Ich zum Beispiel. Teilzeit, 2 Kinder, Sparrate ist gegen 0. Weil die immer was brauchen. Winterschuhe hier, Milchgeld da, Geodreieck verloren, in einer Nacht zwei Kleidergrößen gewachsen, Impfung, Pfadfindermitgliedsbeitrag, Heftumschlag zerrissen,… man kennt das ja. Und wenn man endlich glaubt, man hat es diesen Monat endlich geschafft, mal ein nennenswertes Sümmchen beiseite zu legen, braucht man neue Winterreifen. Oder die kleine Schwester heiratet. Oder der Vorderzahn stirbt und braucht eine Krone.

    Fazit: alles, was extrem in eine Richtung geht, ist nicht gut 😉

  3. Hallo Nico,

    schön, dass es so schnell mit der Freitagsfrage geklappt hat! 🙂

    @Gurki: Witzigerweise habe ich auch vor wenigen Wochen ein separates „Konsumkonto“ eröffnet. Ich nenne das ganze „Spaßgeld“ und ich merke schon jetzt das es mir ungemein hilft, hier immer etwas Geld für nicht unbedingt notwendige Dinge vorzuhalten, die ich mir ohne schlechtes Gewissen gönnen kann! 😉 Ich realisiere das Ganze über ein Tagesgeldkonto, von dem ich mir je nach Bedarf etwas abhebe.

    @Judith: Recht hast du! Als junger Papi mit 2 kleinen Jungs geht es mir ähnlich (auch wenn es bis zur Schule bei den beiden Scheißern noch ein bisschen dauert). Ich glaube als Single hätte ich diese ganzen Gedanken auch gar nicht aber mit Familie will man sich und seinen Mitmenschen ja auch mal etwas gönnen. 🙂

    Was macht ihr eigentlich mit dem Geld, dass euch am Monatsende noch übrig bleibt? Bei mir gehen am Anfang des Monats sämtliche Sparraten weg und momentan bin ich noch unschlüssig, was ich am Ende des Monats mit dem überschüssigen Geld anstelle. Einfach auf dem Girokonto lassen, aufs Spaßkonto packen oder ins Depot stecken – wie regelt ihr das für euch?

    Tommy

    1. Hi Tommy,

      ich belasse etwas auf dem Konto (dort brauch man ja auch immer ein gewisses Polster, um nicht ins Minus zu rutschen, weil man alles weggespart hat). Wenn also noch mehr Geld als das Polster vorhanden ist, geht das aufs Tagesgeld und wird für spätere (Einzel-) Aktienkäufe zusammengespart.

    2. Hi Tommy,

      ich zieh monatlich nach dem Gehaltseingang das Girokonto auf einen fixen Betrag glatt. Dieser fixe Betrag deckt meine monatlichen Ausgaben und lässt minimal Luft für Spaßausgaben. Der Rest wandert aufs Tagesgeld und dann aufs Depot.

      Ein explizites Spaßgeldkonto habe ich nicht. Sollte ich einen Monat in die Verlegenheit kommen, mehr Geld zu benötigen, als auf die Girokonto liegt, muss ich es vom Tagesgeld zurückbuchen. Aber auch dort habe ich eine feste Grenze, die es nicht zu unterschreiten gilt. Die Hemmschwelle, Geld vom Tagesgeldkonto zurückzubuchen, liegt also entsprechend hoch.

      Fahre mit dieser Methode sehr gut. Bin in diesem Jahr bisher auf Sparquoten zwischen 30% – 50% gekommen.

  4. Also ich finde zu viel sparen geht nicht…das ist ja keine Einbahnstraße des Geldes!

    Habe ich es also einmal übertrieben und „zu viel“ gespart, was man dann an den zu ausgelatschten Schuhen sieht auf die man ständig angesprochen wird oder daran, dass in der Kneipe mit Freunden Witze über einen gemacht werden, weil man nie ein Bier ausgibt, dann kann man ja etwas von dem „gesparten“ ausgeben und neue Schuhe oder eine Runde Bier (oder Äppler) mit Schnaps spendieren 😉

    Wenn man es darauf anlegt die Sparquote zu erhöhen, sollte man sich vielleicht ein paar Erinnerungen einbauen immer mal zu checken, ob was man macht noch im „normalen“ (vom Umfeld akzeptierten) Bereich liegt – man will ja schließlich kein Außenseiter werden, oder?

    Viele Grüße
    Thorsten

  5. Generell kann man nicht „zu viel“ sparen. Allerdings auf die falsche Art und Weise an den falschen Ecken. Z.B. gibt es widerliche, billige Schokolade. Entweder also gleich was Leckres kaufen oder es lassen. Dasselbe gilt für Hühnchenfleisch. Abgepacktes im Laden schmeckt nicht, für den Metzger bin ich (zugegeben) zu geizig, also lass ichs.

    Optimieren geht immer, sofern in dem Moment nicht die Lebensqualität drunter leidet.

    @Judith
    Respekt, dass du arbeiten+Kinder unter einen Hut bekommst. Ich frage mich oft, wie eine alleinerziehende Mutter auch noch arbeiten soll, wenn z.B. dafür der Kindergartenplatz 400€ kostet.

  6. Wenn ich mich an meine Oma erinnere, die die Entbehrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt hat, habe ich ein negatives Beispiel vor Augen, wie man „zu viel“ sparen kann: nichts wegwerfen, möglichst alles irgendwie wieder- oder weiterverwerten, auch zufällig erworbene bzw. als Geschenk erhaltene Güter unabhängig von ihrer Qualität oder ihrem praktischen Nutzen unbedingt behalten müssen – und vor allem: sich selbst von dem erarbeiteten bzw. ersparten Wohlstand nur das Allernotwendigste im Alltag erlauben. Oberste Maxime war – geprägt durch die Notzeiten: alles zusammenhalten. Sich etwas Qualitatives selbst zu gönnen bzw. den eigenen Wohlstand auch einmal „egoistisch“ in das eigene „Wohl“ zu investieren war für sie quasi undenkbar.

    Auch wenn ich das Wirtschaftsprinzip meiner Oma nicht teile, ist sie für mich in dieser Hinsicht eine Respektsperson, die es durch ihre extreme Sparsamkeit – und dank guter Beratung – tatsächlich geschafft hat, ein ansehnliches Vermögen zusammenzusparen bzw. aufzubauen. Leider ohne selbst von diesem profitieren zu können bzw. zu wollen.

    Für mich hat sie daher eine positive „kritische“ Vorbildfunktion, um bei meinen eigenen Sparaktivitäten nicht mein eigenes Wohl aus den Augen zu verlieren – und trotzdem Vermögen durch Sparen aufzubauen.

    Das Mehr-Konten-Prinzip, ein persönliches Budget mit ein paar „Kostenstellen“ sowie mein Haushaltsbuch sind dazu einfache und sehr effektive Hilfsmittel, um mich beim Sparen „wohlzufühlen“. „Zu viel“ – also über die regulär festgelegte Sparquote hinausgehendes – Gespartes kann ich entweder (ebenfalls) in den Vermögensaufbau investieren oder mir davon einfach mal „etwas gönnen“. Ja, Oma, das darf man 😉

  7. „Zuviel sparen“ würde ich das nicht nennen.. man kann aber sehr wohl an den falschen Stellen sparen… also: Prioritäten setzen, Ziele im Blick behalten (v.a. wenn man weiß, wo man sein Geld schnell verdaddelt). Bei mir ist das Geld ganz fix raus für Konsumgüter, Filmegucken und hochwertige Lebensmittel für den reinen Genuss (nicht lachen, das kann ich gut) – oder Schuhe eben… da man/frau nur 2 Füße hat, fällt es irgendwann auf… das Geld fehlt dann beim großen Ganzen, es summiert sich ja. Hilft nur Kontrolle via „Spaßkonto“ oder monatlichen Überblick. So macht dann auch das Genießen wieder Spaß (wenn es Standard wird, ist es kein Genuss mehr). Und manches kaufte ich früher schnell, weil ich es sofort haben wollte, nicht warten konnte, oder auch zu faul war, nach Alternativen zu suchen; auch dies ein Killfaktor für jede Art von sinnvollem Sparen.
    Schlimm sind für mich die Extrem-Geizigen, die schon sehr am Rande des Gepflegtseins sind (kann ich nicht besser umschreiben). Oder diejenigen, die penetrant schnorren bis zum „geht-nicht-mehr“; auch das fällt für mich unter die zu meidenden Extremsparer.

  8. Ach, eigentlich wurde schon so vieles gesagt, trotzdem auch noch ein paar Zeilen von mir:

    Ob man zuviel oder zuwenig spart, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Die Frage ist ja immer, warum spare ich überhaupt etwas. Möchte ich eine spezielle Digitalkamera neu zu Weihnachten kaufen können, so muss ich bis dahin diesen Betrag zusammengespart haben. Da ist es relativ leicht zu sagen, ob man genug oder zu viel gespart hat.
    Geht es aber um so abstrakte Dinge wie „Altersvorsorge“ dann kann heute niemand sagen, ob er schon „zu viel“ zur Seite legt. Wer weiß schon, welche finanziellen Herausforderungen vor ihm liegen? Hier gilt es in meinen Augen, einen gesunden persönlichen Mittelweg zu finden. Bewusster Konsum („brauche ich das wirklich“) und ein paar Optimierungen in den laufenden Kosten (Stromverbrauch, Mobilfunkverträge, etc) führen üblicherweise dazu, dass man seine persönlichen Bedürfnisse stillt und trotzdem noch Geld übrig hat, das man sparen kann ohne dass dieLebensqualität sinkt. Ob das dann 250, 500 oder 700 Euro sind, hängt ganz sicher auch vom Einkommen und der Lebenssituation ab. Die alleinerziehende Mutter wird vielleicht froh sein, wenn sie ein paar Euro zur Seite legen kann, während das Ingenieurspärchen sicher auch vierstellige Summen sparen kann ohne sich einzuschränken.
    Wie ja auch schon richtig bemerkt wurde, ist sparen ja keine Einbahnstraße. Ich lege mein Geld zwar monatlich weg um getreu der Devise „Aus den Augen, aus dem Sinn“ überhaupt nicht die Frage aufkommen zu lassen, was sich mit dem vielen Geld denn noch so spontan anstellen ließe. Aber wenn der Jahresurlaub dann ansteht, wandert auch schon mal Geld wieder vom Tagesgeldkonto zurück. Alles mit Sinn und Verstand und immer vor der Fragestellung „Brauche ich das wirklich/Ist mir das soviel Wert?“. Für mich hat der Umgang mit Geld eigentlich sehr viel mehr mit Grundwerten und Lebensvorstellungen als mit Finanzprodukt-Knowhow zu tun. Erst wer seine Werte im Leben geklärt hat, hat die nötige Gelassenheit, Luxusausgaben von hohen, aber für das Leben wichtige Ausgaben zu unterscheiden.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

  9. Hallo zusammen,

    es ist interessant, dass so viel mit verschiedenen Konten gearbeitet wird, um so das sparen irgendwo zu automatisieren. Ich fahre da einen anderen Ansatz. Das geht schon mal damit los, dass ich kein Tagesgeldkonto nutze. Bei mir ist es ausschließlich das Giro-Konto. Sobald dort etwas Kohle angesammelt ist (über meinen ein bis zwei Monatsgehältern als Notreserve), geht es direkt ins Depot.

    Ich habe dabei keinen festen Sparbetrag, den ich monatlich erreichen möchte. Ich hinterfrage einfach immer bei den Ausgaben, ob das jetzt auch wirklich Sinn macht. Das ist dann ganz subjektiv. Neue Sneaker kaufen? Muss nicht sein, solange die alten noch irgendwie halten. Einen Abend in der Kneipe verbringen, um mit Freunden Skat zu spielen? Auf jeden Fall ist es das wert!

    Am Ende des Monats schaue ich mir dann die Ausgaben in meinem Haushaltsbuch an und checke, was die Sparquote macht. Entwickelt es sich gemäß meinen Erwartungen? Wenn nicht, was waren die Treiber? Dabei geht es in erster Linie darum zu prüfen, ob sich der Life-Style Inflationsteufel bei uns einschleift. Den gilt es abzuwehren, mit allem was wir haben. Langfristig, auf ganze Jahre gesehen, sollte die Sparquote wachsen. Der Trend zählt.

    VG, Nico

    1. Grüß dich Nico,

      wie sparst du denn dann auf größere Anschaffungen oder Urlaube hin, wenn du kein Tagesgeldkonto nutzt?

      Kann ich mir persönlich gerade nur schwer vorstellen. 😉

      Tommy

    2. Hey Tommy,

      gibt es ja relativ selten. Ich meine die ganz großen Brocken. Die kleineren Geschichten gehen aus der Notreserve. Die größeren Anschaffungen, also ein richtig teurer Urlaub oder eine neue Heizung, kommen bei uns wirklich selten vor. Bei mir ist es jetzt mal ganz konkret nächstes Jahr soweit, wenn die Truppe sich aufmacht nach Kanada. Das heißt für mich jetzt erst mal die Investitionen ruhen zu lassen, bis sich das Geld auf dem Konto erhöht hat, so dass es langen sollte (einige Kosten für Flüge, Camper usw. fallen ja auch jetzt schon an).

      Ich könnte alternativ auch vor dem Urlaub nächstes Jahr einen Teil des Depots verkaufen (das wäre z.B. auch bei einer kaputten Heizung der Fall). Da bin ich recht schmerzlos. Wenn es mal Ausnahmesituationen gibt, dann ist an einem Teilverkauf vom Portfolio absolut nichts Schlimmes dran.

      Das ist für mich der bevorzugte Weg. Ich sehe aber auch den Sinn von mehreren Konten. Dann ist die Kohle aus den Augen, aus dem Sinn. Wäre mir persönlich aber zu kompliziert, das Geld hin und herzuschieben. Die Notreserve muss aufs Giro, da dort die Kosten abgebucht werden. Wenn das überläuft, dann direkt ab aufs Depot. Dazwischen brauche ich nichts.

      VG, Nico

      1. Und wie verfährst Du mit Rücklagen für Deine vermieteten Wohnungen? Gibt es dafür auch kein extra Konto?
        Für solche gibt es doch Empfehlungen einen gewissen Betrag x pro qm und pro Jahr zur Seite zu legen für Reparaturen, Renovierungen usw…..
        Oder mit mehrheitlichen Ideen der anderen Wohnungseigentümer im selben Gebäude die Heizung ersetzen zu lassen o.ä.
        Schönen Sonntag.

      2. Moin K.,

        für das Gebäude (also eigentlich alles bis zu der Haustür meiner Wohnungen) gibt es eine Reserve, die von der gesamten Hausgemeinschaft angespart wird. Die wird jedes Jahr neu bestimmt und sollte eigentlich für alle Instandhaltungsgeschichten reichen. Wenn nicht, dann muss es eine Sonderumlage geben. Die kommt aber nicht ganz überraschend, sondern wird vorher angekündigt und beschlossen. Beispiel ist z.B. eine neue Heizung für das gesamte Haus oder eine neue Fassade.

        Die Sachen in der Wohnung sind normalerweise nicht so teuer. Ich hatte gerade einen größeren Fall. Da werde ich bald auch noch mal separat drüber berichten. Der Fußboden musste neu gemacht werden wegen eines Wasserschadens. Da kamen dann ca. 1.200 Euro zusammen und das recht plötzlich und unerwartet. Aber dafür ist meine persönliche Notreserve ja auch da. Ich habe das in diesem Fall jedoch von meinem Mieterkonto beglichen. Da lasse ich alle Zahlungen für die Wohnung rüber laufen (Miete, Kreditzahlungen, Hausverwaltung, etc.). Dort hatte sich etwas Geld angesammelt und hat für diese Zahlung gelangt. Ich hätte sonst das Geld irgendwann auf mein Privatkonto überwiesen.

        Hier gibt es aber verschiedene Wege. Es kommt letztendlich auf Deine Präferenzen an, wie Du Deine Cash-Flows steuerst. Ich halte es recht simpel und es hat bisher auch immer gut geklappt. Wenn dann doch irgendwann mal eine unerwartet hohe Zahlung kommen sollte, dann würde ich eben ein paar Tausend Euro an ETFs verkaufen. Auch kein Weltuntergang.

        VG, Nico

        1. Hallo Nico,
          Danke für die Info und Deine Art der Handhabung zusätzlich zur Eigentümergemeinschaftsrücklage.
          Das separate, geimnsame Ansparen als Eigentümergemeinschaft kenne ich zwar, hatte ich aber vorher beim Schreiben nicht auf dem Schirm.

          Herzliche Grüße,
          K.

  10. Hallo Nico,
    ich hatte zuerst angefangen auf Deinem Blog einen Kommentar zu schreiben und am Ende ist mein Text so lang geworden, dass ich einen ganzen Blogbeitrag hatte und ihn gestern auf meinem Blog veröffentlicht habe.
    Ich denke, dass es eine sehr vielschichtige und tiefgründige Frage ist, die nicht einfach in 2-3 Sätzen beantwortet werden kann. Deshalb sind es bei mir auch insgesamt knapp 1200 Wörter geworden.

    Hier mein Beitrag: http://finanziell-frei-mit-30.de/kann-man-zu-viel-sparen/

    Schöne Grüße
    Dominik

  11. Hallo,

    sehr interessante Frage. Ich stelle sie mir fast täglich und komme zu unterschiedlichen Antworten 🙂

    Kurz zu mir: Ich bin Solo-selbständig und verdiene (derzeit) gerade so viel, dass ich davon einigermaßen existieren kann und bin daher wohl von vorneherein ein schlechterer Investor als ein Angestellter, weil ich keinen Cashflow fester Größe habe und immer nur dann sparen kann, wenn ich mehr Geld eingenommen habe, als ich eigentlich brauche. Gleichzeitig muss ich aufpassen, dass ich nicht irgendwelche Vermögens- oder Einkommensgrenzen überschreitet, weil sonst die Krankenkasse die Hände noch weiter aufhält als ohnehin schon.
    Ich stehe also immer vor der Überlegung: Möchte ich mich unabhängiger von meiner Selbständigkeit machen und packe alles in Aktien, um einen passiven Cashflow zu erzeugen oder spare ich lieber für den Ernstfall, so dass ich schnellen Zugriff auf mein Geld habe.
    Zuerst schien ich so einen Mittelweg gefunden zu haben mit einer Aktienquote von maximal 30 % und immer noch genug Geld, um ein Quartal komplett ohne Einkommen auskommen zu können + Geld für Anschaffungen (Waschmaschine kaputt o.ä.). Dann schien ich meiner Sache aber so sicher zu sein, dass ich meine Aktienquote auf 85 % heraufschraubte, mir selbst gar nichts mehr gegönnt hatte und sogar mal ein Häppchen aus dem Dispokredit nahm, um in Aktien zu investieren. (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle glücklich darüber sein, dass Selbständige grundsätzliche keine Konsumkredite bekommen, weil sie kein geregeltes Einkommen haben) Natürlich wusste ich vorher schon, dass dies eigentlich falsch ist und ich damit gegen mindestens 2 goldene Investmentregeln verstoße. Da ich eigentlich ein risikoaverser Mensch bin, wollte ich hier sozusagen antizyklisch meiner eigene Psyche handeln. Ich habe zwar gute Investments getätigt, bin dabei selbst aber zu kurz gekommen und fühlte mich trotz der Top-Investments nicht so gut dabei.
    Also habe ich meine Aktienquote auf ein gesundes Maß von 50 % runtergeschraubt, habe mein Sicherheitsnetz weiter ausgebaut auf 6 Monatseinkommen und habe auch das Konto für den Eigenbedarf (Urlaub, Anschaffungen usw.) großzügiger gestaltet. Ich werde dies noch weiter ausbauen auf 1 Jahreseinkommen und werde im nächsten Jahr keine neuen Aktien mehr kaufen, sondern nur nachkaufen, wo es mir günstig erscheint.
    Ich bin also der festen Überzeugung, dass man vielleicht gar nicht das fixe Ziel haben sollte finanziell frei zu werden (Und dann anzufangen zu leben), sondern eher das Ziel haben sollte ein Leben ohne ganz große Abstriche zu führen und das was übrig bleibt sinnvoll zu investieren und zu vermehren.

    Die ganzen Traumrenditen kann man auch vergessen, wenn man heute nur mit 5 % p.a. nach Hause geht, dann sind das 5 % mehr als die restlichen 90 % der Deutschen erzielen. Die warten nämlich seit 8 Jahren darauf, dass die Zinsen endlich mal wieder steigen.

    Um die Frage aber zu beantworten, ob man zu viel oder zu wenig sparen kann: Auf jeden Fall kann man zu viel sparen (In dem Fall investieren) und man kann auch zu wenig sparen, beides kann wirklich unglücklich machen. 1. Wenn man sich nie das gönnt, was man will oder 2. Man sich ständig Dinge kauft, die man gar nicht braucht (Die Freude darüber wird nämlich von mal zu mal kürzer).

    Gruß Joe

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