ETF-Sparplan für Kinder: So läuft´s in der Finanzglück-Familie

ETF-Sparplan für Kinder

Die lieben Kleinen!

Eigentlich wollen wir alle doch nur das Beste für unsere knuddeligen Hosenscheißer.

Später soll es ihnen an nichts fehlen. Durch ein liebevolles Familienumfeld und einer guten Ausbildung bereiten wir sie optimal auf den Sprung in die Eigenverantwortung vor.

Auch finanziell soll es ihnen gut gehen. Deshalb haben viele Eltern (und Verwandte) schon früh den Wunsch regelmäßig Geld für den Nachwuchs anzulegen. Wenn aus den Lütschen Halbstarke werden sollen sie über ein solides Guthaben in der persönlichen Vermögensbilanz verfügen.

So ähnlich waren auch unsere Gedanken vor der Geburt von unserem Erstgeborenen Heiermann und seiner kleinen Schwester Groschen.

Einerseits sollten die beiden über ein kleines Finanzpolster verfügen um gestärkt ins Erwachsenenleben zu starten. Anderseits wollten wir einen Weg finden unseren Kindern schon früh eine umfangreiche Finanzbildung mit auf den Weg zu geben.

Unsere Mittel zum Zweck ist dafür ein ETF-Sparplan für Kinder.

In diesem Beitrag teile ich mit Dir:

  • Aus welchen zwei Gründen wir Geld für unsere Kinder investieren.
  • Welche Möglichkeiten es generell zum Vermögensaufbau der Lütschen gibt.
  • Warum ETF-Sparpläne die beste Alternative sind und was Du dabei beachten musst.
  • Und schließlich wieviel Geld wir monatlich in welchen ETF investieren.

Tiffany-Halsband für den Handtaschen-Mops

Lass uns erst mal auf eine grundlegende Frage eingehen, bevor es ans Eingemachte geht.

Warum soll ich überhaupt Geld für mein Kind ansparen?

Diese Frage ist wichtig. Es gibt nämlich gute Gründe, warum Du kein Depot für Deinen Spross oder Deine Sprössin eröffnen solltest.

Mein Blogger-Kollege Christoph aus der Finanzküche hat hier klar Stellung bezogen. Er zieht es vor mit dem Ersparten lieber das Familien-Depot zu füttern, statt es direkt im Namen seines kleinen Sohnes zu investieren.

Damit bleiben die Familienfinanzen flexibler und Christoph behält die volle Kontrolle darüber, was auf den Herd kommt.

Und genau diese Kontrolle ist der wohl wichtigste Grund, warum ein eigenes Depot für Deine Flitzpiepen eventuell doch keine so gescheite Idee ist.

Statt sich finanziell verantwortungsvoll zu verhalten, investiert unser knuddeliger Heiermann sein Erspartes zum 18. Geburtstag ja vielleicht lieber in die Party seines Lebens? Oder in eine schnieke Premium-Kutsche? Oder beindruckt seine Herzensdame mit einem teuren Tiffany-Halsband für den Handtaschen-Mops?

Die Gefahr besteht. Mit einem Depot auf seinen Namen geht zum 18. Geburtstag die volle Verfügung  auf ihn über. Er kann mit der Kohle machen was er will.

Aber genau diese Verantwortung ist für mich der wichtigste Punkt bei der ganzen Veranstaltung.

Bei den eigenen Kröten hört der Spaß auf

Ich möchte meinen Kindern eine umfassende finanzielle Bildung mit auf den Weg geben.

Egal was Heiermann und Groschen später mal für einen Weg einschlagen: Wenn sie mit Geld umgehen können, brauchen sie sich um ihre finanzielle Situation keine Sorgen zu machen.

Doch wie kann ich meine Kleinen finanziell bilden?

Wahrscheinlich haben sie als Teenager bessere Dinge zu tun als sich von ihrem Daddy über Finanzen belehren zu lassen. Wer kann es ihnen verdenken? Aktienmarktrenditen, Zinseszins, Volatilität, Diversifikation… Da gibt es spannendere Dinge in dem Alter.

Naja, aber wenn es das eigene Geld ist, sieht die Sache vielleicht doch anders aus.

Die ersten Dividendenzahlungen kommen rein. Der Aktienmarkt geht in einen Aufschwung und lässt den Depotwert anschwellen. Oder aber er bricht ein und taucht die Vermögensübersicht in rote Farbe.

Das sollte nicht spurlos an ihnen vorüber gehen und ein grundlegendes Interesse wecken.

Hoffentlich.

Borstenvieh oder Bausparvertrag?

Nachdem wir die grundlegende Frage nach dem Sinn einer Geldanlage für unsere Kinder geklärt haben können wir den nächsten Schritt gehen.

Welche Möglichkeiten gibt es Vermögen für Kinder anzusparen?

Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Dies ist ein lohnender Markt für die Finanz-und Versicherungsbranche. Es gibt Produkte für alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Grob unterscheiden kannst Du es in:

  • Girokonto, Tagesgeld, Sparbuch and Friends
  • Festgeld
  • Bausparen
  • Versicherungsprodukte
  • Sparpläne für Fonds, ETFs oder auch Einzelaktien

Habe ich etwas vergessen?

Na klar, das gute alte Sparschwein!

Das endet aber meist grausam für das Borstenvieh. Daher lassen wir es mal außen vor.

Die Karawane zieht weiter

Die Genossen aus der Liste können wir nach und nach abräumen.

Das Problem für die (weitestgehend) risikolosen und kurzfristig verfügbaren Anlageprodukte wie Tagesgeldkonten oder Sparbücher ist die Rendite. Es kommt schlicht und einfach zu wenig dabei rum. Nach Inflation bleibt nichts hängen.

Die Mäusekontos dieser Welt sind also nichts für mich.

Und selbst beim Festgeld sieht es immer noch mager aus. Wir sprechen über sehr lange Zeiträume für die Geldanlage. In dieser Zeit die Macht des Zinseszinses nicht oder kaum wirken zu lassen ist Vergeudung. Frag mal Kalle und Knut! Da können wir gleich Geld zum Fenster rausschmeißen.

Mit der guten alten Festgeldleiter kommen wir auch nicht weiter.

Ich verstehe es wirklich nicht. Warum legen Bankverkäufer liebevollen Eltern einen Bausparvertrag für den Vermögensaufbau der Kinder nahe? Ziel des Bausparens ist es irgendwann einen großen Kredit für eine Immobilie aufzunehmen. Das möchte ich meinen gerade volljährig gewordenen Kindern gar nicht zumuten. Die haben vielleicht gar keinen Bock auf die eigenen vier Wände, sondern wollen lieber die Welt erobern. Außerdem sind Bausparprodukte unflexibel und teuer.

Die Karawane zieht weiter.

Irgendwann landen wir dann doch wieder bei Versicherungsprodukten. Einer Armada an gut geschulten und provisionsgetriebenen Verkäufern sei Dank.

Grundsätzlich gilt: Versicherungen sind keine Geldanlagen. Der einzige Grund, warum Du eine Versicherung abschließen solltest ist es die Risiken abzufedern, die Dich finanziell aus der Bahn werfen würden. Im Idealfall – also wenn es wirklich, wirklich gut läuft – bekommst Du in Deinem Leben keinen einzigen Cent von einer Versicherung ausgezahlt. Das heißt, Du hattest nie einen Schaden, Du Glückspilz! Vergiss also die Ausbildungsversicherung, die Dir vom adretten Vertreter mit Hundeblick ans Herz gelegt wird. Du brauchst keine Versicherung dafür zu bezahlen Geld für die Ausbildung Deiner Kinder anzusparen.

Das kannst Du selber besser.

Aber wie?

Mit langfristigen Investitionen in den Kapitalmarkt. Dazu gehört auch mein Favorit:

Der ETF-Sparplan für Kinder.

Eigentlich ist es ja auch naheliegend. Warum sollte ich für meine Kinder nicht genauso investieren wie für mich?

  1. Ich möchte frei über mein Geld verfügen können. Es soll nicht in irgendeinem Versicherungsprodukt gefangen sein (wie mein größter finanzieller Fehler).
  2. Ich brauche eine hohe Rendite, damit der Zinseszins seine ganze Kraft entfalten kann.
  3. Ich lege mein Geld langfristig an und daher spielen Wertschwankungen (Volatilität) keine große Rolle.
  4. Ich möchte die Kosten so gering halten wie möglich.

Diese Prinzipien kann ich genauso auf meine Kinder übertragen.

Der Anlagezeitraum umfasst fast zwei Jahrzehnte. Vielleicht noch deutlich länger. Die Sparraten möchte ich flexibel anpassen können, je nachdem wieviel Geld gerade für die Rotzlöffel verfügbar ist. Im Notfall muss ich die Möglichkeit haben ohne großen Umstand und Kosten zeitnah über das angesparte Kapital zu verfügen.

Ob es nun ein ETF-Sparplan (passiv), ein Fondssparplan (aktiv) oder aber ein Aktiensparplan ist, macht den Bock nicht wirklich Fett.

Hier kommt es auf Deine persönlichen Vorlieben an – oder irgendwann auf die Deiner Kinder.

Ich fühle mich bei passiven, preisgünstigen und breitgestreuten ETFs am besten aufgehoben. Genauso sieht auch mein eigenes Depot aus.

Und so sind sowohl Heiermann als auch Groschen schon kurz nach der Geburt zu passiven Take-and-Hold Anleger geworden.

Ganz wie der stolze Papa!

Was gibt es noch zu beachten?

Es gibt noch ein paar Randthemen, die für oder auch gegen einen ETF-Sparplan für Kinder sprechen.

Fangen wir mit dem positiven Punkt an.

Das ETF-Vermögen läuft auf die Namen der Kinder. Damit haben Groschen und Heiermann die gleichen Steuerfreibeträge wie Mama und Papa. Das sind in erster Linie (derzeit) 801 Euro Sparerfreibetrag auf Kapitaleinkünfte (Dividenden) oder auch die 9.000 Euro Grundfreibetrag auf das gesamte zu versteuernde Einkommen.

Die Zwerge werden daher bis zur Volljährigkeit (vorrausichtlich) keine Steuern auf ihre Dividenden zahlen müssen. Das wäre anders wenn die Beträge im Familiendepot angespart würden.

Diesem positiven Steuervorteil stehen zwei Nachteile gegenüber, die irgendwann mal relevant werden könnten.

Ein eigenes Vermögen im Namen der Kinder kann bei allen Arten staatlicher Förderung zu Problemen führen. Der Anspruch auf Bafög fällt z.B. in diese Kategorie. Aber bis das mal relevant wird fließt noch viel Wasser die Weser runter.

Darüber hinaus könnte später die kostenlose Mitversicherung in der Familienversicherung auf dem Spiel stehen. Das wäre nach aktueller Gesetzeslage der Fall, wenn die Kapitalerträge plus anderes Einkommen aus Nebenjobs monatlich über 450 Euro liegen. Das müssen wir aber eher bei den Nebenjobs im Hinterkopf behalten. Denn allein aus Kapitalerträgen wird dieses Einkommen nicht generiert werden. Bei einer angenommen Dividendenrendite von 2% müssten wir schon einen Depotwert jenseits der 250.000 Euro verbuchen.

Da kommen wir nicht so schnell hin.

Taler statt Trecker

Nachdem wir uns jetzt entschlossen haben Geld für unsere Kinder ansparen UND den ETF-Sparplan als passendes Mittel zum Zweck gewählt haben, kommen wir zum interessantesten Teil.

Wie setzen wir es konkret um?

Wir haben alle unsere Konten und das Depot bei der comdirect*. Meine wichtigen Kriterien für eine Direktbank sind guter Service, eine saubere steuerliche Aufarbeitung und Kostentransparenz. Dabei liegt die comdirect ganz weit vorn. Wir sind dort glücklich.

Von daher war es auch klar für uns das Junior-Depot bei der comdirect* zu eröffnen (und damals noch ein schniekes Laufrad mit abzusahnen). Die Depoteröffnung ging Ratzfatz ohne großen Umstand. Den ETF unserer Wahl gibt es dort auch im Sparplan. Passt also.

Das Junior-Depot hat neben dem eigentlichen Depot noch ein Verrechnungskonto, über das die Zahlungen laufen.

Auf dieses Verrechnungskonto geht jeden Monat (per Dauerauftrag) eine gleichbleibende Zahlung von unserem Familienkonto ein. Dazu kommen dann noch unregelmäßige Einmalzahlungen.

Diese Extra-Zahlungen sind Geldgeschenke an Heiermann und Groschen. Wir können uns glücklich schätzen eine sehr spendable Verwandtschaft zu haben. Wir ermutigen sie lieber Geld zu schenken, statt dafür Spielzeug oder Klamotten zu kaufen. Da haben die Kinder letztendlich mehr von.

Mit dem Geld vom Verrechnungskonto investieren wir monatlich per Sparplan in genau einen ETF. Der Sparbetrag hängt davon ab, wie hoch das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist und wird dementsprechend alle paar Monate von uns angepasst.

Soweit, so allgemein. Jetzt kommen wir zu den Details.

Freiheit durch Vermögen

Pro Kind überweisen wir jeden Monat 50 Euro.

Warum nicht mehr? Oder weniger?

Es ist ein guter Kompromiss, der für uns passt. Von den knapp 200 Euro Kindergeld nutzen wir das meiste um die direkten Kosten zu decken. Die 50 Euro für den ETF-Sparplan sollten immer noch reichen um ein ausreichendes Vermögen aufzubauen und dabei die Basics von Geldanlagen zu vermitteln. Diesen Betrag werden wir später noch aufstocken wenn die Inflation wieder in unsere Lande einzieht.

Wo würden wir nach 18 Jahre stehen, wenn monatlich 50 Euro mit einer siebenprozentigen Aktienmarktrendite investieren werden?

21.661 Euro

Davon sind so ziemlich genau die Hälfte Dividenden- und Kursgewinne. Dem Zinseszins sei Dank!

Jetzt sparen wir aber nicht nur 50 Euro pro Kind an. Aufgrund der Geldgeschenke ist es deutlich mehr. Heiermanns Sparplan läuft derzeit bei monatlich 100 Euro und Groschens bei 200 Euro.

Von dem angesparten Geld können die beiden in der Volljährigkeit z.B.

  • ihr Studium oder ihre Ausbildung teilweise finanzieren,
  • auf einer ausgedehnten Reise die Welt erkunden,
  • eine Immobilie erwerben zum Wohnen oder als Kapitalanlage oder auch
  • einfach stumpf den Sparplan weiterlaufen lassen.

Was auch immer sie damit anfangen: Das Vermögen wird ihnen erlauben eigenständig zu agieren ohne auf direkte finanzielle Unterstützung von uns angewiesen zu sein.

Zu diesem Zeitpunkt werden meine Kleinen dann schon eine solide Geldbildung genossen haben, inklusive der Erfahrung einiger Aktienmarktzyklen.

Investieren wie Papa

Der vollständigkeitshalber erwähne ich noch den konkreten ETF in den wir investieren. Die Auswahl des Produktes selber sollte immer erst am Ende der Entscheidungskette stehen – so auch hier.

Genau wie Papa schwören meine Knirpse auf Vanguard ETFs.

Seit kurzem investieren sie in den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (WKN A1JX52). Der ETF investiert in über 3.000 Firmen weltweit und deckt über 90% der investierbaren Märkte ab. Damit streuen Heiermann und Groschen sehr breit. Ein ETF langt völlig aus.

Die Kosten (TER) sind mit 0,25% sehr niedrig.

Bei der Auswahl des ETFs war mir wichtig, dass die Dividenden ausgeschüttet und nicht thesauriert werden.

Das macht auf den ersten Blick wenig Sinn. Schließlich werden wir an das Geld ja für mindestens 18 Jahre nicht rangehen. Wir brauchen den Dividenden-Geldstrom nicht. Warum also nicht gleich automatisch wieder anlegen lassen?

Ich möchte meinen Kindern an Hand ihres eigenen Geldes zeigen wie herrlich passives Einkommen in Form von stetigen Dividenden-Erträgen ist. Spätestens wenn sie als Teenager für ihre Nebenjobs Burger brutzeln oder Autos waschen müssen, sollten sie passives Einkommen schätzen lernen.

Und die Moral von der Geschicht…

Für uns ist der ETF-Sparplan für Kinder das beste Mittel um den Kleinen eine solide Geldbildung und ausreichend Startkapital mit auf den Weg zu geben.

Sie werden bis zur Volljährigkeit einige Aktienmarktzyklen durchleben. Dazu gehört die Euphorie im Bullenmarkt, aber auch die Panik bei Kurseinbrüchen. Und hoffentlich werden sie die Erkenntnis erlangen, dass letztendlich alles halb so wild ist.

Bei all dem irrationalen Auf und Ab der Börsen ist die wichtigste Regel einfach stumpf investiert zu bleiben. Die Kurse werden langfristig steigen, während alle paar Monate passives Einkommen in Form von Dividendenerträgen auf das Verrechnungskonto fließt.

Ich selber habe viele Jahre gebraucht um diese Erfahrung zu machen. Meinen Kindern möchte ich einen Teil des Weges ersparen und die wichtigsten Vermögensgrundlagen schon früh mit auf den Weg geben.

Soweit der Plan.

Mal schauen was die Zukunft bringt.

Investierst Du Geld für Deine Kinder (oder würdest es später einmal tun)? Wenn ja, wie? Oder kommt es für Dich nicht in Frage? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!

 

Facebooktwittergoogle_plusmail

45 Kommentare

  1. Hallo Nico,
    Ich bin da ganz bei dir. So ähnlich halten wir es auch. Geldgeschenke landen zunächst auf den Girokonten der Kinder bei unserer Hausbank. Das können sie noch selbst einzahlen. Im Hintergrund überweise ich das Geld auf ein Verrechnungskonto und investiere damit in ETF. Auch wenn es nicht gerade angesehen ist – ich habe 3 verschiedene ausgewählt. 🤭. Hintergrund: ich wollte ETFs die in unterschiedlichen Monaten ausschütten. Es hat etwas gedauert, aber nun bin ich mit der Auswahl zufrieden und die Kleinen können sich später über ein monatliches Taschengeld freuen. Ich hoffe natürlich, dass unsere Erziehung die beiden zum weiteren sparen animieren wird.
    Gruß, Moni

    1. Hallo Moni,

      „monatliches Taschengeld“ klingt dann ja nach 3 ETFs, die quartalsweise ausschütten – die wären auch für mich interessant. Welche hast du konkret ausgewählt?

      Grüße,
      Luttz

  2. Hallo,
    auch ich bin voll dabei. Vor kurzem bin ich ebenfalls Papa geworden und beschäftige mich seit mehreren Wochen mit diesem Thema.
    Im Moment sieht es so aus, als würde ich ebenfalls nur einen ETF wählen. Ich bin mir nur noch nicht sicher ob ich ertragsorientiert (wie mein Depot) oder auf Sicherheit gehe. So oder so mache ich mir aber keinen Stress und tauche noch etwas in die Materie ein.

    Grüße
    Andreas

    1. Moin Andreas,

      Mit Sicherheit meinst Du weniger Volatilität, oder? Wir reden jetzt über 18 Jahre Anlagezeitraum. Das ist eine verdammt lange Zeit. Da kann (und wird) es einige Crashs und Boom-Phasen geben. Du kannst ein paar Jahre vor der Volljährigkeit überlegen einen Teil in stabilere (weniger volatile) Anlagen umzuschichten. Aber bis dahin gehen noch 15 Jahre ins Land. Solange solltest Du ruhig Vollgas geben können.

      VG, Nico

  3. Hallo,
    Auch wir haben für unsere beiden Kinder seit Anfang des Jahres ETF-Sparpläne angelegt (junior-depots – also auf namen der kinder). Wir sind bei der comdirect und investieren in den lyxor msci all world etf. In unserem anderen depot haben wir auch nur ausschütter, für die kinder nehmen wir aber einen thesaurierer. Der etf soll also automatisch wiederanlegen.
    Eine Frage an Nico: zahlt Ihr Gebühren für die Käufe bzw. Sparplanausführungen?
    Vile Grüße

  4. Hi Nico,

    wenn ich mal Kinder habe, will ich das Depot über meinen Namen laufen lassen. Das hat für mich mehrere Gründe:

    Meine Kinder sollen ein eigenes Konto haben, wo nur ihre Einzahlungen drauf sind. So sollen sie merken, wie der Betrag selbst durch 10€ Taschengeld oder mal 50€ zu Weihnachten wächst. Am besten, um z.B. für den Führerschein zu sparen.
    Das Depot könnte natürlich trotzdem im Hintergrund auf ihrem Namen laufen, aber man findet damit tatsächlich schwer einen Nebenjob. Eine Freundin von mir wurde bei vielen AGs abgelehnt, weil diese selbst die 450€ voll ausschöpfen wollten. Ich will lieber, dass meine Kinder mal einem Nebenjob nachgehen können und ich ihnen zusätzlich noch Unterhalt zahle. Das Geld kann dann immer noch per Schenkung übertragen werden, wenn das Kind ins Ausland will oder mit der Ausbildung fertig ist.

    Im Falle eines Notfalls kann ich über das Geld zudem selbst verfügen. Wenn meinem Freund oder mir was passiert, soll der andere Elternteil bestmöglich abgesichert sein. Hat für mich Vorrang. Je nach Aktienauswahl hat man dadurch keinen Steuernachteil. Ich hab z.B. aktuell amazon und google im Depot, die Zahlen keine Dividenden und bisher muss man auf Kurssteigerungen bei Einzelaktien noch keine Steuern zahlen. (Wer weiß, was noch kommt)
    Ich zahl meinen Kindern lieber mal die gleiche Summe X zum Berufseinstieg, denn sonst bekommt der eine 15.000€ und der andere 25.000€, nur weil diese 5 Jahre auseinander liegen und andere Kursschwankungen mitgemacht haben.. Ich bin mit 2 Geschwistern aufgewachsen, gleiche Aufteilung geht über alles, selbst wenn es um ein Stück Kuchen geht.

    Ich will auch ehrlich sein: Du kannst mit Erziehung von Kindern viel bewirken, aber jedes Kind kann auch mal eine „Phase“ durchmachen und haut das Geld am Ende trotzdem auf dem Kopf.

    1. Schön dass du dich als Frau mit der Börse und mit der finanziellen Vorsorge der Kinder beschäftigst, das ist ja nicht alltäglich.
      Was ich nicht so ganz verstehe ist, dass die Kinder was merken sollen erstens und zweitens wenn es eh auf deinen Namen läuft und somit auch rechtlich nicht sauber ist, d.h. dass du ungefragt Geld aus dem Depot/Konto rausnehmen kannst bzw. was dran ändern. Drittens ist es manchmal problematisch mit der Schenkung, wenn unerwartete finazielle Verpflichtungen eintreten oder Kredite vorhanden sind. Der einzige Vorteil, den ich erkennen kann, ist dass staatliche Förderungen wie z.b. BAföG nicht verloren gehen, wenn man mit 18 zu viel Geld aufm Konto hat.
      Zu deiner Freundin: ich verstehe nicht, was eine geringfügige Beschäftigung (450€-Job) mit deinem Vermögen zu tun hat – entweder hat sie dir was falsches erzählt, oder du hast es nicht verstanden.
      Nur zwei Aktien als Vorsorgesparen sind imho zu wenig, auch wenn Amazon und Alphabet zur Zeit gut dastehen. Ebenso ist die Aussage, dass auf Kursgewinne von Einzel-Aktien keine Steuern gezahlt werden müssen falsch, sofern diese nicht vor 2009 angeschafft wurden, gilt hier der normale Steuersatz der Abgeltungssteuer + Soli + Kirchen.

      1. Hi Maddin,
        Depoterträge, Zinsen etc. zählen als Einkommen. Ich zitiere mal: „Das Gesamteinkommen des mitversicherten Kindes oder Partners darf monatlich nicht höher als 435 Euro (Stand: 2018) sein. Für Stief- und Enkelkinder gelten besondere Zuverdienstregelungen. Bei Minijobbern liegt die Grenze bei 450 Euro monatlich.“ D.h. wenn man eh nur 200€ beim Bäcker verdient, macht ein kleines Depot nun nichts aus. Wenn man aber mal im Studium an der 450€-Grenze kratzt, muss man weniger arbeiten (oder die KK-Beiträge zahlen..).

        Ansonsten: Wenn ich mein eigenes Geld ins Depot zahle, kann ich es auch ggf. für was anderes verwenden, wenn ein Engpass entsteht. Das Geld, was wirklich dem Kind gehört, soll natürlich auch übers Kind laufen. Aber was bringen meine 10.000€ auf dem Konto des Kindes, wenn wir Eltern finanziell in eine Schieflage geraten. In dem Fall nutze ich das Geld lieber selbst und bis das Kind 18 ist oder älter, habe ich bis dahin wieder genug Geld flüssig, um mein Kind damit zu unterstützen.

        Ich habe noch mehr Wertpapiere. Die Besteuerung der ETFs hat sich leider geändert, da fallen bald Steuern an. Aber bei amazon, google und 3 weiteren Aktien erhalte ich keine Dividende, also gibt es auch nichts zu versteuern.

        1. Nochmal zu Erstens: Das ist wie gesagt falsch. Ein sogenannter „450€-Job“ ist eine geringügige Beschäftigung und diese ist grundsätzlich steuer- und weitgehend sozialversicherungsfrei. Passives Einkommen wird nie darauf angerechnet.

          Zweitens: Dann brauchst du auch nicht hier behaupten, dass du durch die frühzeitige Einzahlung des Tachengeldes in einen ETF den Zinseszinseffekt der Börse für deine künftigen noch unmündigen Kinder bis zur Volljährigkeit mitnimmst – das ist ja schließlich der Grund der Diskussion hier. Um das Geld, was du dann „genügend flüssig hast“ geht es schließlich nicht, da du das Kind um den Zinseszineffekt beraubt hast. Dann kannst du gleich sagen, dass du für dich sparst und nicht fürs Kind.

          Drittens: Oh doch gibt es was zu versteuern, nämlich die Kursgewinne (sofern die Wertpapiere nicht vor 2009 erworben wurden), worauf ich bereits hingewiesen hatte. Auch 5 Wertpapiere erachte ich als zu wenig für den langfristigen Vermögensaufbau.

        2. Du kannst aus der Familienversicherung fliegen, das ist richtig. Entweder deckelt man bei 450 oder nimmt zB eine private KV. Gerade bei Studenten ist diese rel. günstig.
          Warum man auf Kurssteigerungen (bei realisierung natürlich, nicht als buchgewinn) keine Steuern zahlen soll erschliesst sich mir nicht. Das war früher mal so mit der 12 mon Spekulationsfrist, wurde leider abgeschafft.

        3. Hi Maddin,
          hier ist die Quelle für das Thema Familienversicherung. Grenze 435€ bzw. 450€ bei einem Minijob. Vielleicht reden wir auch von unterschiedlichen Dingen.
          https://www.finanztip.de/gkv/verdienstgrenzen-familienversicherung/

          Du verwechselst Kursgewinn (wovon du redest) mit Kurssteigerung (was ich geschrieben habe). Wenn ich nichts verkaue, zahle ich auch keine Abgeltungssteuer. Nur wenn ich verkaufe oder Dividenden erhalte. Selbst wenn ich nun aber 6% Rendite jedes Jahr erzielen würde, davon 3% Kurssteigerung und 3% Ausschüttung, müsste ich davon die 26,375% Steuern zahlen. Macht aus 6% Rendite dann nur noch 5,2. Statt 19.300€ (bei 50€ pro Monat) sind es dann 1.500€ weniger, falls ich das Depot erst mit 18 auf das Kind übertrage. Beim Übertragen fällt meines Wissens bis 20.000€ auch keine Abgeltungssteuer an.

          Ich glaube, du hast das mit dem Taschengeld falsch verstanden. Solche Gelder gehen ja wirklich auf das Konto des Kindes, ebenso wie Geburtstagsgeld etc. Mir geht es um ein zusätzliches Depot, was Eltern mit ihrem eigenen Ersparten einzahlen. Mit meinem Geld werde ich tatsächlich das machen, was ich für richtig halte.

        4. Das kann schon sein, dass man rausfliegt. Theoretisch. Weiß ich nicht, ob das überprüft wird. In die Private KV würde ich nicht, es ist nämlich nicht so einfach wieder in die gesetzliche zurückzugehen. Da gibt es strenge Voraussetzungen. In den meisten Fällen lohnt sich das nicht, ein paar Euro zu sparen, weil wenn man nicht mehr zurückkann und nicht später ein richtig fettes Gehalt und eine fette Rente kassiert (Mindestens 5000€ Rente) heißt es löhnen löhnen löhnen, wahrscheinlich Privatinsolvenz und praktisch endgültige Verlust der Krankenversicherung, weil die Monatsraten von bis zu 2500€ (je nach Alter, hab mir das Spaßeshalber mal auf einer Vergleichsseite angeschaut) nicht mehr bedienen kann.

        5. Ex-Studentin, das liegt wohl auch daran, dass du ziehmlich viele Dinge in einen Topf wirfst und vermischt.
          Wo liegt denn deiner Meinung nach der Unterschied zwischen Kurssteigerung und Kursgewinn? Also ich erkenne da keinen. Natürlich zahlst du die Steuern erst, wenn du verkaufst! Wann denn sonst? Na wenn bei dir die ungefähr 27% Steuern nicht viel sind… und so wie es aussieht sind es mit der neuen Regierung vielleicht bald noch mehr…
          Du wirfst hier wieder Depot und Konto in einen Topf. Was denn nun? ETF oder Tagesgeld? Na wenn das Geld auf dem zusätzlichen Konto eh dein Geld ist, wieso schreibst du dann, dass es später dem Kind gehört? Ich glaub die 20.000€ beim Übertrag/Umschreibung rückst du eher in die Richtung Schenkungssteuer. Und die liegen bei Fremden bei diesen 20.000, für deine Kinder gelten 400.000€ Freibetrag.

        6. Hi Maddin,
          Konto vom Kind: Taschengeld, Weihnachtsgeld, Geburtstagsgeld
          Depot der Eltern: Erspartes der Eltern.
          Wie wo was von dem Depot der Eltern auf das Kind übertragen wird, muss situativ entschieden werden. Über Steuern mach ich mir mehr Gedanken, wenn ich mal Kinder habe und mein eigener Freibetrag ausgenutzt ist. Wer weiß, was sich bis dahin noch ändert. Ansonsten besteht keine Pflicht und auch keine Notwendigkeit, ein minderjähriges Kind mit Geld zu überhäufen. Für mich waren 1000 DM viel Geld und ich habe als Kind enorm dafür gespart. Bei dem Nachbarsmädchen mit Millionärspapa flog der 1000 DM im Zimmer rum.

        7. Studentin verstehe deine Antwort auf meine Frage jetzt, die Kinder kriegen ihr Geld aufm Konto geparkt, Eltern investieren an der Börse 🙂 das steht jedenfalls so bei dir^^
          Wenn du dir um den Freibetrag Gedanken machst, so ist es sogar kontraproduktiv, wenn deine Aktien nicht ausschütten, denn damit könntest du ihn nutzen, so verfällt er eben. Deshalb ist ein ausschüttender Fond zumindest bis zur Höhe des Freibetrags sinnvoll. Man könnte auch am Ende des Jahres verkaufen und gleich wieder kaufen. Kostet aber Gebühren und auch ansonsten würde ich davon abraten. Man verliert durch den Spread und kurzfristige Schwankungen, sowie psychologische Gegebenheiten (abwarten auf niedrigeren Kurs) wahrscheinlich mehr Geld, als man gewinnt.

        8. Naja, als Student kommst Du leicht in die PKV und danach auch leicht wieder raus und in die GKV.
          Glaube nicht dass soviele beim ersten Job mit 60K anfangen….

        9. Hi Maddin,
          jetzt reden wir vom Gleichen! 🙂 Ja, optimal ist mein Depot noch nicht. Anfangs habe ich thesaurierende ETFs gewählt, hauptsache anfangen. Bei geringer Summe gabs nicht viel im Depot zu versteuern und ich hatte noch viel Festgeld. Jetzt sind die ETFs ausschüttend, während ich bei Einzelaktien nicht auf die Dividende achte, sondern eher aus Romantik zum Unternehmen handle.

  5. Ich verstehe die Sorge, dass die Kinder das Geld mit 18 „auf den Kopf hauen“, immer nicht.
    Entweder will ich Geld verschenken, oder ich will das nicht. Wenn ich es verschenke, darf der Beschenkte damit machen was er will. Es ist sein Geld. Geld, dass man nicht ausgeben darf, benötigt niemand!

    1. Hi Schwachzocker,
      ich kenne eigentlich nur Zweckschenkungen in meiner Familie und finde das gut so: Geld für den Führerschein, die Waschmaschine, das kaputte Auto oder das Haus. Ich bin für solche Geschenke dankbarer als für zweckloses Geld. Geld an sich ist nicht wichtig – es wird aber existenzbedrohend, wenn es fehlt. Manche Leute können nicht mit Geld umgehen und noch weniger, wenn sie es nicht selbst erarbeitet haben. Wieso Nachhilfe geben, wenn du genug Taschengeld bekommst? Wieso einen Nebenjob annehmen oder in Regelstudienzeit fertig werden, wenn dein Depot / die Eltern alles finanzieren? Ich kenne viele junge Leute, die jetzt schon auf das Erbe der Eltern spekulieren („Ich bekomm‘ eh mal das Haus überschrieben, ich hab ausgesorgt.“). Wenn das die Eltern wüssten. Vielleicht ändert sich mein Misstrauen gegenüber den eigenen Kindern, wenn sie mal auf der Welt sind und sich tatsächlich erziehen lassen, wie geplant. Was man nicht vergessen darf: Dein Kind kann das Geld verprassen und dich trotzdem auf Unterhalt verklagen. Genau so kann es sein, dass die Kinder mal sehr früh Interesse für die eigenen Finanzen zeigen: Wollen ihr Depot selbst gestalten, wollen sich das Geld für ein Auslandsaufenthalt, Studium, Immobilie etc. aufsparen oder wollen es selbst besparen. Klar, kann man das Depot dann auch schon früher übertragen. Man sollte halt nicht die Autofarbe und den Vornamen der Freundin mitbestimmen wollen – dann sind Zweckgeschenke auch nichts Schlimmes.

      1. Kinder lernen in erster Linie durch nachmachen. Das ist naturgemäß programmiert und da macht man als Elternteil nichts dran. Ich kann noch so viel reden und meinen, wenn ich es nicht selber mache, tue, vorzeige, werden es die Kinder nicht annehmen.

        Erziehung ist auf der ersten Ebene also passiv. Das gilt für Aufräumen, Essen, Bitte und Danke sagen und sicherlich auch für die finanzielle Erziehung. Wenn ich mir unsere Beiden (5+2) anschauen, haben sie für sich schon verstanden, was Geld bedeutet, wo es her kommt und was man dafür machen muss und damit machen kann. Die Große natürlich mehr, aber der Kleine nimmt bereits sein Spielgeld mit, um Sonntagsbrötchen zu kaufen.

        Für Beide haben wir auch einen ETF-Sparplan eingerichtet, das komplette Kindergeld wird jeweils investiert. Ehrlich gesagt mache ich mir keine Illusion, dass sie davon später mal einen Teil verhauen werden. Ich würde mich sogar freuen, wenn sie sich nach der Schule für ein Jahr die Welt anschauen würden. Nichts wird prägender und wertvoller sein.

        Aber, wenn sie sich bis dahin abgeschaut haben, wie wir mit Geld, Investitionen und Gedanken dazu umgehen, ganz natürlich im Alltag, dann mache ich mir keine wirklichen Sorgen, um den Rest. Auch wenn Dinge selbstverständlich sind, kann man ihren Wert erkennen.

  6. Hallo,
    ich habe gerade einen ähnlichen Plan für meine Tochter. Ich tendiere rational gesehen allerdings dazu einen Einmalbetrag von ca. 5.000 Euro (eigener Beitrag + Sponsoren) auf Ihren Namen anzulegen. Vermutlich in 3 Etf (Welt/USA, Europa, EM) wegen der besseren BIP-Verteilung oder aber auch in deinem All World (man muss ja nicht bei jeder Summe alles optimieren wollen). Das Thema wäre dann mit einem mal durch, die Gebühren deutlich niedriger als beim Sparplan und die Steuervorteile kommen gleich zur Entfaltung. Das Risiko beim Einmalinvestment einen schlechten Zeitpunkt zu erwischen würde ich eingehen.

    Dagegen spricht nur das Schenkverhalten der Verwandschaft. Sie würden eher einen Sparplan nehmen was ich auch gut verstehen kann. Man hat dadurch eben dauerhaft das Gefühl etwas Gutes zu tun. Ergebnis ist dann wahrscheinlich ein Einmalbetrag von uns und ein Sparplan der edlen Spender.

    Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Geld später für ein Studium herhalten soll/wird. Für eine 18-jährige sind 20T Euro eine große Summe und die Versuchung ist groß, auf ein Studium zu verzichten und das Geld anderweitig einzusetzen. Die Investition in sich selbst könnte dabei unterschätzt werden. Daher rechne ich bislang noch damit, dass wir auch beim Studium (falls sie studieren möchte) noch den größten Teil dazu geben und sie Ihren Kapitalstock behalten lassen. Ist aber noch lange hin. Dieses Thema kann noch lange reifen. Hauptsache die Anlage steht erst mal.

  7. Hi Nico,
    ich bin mit meinen beiden Kleinen auch so wie Du gestartet.
    Nach dem sich bei meinem 5-jährigen mittlerweile dank Verwandtschaft 15.000€ angesammelt haben bin ich jedoch ins Nachdenken gekommen. Hochgerechnet bis zur Volljährigkeit stehen über 80.000€ und mehr im Raum.
    Grundsätzlich war ich auch immer der Meinung durch die finanzielle Bildung würde das Geld schon nicht für einen Porsche o.ä. „zweckentfremdet“ werden. Jedoch sehe ich schon jetzt immer wieder mal, dass unsere gewissen Erziehungsansätze bei den Kleinen ganz anders verlaufen können als von uns beabsichtigt 🙂 Diese Erfahrung wirst Du auch gemacht haben.
    Nicht zuletzt aus diesem Grunde fahre ich jetzt 2-gleisig. Sein Depot und sonstige Vermögensanlage werden natürlich nicht angetastet und laufen weiter. Jedoch laufen unsere Sparraten ab sofort auf unseren Namen weiter. Wenn er als 18-jähriger sein eigenes Vermögen (mit 15.000 € ja auch nicht unbedingt klein) unbedingt auf den Kopf hauen will (was ich nicht glaube – nur als worst-case Gedanke), dann kann ich das jetzt über uns angesparte Geld immer noch zweckgebunden übergeben.
    Ich bin ja auch dafür, dass man Kinder zur finanziellen Selbstverantwortung erzieht. Dazu gehört auch der Umgang mit Geld (und größeren Summen). Trotzdem halte ich es nicht für sinnvoll, einem z.B. 18-jähreigen zu sagen: Hier sind 8.000,- EUR. Mach was Du damit willst, siehe nur zu, dass Du auch Deine Ausbldungskosten davon trägst etc. Wir sind jetzt raus.
    So ein Vorgehen hat vielleicht seinen Reiz, ich bin aber der Meinung, dass auch ältere Kinder ein Recht auf eine gewisse Unbeschwertheit und das Recht auf Heranwachsen haben. Beim Thema eigenes Geld verdienen spreche ich jetzt auch nicht von 5,- EUR fürs Gassi gehen, sondern z.B. den ersten Ferienjob bei dem man (richtiges) Geld verdient. Wieviel Wert haben wohl 1.500,- EUR aus so einem Job, wenn man gleichzeitig 80.000,- auf dem Konto liegen hat.
    Gruss

    1. Moin Hans,

      au Backe, bei den Beträgen kann einem Kind tatsächlich schwindelig werden. Ich würde es dann wohl genauso wie Du machen und einen (großen) Teil zur Seite legen. Das Geld kann man dann immer noch aus dem Hut zaubern wenn es dann mal an die erste Immobilie oder eine andere große Anschaffung geht – oder tatsächlich um das Auslandsjahr in Harvard zu finanzieren 😉

      Nico

  8. Moin Nico,

    Wir halten es ganz ähnlich. Jedes unserer Kinder hat ein Juniordepot samt Tagesgeldkonto. Auf diesem Konto „sammeln“ wir alle Geldgeschenke und investieren monatlich 200 EUR in 2 ETFs. Zusätzlich stocken wir auch bei Gelegenheit das Konto auf. Z.B. wenn der Jahresbonus fällig wird.

    Wir besparen jeweils den Vanguard FTSE All World sowie einen Asia Pacific ETF, da wir diese Regionen übergewichten möchten. Aber das ist unsere persönliche Präferenz, auch weil wir die ersten Jahre der Kinder in Asien verbracht haben.

    Unser Ziel ist es unseren Kindern einen Kapitalstock später mitzugeben insbesondere auch um die spätere Ausbildung finanzieren zu können. Mein Vater hatte uns ebenfalls bereits als Jugendliche eng mit dem Thema miteingebenden und früh Geld für uns angelegt. Aber immer auch mit der Maßgabe, dass dieses Geld später für die Ausbildung bzw. Studium genutzt wird. Das Geld das wir uns selbst dazu verdient haben konnten wir natürlich verwenden wie wir wollen.

    Diese Art der Zweckgebundenheit war für uns immer klar und wir sind gar nicht erst in Versuchung geraten das Geld anderweitig auszugeben.

    Aber natürlich müssen wir abwarten welche Sicht sich bei unseren Kindern entwickelt. Aber das sollten wir doch versuchen können über die Erziehung in eine vernünftige Richtung zu steuern. Obgleich es natürlich keine Garantie gibt, dass auch alles so klappt wie man sich das als Eltern vorstellt.

    Eine Frage die ich mir allerdings Stelle ist das Thema „Gleichbehandlung“. Was passiert wenn trotz gleicher Einzahlungen Z.B. performancebedingt beim einen Kind zum 18. Geburtstag Z.b. 10,000 EUR mehr auf dem Depot stehen als beim anderen. Ich denke dann würde ich das ganze durch Einmalzahlung aufstocken. Aber da haben wir ja ebenfalls noch ein paar Jährchen Zeit um die Portfolios entsprechend zu steuern.

    Cheers,

    1. Hi Soundman,

      das ist tatsächlich ein Thema. Da kann es schnell zu streit kommen. Ich würde wohl auch schauen das Geld aufzustocken. Aber da es einen Altersunterschied von zwei Jahren gibt, kann man den Depotstand wahrscheinlich eh nicht genau vergleichen.

      Wir hatten früher den Deal mit unseren Eltern, dass sie einen Teil unserer Studienauslandsaufenthalte bezahlen und wir einen Teil selber erarbeiten mussten durch Nebenjobs. Mein Bruder hatte damals ein Jahr in Norwegen studiert und seine Kohle hatte nicht gelangt. Den „Kredit“ meiner Eltern brauchte er aber auch nie zurückzuzahlen. Ich kleiner Geldstreber hatte gut gehaushaltet und meinen Teil der Aufenthalte in den USA und Argentinien selber bezahlt. Damit ziehe ich ihn heute noch auf! Na gut, er ist halt der Erstgeborene 🙂

      Aber die Geschichte hätte auch in Streit ausarten können. Bei Geld kann das schnell passieren. Von daher ist aufstocken wohl die richtige Wahl.

      VG, Nico

    1. Hallo Sabine,

      ja, solche Gerichturteile gibt es Zuhauf. Die gibt es aber auch über Nachbarn, die sich um Apfelbäume streiten. Ich grille regelmäßig mit meinem Nachbarn und trinke dabei Flensburger.

      Es ist immer Typensache. Wer streitbar ist wird sich auch streiten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen einen handfesten Streit mit meinen Kindern um Geld loszutreten. Ich habe auch einen Teil meiner Ausbildung durch Nebenjobs finanziert und habe meine Eltern nicht verklagt. Wenn es soweit kommt sollte, sind die paar Euros mein geringstes Problem.

      VG, nico

    2. Weil es auch Usus ist, dass Kinder ihre Eltern verklagen sobald sie eine Ausbildung anfangen und gerade ihr Startkapital bekommen haben. Auf die Idee zu kommen ist nicht unabsurd 😁

  9. Moinsen!
    Wir halten es ähnlich aber doch anders: Beide Kinder haben ein Depot mit eigenem Konto. Ich spare allerdings unregelmäßig. Zur Geburt kam jeweils einiges zusammen, das war die erste Tranche. Dann habe ich die Grosseltern und Urgroßeltern gebeten auf teure Geschenke zu Geburtstag und Weihnachten zu verzichten – wenn sie unbedingt wollen dürfen sie das Konto füttern. Mal im Ernst – die Kinder sind 2 Jahre/6 Monate, die schätzen Geschenke eh nicht wert und freuen sich diebisch über was vermeintlich kleines. Die coolsten Klamotten finde ich eh aufm Flohmarkt, sodass die kleinen schlicht nichts brauchen.
    Sobald ein lohnenswerter Betrag (bisher 500€ bei der ING-DiBa) zusammen ist, kaufe ich ETF. Irgendwann Weihe ich die Kiddies ein, dann dürfen sie vielleicht über die Ausschüttungen verfügen und lernen wie sich Geld anfühlt, aber eben auch, dass man weitersparen kann.

    Mit 18 haben sie dann natürlich den vollen Zugriff und können tun was sie wollen. Wollen sie die Welt bereisen fände ich das großartig. Wird’s der Führerschein und das erste eigene Indivualverkehrsmittel (ich trau mich nicht im Horizont von 16/18 Jahren von Auto zu sprechen 😉), dann ist das auch gut. Erleichtern sie sich damit sukzessive Studium oder Ausbildung wäre das zwar cool – aber sollten sie die Party des Jahrhunderts veranstalten hoffe ich, dass sie mich einladen 😊

    Eins muss ich aber dazusagen: Ich will das so Steuern, dass es kein echtes Vermögen wird. Inflationsbereinigt wird irgendwas zwischen 8 und 15000 dabei rumkommen, das gibt ein wenig Freiheit ohne zu behindern. Umso älter sie werden, umso eher werden Geldgeschenke auch in Konstanz umgelegt, finde ich auch nicht schlimm.

  10. Wir sparen für unsere Tochter separiert in unserem Depot, aber nicht auf ihrem Namen. Jedoch möchte wir zum gegebenen Zeitpunkt bestimmen, wie wir sie auf ihrem Weg zum erwachsen werden optimal finanziell unterstützen können. Bei aller Liebe zu ihr, es ist schlußendlich unser hart verdientes Geld.

    Jedoch halte ich es persönlich für mutig zu meinen, dass man meint nur durch die eigene Erziehung in jedem Fall einen finanziellen Totalverlust entgegenwirken zu können. Ich denke, hier unterschätzen viele die Pubertät und die sonstigen vielen äußeren Einflüße, die vllt. auch mal zu „wilden Zeiten“ führen können. Nicht im total negativen Rahmen, aber eben im Sinne des jugendlichen Leichtsinns.

    Am Ende schadet sowas nicht nur uns, sondern auch ihr, sollten dann im Nachgang finanzielle Mittel für die wirklich wichtigen Punkte dann plötzlich fehlen.

  11. Hallo Nico,

    für das BaföG wird das wohl keinen Unterschied machen, ob das angesammelte Kapital dem Kind oder den Eltern gehört.
    Für das Studium gibts ja normalerweise das elternabhängige BaföG und da wird festgestellt, ob die Eltern für den Unterhalt aufkommen können oder ob es eben die Förderung gibt.
    Und bei deiner finanzieller Bildung wirst du in 18 Jahren sicher gut ausgestattet sein. Das würde bedeuten, dass deine Kinder dann kein BaföG bekommen werden.

    Ich selbst habe noch keine Kinder, aber ich würde das Depot später auch auf den Namen des Kindes laufen lassen.
    Ich persönlich wäre sehr froh gewesen, wenn meine Eltern das damals so für mich gemacht hätten.

    Beste Grüße
    Nico

    1. @Nico das macht einen Unterschied, weil das Einkommen der Eltern ausschlaggebend ist, nicht deren Besitz. Beim Bafög-Empfänger wiederrum wird der Besitz angerechnet.

      1. Hallo Maddin,

        ja, du hast Recht. Bei den Eltern geht es um die Einkünfte, nicht um das Vermögen.

        In meinem Kommentar meinte ich aber folgendes: Wenn die positiven Einkünfte der Finanzglück-Eltern in 18 Jahren so hoch sind, dass das Kind kein BaföG Anspruch hat, macht es keinen Unterschied, ob das angesparte Vermögen (für das Kind) dem Kind oder den Eltern gehört.

        Und ich gehe einfach davon aus, dass das der Fall sein wird. =)

      2. Hi Nico,

        wenn alles gut läuft ist unser Einkommen zum Studium der Kinder gar nicht so hoch. Wir werden dann hoffentlich größtenteils von passiven Einkommen leben und damit gerne auch „gerade so über die Runden kommen“. Mit abbezahltem Eigenheim sollte ein Einkommen unter dem deutschen Durchschnittseinkommen locker reichen.

        Schauen wir mal!

        VG, Dein Namensvetter

  12. Hallo Nico,

    ich habe eine Frage an dich: Worin unterscheidet sich das Junior-Depot der comdirect von einem normalen Depot?
    Ist das nur Marketing oder hat man Vorteile bei dem Junior-Depot gegenüber einem normalen?

    1. Hey Nico,

      gute Frage, habe ich noch gar nicht wirklich drüber nachgedacht. Der Unterschied liegt wohl darin, dass Kinder kein eigenes Depot eröffnen können und das Junior-Depot im Namen der Eltern läuft. Es ist also eher ein formaler Unterschied – weder besser noch schlechter.

      VG, nico

  13. Hi Nico!

    Ich hoffe ich bin nicht zu begriffsstutzig, aber ich habe Dein Argument irgendwie nicht ganz durchdrungen:

    Das macht auf den ersten Blick wenig Sinn. Schließlich werden wir an das Geld ja für mindestens 18 Jahre nicht rangehen. Wir brauchen den Dividenden-Geldstrom nicht. Warum also nicht gleich automatisch wieder anlegen lassen?

    Ich möchte meinen Kindern an Hand ihres eigenen Geldes zeigen wie herrlich passives Einkommen in Form von stetigen Dividenden-Erträgen ist. Spätestens wenn sie als Teenager für ihre Nebenjobs Burger brutzeln oder Autos waschen müssen, sollten sie passives Einkommen schätzen lernen.

    Wenn die Dividenden immer wieder ausgeschüttet werden – hat das nicht diverse Nachteile ?

    – Der Zinseszins kommt weniger zum tragen… ?!
    – Wohin gehen denn dann die Ausschüttungen ? Doch wieder in das selbe Depot des Kindes ?

    Danke vorab !

    LG!

    Harry

  14. Hi Nico!

    Ich habe noch eine ergänzende Frage:

    Zur Zeit diskutieren wir noch ob ein Sparbuch oder ein ETF nicht besser wären um Geld für den Kleinen anzusparen.
    Die Argumente fürs Sparbuch lauten, dass das Geld so sicher wäre vor einem Börsencrash und der Gewinn bei einem ETF recht klein ausfallen würde (nur circa 500€ in 18 Jahren ?! Abzüge sind schon weg).

    Ich befürworte den von Dir vorgeschlagenen ETF.
    Könntest Du deshalb bitte mal (ggf. grob) darstellen wie man auf diese Summe in 18 Jahren kann:

    Wo würden wir nach 18 Jahre stehen, wenn monatlich 50 Euro mit einer siebenprozentigen Aktienmarktrendite investieren werden?

    21.661 Euro

    Ich habe auch keine soo große Angst vor einem Börsencrash, da sich die Weltwirtschaft nach jedem Crash zwangsläufig wieder erholt und es eben darum geht den ETF langfristig zu halten.

    Danke vorab !

    LG!

    Harry

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.