Der Aktienmarkt ist langfristig die beste Anlageklasse zum Vermögensaufbau

Dies ist Teil 1 der Aktienmarktserie.

Ich muss Dir etwas gestehen. Ich war lange Jahre ein lausiger Investor. Kapital war eigentlich vorhanden. Seit meinem 16. Lebensjahr hatte ich Nebenjobs – Zeitungen austragen, für einen Party Service schuften, bei McDonalds Burger brutzeln (oh ja, grandiose Zeiten!), bei Mercedes am Band schrauben, Autos waschen, für eine Bank Immobilien besichtigen.

Sparsam war ich auch, zumindest einigermaßen. Die Kohle ging zwar größtenteils für Reisen drauf – ok, der eine oder andere Kneipenbesuch war auch dabei – aber gespart hatte ich immer.

Was habe ich allerdings mit dem Kapital gemacht? Nichts gescheites, soviel schon mal vorneweg.

Das Geld lag überwiegend auf dem Girokonto bzw. Sparbuch oder den Tagesgeldkonten. Da kam dann natürlich nichts bei rum.

Geld muss arbeiten

Irgendwann setze die Erkenntnis ein, das Geld besser arbeiten lassen zu müssen. Die Lösung schien der Aktienmarkt zu sein. Soweit so gut. Allerdings hatte ich keine Ahnung davon und auch nicht die Weisheit mich in das Thema einzulesen bevor ich loslegen würde. Also ging es munter drauf los. Ich kaufte Namen die ich irgendwo gehört hatte als heißen Tipp und zu meiner großen Überraschung floppten diese oft anschließend. Eine andere „Taktik“ war Aktien zu kaufen von Firmen, die einen steilen Absturz gehabt hatten. Gemäß dem Motto: Was runter geht muss auch wieder rauf gehen! Wie sich rausgestellt hatte, klappt das auch nicht immer. Dazu kam der Hang zum häufigen Kauf/Verkauf (traden), ohne mich um die Kosten zu kümmern. Kannst Du Dir vorstellen, dass ich sogar mit der Apple-Aktie Geld verloren hatte durch dämliches traden?

Um es kurz zu halten – meine Aktienperformance war grottenschlecht. Bei Einzelaktien hatte ich nicht die notwendige Analyse vorgenommen, sondern auf gut Glück gekauft. Bei Fonds, aktiv gemanagt natürlich, hatte ich mich von der vergangenen Performance blenden lassen (großer Fehler) und hatte keinen Schimmer von den Fondskosten (noch größerer Fehler).

Dabei hatte ich eigentlich schon die richtige Richtung erkannt.

5 Gründe warum Du in Aktien investieren solltest

Langfristig ist der Aktienmarkt die beste Anlageklasse Da geht kein Weg dran vorbei. Das liegt hauptsächlich an diesen 5 Gründen:

 1. Aktien sind Anteile an Unternehmen. Das wird leider zu oft vergessen. Es ist nicht irgendein Lotterieticket, bei dem der große Preis lockt oder man baden geht. Wenn man Aktien kauft wird man Besitzer an einem Unternehmen, welches in seiner bisherigen Entwicklung zumindest so erfolgreich war, dass es den Sprung an die Börse geschafft hat. Es gibt so viele fantastische Unternehmen, mit einer langen und profitablen Historie. Durch den Kauf von Aktien genau dieser Unternehmen kannst Du Teilhaber werden und einen Teil vom Gewinn abbekommen.

Es ist so einfach! Ich brauche kein eigenes Unternehmen zu gründen, eine Marktnische finden, Leute einstellen, Marketing betreiben oder mich um die Buchhaltung zu kümmern. Ich kann in Sekunden, per Knopfdruck, Eigentümer der tollsten Firmen der Welt werden. Die zahlen mir im Idealfall regelmäßig einen Teil des Gewinns aus (Dividenden) und steigern den Wert des Unternehmens (Kursgewinn).

 2. Aktienrenditen sind enorm. Es gibt wohl kaum eine andere Anlageklasse, in der die Renditen so hoch sind wie bei Aktien. Z.B. hat der Deutsche DAX seit seinem Bestehen 1988 ca. 8.8% Rendite im Schnitt pro Jahr gebracht (inklusive Dividenden). Dabei ist der DAX bei weitem nicht der Index mit den höchsten Renditen. Der amerikanischen S&P 500 legt gerne noch eine Schippe oben drauf.

Natürlich gibt es auch negative Beispiele. Der Japanische Nikkei hat in den letzten 20 Jahren an Wert verloren. Aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Man darf auch nicht automatisch von vergangenen Renditezahlen auf die Zukunft schließen. Diese können niedriger oder höher sein in der Zukunft. Allerdings wird der Aktienmarkt langfristig immer positive Erträge bringen. Warum? Weil Unternehmen, als Ganzes gesehen, immer Gewinne erwirtschaften werden. Das ist die Ur-Annahme, die dem Kapitalismus zugrunde liegt. Nicht alle Unternehmen werden erfolgreich sein. Einige werden komplett verschwinden, andere werden geschluckt und wieder andere verschmelzen mit Wettbewerbern. Es wird aber auch immer Gewinner geben, die hohe Erträge erwirtschaften.

Im Durchschnitt werden die Unternehmensgewinne positiv sein müssen und dies wird sich langfristig auch im Wert dieser Unternehmen niederschlagen. Langfristig spiegeln sich Unternehmensgewinne mit den Kursgewinnen (inklusive Dividenden).

 3. Aktienrisiken lassen sich einfach diversifizieren. Diversifikation von Risiken ist wichtig, enorm wichtig. Es gibt viele tolle Anlagemöglichkeiten. Wir können die Zukunft nicht voraussagen und was heute wie ein Killerinvestment aussieht entpuppt sich morgen vielleicht als Griff ins Klo. Erinnerst Du Dich noch an die Ostimmobilien nach der Wende oder bis vor kurzem heißgehandelte Schiffsfonds?

Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen – Diversifikation is the name of the game. Für Aktieninvestitionen heißt dies nicht alles in ein Unternehmen, eine Branche oder eine Region zu investieren. Streue soweit es geht! Klingt schwierig, ist aber spielend leicht. Bis vor einigen Jahren hieß das meist durch aktiv verwaltete Fonds eine Vielzahl von Einzelaktien ins Depot holen. Ein überbezahlter, Ferrari-fahrender Penthouse-Besitzer aus New York, London oder Luxemburg legt einen Fonds auf, der sich aus vielen Aktien zusammensetzt. Du kaufst den ganzen Kuchen. Einfach. Der arme Mann (es sind tatsächlich fast ausschließlich Männer) muss natürlich auch entlohnt werden, damit er sich auch drei Mahlzeiten am Tag und ein Dach über dem Kopf leisten kann. Soll ja nicht verhungern, der Gute. Dadurch wird es allerdings nicht ganz billig den Fonds zu kaufen und managen zu lassen. Das frisst in Deine Rendite und zwar ordentlich.

Zum Glück setzen sich jetzt ja auch bei uns im großen Stil Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds) durch. Da kriegen wir die gleichen Vorteile zu einem Bruchteil der Kosten. Damit bleibt mehr bei uns hängen, sprich die Rendite ist größer bei gleichbleibender Diversifikation.

 4. Der Aktienmarkt schützt Dich vor Inflation. Es nützt Dir nichts, wenn Du mit einer Investition eine vernünftige Rendite erwirtschaftest, aber ein Jahr später feststellst, dass die mittlerweile angezogene Inflation Deine Rendite wieder auffrisst. Z.B. kannst Du Dein Geld auch in (vermeintlich sicheren) langfristigen Bankeinlagen unterbringen und dort einen Zins auf Dein eingesetztes Kapital bekommen. Wenn dann allerdings die Inflation anzieht, wirst Du im schlimmsten Fall auf einem negativen Realzins sitzen bleiben. Aktien bieten einen vergleichsweisen soliden Inflationsschutz.

 5. Aktienhandel und Besitz benötigt kaum Aufwand. Es gibt viele Möglichkeiten sein Geld arbeiten zu lassen. Du kannst eine Wohnung kaufen und vermieten oder ein Unternehmen gründen. Du kannst Dir ein Windrad bzw. eine Solaranlage kaufen und betreiben oder ein Waldstück verpachten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist allerdings schwierig eine Anlagemöglichkeit zu finden, die so einfach und unkompliziert zu betreuen ist wie Aktien. Kauf und Verkauf passieren in Sekunden, einfach per Knopfdruck im Onlinedepot. Sobald die Aktie bzw. der (Index-) Fonds im Depot ist brauchst Du erst mal nichts mehr zu machen. Es läuft von selber. Keine Anrufe von Mietern, dass die Heizung kaputt oder das Klo verstopft ist. Im Extremfall kann der ganze Prozess vollautomatisiert werden. Sparplan aufgesetzt und 20 Jahre später den Kontostand checken. Sollte gut aussehen!

 An Aktien geht kein Weg vorbei beim Vermögensaufbau. Sei es in Form von Einzelaktien oder kostengünstigen Index-Fonds. Es bringt Dir eine der höchsten Renditen, ist relativ einfach umzusetzen und zu betreuen und kann einfach eine breite Diversifikation bieten, innerhalb dieser Anlageklasse.

Soll es mit der finanziellen Freiheit etwas werden dann, sollte der Aktienmarkt einen Hauptbestandteil Deines Vermögens darstellen.

 

Bild © Rainer Sturm / PIXELIO

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3 Kommentare

  1. Hey,

    ich finde es wirklich gut, dass du zu deinen Fehlern am Anfang stehst. Die meisten würden sowas verheimlichen, aber Ehrlichkeit ist auch mir sehr wichtig.
    Der Artikel ist sehr umfangreich und Du gibst einen sehr guten Überblick über das Thema. Zudem teile ich deine Leidenschaft für Aktien. Mich begeistert zum Beispiel das Unternehmen Procter&Gamble, da dieses Unternehmen schon viele Krisen und Kriege überstanden hat und dies auch ohne Probleme in Zukunft tun wird. Die Dividende ist außerdem sehr sicher und steigt von Jahr zu Jahr.

    Ich wünsche Dir weiterhin noch viel Erfolg
    Laura

  2. Hi Laura,

    der erste Kommentar unter einem meiner ersten Beiträge 🙂 Das waren noch Zeiten. Habe gerade noch mal drüber gelesen. Hat sich einiges getan in den zwei Jahren.

    Vielen Dank. Dich heiße ich hiermit herzlich Willkommen unter den Finanzblogger(inne)n!

    Alles Gute, Nico

  3. Hey Nico,

    ja, zwei Jahre können durchaus schon viel ausmachen! Ich habe gerade erst mit dem bloggen angefangen und bin gespannt, wo ich in zwei Jahren stehen werde.

    Dankeschön, ich fühle mich jetzt schon unter den ganzen Finanzbloggern sehr wohl. Ich hätte nie gedacht, dass man von allen Seiten so freundlich aufgenommen wird. ☺️

    Liebe Grüße
    Laura

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