Unser größter Wohlstandsvernichter – und was Du dagegen tun kannst

Wohlstandsvernichter?

Nein, damit meine ich nicht die Gebühren, die Du in unnötig komplizierte und überteuerte Rentenprodukte versenkst.

Ich  beziehe mich auch nicht auf die unpassenden und unnötigen Versicherungen, die Dir ein scheinbar risikoloseres Leben sichern sollen.

Und ich schreibe hier auch nicht über Dein Eigenheim, welches Dir ein gutes Gefühl, aber keine adäquate Rendite bringt.

Es geht in diesem Beitrag um unseren Wohlstandsvernichter schlechthin. Hier kannst Du im Handumdrehen, ohne großen Aufwand, viele tausend Euro sparen.

Ich rede von Deinem Auto.

Fakten, Fakten, Fakten

  • In Deutschland sind ca. 45 Millionen PKWs zugelassen – bei einer Bevölkerung von gut 65 Millionen Erwachsenen.
  • Der Durchschnittspreis für einen Neuwagen liegt bei 28.000 Euro. Die Spanne geht von durchschnittlich 90.000 Euro für einen Flachkäfer (Porsche), über rund 40.000 Euro für die Dreifaltigkeit der Deutschen Automobilindustrie (Mercedes/BMW/Audi) und 20,000-25,000 Euro auf den billigeren Rängen (VW/Ford/Opel/Skoda/Seat). Die Lampe auf dem Kopf hat die schnuckelige Dacia Blechbüchse mit 12.000 Euro.
  • Der Durchschnittspreis kennt seit Jahrzehnten nur eine Richtung. Autos werden immer teurer – mit kleinem Schluckauf in 2009. Die Neuwagenpreise steigen nahezu doppelt so schnell wie die Inflation. Der Preistreiber der letzten Jahre ist der mir unerklärliche Drang, morgens mit einem panzerähnlichen Vehikel zum Bäcker zu rollen. SUVs gehen weg wie warme Semmeln.
  • Der Wertverlust von PKWs variiert stark zwischen den verschiedenen Klassen. Aber als Daumenregel kann man nach einem Jahr von einem 25-prozentigem Wertverlust ausgehen (bei 15.000 Kilometer Nutzung). Die paar Meter, die Du mit Deinem neuen Auto vom Händlerhof rollst, kosten meist mehr als eine Bahncard 100.
  • Neben- oder Folgekosten (Kfz-Versicherung, Steuer, Werkstatt, Reifen, Wertverlust, Betriebskosten) bewegen sich im monatlichen Durchschnitt von 300+ Euro für die kleinsten Modelle bis hin zu 1.000+ Euro für Oberklasse Wagen.

Auto ≠ Freiheit

Wir geben im Kollektiv unglaublich viel Geld für unsere Autos aus.

Die Chancen sind hoch, dass auch Du ein Auto besitzt.

Wenn Du Dich für einen Neuwagen entschieden hattest, dann wirst Du dafür wahrscheinlich fast ein deutsches Durchschnittsjahresgehalt gelatzt haben.

Die Nebenkosten sind gewaltig. Sie fressen Dir jeden Monat ein Loch in Dein Budget.

Dieses Geld fehlt Dir. Um es zu sparen. Um es für Dich arbeiten zu lassen. Um Dein Vermögen wachsen zu lassen. Um Dir damit Freiheit zu kaufen.

Der Besitz Deines Autos beschränkt Deine (finanzielle) Freiheit – und das nicht zu knapp.

Mein Haus, mein Auto, meine Yacht

Versteh mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Autos. Die Flitzer sind so unglaublich nützlich. Und das nicht erst seitdem Ikea-Läden an Autobahnausfahrten gebaut wurden.

Mir macht Autofahren Spaß, wenn es denn nicht gerade im Berufsverkehr ist. Zu meinen schönsten Erinnerungen zählt ein Tag in Silverstone, an dem ich verschiedene Porsche-Modelle auf der Rennstrecke testfahren durfte.  Mir schießt jetzt noch das Adrenalin durch die Adern, wenn ich daran denke.

Das Problem ist nur, dass die Kameraden so verdammt teuer sind – sowohl in der Anschaffung, als auch in der Unterhaltung.

Dazu kommt, dass das Auto seinen eigentlichen Zweck – die schnelle und sichere Beförderung von A nach B – schon lange hinter sich gelassen hat. Ein Auto ist ein Lifestyle-Produkt und Statussymbol. Nicht mehr und nicht weniger.

Bis 34 noch Auto-Jungfrau

Ich fahre seit meinem 18. Lebensjahr regelmäßig Auto. Fast die gesamte Zeit über hatte ich Zugriff auf eines, wenn ich es brauchte.

Die Betonung liegt auf Zugriff. Dazu zählte das Auto meiner Eltern solange ich noch in Bremen lebte. Auf meinen mehrjährigen Stationen in Frankfurt und London nutzte ich Car-Sharing Angebote. Bei den mehrmonatigen Aufenthalten in den USA, Argentinien oder Singapur konnte ich Autos von Freunden mitnutzen oder aber habe auf Mietwagen zurückgegriffen, wenn ich mal ein Auto brauchte.

Meinen ersten eigenen Wagen kaufte ich schließlich im zarten Alter von 34 Jahren, also erst kürzlich. Mit Kind und ohne Zugang zu Car-Sharing Angeboten in der Nähe unseres Hauses, bin ich dann doch eingeknickt. Ich lege zwar immer noch die allermeisten Strecken mit dem Fahrrad zurück, aber ganz ohne eigenes Fahrzeug ging es leider nicht mehr.

Also musste eine Karre her.

Ein Hoch auf Kalle!

Ich hatte bis dahin keine Ahnung von Autos. Was für ein Auto brauche ich? Worauf muss ich beim Kauf achten? Wieviel kostet es?

Ein Spezialist musste her. Wer kam da besser in Frage als mein Kumpel Kalle. Er führt einen gut laufenden Gebrauchtwagenhandel. Auf unserer Männertour habe ich ihm dann die groben Eckdaten ins Ohr gehaucht.

Kalle, ich brauche eine gebrauchte Familienkutsche. Es muss genug Platz sein für zwei Kindersitze und ein Billy Regal. Es langt, wenn das Auto erst mal 5 Jahre ohne größere Probleme fährt. Dann schauen wir weiter. Ich suche nach dem optimalen Preis-Leistungsverhältnis und bin für alle Schweinereien zu haben.

Was war Kalles Antwort?

Kauf einen Kompakt- oder Mittelklassewagen als Kombi – z.B. Ford Focus Turnier – mit ca. 75.000 Kilometer auf  dem Tacho, der um die 5-7 Jahre alt ist. Das ist der Sweet Spot beim Preis-Leistungsverhältnis.

Bang! Das ist doch mal eine Antwort.

Machen? Jo, machen.

5 Wochen später rief Kalle wieder an. Das Auto ist da.

Und tatsächlich war es ein Ford Focus Turnier, Baujahr 2008, mit fast 75.000 Kilometer auf dem Buckel.

Kostenpunkt (inklusive kleinerer Schönheitsreparaturen und Inspektion): 6.500 Euro.

Das ist immer noch eine ganze Stange Geld, aber sollte passen. Viel günstiger geht es wohl leider nicht.

Was kostet mich die Kutsche?

Seit dem Kauf sahen meine Kosten so aus:

2014 2015
Benzin 779 2.093*
Werkstatt/Teile 117 393
Versicherung 675 417
Steuer 108 108
Wertverlust** 722 722
Gesamt 2.401 3.733
Gesamt pro Monat 200 311

* Wir waren 2015, während meiner zweimonatigen Elternzeit, ziemlich viel mit dem Auto in Europa unterwegs. Ohne den Trip wären die Benzinkosten ca. 1.000 Euro geringer.

** Annahme: Auto nach 15 Jahren verschrotten. Auto war 6 Jahre alt bei Kauf.

Das Auto kostet mich also all-in um die 200-250 Euro pro Monat (ohne die außergewöhnlich hohen Benzinkosten aus der Elternzeit). Die Kosten werden wohl noch leicht steigen, wenn das Auto älter wird.

Das ist wohl noch am unteren Ende der Skala, aber immer noch deutlich mehr Geld als ich zuvor für meine Mobilität ausgegeben habe.

Im Sinne der Sharing-Economy

Ich möchte Auto-Kilometer kaufen, kein Auto.

In bestimmten Situationen brauche ich ein Auto. Dann möchte ich begrenzten Zugriff darauf haben und für genau diese Leistung zahlen. Dafür brauche ich das Auto nicht unbedingt zu besitzen.

Im Moment ist der Eigentum eines Autos für mich die günstigste Variante. Sobald sich eine geeignete Alternative auftut, werde ich mein Auto wieder verkaufen. Ich glaube sogar, dass dies wohl mein einziges Auto bleiben wird. In der (nahen) Zukunft wird es noch sehr viel einfacher werden, Zugriff auf Autos zu haben.

Die Car-Sharing Angebote werden zügig ausgebaut. Und es dürfte noch billiger werden. Bereits jetzt kann ich Kleinwagen für 1 Euro pro Stunde plus einer geringen Kilometerpauschale mieten, alles inklusive Sprit und Versicherung. Das ist praktisch geschenkt.

Was bleibt für Dich hängen?

Solltest Du mit dem Gedanken spielen, Dir ein Auto zu kaufen (oder leasen), dann stelle Dir zunächst diese Fragen:

  1. Brauchst Du wirklich ein Auto?

In Großstädten brauchst Du selten einen PKW, weil die Kombination aus Fahrrad, öffentlichen Verkehrsmitteln und in Ausnahmen Taxi fast immer günstiger ist.

  1. Wenn ja, gibt es Car-Sharing Angebote, die Du nutzen kannst?

Das Beste aus allen Welten. Du hast jederzeit Zugriff auf ein Auto, aber nur einen Bruchteil der Kosten.

  1. Wenn nein, welcher Gebrauchtwagen bringt Dir das beste Preis-Leistungsverhältnis?

Ich schreibe Gebrauchtwagen, weil ein Neuwagen niemals eine finanziell sinnvolle Investition ist. Du wirst wahrscheinlich mit älteren Modellen günstiger wegkommen (siehe den Sweet Spot beim Preis-Leistungsverhältnis oben).

Allein durch den Verzicht auf den Besitz eines Autos all die Jahre habe ich wohl um die 40.000 – 50.000 Euro gespart – und das ohne Verzinsung. Hätte ich dann noch das Ersparte in kostengünstige  ETFs investiert, dann beliefe sich die Ersparnis auf 60.000 – 90.000 Euro.

Überlege Dir also verdammt gut, ob Du Dir ein Auto anschaffen willst. Es ist Gift für Deinen Wohlstand.

Besitzt Du ein Auto oder nutzt Car-Sharing Angebote? Verzichtest Du vielleicht sogar gänzlich auf Autos? Falls Du ein Auto besitzt, wieviel gibst Du dafür aus? Ich freue mich schon auf Deinen Kommentar!

 

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35 Kommentare

  1. Hallo Nico,

    in der Stadt kommt man auch gut ganz ohne Auto aus.

    Ich fahre mit dem Zug nach Linz. Und in Linz gehe ich entweder zu Fuß oder fahre mit der Straßenbahn.

    MFG Philipp

  2. Hallo Nico,
    Ich wohne auf dem Land – was gut für meine Wohnkosten ist, aber ein Auto nötig macht.
    Im Winter fährt der Bus in die Stadt oft gar nicht mehr sobald Schnee liegt und irgendwie muss man ja zur Arbeit kommen… Und mit dem Fahrrad 50km bis zur Arbeit ist auch nicht drin – und bei Schnee ist es ja auch keine Alternative 😉
    Daher gönne ich mir den Luxus der Mobilität, aber wir würde im Traum nicht einfallen einen Neuwagen zu kaufen. Allerdings habe ich mich bei meinem aktuellen Auto dafür entschieden, einen Jahreswagen zu kaufen. Das ist für mich die beste Mischung aus langer Lebensdauer und möglichst geringem Wertverlust:
    Mein altes Auto war zwölf Jahre alt und ich hatte es mit sieben Jahren auf dem Buckel gekauft – und musste so einiges an Reparaturkosten reinstecken. (Prinzipiell kommt ein Darlehen fürs Auto für mich nicht in Frage von daher muss man sich das natürlich leisten können und wollen.) Ich fand aber den Gedanken charmant erstmal Ruhe vor Reparaturen zu haben und das nächste Auto erst in ca 10 Jahren zu kaufen und nicht in da fünf, denn die Alternative wäre wieder ein 5-7 Jahre jünger Wagen gewesen.
    Meine Rechnung – ohne Reparaturen- ist ca. 10-12TEUR alle 10 Jahre oder ca. 5-7TEUR alle 5 Jahre zu bezahlen. Wenn man dann noch Reparaturkosten berücksichtigt, gab es für mich nur eine Antwort…

    1. Hi Paula,
      auf dem Lande kommt man wohl meist nicht um ein eigenes Auto herum. Zumindest noch nicht. Mal schauen, was sich da in der Zukunft noch so tut.

      Gut, dass Du noch mal das Thema Finanzierung ansprichst. Ich bin der Meinung man sollte sich auch wirklich nur so viel Auto leisten, wie man auch in verfügbaren Mitteln zur Verfügung hat. Wenn kein Geld auf dem Konto ist, dann müssen halt die Öffentlichen ran. Wenn wenig Geld da ist, dann ein alter Kleinwagen für günstig, usw. Finanzierungen sind sehr gefährlich. Besonders mit den günstigen Zinsen im Moment. Die Zinslast ist niedrig, aber den Kreditbetrag muss man trotzdem zurückzahlen können. Das wird schnell vergessen und dann ein deutlich zu teures Auto gekauft.

      Bei Jahreswagen bin ich mir gar nicht so sicher, ob sich da auch wirklich lohnt. Kommt wohl auf den Einzelfall an. Es ist auf jeden Fall schon mal dem Neuwagen Meilenweit voraus. Aber rechtfertigen die niedrigeren Reparaturkosten den deutlich höheren Preis als z.B. bei einem 7 Jahre alten Auto? Bin ich mir nicht so sicher.
      VG, Nico

      1. „Bei Jahreswagen bin ich mir gar nicht so sicher, ob sich da auch wirklich lohnt. Kommt wohl auf den Einzelfall an. Es ist auf jeden Fall schon mal dem Neuwagen Meilenweit voraus.“

        Das ist so pauschal nicht richtig.

        Neuwagen-Rabatte um die 20% sind bei vielen Händlern drin (vor allem online). Was die Neuwagen- und Tageszulassungs-/Jahreswagenpreise dicht zusammenrückt. Bedenkt man dann noch, dass beim Neuwagenkauf ein längerer Garantieanspruch besteht, dann sind solche Neuwagenangebote oft die bessere Wahl.

  3. Hey Nico,
    das Auto. Schwierige Geschichte bei mir. Nach der Miete eindeutig der größte Punkt auf meiner Liste aktuell. Trotzdem will ich ihn grade noch nicht aufgeben, obwohl ich das Auto nicht unbedingt bräuchte. Mittlerweile lebe ich in der Stadt, wo ein Auto nicht mehr unbedingt nötig wäre. Für den Arbeitsweg würde ein E-Bike reichen.

    Aber bei mir ist es genau andersrum. Ich habe seitdem ich 16 bin ein Fahrzeug. Erst Roller und dann ein Auto. Dorfkinder halt. Mit der Zeit wächst man da zusammen und die Vorstellung ohne eigenes Auto ist irgendwie noch weit weg. Obwohl ich all die Vorteile sehe, welche ich ohne Auto hätte. Eine 10 Jahre alte Gewohnheit kriegt man wohl nicht so schnell aus dem Kopf.

    Zumindest habe ich beim Kauf ähnlich wie bei dir gedacht. Das erste Auto war ein alter Golf IV, welcher mir lange Jahre seine Dienste erwiesen hat. 3000 € beim Kauf, 8 Jahre alt und an Reparaturen vielleicht 1500 € eingeflossen in fünf Jahren. Aktuell jetzt ein Golf V Variant, welche bei Kauf ziemlich genau 5 Jahre alt war und um die 75.000 km gelaufen war.

    Lange Zeit hatte ich dann den Gedanken den Golf wieder nach zwei oder drei Jahren gegen ein anderen zu tauschen. Mittlerweile hat sich dies zumindest geändert. Das Auto wird gefahren so lange die Reparaturen nicht überhand nehmen. Falls dieser Moment kommt werde ich sehen, ob ich wirklich nochmal ein Wagen kaufe/benötige oder wirklich darauf verzichte. Beide Richtung sind möglich. Was aber klar ist es wird auf keinen Fall ein Neuwagen, wenn es soweit kommen sollte. Wenn überhaupt wieder ein Gebrauchter, wie der aktuelle.

    Gruß,
    mafis

    1. Moin Mafis,
      hast Du mal Car-Sharing ausprobiert? Ist wirklich ne tolle Sache. Wenn Du ein Auto brauchst, dann schnell auf der App gecheckt wo das nächste verfügbare steht und reingehopst. Du öffnest den Wagen mit einer Karte. Schlüssel ist drin. Du fährst einfach los. Wenn Du tanken musst, dann ist die Tankkarte im Auto. Alles sehr bequem. Die Kohle wird direkt von Deinem Konto abgebucht. Und auch keine Parkplatzsuche, wenn Du ihn wieder abstellen musst.

      Versuch es einfach mal. Es gibt meist Angebote ohne laufende Gebühren, kostet Dich also nichts. Wenn es dann Sinn macht für Dich, dann verkauf Deine Karre.
      VG, Nico

  4. Hi Nico,
    ein klasse Artikel über „des Deutschen liebstes Kind“. Besonders interessant finde ich das große Spektrum, über dass sich der Grad der Wohlstandsvernichtung durch das Auto erstrecken kann. Das fängt auf der einen Seite natürlich bei der Lamborghini- und Ferrari-Sammlung an, die mehrere Millionen kostet, geht dann über die mittelständische Variante, etwa einen nagelneuen Audi oder VW inkl. Servicevertrag und Vollkasko zu kaufen, bis hin zum Kauf (und eventuell Wiederverkauf) von alten Gebrauchtwagen mit Selbstreparatur. Ein tolles Beispiel für letzteres hat MMM vor kurzem in seinem Blog aufgezeigt: http://www.mrmoneymustache.com/2016/01/28/the-man-who-gets-his-cars-for-free/
    Insgesamt glaube ich, dass beim Auto Sachkenntnis und Know-How ein großer Hebel sind, um die Ausgaben massiv zu reduzieren (eventuell sogar bis auf Null, siehe Link) und gleichzeitig einen netten Skill aufzubauen. Ich selbst hatte bisher nie viel mit Autos zu tun. Ich hab zwar nen Führerschein, aber bin in meinem Leben keine 5000 km gefahren und habe auch nie selbst ein Auto besessen. Darum habe ich in der Hinsicht noch deutlichen Nachholbedarf, was mich wiederum auch vom Kauf eines Autos abhält („If you can’t fix it, you don’t own it“).
    Zu den finanziellen Auswirkungen des Autos sollte man, finde ich, auch immer noch die Auswirkungen auf die Umwelt (und damit meine ich gar nicht mal nur den CO2-Ausstoß, sondern auch die flächendeckende Beanspruchung ganzer Städte durch Verkehrsinfrastruktur und Parkplätze sowie Lärm) und auf Gesundheit, Fitness und Psyche erwähnen. Wenn alle so denken und handeln würden wie du, wäre in der Hinsicht wohl schon eine Menge getan. Leider sind auch in Deutschland (und vor allem hier in England) viele Leute zu „Car-Clowns“ mutiert und gucken komisch aus der Wäsche, wenn man erzählt, dass man eine zwei Kilometer weite Strecke lieber zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt, statt sich ein Auto zuzulegen.

    1. Moin Oliver,
      die ganze ökologische Kiste kommt auch noch dazu. Daher gilt generell immer erst mal das Auto zu vermeiden, wenn es auch mit Fahrrad oder zu Fuß gemacht werden kann. Eigene Autos sind von daher gefährlich, weil es so einfach und bequem ist, einfach mal den Wagen zu nehmen.

      Als ich noch Car-Sharing nutzte, habe ich oft einen oder zwei Monate gar kein Auto in Anspruch genommen, weil es eben doch etwas mehr Überwindung kostet eines zu nutzen als den eigenen Wagen zu nehmen. Seitdem ich die eigene Karre vor der Tür habe, ertappe ich mich öfter dabei das Auto zu benutzen obwohl ich auch mein Rad nehmen kann. Klassiker ist den Lütschen aus der Kita abzuholen wenn es regnet…
      VG, Nico

  5. Super Beitrag!
    Es ist erstaunlich wie sehr das Auto regelmäßig unterschätzt wird wenn es um die Kosten geht.
    Meistens wird einfach der Treibstoffverbrauch genommen und auf die Kilometer umgelegt.
    Das ist aber nur eine Seite der Medaille, wie du gezeigt hast gibt es noch einen Sack voll anderer Kosten.
    Es gibt Vergleichsrechner im Internet, welche die Kosten pro km vergleichen lassen. Für einen Standard Gebraucht-Golf (5) finde ich rund 20 Cent/km. Das ist ganz schön viel wie ich finde.
    Ein Auto ist einfach teuer und kann einen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit behindern.
    Aber es stimmt auch, manchmal ist ein Auto einfach notwendig und lässt sich nicht wegrationalisieren.
    Allerdings macht es bei Wenigfahrern durchaus Sinn die klassische Frage zu stellen: Kaufen oder Mieten?

    Schönes Wochenende allerseits!
    Viele Grüße Alex

    1. Hallo Alex,
      die Vergleichsrechner werde ich mir mal anschauen und dann gucken, was bei mir so pro Kilometer an Kosten anfällt. Das würde mich mal interessieren.
      VG, Nico

  6. Hallo Nico,

    vielen Dank für diese Rechnung. Ich bin jetzt auch gerade am rechnen was mein Auto (und Motorrad) eigentlich kostet. Gekauft habe ich mein erstes Auto Ende 2013 und bin bis Ende 2015 täglich durch die Innenstadt gefahren. Rein der Bequemlichkeit. Eine Bahncard für die öffentlichen Verkehrsmittel hätte locker gereicht. Aber ich war es Leid in der Fülle zu stehen (sitzen kann man auf den Sitzen ja mittlerweile nicht mehr) und die Gerüche haben mich einfach genervt. Nach 12 Jahren Bahnfahren musste ich mir einfach mal was eigenes sauberes gönnen.
    Dafür habe ich mich dann über die (schleichenden, nicht blinkenden) Autofahrer und die Staus aufgeregt 🙂
    In meinem Fall ist es nur ein gebrauchter Kleinwagen von Seat. Aber auch ich strebe nach was schönerem, wobei ich mir eigentlich auch immer wieder sage, wozu, fährt doch. Ist halt nur qualitativ nicht vergleichbar wie mit einem BMW. Und doch will man einfach auch was „tolles“ haben (dein angesprochener Lifestyle).

    Seit Ende 2015 fahre ich wieder – zumindest zur Arbeit – Bahn. Hier wird sogar mehr als die Hälfte vom Arbeitgeber übernommen. Außerdem gibt es keine bzw. geringe Möglichkeit(en) zum Parken. Das Auto habe ich trotzdem noch für den Einkauf oder – und vor allem dort finde ich ihn äußert wichtig: Für Ausflüge!

    Das Tanken hat sich drastisch verringert! Es macht auch absolut keinen Spaß mehr durch die Stadt mit dem Auto zu fahren. Aber wie gesagt um mal einen Ausflug zu machen (beispielsweise an die schöne Ostsee), wunderbar!

    Die Frage ist: Muss man wirklich auf jeglichen Komfort, Spaß oder Hilfen verzichten nur um sparen zu können? Ich kann auch so monatlich min 50% meines Einkommens sparen. Natürlich ist eine hohe Sparrate was tolles und ich freue mich auch wenn ich was sparen kann, aber muss man wirklich auf jeglichen Luxus verzichten?

    Mittlerweile denke ich mir auch immer öfter: Ach, mal ein wenig gut gehen lassen kann man es sich ja. Wie gesagt, ich spare eigentlich schon genug bzw. mitunter viel zu viel. Und ich will nicht mehr immer und überall rumgeizen.

    Ich werde wohl weiterhin (m)ein Auto haben, egal was es monatlich an Geld verschlingt. Ich denke ich würde den Komfort und das „immer und überall sofort los kommen“ vermissen.

    Viele Grüße, Gurki

    P.S.: Übrigens hält bei guter Pflege (meine Sachen sehen wie geleckt aus) so ein Auto länger als 21 Jahre 😉
    P.P.S.: Einen Neuwagen würde ich allerdings auch nicht kaufen.

    1. Moin Gurki,
      Ob es Dir Wert ist, dafür Geld auszugeben oder nicht, ist Deine ganz persönliche Entscheidung. Ich finde ein Auto halt nur so unproportional teuer im Vergleich mit anderen Luxus-Geschichten. Also gönn Dir lieber Lebensmittel aus dem Bio-Laden, eine Dauerkarte bei Deinem Lieblingsverein und lade jeden Freitag einen Kumpel zum Essen ein. Kostet alles ein Bruchteil von einem BMW und macht Dich wahrscheinlich glücklicher 🙂

      Durch das viele Fahrradfahren ist bei mir übrigens meine Frusttoleranz im Berufsverkehr oder auch in der S-Bahn drastisch gesunken. Da krieg ich echt zu viel, wenn ich im Stau stehe oder die S-Bahn ausfällt und dann vollgepackt ist bis unter die Decke. Da fahr ich lieber im Dauerregen und Gegenwind mit dem Rad zur Arbeit.
      VG, Nico

  7. Hallo in die Runde,
    in meinen Augen ist die Frage nach dem eigenen Auto vor allem eine Frage nach den Möglichkeiten, seinen Arbeitgeber zu erreichen. In rund 10 Jahren Ruhrgebiet habe ich auch keine Sekunde darüber nachgedacht, mir so eine Blechkiste vor die Tür zu stellen. Der ÖPNV ist dort sehr gut ausgebaut und „Land“ gibt es dort ja kaum. Einer meiner Ex-Arbeitgeber lag sogar in Fuß-Reichweite. Daher bin auch ich erst im ähnlichen Alter wie Nico an so ein Gefährt gekommen.

    In BaWü ist nun die Lage etwas anders und mit Öffis nicht mehr alles so leicht zu erreichen. Unser „Schätzchen“ wird in diesem Jahr 10 und leistet uns treue Dienste. Aufgrund der Lage unserer Arbeitgeber brauchen wir zumindest ein Auto und ein Umzug näher zu meinem Arbeitgeber würde die Bahnfahrt meiner Frau nochmal deutlich verkomplizieren. Daher düse ich nun tagtäglich insgesamt 90km durch die Gegend. Erfreuen tut mich das nicht und für mich ist das Auto entgegen der Artikelbehauptung „Ein Auto ist ein Lifestyle-Produkt und Statussymbol. Nicht mehr und nicht weniger.“ wirklich nur ein Mittel zum Zweck. Car-Sharing funktioniert bei dieser Pendelei leider nicht.

    Wir haben uns damals sogar einen Neuwagen – da ist das BÖSE Wort – gekauft. Es war halt unsere erste Erfahrung mit den Kisten und „unser Kalle“ hat uns eher zum Neuwagen geraten. Wir hatten auch nach jungen Gebrauchten gesucht, aber nichts passendes gefunden und stattdessen einen Re-Import des Vorgängermodells recht günstig erhalten und „Cash aus der Täsch“ bezahlt. Unser Tschechen-Porsche (Kleinwagen-Kombi) ist für uns das ideale Gefährt und ich frage mich schon jetzt, welches Auto beim nächsten Kauf ähnlich gut passen kann. (Ich hoffe allerdings, dass Gurkis Langlebigkeitsprognose auf unser Modell zutrifft.) Das nächste Mal würde ich wohl nicht wieder auf einen Neuwagen bestehen und das Preis/Leistungsverhältnis noch mehr ins Auge fassen. Da ich mich aber überhaupt nicht für diese Blechkisten interessiere – allerdings ironischerweise jahrelang für einen Kfz-Zulieferer gearbeitet habe – fällt es mir schwer, sowas einzuschätzen. Zum Glück habe ich in der Finanzblogger-Community schon einen guten Ratgeber ins Auge gefasst – den würde ich im Fall der Fälle mal ansprechen.

    LG
    Dummerchen

    1. Hallo Dummerchen,

      dein Neuwagen benötigt eine ganz besondere Pflege – die Handwäsche. Dann hast Du auch sehr lange was davon. 🙂
      So mache ich das mittlerweile mit meinem Auto. Ich bin es Leid Kratzer aus der Waschanlage zu bekommen und ein halb schmutziges noch dazu. Und das zu Preisen wo dir schwindelig wird. Da habe ich jetzt einmal eine hohe Investition für die Utensilien getätigt und spare dann beim Hochdruckreiniger und zahle pro Wäsche „nur“ 2-4€.

      Warum wurde es aber bei dir ein Neuwagen? Hätte nicht auch ein Jahreswagen gepasst? Allerdings muss ich dazusagen: Auch ich habe ziemlich lange gesucht bis ich mal einen passenden fand.

      Viele Grüße, Gurki

      1. Hallo Gurki,

        Handwäsche? Mein Auto freut sich, wenn es überhaupt mal gewaschen wird 😉 – das Ding steht recht geschützt in unserer Tiefgarage und muss damit leben, wenn ich es zweimal im Jahr aussauge und durch die Waschanlage fahre. Kratzer habe ich dabei noch keine gefunden. Das Ding ist für mich nur ein Gebrauchsgegenstand und die Optik halbwegs egal. Ich brauch es halt. Trotzdem sieht der Wagen (kurz nach der Wäsche) noch super aus.

        Zum Thema Neuwagen: „Wir hatten auch nach jungen Gebrauchten gesucht, aber nichts passendes gefunden und stattdessen einen Re-Import des Vorgängermodells recht günstig erhalten und „Cash aus der Täsch“ bezahlt.“
        Das Kauf sollte relativ zeitnah erfolgen, da meine Frau damals eine recht lange Anfahrt zur Arbeit hatte und wir schon mehrere Monate gesucht hatten. Der Markt für Jahreswagen war quasi leer und der Re-Import erschien günstig. Wie gesagt, heute würde ich das vermutlich auch anders machen – vor allem mit etwas weniger Zeitdruck. Aber wie sagt man so schön „Ich war jung und hatte das Geld“. Und ganz ehrlich – es hat mich finanziell nicht umgebracht. Auch wenn natürlich die üblichen Rechnungen mit Alternativanlage und jahrelanger Verzinsung den Differenzbetrag hätten wachsen lassen.

        Liebe Grüße
        Dummerchen

  8. Man kommt heutzutage schwer um ein Auto drumrum. Wenn man mitten in der Stadt wohnt, kann man gut ohne Auto leben. Aber etwas außerhalb wohnend spart ein Auto viel Zeit, da die Öffentlichen in Deutschland bisher noch ausbaufähig sind. Familienausflüge, Oma besuchen, Kinder zu Schulkameraden fahren stelle ich mir ohne Auto auch recht schwer vor. Die nächsten Jahre werden mein Freund und ich uns vielleicht auch ein Auto kaufen und ich versuche es nicht nur als Geldvernichter zu sehen. Als „Lifestyle-Inflation ist ok“-Anhänger bin ich dankbar für jedes Jahr, was ich ohne Auto klar kommen und werde akzeptieren, falls ich es mal doch als Erleichterung sehe.

  9. Hi zusammen,
    ich habe heute wieder einen kilometer weit einen auto gefahren. Nach ca 5 Jahren wieder. War ein komisches gefühl.
    Ich habe seit 2003 einen Führerschein und habe in diese Zeit vielleicht 200-300 km gefahren.
    Wir leben seid 10 Jahren in DE und ich kann echt schwierig nachvollziehen wieso es so viele auto auf der straße gibt. Genauso wenig verstehe ich wieso ich zwar autos liebe (anzuschauen) und fasziniert bin von neuen Modellen, autofahren an sich oder einen auto zu besitzen für mich überhaupt nicht wichtig ist. In Zeiten von Carsharing, Auto-Miet-Möglichkeiten, super Bus&Bahnverbindungen, Mitfahrzentrale, Elektrofahrräder etc. brauchen meinermeinung nach nur ein Bruchteil der Mänschen tatsächlich ein Auto.
    Wenn ich sagen würde „finanziell, lohnt isch ein auto nur dann wenn man damit 4-5 Tage die woche zum Arbeit fährt. Ansonsten ist mieten/carsharing/taxo günstiger“ was würdet Ihr dazu sagen?
    Ok, wir wohnen in Stuttgart zentrum. Dort brauchen wir keinen Auto. Aber die Entscheidung dort zu Wohnen ist gefallen nachdem wir wussen wo wir arbeiten werden. Unsere Arbeitgeber haben wir auch so ausgesucht dass wir locker mit dem Fahrrad oder öffentlichen hinkommen. Wie viel Prozent dr Deutschen sucht sein Arbeitsplatz/Wohnung so aus dass Er so wenig Zeit und km tagtäglich braucht wie nur möglich? Das spart nicht nur viel Geld sondern extrem viel Zeit. Und ZEIT ist für mich deutlich mehr wert als Geld.
    Ich werde wohl nie ein leidenschaftlicher Autofahrer werden, aber gebe zu, Autos haben einen Sinn: jemanden/Sachen von A nach B zu bringen. Nicht mehr und nicht weniger.
    Ich freu so extrem aud die Zeiten wenn wir von autonomen elektrofahrzeuge herumkutschiert werden (wenn wir einen brauchen) und diese einfach per App bestellen können. Ich möchte das noch erleben!
    Trotzdem, wo es nur geht: Fahrradfahren oder einfach laufen.

    1. Autonome Autos werden alles ändern. Davon bin ich überzeugt. Wenn man mit einigen wenigen Knopfdrücken ein selbstfahrendes Auto bestellen kann, welches einen von Tür zu Tür bringt, dann brauche ich wirklich kein eigenes Auto mehr zu besitzen. Wir brauchen dann auch nicht mehr ein so dichtes Eisenbahn Netzwerk, wie wir es heute kennen. Die Straßen sollten wieder leerer werden (mehr Menschen in den Autos, weniger Unfälle/dumme Fahrer, engere Abstände, …). Die Mobilität wird sich von Grund auf ändern. Ich bin wirklich gespannt.

      Ich glaube auch wir werden das noch erleben – und es wird gar nicht mehr so lange dauern. Hoffentlich.

  10. Hallo Nico,
    ich finde es ebenfalls wahnsinnig, wieviel so ein Auto kostet. Ich habe das auch mal grob durchgerechnet und bin für mich auf etwa knapp 300€ im Monat gekommen und habe für mich entschieden, dass sich das nicht lohnt. Und was man gerne vergisst: Ein Auto kostet auch Zeit. Es muss zum TÜV, die Reifen müssen gewechselt werden, Versicherungen müssen angemeldet und Formulare ausgefüllt werden.

    Klar dauert es mit dem Rad manchmal etwas länger. Im Berufsverkehr und durch die Stadt hole ich das aber definitiv wieder raus. Zudem habe ich das Glück, dass in einer Entfernung von fünf Gehminuten ein Auto eines lokalen Car-Sharing-Anbieters steht, das ich gelegentlich nutze, wenn ich weiter weg muss oder etwas Sperriges zu transportieren habe. Wenn ich es nicht nutze, kostet es mich lediglich 8€ im Monat und dann halt nach Kilometern und Zeit. Ich bin bei dem Anbieter bereits seit sieben Jahren Mitglied und für mich ist es die perfekte Kombination aus geringen Kosten und hoher Flexibilität.

    Davor hatte ich einige Zeit ein Auto und habe es täglich genutzt. Beim Car-Sharing ist das anders, denn da sehe ich sofort, was mich die jeweilige Fahrt gekostet hat. Da überlegt man sich eher, ob diese Fahrt wirklich notwendig ist, als wenn das Auto direkt vor der Tür steht.

    Auf längeren Strecken wähle ich wenn möglich immer Bus oder Bahn. Dann kann ich die Zeit zum Lesen oder Arbeiten verwenden. Ein Luxus, den ich mit dem eigenen Auto nicht habe, so lange es noch nicht für einen Chauffeur reicht. 😉

    Für mich ist klar: Solange es geht, bleibe ich bei Rad, Bus, Bahn oder gehe zu Fuß.

    Viele Grüße
    der Finanzfisch

    1. Da überlegt man sich eher, ob diese Fahrt wirklich notwendig ist, als wenn das Auto direkt vor der Tür steht.

      Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Als ich noch Car-Sharing nutzte, bin ich einfach wesentlich seltener Auto gefahren. Es musste schon ein guter Grund sein. Jetzt ich frage ich mich öfter mal, warum ich gerade mein Auto genutzt hatte, statt mein Fahrrad zu nehmen.

  11. Ich wohne in einer Großstadt im Pott. Car Sharing habe ich interesseshalber mal gegoogelt, Standorte sind fast alle in Innenstadtnähe. Schnell gecheckt und reingehopst definiere ich anders als erst 20 Minuten mit der Bahn hinfahren, wofür ich auch noch zahlen muss und dann rein gehopst.

    Gut ausgebauter ÖPNV? Kommt halt drauf an wo man hin muss. Ein Freund wohnt am anderen Ende der Stadt, Bahn fahren dauert ungefähr so lange wie Auto fahren. Top.
    Ein anderer wohnt in der Nachbarstadt, entfernungsmäßig aber näher an meiner Wohnung. Mit dem Auto keine 20 Minuten, mit ÖPNV ca. 50 Minuten inkl. 2 mal umsteigen. Das ist für mich keine Alternative, dann lieber mit dem Rad, da kann ich auch für Autos gesperrte Abkürzungen nutzen. Insgesamt bin ich aber kein Freund vom ÖPNV, früher ohne Auto war ich halt drauf angewiesen, die Zeiten vermisse ich nicht.

    Komplett auf das Auto zu verzichten kann ich mir aktuell nicht vorstellen, aber ich habe ich immerschon versucht möglichst wenig zu fahren, aktuell weiche ich sogar bewußt immer häufiger aufs Rad aus. Mein Umfeld tickt da leider häufig anders. Um noch ein weiteres Beispiel aus dem Freundeskreis zu nennen:
    Diese wohnen fußläufig keine 10 Minuten entfernt. Ich laufe (außer bei starkem Regen) eigentlich immer, umgekehrt wird immer das Auto benutzt (O-Ton: Ne, das ist mir zu weit weg).

    Gekauft habe ich bislang Jahreswagen (wie Paula), beim ersten war vor zwei Jahren die Reparatur in meinen Augen unwirtschaftlich, so dass ich mir einen Neuen suchte. Ich war ohne Zeitdruck, das spart auch nochmal Geld.

  12. Mit der grösste Posten in Deiner Rechnung ist der Wertverlust.
    Zudem tritt der auch ein, wenn Du es nicht nutzt. Im Gegensatz zum Benzin, der andere grosse Posten.
    Mein Tip: einen Oldtimer oder Youngtimer kaufen um statt Wertverlust eine Steigerung zu haben.

    Golf2 oder W123 Benz, oder R129 Benz, oder Porsche 924, 944, 996 uvm.
    Idealerweise mit Kat, sonst wird die Steuer teuer.
    Als H-Fahrzeug geht er halt nur als Zweitwagen.

    LG, Peter

      1. Ts,ts,ts, den Kommentar hat Dir aber Deine Frau geflüstert, gibs zu 😉
        Na sicher haben die das alle nicht. Viele auch keine Airbags, ABS, ESP, USW….
        Manche Youngtimer werden einiges davon haben aber nicht alles.
        Bspw die Mercedes S-Klasse aus den frühen 90gern haben schon recht viel an Bord und auch Null Wertverlust. Aber nicht das Kassenmodell ausstattungsmässig nehmen, die sind später nicht so gesucht.
        Aber brauchst Du das Zeug alles, ist die Frage. Oder hängst Du schon am Haken der Autoindustrie? 😉
        Meine Theorie ist, dass viel von der zusätzlichen Sicherheit sofort von riskanterem Fahrverhalten aufgefressen wird. Und Motorradfahren dürfte man sowieso überhaupt nicht. (Mach ich aber auch noch)
        Isofix ist jetzt aber auch echt nicht der Killer, oder?
        Wir haben unsere Kids hinten halt mit dem Gurt und entsprechendem Kindersitz gesichert.
        Und wenn sie mal über ca 4 Jahre alt sind, haben (zumindest unsere) Kindersitze eh kein Isofix mehr.
        Ich bin in der 60gern im Kindersitzalter gewesen. Da gabs weder Gurte noch Kindersitze.
        Und die allermeisten habens auch überlebt 😉
        Aber schon klar, was an Sicherheit möglich ist wird gemacht.
        Alles? Wirklich alles? Dann musst Du doch Neuwägen kaufen und bitte keine Kleinwägen oder Billigheimer. Sonst hast Du den Abstandswarner und Spurhalteassistenten und automatische Kollisionsvermeidung nicht an Bord. Und auch nicht die Sekundenschlaferkennung usw… Und Finger weg von Reimporten. Denen fehlt oft ein Teil der Ausstattung, zB ESP.
        Du ziehst die Grenze was sicher und was unsicher ist beim Isofix. Ziemlich willkürlich.

        LG, Peter

          1. Falls jemand noch nicht wusste, was „Survivorship Bias“ ist. Dies ist die beste Erklärung, die ich je gehört habe.

            SCNR
            Dummerchen

            PS: Auch ich kenne noch die Zeiten aus der eigenen Jugend, in der es noch keine Gurte auf der Rückbank gab.

  13. @Dummerchen: Absicht. Du hast meinen zwinkernden Smiley dahinter überlesen.

    Im Ernst: wo ziehst Du die Grenze zwischen sicher und unsicher?
    Ich denke, die meisten werden sie da ziehen, wo sie die Mehrheit gerade zieht. Häh?
    Solltest Du das tun, wird Dir keiner Vorwürfe machen, wenn was passiert.
    Solltest Du sie woanders ziehen, bist DU hinterher schuld.
    Also kein Isofix: Du bist schuld, wenn was passiert.
    Keine radargestütze Kollisionsvermeidung, die’s nur in der aktuellen S-Klasse gibt:
    kann man Dir keinen Vorwurf machen, hatten ja alle anderen (bis auf ein paar, die sich das geleistet haben) ja auch nicht.

    Für die Autoindustrie ist das die Lebensversicherung: immer neue Features, die sobald sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, zur Pflicht werden. Praktisch 🙂
    Dazu noch gelbe, grüne und bald blaue Aufkleber und der Konsum wird nicht enden.

    LG, Peter

    1. Moin Peter,
      Isofix war nur ein Beispiel, was mir am schnellsten einfiel, um die Brücke vom Porsche zu den beiden Gören auf dem Rücksitz hinzubekommen. Beim Isofix System fällt mir übrigens nicht als erstes die Sicherheit ein (die wohl auch) sondern eher, dass die Teile wirklich praktisch sind! Geht Ruckzuck.
      Ich bin da ganz bei Dir wenn es um den Schnickschnack bei Neuwagen geht. Was heute Standard bei einem neuen Passat ist, gab es selbst bei den Premiummodellen vor 5 oder 10 Jahren noch nicht. Einfach aussitzen, dann kommt der ganze (nützliche) Kram irgendwann umsonst dazu.
      Ein Oldtimer wird es bei mir aber nicht werden. Der Wertverlust ist vielleicht nicht da, aber die Kosten für Reparaturen/Wartungen stelle ich mir hoch vor.
      Ich bin hier aber kein Spezialist – habe ehrlich gesagt kaum Ahnung davon – und lasse mich daher gerne eines Besseren belehren.
      VG, Nico
      PS: Den Isofix hatte ich übrigens selber nachgerüstet. Hatte glaube ich 15 Euro oder so gekostet und ungefähr eine Stunde gedauert.

  14. Klasse Artikel. Am meisten Geld wird wirklich beim Kauf eines Neuwagens verbrannt. Denn der Wertverlust liegt hier schon nach nur einem Jahr bei rund 30 Prozent seines Kaufpreises. Für mich einfach nur unverständlich das sich die Leute hier nicht informieren oder vielleicht einfach zu faul dafür sind. Ein Jahreswagen tut es auch oder einfach ein Gebrauchtwagen mit ein Laufleistung ab 30.000 km.
    Vielen Dank für den Artikel und weiterhin viel Erfolg!

  15. Hi,

    Danke für den Beitrag und den Blog. Zwei Fragen:
    1. Du schreibst von 25% wertverlust im ersten Jahr. Stimmt das wirklich – auch wenns alle sagen (genau weiß ich es nicht, aber ich fange an zu zweifeln und werds bei einem Autokauf genau checken). Wer einen neuen Ford Focus kauft bekommt vom Händler ohne Verhandlung 20% auf den Listenpreis. Und nun die Frage: der Wertverlust wird wohl berechnet vom Listenpreis (das glaub ich, denn über die tatsächlichen Verkaufszahlen gibts ja keine Statistik, oder?) oder vom dem Preis für den man einen neuen Ford Focus üblicherweise kauft. Falls ersteres so dürfte der tatsächliche Wertverlust im ersten Jahr, etwa ähnlich wie im zweiten Jahr liegen – bei nicht ganz 10%. Und dann fängt irgendwann auch der 7jährige Wagen gar nicht mehr sooo billig zu sein, wenn man die erhöhten Werkstattkosten und das Risiko eines Motorschadens, etc. rechnet. Für vielfahrer könnte wird sich ein Neuwagen nicht lohnen, könnte aber zumindest gegenüber dem Gebrauchtwagen nicht sooo viel teurer sein. (Weiß schon – dass ich hierfür jetzt SChläge im Blog ernten werde).

    Noch eine zweite Frage:
    Du schreibst: „Die Car-Sharing Angebote werden zügig ausgebaut. Und es dürfte noch billiger werden. Bereits jetzt kann ich Kleinwagen für 1 Euro pro Stunde plus einer geringen Kilometerpauschale mieten, alles inklusive Sprit und Versicherung. Das ist praktisch geschenkt.“
    Wer bietet sowas an? Neulich habe ich geschaut, ob Carsharing für mich in München in Frage kommt…das war alles wesentlich teurer und zurückgeben des Autos auf die Stadt begrenzt – so dass auch schnell eine höhere SOmme zusammenkommt. Hinzu kommt, dass das Sharing-Auto nicht vor der Haustür ist – hinkommen verursacht ggf. zusätzliche Kosten.
    Liebe Grüße,
    Tobias

    1. Moin Tobias,

      Der Listenpreis bei Neuwagen ist wohl nicht recht aussagekräftig. Wie Du schon sagst, jeder bekommt einen saftigen Rabatt. Jeder, der beim Autohändler rausgeht, denkt er hat den Killer-Deal bekommen. Die 25% beziehen sich also auf den tatsächlichen Kaufpreis, nicht auf einen künstlichen Listenpreis, den keiner bezahlt. Das macht aber auch Sinn, oder? Wenn Dich jemand fragen würde, ob Du einen einjährigen Wagen mit einem 10% Abschlag kaufen würdest im Vergleich zum Neuwagenpreis, würdest Du das machen? Ich nicht. Bei einem 25% Abschlag wohl schon.

      Ich hatte book-n-drive genutzt in Frankfurt. Die „City-Flitzer“ kannst Du glaube ich immer noch für 1 Euro pro Stunde plus Km Pauschale mieten. Ist zwar eine kleine Dreckskarre, aber es macht den Job.

      So, jetzt würde ich gerne noch mal wissen warum Du, lieber Tobias, als Namen „Schneewittchen“ angegeben hast. Ich frage aus reinem Interesse, weil lange Jahre mein Spitzname „Rotkäppchen“ war. Kein Scherz.

      VG, Nico

      1. Hi, danke für die Antwort. Als ich mich unlängst mit einem Autokauf beschäftigt habe, ging sich das mit 25% vom Realpreis – nicht neuwagenpreis für ein einjähriges Auto nicht aus. Andererseits: du hast schon recht, dass es nur so Sinn macht; weswegen ich selbst überrascht war. Ich hatte mich gefragt, ob die fehlende Inflation eine Bedeutung haben oder die gestiegene NAchfrage nach Gebrauchtwagen für dne Export, weil mir die Gebrauchtwagenpreise so hoch und die Neupreise im Verhältnis so niedrig vorkamen. Mal gefragt warum Dacia (die wohl sehr günstig produzierten Autos) wertstabiler sind als Ford? Dacia gibt eben weitaus weniger Rabatte – und Ford mit am meisten (keine Studie, eine eigene Stichprobe bei Autohändlern von N=3). Und wusstest du denn bei deinem Gebrauchtwagen den Listenpreis den er damals gekostet hat oder den Realpreis? Aber erstmal habe ich aus Zeitgründen den Autokauf vertagt und werde mich wannanders damit beschäftigen, dann kann ich auch mehr als ein „ich glaube“, ohne es genauere/ordentlich überprüft zu haben aussprechen…Meine Überlegung: vielielleicht könnte sich am (Gebraucht-)Automarkt auch was geändert haben, was jahrelang galt – stichwort Infation und Exportgeschäft.
        Zu deiner Frage: Den Spitznamen hat mir meine Freudin gegeben in Kontexten wo ich naiv bin…und in Finanzsachen fand ich ihn dann ganz passend.
        Liebe Grüße und ein schönes Weihnachtsfest,
        Tobias

  16. Ich fahre kein Auto … in letzter Zeit habe ich mir darüber auch Gedanken gemacht, aber ich würde monatlich viel mehr ausgeben als jetzt und würde meinen vermieteten Tiefgaragenstellplatz wahrscheinlich aufgeben.
    Ich bin mobil mit BC 50 (120 EUR im Jahr) und dem Studi-Ticket (160 EUR im Semester, also 320EUR im Jahr) => macht ca. 37EUR im Monat.
    Bei Gebrauchtwagen habe ich mal flüchtig nachgesehen, da wäre vielleicht ein älterer Benz für ca. 1500 EUR in Frage gekommen. Wie viel zahlt man für Sprit? Bestimmt mehr als 37EUR im Monat … und dann würde noch mein Geld von der Tiefgarage wegfallen…

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